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Full text of "Handbuch der praktischen Genealogie"

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HEYDENREICH 

HANDBUCH DER PRAKTISCHEN 
GENEALOGIE 

I. BAND 



Druck von Oscar Brandstetter in Leipzig 



SEINER MAJESTÄT 

FRIEDRICH AUGUST III. 

KÖNIG VON SACHSEN 

ALS BEITRAG ZUR FÖRDERUNG DES FAMILIENSINNES 
BEI ADEL UND BÜRGERTUM IN EHRERBIETUNG VOM 

HERAUSGEBER UND VERLEGER 
GEWIDMET 



ZWEITE, SEHR VERMEHRTE UND UMGEARBEITETE AUFLAGE 

DER 

FAMILIENGESCHICHTLICHEN QUELLENKUNDE 

HERAUSGEGEBEN 
AUF VERANLASSUNG DER ZENTRALSTELLE FÜR DEUTSCHE 
PERSONEN- UND FAMILIENGESCHICHTE, SITZ LEIPZIG 



L BAND 

MIT XI TAFELN 



Motto: Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt, 
Der froh von ihren Taten, ihrer Größe 
Den Hörer unterhält und still sich freuend 
Ans Ende dieser schönen Kette sich 
Geschlossen sieht. Goethe. 



f 



HANDBUCH 

DER PRAKTISCHEN 

GENEALOGIE 



VON 



OBERREGIERUNGSRAT PROFESSOR 

DR. phil. EDUARD HEYDENREICH 

KGL. SACHS. KOMMISSAR FÜR ADELSANGELEGENHEITEN A. D. 

IN VERBINDUNG MIT 



DR. JUR. OTTO FREIHERRN 
VON DUNGERN 

PROF. AN DER UNIVERSITÄT CZERNOWITZ 

ARCHIVRAT DR. KARGE 

KOL. PREUSS. STAATSARCHIVAR 
IN KÖNIGSBERG 

GEH. MEDIZINALRAT DR. MED. 
ET PHIL. K. ROBERT SOMMER 

PROF. DER PSYCHIATRIE AN 
DER UNIVERSITÄT GIESSEN 



OTTO FORST-BATTAGLIA 

IN WIEN 

PROF. DR. PHIL. MUCKE 

KONREKTOR AM OYMNASIUMALBERTINUM 
FREIBERG I. SA. 

DR. PHIL. ARMIN TILLE 

LANDTAOSBIBLIOTHEKAR IN DRESDEN 



UND ZAHLREICHEN ANDEREN GELEHRTEN DES IN- U. AUSLANDES 



MIT EINER EINLEITUNG VON 



dr. phil. et ll. d. KARL LAMPRECHT 

OEH. HOFRAT ORD. PROFESSOR DER GESCHICHTE AN DER UNIVERSITÄT, 



I. BAND 

MIT XI TAFELN 



LEIPZIG 

H. A. LUDWIG DEGENER 

1913 




Heil dem Manne, der die Blicke 
Gern zu seinen Ahnen kehrt, 
Seiner Väter soll sich freuen, 
Wer sich fühlt der Väter wert 



H e s e k i e 1. 



Am Baum der Menschheit drängt sich Blut' an Blüte, 

Nach ew'gen Regeln wiegen sie sich drauf; 

Wenn hier die eine matt und welk verglühte, 

Springt dort die andre voll und prächtig auf; 

Ein ewig Kommen und ein ewig Gehen 

Und nun und nimmer träger Stillestand, 

Wir sehn sie auf — , wir sehn sie niedergehen; 

Und ihre Lose ruhn in Gottes Hand. 

Freiligrat h. 



Copyright 1913 by H. A. Ludwig Degener. 



Alle Rechte vorbehalten, auch das der Übersetzung und einschließlich 
der Länder, welche der Berner Konvention nicht angehören. 



THE LIBRARY 

BRIGHAM YOUNG UNIVERSITY 

PROVO, UTAH 



Einleitung. 



Von Autor und Verlag bin ich gebeten worden, diesem Buche eine kurze 
Einführung vorzusetzen. 

Ich tue dies gern aus dem Gesichtspunkte her, die Wichtigkeit der ge- 
nealogischen Studien einmal stärker hervorheben zu können. Alle soge- 
nannten Hilfswissenschaften unterliegen ja in der kulturgeschichtlichen Auf- 
fassung einer bestimmten Umbildung dahin, daß sie statt bloßer Disziplinen 
philologischen Charakters im eigentlich hergebrachten hilfswissenschaftlichen 
Sinne, vielmehr zu Teildisziplinen der historischen Forschung selbst erwachsen. 
Die früheste der historischen Hilfsdisziplinen, die diese Wandlung durch- 
gemacht hat, ist die Urkundenlehre gewesen. Man weiß, wie sie jetzt ein 
wichtiger Teil der verfassungsgeschichtlichen Studien ist, und es ist das Ver- 
dienst vor allen Dingen der österreichischen Schule der deutschen Geschichts- 
wissenschaft gewesen, diese Entwicklung glänzend durchgeführt zu haben. 

Die zweite Disziplin, die diesen Weg gehen wird, wird die Genealogie 
sein. Mit ihr verknüpfen sich die wichtigsten historischen Probleme, welche 
unter dem Niveau der Verfassungsgeschichte in den tiefen und mehr elemen- 
taren Stockwerken gleichsam des historischen Geschehens verborgen sind; 
jene Probleme, welche die künftige geschichtliche Forschung, je mehr sie in 
elementare Gebiete vordringt, um so stärker in Anspruch nehmen werden: 
die Probleme der Blutsvererbung, überhaupt des physiologischen Zusammen- 
hangs der Menschheit, und damit die Probleme der natürlichsten mensch- 
lichen Gemeinschaften, insbesondere des Geschlechtes. Von den Entwick- 
lungsformen des Geschlechtes wird für ein Lehrbuch der deutschen Genea- 
logie besonders Sippe und Familie von Bedeutung sein. Die allgemeinen 
Übergangsformen, welche von der Sippe der Urzeit zu der strenggebundenen 
Familie des Mittelalters und von dieser herüber zu der Familie der Neuzeit 
führen, sind allerdings im allgemeinen bekannt. Aber sehr viel fehlt, daß 
sie schon im Detail erörtert worden wären, und noch mehr ist zu bedauern, 
daß die Kenntnis der Vorgänge auf diesem Gebiete eine verhältnismäßig ge- 
ring verbreitete ist, wie sie denn auch in dem Vortrag wie in der schriftlichen 
Darstellung der Verfassungsgeschichte regelmäßig zu kurz kommt. 

Noch viel stärker in den allgemeinen historischen Zusammenhang tritt 
der Betrieb der Genealogie und der verwandten Fragen mit jener Zeit, in 
der sich aus dem engen Kreis der Familie das Individuum immer mehr zu 
emanzipieren beginnt; auf dem wirtschaftlichen Gebiete durch Teilungen und 



VIII 

Abschichtungen des Familienvermögens, auf dem geistigen durch Emanzi- 
pation von Sitte und Auffassungsweise der Eltern und Ahnen. Die feinen 
Prozesse, welche sich auf diesem Gebiete in der deutschen Geschichte etwa 
vom vierzehnten Jahrhundert ab vollziehen, sind in ihren gröbsten Zügen 
allerdings auch noch durch die Untersuchung des Fortschritts auf dem Rechts- 
gebiete zum Verständnis zu bringen. Alle feineren Zusammenhänge dagegen 
fallen der nunmehr zur Familiengeschichte erweiterten Genealogie anheim. 
Über die Umwandlungen, welche bei diesen Vorgängen schon seit dem fünf- 
zehnten Jahrhundert, dann aber wiederum vornehmlich und in viel verstärk- 
terer Weise seit der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts die Familie erlebt 
hat, ist so wenig bekannt und vor allen Dingen so wenig in den Bestand 
der allgemeinen historischen Kenntnisse übergeführt, daß hier eine energische 
Vertiefung dringend geboten erscheint. 

Übersieht man die soeben gemachten Beobachtungen, denen sich bei 
einer über Deutschland hinweg erstreckten Betrachtung noch eine Reihe an- 
derer gleich wichtiger hinzufügen ließe, so versteht man, wie ein Lehrbuch 
der Genealogie heute in aller Breite unterrichten muß. Soweit das Indivi- 
duum in Betracht kommt, sind es namentlich bei den kulturgeschichtlichen 
Problemen die physiologischen, die Vererbungsfragen, welche einer Erwei- 
terung bedürfen. Soweit die natürlichen menschlichen Gemeinschaften in 
Frage stehen, handelt es sich um Probleme der Soziologie vom entwicklungs- 
geschichtlichen Standpunkte. Es ist dringend zu wünschen, daß auf allen 
diesen Gebieten und in all diesen Richtungen eingehend im Sinne von Bei- 
trägen zur Kulturgeschichte des deutschen Volkes gearbeitet werde, und es 
besteht dem Schreiber dieser Worte kein Zweifel darüber, daß das vorliegende 
Handbuch zur Einführung in die genannten Probleme von außerordentlicher 
Wichtigkeit sein kann. 

K. Lamprecht. 



Aus dem Vorwort der ersten Auflage. 

In gotis namen amen. Wenn alle ding, so gesehen in der zeit, 
sich verrücken und verlaufen, dieweil das menschliche gedechtnus mit 
manch geschieht und sorgnis gehindert ist: dorumb hat des menschen 
synn erdacht, was do geschiet von den vorderen, daß man daz beveste 
mit der schrift oder mit warem gezygnisse den nachkomelingen zu 
irkennen. So bleibet es bey der warheit und ewiglichen ungeletztheit. 

Anfang einer alten Urkunde nach Bernhard Koerner 

im Vorwort zum 7. Bande (1900) des Genealogischen 

Handbuches bürgerlicher Familien. 

Wie man familiengeschichtliche Forschungen unternehmen soll und 
schließlich zu einer das gesammelte Material zusammenfassenden, lesbaren 
Darstellung gelangen kann, ist in neuerer Zeit wiederholt in Kürze aus- 
einandergesetzt worden. In besonders glücklicher Weise geschah dies in der 
kleinen, sehr populär gehaltenen Schrift von W. L. Freiherrn von Lütgen- 
dorff-Leinburg, „Familiengeschichte, Stammbaum und Ahnenprobe. Kurz- 
gefaßte Anleitung für Familiengeschichtsforscher", Frankfurt a. M., Verlag von 
Heinrich Keller. 

Eine einigermaßen erschöpfende, die einschlagenden Fragen kritisch er- 
örternde familiengeschichtliche Quellenkunde gab es bis jetzt nicht. Die 
Zahl der Familienforscher ist in den letzten Jahren sehr gestiegen, das Be- 
dürfnis nach umfassenden Quellennachweisen und brauchbaren bibliographi- 
schen Zusammenstellungen sowie nach kritischen Orientierungen immer 
dringender geworden; wenn nicht alle Zeichen trügen, wird sich in Zukunft 
die Zahl der Familienforscher namentlich aus bürgerlichen Kreisen noch 
stark vermehren. Der Unterzeichnete hat daher einen Versuch gewagt, diese 
Lücke auszufüllen. Er hat sich bestrebt, keine für den Familienforscher 
irgendwie wichtige Quellenart zu übergehen; denn es ist völlig richtig, was 
von Schlechta-Wssehrd im Monatsblatt der K. K. Heraldischen Gesellschaft 
„Adler" III, 1891, Seite 49, bemerkt: „Für den genealogischen Forscher ist 
die Benutzung möglichst vieler Hilfsquellen die wesentlichste Bedingung 
einer gediegenen Facharbeit." Dem Unterzeichneten lag es ganz fern, bloß 
für einen einzelnen Stand, z. B. etwa nur für den Adel, zu schreiben, dessen 
Bedürfnissen er allerdings ausführlich Rechnung getragen hat. Vielmehr will 



er die Quellen der Familiengeschichte für alle Stände angeben; er bietet 
daher auch für bürgerliche und bäuerliche Geschlechter alle nötige die 
Quellen betreffende Auskunft, wie er andererseits über die regierenden 
Herrscherhäuser die genealogische Literatur in größerem Umfang nachweist, 
als dies bisher irgendwo geschehen ist. Im Mittelpunkte der Darstellung 
stehen Deutschland und Österreich-Ungarn. Aber auch die übrigen euro- 
päischen Staaten sind ausführlich behandelt, und selbst über außereuropäische 
Verhältnisse, die für den Familienforscher in Betracht kommen, finden sich 
Nachweise. 

Speziell habe ich alle Quellen und Hilfsmittel berücksichtigt, welche der 
im Königreich Sachsen Staatsangehörige Adel, einschließlich des aus Polen 
stammenden, in die Lage kommen kann zu dem Zwecke zu gebrauchen, daß 
er gemäß dem Gesetze vom 19. September 1902 seinen Adel zur Eintragung 
in das sächsische „Adelsbuch" (Adelsmatrikel) nachweist. 

Die folgenden Erörterungen und bibliographischen Nachweise sind in 
erster Linie für diejenigen bestimmt, welche eingehendere historische Studien 
nicht getrieben haben. Doch wird auch der Historiker von Fach gar manches 
bequem zusammengestellt finden, was er sich erst mit großem Zeitaufwand 
suchen müßte. Denn sowohl meine gegenwärtige öffentliche Stellung, als 
auch mein früheres archivalisches Amt gaben mir Gelegenheit, aus dem 
Vollen zu schöpfen und auch zu dem geistreichen, noch immer klassischen 
Werke von Ottokar Lorenz, Lehrbuch der gesamten wissenschaftlichen 
Genealogie (Berlin 1898) Ergänzungen zu bieten. Insbesondere enthalten 
die bibliographischen Angaben Nachträge zu Dahlmann-Waitz-Branden- 
burgs Quellenkunde zur Deutschen Geschichte, die bei vielen Vorzügen 
doch gerade über Familiengeschichte, wie ich in meiner Anzeige der neuesten 
Auflage in der Berliner Zeitschrift für das Gymnasialwesen, herausgegeben 
von H. J. Müller, Jahrgang 1905, Seite 440—446 und Jahrgang 1906, 
Seite 736—738 näher begründet habe, äußerst lückenhaft ist. Es war mein 
Bemühen, durch Rücksicht auf kulturgeschichtliche Momente und dadurch, 
daß ich die Quellen gelegentlich selber sprechen ließ, den an sich etwas 
trockenen Gegenstand möglichst zu beleben. Die eingelegten Proben des 
Wortlautes einzelner interessanter Quellenstücke sollen dem Neuling auf 
diesem Gebiet die Orientierung erleichtern. Die Auswahl des Stoffes, ins- 
besondere der bibliographischen Nachweise ist in der Weise getroffen, daß 
auch diejenigen Familienforscher, welche fern von Bibliotheken und Archiven 
wohnen, durch die vorliegenden Zusammenstellungen in ihren Studien ge- 
fördert werden. Man wird aus meiner Arbeit entnehmen können, welche 
Bücher man sich von einer Bibliothek oder einem Buchhändler bestellen 
bzw. welche archivalischen Quellen man einsehen muß, um in den familien- 
geschichtlichen Studien vorwärts zu kommen. Aus der Geschichte einzelner 
Familien habe ich zur Charakterisierung des quellenkundlichen Materials und 
der familiengeschichtlichen Methode eine Anzahl Spezialitäten aufgenommen; 
diese waren zum Teil bisher nicht gedruckt. 

Zum Schlüsse dieser Vorbemerkungen möchte ich die Worte wieder- 



XI 

holen, die einer unserer bedeutendsten Historiker, der selbst um Familien- 
geschichte rühmlichst verdiente Geheime Archivrat Dr. H. Grotefend in 
Schwerin, in seiner Arbeit über Stammtafeln (Jahrbücher des Vereins für 
mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, 70. Jhrg., Schwerin 1905, 
Seite 1 ff.) hinsichtlich des Wertes der Geschlechtserforschung gesprochen hat: 

„Es ist ein erfreuliches Bild, daß in einer Zeit, die voll ist von zer- 
setzenden gesellschaftsfeindlichen Bestrebungen, sich überall der Familien- 
sinn geltend macht, und daß in adligen wie in bürgerlichen Familien der 
Wunsch hervortritt, sich fester aneinander zu schließen, um in der Familie 
den festen Halt zu gewinnen, den bei der größeren Zerstreuung über das, 
gottlob!, geeinte Deutsche Reich das einzelne Familienmitglied leicht zu ver- 
lieren Gefahr läuft." 

„Gerade in unserer Zeit, wo durch einseitiges und übermäßiges Hervor- 
heben des Einzelwesens und seiner vermeintlichen Rechte das Gesamtleben 
in seinen Wurzeln mehr und mehr verletzt wird, in einer Zeit, wo mehr 
als jemals die Selbstsucht über den Gemeinsinn zu siegen sucht, ist die 
Flucht in die Familie und die Einkehr in ihre Geschichte gewiß die reinste 
und ergiebigste Quelle des Mutes für den, der noch selbstlos genug ist, die 
Interessen einer Gemeinschaft über die Interessen der sie bildenden Einzel- 
wesen zu stellen." 

„Die Familie ist die erste und ursprüngliche Gemeinschaft im Leben, 
sie ist die Grundlage und das Vorbild aller gesellschaftlichen und staat- 
lichen Gemeinsamkeitsgebilde. Sie ist daher auch am ersten geeignet, wenn 
nur der gute Wille nicht fehlt, dem Menschengeiste auf dem Fluge zum 
Idealen die Schwingen zu stählen, ihn stark zu machen für den Kampf mit 
dem einzelnen Ich, das sich groß zu machen sucht gegenüber dem doch 
zumeist, wenn nicht allein berechtigten Wir der Gemeinschaft, in die es 
gestellt ist." 

„Man sehe daher nicht mit spöttischem Lächeln, wie es so oft in den 
Kreisen der sogenannten Gebildeten geschieht, auf das Treiben derer hin, 
die sich bestreben, das Dunkel zu klären, das etwa über der Herkunft ihrer 
Familie ruht, die Glied um Glied ihre Vorväter und deren Abkömmlinge 
aneinander reihen, um zu wissen, mit wem zum gemeinsamen Kampf des 
Lebens das Schicksal sie am meisten verbunden hat." 

„Alle die sich so bestreben, wollen ja teil haben an dem Segen, den 
Goethe durch den Mund der Iphigenie über sie ausspricht": 

„Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt, 
Der froh von ihren Taten, ihrer Größe 
Den Hörer unterhält und still sich freuend 
Ans Ende dieser schönen Reihe sich 
Geschlossen sieht." 



Vorwort zur zweiten Auflage. 

Rühmlich, christlich, auch tröstlich ist, 
Daß man zu keiner Zeit vergißt 
Der alten, lieben Vorfahren, 
Die vor uns in dem Leben waren. 

Die erste Auflage des vorliegenden Buches war nach zwei Jahren ver- 
griffen. Dieser Erfolg mußte mich antreiben, es immer mehr zu vervoll- 
kommnen. 

Vor allem suchte ich einem von den Familiengeschichtsforschern seit 
langer Zeit lebhaft empfundenen Bedürfnis abzuhelfen, indem ich eine Zu- 
sammenstellung der familiengeschichtlichen, genealogischen, sphragistischen 
und heraldischen Sammlungen in Bibliotheken, Museen und Archiven be- 
schaffte. Die sehr zahlreichen Zirkulare und Briefe, welche ich an die 
einschlagenden Sammelstellen versandte, wurden von deutschen und aus- 
ländischen Gelehrten in mehr oder weniger ausführlicher Weise durch Nach- 
richten über meist unbekanntes Material beantwortet. So habe ich besondere 
Abschnitte über die familiengeschichtlichen Materialien in Bibliotheken, 
Museen und Archiven aufgenommen. Das auf solche Weise dargebotene 
Archivlexikon, welches die familiengeschichtlichen Materialien in den Archiven 
nachweist, kann als eine Neubearbeitung, soweit im weitesten Sinne Familien- 
geschichte irgendwie in Betracht kommt, von Burkhardts Hand- und Adreß- 
buch der deutschen Archive (Leipzig 1887) angesehen werden; es berück- 
sichtigt aber über den Bereich des Burkhardtschen Buches hinaus auch die 
übrigen Länder Europas. 

Durch das liebenswürdige Entgegenkommen hervorragender Gelehrter 
wurde ich ferner in die Lage versetzt, einige neue größere Abschnitte auf- 
zunehmen. Herr Freiherr Dr. von Dungern, Professor an der Universität 
Czernowitz, steuerte einen solchen über Genealogie und Rechtswissenschaft, 
Herr Otto Forst in Wien, der während der Drucklegung dieses Buches den 
Namen Forst-Battaglia annahm, einen über genealogische Tabellen bei. Herr 
Archivrat Dr. Karge, Kgl. Preußischer Staatsarchivar in Königsberg, behandelte 
die Literatur über die Geschichte des Adels in Rußland; Herr Konrektor Prof. 
Dr. Mucke in Freiberg, slawische Wörterbücher, Glossare und Genealogien. 
Herr Geheimer Medizinalrat, Universitätsprofessor Dr. Sommer in Gießen 
stellte eine Arbeit „Familiengeschichtliche Quellenkunde in der Psychiatrie und 



XIII 

Anthropologie" und Herr Landtagsbibliothekar Dr. Tille eine solche über 
Genealogie und Sozialwissenschaft zur Verfügung. Ich selbst fügte das neue 
Kapitel „Familiengeschichte und Topographie" hinzu. Ganz besonders wertvoll 
ist es, daß Herr Geheimer Hofrat Dr. Lamprecht, Ord. Prof. der Geschichte 
an der Universität Leipzig, die Güte hatte, eine Einleitung zu dem vorliegenden 
Werke zu schreiben. Allen diesen hervorragenden Gelehrten sage ich für 
ihre wertvolle Unterstützung auch an dieser Stelle meinen besten Dank. 

Außerdem habe ich diese zweite Auflage vermehrt durch Abschnitte 
über Königs- und Echte-Briefe, Partezettel, Patenzettel, Totenzettel, Konzil- 
und Synodalakten, Vasallentabellen, Subskribentenlisten, Eidbücher, Lehnsakten, 
Deduktionsschriften, ferner durch einen Abschnitt über Familienfideikommiß- 
akten, dem die Literatur über Familienfideikommisse vollständiger, als irgend- 
wo sonst geschehen ist, beigegeben wurde, durch eine parallel zu den die 
Universitäten betreffenden Nachweisen gearbeitete Zusammenstellung der 
Verzeichnisse von Schülern und Lehrern an deutschen Mittelschulen, durch 
eine Liste von Alten-Herren-Verzeichnissen, durch einen Abschnitt über 
Standesbücher der deutschen Fürstenhäuser. Wesentlich erweitert ist ferner der 
Abschnitt über die Kirchenbücher, insbesondere durch Nachweise über die 
Buchungen der Juden sowie überhaupt aller Personen in nicht christlichen 
Gebieten und die Abschnitte über die Kalender und über das Porträt. Stark 
vermehrt sind ferner in dem Kapitel über Heroldsämter und verwandte Be- 
hörden die Abschnitte über Württemberg, Italien und Ungarn. Gänzlich 
umgearbeitet wurde der Abschnitt über Polen, wobei der in Sprache und 
Literatur Polens wohlbewanderte Herr Otto Forst in Wien mich gütigst 
unterstützte. Die Übersicht über die Dialektwörterbücher wurde auf die 
außerdeutschen Staaten germanischer Zunge und auf die romanischen und 
slawischen Länder ausgedehnt. Die Sammlung familiengeschichtlichen Materials 
habe ich durch einen neu hinzugekommenen Anhang an der Hand eines 
konkreten Beispieles: „Familie Heydenreich, von Heydenreich" erläutert. 

Bei den zahlreichen Beziehungen der Familiengeschichte zur Orts- und 
Landesgeschichte bieten die im Text und in den Anmerkungen zusammen- 
gestellten zahlreichen bibliographischen Nachweise auch für Orts- und Landes- 
geschichte vielfache Fingerzeige. Dies wird namentlich dem Lokalhistoriker 
erwünscht sein. Denn während für die deutsche Landesgeschichte in der 
soeben von Herre neu herausgegebenen Quellenkunde von Dahlmann- 
Waitz ein ausgezeichnetes bibliographisches Hilfsmittel vorliegt, fehlt ein 
für die deutsche Ortsgeschichte umfassendes bibliographisches Werk; nur 
für eine geringe Anzahl von Orten sind einzelne brauchbare Bibliographien 
erschienen. Das alphabetische Register des vorliegenden Werkes verweist 
auf die Stellen, wo für ortsgeschichtliche Studien einschlagende Literatur 
verzeichnet ist. 

Die Anordnung des massenhaften Stoffes ist verbessert. Es empfiehlt 
sich für den Familienforscher, ehe er an die handschriftlichen Quellen heran- 
tritt, sich aus der gedruckten Literatur zu überzeugen, was über sein Ge- 
schlecht bereits durch den Druck veröffentlicht ist. Auf solche Weise ver- 



XIV 

meidet er es, eine schon von einem anderen geleistete Arbeit unnötigerweise 
abermals vorzunehmen. Mit Rücksicht hierauf ist das Kapitel über die 
bibliothekarischen Hilfsmittel an den Beginn des Buches gestellt. Dagegen 
ist das Kapitel über Kirchenbücher und Standesamtsregister, sowie der Ab- 
schnitt über Gebetsverbrüderungen, Nekrologien und verwandte Quellen des 
Mittelalters den Erörterungen über die archivalischen Hilfsmittel eingereiht. 
Außerdem wurde eine Anzahl Umstellungen vorgenommen, so ist z. B. der 
Abschnitt über Mittelnamen jetzt nicht mehr als Anhang zu der Besprechung 
der Kirchenbücher, sondern als Teil des Kapitels über die Eigennamen ge- 
geben. Bei einer Reihe von Werken boten sich mehrere Kapitel dar, in 
denen sie erwähnt werden konnten; doppelte Zitierung war aber mit Rück- 
sicht auf den verfügbaren Raum tunlichst zu vermeiden. So werden z. B. 
archivalische Hilfsmittel, wenn sie durch den Druck bekannt gegeben sind, 
zu bibliothekarischen und können an beiden Stellen gesucht werden. Im 
Zweifelsfalle sorgt das ausführliche Register, welches für beide Bände dem 
zweiten beigegeben ist, für das rasche Auffinden von Einzelheiten. 

Das Buch ist aus der Praxis hervorgegangen und für die Praxis be- 
stimmt. Ein Handbuch der theoretischen Genealogie, das wir in dem 
„Lehrbuch der gesamten wissenschaftlichen Genealogie" von Ottokar 
Lorenz (Berlin 1898) bereits besitzen, will mein „Handbuch der prak- 
tischen Genealogie" nicht sein. Zu einer streng theoretisch-systematischen 
Anordnung konnte ich mich nicht entschließen, weil die gute Aufnahme der 
ersten Auflage bewiesen hat, daß ich im allgemeinen für den Zweck meiner 
Arbeit den richtigen Weg eingeschlagen habe, und weil ich fürchtete, daß 
eine rein theoretisch-systematische Anordnung des vielgestaltigen Stoffes die 
praktische Brauchbarkeit meines Buches beeinträchtigen würde. 

Die Übersichtlichkeit ist durch Inhaltsangaben auf dem oberen Rande 
jeder Seite und auf dem Seitenrande bei Beginn eines neuen Abschnittes erhöht 
worden. Der Übersichtlichkeit dient auch der Wechsel von größerer und 
kleinerer Schrift, durch den ein Werturteil nicht ausgesprochen sein soll. 

Die gesamte erste Auflage der Familiengeschichtlichen Quellenkunde ist 
einer gründlichen, allen Bemerkungen der Kritik gewissenhaft nachgehenden 
Umarbeitung unterzogen worden. Im Zweifelsfalle, z. B. wenn der eine 
Kritiker das volle Gegenteil von dem wünschte, wie ein anderer, habe ich 
mich nach dem Urteile genealogischer Fachleute von anerkanntem Ruf und 
langjähriger praktischer Erfahrung gerichtet. Die inzwischen erschienene 
Literatur habe ich in den Text hineingearbeitet und an den zuständigen 
Stellen nachgetragen. 

Durch alle diese Änderungen, Umarbeitungen und Erweiterungen ist 
ein ganz neues Buch entstanden, dem daher auch ein neuer Haupttitel ge- 
geben wurde. 

Die Erfahrungen, die ich als Archivar der Stadt Mühlhausen in Thüringen, 
als Kommissar für Adelsangelegenheiten im Kgl. Sächsischen Ministerium des 
Innern, als Generalsekretär der Zentralstelle für deutsche Personen- und 
Familiengeschichte in Leipzig und als Dozent für Genealogie an dem von 



XV 

Herrn Geheimen Hofrat Prof. Dr. Lamprecht geleiteten, der Universität 
Leipzig angegliederten Kgl. Sächsischen Institut für Kultur- und Universal- 
geschichte gesammelt habe, sind dem vorliegenden Werke nützlich gewesen. 
Folgende Herren hatten die Güte, zur 2. Auflage meines Buches mir 
Material zur Verfügung zu stellen: Archivrat Prof. Dr. Albert in Freiburg i. Br. 
— Das Amt der evangelischen Gemeinde in Aachen. — Oberpfarrer 
Dr. Arndt in Halberstadt. — Archivar v. Arnswaldt in Leipzig. — Stadt- 
archivar Prof. Dr. Ar ras in Bautzen. — Zweiter Direktor der kgl. preußischen 
Staatsarchive Geheimer Archivrat Dr. Bailleu in Charlottenburg. — Direktor 
des Landesarchivs der grod- und landesgeschichtlichen Akten Dr. Balzer in 
Lemberg. — Archivrat Prof. Dr. Bangert in Rudolstadt. — Bibliothekar 
Dr. Barth in Zürich. — Archivdirektor Geheimer Archivrat Dr. Bär in 
Coblenz. — Staatsarchivar Prof. Dr. Bärwinkel in Sondershausen. — Ver- 
lagsbuchhändler Freiherr von Berchem in München. — Bibliothekar Dr. 
Bemmann in Dresden. — Amtsgerichtsrat Dr. Beringuier in Berlin. — 
Archivrat Dr. Berkemeier in Bückeburg. — Stadtarchivar Dr. Berns in 
Leeuwarden. — Archivrat Staatsarchivar Dr. Beschorner in Dresden. — 
Prof. Dr. Bess an der Universitätsbibliothek in Halle a. S. — Stadtbiblio- 
thekar und Stadtarchivar Prof. Dr. Binz in Mainz. — Staatsarchivar Dr. 
Bippen in Bremen. — Pfarrer Dr. Blanckmeister in Dresden. — Ober- 
bibliothekar Geheimrat Dr. von Bojanowski in Weimar. — Amtsgerichts- 
rat Bötti eher in Frankfurt a. O. — Geheimer Hof rat Direktor der Uni- 
versitätsbibliothek in Leipzig Dr. Boysen. — Archivrat Staatsarchivar Dr. 
Brabant in Dresden. — Archivdirektor Dr. Breitenbach in Amberg. — 
Geheimer Archivrat Landesarchivdirektor Prof. Dr. Bretholz in Brunn. — 
Direktor des Ritterschaftsarchivs Baron Bruiningk in Riga. — Archivdirektor 
Dr. von Buchwald in Neustrelitz. — Prof. Dr. Cascorbi in Hann.-Münden. — 
Amtsgerichtsrat Conrad in Berlin. — Prof. Dr. Crallis in Hermannstadt in 
Siebenbürgen. — Augenarzt Dr. Crzellitzer in Berlin. — Bibliotheksdirektor 
Prof. Dr. Curtius in Lübeck. — Verlagsbuchhändler Herrn. A. L. Degener 
in Leipzig. — Archivrat Dr. Destouches, Direktor des Stadtarchives in 
München. — Archivar Dr. De vrient in Leipzig. — Archivdirektor Dr.Dieterich 
in Darmstadt. — Stadtarchivar Dr. D irr in Augsburg. — Stadtarchivar Gymnasial- 
Oberlehrer Dreher in Friedberg. — Landesbibliothekar Dr. Dunckelmann in 
Rostock. — Bruno Emmert in Arco. — Direktor D. G. v. Epen des Centraal 
Bureau vor Genealogie en Heraldiek in s'Gravenhage. — Geheimer Regierungsrat 
Bibliotheksdirektor Dr. Ermisch in Dresden. — Bibliothekar Dr. Fabricius in 
Marburg a.L. — Reichsarchivar Dr. Feith in Groningen. — Bibliothekar Fey 
in Kassel. — C. H. A. Finster in Düsseldorf-Oberkassel. — Bibliothekar Dr. 
Finster-Benzon in Kiel f. — Rechtsanwalt Dr. Fischer in Berlin. — 
Dr. Flodmark vom Stockholmer Staatsarchiv.— Otto Forst-Battaglia in 
Wien. — Stadtgemeinde Frankenthal (Rheinpfalz). — Dr. Friberg in Lin- 
köping.— Geheimer Archivrat Archivdirektor Prof. Dr. Friedensburg in Magde- 
burg. — Reichsarchivar Archivdirektor Dr. Fruin in Middelburg. — Ritter- 
schaftliches Mitglied der Ersten Kammer und des Denkmalrates für Württemberg 



XVI 

Friedrich Freiherr von Gaisberg-Schöckingen auf Schöckingen. — A. Frei- 
herr von Gemmingen in Bingen a. Rh. — Baron A. von Ger net in St. Peters- 
burg. — Staatsarchivar Dr. Glück in Würzburg. — Fritz Ginsberg in Berlin.— 
Fabrikant Maximilian Graff in Iserlohn. — Geheimer Regierungsrat Grimm 
in Kassel.— Regierungsrat Dr.Gritzner, Kommissar für Adelsangelegenheiten 
in Dresden. — Stadtarchivar Dr. Gundlach in Kiel.— Stadtarchivar Gutbier, 
Ehrenbürger der Stadt Langensalza. — Oberst a. D. Freiherr von Gutten- 
berg in Steinenhausen. — Pfarrer Lic. theol. Hackmann in London. — 
Staatsarchivdirektor Dr. Hagedorn in Hamburg. — Schriftsteller und Re- 
dakteur Hager in Basel. — Generalmajor d. R.-St. Handel-Mazetti, Kon- 
servator der K. K. Zentralkommission in Linz. — Dr. Handwerker von der 
Universitätsbibliothek in Würzburg. — Direktor des Dansk Genealogisk Institut 
Th. Hauch-Fausboll in Kopenhagen. — Abt Willibald Hau thaler in Salz- 
burg. — Archivdirektor Dr. Hauviller vom Staatsarchiv in Metz. — II. Staats- 
archivar Dr. Hegi vom Staatsarchiv in Zürich. — Stadtarchivar Heineck in 
Nordhausen. — Archivrat Staatsarchivar Dr. Heinemann in Magdeburg. — 
Ritterschaftssekretär Baron von Heller in Mitau. — Redakteur Dr. Helmolt 
in Bremen. — Staatsarchivar Dr. Henne am Rhyn in St. Gallen. — Arzt 
Dr. Her dt mann in Senftenberg. — Kantonsbibliothekar und Staatsarchivar 
Dr. Herzog in Aarau. — Carl von Hesse in St. Petersburg. — Rechtsanwalt 
Dr. Ernst Hey den reich in Leipzig. — Oberstleutnant Heye in Straßburg i.E. — 
Vorstandsmitglied des Vereins „Herold" Prof. Hildebrandt in Berlin. — 
Schriftführer der K. K. Gesellschaft „Adler" Dr. Höfflinger in Wien. — 
Prof. Dr. Hölscher in Goßlar. — Archivrat Staatsarchivar Dr. Hoogeweg 
in Hannover. — Bibliothekar Dr. Hoppe in Berlin. — Dr. Aug. Hub er vom 
Staatsarchiv in Basel. — Archivrat Dr. Jacobs in Wernigerode. — Prof. Dr. 
Jecht in Görlitz. — Geheimer Archivrat Archivdirektor Dr. Joachim in 
Königsberg. — Archivdirektor Prof. Dr. Jung in Frankfurt a. M. — Archiv- 
direktor Dr. Kaiser in Straßburg. — Baron von Kapherr-Lockwitz auf 
Lockwitz. — Wirklicher Hofrat Archivdirektor Dr. Kärolyi in Wien. — 
Städtischer Bibliothek- und Archivdirektor Dr. Kunz von Kauffungen 
in Metz. — Kammerherr Dr. jur. et phil. Kekule von Stradonitz in 
Berlin-Lichterfelde. — Dr. Anton Kern in Graz. — Direktor Prof. Dr. 
W. von Ketrzynski in Lemberg. — Bibliothekdirektor Prof. Dr. Keysser 
in Köln. — Prof. Dr. Khull-Kholwald in Graz. — Postsekretär Kieskalt 
in Nürnberg. — Geheimer Archivrat Archivdirektor Dr. Kiewning in Det- 
mold. — Major a. D. Kirchenpauer von Kirchdorff in Meißen. — 
K. K. Staatsarchivdirektor Dr. Klaar in Innsbruck. — J. G. Klamroth in 
Halberstadt. — Prof. Dr. Knauth in Freiberg i. S. — Museumsdirektor 
Dr. Koetschau in Berlin. — Dr. Kohfert an der Rostocker Universitäts- 
bibliothek. — Geheimer Archivrat Archivdirektor a. D. Dr. Könnecke in Mar- 
burg a. L. — Prof. Dr. Koppel in Dresden. — Staatsarchivar Dr. Kretzsch- 
mar in Lübeck. — Amtsgerichtsrat Krieg in Sangerhausen. — Oberbiblio- 
thekar Prof. Dr. Kroker in Leipzig. — Archivdirektor Dr. Kruse h in Osna- 
brück. — Archivdirektor Dr. Krzyganowski in Krakau. — Stadtarchivar 



XVII 

Prof. Dr. Kubo in Frankfurt a. O. — Stadtarchivar Prof. Dr. Langer in 
Zwickau. — Dr. Längin von der Großherzoglichen Hof- und Landesbibliothek 
in Karlsruhe. — Bibliothekar Dr. Sigrid Leijonlmfoul in Stockholm. — 
J. F. Lentz-Spitta in Iserlohn. — Stadtbibliothekar und Stadtarchivar Dr. 
A. Löckle in Ulm. — Prof. Dr. Loebe in Putbus. — Staatsarchivar Dr. Loewe 
in Breslau. — Bibliothekar Dr. Lüdtke an der Universitätsbibliothek in Kiel. 
— Hofrat Universitätsprofessor Dr. Luschin von Ebengreuth in Qraz. — 
Konsistorialsekretär Machholz in Magdeburg. — Stadtarchivar Dr. Mack 
in Braunschweig. — Staatsarchivdirektor Dr. Malagola f in Venedig. — 
Geheimer Archivrat Archivdirektor Dr. Meinardus in Breslau. — Geheimer 
Regierungsrat Prof. Dr. Menadier in Berlin. — Archivdirektor Dr. Mentz 
in Colmar. — Prof. Dr. Meyer von Knonau in Zürich. — Dr. Mönch in 
Basel. — Archivdirektor Dr. Muller in Utrecht. — Oberstaatsarchivar Dr. Nagy 
vonTasnädin Budapest. — Oberarchivar Nanav in Wien. — Bibliothekar und 
Archivar Dr. Neubauer in Magdeburg. — Geheimer Regierungsrat Nitzsche 
in Altenburg. — Das Nürnberger Nationalmuseum. — Studienrat Ob er mai er 
in Regensburg. — Major a. D. von Obernitz in Potsdam. — Kreisarchivar 
Dr. Oberseider in Speier. — Dr. Obner von der K. K. Studienbibliothek 
in Klagenfurt. — Geheimrat Archivdirektor Dr. Obs er in Karlsruhe. — 
Bibliothekdirektor Dr. Freiherr von Orgies-Rutenberg in Berlin. — 
Freiherr von Pack in Wesel. — Prof. Dr. Pfaff von der Universitäts- 
bibliothek zu Freiburg i. Br. — Geheimer Archivrat Archivdirektor Prof. Dr. 
Philippi in Münster. — Direktor des Münzkabinetts Universitätsprofessor 
Dr. Pick in Gotha. — Stadtarchivar Dr. Pick in Aachen. — Die Museums- 
verwaltung in Pilsen. — Geheimer Archivrat Archivdirektor Prof. Dr. 
Prümers in Posen. — Der Magistrat der Kreishauptstadt Regensburg. — 
Haalschreiber Reichert in Schwäbisch-Hall. — Staatsarchivar Dr. Richter 
in Koblenz. — Das K. K. Gymnasium in Ried. — Archivrat Staats- 
archivar Dr. Rieder in München. — Konservator Rooses am Museum 
Plantin-Moretus in Antwerpen. — Museums- und Archivdirektor van Rooyen 
in s' Gravenhage. — Archivdirektor Prof. Dr. Rubel in Dortmund. — 
Archivrat Dr. Rübsam in Regensburg. — Stadtarchivar und Biblio- 
thekar Dr. Schiess in St. Gallen. — Oberlandesgerichtsrat Schilling- 
Trygophorus in Darmstadt. — Dr. Schindler vom Zentralarchiv des 
deutschen Ritterordens in Wien. — Prof. Dr. Schlecht in Dillingen. — 
K. K. Bezirkshauptmann a. D. von Schlechter in Lomnitz (Popelka). — 
Prof. Dr. Schmertosch von Riesenthal in Leipzig. — Pastor em. 
Dr. Schmidt in Halle. — Pfarrer Schmidt in Kailehne (Altmark). — Archiv- 
direktor Archivrat Dr. Schmidt in Schleiz. — Archivdirektor Geheimrat 
Dr. Schneider in Stuttgart. — Vorsitzender des Vereins für Hamburger 
Geschichte Dr. Schrader in Hamburg. — Archivrat Dr. Schreiber in 
Amorbach. — Praktischer Arzt Dr. med. E. Schrempf in Gumbinnen. — 
Prof. Dr. von Schubert-Soldern in Dresden. — Dr. von der Schulen- 
burg in Hamburg. — Archivdirektor Schulz in Prag. — Direktor der 
Universitätsbibliothek Dr. Schulze in Königsberg i. Pr. — Archivdirektor 

Heydenreich, Handbuch der praktischen Genealogie I. jj 



XVIII 

Dr. Schuster in Charlottenburg. — Pastor Lic. theol. Seh wen in Freiberg i. Sa. 

— Kreisarchivar Dr. Sebert in Bamberg. — Prof. Dr. Seedorf von der 
Stadtbibliothek in Bremen. — Geheimer Archivrat Archivdirektor Dr. Sello 
in Oldenburg. — Vorsitzender des Mannheimer Altertumsvereins vonSeubert. 
_ Oberbibliothekar Prof. Dr. St ei ff in Stuttgart, — Rabbiner Dr. Stein 
in Dresden. — Georg Thi er er in Ulm. — Der Magistrat der Stadt Thor n, 

— Ernst Tode in München. — Staatsarchivar Prof. Dr. Tür ler in Bern, 
_ Stadtarchivar Prof. Dr. Uhle in Chemnitz. — Niederösterreichischer 
Landesarchivar Dr. Vancsa in Wien. — Dr. Adolf von den Velden in 
Weimar. — Kgl. Staatsarchivar Geheimer Archivrat Dr. Veltman in Wetzlar, 

— Das Staatsarchiv in Venedig. — Prof. Dr. Julius Vogel, Direktor des 
Museums der bildenden Künste in Leipzig. — Archivdirektor Dr. Wächter 
in Aurich. — Stadtarchivar Dr. Wagner in Göttingen. — Geheimer Archiv- 
rat Archivdirektor Dr. Wagner in Wiesbaden. — Archivar Dr. Hans Walter 
in Berlin. — Geheimer Archivrat Archivdirektor Prof. Dr. Wäschke in 
Zerbst. — K. Wilh. Weber in Hannover. — Archivar Dr. Wecken in 
Leipzig. — Stadtarchivar Prof. Dr. Weckerling in Worms. — Prof. Dr, 
Weerth in Detmold. — Rechtsanwalt Dr. Weiß in Baden-Baden. — Direktor 
des Stadtarchivs Prof. Dr. Wen dt in Breslau. — Prof. Dr. Weyhe in 
Dessau. — Der Stadtrat von Wiener-Neustadt. — Archivar Dr. Wiersum 
in Rotterdam. — Rabbiner Dr. Winter in Dresden. — Stadtarchivar Dr. 
Wintruff in Mühlhausen in Thüringen. — Geheimer Regierungsrat Direktor 
der Universitätsbibliothek Dr. Wolfram in Straßburg i. E. — Landesarchivar 
Dr. Zibermayr in Linz. 

Die Anregungen der Kritik wurden gewissenhaft verwertet. Bekannt 

geworden sind mir die Rezensionen von: Arndt in der Zeitschrift des 

Vereins für Kirchengeschichte in der Provinz Sachsen, Jahrgang 6, Heft 2 

und in der Halberstädter Zeitung, 95. Jahrgang, Nr. 141, 19. Juni 1909. — 

Prof. Dr. Bauer im Monatsblatt der K. K. Gesellschaft „Adler" in Wien 

1911 S. 39, 40. — G. von Below in der Zeitschrift für Sozialwissenschaft 

1909 S. 771. — Bemmann, Mühlhäuser Geschichtsblätter, Jahrgang 11, 

1910, S. 142. — Blanckmeister, Das Pfarrhaus 1910, Nr. 1, S. 12 und 

Sächsischer Gustav-Adolf-Bote, September 1909, S. 23; Devrient, Mit- 

teilungen der Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte, 

Heft 4, S. 98, 99; Leipziger Zeitung, Wissenschaftliche Beilage 1909, 

7. Juli und Zeitschrift für das Gymnasialwesen, Berlin 1909, S. 690 ff. — 

Ermisch im Neuen Archiv für Sächsische Geschichte 1911, S. 158ff. — 

Eschebach in den Altonaer Nachrichten vom 13. Nov. 1909. Fieker, 

Familiengeschichtliche Blätter 1909, 7 und Burschenschaftliche Blätter vom 
15. Okt. 1909. — Forst in den Mitteilungen des Instituts für österreichische 
Geschichtsf. 1910, S. 466 bis 469. — G., Deutsches Lehrer-Blatt, 3. Jahrgang, 
Nr. 287. — Gritzner, Historische Zeitschrift, herausg. v. Meinecke 1910, 
Heft 4, S. 181 ff. — Hashagen in der Westdeutschen Zeitschrift für Ge. 
schichte und Kunst XXVIII, 1909, S. 542ff. — Th. Hauch-Fausb ll, 
Genealogisk Tidsskrift 1911, S. 126. — H(elmol)t, Dresdner Anzeiger 



XIX 

179. Jahrg., Nr. 202, 23. Juli 1909, S. 12. — Heinemann im Korrespondenz- 
blatt des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine 
1910. — Heldmann, Thüringisch-Sächs. Zeitschr. f. Gesch. und Kunst, Bd. 1, 
Heft 2, S. 277 ff. — Alois John, Unser Egerland XIV, 1909. — B. K., 
Sauerländisches Familienarchiv, Paderborn 1909, Nr. 9. — F. K., Tagespost 
Graz 1909 vom 30. Nov. — Kunz von Kauffungen in der 1. Beilage zu 
Nr. 3 der neuen Preußischen (Kreuz-)Zeitung, Berlin, 4. Jan. 1910 und in 
den von Prof. Dr. Hirsch herausgegebenen Mitteilungen aus der historischen 
Literatur, 38. Jahrg. (1910), Nr. 184, S. 371 ff. — Kekule von Stradonitz 
im Deutschen Herold 1909 und im Berliner Lokal-Anzeiger vom 12. Dez. 

1909. — Khull-Kholwald, Grazer Tagespost vom 30. Nov. 1909. — 
Kiefer, Familiengeschichtl. Blätter, 7. Jahrg. 1909, Juli, S. 227. — Klaar 
im 3. Heft der Forschungen und Mitteilungen zur Geschichte Tirols und 
Vorarlbergs 1909, S. 146. — Klotz im Neuen Sächsischen Kirchen- und 
Schulblatt 1909, Nr. 50. — Laue, Jahresbericht der Geschichtswissenschaft, 
Jahrg. 33 1910. — Loewe, Forschungen zur brandenburgischen und preußi- 
schen Geschichte 1909. — Nentwig, Jahresbericht der Geschichtswissen- 
schaft, 32. Jahrg., 1909, II 416. — Obser, Zeitschrift für die Geschichte des 
Oberrheins 1909, S. 531. — Prümers, Historische Monatsblätter März/April 

1910. — (Baron) A. von R(ahden) im Jahrbuch für Genealogie, Heraldik 
und Sphragistik 1907/8, herausg. von der Genealogischen Gesellschaft der 
Ostseeprovinzen zu Mietau. — RenevanRhyn (Ph. Freiherr von Blittersdorf) 
in der Linzer Tagespost 1 909, 1 5. Aug., S. 1 9. — E. S., Jahrb. d. Gesch.-Ver. 
f. Göttingen 1910, S. 142, 143. — H. S. in der Neuen freien Presse, Wien 
25. Dezember 1910. — J. S., Hamburger Nachrichten vom 13. Febr. 1910. 

— Sommer, Deutsche Literaturzeitung, 18. Sept. 1909. — Tb., Deutsches 
Adelsblatt, 27. Jahrg., 1909, 15. August, Nr. 33. — Th. in Reclams 
Universum, 25. Jhrg. 1909, 29. Juli, Heft 44. — Tille in den Leipziger 
Neuesten Nachrichten 1909 und in seinen Deutschen Geschichtsblättern, 
Bd. 10, Heft 2, S. 53 ff. — Uhl, Daheim, 46. Jahrg., Nr. 6, 6. Nov. 1909. 

— C. von Zepelin, Militär-Literatur-Zeitung 1910, Nr. 1, S. 30. Dazu un- 
genannte Referenten im Jahrbuch der Zeit- und Kulturgeschichte, Freiburg 
1909. — Quellen und Forschungen zur deutschen Geschichte V 2. — Bullet, 
histor. archeol. et herald. Paris 1911, 3. 4. — Rivista Araldica, Juni 1909. 

— Arkiv for genealogi og Heraldik, Aarhus 1909, S. 122, 123. — Heraldisch- 
genealogische Blätter 1909, Juni. — Volckmars Weihnachtskatalog 1909. — 
Chemnitzer Allgemeine Zeitung 16. Sept. 1909. — Hamburger Fremdenblatt 
1909, Nr. 167. — Literarischer Ratgeber f. d. kathol. Deutschi. 1909. — 
Deutsches Armeeblatt V 1909, Nr. 26. 

Für alle Mitteilungen und Anregungen sagt der Unterzeichnete hierdurch 
den besten Dank. 

Eine Druckkorrektur beider Bände las Herr Archivrat Staatsarchivar Dr. 
Heinemann in Magdeburg, eine Korrektur einzelner Abschnitte aber die 
Herren Archivrat Prof. Dr. Albert in Freiburg i. Br., Archivar Dr. Devrient 
in Leipzig, Prof. Dr. Freiherr von Dungern in Czernowitz, Bruno Emmert 

b' 



XX 

in Arco, Direktor van Epen in s'Gravenhage, Otto Forst-Battaglia in 
Wien, Regierungsrat Dr. Gritzner in Dresden, Direktor Hauch-Fausbell 
In Kopenhagen, Staatsarchivar Dr. Hegi in Zürich, Archivrat Dr. Karge in 
Königsberg, Sekretär Kiesskalt in Nürnberg, Geheimer Hofrat Prof. Dr. phil. 
et L. L. D. Lamprecht in Leipzig, Konrektor Prof. Dr. Mucke in Freiberg i. S., 
Pastor Lic. theol. Seh wen in Freiberg i. S., Geh. Medizinalrat Prof. Dr. 
Sommer in Gießen, Landtagsbibliothekar Dr. Tille in Dresden. Allen diesen 
Herrn sage ich für ihre liebenswürdige Unterstützung den besten Dank. 

Möge von dieser zweiten Auflage in erhöhtem Maße gelten, was Dr. 
Helmolt von der ersten sagt, sie sei „eine wahre Fundgrube für die über- 
aus zahlreichen, geschulten wie dilettantenhaften Freunde familiengeschicht- 
licher Forschungen, eine rasche Bereitschaft für die mit der Methode Ver- 
trauten, ein kräftiger Stecken und Stab für die auf diesem manchmal recht 
schlüpfrigen Feld noch strauchelnden ,Liebhaber', eine nur selten versagende 
Rüstkammer für alle Genealogen vom Fach, jedenfalls die erste wirklich 
familiengeschichtliche Quellenkunde schlechthin und überhaupt". Durch die neu 
hinzugekommenen Abschnitte, insbesonders das Archivlexikon mit einer Fülle 
bisher ungedruckten Stoffes wird diese zweite Auflage auch dem Historiker 
vom Fach mehr bieten als die erste, von welcher Erich Gritzner in der 
Historischen Zeitschrift, herausg. von Fr. Meinecke, 1910, Heft 4, S. 182 
rühmt, sie enthalte „viel Neues oder doch bisher nur durch umständliches 
Nachfragen Erreichbares" und welche von Nentwig im Jahresbericht der 
Geschichtswissenschaft, 32. Jahrgang, 1909, II 416 „eine ausgezeichnete Ein- 
führung in familiengeschichtliche Studien, ein sicherer Wegweiser und eine 
gute Quellenkunde" genannt wird. 

Leipzig, Sommer 1913. 

Eduard Heydenreich. 



Inhaltsverzeichnis. 

Band I. 



Seite 

Die bibliothekarischen Hilfsmittel des Familienforschers . . 1 

Allgemeines: Die für den Familienforscher wichtigsten Bibliotheken und die Lite- 
ratur über dieselben. Historische Bibliotheken: Deutschland 1 

Historische Bibliotheken: Österreich-Ungarn 3 

Bibliotheken über polnische Familien 5 

Enzyklopädien und Bücherlexika 5 

Allgemeine Quellenwerke zur deutschen Geschichte 7 

Bibliographien über einzelne deutsche Länder 8 

Bibliographien über nichtdeutsche Staaten 8 

Allgemeine familiengeschichtliche Nachschlagewerke 8 

Geschichts- und Altertumsvereine 9 

Praktische Winke zur Arbeit in Bibliotheken 10 

Fälschungen von Büchertiteln. Erfindungen von Genealogien 11 

Die ältere familiengeschichtliche Literatur bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts. 

Das „alte Buch" 12 

Turnierbücher 13 

16. Jahrhundert 15 

17. „ 17 

18. „ 18 

Österreich • 23 

Neuere Arbeiten über deutsche Herrscherhäuser 24 

Haus Habsburg 34 

Genealogien außerdeutscher Herrscherhäuser 35 

Zusammenfassende, gedruckte Arbeiten über die Familien einzelner Städte ... 36 

Genealogische Tafeln. Von Otto Forst 42 

Die beiden Grundtypen genealogischen Denkens 42 

Die Deszendenztafel 43 

Die Stammtafel 43 

Regententafel 44 

Ahnentafel 44 

Der Deszent 45 

Deszentorium 45 

Ahnenbezifferung 45 

Implex (Ahnenverlust) 46 

Konsanguinitätstafel 48 

Sippschaftstafel 49 

Konsanguinitätstafelauszüge 51 



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XXII 

Seite 

Beispiele genealogischer Tafeln 52 

Tafel I: Deszendenztafel des Kaisers Wilhelm I., in Textform. 
II: Ahnentafel des deutschen Kronprinzen, in Textform. 
III: Deszendenztafel des Kaisers Wilhelm I., in tabellarischer Form. 
IV: Ahnentafel des deutschen Kronprinzen, in tabellarischer Form 
von links nach rechts. 
„ V: Ahnentafel des Kronprinzen von Spanien (von Kammerherrn 
Dr. Kekule von Stradonitz), halb in tabellarischer Form von 
unten nach oben, halb in Textform. 
„ VI a, b, c : Deszendenztafeln der Urgroßeltern des deutschen Kronprinzen, 
im Verein mit Tafel I und Tafel II eine Konsanguinitätstafel bildend. 
„ VII: Ahnentafel der Kaiserin Maria Theresia. 

„ VIII : Sippschaftstafeln nach Dr. Crzellitzer: Schematische Sippschafts- 
tafel. Sippschaftstafel mit Sippschaftsbezifferung. Sippschafts- 
tafel des Kaisers Wilhelm II. Sippschaftstafel, auf musikalische 
Veranlagung verarbeitet. 
„ IX: Deszent des Erzherzogs Franz Ferdinand von Österreich. 
„ X: Konsanguinitätstafelauszug für Kaiser Franz Joseph I. und Kaiser 

Wilhelm II. 
„ XI: Stammtafel der Hohenstaufen. 

Leichenpredigten 53 

Trauergedichte 57 

Ordnungen bei Trauungen, Einholungen, Begräbnissen und anderen Feierlichkeiten 58 

Hochzeitseinladungen 59 

Urkundenbücher und Regestensammlungen 59 

Stammbäume • 61 

Kalender und Almanache 63 

Kaiendarien der Domstifter 64 

Berufskalender 65 

Münchener Kalender 65 

Hof- und Staatskalender 66 

Adreßbücher 66 

Adreßkalender 67 

Periodische Behördenverzeichnisse 67 

Staatshandbücher ... 67 

Schlesische Instanzien-Notizen 69 

Staatskalender 71 

Jubiläumsschriften 72 

Verzeichnisse der Berufsangehörigen 72 

Konzilien- und Synodalbücher 75 

Arbeiten über Visitationen 76 

Schüler- und Lehrerverzeichnisse 77 

Universitätsmatrikeln 84 

Korpstafeln gg 

Burschenschaftslisten jqI 

Landtagsmatrikeln ' jq2 

Bürger- und Ratslisten 1 03 

Bürgerbücher '..'..'. 104 

Steuerlisten , Q e 

Innungsverzeichnisse *q* 

Ranglisten 107 

Regimentsgeschichten '..'.■', .... 

Offizierstammlisten 108 

Literatur über Orden und Stifter ' 10g 



XXIII 

Seite 

Exulantenliteratur 113 

Auswanderungen nach fremden Erdteilen 117 

Biographische Literatur 118 

Memoiren und Selbstbiographien . 129 

Deduktionsschriften 131 

Gelegenheitsgedichte 133 

Schmähgedichte und Pasquille 134 

Theaterzettel 135 

Zeitungen 136 

Familiengeschichtliche Materialien in Bibliotheken 136 

Aarau 136. — Bamberg 136. — Berlin 136. — Bologna 137. — Braun- 
schweig 137. — Bremen 137. — Breslau 138. — Dresden 138. — Frank« 
fürt 139. — Freiburg 139. — Genf 139. — Gießen 139. — Görlitz 139. — 
Göttingen 140. — Groningen 140. — Halle 140. — Hamburg 140. — Hannover 
141. — Jena 142. — Karlsruhe 142. — Kassel 142. — Kiel 142. — Klagenfurt 
143. — Köln 143. — Königsberg 143. — Leipzig 144. — Linköping 144. — 
Lübeck 144. — Mainz 145. — Metz 145. — München 145. — Paris 146. — 
Prag 147. — Regensburg 147. — Reims 147. — Rom 147. — - Rostock 147.— 
Salzburg 148. — Sankt Gallen 148. — Stralsund 148. — Straßburg 148. — 
Stuttgart 148. — Turin 149. — Ulm 149. — Weimar 149. — Wien 149. — 
Wolfenbüttel 150. — Würzburg 150. — Zürich 150. 

Anhang 150 

1. Literatur über Siegelkunde 150 

2. Siebmachers Wappenbuch 157 

3. Die genealogischen Taschenbücher 161 

4. Familiengeschichtliche Zeitschriften 162 

5. Genealogische Antiquarrate 164 

Die monumentalen Quellen der Familiengeschichte 165 

Burgen und Schlösser 165 

Allgemeines 165 

Burgen als Ort für Geschlechtstage 166 

Wappen an Burgen 166 

Literatur über Burgen und Schlösser 166 

Kirchen und Klöster 174 

Häuser 175 

Häusernamen . . . 176 

Hausinschriften 176 

Haus und Volksstamm 178 

Steinmetz- und Künstlerzeichen 179 

Glasmalerei 179 

Hausgerät 181 

Grabdenkmäler 182 

Das Grabdenkmal bei Griechen und Römern 182 

Das christliche Grabdenkmal 183 

Inschriften auf Grabdenkmälern 185 

Fälschungen von Grabinschriften 186 

Wappen auf Grabdenkmälern 187 

Ahnenproben auf Grabdenkmälern 188 

Literatur über Grabdenkmäler 189 

Ahnenproben auf Werken der bildenden Kunst 198 

Kirchenglocken 200 



XXIV 

Seite 

Familiengeschichte und Heraldik 201 

Quellen der Heraldik 201 

Nationale Kennzeichen *[JJ 

Kennzeichen des Standes jjj* 

Das Lehenverhältnis und die Wappengruppen ^U» 

Wappengleichheit und Genealogie 210 

Heraldische Andeutungen unehelicher Geburt 216 

Wappen und Besitzverhältnisse 218 

Symbolik der Wappenfiguren 220 

Namenwappen 222 

Hausmarken 223 

Wappen-Comptoirs 224 

Verzeichnis von Wappenmalern und Graveuren 227 

Familiengeschichte und Numismatik 228 

Familienmünzen 229 

Selbstporträts auf Münzen der Römer und Griechen 229 

Münzfälschungen 229 

Numismatische Sammelwerke 230 

Legende 234 

Porträt 236 

Wappen 239 

Die Museen als familiengeschichtliche Hilfsmittel 242 

öffentliche Museen 242 

Familienmuseen 243 

Vereinsmuseen . . . • 245 

Das Germanische Museum in Nürnberg 246 

Das Hohenzollern-Museum in Berlin 246 

Das Bayerische Nationalmuseum in München 247 

Das Grüne Gewölbe in Dresden 248 

Familiengeschichtliche Materialien in Museen 248 

Antwerpen 249. — Bautzen 249. — Berlin 249. — Breslau 249. — Budapest 
249. — Celle 250. — Detmold 250. — Dresden 250. — Frankfurt 251. — 
s'Gravenhage 251. — Halberstadt 251. — Hermannstadt 251. — Kloster- 
neuburg 252. — Köln 252. — Leipzig 252. — Lemberg 252. — London 

253. — Lüneburg 254. — München 254. — Münster 254. — Nordhausen 

254. — Nürnberg 254. — Prag 256. — Stockholm 256. — Stuttgart 256. — 
Wien 257. — Wiener Neustadt 257. — Worms 257. — Zürich 258. 

Das Porträt 258 

Wichtigkeit des Porträts für Staat und Familie 258 

Anfänge bildnisartiger Schöpfungen in der deutschen Malerei 259 

Plastische Menschenbildungen 260 

Totenmasken 262 

Streben nach Wirklichkeit 262 

Stifterfiguren 263 

Rosenkranzbilder 263 

Schutzmantelbilder 263 

Franzosen 264 

Holländer 264 

Anton Graff 264 

Miniaturen 265 

Silhouetten 265 

Engländer 266 

Reaktion gegen die englische Malerei in Deutschland ] 267 

Das Porträt und die Vererbungslehre ,.,,'.'. 268 



XXV 

Seite 

Der habsburgische Familientypus 268 

Porträtausstellungen 274 

Porträtsammlungen 275 

Porträtliteratur 280 

Physiognomische Deutung des Porträts 281 

Die mündliche Tradition 282 

Die Personennamen und der Gebrauch des Wortes „von". 

Mit einer Übersicht über die Dialektwörterbücher .... 285 

Alter und Geschichte der Namen 285 

Das Wort „genannt" bei Familienbezeichnungen 288 

Beinamen 288 

Doppelte Vornamen 289 

Berufsbezeichnungen und Personennamen 290 

Hausnamen und Familiennamen 290 

Hofnamen und Familiennamen 291 

Alte Verwandtschaftsbezeichnungen 292 

Personenbenennung in Skandinavien 293 

Mittelnamen 293 

Rückbildung von Familiennamen zu Vornamen 294 

Das Wort „von" 295 

Familiennamen des Briefadels 297 

Die Adelsmatrikel im südlichen Europa 297 

Literatur über deutsche Namenkunde 298 

Sprachliche Schwierigkeiten 300 

Dialektwörterbücher 304 

I. Deutschland 304 

Hochdeutsches Gebiet 304 

Niederdeutsches Gebiet 308 

II. Außerdeutsche Länder 311 

A. Deutsches Sprachgebiet 311 

Dänemark 311 

Schweden 311 

Finnland 312 

Norwegen 312 

England 312 

B. Romanisches Gebiet 312 

Frankreich 312 

Italien 313 

Die Schweiz 313 

C. Slawische Wörterbücher, Glossare, Genealogien von Konrektor Prof. Dr. 

Mucke in Freiberg i. Sa 313 

1. Altslawisch, bezw. allgemeinslawisch 313 

2. Westslawische Sprachen 314 

a. Sorbenwendisch (oberwendisch — niederwendisch) 314 

b. Polabisch — pomeranisch — kaschubisch 314 

c. Polnisch 314 

d. Tschechisch 315 

e. Slowakisch 316 

3. Ost- und südslawische Sprachen 317 

a. Russisch 317 

b. Slowenisch 317 

c. Serbisch-kroatisch 318 

d. Bulgarisch 318 



* xvl 

Familiengeschichte und Topographie 318 

318 

Ortsnamen als Familiennamen . • • • • 

In einer bestimmten Gegend besonders beliebte Familiennamen 320 

Historisch-geographische Wörterbücher *" 

Nach Wüstungen genannte Familien f» 

Flurnamen und Familiennamen £** 

Familiennamen und Kirchenbücher . • • • • • ■•••■■ ' " 

Wahrscheinlichkeitsschlüsse über die Herkunft einer Familie aus der Art der Formen- 

bildung des Familiennamens 326 

Kartographische Illustrierung von Familiengeschichten J3U 

Identitätsnachweise bei Auswanderungen 332 

Genealogie und Rechtswissenschaft. 

Von Otto Freiherrn Dr. von Dungern, Professor an der Universität Czernowitz 335 

Einleitung • • ^ 

Die Genealogie im germanischen Recht 33 ° 

Genealogie und deutsche Rechtsgeschichte 3 42 

1. Die karolingische Periode 3 42 

2. Die Aristokratie der Kaiserzeit bis zur staufischen Periode 344 

3. Die Genealogie in der staufischen Periode 3 49 

4. Die Genealogie und das Ständerecht des späteren Mittelalters 354 

5. Die adelsrechtliche Entwicklung seit Ausgang des Mittelalters 358 

Die rechtliche Lage des heutigen hohen Adels 3 61 

Die rechtlichen Verhältnisse des heutigen deutschen niederen Adels 364 

Adelsmatrikeln — Adelsämter 3 & 5 

Adelsrechte 366 

Der Adelsbeweis 3 &8 

Schlußbetrachtung 370 

Genealogie und Sozialwissenschaft. Von Landtagsbibliothekar Dr. Armin 

Tille in Dresden 371 

Sozialwissenschaften und Soziologie 371 

Genealogie und Soziologie 3 73 

Stände und Klassen unter genealogischen Gesichtspunkten 378 

Das Bürgertum 3 82 

Die Mittelschichten 383 

Die Handarbeiterschaft i 384 

Sozialwissenschaftliche Aufgaben der Genealogie 386 

Familiengeschichtliche Quellenkunde im Gebiete der Psychiatrie und 
Anthropologie. Von Geheimen Medizinalrat Dr. med. et phil. K. Robert 

Sommer, Professor der Psychiatrie an der Universität Gießen . . . 388 

Bedeutung derfamiliengeschichtlichen Quellenkunde für Psychiatrie und Anthropologie 388 

Persönliche Vorgeschichte von Krankheitserscheinungen 389 

Familiäre Vorgeschichte von Krankheitserscheinungen 389 

Psychologische Kritik von Krankheitsberichten 390 

Biologisch-familiengeschichtliche Betrachtungsweise 391 

Psychiatrische Familienforschung 393 

Vorschlag einer psychiatrischen Abteilung des Reichsgesundheitsamtes 394 

Anthropologische Auffassung der menschlichen Gesellschaft 396 

Anthropologisches und sozialpsychisches Familienstudium 397 

Biogenetisches Grundgesetz 397 



Inhaltsverzeichnis. 

Band IL 



Seite 

Die archivalischen Quellen des Familienforschers .... 1 

Archive und familiengeschichtliche Forschungen 1 

Archivbenutzungsordnungen . . . . • 6 

Preußen 6. — Bayern 7. — Königreich Sachsen 7. — Württemberg 7. — 
Baden 8. — Hessen 8. — Mecklenburg 8. — Sachsen-Weimar 8. — Olden- 
burg 9. — Herzogtümer und Fürstentümer 9. — Hansestädte 9. — Elsaß- 
Lothringen 9. — Städtische Archive 9. — Adelsarchive 9. — Wien 9. — 
Schweiz 9. — Luxemburg 9. — Rußland 10. — Dänemark 10. — Schweden 
10. — England 10. — Niederlande 10. — Ungarn 10. — Frankreich 10. — 
Italien 11. — Vatikanisches Archiv 12. 

Archivalische Inventarisationsarbeiten 13 

Preußen 13. — Bayern 15. — Württemberg 15. — Baden 16. — Anhalt 16. — 
Elsaß-Lothringen 16. — Nichtstaatliche Archive 16. — Schweiz 18. — Öster- 
reich 18. — Dänemark 20. — Die Niederlande 20. — Belgien 20. 

Praktische Winke für Forschungsarbeiten in Archiven. Provenienzprinzip .... 21 

Deponierung von Familiennachrichten in Staatsarchiven 23 

Die wichtigsten Handbücher der historischen Hilfswissenschaften 24 

Paläographie 24 

Chronologie 24 

Historische Geographie 27 

Urkundenlehre 27 

Geschichte der Kirchenbücher 28 

Duplikate der Kirchenbücher 35 

Kirchenbuchnotizen auf Zetteln und in Handbüchern 35 

Praktische Ratschläge für Forschungen in Kirchenbüchern 36 

Genealogische Abkürzungen und Zeichen insbesondere zur Verwendung bei 

Kirchenbuchauszügen 37 

Literatur über Kirchenbücher 37 

Kirchenlagerbücher 46 

Verkündbücher 46 

Totengeläutbücher 46 

Königs- und Echte-Briefe 48 

Geburts- oder Herkunftszeugnisse 49 

Partezettel (Partes) ... 50 

Patenzettel 50 

Hochzeitseinladungen 50 

Totenzettel 51 

Kirchenzettelsammlung in Leiden 51 

Kirchliche Buchungen über uneheliche Kinder 52 

Zentralisation der Kirchenbücher 55 

Registrierung der Kirchenbücher 59 

Familienbücher 60 



)1 



» 



XXVIII 

Seite 

Familienregister in Württemberg 60 

Die Ministerialbücher in Schweden 62 

Die Personalbuchungen in der russisch-orthodoxen Kirche, in Armenien, in den 

Ländern des Islam und des Buddhismus 63 

Die jüdischen Personalbuchungen 64 

Die jüdischen Memorbücher 65 

Staatliche Buchungen über die Personenstandsverhältnisse 67 

in Frankreich 68 

„ Belgien 69 

den Niederlanden 69 

der Schweiz 69 

Italien 70 

„ Spanien 71 

„ England 71 

„ Österreich • • 73 

„ Deutschland 76 

Standesbücher der deutschen Fürstenhöfe 80 

Falsche Angaben in Standesregistern 80 

Familienstammbücher 81 

Gebetsverbrüderungen, Nekrologien und verwandte Quellen des Mittelalters . . 83 

Mittelalterliche Totenbücher 83 

Seelbücher 85 

Gebetsverbrüderungen 85 

Bruderschaften 87 

Breve 88 

Rotuli 88 

Nekrologien 89 

Anniversarien 90 

Toten-Annalen 90 

Schlußbetrachtung 92 

Register 95 

Lehnbücher 96 

Lehn- oder Mutscheine, Lehn- oder Mutzettel, Vigilanzscheine 98 

Lehnbriefe 99 

Lehnkopiale 100 

Lehnsakten 101 

Gerichtsakten 103 

Testamente 104 

Ehestiftungen 106 

Grundakten 106 

Schöffenbücher 108 

Grodbücher 109 

Kölner Schreinsakten HO 

Metzer Bannrollen , H3 

Stadtbücher H5 

Grundbücher jjg 

Landtafeln 123 

Achtbücher 125 

öffentliche Protokolle t 127 

Ordinationsprotokolle , 128 

Eigentumsübertragungen auf dem Lande .............[., 129 

Steuerübersichten 129 

Rechnungen ,qq 

Bewerbungsschreiben 131 

Stipendienakten 131 



XXIX 

Seite 

Schuldbücher der Landschaft 133 

Schuldbücher der Städte 133 

Listen 135 

Subskribentenverzeichnisse 147 

Volkszählungszettel 147 

Melderegister 149 

Schiffahrtsregister 149 

Eidbücher 149 

Huldigungs- und Vasallentabellen 150 

Wappen-, Adels-, Freiherrn- und Grafen-Diplome 152 

Adel ohne und mit Adelsdiplom 152 

Wappenfähigkeit 153 

Wappenverleihungen 154 

Vikariats- und Palatinatsdiplome 155 

Große und kleine Komitive 156 

Universitäten 157 

Übertragenes Nobilitationsrecht 157 

Freiherrn- und Grafendiplome 158 

Reichstaxamts-Rechnungen und -Vermerke 158 

Familiengeschichtliche Angaben in Diplomen 158 

Beurkundung von etwas Falschem 160 

Unrichtige Wappenmalereien in Diplomen 161 

Wiedereinführung von Wappenbriefen im Königreich Sachsen 163 

Ahnentafeln und Stammtafeln 163 

Ahnenproben 167 

Aufschwörbücher 168 

Protokolle von Ritterbänken 169 

Adelsmatrikeln 169 

Stadtchroniken 170 

Klosterchroniken 174 

Familien- und Hauschroniken 175 

Memoiren und Tagebücher 178 

Reisebeschreibungen 178 

Kürzere genealogische Zusammenstellungen 178 

Fälschungen von Chroniken 179 

Familienfideikommißakten 182 

Literatur über Fideikommisse 182 

Briefe. Briefbücher 184 

Formularbücher 186 

Titularbücher 187 

Furierzettel 187 

Reisepässe 187 

Stammbuchblätter und Stammbücher 188 

Willkommen- und Gästebücher 193 

Siedensbücher 193 

Gefängnisjournale 194 

Autogramme. „Handschriftendeutungskunde" (Graphologie) 194 

Traditionsbücher 196 

Urbarien und urbariale Aufzeichnungen 201 

Fürbitten in mittelalterlichen Urkunden 205 

Fälschung von Urkunden 209 

Familiengeschichtliche Materialien in Archiven 212 

Aachen 212. — Aarau 213. — Adelsheim 213. — Ahaus 213. — Alfeld 213. — 
Allenstein 214. — Altenburg 214. - Altlublau 214. — Altstätten 214. — Am- 



XXX 



Seite 

berg 214. - Amorbach 215. - Andernach 215. - Anklam 215. - Augsburg 214 
216. — Aurich 216. — Bacharach 216. — Baden (im Großh. Baden) 216. — 
Baden (bei Wien) 216. — Bamberg 217. — Bartfeld 217. — Barth 217. — 
Basel 217. - Bautzen 218. — Bela 219. — Berlin 219. — Bern 221. — 
Biel 222. — Billerbeck 222. — Bingen 222. — Birnbaum 222. — Bludenz 
222. — Bnin 222. — Bocholt 222. — Bonn 222. — Borek 223. — Borna 
223 — Bräunungen 223. — Braunsberg 223. — Braunschweig 223. — 
Bregenz 223. — Bremen 224. — Breslau 224. — Bretten 225. — Brixen 
225. — Bromberg 225. — Brügge 225. — Bruneck 225. — Brunn 225. — 
Brüssel 226. — Bückeburg 227. — Budapest 227. — Buk 232. — Burgstein- 
furt 233. — Charlottenburg 233. — Chemnitz 233. — Coblenz 233. — Coes- 
feld 233. — Colmar 234. — Cottbus 234. — Crempe 235. — Danzig 235. — 
Darmstadt 235. — Detmold 235. — Donaueschingen 236. — Dortmund 236. 

— Dresden 236. — Duisburg 237. — Dülmen 237. — Düren 237. — Durlach 
237. — Düsseldorf 237. — Eberbach 239. — Eger 240. — Eggenburg 240. — 
Elberfeld 240. — Elbing 241. — Endingen 241. — Eperies 241. — Erfurt 
241.— Falkenau 242.— Felka 242. — Felsö-Szud 242. — Flensburg 242. — 
Florenz 242. — Fogaras 242. — Fordon 242. — Frankenthal 242. — Frank- 
furt a. M. 243. — Frankfurt a. O. 244. — Frauenburg 244. — Fraustadt 244. 

— Freckenhorst 245. — Freiberg i. S. 245. — Freiburg i. Br. 245. — Frei- 
burg i. Schw. 245. — Freistadt 246. — Friedberg 246. — Fritzlar 247. — 
Fulnek 247. — Gelnhausen 247. — Genf 247. — Gent 247. — Georgen- 
berg 247. — Gladbach 248. — Gnesen 248. — Goch 248. — Görlitz 
248. — Goslar 248. — Gotha 249. — Göttingen 249. — Graz 250. — 
Greifswald 250. — Greiz 252. — Grimmen 252. — Gronau 252. — Gro- 
ningen 252. — Gutzkow 252. — Haag 253. — Hagenau 253. — Halber- 
stadt 253. — Hall 253. — Halle 253. — Haltern 253. — Hamburg 254. — 
Hannover 254. — Heidelberg 256. — Heilbronn 256. — Hermannstadt 

256. — Herrnhut 256. — Hildesheim 256. — Hoetmar 257. — Hofgeismar 

257. — Hohenmauth 257. — Homburg 257. — Innsbruck 257. — Jarostaw 

259. — Jena 259. — Jülich 260. — Kaikar 260. — Karlsruhe 260. — Kesmärk 

260. — Kassel 260. — Kempen (Posen) 261. — Kempen (Rhein) 261. — 
Kiel 261. — Kitzbühel 261.— Kitzingen 261. — Klagenfurt 262. — Klausen 

262. — Klausenburg 262. — Köln 262. — Königsberg 262. — Konstanz 

263. — Kopenhagen 263. — Krakau 263. — Kremnitz 263. — Krems 264. — 
Kreuznach 264. — Kriewen 264. — Kristiania 264. — Kronstadt 264. — 
Krummau 264. — Kufstein 264. — Kunewald 265. — Lahr 265. — 
Laibach 265. — Langensalza 265. — La-Valetta 265. — Leipzig 265. — 
Leeuwarden 266. — Leitomischl 266 — Lemberg 266. — Leoben 267. — 
Leutschau 267. — Lienz 267. — Limburg 267. — Linz a. D. 267. — 
Linz a. R. 270. — Lissa 270. — Lobsens 270. — London 271. — Lübben 271. 
— Lübeck 271. — Lucca 272. — Ludwigsburg 272. — Lüneburg 272. — 
Luxemburg 272. — Luzern 272. — Madrid 272. — Magdeburg 272. — Mai- 
land 274. — Mainz 274. — Malchin 274. — Mantua 274. — Marburg a. L. 

274. — Marosväsächely 275. — Marseille 275. — Mautern 275. — Mecheln 

275. — Meersburg 275. — Meiningen 275. — Memmingen 276. — Meseritz 

276. — Meßkirch 276. — Metz 276. — Middelburg 277. — Mitau 278. — 
Modena 278. — Montjoie 278. — Moskau 278. — Mühlhausen i. Thür. 279. — 
Mülhausen i. E. 280.— München 280. — Münster 281. — Münstereifel 281. - 
Murau 281. — Namur 282. — Nancy 282. - Nantes 282. — Naumburg 

282. — Neapel 282. — Neuburg 283. — Neuchätel 283. — Neusohl 283. — 
Neuß 283. — Neustrelitz 283. — Nimes 283. — Nizza 283. — Nordhausen 

283. — Nürnberg 283. — Nymegen 284. — Oberwesel 284. — Ochsen- 
furth 284. — Oedenburg 284. — Oldenburg 284. — Olmütz 285. — 
Osnabrück 285. — Palermo 286. — Pardubitz 286. — Paris 287. — 287 



XXXI 

Seite 

Parma 287. — Pau 287. — Pavia 288. — Petersburg 288. — Pforzheim 287 
288. — Philippsburg 288. — Pilsen 288. — Pisa 289. — Pleschen 289. — 
Polieka 289. — Posen 289. — Prag 292. — Preßburg 293. — Przemyiä 
293. — Pudlein 294. — Punitz 294. — Rapperswil 294. — Rastatt 294. — 
Rattenberg 294. — Ravensburg 295. — Rawitsch 295. — Rees 295. — 
Regensburg 295. — Reims 296. — Reisen 296. — Rennes 296. — Reval 
296. — Rheinberg 297. — Rheinegg 297. — Ried 297. — Riga 297. — 
Roermond 299. — Rom 299. — Rosenau 299. — Rostock 299. — 
Rothenburg 300. — Rotterdam 300. — Rudolstadt 300. — Saalfeld 301. 
Salzburg 301. — Sankt Gallen 301. — Sankt Paul 303. — Scharf enort 
303. — Schäßburg 303. — Schemnitz 303. — Schleiz 303. — Schleswig 303. — 
Schroda 304. — Schweidnitz 304. — Schwerin i. M. 304. — Schwerin a. W. 
305. — Senftenberg 305. — Siegburg 305. — Sigmaringen 305. — Sobern- 
heim 305. — Sondershausen 305. — Speyer 305. — Stadthagen 306. — 
Stadtlohn 306. — Stans 306. — Staufen 306. — Sterzing 307. — Stettin 

307. — Steyr 307. — Stockholm 307. — Stralsund 308. — Straßburg 

308. — Stuttgart 309. — Sulmierzyce 309. — Tarnöw 310. — Thorn 310. — 
Tirnau 310. — Tournai 310. — Trier 310. — Triest 310. — Troppau 
310. — Turin 311. — Überlingen 311. — Ulm 312. — Utrecht 312. — 
Venedig 312. — Viersen 313. — Villingen 313. — Waibstadt 313. — 
Warendorf 314. — Warschau 314. — Weimar 314. — Weinheim 316. — 
Wemding 317. - Wernigerode 317. — Wertheim 317. — Wesel 317. — 
Wesen 317. — Wetter 317. — Wetzlar 317. — Wien 319. — Wiener-Neu- 
stadt 325. — Wiesbaden 326. — Wildungen 326. — Will 326. — Windsheim 

326. — Wolfenbüttel 327. — Wolgast 327. — Worms 327. - Würzburg 

327. — Zabern 329. — Zerbst 329. — Zistersdorf 330. — Zürich 330. — 
Zwickau 332. 

Heroldsämter und verwandte Behörden nebst Nachweisen 

adelsgeschichtlicher Literatur 332 

Allgemeines nebst Literatur über die Ebenbürtigkeit 332 

A. Deutschland. Allgemeine adelsgeschichtliche Literatur 334 

Das Königreich Preußen 336 

Das Kgl. Preußische Heroldsamt 336 

Gedruckte Literatur über den Adel des Kgr. Preußen 340 

Das Königreich Bayern 342 

Das Kgl. Bayrische Reichsheroldsamt 342 

Gedruckte Literatur über den Adel des Kgr. Bayern 343 

Das Königreich Sachsen 344 

Das Adelsgesetz vom 19. September 1902 344 

Gedruckte Literatur über den Adel des Kgr. Sachsen . 346 

Das Königreich Württemberg 348 

Die Adelsmatrikulierung 348 

Gedruckte Literatur über den Adel des Kgr. Württemberg 351 

Adelsgeschichtliche Literatur der übrigen deutschen Länder: 351 

Baden 351 

Mecklenburg 352 

Hessen 352 

Thüringen 352 

Braunschweig-Lüneburg 353 

Lippe 354 

Elsaß 354 

Lothringen 354 



XXXII Seite 

355 

B. Die außerdeutschen Staaten 355 

Die Schweiz 358 

England ] ! ! 363 

Frankreich ^ 

Italien yjo 

Spanien und Portugal 371 

Niederlande ' ' ' 373 

Belgien o 7 t 

Dänemark, Schweden und Norwegen . . . . . . • • • • ■ • • •. • J ' 3 

Rußland und Polen (zum Teil von Herrn Archivrat Dr. Karge m 

Königsberg bearbeitet) *'' 

Österreich-Ungarn 

Anhang. 

Sammlung familiengeschichtlichen Materials, angedeutet durch ein Beispiel: Familien 

Heydenreich, von Heydenreich '" ' " 22 

Personen-, Orts- und Sachregister zu beiden Banden *" 



Abkürzungen.*) 

I. Allgemeine Abkürzungen. 



a. a. O. 


= am angeführten Orte. 


Beil. 


= Beilage. 


Abb. 


= Abbildung. 


Beitr. 


= Beitrag. 


Abdr. 


== Abdruck. 


Bern. 


= Bemerkung. 


Abg. 


= Abguß. 


Ber. 


= Bericht. 


abgedr. 


== abgedruckt. 


Beschr. 


= Beschreibung. 


Abh. 


= Abhandlung. 


betr. 


= betreffend, betreffs. 


Abt. 


= Abteilung. 


Bez. 


= Bezirk. 


AH. 


sa Auflage. 


BGB. 


= Bürgerliches Gesetzbuch. 


Ak., ak. 


= Akademie, akademisch. 


Bibl. 


= Bibliothek. 


alph. 


= alphabetisch. 


bibliogr. 


= bibliographisch. 


Alt. 


= Altertum. 


Biogr. 


= Biographie, biographisch 


Anh. 


= Anhang. 


Bl. 


= Blatt. 


Anm. 


= Anmerkung. 


bm. 


= Baum. 


Anz. 


= Anzeiger. 


Br. 


= Brief. 


Arch. 


= Archiv. 


bs. 


= besonders. 


Aufschw 


= Aufschwörung. 


c. 


= circa. 


Auftr. 


= Auftrag. 


d. 


= der, die, das. 


Aufz. 


= Aufzeichnung. 


Darst. 


= Darstellung. 


Ausg. 


= Ausgabe. 


Denkm. 


= Denkmal. 


Ausk. 


= Auskunft. 


Dipl. 


= Diplom. 


Ausz. 


ei Auszug. 


drs. 


= derselbe. 


B. 


= Buch. 


dsgl. 


= desgleichen. 


Bd. 


= Band. 


E. 


= ein, eine, eins. 


Bde. 


= Bände. 


ebd. 


= ebenda. 


Bdl. 


b=i Bündel. 


f. 


= für. 


Bdn. 


= Bänden. 


Fasz. 


= Faszikel. 


bearb. 


= bearbeitet. 


%. 


= folgend. 



•) Die Abkürzungen mit großen Buchstaben gelten auch für dieselben Abkürzungen mit kleinen Buch- 
staben und umgekehrt. Auch gelten die gewählten Abkürzungen nicht nur für das betreffende Wort im 
nom. sing., sondern für alle Flexionsformen, also z. B. „Beitr." nicht nur für „Beitrag", sondern auch für 
„Beitrags", „Beitrage", „Beiträge", „Beiträgen". 



XXXIII 



Forsch. 


= Forschung. 


Nr. 


= Nummer. 


Forts. 


= Fortsetzung. 


od. 


= oder. 


Fst. 


= Fürst 


o. J. 


= ohne Jahresangabe 


geg. 


= gegeben. 


o. O. 


= ohne Ortsangabe. 


Geneal. 


= Genealogie. 


Or. 


= Original. 


genealog 


. = genealogisch. 


österr. 


= österreichisch. 


Ger. 


= Gericht. 


Prn. 


= Prinzessin. 


Gesch. 


= Geschichte. 


Progr. 


= Programm. 


Geschl. 


= Geschlecht. 


Prot. 


== Protokoll. 


Gfn. 


= Gräfin, Grafen. 


Protb. 


= Protokollbuch. 


Gsft. 


= Gesellschaft. 


Prov. 


= Provinz. 


Gymn. 


= Gymnasium. 


Proz. 


= Prozeß. 


H. 


= Heft. 


Prz. 


= Prinz. 


Handschr. = Handschrift. 


Q. 


= Quelle. 


Heimatsch. = Heimatschein. 


Qtt. 


= Quittung. 


herald. 


== heraldisch. 


Rechn. 


= Rechnung. 


Herz., Hzg., Hrz. = Herzog. 


Reg. 


= Register. 


histor. 


= historisch. 


Rev. 


=3 Revers. 


hrsg. 


= herausgegeben. 


S. 


= Seite. 


Hrzn. 


= Herzogin. 


Sa. 


= Separatabdruck. 


Inv. 


= Inventar. 


Sehr. 


= Schrift. 


J. 


= Jahr. 


Schrb. 


= Schreiber. 


Jb. 


= Jahrbuch. 


SI. 


= Siegel. 


Jg. 


== Jahrgang. 


Slabdr. 


= Siegelabdruck. 


Jge. 


= Jahrgänge. 


Slabg. 


= Siegelabguß. 


Jht. 


= Jahrhundert. 


Slg. 


— Sammlung. 


K. 


= Kirche. 


Sign. 


= Sammlungen. 


Kai. 


= Kalender. 


Slslg. 


= Siegelsammlung. 


Kap. 


= Kapitel. 


snm. 


= seinem. 


Kart. 


= Kartular. 


snr. 


— seiner. 


Kat. 


= Katalog. 


soc. 


=3 societe. 


Kg. 


= König. 


Sp. 


= Spalte. 


Kgl. 


= Königlich. 


sphrag. 


= sphragistisch. 


Kgr. 


= Königreich. 


Spl. 


— Supplement. 


Kl. 


= Klasse. 


Spie. 


= Supplemente. 


Kom. 


= Kommission. 


St. 


=3 Stück. 


Kontr. 


= Kontrakt. 


Stb. 


== Stammbuch. 


Korresp. 


= Korrespondenz. 


Stbm. 


= Stammbaum. 


Kr. 


= Kreis. 


Stbme. 


= Stammbäume. 


ku; 


= künde. 


Stbmn. 


= Stammbäumen. 


Kurf. 


= Kurfürst. 


Stbr. 


= Stammbücher. 


L. 


= Liste. 


Stftg. 


= Stiftung. 


Leichenr. 


= Leichenrodt. 


Stip. 


= Stipendium. 


Lex. 


= Lexikon. 


Sttfl. 


= Stammtafel. 


Ma. 


= Mittelalter. 


Sttfln. 


==s Stammtafeln. 


Mat. 


= Material, Materialien. 


Test. 


= Testament. 


Mise. 


= Miscellaneen. 


Tfl. 


= Tafel. 


Mskr. 


= Manuskript. 


Tl. 


= Teil. 


Mtlg. 


= Mitteilung. 


u. 


= und. 


Mtr. 


== Matrikel. 


ü. 


= über. 


Mus. 


= Museum, Museen. 


ÜB. 


=s Urkundenbuch. 


Nachr. 


= Nachricht. 


Univ. 


= Universität. 


Nachtr. 


= Nachtrag. 


Urb. 


= Urbar. 


Nekr. 


= Nekrologien. 


Urf. 


= Urfehde. 


NF. 


= Neue Folge. 


Urk. 


= Urkunde. 


Heydenreicl 


i, Handbuch der praktischen Genealog 


ie I. 


c 



XXXIV 



u. zw. 

v. 

vaterl. 

Ver. 

Verf. 

Veröff. 

Vers. 

Verz. 

vgl. 

Vrh. 



A 

AF 

AO 

AHS 

AKDV 

ANR 

AÖG 

AÖR 

ARG 

ASG 

ASGA 

ASL 

ASW 

AU 

AVN 

AZ 

B 

BAW 

BD 

BJ 

BM 
BS 

BW 

DGB 

DH 

DR 

DZG 

FB 

FBF 

FBP 

FDG 

FG 

FGN 

FMT 



FuB 



und zwar. 

von, vom. 

vaterländisch. 

Verein. 

Verfasser. 

Veröffentlichung. 

Versammlung. 

Verzeichnis. 

vergleiche, zu vergleichen. 

Verhandlung. 



Vrl. == Verlag. 

Wb. = Wappenbuch. 

Wbr. = Wappenbücher. 

Wft. ss Wissenschaft. 

Wtfln. s= Wappentafeln. 

z. s= zu, zur, zum. 

z. T. = zum Teil. 

Zeugn. = Zeugnis. 

Ztschr. = Zeitschrift. 



II. Abkürzungen von Zeitschriften. 

Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde. 

Archiv für Frankfurter Geschichte und Kunst. 

Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins. 

Archives heraldiques Suisses = Schweizer Archiv für Heraldik. 

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Organ des Germanischen 

Museums in Nürnberg). 

Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein. 

Archiv für Österreichische Geschichte. 

Archiv für öffentliches Recht. 

Archiv für Kassen- und Gesellschafts-Biologie. 

Archiv für Sächsische Geschichte. 
: Anzeiger für schweizerische Geschichte und Altertumskunde. 

Anzeiger des Vereins für siebenbürgische Landeskunde. 

Archiv für Stamm- und Wappenkunde. 

Archiv für Urkundenforschung. 
: Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde. 
: Archivalische Zeitschrift. 

: Der Bär. Berlinische Blätter für vaterländische Geschichte und Alter- 
tumskunde. 

Berichte und Mitteilungen des Altertumsvereins zu Wien. 
: Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark. 

Bremisches Jahrbuch, herausgegeben von der Historischen Gesellschaft 

des Künstlervereins. 
: Braunschweigisches Magazin. 
= Baltische Studien, herausgegeben von der Gesellschaft für Pommersche 

Geschichte und Altertumskunde 
= Burgwart, Organ der Vereinigung zur Erhaltung deutscher Burgen. 
= Deutsche Geschichfsblätter, herausgegeben von Tille. 
= Der deutsche Herold, Zeitschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde. 
= Dresdner Geschichtsblätter. 
= Deutsche Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. 
= Familiengeschichtliche Blätter. 
b Frankfurter Blätter für Familiengeschichte. 

= Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte. 
= Forschungen zur Deutschen Geschichte. 
= Friedberger Geschichtsblätter. 
= Forschungen zur Geschichte Niedersachsens, herausgegeben von dem 

Historischen Verein für Niedersachsen. 
= Forschungen und Mitteilungen zur Geschichte Tirols und Voral 
herausgegeben durch die Direktion des K. K. Statthalterei-Archivs in 
Innsbruck. 
= Fuldaer Geschichtsblätter. 



XXXV 



GGA = Qöttinger Gelehrte Anzeigen. 

GWP == Geschichtsblätter für Waldeck und Pyrmont. 

HGB = Hansische Geschichtsblätter. 

HGBAB = Heraldisch-genealogische Blätter für adlige und bürgerliche Geschlechter. 

HMK = Heraldische Mitteilungen, herausgegeben vom Verein Kleeblatt in 

Hannover. 

HMP = Historische Monatsblätter für die Provinz Posen. 

HT = Historisches Taschenbuch (Leipzig). 

HV = Historische Vierteljahrsschrift (Leipzig). 

HZ = Historische Zeitschrift (München). 

HZJ = Hohenzollern-Jahrbuch, Forschungen und Abbildungen zur Geschichte 

der Hohenzollern in Brandenburg-Preußen. 

JAW = Jahrbuch der k. k. Heraldischen Gesellschaft „Adler" in Wien. 

JBL = Jahrbuch der Gesellschaft für Lothringische Geschichte und Altertums- 

kunde. 

JD = Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen. 

JG = Jahresberichte der Geschichtswissenschaft. 

JGE = Jahrbuch der Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Alter- 

tümer zu Emden. 

JGM = Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik (Mitau). 

jSs = Jahresbericht der schlesischen Gesellschaft für vaterländische Kultur. 

JT = Jahresbericht des Thüringisch-Sächsischen Vereins für Erforschung des 

vaterländischen Altertums (Thüringisch-Sächsischen Geschichtsvereins). 

JVH = Jahresberichte des Vogtländischen altertumsforschenden Vereins zu 

Hohenleuben. 

JVM = Jahresbericht des Vorarlberger Museums-Vereins. 

KGV =±= Korrespondenzblatt des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und 

Altertumsvereine. 

MaG = Mannheimer Geschichtsblätter. 

MAGZ = Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich. 

MAW = Monatsblätter der k. k. Gesellschaft „Adler" in Wien. 

MBK = Mitteilungen der badischen historischen Kommission. 

NCh = Mitteilungen des Vereins für Chemnitzer Geschichte. 

MDGL = Mitteilungen der deutschen Gesellschaft für Erforschung vaterländischer 
Sprache und Altertümer in Leipzig. 

ME = Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Altert, von Erfurt. 

MF = Märkische Forschungen. 

MFA = Mitteilungen des Freiberger Altertumsvereins. 

MG = Magdeburger Geschichtsblätter. 

MGDB — Mitteilungen des Vereins für die Geschichte der Deutschen und Böhmen. 

MGB = Mühlhäuser Geschichtsblätter. 

MGBn = Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins. 

MGH = Monumenta Germaniae historica. 

MGN = Mitteilungen aus dem Germanischen Nationalmuseum. 

MGSL = Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. 

MGSS === Monumenta Germaniae, Abteilung Scriptores. 

MJÖG = Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. 

MNE = Mitteilungen des Nordböhmischen Exkursions-Klubs. 

Mon. Boic. = Monumenta Boica. 

MPA = Mitteilungen der Kgl. Preuß. Archivverwaltung. 

MRK = Monatshefte für rheinische Kirchengeschichte. 

MRWG = Monatsschrift für Rheinisch -Westfälische Geschichtsforschung und Alter- 
tumskunde. 

MSK = Mitteilungen aus dem Stadtarchiv Köln. 

MSV = Mitteilungen des Vereins für sächsische Volkskunde. 



XXXVI 



MZK 

NA 

NASG 

NBV 

NL 

NLM 

NM 

OBA 

OR 

PfQ 

PPA 

SGV 

SHL 

TA 

TVQ 

TZGK 

UTA 

VAG 

VGG 

VGL 

VJH 

VKR 

VLG 
VMG 

VMSA 

VNS 

WJb oder 

WZ 

ZB 

ZBG 

ZF 

ZGAW 

ZHbG 

ZHG 

ZHGP 

ZHV 

ZHW 

ZKu 

ZLG 

ZOG 

ZOR 

ZPF 

ZR 
ZTG 
ZVGS 
ZWG 

Also heißt 

Die üb 



= Mitteilungen der dritten (Archiv-) Sektion der k. k. Zentralkommission in Wien. 

= Neues Archiv für ältere deutsche Geschichtskunde. 

= Neues Archiv für Sächsische Geschichte. 

= Verhandlungen des historischen Vereins für Niederbayern. 

= Nederlandsch Leeuw. 

= Neues Lausitzer Magazin. 

es Niederlausitzer Mitteilungen. 

= Oberbayrisches Archiv für vaterländische Geschichte. 

= Verhandlungen des historischen Vereins von Oberpfalz und Regensburg. 

= Pfälzische Geschichtsblätter. 

= Publikationen aus den Kgl. Preuß. Staatsarchiven. 

= Schlesische Gesellschaft für vaterländische Kultur. 

= Zeitschrift der Gesellschaft für die Geschichte der Herzogtümer Schles- 
wig, Holstein und Lauenburg. 

= Das Triersche Archiv. 

= Taschenbuch für vaterländische Geschichte, herausgegeben von Hormayr. 

= Thüringisch-Sächsische Zeitschrift für Geschichte und Kunst. 

== Archiv des historischen Vereins für Unterfranken und Aschaffenburg. 

= Mitteilungen des Vereins für Anhaltische Geschichte und Altertumskunde. 

es Aus der Heimat. Blätter des Verins für Gothaische Geschichte. 

= Schriften des Vereins für die Geschichte Leipzigs. 

b= Vierteljahrsschrift „Herold" für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, 
(später) für Wappen-, Siegel- und Familienkunde. 

BS Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde zu Kahla 
und Roda. 

s= Mitteilungen des Vereins für Lübecker Geschichte. 

bs Jahresberichte des Vereins für Mecklenburgische Geschichte. 

bs Verein für das Museum schlesischer Altertümer. 

ss Zeitschrift des historischen Vereins für Niedersachsen. 

WVL = Württembergische Jahrbücher für Statistik und Landeskunde. 

bs Westdeutsche Zeitschrift für Geschichte und Kunst. 

=B Zentralblatt für Bibliothekswesen. 

bs Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins. 

sb Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg. 

= Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde, herausge- 
geben von dem Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens. 

— Zeitschrift des Vereins für Hamburger Geschichte. 

= Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte. 

sb Zeitschrift der historischen Gesellschaft für die Provinz Posen. 

= Zeitschrift des Harzvereins für Geschichte und Altertumskunde. 

bs Zeitschrift für Historische Waffenkunde. 

= Zeitschrift für Kulturgeschichte. 

= Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte. 

= Zeitschrift für osteuropäische Geschichte. 

= Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. 

= Mitteilungen der Zentralstelle für deutsche Personen- und Familien- 
geschichte. 

sb Zeitschrift für Rechtsgeschichte. 

=s Zeitschrift des Vereins für thüringische Geschichte und Altertumskunde. 

= Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Schlesiens. 

s= Zeitschrift des Westpreußischen Geschichtsvereins. 

z. B. AZ NF 8, 10: Archivalische Zeitschrift, Neue Folge, Band 8, Seite 10. 
rigen Zeitschriften sind ohne derartige Abkürzungen zitiert. 




Die bibliothekarischen Hilfsmittel des Familien- 
forschers. 

Allgemeines: Die für den Familienforscher wichtigsten Bibliotheken 

und die Literatur über sie. 

UR Anstellung familiengeschichtlicher Forschungen empfiehlt es Historische 
sich, solche Bibliotheken 1 ) um Übersendung von einschlagenden Deutschend 
2SJ|$$I Hilfsmitteln anzugehen, welche sich zahlreicher Anschaffungen 
vsf — gg historischer Publikationen befleißigen. Aus den Jahresberichten 
der Geschichtswissenschaft (Berlin, früher Gärtners, jetzt Weidmanns Verlag) 
ist zu entnehmen, daß für ein einzelnes Gebiet, wie Sachsen-Thüringen, 
jährlich etwa 1000 Veröffentlichungen historischen Inhalts kommen. 1 ) Auch 
nur die wichtigsten derselben wird in einem Land oder einer Provinz im 
allgemeinen nur je eine Bibliothek anzuschaffen in der finanziellen Lage 
sein. Im Königreich Sachsen z. B. ist die Anschaffung des neuerschienenen 
philologisch-historischen Materials so geordnet, daß in der Hauptsache die 
historischen Werke von der Königlichen Öffentlichen Bibliothek in Dresden- 
Neustadt (im Japanischen Palais), die philologischen von der Universitäts- 
bibliothek in Leipzig angeschafft werden. Soweit die Namensforschung und 
das Gebiet der deutschen Altertümer für familiengeschichtliche Forschung in 
Betracht kommt, ist auf germanistische Bibliotheken zu verweisen. Seit 
Frühjahr 1905 ist in Berlin ein Auskunftsbureau der deutschen Bibliotheken 
ins Leben getreten; über die Benutzungsbedingungen vgl. ZB XXII (1905), 



x ) Qräsel, A., Grundzüge der Bibliothekslehre, Leipzig 1890; drs., Handb. d. 
Bibliothekslehre, 1902. — Kleemeier, F. J., Handb. d. Bibliographie, Wien, Pest, 
Leipzig 1903. — Hortzschansky, Adalbert, Bibliographie des Bibliotheks- u. Buch- 
wesens. Erscheint als Beiheft z. ZB, Leipzig 1905 und wird fortgesetzt. — Serapeum, 
Zeitschrift f. Bibliothekswissenschaft, Handschriftenkunde und ältere Literatur, hrsg. v. 
R. Naumann, Jg. 1—31, Leipzig 1870—71. (Reg. z. Bd. 1—12, 13—26. Vgl. R. Proc- 
to r, A classified Index to the Serapeum, London 1897). — Zentralblatt f. Bibliotheks- 
wesen, Jg. 1—2, hrsg. v. O. Hartwig und K. Schulz, Jg. 3 — 20 von O. Hartwig, 
Jg. 21—27 v. P. Schwenke, Leipzig 1884 ff., dazu „Beihefte", ebd. 1885 ff. 

Heydenreich, Handbuch der praktischen Genealogie I. \ 



2 Historische Bibliotheken: Deutschland. 

S. 196. Über den Inhalt unserer größeren deutschen Bücherbestände gibt 
Paul Schwenke, Adreßbuch der deutschen Bibliotheken (10. Beiheft z. 
ZB 1893) eine übersichtliche kurze Auskunft. 1 ) Außerdem kommt in Betracht: 
G. Hedeler, Verz. d. Privatbibliotheken. III. Deutschland. Leipzig 1895. 

Als besonders umfangreiche Bibliotheken seien hier auf historischem 
Gebiete beispielsweise genannt: Die königliche Bibliothek in Berlin 2 ), die 
Bibliothek des deutschen Reichstags 3 ), die Kgl. Hof- und Staatsbibliothek in 
München 4 ), die Bibliothek des Germanischen Nationalmuseums in Nürn- 
berg 5 ), die Kaiserl. Universitäts- und Landesbibliothek in Straßburg ß ), die 
Kgl. öffentlichen Bibliotheken in Hannover 7 ), Dresden 8 ) und Stuttgart 9 ), die 
Stadtbibliotheken in Leipzig 10 ) und Trier 11 ), die Fürstl. Stolberg-Wernige- 
rodische Bibliothek 1 -), die Herzoglich Braunschweig-Lüneburgische Bibliothek 
in Wolfenbüttel 13 ), die Ratsschulbibliothek in Zwickau 14 ), die Stadtbibliothek 
in Breslau 1 ' 1 ), die Fürstl. Fürstenbergische Hofbibliothek in Donaueschingen 16 ), 
die Stadtbibliothek in Frankfurt a. M. 17 ), die Universitätsbibliotheken in Er- 



x ) Vgl. auch Minerva, Jahrb. der gelehrten Welt, seit 1882 jährlich herausgeg., 
K. Trübner u. Fr. Mentz in Straßburg. 

2) Frdr. Wilkens, Gesch. d. Kgl. Bibl. zu Berlin, B. 1828. Seit Anfang 1892 wird 
der Druck der Akzessionen aus der neu erscheinenden Literatur bogenweise ausgegeben. 

3 ) Kat. der Bibl. d. deutschen Reichstags, hrsg. v. Aug. Potthast, Berlin 1882. 
— Kat. der Bibl. d. Reichstags, hrsg. v. Ed. Blömeke, Berlin 1890. — Der 3. Bd. d. 
Kat. d. Reichstagsbibl. enthält reiche Angaben ü. d. Literatur der deutschen Territorial- 
u. Ortsgesch. Berlin 1896. 

*) Keinz, Fr., Der Journalsaal u. d. neuere Periodische Literatur an d. Hof- u. 
Staatsbibl. zu München, München 1879. Catalogus codicum manuscriptorum biblio- 
thecae regiae Monacensis, München 1868 ff. Hier liegt massenhaft aufgestapelt, was 
die Säkularisation den geistlichen Stiftern u. Klöstern 1803 abnahm. 

5 ) Druckschriften des Germanischen Nationalmus. Bd. 1, Abt. 1. Nürnberg u. 
Leipzig 1856, S. 171—484 (auch unter d. Titel: Bibl. d. German. Nationalmus. 1855. 
Zuwachsverzeichnisse im AKDV und seit 1884 im Anz. des German. Nat.-Mus.). 

«) Hottinger, Chr. G., D. Kaiserl. U. u. L. Bibl. in Straßburg. 2. Afl. Straß- 
burg 1875. 

7 ) Ed. Bodemann, D. Handschr. d. Kgl. öff. Bibl. zu Hannover, Hannover 1867; 
drs., D. Briefwechsel des G. W. Leibniz u. d. Kgl. öff. Bibl. zu Hannover, ebd. 1889. 

8 ) F. A. Ebert, Gesch. u. Beschr. d. Kgl. öff. Bibl. zu Dresden, Leipzig 1822. — 
Karl Falkenstein, Beschr. d. Kgl. öff. Bibl. zu Dresden, Dresden 1839. 

9 ) Stalin, C. F., Z. Gesch. u. Beschr. alter u. neuer Büchersammlungen im Kgr. 
Württemberg. Württemberg. Jb. f. vaterländ. Gesch 1837. 

10 ) Hier die Slg. z. sächs. Gesch. v. G. Ch. Kreyssig (f 1758) u. des Prof. Pölitz, 
vgl. Wagner, Kat. d. Pölitzschen Bibl. Leipzig 1839. 

") M. Keuffer, Verz. d. Handschr. d. Stadtbibl. zu Trier. Trier 1888 ff. 

12 ) Förstemann, E., Die Gräfl. Stollberg. Bibl. zu Wernigerode, Nordhausen 1866. 

") Schoenemann, C. P. O., Umrisse z. Gesch. u. Beschr. d. Wolfenbüttler 
Bibliothek, Serapeum IV, 1843, V, 1844, XVIII, 1857. 

") Buchwald, G., Die Bedeutung d. Zwickauer Ratsschulbibl. f. d. Studium d. 
Reformationszeit, Ztschr. f. kirchl. Wissensch. IV, 1883, S. 658—662. 

») Neigebaur, Die Stadtbibl. in Breslau, N. Anz. f. Bibl. 1865, S. 246 ff, 293 ff. 

") Barack, K. A., Die Handschriften der Fürstl. Fürstenbergischen Hofbibl. zu 
Donaueschingen, Tübingen 1865. 

17 ) Gercken, Ph. W., Reisen durch Schwaben, Tl. 4, 1788, S. 174 ff. 



Historische Bibliotheken: Deutschland. 3 

langen 1 ), Gießen 2 ), Greifswald 3 ), Halle 4 ), Heidelberg 5 ), Jena 6 ), Kiel 7 ), 
Leipzig 8 ), Würzburg 9 ), die Ständische Landesbibliothek in Kassel. 10 ) — Als 
wichtige Büchersammlungen seien noch erwähnt die Stadtbibliothek in Hannover 
(hierin das „Wäteken-Buch" des Herrn von Bergkhusen, eine Art Stammbuch 
der hannoverschen Stadtfamilien, wovon 2 Abschriften in der „Königl. Biblio- 
thek" sind), die Landschaftsbibliothek in Aurich, die Oberbergamtsbibliothek 
in Clausthal (Hackesche Chronik) und die großen Kirchenbibliotheken in 
Celle, Emden (Große Kirche) und Zellerfeld (Calvörsche Bibliothek); dazu 
die Raczynskische Bibliothek (Bücher und Handschriften aus Klosterbiblio- 
theken der Provinz Posen) 11 ), die Bibliothek der Historischen Gesellschaft 
für die Provinz Posen im Kgl. Staatsarchiv (Posensche Provinzialgeschichte). 
Auf germanistischem Gebiete sind außer den bereits genannten hervor- 
ragend: die Stadtbibliotheken in Braunschweig und Bremen 12 ), die Freiherr- 
lich Karl von Rothschildsche öffentliche Bibliothek in Frankfurt a. M. 13 ) und 



x ) Irmischer, J. K., Diplomat. Beschr. der Mss., welche sich in der Kgl. Univ.- 
Bibl. zu Erlangen befinden. Nebst d. Gesch. dsr. Bibl. Erlangen 1829. Drs., Hand- 
schriftenkatalog der Kgl. Univ.-Bibl. zu Erlangen. Frankfurt a. M. u. Erlangen 1852. 

2 ) Heuser, E., Beitr. zur Gesch. der Universitätsbibl. Gießen, 6. Beiheft des 
ZB Leipzig 1891. 

• 3 ) Dähnert, J. C., Academiae Grypiswaldensis bibliotheca. Greifswald 1757f. 
Zuwachsverzeichnisse seit 1836. 

*) Boehmer, Ber. über d. v. Ponickausche Bibl. d. Universität Halle-Wittenberg. 
Halle 1867. 

6 ) Katalog der Handschriften der Univ.-Bibl. Heidelberg, bearbeitet v. J. Wille, 
Bd. 1, 2, 1887, 1903. 

6 ) Mylius, John Chrph., Memorabilia bibl. acad. Jenensis, Jenae 1736. — A III. 
u. VIII. — In dieser Bibliothek ist viel Material zur thüringischen Geschichte vorhanden. 

7 ) Ratjen, H., Verz. d. Handschriften d. Kieler Univ.-Bibl., welche die Herzog- 
tümer Schleswig u. Holstein betreffen. Bd. 1 — 3. 1858 — 66. 

8 ) Schulze, Joh. Dan., Abriß d. Gesch. d. Leipziger Univers. Leipzig 1802. 
S. 128 ff. 

9 ) Reuss, Kurzer Abriß einer Gesch. d. Bücher- u. insbes. Hdss.-Sammlungen im 
vorm. Hochstifte Würzburg. Serapeum VI, 1845, S. 161—174, 177—186. — Zugangsver- 
zeichnisse seit 1850. — Reuss, Kurze Beschr. d. merkwürdigsten altdeutschen Hdss. d. 
K. Univ.-Bibl. zu Würzburg. Arch. d. hist. Ver. v. Unterfranken. Bd. IV, H. 3, 1838, 
S. 152—160. Vgl. dess. Beitr. z. dtsch. Hdss.-Ku., Ztschr. f. dtsch. Altert. III, 1843, 
S. 432 — 446; V, 1845, S. 453-463 u. Serapeum XIII, 1852, S. 11-16. — Arch. VII, 
1839, S. 108—111. — Manuskriptenkat. d. vorm. Dombibl. zu Würzburg. Mitget. v. 
Reuss. Arch. d. hist. Ver. v. Unterfranken. Bd. VII, H. 2, 1842, S. 166 — 176. Ab- 
gedr. Serapeum III, 1842, S. 376-382. — Die Pergam.-Hdss. der K. Univ.-Bibl. Würz- 
burg in alphabetischer Reihenfolge verzeichnet. Würzburg 1886. — Handwerker, O., 
Gesch. d. Würzburger Univ.-Bibl. bis zur Säkularisation. Diss. Würzburg 1904. 

10 ) Hirsching, F. K. G., Versuch e. Beschr. sehensw. Bibl. II, 1787, S. 231—272; 
Spl. S. 222-224. 

u ) Sosnowski, M. E., u. Kurt z mann, L., Kat. d. Raczyfiskischen Bibl. in Posen. 
Bd. 1—4. Posen 1885. 

12 ) Rump, H., Alphabet. Verz. sämtl. Bücher d. Bremischen öffentl. Bibl., Bremen 
1833—34. Forts. 1859. 

13 ) Berghöffer, Ch., Die Einrichtung u. Verwaltung d. Frhrl. Karl v. Rothschild- 
schen öffentl. Bibliothek während d. Jahre 1867—1890. Frankfurt a. M. 1891. Zugangs- 
verz. seit 1891. 

r 



4 Historische Bibliotheken: Österreich-Ungarn. 

die Göttinger Universitätsbibliothek. 1 ) Da die Familienforschung häufig 
juristische Werke, besonders solche über Privatrecht, herbeiziehen muß, so 
sei auf die juristischen Büchersammlungen aufmerksam gemacht, die sich 
in der Bibliothek des deutschen Reichsgerichts 2 ), und in der Gehestiftung 
in Dresden, Kleine Brüderstraße 3 ), befinden, sowie auf die Stadtbibliothek 
in Köln. 4 ) 
Österreich- Über die Bücherbestände Österreich-Ungarns orientiert das in den 
Ungarn. s cnr jft en des „österreichischen Vereins für Bibliothekswesen" erschienene 
„Adreßbuch der Bibliotheken der Österreich-ungarischen Monarchie" von 
Johann Bohatta und Michael Holzmann (Wien 1900). Hier seien als 
historisch hervorragende Bibliotheken erwähnt: Die Bibliothek des Mährischen 
Landesarchivs in Brunn 5 ). Daselbst sind vertreten größtenteils historische 
Quellenwerke, Geschichtswerke und geschichtliche Hilfswissenschaften, soweit 
sie Mähren, Böhmen, Schlesien, die österreichischen Länder und Deutschland 
betreffen. — Die Mährische Landesbibliothek in Brunn, Museumsgasse, im 
Gebäude des Landesmuseums (Franzensmuseum) 8 ) pflegt in erster Linie die 
auf die mährische Landeskunde bezügliche Literatur. — Die Steiermärkische 
Landesbibliothek am Joanneum in Graz, Kalchberggasse 7 ) bevorzugt steier- 
märkische Landeskunde, Geschichte und Hilfswissenschaften. — Die Uni- 
versitätsbibliothek in Lemberg 8 ) bevorzugt besonders die Landesliteratur von 
Galizien. — Das Museum des Königreiches Böhmen in Prag 9 ), bevorzugt 



*) Mein er s, C, Beiträge z. Qesch. uns. Univ.-Bibl., in dess. Qött. akad. Annalen. 
Bdchen. 1, 1804, S. 1—95. — Akzessionen 1844—47 s. in Nachrichten v. d. Ges. d.W. 
1845—54. — Die Akzessionen d. Kgl. Univ.-Bibl. in Gott. währ. d. J. 1854—68. Göt- 
tingen (seit "1857 Braunschweig) 1856— 69 (13 Hefte). 

2 ) Schulz, K., Katalog der Bibliothek des Reichsgerichts, Leipzig 1882. 1890. 

*) Katalog der Gehestiftung in Dresden, seit 1888. 

*) Veröffentlichungen der Stadtbibl. in Köln. H. 1 : die Stadtbibl. in Köln, ihre 
Organisation u. Verwaltung v. A. Keysser. Köln 1886, H. 3, I. Der Büchererwerb 
d. Kölner Stadtbibl., v. A. Keysser. 2. Bestimmungen ü. d. Verwaltung u. Benutzung. 
1890, H. 4. Zur geschichtl. u. landeskundl. Bibliographie d. Rheinprovinz. Von A. 
Keysser, 1891. Zugangsverz. d. Stadtbibl. in Köln seit 1890. 

6 ) Dudik, Beda, Mährens Geschichtsquellen. Brunn 1850. — Wattenbach, W., 
Handschr. d. ständischen Sg. in Brunn aus Corwei's Nachlaß, in: Arch. f. alt. deutsche 
Gesch. 10, 1851, S. 685. - Chlumetzky, Peter v., u. Chytil, J., Ber. ü. d mäh- 
rische Landesarchiv. 1857. 

8 ) Kat. d. Bibl. d. Franzensmuseums mit 8 Nachträgen, verfaßt v. Custos Mo- 
ritz Trapp, Brunn 1868—79, u. v. Bibliothekar W. Schräm, Brunn 1835 — 96. — 
Katalog d. Handschr. des Franzensmuseums, verfaßt v. W. Schräm, Brunn 1890 — 

f^^™; QeSCh- der BibL des Franz ensmuseums (Annales musei Franciscei 
MDCCCXCVI, p. 41—77). 

7 ) Göth, D. Joanneum in Graz, geschichtl. dargestellt. Graz 1861. - Zwie- 

?flo-f i U u u hor ! t ' ?' V " °- Steierm - La "desbibl. am Joanneum zu Graz, Graz 
189J. — Jahresber. des Joanneums Graz, seit 1812 

•) Catalogus bibliothecae Leopold. 1795. - Dudik, Beda, Archive im Kgch. 
Galizien u. Lodomenen, AÖG 33, 113. K 

•) Pertz Aus d. Handschriftenverz. d. Böhmischen Mus. zu Prag, AG 477. - 
aI 'u' b ^ U u tS ? e Handschr - in Pra 2. AKD 2, 30. 141. 165. _ Kelle J Alt- 
deutsche Handschriften aus Prager Bibl. im- Serapeum 1868; Zeitschi *f deutsches 



Bibliotheken über polnische Familien. — Zeitschriftenliteratur. — Enzyklopädien. 5 

hauptsächlich böhmische Literatur, Bohemica und Geschichte. • — Die Biblio- 
thek und das historische Museum der Stadt Wien in Wien, Rathaus 1 ) 
bevorzugt Geschichte und Topographie von Wien, österreichische Geschichte, 
Theatergeschichte und Literatur, Städtegeschichte und Städteverwaltung. — • 
Bibliothek der K. K. heraldischen Gesellschaft ,Adler' 2 ), Wien I, Rosen- 
gasse 4. — K. K. Hofbibliothek. Wien I, Josefsplatz, K. K. Hofburg. 3 ) 
Besonders gepflegt: Bibliographie, Geschichte. ■ — Wiener Universitäts- 
bibliothek. 4 ) — Die Bibliothek des Ungarischen Nationalmuseums in Buda- 
pest. 5 ) — Die K. ungarische Universitätsbibliothek 6 ); vertreten besonders 
Geschichte und Rechtswissenschaft. — Die Bibliothek des Baron Bruken- 
thal'schen Museums in Hermannstadt in Siebenbürgen, Baron Brukenthal'sches 
Palais, Großer Ring 10. ■ — Bibliothek des Siebenbürgischen Museumsvereins 
in Klausenburg. 

Bibliotheken über polnische Familien sind: in Warschau die Universitäts- Bibliotheken 
Bibliothek und die Krasinskische Bibliothek; in Lemberg: Ossolinskisches u Gammen* C 
Nationalinsitut. — Universitätsbibliothek Krakau, Jagellonische Bibliothek, 
Czartoryskische Bibliothek, Bibliothek der Akademie der Wissenschaften. — 
Die an polnischen Drucken reichste nichtpolnische Bibliothek ist die Wiener 
Hofbibliothek. 

Zur allgemeinen Orientierung in der fast erdrückenden Fülle gedruckter 
Bücher dienen: 

Bibliographie der deutschen Zeitschriften-Literatur mit Einschluß von Bibliographie 
Sammelwerken und Zeitungsbeilagen. Alphabetisches, nach Schlagworten Zeitschriften- 
sachlich geordnetes Verzeichnis von Aufsätzen, die in etwa 2000 zumeist Mteratur. 
wissenschaftlichen Zeitschriften, Zeitungsbeilagen und Sammelwerken deutscher 
Zunge erschienen sind, mit Autoren-Register, herausgegeben von F. Dietrich. 
Leipzig, F. Dietrich. 

Großes, vollständiges Universal-Lex. aller Wissenschaften u. Künste. Enzyklopädien. 
Bd. 1—64. Halle u. Leipzig, hrsg. v. J. H. Zedier, 1732—50 u. S. Bd. 1—4. 



Altertum XVIII. — Vokrosenskij, G., Die slavischen Handschr. d. Bibl. in: Abh. d. 
Petersburger Ak. XXXI, 1883, S. 16. 

!) [Weiß, K.,] Kat. der Bibl. der Reichshaupt- und ResidenzstadtjWien. Wien 1865. 

2 ) Bibliothekskat., erschien Wien 1890. Die früheren Jg. d. Jahrb. d. Ver. „Adler" 
enthalten wertvolle Ber. ü. Erscheinungen familiengeschichtl. Inhaltes, bes. auch aus d. 
Auslande. 

8 ) Chmel, J., Die Handschr. der K. K. Hofbibl. in Wien im Interesse d. Gesch., 
bes. der österreichischen, verzeichnet u. exzerpiert. Wien 1840 — 41. — Hoffmann 
von Fallersleben, Verz. d. altdeutschen Handschr. d. K. K. Hofbibl. in Wien. Leipzig 
1841. — Wattenbach, W., Handschriften d. K. K. Hofbibl. in: A. X, 1851, S.447. — 
Beer, Rudolf, Die K. K. Hofbibl.|1848— 1898. In: Schnitzer, Ign., Franz Joseph I. 
u. seine Zeit. Wien 1898, Bd. I. 

*) Leithe, Fr., Die K. K. Universitätsbibl. in Wien. Wien 1877. — |Grassauer, 
Ferd., Generalkat. d. laufenden Druckschr. an d. österr. Universitäts- u. Studienbiblio- 
theken, hrsg. im Auftrage des K. K. Ministeriums f. Kultus u. Unterricht v. d. K. K. 
Universitätsbibl. in Wien. Wien 1898. 

6 ) Kataloge in lat. Sprache erschienen 1799 — 1815. 

6 ) Lateinische Kataloge der Handschriften 1889. 1894. 



ß Bücherlexika. 

Leipzig 1751—1754. — Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften u. 
Künste. Hrsg. von J. S. Ersch u. J. G. Gruber. Leipzig 1818—1889. — 
P. Larousse, Grand Dictionnaire universel du XIX siecle. Paris 1866ff. — 
La grande Encyclopedie. Inventaire raisonne des sciences, des lettres et des 
arts. Paris 1884ff. — Nuova Enciclopedia italiana, 6 Afl. v. Boccardo. 
Torino 1875 ff. — The Encyclopaedia Britannica, 9. ed. Vol. 1—24. Edinburgh 
1875—89. — The Encyclopaedia Americana. New York, Philadelphia, 
London 1883 ff. — Enciclopedia universalis (Barcelona, seit 1908, auf 25 Bde. 
berechnet, hauptsächlich auch Spanisch-Amerika behandelnd). — The Catholic 
Encyclopedia (seit 1907, bis jetzt 4 Bde., auf 15 berechnet). New York. 1 ) 
Bücherlexika Brunet, Manuel du libraire et de Tamateur de livres, 1810. 5. Afl. 

1860—65 (hierüber vgl. Wolf, Einführung in d. Studium der neueren Gesch. 
1910, S. 83). Nachahmungen u. Ergänzungen zu Brunet boten Friedrich 
Adolf Ebert in snm. Allgemeinen bibliographischen Lex., 2 Bde., Leipzig 
1821 — 30, u. Grässe in snm. Tresor de livres rares et precieux ou nouveau 
dictionnaire bibliographique. Dresden 1859 — 69. 

Kaiser, Ch. H., Vollständiges Bücherlex. I. 1750. Leipzig 1834. Mit 
Sach- u. Schlagwörter-Reg. 1893/94 ff. 

Carl Georgs Schlagwort-Katalog. Verz. der im deutschen Buchhandel 
erschienenen Bücher u. Landkarten. Hannover 1889 ff. 

Georgi, Th., Allgem. Europäisches Bücherlex. 5 Bde. u. 3 Siegel-Bde. 
Leipzig 1842—58. 

Heinsius, Wilh., Allg. deutsch. Bücher-Lexikon usw. Leipzig 1812. 
Hinrichs' Fünfjahrs-Kat. der im deutschen Buchhandel erschienenen 
Bücher, Zeitschr., Landkarten usw. Herausgeg. u. verlegt v. d. J. C. Hinrichs- 
schen Buchhandlung in Leipzig. Als Ergänzung dazu dient Hinrichs 
Wöchentliches Verz. d. erschienenen u. d. vorbereiteten Neuigkeiten d. deutschen 
Buchhandels. 

Der zuverlässigste Ratgeber f. d. literarischen Neuigkeiten in Frankreich 
ist die Bibliographie de la France, welche Bestandteil des Journal general 
de rimprimerie et de librairie ist u. seit 1811 herauskommt. Ferner vgl. 
Querard, La France litteraire ou dictionnaire bibliographique. Paris 
1837—39, 9 Bde.; umfaßt die verstorbenen Gelehrten und Schriftsteller des 
18. u. 19. Jhdt. und greift vielfach über die französischen Grenzen hinaus. 
Ders., La litterature francaise contemporaine, Paris 1842 — 57, ist als Fort- 
setzung des erstgenannten Unternehmens gedacht, aber weit ausführlicher, 
die Jahre 1827—49 umfassend; ders., Supercheries litteraires devoilees, 
1845—53, 5 Bde. 

Das vollständigste englische Bücherlex. ist Low, The English Catalogue 
of Books. London 1864 ff. 

Die Literatur auf bibliographischem Gebiete ist allmählich so groß ge- 
worden, daß sich Bibliographien über die Bibliographien als nötig erwiesen 

») Über Enzyklopädien vgl. Wolf, Einführung in d. Studium der neueren Gesch. 
S. 406 ff. 



Allgemeine Quellenwerke zur deutschen Geschichte. 7 

haben. Vgl. Grundtvig, Gedanken üb. Bibliographie, im ZB XX, S. 405 ff., 
u.Wolf, Einführung in d. Studium d. neueren Gesch. 1910, S. 75 ff. Hier 
sei genannt: 

Stein, Henri, Manuel de Bibliographie generale. Paris 1897. Dies ist 
eine von kritischen Bemerkungen begleitete Bibliographie der Bibliographien 

1 alle Gebiete der Wft. u. alle Länder. S. 401 — 466: Gesch. u. Hilfswissen- 
schaften. Der Anhang enthält u. a. ein Verz. d. Reg. zu den wissenschaftlichen 
Zeitschriften der Welt und ein Verzeichnis der gedruckten Kataloge der 
wichtigsten Bibliotheken. — Noch immer mit Nutzen zu gebrauchen ist: 
J. Petzholdt, Bibliotheca Bibliographica, Leipzig 1866. Mangelhaft gearbeitet 
ist: L. Vallee, Bibliographie des Bibliographies. Paris 1884. — Ein gutes 
Verzeichnis neuerer Bibliographien enthält: A. Gräsel, Bibliothekslehre. 
2. Aufl. Leipzig 1902 (Anhang). — Montarolo, Battista, Biblioteca bibliogra- 
fica italiana. Parte I (unica). Modena 1885. — Ottino, Giuseppe, e Fu- 
magalli, Giuseppe, Bibliotheca bibliographica italica. Roma 1889 — 1895. 

2 Bde. Supplement hierzu für das Jahr 1895 und 1896. Torino 1896 u. 
1897. — Pohler, Joh., Bibliotheca historico-militaris (bis 1880). Cassel 
1887 — Leipzig 1899. 4 Bde., der 4. Bd. enthält nur Lebensbeschreibungen, 
Denkwürdigkeiten und Briefwechsel. 

Die besten zusammenfassenden, darstellenden Werke über die Quellen Allgemeine 
zur deutschen Geschichte sind: Quellenwerke 

zur deutschen 

Wattenbach, W., Deutschlands Geschichtsquellen im MA bis z. Mitte Geschichte, 
des 13. Jhrh. Stuttgart u. Berlin. I 6 1893. II 6 1894. I 7 umgearbeitet v. 
Ernst Dümmler 1904. 

Lorenz, O., Deutschlands Geschichtsquellen seit der Mitte des 13. Jahr- 
hunderts. 3. Afl. Berlin 1886/7. 2 Bde. 

Potthast, A., Bibliotheca historica medii aevi. Wegweiser durch die 
Geschichtswerke des europäischen MA bis 1500. 2. Aufl. 2 Bde. Berlin 1896. 

Oesterley, G., Wegweiser durch die Literatur der Urkundensammlungen 
Berlin 1886. Brauchbar trotz mancher Mängel. Zeitgrenze 1500. 

Wegele, v. Franz X., Gesch. der deutschen Historiographie, seit d. 
Auftreten des Humanismus. Auf Veranlassung Sr. Maj. des Königs von Bayern 
hrsg. durch d. histor. Komm, bei der Kgl. Ak. der Wftn. München und 
Leipzig, 1885 (= Geschichte der Wissenschaften in Deutschland. Neuere 
Zeit. 20. Bd.). Sehr angenehm zu lesen, aber unvollständig, f. d. neueste 
Zeit nicht genügend. 

Dahlmann-Waitz, Quellenkunde der deutschen Geschichte. 7. Afl. 
Erich Brandenburg. Leipzig 1906. 8. Afl. v. Paul Herre. Leipzig 1912. 

Wichtigstes Hauptwerk. Wer weitere bibliographische Belehrung u.auch d. kleineren 
Beitr. in d. immer unübersichtlicher werdenden Zeitschriftenliteratur kennen zu lernen 
wünscht, der sei hingewiesen auf die von Oscar Maßlow bearbeitete Bibliographie 
z. deutschen Gesch. in der Historischen Vierteljahrsschrift, herausgegeben von Ger- 
hard Seeliger in Leipzig u. auf d. „Jahresberichte der Geschichtswissenschaft im Auf- 
trage der Historischen Gesellschaft zu Berlin herausgegeben". 

Loewe, Victor, Bücherkunde d. deutschen Gesch. Kritischer Wegweiser 
durch die neuere deutsche hist. Literatur. Berlin 1903. 



8 Bibliographien usw. — Allgemeine familiengeschichtliche Nachschlagewerke. 

Das kritische Urteil, das über die einzelnen Bücher rasch orientiert, ist maßvoll. 
Ausführlich behandelt ist außer der allgemeinen deutschen Geschichte die preußische. 

Bibiioffr. P hien Richter, P. E., Literatur der Landes- u. Volksku. des Kgr. Sachsen. 

^deuuche" 6 Dresden 1889 (Nachträge 1892ff.). — W. Schul tze, Die Geschichtsqu. der Prov. 
Länder? Sachsen im MA u. in der Reformationszeit. Im Auftrag der histor. Com. der Prov. 
Sachsen. Halle 1893.— Bibliographie d. Württemberg. Gesch. Bd. 1 unbearbeitet 
v.W.Heyd,Bd.3u. 4,1 v.Th. Schön, Stuttg. 1895— 1909.— Loewe,V., Biblio- 
graphie d. Hannoverschen u. Braunschweig. Gesch. Posen 1908. — J. Marx, Tre- 
virensia. Lit.-Ku. z. Gesch. d. Trierer Lande, Trier 1909. — Kletke, Quellenku. 
d. Gesch. d. preußischen Staates. Berlin 1858 — 61. — Grünhagen, Wegweiser 
durch d. schlesischen Geschichtsq., 2. Afl. 1889. — Partsch, J., Literatur 
der Landes- u. Volksku. der Prov. Schlesien. Breslau 1 893 (auch als Ergänzungsh. 
z. Jb. d. Gesellsch. f. vaterl. Kultur 70). — Keys er, A., Z. geschichtl. u. landes- 
kundlichen Bibliographie der Rheinprovinz, 1891 ff. — Bingner, Literatur 
ü. d. Großherzogtum Baden in allen seinen staatlichen Beziehungen v. 1750 
bis 1854. Karlsruhe 1854. — Badische Bibl. Systematische Zusammenstellung 
selbständiger Druckschriften ü. d. Markgrafschaft, d. Kurfürstentum u. Groß- 
herzogtum Baden. 1. Abt. Staats- u. Rechtsku. Bd. 1. Karlsruhe 1897. 2. Abt. 
Lands u. Volksku., bearb. v. O. Kienitz u. K. Wagner. Ebd. 1901. — Bach- 
mann, F., Die landskundliche Literatur ü. d. Großherzogtümer Mecklenburg. 
Güstrow 1889. — Marckwald-Mentz, Kat. d. elsaß-lothringischen Ab- 
teilung der kaiserlichen Universitäts- und Landesbibl. Straßburg 1908. — 
Quellen u. Erörterungen z. bayr. u. deutschen Gesch. 9 B., München 1856 — 64. 
N. F. C. 1 — 2, 2, eb. 1903 — 09. — Württembergische Geschichtsquellen. Hrsg. 
v. D. Schäfer. B. 1—8. Stuttg. 1894—1905. — Quellenslg. d. badischen 
Landesgesch. Hrsg. v. F. J. Mone. 4. B. Karlsr. 1848 — 67. — Quellen z. 
Lothr. Gesch. Hrsg. v. d. Gesellsch. f. lothr. Gesch. u. Altert. B. 1 — 5. Metz 
(u. Leipz.) 1901 — 10. — Ackermann, Bibliotheca hassiaca, Kassel 1884 
bis 1899 Nachträge. — Weerth u. Anemüller, Bibliotheca Lippiaca, Det- 
mold 1886. 

Sc b Ätec h he" Für die nichtdeutschen Staaten, einschließlich der auße. europäischen gibt 

Staaten. eine gute Orientierung der wichtigsten Werke: „Quellenkunde zur Welt- 
geschichte". Ein Handbuch unter Mitwirkung von Adolf Hofmeister u. 
Rudolf Stube, hrsg. v. Paul Herre. Leipzig 1910. Vgl. auch die Literatur- 
nachweise weiter unten unter „Heroldsämter und verwandte Behörden". 
Für deutsche Familien in den russischen Ostseeprov. ist bes. wichtig Winkel- 
mann, E., Bibliotheca Livoniae historica. Systematisches Verz. d. Hilfsmittel 
z. Gesch. Esthlands, Livlands u. Curlands. 2. H. St.-Petersburg 1869—70. 2. Afl. 
Berlin 1878. 

Allgemeine Gundlach, O., Bibliotheca familiarum nobilium. Repertorium ge- 

Kes'chkhuLe druckter Familiengeschichten u. Familiennachrichten. Ein Handb. f. genealog. 
Nachschlage- Forscher u. Bibliothekare. Erster Bd. A bis L. Zweiter Bd. M bis Z. Nachtrag. 
werUe - Neustrelitz 1897. 

Dieses Werk enthält ein alphabetisches Verz. nach Familiennamen mit Hinweisen 
auf das Vorkommen in der Literatur. Für Deutschland u. Österreich ist es d. voll- 



Geschichts- und Altertumsvereine. 9 

ständigste Nachschlagegelegenheit, die es gibt. Das nichtdeutsche Ausland ist nur 
sehr mangelhaft vertreten. Doch finden sich auch f. deutsche Familien empfindliche 
Lücken. Es ist vor dem Irrtum zu warnen, daß, wenn in diesem Buch über eine 
Familie nichts enthalten ist, es über sie überhaupt nichts Gedrucktes gäbe. 

Prittwitz u. Gaffron, Hans v., Verz. gedruckter Familiengeschichten 
Deutschlands u. d. angrenzenden Länder u. Landesteile. Zuerst VJH X, 1882, 
auch als selbständige Schrift erschienen. 

Auch noch heute neben Gundlach nicht entbehrlich, vortrefflich angelegt u. mit 
großer Sachkenntnis gearbeitet. Außer d. selbständigen gedruckten Familiengeschichten 
ist auch die Zeitschriftenliteratur, allerdings recht unvollständig,/herangezogen. 

Eberstein, Hand- u. Adreßb. der Genealogen u. Heraldiker unter be- 
sonderer Berücksichtigung der Familiengeschichtsforscher. Erste Abt. d. 
Handb. f. d. deutschen Adel. Berlin 1889. 1900. 

Die erste Hälfte dieses Werkes, bearbeitet von Alfred vonEberstein, 180 Seiten, 
weist Berufsgenealogen nach f. d. Deutsche Reich u. f. Deutsch-Österreich. Die zweite 
Hälfte, bearbeitet von Botho Freiherrn von Eberstein, 394 Seiten, behandelt die 
Berufsgenealogen des Auslandes, nämlich: 1. Russische Ostseeprovinzen, 2. Böhmen u. 
Mähren, 3. Ungarn u. Siebenbürgen, 4. Polen, 5. Die Niederlande, 6. Belgien, 7. Frank- 
reich, 8. Die Schweiz, 9. Italien, 10. Finnland, 11. Schweden, 12. Norwegen, 13. Däne- 
mark, 14. England, 15. Amerika, 16. Griechenland, 17. Spanien, 18. Rußland. E. Namen- 
reg, f. beide Teile ist der zweiten Hälfte beigefügt. Wenn die angeg. Adressen zufolge 
Todes nicht mehr stimmen, wende man sich an einen unserer familiengeschichtlichen 
Vereine, am besten an die großen, über das meiste Material verfügenden, d. i. für 
Deutschland an den Deutschen Herold (Schriftführer desselben ist Gerichtsassessor 
Lignitz, Berlin W50, Prager Straße 35) oder an die Zentralstelle für deutsche Personen- 
und Familiengeschichte (Vorsitzender derselben ist Rechtsanwalt Dr. Breymann, Leipzig, 
Thomasring 6, Kanzlei Universitätsstraße 2 III), für Österreich an die K. K. Heraldische 
Gesellschaft „Adler" in Wien (Schriftführer ist Dr. Heinrich W. Höflinger, Wien 18/1, 
Colloredogasse 22). 

Index to American Genealogies and to genealogical Material con- 
tained in all Works such as Town Histories, County Histories, Local 
Histories, Historical Society Publications, Biographies, Historical Periodicals, 
and Kindsed Works, alphabetically arranged enabling the reader to assertain 
wether the Genealogy of any Family, or any past of it, is printed, either 
by itself or embodied in other works. Fifth Edition, revised, improved 
and enlarged, containing nearly 50000 References (First and second Editions 
were Edited by Daniel S. Durrie). Copyrighted 1900. Albany, N. Y., Joel 
Munsell's Sons, Publishers 1900. 

Dieses Werk ist das wichtigste und umfangreichste der in den Vereinigten 
Staaten von Nord-Amerika vorhandenen genealog. Nachschlagewerke u. zufolge der 
Einwanderungen auch f. europäische Genealogie v. Bedeutung. Vgl. Kekule von 
Stradonitz, Der Handapparat des Ahnenforschers JAW NF 16 u. wieder abgedruck 
in seinen Ausgewählten Aufsätzen N. F. Berlin 1907. S. 61 ff. 

Eine außerordentlich große, kaum übersehbare Fülle familiengeschichtlichen oeschichts- und 
Materials ist in den Sammlungen und Veröffentlichungen unserer Geschichts- A v '* ert . ums - 
und Altertumsvereine niederlegt. Über diese orientieren folgende Werke: 

Stoehr,HansAdam, Allgemeines Deutsches Vereins-Handb. Statistisches 
Repertorium der gelehrten Gesellschaften u. wissenschaftlich-gemeinnützigen 
Vereine der Staaten des Deutschen Reichs. Frankfurt a. M. 1 872 (hrsg. vom 
freien deutschen Hochstifte zu Frankfurt a. M.). — Müller, ohannes 



jq Praktische Winke zur Arbeit in Bibliotheken. 

Die wissenschaftl. Ver. U.Gesellschaften Deutschlands im 19. Jht. Bibliographie 
ihrer Veröffentlichungen seit ihrer Begründung bis auf die Gegenwart. Berlin 
1883—87. Walther, Th. A. F., Systematisches Repertorium über die 
Schriften sämtlicher historischen Gesellschaften Deutschlands. Darmstadt 1845. 
Koner, W., Repertorium ü. d. v. J. 1800 bis z. J. 1850 in akademischen Ab- 
handlungen, und Gesellschaftsschriften u. wissenschaftl. Journalen auf d. 
Gebiete d. Gesch. u. ihrer Hilfswissenschaften erschienenen Aufsätze. 2 Bde. 
Berlin 1852 — 56. Hettler, August, Jahrb. der deutschen historischen Kom- 
missionen, Institute u. Vereine des Deutschen Reichs u. des deutschen Sprach- 
gebiets d. Auslands. I. J. 1903. Halle a. S. 1904. Diese Veröffentlichung ist 
zwar unvollständig und ungleich gearbeitet, aber trotzdem nützlich durch 
Personalangaben über die Vorstände einzelner Vereine. 

Nicht selten sind die Vereinshefte im Buchhandel vergriffen und schwer 
zu haben. Dann empfiehlt es sich, die Vermittelung des jeweiligen Vereins- 
vorstandes behufs Entleihung oder Kopierung zu erbitten. 1 ) 

Das Zentralorgan der einschlagenden Vereine ist das „Korrespondenz- 
blatt des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine". 
Es wird herausgegeben von dem Verwaltungsausschusse des Gesamtvereins 
in Berlin und redigiert von Geh. Archivrat Dr. P. Bailleu, zweitem Direktor 
der preußischen Staatsarchive in Berlin, und ist im Vertrieb bei E. S. Mittler 
& Sohn, Kgl. Hofbuchhandlung in Berlin SW 68, Kochstraße 68—71. 

Die Vermittlung zwischen den historischen Vereinen und der Geschichts- 
wissenschaft suchen als ihr Programm durchzuführen die „Deutschen Ge- 
schichtsblätter, Monatsschrift zur Förderung der landesgeschichtlichen For- 
schung", hrsg. von Dr. A.Tille (Gotha, F.A.Perthes). 

Die MIÖG wenden der Genealogie besondere Aufmerksamkeit zu. Otto 
Forst wird hier alljährlich im Dezember eine Übersicht über die genealogi- 
schen Neuheiten veröffentlichen. 

Im übrigen sei verwiesen auf: Jahresberichte der Geschichtswissenschaft 
(seit 1878). Berlin 1880«. Jg. 1—3, hrsg. v. F. Abraham, J. Hermann, 
E. Meyer. Jg. 4 u. 5 v. J. Hermann, J. Jastrow, E. Meyer. Jg. 6 v. 
J. Hermann und J. Jastrow. Jg. 7—17 v. J. Jastrow. Jg. 18 ff. v. E. Berner; 
gegenwärtig hrsg. von G. Schuster und auf die Jahresberichte von Ernst 
Devrient in den „Mitteilungen der Zentralstelle für deutsche Personen- und 
Familiengeschichte" (Verlag von H. A. Ludwig Degener in Leipzig). 
mSütÜ '" Rücksicht auf vielfache Erfahrungen, wie sie z. B. in den Grenzboten 

Arbeit in Bibiio- 1878, Jg. 37, Bd. I, 1 S. 251 ff. mitgeteilt werden, erscheint es nicht über- 
flüssig, darauf aufmerksam zu machen, daß jeder, der Bücher auf Biblio- 
theken verlangt, die Titel so angeben möge, daß sie ohne Schwierigkeit 
zu finden sind. Man gebe, wenn es irgend möglich ist, die Jahreszahl des 

») Familiengeschichtlich wertvoll sind auch die Vereinsgeschichten, die teils in 
den Vereinsheften, teils separat erschienen sind: Die „Geschichte der Hamburgischen 
Uesellscnaft zur Beförderung der Kunst und nützlichen Gewerbe (historische Gesell- 
schaft , gestiftet im Jahre 1765. Im Auftrage der Gesellschaft verfaßt von Gustav 
Cowalewski« (Hamburg 1867) enthält z. B. zahlreiche Personennachrichten und Porträts. 



Fälschungen von Büchertiteln. 11 

Erscheinens und auch die Vornamen des Verfassers an. Nicht selten sind 
auch unter anscheinend seltenen Familiennamen mehr Schriftsteller vertreten 
als man annimmt. Also notiere man wenigstens die Anfangsbuchstaben der 
Vornamen, z. B. H., wenn man nicht weiß, ob der Verfasser Heinrich oder 
Hermann heißt. Der Titel des Buches ist dem genauen Wortlaut nach an- 
zugeben. Wenn man diesen nicht weiß, so empfiehlt es sich, die Unwissen- 
heit besonders anzugeben; eine gefällige Bibliotheksverwaltung wird einer 
höflichen Bitte, die Ungenauigkeit richtig zu stellen, zu entsprechen suchen. 
Wesentlich für die Genauigkeit des Titels ist namentlich, daß das Schlag- 
wort, das für die alphabetischen Zettelkataloge der Bibliotheken maßgebend 
ist, nicht etwa fehlt. 1 ) 

Bei umfangreicheren familiengeschichtlichen Arbeiten ist es, wenn man 
nicht eine große Bibliothek am Wohnort benutzen kann, sehr zu empfehlen, 
eine Zeitlang die Reise nach einem solchen aufzuwenden. Durch persön- 
lichen Verkehr kann man alsdann am Bibliotheksort in kurzer Zeit viel 
mehr erreichen, als durch weit längeres Hin- und Herschreiben von Ort 
zu Ort. Auch versuche man gegebenenfalls die Erlaubnis zur Benutzung 
der Repertorien und Zettelkataloge zu erlangen. Man kann dann leicht in 
die Lage kommen, die gedruckten Literaturnachweise zu ergänzen und 
familiengeschichtliche Seltenheiten zu finden. Man versäume auch nicht, 
sich um die handschriftlichen Schätze zu kümmern, die neben den gedruckten 
Büchern auf einer Bibliothek verwahrt werden. 2 ) 

Büchertitel wurden erfunden, um familiengeschichtliche Fälschungen Fälschungen von 
zu unterstützen. Demetrius Rhodocanakis hat in seinen Veröffentlichungen Bucnertite,n - 
nicht weniger als 24 angeblich seltene Werke aus älterer und neuerer 
Zeit angeführt, die es in Wahrheit nie gegeben hat und deren Titel 
von ihm frei erfunden sind. Die Zwecke, zu denen Rhodocanakis diese 
Titel erfand und sie in seinen eigenen Schriften anführte, sind aus ihnen 
selbst ziemlich überall ersichtlich. Kurz läßt sich sagen, daß entweder der 
Titel selbst die Führung der „Kaiserlichen Hoheit" oder des Titels „Prinz" 
durch einen Träger des Namens Rhodocanakis beweisen sollte, oder daß der 
ebenso fingierte Inhalt des betreffenden Werkes für einen genealogischen 
oder geschichtlichen Nachweis gebraucht wurde. Daß alle diese Büchertitel 
freie Erfindungen des Adelsabenteurers sind, hat Legrand auf das ein- 



x ) Vgl. Instruktion für die aiphabet. Kataloge der preuß. Bibliotheken usw. Berlin 1899. 

2 ) Verz. d. Handschriftenkataloge d. deutschen Bibl. v. A. Blau im ZB 1886. 
Bd. III, H. 1 u. 2; der schweizer Bibl. v. G. Meyer, ebd. 1887, Bd. IV; der öster- 
reichischen v. A. Qoldmann, ebd. 1888, Bd. V; betreffs Frankreichs vgl. Catalogue 
general des manuscripts des bibliotheques publiques de France 1885 ff., auch Deutsche 
Zeitschr. f. Geschichtswft. 1892, Bd. VII, S. 342, G. Hu et, Catalogue des manuscripts 
Allemands de la Bibliotheque Nationale. Paris 1895; betr. Spaniens vgl. R. Beer, 
Handschriftenschätze Spaniens, in: Sitzungsber. der K. Ak. d. Wftn. zu Wien, phil.- 
histor. Kl. 1891 ff., Bd. 124ff.; betr. Italiens vgl. Mazzatinti, G., Inventari dei mano- 
scritti delle biblioteche d'Italia 1885ff.; betr. Englands vgl. R. Priebsch, Deutsche 
Handschr. in England, Bd. 1. 2. Erlangen 1896, 1901. 



12 Die ältere familiengeschichtliche Literatur. Das „alte Buch". 

gehendste nachgewiesen. 1 ) Auch macht Kekule von Stradonitz in der Zeit- 
schrift für Bücherfreunde darauf aufmerksam 2 ), daß in der Büchersammlung 
des Rhodocanakis, die bei Rossi in Rom versteigert wurde, kein einziges 
jener von dem Abenteurer zitierten Bücher sich vorfand. Rhodocanakis hat 
außerdem drei alte anonyme Werke eingebildeten oder erfundenen Mitgliedern 
seines Geschlechts zugeschrieben. Er beruft sich auf zwei alte Hand- 
schriften freier Erfindung. Seine eigenen Arbeiten, die er in Druck gab, 
sind voller Fälschungen: Es werden geschichtliche Personen anderer Ge- 
schlechter mit erfundenen Personen des Namens Rhodocanakis verheiratet; 
es werden geschichtliche Träger des Namens Rhodocanakis mit erfundenen 
Personen anderer Geschlechter verheiratet; es werden Nachweise erfunden 
oder gefälscht, die einer wirklichen oder erfundenen Person des Namens 
Rhodocanakis die Titel König, Fürst, Kaiserliche Hoheit, Hoheit usw. bei- 
legen; es werden Stücke tatsächlich erwiesener Genealogien durch erfundene 
Zwischenglieder oder durch Fälschungen genealogisch miteinander verbunden 
(VJH 1910). 

Die ältere familiengeschichtliche Literatur bis gegen Ende 

des 18. Jahrhunderts. 3 ) 

Die ältere In genealogischen Dingen ist das sogenannte „alte Buch" gewöhnlich 

esdiichttk-he ^' e unDrauc ribarste Sache von der Welt. 4 ) Als ein abschreckendes Beispiel 
Literatur. Das jener Lügenhistoriographen, die sich dem Adel gegenüber in Schmeichelei 
" a e uc ' und Unterwürfigkeit überboten, sei der aus Lauban gebürtige Abraham 
Hosemann erwähnt (gräzisiert Knemiander 1561 — 1617); hungrige Literaten 
seines Schlages fertigten teils auf Bestellung, teils um ein literarisches Trink- 
geld zu erhaschen, jeder beliebigen adeligen Familie einen bis in die ent- 
fernteste Vorzeit reichenden Stammbaum an und erhoben dabei die einzelnen 
Familienglieder, nicht nur solche, die einst wirklich gelebt, sondern auch 
rein erdichtete, bis in den Himmel. 

Da sich die der genealogischen Nachweisungen bedürftige Stiftsmäßig- 
keit bis zu einem gewissen Grade mit der Hoffähigkeit und selbst mit der 
Landstandschaft kombinierte, so gewannen im ganzen Deutschen Reiche 
völlig kritiklose Kompilationen von der Geltung eines Bürgermeisters hohes 
Ansehen. Heute noch kann der auf dem Gebiete der Adelsgeschichte tätige 
Forscher dazu verurteilt sein, die künstlich angelegten Irrgänge, mit denen 



*) Emilie Legrand, Dossier Rhodocanakis, Etüde critique de Bibliographie et 
d'histoire litteraire, Paris 1895. 

2 ) Kekule von Stradonitz, Ein „bibliophiler" Adelsabenteurer der Neuzeit, 
Zeitschr. f. Bücherfreunde, 12. Jg. 1908/1909. 

3 ) Ü. d. außerdeutsche familiengeschichtl. Literatur älterer Zeit orientiert man sich 
am raschesten aus Wachler, Gesch. d. histor. Wftn., Göttingen 1812— 1820, dem ich auch 
im folgenden teilweise mich angeschlossen habe. Vgl. auch Mayer, M., Versuch 
einer geschichtl. Entwickl. der Genealogie HGBAB. 1909. 

*) Lorenz, Lehrbuch der Genealogie S. 150. 



Turnierbücher. 13 

ihn tendenziöse Skribenten des 17. und 18. Jahrhunderts beglückt haben, 
durchwandern zu müssen; und es mag die Klage Roths von Schreckenstein 
nicht unbegründet sein, daß viele Leute eitle Sagengeschichte der Wahrheit 
vorziehen und es übelnehmen, wenn man sie darauf aufmerksam macht, daß 
ihre mit Vor- und Zunamen, zuweilen auch mit Wappen ausgerüsteten Vor- 
fahren, die in Werken der genannten Art dem 12., 11., wohl gar dem 
10. Jahrhundert zugewiesen werden, völlig aus der Luft gegriffen sind. 1 ) Es 
muß nachdrücklich betont werden, daß in allen auf genealogische Buch- 
literatur bezüglichen Angelegenheiten der neuere und neueste Darsteller fast 
stets eine größere Glaubwürdigkeit in Anspruch nehmen kann als der alte, 
wenn man von demselben eine gewissenhafte Arbeitsweise voraussetzen 
darf, weil das heute zur Verfügung stehende urkundliche Material in genea- 
logischen Dingen erheblich größer ist als dasjenige, welches selbst den 
besten Schriftstellern älterer Zeit vorgelegen hat. 

Gerade die Genealogien sind von jeher ein wahrer Tummelplatz teils 
sagenhafter, teils ganz bewußt erfundener Fälschung gewesen. Familien- und 
Nationaleitelkeit haben in der Zurückführung der Stammbäume auf Heroen 
und Helden das Unglaublichste geleistet. Der Wunsch, lückenlose Ahnen- 
reihen zu besitzen, das Bestreben der Gelehrten, unbestimmte Verwandt- 
schaftsbeziehungen sicherzustellen und recht vollständige genealogische Linien 
zu gewinnen, sind kaum minder verhängnisvoll geworden. Als ein Beispiel 
großer Entstellung der tatsächlichen Überlieferung können die fränkischen 
Königslisten angeführt werden, welche Joh. Hübner in seinen „Genealogischen 
Tabellen" (1708, später öfter neu aufgelegt) veröffentlicht hat. Nicht selten 
suchte man genealogische Fälschungen durch gefälschte oder erfundene 
Quellennachweise zu unterstützen. Als ein Beispiel hierfür diene das genea- 
logische Werk von Jeröme Vignier, La veritable origine des tres-illustres 
maisons d'Alsace, de Lorraine, d'Autriche etc. 1649, worin der Vater der 
heiligen Odilia als Stammherr hingestellt und zum Nachweise angeblich vom 
Verfasser entdeckte Fragmente einer Biographie der Heiligen erfunden sind, 
vgl. Julien Havet, Questions merovingiennes, in Bibliotheque de Pecole des 
chartes 1885, Bd. XXXXVI, 261 ff. 2 ) 

Besonders bedürftig einer kritischen Nachprüfung sind die Angaben der Turnierbücher. 
Turnierbücher. 3 ) Daß in diesen namentlich in heraldischer Beziehung, wenn 



x ) v. Wegele, Geschichte der deutschen Historiographie 1885, S. 558 ff. 

8 ) Bernheim, Lehrb. d. histor. Methode. 5. u. 6. Afl., S. 365. 

3 ) Hefner-Alteneck, J. H. v., Hans Burgkmaiers Turnierbuch (28 kolorierte T. 
mit Text). — Hans Burgmair des Jüngeren Turnierbuch von 1529 mit erklärendem 
Text, hrsg. von Heinrich Pallmann, Leipzig 1911. — Freydal, Des Kaisers 
Maximilian I. Turniere u. Mummereien, hrsg. v. Quir in von Leitner. Wien 
1880—82 (vgl. MAW 1881 Nr. 3, S. 10). — Clamorinus, Barthol., Thurnierbüchlein, 
darinnen 36 Thurnier sind gehalten worden u. sampt Register vber 360 Deutsche vom 
Adel, wie sie in alten Thurnieren vor 700 Jahren gefunden werden. Dresden 1591. — 
Der sächsischen Kurfürsten Turnierbücher, hrsg. v. Erich Haenel, Frankfurt a. M. 
1910 (Festschr. d. V. f. historische Waffenku. in seiner Hauptvers, in Coburg), vgl. 
auch Erich Haenel, Das Turnier am sächsischen Hofe im 16. Jht. Vortrag auf der 



14 



Turnierbücher. 



die kritische Sondierung das Echte vom Falschen geschieden hat, manch 
interessante Überlieferung verborgen ist, soll nicht geleugnet werden. Daß 
aber die Literatur unseres deutschen Turnierwesens noch manchen Wunsch 
unerfüllt läßt, wird hauptsächlich durch die dem einst hochberühmt ge- 
wesenen, nun aber mit Fug und Recht verrufenen Turnierbuche des pfälzischen 
Herolds Georg Rüxner beschiedenen Erfolge verschuldet. Durch dieses 
opulent ausgestattete und sich schon hierdurch empfehlende Werk ist den 
Ritterspielen und den Familien, die sie besucht haben, im Gegensatze zu 
anderen Geschlechtern eine viel zu große Bedeutung beigemessen worden. 
Die Ritterschaft nahm leider die der Eitelkeit Tür und Tor öffnenden, dreisten 
Erfindungen eines Schwindlers so begierig auf und berief sich so selbst- 
gefällig auf dieselben, daß sie lange Zeit als historische Wahrheit galten 
und der Verbreitung richtiger Ansichten hemmend entgegenwirkten. Was 
Rüxners Schrift in gewissen Kreisen besonders empfahl, ist absolut un- 
stichhaltig: die Vorstellung nämlich, daß der kleine Reichsadel im 10. und 
11. Jahrhundert mit Fürsten und Herren auf der Stechbahn und auch außer- 
halb derselben beinahe wie mit seinesgleichen verkehrt hätte. Turniere hat 
es bekanntlich im 10. und 11. Jahrhundert nicht gegeben. Erwägen wir, 
daß die Erteilung des Druckprivilegiums (1527) für das Turnierbuch nur 
wenige Jahre nach dem 1522 von Franz v. Sickingen zu Landau abgehaltenen 
Rittertage erfolgte, so ist es gewiß sehr begreiflich, daß die politisch er- 
regten, sich bis zum Untergänge Wilhelms v. Grumbach mit großen Dingen 
tragenden Reichsritter, die es dem hohen Adel gleichtun wollten, sehr dazu 
geneigt waren, alles zu glauben, was ihrem Größenwahn den Schein historischer 
Berechtigung verlieh. Zwar wurden schon im 16. Jahrhundert wohlbegründete 
Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit des Turnierbuches mehrfach aus- 
gesprochen. Aber diesen Bedenken fehlte die erforderliche Verbreitung haupt- 
sächlich in jenen Schichten, die sich hätten belehren lassen sollen, während 



Hauptvers. d. V. f. historische Waffenku. in Nürnberg 1906, Sonntagsbeil. d. Dresdner 
Anz. 1906, 31,32,33. — Vgl. auch: Nachrichten ü. d. Turniere zu Würzburg u. Bamberg 
in d. J. 1479 u. 1486. Würzburg 1867. — Über Rüxner, dessen Turnierbuch; Sim- 
mern 1527, 1530, 1532 f. u. oft erschien, vgl. Roth v. Schreckenstein, Ritterwürde 
u. Ritterstand, S. 619; Wachler, Gesch. d. histor. Wftn. I, 304f. — Appendix Joannis 
Hollandi et Jacobi Pütrichii rythmi saec. XV de familiis Bojoariae quae ludis 
equestribus (vulgo Torneamentis) interfuerunt ex MSS editi praemissis illarum ex 
iisdem MSS scutis gentilieiis in: Raymundi Duellii, Excerptorum General. Histor., 
Leipzig 1725, S. 249 ff. Johann Hollandt v. Eykhenfelden war „bayrischer Ehrenhold 
zu Zeiten Herzog Ludwigs v. Bayern, Grafen zu Martani". — Bellica progymnasmata 
duce Joachimo, S. R. d. Marchione Brandenb., et Heinrico Magnopolitano duce No- 
virupini celebrata et a P. Vigilantio latinitati donata Frankf. a. O. (Hochtrabende Be- 
schr. e. zu Neuruppin v. obigen Fürsten 1512 gehaltenen Turniers. Mit Benennung 
aller Teilnehmer). — Turnierbuch Herzog Wilhelms IV. v. Bayern (1510—45) nach d. 
Originale der Kgl. Staatsbibl, hrsg. v. Schlichtegroll u. Sennefelder, München 
1817. — Turnier bei Hochzeit des Churprinzen 1722. Von solchen im Turnierhaus 
zu München gehaltenen Hoffesten, sog. Turnieren, gibt es e. große Anzahl von Sepa- 
ratbroschuren v. 1717-63. Vgl. auch v. Gumpenberg, Die Gumpenberger auf 
Turnieren, 1862. 



16. Jahrhundert. 15 

das Turnierbuch von 1530 — 1750 eine Reihe von Auflagen erlebte und zu 
weiterem Überflusse durch eine Übersetzung ins Lateinische sowie auch durch 
gedruckte und handschriftliche Auszüge fortwährend im Kurs blieb und 
heute noch in manchen Werken gespensterhaft erscheint, die sich ein ge- 
lehrtes Ansehen geben möchten. Nur wenige Edelleute der sogenannten 
guten alten Zeit besaßen die erforderlichen Kenntnisse und die nötige Un- 
befangenheit, um das Turnierbuch nach seinem wahren Werte, will sagen 
Unwerte, beurteilen zu können. Was sie in Pagenhäusern, auf Ritter- und 
Jesuitenschulen gelernt hatten, diente gewiß nicht zur Weckung kritischer 
Bedürfnisse. Auch auf den Universitäten herrschte die Methode des sich 
besonders im theologischen und juristischen Gebiete breitmachenden Pro- 
babilismus, bei dem es bekanntlich mehr auf die Häufung von Aussprüchen 
anerkannter Autoritäten als auf Gründe ankommt. Wer sollte aber, wenn 
es sich um das wie ein Palladium der Ritterschaft angestaunte Turnier- 
wesen handelte, ein Autor probabilis sein, wenn es der durch kaiserliche 
Druckprivilegien geschirmte Vater Rüxner nicht war? 

Man würde den genealogischen Schriftstellern des 16. Jahrhunderts un- 16. jahrhundert- 
recht tun, wenn man sie alle für so minderwertig wie Rüxner halten wollte. 
Schon bei Franz Irenicus aus Ettlingen (Exegesis Germaniae Hagenau 
1518 fol.) 1 ), offenbart sich eine richtige Ansicht und Methode der genealo- 
gischen Untersuchung und eine angemessene Benutzung ihrer Resultate; aber 
im ganzen ist doch die mühsame, oft geräuschvolle, mit beträchtlichem Kosten- 
aufwande verbundene Kraftanstrengung der damaligen deutschen Genealogen 
von einem unverhältnismäßig geringen Erfolg begleitet gewesen. Kein 
deutsches Fürstenhaus kam dem österreichischen in Begünstigung und tätiger 
Unterstützung der genealogischen Studien gleich; schon unter K. Friedrich III. 
fingen sie an zu gedeihen, aber weit angelegener läßt sich Maximilian I. 
ihre Förderung sein. Johann Stabius (f 1510) und Ladislaus Suntheim 
mußten Deutschland und andere Teile Europas bereisen, um für die Ge- 
schichte des Habsburgischen Geschlechtes Materialien und Urkunden zu 
sammeln, wovon vieles in dem unruhigen Zeitalter gegen das Ende des 16. 
und im Anfange des 1 7. Jahrhunderts untergegangen, zerstreut und verfälscht 
worden ist; Suntheims Schriften bleiben als Denkmäler gelehrter Emsigkeit 



!) Was die Gesch. des MA betrifft, so läßt sich die Überlieferung, der Mönch 
Alberich im 13. Jht. sei der erste gewesen, der e. Versuch mit Qeschlechtsregesten 
machte, vgl. Rose, Artikel Genealogie, bei Ersch und Gruber, Allgem. Encyklopädie. 
I. Sektion, 57. T. speziell S. 366, nicht aufrecht erhalten. Ein genealogisches Interesse 
knüpfte sich im MA zuerst an das eigene Geschlecht, weiterhin an bedeutende, außer- 
halb des Geschlechtes stehende Personen. Der daraus entstehenden genealogischen 
Überlieferung liegen zwei seelische Anlagen oder Grundstimmungen zugrunde, die 
idealistische und die naturalistische. Eine Hauptart der idealistisch gerichteten Genea- 
logie findet sich in der Edda, eine solche der naturalistisch bestimmten bei Jordanes. 
Vgl. Alfred Hönger, Die Entwickelung der literarischen Darstellungsform der Genea- 
logie bei den germanischen Stämmen bis in die Karolingerzeit. Leipziger Dissertation 
1912 u. ZPF, 11. H. 1912. 



Ig 16. Jahrhundert. 

achtungswert 1 ), und die Aufklärungen, welche Cuspinian unter Anschluß an 
Suntheim über mehrere Probleme des Mittelalters verbreitete, verdienen 
dankbare Erwähnung; ohne vielfache mühsame Vorarbeiten hätte Hans 
Jakob Fugger sein ungedrucktes prachtvolles Werk 3 ) nicht zustande bringen 
können. 

O. Spalatins genealogische Forschungen, die er im Dienste und auf 
Begehren des Kurfürsten Friedrichs des Weisen von Sachsen 1514 begann 
und bis zu seinem Tod mit Unterbrechungen fortführte, sind noch sehr 
unreif. Über den Ursprung der alten Landgrafen von Thüringen und der 
Markgrafen von Meißen verbreitete er am kursächsischen Hofe falsche An- 
sichten, die als Haustraditionen bis tief in das 19. Jahrhundert hinein nicht 
zu tilgen waren. Vorsichtiger ging er beim Studium der adeligen Geschlechter 
zu Werke, wobei er Urkunden zur Hand nahm. Ebenso ermangelt des 
Straßburgers Hieronymus Gebwiler Epitome regii ac vetustissimi ortus 
Caroli V. et Ferdinandi omniumque Archiducum Austriae et comitum Habs- 
burgensium (Straßburg 1527, mit Holzschnitten, vollständiger 1530, in 4° 
und Löwen 1650 in 8°, ohne Holzschnitte), sowie des Flamländers Jacob 
Meyer Flandricarum rerum tomi X de origine antiquitate nobilitate ac 
genealogia comitum Flandriae (Brügge 1531, in 4° und Antwerpen 1531 
in 8°) der Sicherheit und Glaubwürdigkeit. Sie enthalten alle noch Märchen 
und Legenden der Geschlechter. Unsicherheiten und Fabeleien behielten 
auch in Ph. Melanchthons Theatrum genealogicum (Magdeburg 1598), in 
den genealogischen Versuchen Kasp. Peucers und Lazius (Latzens) Schrift: 
De aliquot gentium migrationibus (1555 und Frankfurt 1600) und in Chyträus 
Chronicum Saxoniae die Oberhand. Der Pfälzer Kurfürst Ludwig VI. spielte 
mit den Geschlechtsregistern seiner Familie derart, daß er Reime mit Prosa 
vermengte. 3 ) 

Erst Reiner Reineccius (Reineck) aus Helmstedt brachte mehr wissen- 
schaftliche Methode in die Genealogie, die er in ihrem ganzen Umfange zu 
bearbeiten unternahm. Er erregte unter seinen Zeitgenossen Aufsehen durch 
sein Syntagma de familiis quae in monarchiis tribus prioribus rerum potitae 
sunt (Basel 1574— 1580, 4 Bde.) und durch seine Historia Julia seu syntagma 
heroicum (Helmstedt 1594—1597, 3 Bde.). Wie Reineccius erwarben sich 
auch Hermann Hammelmann und Andreas Engel unleugbares Ver- 
dienst um die Geschlechterkunde. Die Genealogie der bayrischen Fürsten 
fand an Aventin und Hund treffliche Bearbeiter. 

l ) Bauer, Josef Ritter v., Ladislaus von Suntheim u. d. Anfänge genealog. 

u C c g 'o l « erreich| JAW NF 14 ' 60ff - - A SYd Kopriva, Die Suntheimer T. 
ebd S. 84 ff. Hier auch ü. d. Ausg. dieser T. bei Hieron. Pez, Scriptores rerum 
Austnacarum, T. i. 1721. 

*) Wahrhaftige Beschreibung zweier in einem der alleredelsten uralten und hoch- 
tobhchsten Geschlechter der Christenheit des Habsburgischen und Österreichischen 
Okt S 49 f mit Wen ' gStens 1000 ° Wa PP en ! s. v. Aretin, Beyträge. Leipzig 1803, 

8 ) Herausgegeben v. Fischer in derNovissima scriptorum ac monumentorum rerum 
germanicarum collectio zu Halle 1781. 4<>. 2 Bde. 



17. Jahrhundert. 17 

Unter denen, welche mehrere Teile der deutschen Spezialgeschichte be- 
handelt haben, ist seines seltenen patriotischen Fleißes wegen, und weil er 
anderen den Weg bahnte, beachtenswert: Cyriacus Spangenberg 1 ) aus 
Nordhausen (geb. 1528, gest. 1604); dieser war unermüdet tätig, um sich 
über einzelne Gegenden, Orte und Geschlechter urkundliche Nachrichten zu 
verschaffen und dieselben in Chroniken zusammenzustellen; besonders ließ 
er sich die Aufklärung der Genealogie angelegen sein. Sein Erzählungston 
ist treuherzig und kräftig, die Sprache rein und wohlklingend. Auch Johann 
Letzner 2 ), Prediger zu Iber im Grubenhagischen, aus Hardegsen (geb. 1531, 
gest. 1613), sah viele Handschriften, Diplome und Familienpapiere ein und 
klärte manches auf. Beider Männer Sammlungen sind aber zu unkritisch, 
sodaß man ihren Angaben nicht ohne strengste Nachprüfung folgen kann. 

Alles in allem war noch immer im einzelnen viel zu wenig vorge- n. Jahrhundert, 
arbeitet, um allgemeine genealogische Werke, wie solche von Hieronymus 
Henninges 8 ) aus Lüneburg (starb 1598) und von dem Jenaischen Professor 
Elias Reusner 4 ) unternommen wurden, gelingen zu lassen. Bei beiden ist 
die Anlage fehlerhaft und die Ableitung der neueren Familien voll willkür- 
licher Voraussetzungen und unerweisbarer Kombinationen; die Observanz 
hatte Behauptungen geheiligt, deren Beibehaltung alles Streben nach genea- 
logischer Wahrheit vereiteln mußte. In Reusners Bahnen arbeitete auch 
Andreas Hiltebrand (starb 1638)'. Seine Tabulae genealogicae continentes 
Pomeranorum ducum modernorum progenitores (Sedini 1618) besitzen die 
Königl. Bibliothek zu Berlin und die Königl. und Universitätsbibliothek zu 
Breslau, das Stamm- und Geburtsregister der Könige von Schweden (Stettin 
1632) die Universitätsbibliothek zu Greifswald. Sehr selten scheinen seine 
Genealogia illustrissimorum Pomeraniae ducum (Sedini 1622), über die 
Otto Heinemann in den Monatsblättern, herausgegeb. von der Gesellschaft 
für Pommersche Geschichte und Altertumskunde, 1905, S. 11 Off., berichtet, 
und seine Genealogia comitum ab Eberstein (Stettini 1623) zu sein. In 
Deutschland wurde die Genealogie zuerst von Nikolaus Rittershausen 5 ), 



*) Leukfeld, S. J. Q., Hist. Spangenbergensis etc. Quedlinburg, 1712. 4°. Adel- 
spiegel. Schmalkalden das. 1591. 

2 ) Stammb. der von Berlepsch. Erfurt 1593. 4°. Plessisches Stammb. in Joach. Meier 
Origg. Pless. 

*) Qenealogicarum Tabularum T. 1. 2. Uelzen 1584 — 1587; umgearbeitet: The- 
atrum genealogicum, ostentans omnes omnium aetatum familias etc. Magdeburg 1598. 
4 Folianten. — Qenealogiae aliquot familiarum nobilium in Saxonia etc. Uelzen 1587. 
verm. Hamburg 1590f. 

*) Genealogicum Romanum de familiis praecipuis Regum, Principum Caesarum 
Rom., Frankfurt 1589 f. Opus genealogicum catholicum das. 1592 f. Stemma Wittichin- 
deum. Jena 1592. 1597f. 

5 ) Genealogiae imperatorum, regum, ducum, comitum praecipuorumque aliorum 
procerum orbis christiani. Altdorf 1653, Tübingen 1658; 1664; 1674, 1683f. — Brevis 
exegesis hist. genealogiarum imp. etc. Tübingen 1674 f. — XIV. Tabulae chronologicae, 
quibus exhibentur praecipuae familiae hodiernorum Principum Imperii. Tübingen 1661; 
1668; 1670; 1684 f. — Imhof, I. W. v., ergänzte u. erweiterte diese Schriften u. legte 
sie bei seinen Arbeiten zugrunde. 

Heydenreich, Handbuch der praktischen Genealogie. I. 2 



lg 17. Jahrhundert. 

Professor der Rechtsgelehrsamkeit zu Altorf (geb. 1597, gest. 1670), nach 
den Regeln der historischen Kritik wissenschaftlich bearbeitet und von aben- 
teuerlichen Sagen und Grillen gereinigt; er ging bei der Ableitung der Ge- 
schlechter vom 15. christlichen Jahrhundert aus und ließ ein höheres Alter- 
tum der Familien nur als seltene Ausnahme zu; sein Verfahren ist vorsichtig 
und auf Zeugnisse gestützt. Positive Aufstellungen für die dunkleren Jahr- 
hunderte lagen außerhalb seines Gesichtskreises. 

Der ehrwürdige Theolog Philipp Jacob Spener 1 ) aus Rappoltsweiler 
im Elsaß (geb. 1635, gest. 1705) brachte wissenschaftliche Methode in die 
von ihm aus historischem Gesichtspunkte betrachtete und mit der Gene- 
alogie in engere Verbindung gestellte Heraldik; seine Schriften, besonders 
das System der Heraldik, haben durch Vollständigkeit, Klarheit in der An- 
ordnung und technische Präzision Epoche gemacht und genossen lange 
klassisches Ansehen. Spener gab dem heraldischen Mystizismus den Todes- 
stoß, er erläuterte die einzelnen Teile des Wappens historisch, indem er sie 
selbst als geschichtliche Gebilde betrachtete. Die erste Frucht seiner heral- 
dischen Studien war der Kommentar zum sächsischen Wappen (1660). Eine 
vollständige theoretische Übersicht über die Wappenwissenschaft und Wappen- 
kunst ist die Historia insignium, deren pars specialis 1680, deren pars gene- 
ralis 1690 erschien. Auch sein Theatrum nobilitatis Europeae ist ein monu- 
mentales Werk, das für sich allein genügen würde, den Verfasser zum be- 
rühmten Manne zu machen. Speners Werke werden auch noch heute mit 
Nutzen zu Rate gezogen und dürfen in keiner Fachbibliothek fehlen 2 ). 
i8. Jahrhundert. Äußerst unkritisch und pflichtgemäßer Treue und Sicherstellung der oft 
willkürlich hingeworfenen Angaben ermangelnd sind die bändereichen Kom- 
pilationen des Benediktiners Gabriel Bucelin 3 ) zu Weingarten (geb. 1599, 
gest. 1681). Wie ungereimt man noch zu Anfang des 18. Jahrhunderts in 
genealogischen Dingen nicht selten verfuhr, beweist eine sauber gearbeitete 
Stammtafel der Landgrafen von Hessen, die deren Ursprung bis auf Adam 
zurückführt und die angibt, daß der erste Landgraf Heinrich das Kind, 
welcher 1306 starb, im 91. Gliede von Adam abstammt. Nachdem dann 
Joh. Ehrenfr. Zschackwitz aus Kosen mit seinem historisch-genealogischen 
Schauplatze usw. (Lemgo 1724, 4) einen unglücklichen Versuch gemacht 
hatte, trat Joh. Hübner zu Hamburg mit seinem Lexicon genealogicum 

*) Insignia serenissimae familiae Saxonicae, 1660.— Historia insignium Illustrium 
s. Operis Heraldici. Pars specialis. Frankfurt 1680. Pars generalis, das. 1690; 1717. 
— De insignibus familiae Saxoniae, das. 1668. 4. — Theatrum nobilitatis Europeae, 
das. 1668 f. — Sylloge genealogico-historica, das. 1675. 8. — Sanctitas, Majestas po- 
tentia et Nobilitas, Frankf. 1680. - Illustriores Halliae stirpes tab. geneal. compre- 
hensae das. 1689 f. - Henry Schwieger, Philipp Jacob Speners Familie. Ham- 
burg 1911. 

2 ) Kekule von Stradonitz, Die Qrenzboten, 60. Jg., Nr. 13 v. 28. März 1901, 
wieder abgedr. in seinen Ausgewählten Aufsätzen aus d. Gebiete d. Staaatsrechts u. 
der Genealogie. I. 1905, S. 181 ff. 

s ) Zu seinen wichtigsten Schriften gehört die Germania topo- chrono -stemmato- 
graphica sacra et profana. 3 Teile. 1662-65. Dazu ein Index JAW 1878. 



18. Jahrhundert. 19 

portatile (Hamburg 1729) und den genealogischen Tabellen auf, die zwar 
allgemein verbreitet und bekannt wurden, die Wissenschaft aber an Gründ- 
lichkeit und Zuverlässigkeit der Forschung wie an Vollständigkeit des Stoffes 
um keinen Schritt weiter brachten und außerordentlich vieles noch zu wün- 
schen übrig ließen. Die Tabellen erschienen in Leipzig 1708 — 1730, Quer- 
fol., 4 Bände, nebst den kurzen Fragen aus der Genealogie, ebendaselbst 
1719 — 1737, 12°, 4 Bände, neue Auflage beider Werke durch Krebel eben- 
daselbst 1737—1766. 

Hieran schließen sich Sam. Lenz's (aus Stendal) historisch-genealo- 
gische Untersuchungen und Erläuterungen dieser Hübnerschen Tabellen 
(Köthen 1756,4°) und der Königin Sophie von Dänemark mit Fleiß und 
Zuverlässigkeit ausgearbeitete Supplemente zu jenen sechs Lieferungen 
(Kopenhagen 1822 — 1825, Querfol.). Hierzu kommen noch Cp. Saxii Ta- 
bulae genealogicae (Utrecht [Leipzig] 1783 fol.), die wieder in Faseleien 
zurückfielen, mit mehr Verdienst aber Gatterers Stammtafeln zur Welt- 
geschichte, wie auch zur europäischen Staaten- und Reichshistorie (Göttingen 
1790, gr.4). 

Im emsigen und vorsichtigen Sammeln und historischen Anordnen und 
Benutzen der Materialien zur allgemeinen neueuropäischen Geschlechterkunde 
versuchte sich Jacob Wilhelm von Imhof 1 ). Sein Hauptwerk beschränkt 
sich verständigerweise auf Deutschland und behandelt mit Sachkunde und 
Einsicht die Genealogie der großen und vornehmen Fürsten und Herren vom 
Kaiser bis zu den reichsfreien Grafengeschlechtern; auch die geistlichen 
Fürsten sind berücksichtigt. Die übrigen genealogischen Schriften Imhofs, 
die sich mit den Stammbäumen der großen und kleinen Geschlechter in 
England, Frankreich, Italien, Spanien usw. beschäftigen, beruhen auf unzu- 
länglichen Hilfsmitteln. 

Von entschiedenem Gewinn war die schriftstellerische Tätigkeit des be- 
rühmten Johann David Köhler aus Colditz. Auf eine dankbare Nachwelt 
hat Köhler um deswillen gerechte Ansprüche, weil er der erste war, der alle 
wissenschaftlichen Bedingungen, unter welchen die historische Forschung ge- 
lingen kann, zum Gegenstand des Unterrichts erhob, in Lehrbüchern und 
Vorträgen bearbeitete und durch einzelne Erörterungen und Untersuchungen 
oder Folgerungen auf gelungene Weise veranschaulichte. So bearbeitete er 
die Genealogie kritisch, führte sie auf Urkunden und authentische Zeugnisse 



*) Spicilegium Rittershusianum. Tübingen 1683—85. fol. — Notitia Procerum 
S. R. G.Imperii, das. 1684. 2. Bd. 8°; 1687, 4°; 1693; 1699f.; verm. herausgeg. v. I. D. 
Köhler 1732. — Genealogiae familiarum Bellomaneriae, Claromontanae, de Galle- 
rande et Memmiae. Nürnberg 1688. — Histor. Regum Pariumque M. Brittanniae, 
Nürnberg 1690; c. Append, das. 1691. — Genealogiae XX illustr. Italiae familiarum. 
Amsterdam 1700; 1710f. — Hist. Ital. est Hisp. geneal. Nürnberg 1701. — Genea- 
logiae hist. caesarearum, regiarum et principalium familiarum, quae in terris Europaeis 
post romanae extinctionem monarchiae hucusque imperarunt. Frankfurt und Leipzig 
1701. 8. — Stemma regum Lusit. Amsterdam 1708 f. — Recherches Hist. et geneal. des 
Grands d'Espagne. Amsterdam 1707. 12. — Genealogiae XX. illustr. in Hisp. famil. 
Leipzig 171 2f. u.a.m. 

2* 



9Q 18. Jahrhundert. 

zurück und setzte die Heraldik damit in angemessene Verbindung. Von 
seinen Werken seien genannt: Der durchlauchtigsten Weltgeschichts-, Ge- 
schlechts- und Wappen -Kalender (Nürnberg 1722—55), Historische Münz- 
belustigungen usw. (Nürnberg 1727—65, 22 Teile), eine Reihe von Disser- 
tationen über die Genealogien römisch-deutscher Kaiser (Altdorf 1721—31). 
Er gab Weberi Examen artis heraldicae (Göttingen 1753, 8) mit vielen Ver- 
mehrungen heraus. 

Die ersten genealogischen Veränderungen verzeichnete der rüstige 
Sammler Michael Ranft 1 ), Prediger zu Gr.-Stechau im Altenburgischen 
(geb. 1700, gest. 1774), im Genealogisch-Historischen Archivarius, „welcher 
alles", wie es auf dem Titelblatt heißt, „was sich unter den jetzt lebenden 
in der Welt an Geburten, Vermählungen, Avancements und Todes -Fällen 
veränderliches zuträgt. Mit Einrückung vieler Lebens-Beschreibungen sorg- 
fältig anmerket" (Leipzig 1731 — 38, 8 Bände, 8°; Geneal.-histor. Nachr. 
L. 1739 ff., 126, 8, und Neue Geneal.-histor. Nachr., 1752 ff., 12 Bände, 8°); 
von anderen fortgesetzt bis 1772. Ein Generalregister zu allen Bänden des 
vorgenannten „Genealogischen Archivarius" steht am Schluß des 8. Bandes. 
Aus dem mannigfachen genealogischen und biographischen Inhalt dieses 
Werkes seien hier noch eine Reihe von Listen hervorgehoben, die man hier 
nicht sucht: Band VI: „Vollständiges Verzeichnis aller heutigen Ritter des 
Heiligen Geistes, samt einigen neu ernannten", „Die heutigen Österreichi- 
schen Ritter des güldenen Vließes", „Verzeichnis aller Marschalle von Frank- 
reich", „Die Herren-Meister des Johanniter-Ordens in der Marck, Sachsen, 
in Wendenland, samt denen unter den jetzigen Herrenmeistern zu Sonnen- 
burg geschlagenen Ordensrittern". Band VII: „Die jetzigen Kayserl. würckl. 
Geheimbden Räthe nach dem Alphabet"; „Die jetzigen Mitglieder des neuen 
königlich dähnischen Ritter-Ordens de la Fidelite wie auch die jüngst er- 
nannten sowohl als jüngst verstorbenen Stern-Creutz-Ordens-Damen". 

Die Wappenkunde fand zwar mehrere Bearbeiter 2 ), welche Lehrbücher 
verfaßten und sich zum Teil in unsicheren Überlieferungen und in dreisten 
Voraussetzungen und Vermutungen gefielen, aber an den wackeren Spener 
schlössen sich nur Eucharius Gottlieb Rink, Professor zu Altdorf (gest. 
1745), und Joh. D. Köhler in der historischen Behandlung und Benutzung 
des heraldischen Studiums an; der letztere 3 ) besorgte auch die erste größere 
Wappensammlung. 

Gatterer, Johann Christoph (1727—1799), entrollte in seiner „Ge- 



*) Mich. Alb. Ranft, Magister Michael Ranft, FB 1910; drs., Geschichte der 
Familie Ranft. Leipzig 1911. 

*) Am bekanntesten: Trier, J. W., Einl. z. Wappenkunst. Leipzig 1714; vermehrt 
v. C. J. Feustel, Leipzig 1744. 8. — Schmelzl, M., Einleit. z. Wappenlehre. 2. Afl. 
Jena 1734. 8. — Zschackwitz, J. E., Heraldica. Leipzig 1735. 8; voll unhaltbarer 
Behauptungen. 

8 ) Das große und vollständige, anfangs Siebmachersche, dann Weigelsche 
Wappenbuch in 17 Teilen, nebst einer Vorrede J. D. Köhlers, Nürnberg 1734. Q.-F.; 
Supplemente 1755-56; neue Afl. das. 1776—91. 6 Bd. u. 8 Spl. 



18. Jahrhundert. 21 

nealogischen Geschichte der Herren von Holzschuher" 1 ), eines Nürnberger 
Patriziergeschlechtes, die Vergangenheit einer bedeutenden Familie wohl zum 
erstenmal auf urkundlicher Grundlage und in erschöpfender Weise; er er- 
örtert dabei die Entstehung des städtischen Adels mit spezieller Beziehung 
auf das Nürnberger Patriziat, allerdings inbetreff der Turnierfähigkeit des- 
selben in der früheren Zeit eine zu nachsichtige Kritik übend. Besondere 
Verdienste erwarb er sich um die Diplomatik 2 ). Für den Familienforscher 
kommen namentlich seine genealogischen und heraldischen Arbeiten 8 ) in 
Betracht. Er hatte bereits 1767 eine Sammlung von etwa 18000 Wappen 
zusammengebracht. 

Die Theorie Gatterers wird durch eine unglückliche Art von mathe- 
matischer Betrachtung wesentlich beeinträchtigt. Nach Gatterer besteht 
der Kern der Heraldik in der Austüftelung der geometrisch-mathematischen 
Grundlagen der Heroldsbilder. Gatterer selbst schreibt: „Die ganze Theorie 
der Wappen und insbesondere des Wappenschildes gründet sich vermöge 
der Erfahrung fürnämlich auf die Veränderungen, welche der Gebrauch der 
geraden und krummen Linien verursacht." Diese „Theorie" wird mit einer 
Feinheit, Gründlichkeit und mit einer Geduld durchgeführt, die einer für 
solche Theorie weit besser geeigneten Sache würdig wäre. 

Zu den Zeitgenossen Gatterers gehörten Damian Hachard von 
Hattstein, Die Hoheit des teutschen Reichs-Adels etc. Das ist: Voll- 
ständige Probe der Ahnen unverfälschter Adlicher Familien, ohne welche 
keiner auf Ertz-, Dhomb-, hoher Orden- und Ritter-Stiffter gelangen kann oder 
angenommen wird. 3 Bände (Fulda 1729 — 40, Großfol.), Johann Ludwig 
Levin Gebhardi 4 ) aus Braunschweig (geb. 1699, gest. 1764), Professor in 
Lüneburg, ein behutsamer und vielbelesener Forscher, dem die Geschichte 
der deutschen Fürstenhäuser mannigfaltige Aufklärung verdankt, und sein 
Sohn Ludwig Albrecht Gebhardi (geb. 1735, gest. 1802), welcher mit 
noch schärferem Blicke, nach des Vaters Grundsätzen, in demselben Fache 
fortarbeitete. 

Die Braunschweigischen Annalen besaßen mehrere treffliche Forscher 
von anerkannter wissenschaftlicher, fruchtbarer Gründlichkeit. Christian 



J ) Historia genealogica dominorum Holzschuherorum etc. Patriciae gentis etc. 
(Nürnberg 1755; Text neben einem umfassenden Codex diplomaticus). 

8 ) Wegele, Franz X. v., Gesch. der deutschen Historiographie, 1885, S. 760. 

8 ) Handb. d. neuesten Genealogie u. Heraldik. Nürnberg 1759 — 1760. — Abriß 
der Genealogie 1788. — Von d. Evidenz d. Genealogie (1769) in d. allgemeinen histor. 
Bibl., 12, 3 — 17. Dazu in unmittelbarem Anschluß ein Beispiel (S. 46) z. Erläuterung 
Gattererscher Methode in d. Genealogie. — Abriß der Heraldik 1773. — Praktische 
Heraldik. Nürnberg 1791. 

*) Meusel, Lex., Bd. 4, S. 52. — Der europäischen Kaiser- u. Königl. Häuser 
historisch-genealog. Erläuterung (nach Gg. Lohmeier, Lüneburg 1731, 3 fol. — Reges 
Francorum Merovingici documentorum auctoritate asserti, das. 1736. 4. — Historisch- 
genealogische Abhandlungen, das. 1747 f., 4. Th. 8; den 3. u. 4. hat sein S. heraus- 
gegeben. Dieser ließ auch mit Benutzung des väterlichen Nachlasses erscheinen: Ge- 
nealogische Gesch. der erblichen Reichsstände in Deutschland. Halle 1776—1785, 
3 Bd., 4. 



22 Über famil Jengeschichtliche Literatur. 18. Jahrhundert. 

Ludwig Scheidt 1 ) aus Waidenburg im Hohenlohischen (geb. 1709, gest. 1761), 
Bibliothekar in Hannover, begründete mit kritisch -gelehrter Benutzung der 
Leibnitz-Eccardschen Vorarbeiten die Geschichte des uralten Guelfen- 
Geschlechts urkundlich und legte in diesem Werke einen für das ganze 
Mittelalter, besonders Deutschlands, reichen Schatz tiefer Forschungen nieder. 
Mehrere andere genealogische und staatsrechtlich -historische Arbeiten ver- 
folgte er mit deutscher Beharrlichkeit, umfassender Belesenheit, reifem Scharf- 
blicke und folgerechter Prüfung. 

Auf bayrischem und vogtländischem Gebiete arbeitete mit emsigem 
Fleiße Joh. Gottfr. Biedermann, dessen Bücher zwar nur mit steter Kritik, 
aber doch auch noch jetzt mit Nutzen benutzt werden können. 2 ) 

In Kursachsen gab seit 1727 der königlich polnische und kurfürstlich 
sächsische Akziseinspektor zu Kohren, Valentin König, eine dreibändige 
genealogische Adelshistorie heraus „derer im Chursächsischen und angrenzen- 
den Ländern — zum Theil ehemals, allermeist aber noch jetzt in gutem Flor 
stehenden adelichen Geschlechter". Es sind in diesem großen Werke gegen 
200 Familien abgehandelt, also nur ein ziemlich kleiner Teil der im Kurfürsten- 
tum und in den Herzogtümern Sachsen, sowie im Fürstentum Anhalt, das auch 
hineingezogen ist, damals noch vorhandenen Adelsgeschlechter. Die Un- 
zuverlässigkeit der Königschen Arbeiten, insbesondere ihrer die ältesten 
Zeiten behandelnden Abschnitte, ist durch Vergleichung mit urkundlichen 
Daten leicht zu erweisen; vornehmlich sind die Ahnentafeln, die er in über- 



*) Meusel, Lex., Bd. 12, S. 120 f. — Origines Guelficae, quibus potentissimae 
gentis primordia, magnitudo variaque fortuna usque ad Ottonem . . deducuntur etc. 
Hannover 1750 flg., 5 fol.; den 5. gab J. H. Jung 1780 heraus. Später ist der ge- 
waltige, mit Exkursen und Vermutungen durchflochtene Apparat zu festeren u. an- 
schaulicheren Ergebnissen verarbeitet worden in: Eichhorn, J. G., Urgesch. d. erl. 
Hauses der Weifen etc. Hannover 1817, gr. 4. — Histor. u. diplomat. Nachricht v. 
d. hohen u. niederen Adel in Deutschland, das. 1754; dazu Mantissa documentorum 
etc. 1755. 4. 

*) Biedermann, Joh. Gottfr., Genealogie der hohen Grafen-Häuser im frän- 
kischen Creyse. Erlangen 1745; drs., Genealogie d. hohen Fürsten -Häuser im frän- 
kischen Creyse. I. Tl. Bayreuth 1746; drs., Geschlechts-Reg. d. Reichsfrey unmittel- 
baren Ritterschaft, Landes zu Franken Löblichen Orts an d. Altmühl. Bayreuth 1748; 
drs., Geschlechts-Reg. d. Reichsfrey unmittelbaren Ritterschaft, Landes zu Franken Löb- 
lichen Ortes Braunach. Bayreuth 1747; drs., Geschlechtsreg. d. Reichs-Frey unmittel- 
baren Ritterschaft, Landes zu Francken Löblichen Orts Gebürg. Bamberg 1747; drs., 
Geschlechts-Reg. d. Reichs-Frey unmittelbaren Ritterschaft, Landes zu Franken Löblichen 
Ortes Steigerwald. Nürnberg 1748; drs., Geschlechtsreg. d. Hochadelichen Patriciats 
zu Nürnberg. Bayreuth 1748; drs., Geschlechtsreg. d. Reichs-Frey unmittelbaren Ritter- 
schaft Landes zu Franken Löblichen Ortes Rhön u. Werra. Bayreuth 1749; drs., Ge- 
schlechts-Reg. d. Reichs-Frey unmittelbaren Ritterschaft, Landes zu Franken Löblichen 
Ortes Ottenwald. Culmbach 1751; drs., Geschlechts-Reg. der löblichen Ritterschaft im 
Vo.gtlande^ Culmbach 1752. - Volckamer, Christof Friedrich Wilh. v., Johann 
Cjottfried Biedermanns Geschlechts-Reg. d. Patriciates d. vormaligen Reichsstadt Nürn- 
m ul S „' J 'J!? 4 fort g esetzt - Nürnberg 1854. - (Will, Georg Andreas) Ge- 
schlechts-Reg. d. Nürnbergischen adlichen Familien der Herrn v. Pruan, v. Wölckern u. d. 
ausgestorbenen Herrn Schiandersbach. Beytr. zu d. Biedermannschen Tabellen des Hoch- 
adelichen Patriciats zu Nürnberg. Altdorf 1772. 



Ältere familiengeschichtliche Literatur in Österreich. 23 



aus großer Zahl aufgestellt, geradezu als Produkte krasser Unwahrheiten 
und heilloser Erdichtungen konstatiert worden. Wir nehmen, was die 
Stemmatographien anlangt, wahr, daß nicht etwa die Urkunden der Archive 
ihm bei dem Entwürfe seiner Stammtafeln gedient haben, sondern bei einzelnen 
Familien selbst befindlich gewesene handschriftliche genealogische Nach- 
richten und meistens Leichenpredigten. König beginnt die meisten seiner 
Genealogien mit dem 15. Jahrhundert und hat hierbei nicht selten früher 
gedruckte Vorgänge nur reproduziert; und die hier und da in völlig in- 
korrektem Abdrucke eingestreuten Urkunden des 13. bis 16. Jahrhunderts 
dürfen nicht den Schein erwecken, daß er sie sämtlich den Privatarchiven 
selbst entlehnt habe; vielmehr sind sie Publikationen aus den nur mit 
großer Vorsicht zu benutzenden handschriftlichen „Familienchroniken" und 
aus den bei den betreffenden Familien selbst entstandenen schriftlichen 
Aufzeichnungen, als deren Urheber sich nicht selten ein Candidatus ministerii 
oder Pastor loci zu erkennen gibt. Ganz besonders sieht der nach archi- 
valischen Quellen Arbeitende, daß jede der Ahnentafeln, von denen Königs 
Werk strotzt, zum größeren oder geringeren Teile auf willkürlicher Erfindung 
und Erdichtung beruht. König wollte jedem der von ihm behandelten Ge- 
schlechter eine großartige Ahnenprobe zuteil werden lassen; und wo für die 
in die letzten Fächer der Ahnentafeln hineinragende Generation die Quellen 
versiegten, da nahm er zu Erfindungen, um nicht zu sagen Lügen, seine 
Zuflucht. 1 ) 

Für Österreich sei, der Fabeleien Heinrichs von Gundelfingen (1476), Ältere geneaio- 
Schönlebens D. Lequile's und anderer zu geschweigen, aus der älteren Literatur ^österreichT 
die unreife Leistung von Wolfgang Latz in seinen Commentationum in 
genealogiam Austriacam libri II (Basel 1564 Fol.) genannt. Bereits Gerhard 
von Roo (Annales rerum belli domique ab Austriacis Habsburgicae gentis 
principibus a Rudolpho I. usque ad Carolum V. gestarum, Innsbruck 1592) 
verwarf die genealogischen Fabeleien seiner Vorgänger. Ferner sind zu er- 
wähnen Abrah. Hosmann in seiner Genealogia Austriaca (Leipzig 1612, 4), 
Sigm. v. Birkens Ehrenspiegel des Erzhauses Österreich (Nürnberg 1668 Fol.); 
ferner des Pater Marq. Herrgott, seine Vorgänger übertreffende Genealogia 
diplomatica aug. gentis Habspurgica (Wien 1737, 3 Bde. Fol.) mit Fried. 
Kopp's Vindiciis actorum Mur. (Münser 1 750, 4), und außer dem Werke des 
Fürsten Lichnowsky (1836) noch Jac. A. F. Hyrtl's Fürstliche, gräfliche 
und freiherrliche Familien des österreichischen Kaiserstaates (Wien 1851). 
An Leupolds Allgemeines Adelsarchiv in Österreich (zu Wien in 3 Bänden 
1789 erschienen) schloß sich Megerle's v. Mühlfeld Österreichisches Adels- 
lexikon des 18. und 19. Jahrhunderts (Wien 1822—1824, 2 Bde.). 2 ) 

Die Öffnung zahlreicher, früher dem Forscher unzugänglicher Archive, 
die Rankesche Schule, sowie zahlreiche andere Gelehrte, unter ihnen vor 

x ) Mülverstedt, NASQ 26, 48 ff . 

8 ) Über die weitere ältere genealogische Literatur in Deutschland u. Osterreich 
unterrichtet gut Rose in Ersch u. Gruber, Allgem. Encyklopädie der Wissenschaften 
u. Künste, 1. Sektion, 57. Tl. Leipzig 1853, Artikel „Genealogie", speziell S. 366 ff. 



24 Neuere Arbeiten über deutsche Herrscherhäuser. 

allem O. Lorenz, die Herausgabe der Monumenta Germaniae Historica und 
vieler anderer Werke brachten der Genealogie mannigfache Anregungen. 1 ) 

Insbesondere war es Ottokar Lorenz, der in einer Reihe von Schriften 
die Genealogie wieder zu Ehren gebracht hat. 2 ) Man wird zwar nicht ver- 
kennen können, daß gegen manche von Lorenz' Aufstellungen sich gewichtige 
Einwendungen machen lassen. 3 ) Aber soviel steht fest: In den Jahren, seit 
seine Aschenurne auf dem Jenaer Friedhofe steht, ist die Bedeutung seiner 
vielseitig anregenden Arbeit in größerem Umfange gewürdigt worden, als er 
wohl selbst erwartet hat; und die Forschung ist auf den von ihm an- 
gedeuteten Bahnen ein gutes Stück fortgeschritten. 4 ) 
Neuere Arbeiten Die neueren Arbeiten über die deutschen 5 ) Fürstenhäuser. 
"Herrscher^ Adlersfeld-Ballestrem,Eufemiav., Ahnentfln. z. Gesch. europäischer 

häuser. Dynastien, Großenhain 1901 (enthält viele Druckfehler, Versehen u. Un- 
genauigkeiten, vgl. Fr. Wecken, HV 1902, S. 561). 

Behr, K. v., Genealogie der in Europa regierenden Fürstenhäuser. 
Leipzig 1854. 2. Afl. 1870. Dazu: Wappenb. 1871. Spl. z. 2. Afl. 1890. 

Broemmel, Genealogische Tabellen z. Gesch. des MA bis z. J. 1273 



J ) Otto Forst, Die Renaissance der Genealogie, in: Die Kultur, 1909. 

2 ) Ottokar Lorenz, Lehrbuch der gesamten wissenschaftl. Genealogie. Stamm- 
baum und Ahnentafel in ihrer geschichtlichen, sociologischen und naturwissenschaft- 
lichen Bedeutung. Berlin 1898. Drs., Die Geschichtswissenschaft in Hauptrichtungen 
u. Aufgaben, zweiter Teil: Leopold von Ranke, Die Generationenlehre und der Ge- 
schichtsunterricht, Berlin 1891. Drs., Genealogischer Hand- und Schulatlas. Berlin 1892. 
2. Afl. u. d. Titel : Genealogisches Handb. der Europäischen Staatengeschichte. 
Ebd. 1895. 3. Afl. v. Ernst Devrient. 1908. 

3 ) Vgl. z. B. Wilhelm Weinberg, Vererbungsforschung und Genealogie. Eine 
nachträgliche Kritik des Lorenzschen Lehrbuchs. ARG VIII, 1911, S. 753 ff; Ht. in der 
Wissenschaftl. Beilage der Münchener Neuesten Nachrichten v. 24. Juli 1908, Roller HV 
1910, S. 378 ff; Kunz von Kauffungen ASW 1908. 

*) Heydenreich, Eduard, Genealogie als Wissenschaft, Allgemeine Zeitung, 
München 27. Juli 1912; Kekule von Stradonitz, Stephan, Ziele U.Aufgaben der 
wissenschaftl. Genealogie, VJH 1900, H. 1/2, besondere Beilage, wiederabgedruckt in 
d. Ausgewählten Aufsätzen aus d. Gebiet d. Staatsrechts u. d. Genealogie 1, 1905, S. 101 ff.; 
Keutgen, Frdr., D. Aufgaben der Genealogie, ZKu VI, 1899. 

6 ) Für Frankreich sei erwähnt: Le Sage (Graf Las Casas), Atlas historique 
genealogique, chronolog., geograph. Paris 1803, 1804, 1826. Dieses Werk ist ins 
Deutsche übersetzt und vermehrt von A. v. Dusch u. J. Ey sei ein. Karlsruhe 1831. 
Vgl. auch Koch, Chr. G. de et Schoell, F., Tables genealogiques des maisons 
souveraines de l'Europe 2 vols. Straßb. et Paris 1780—1815 (deutsch Berlin 1808). Hiort- 
Lorenzen, Livre d'or des souverains. Paris 1895. 2. Ausg. 1908 (p. 719—868 mariages 
morganatiques, enfants legitimes et naturels). — Tableaux genealogiques de la Dynastie 
Capetienne . . par le Comte Jules Boselli. Paris, Klincksieck. Das Buch kann 
denjenigen, welche französische Geschichte studieren, bestens empfohlen werden, weil 
es sie der Mühe überhebt, in den unhandlichen Folianten von Sainte-Marthe, Anselme, 
Moren nachzuschlagen. Außerdem enthält es die unehelichen Seitenlinien, die in 
den sonst vorzüglichen, jedoch schon selten gewordenen Tableaux genealogiques des 
souverains de France et de ses grands feudataires (1863) von Garnier fehlen. Nur 
die portugiesische Linie ist nicht enthalten; sie ist allerdings für das Studium der 
Geschichte Frankreichs ohne Belang. 



Neuere Arbeiten über deutsche Herrscherhäuser. 25 

mit sorgfältiger Angabe d. Zeit u. d. Besitzes. Basel 1846; drs., Fürstenb. d. 
europäischen Staaten. Regensburg 1846. 

Co hn, L. A., Stammtafeln z. Gesch. der deutschen Staaten u. der Nieder- 
lande. Braunschweig 1871 (neue Bearbeitung des Deutschland betreffenden 
Teils von Tr. G. Voigtel unter dem Titel: „Genealogische Tabellen zur 
Erläuterung der Europäischen Staatengeschichte". Halle 1811. Spl. 1829). 

Crailsheim, Max Freiherr v., Unmittelbare Abstammung im Mannes- 
stamm der Dynastien von Baden, Bayern, Belgien, Bulgarien, Dänemark, 
Griechenland, Großbritannien, Hessen, Hohenzollern, Norwegen, Österreich, 
Rußland, Königreich Sachsen, Sachsen-Altenburg, -Coburg und Gotha, 
-Meiningen, -Weimar und Württemberg. Mit Wappen und Erläuterungen 
dargestellt und gezeichnet. Görlitz, Verlag von C. A. Starke 1908. 

Damberger, J. F., Sechzig genealogische, auch chronologische u. sta- 
tistische Tabellen zu Fürstentafel u. Fürstenb. d. europäischen Staatengesch. 
Regensburg 1831 (jetzt veraltet). 

Dungern, Otto Freiherr v., Thronfolgerecht u. Blutsverwandtschaft 
der deutschen Kaiser seit Karl dem Großen, Papiermühle S.-A.; drs., Der 
Herrenstand im Mittelalter. 1. Bd. Papiermühle, S.-A., 1908. Hier S. 28 ff. 
Verschwägerungen dynastischer Familien in d. Zeit v. 1150 — 1450. a) Heute 
regierende Familien, b) Heute standesherrliche Familien. — S. 57 ff. Die 
Stellung der einzelnen verschwägerten Familien ehemals unfreien Standes. — 
S. 107 ff. Andere gleichgestellte ehemals dienstmännische Familien. Ver- 
schiedene Grade der Annäherung dienstmännischer Familien an den hohen 
Adel. — S. 151 ff. Übergang v. hohen z. niederen Adel. — S. 251 ff. Die 
Neubildung d. Herrenstandes während d. staufischen Periode. Verwandten 
Inhalts ist: Borch, Frhr. L. v., Ritter u. Dienstmannen fürstl. u. gräfl. Her- 
kunft. Lindau 1877, vgl. auch unten unter: Genealog. Tafeln. 

Einen Beitrag zu den von Freiherrn v. Dungern in seinem Buch über 
den Herrenstand behandelten Gegenständen bietet Kurd v. Strantz, Die 
dynastische Frage, DH 1909 Nr. 12. 

Friedrich, F. A. Freiherr v., Die jetzt herrschenden christl. europ. 
Regenten-Stämme, Darmstadt 1857. 

He 11 mann, Die Heiraten d. Karolinger. Festgabe f. v. Heigel. München 
1903. S. 1— 99. 

Hopf, K., Historisch-genealogischer Atlas. Bd. 1, 2, 1 — 4. Gotha 1858. 

Lorenz, O., s. o. Seite 24. 

Oertel, Fr. Max, Genealog. Tafeln z. Staatengesch. des 19. Jht. 2. Afl. 
1857. 3. Afl. m. genealog. Einl. v. Fr. Th. Richter. Leipzig 1877. 

Kekule von Stradonitz, Stephan, Ahnentafel-Atlas. Ahnent. d. Re- 
genten Europas u. ihrer Gemahlinnen. Berlin 1898 — 1904 (grundlegendes 
Hauptwerk). 

Richter, F., Geschlechtstafeln z. Erläuterung der allgemeinen Gesch. 
Leipzig 1853— 56. 1 ) 



*) Scheftlein, H., Genealogischer Schulatlas 1899. — Hölscher, F., Genealogi- 
sche Tafeln f. d. Geschichtsunterricht. Leipzig 1894. 



25 Neuere Arbeiten über deutsche Herrscherhäuser. 

Herb. Koch, Regententafeln. Halle a. S. 1910. 

Schenk zu Schweinsberg, G.Freiherr, Genealog. Studien z. Reichs- 
Gesch., Arch. f. hessische Gesch. N. F. 3, separat, Darmstadt 1905. 

Hiort-Lorenzen, Hans Rudolf, 1. Genealogie des maisons princieres 
regnantes dans l'Europe depuis le congres de Vienne en 1815. Leipzig, 
Alb. Fritsch, 1871. 2. Annuaire genealogique des maisons souveraines en 
Europe depuis le commencement du XIX. siede I — V. Kopenhagen 1882 — 86. 

Max Kemmerich, D. Lebensdauer u. d. Todesursachen innerhalb d. 
deutschen Kaiser- und Königsfamilien. Erweiterter Sonderdruck aus Alfred 
v. Lindheim, „Saluti senectutis". Leipzig u. Wien 1909, vgl. dazu 
B. Schmeidler, HVJ 1910, S. 133 ff. 

Berner, F., Die Abstammung u. älteste Genealogie d. Hohenzollern, FBK 6. 

Bertouch, Ernst v., Ahnent. Ihrer Maj. Auguste Viktoria, Kaiserin u. 
Königin d. Deutschen Reiches u. v. Preußen. Mit historisch-genealog. Er- 
läuterungen. Wiesbaden, Verlag von Bechthold & Co. 

Dungern, Otto Freiherr v., Ahnen deutscher Fürsten, I. Haus 
Zollern, Ahnen d. Deutschen Kaiser, Könige u. Herzoge v. Preußen, Kur- 
fürsten v. Brandenburg aus d. Hause Zollern u. ihre Gemahlinnen. Papier- 
mühle S.A. 1906. 1 ) 

Ahnentafel Kaiser Wilhelms IL, Extrabeil, des Jg. 16, H. 2 der Zeitschr. 
„Vom Fels zum Meer". 2 ) 

Grossmann, J., Berner, E., Schuster, G., Ziegeler, K. Th., Genea- 
logie d. Gesamthauses Hohenzollern. Berlin 1905. 

Kekule von Stradonitz, Stephan, Die Ebenbürtigkeit d. preußischen 
Königshauses, Grenzboten, 59. Jg. Nr. 6 v. 8. Febr. 1900; abgedruckt in des- 
selben Ausgew. Aufs, aus d. Gebiete d. Staatsrechts u. d. Genealogie, I, 1905, 
33 ff. — Die Ebenbürtigkeit der Kaiserin, Die Zukunft, 8. Jg., Nr. 50 v. 
15. Sept. 1900, abgedruckt in dess. Ausgew. Aufs, aus d. G. d. Staatsrechts u. 
Geneal. I, 1905, 43 ff. — Die Abstammung d. Kaisers v. Admiral Coligny, 
Berliner Tagebl., Nr. 528 v. 17. Okt. 1902, abgedruckt in dess. Ausgew. Aufs, 
aus d. G. d. Staatsrechts u. d. Geneal. I, 1905, 137ff. — Kaiser Wilhelms Ab- 
stammung v. Cid, Berl. Tagebl. Nr. 616 v. 31. Dez. 1903, abgedruckt in dess. 
Ausgew. Aufs, aus d. Geb. d. Staatsr. u. d. Geneal. I, 1905, 149 ff. — Die Ahnen 
des Prinzen Georg v. Preußen, Jahrbücher d. Königl. Ak. gemeinnütziger Wftn. 



!) Dungerns Werk ist e. Slg. v. Ahnentafeln aller Kurfürsten, Herzöge, Könige u. 
Kaiser aus d. Hause Hohenzollern u. ihrer Gemahlinnen u. zw. zu je 32 Ahnen. Das 
ganze ist mit größter Genauigkeit unter sorgfältiger Benutzung aller Sonderliteratur u. 
unter Anwendung peinlichster Kritik zusammengestellt u. infolgedessen ein erfreuliches 
Zeichen des hohen Standes der genealog. Forschung in Deutschland im letzten Jahr- 
zehnt. DH 1912, S. 165. 

2 ) Streng genommen nur d. Ahnentafel zu 128 Ahnen. DH 1912. S. 165. Über die 
Autorschaft vgl. J. O. Hager ebd. S. 203. Den ersten Versuch, e. weit hinaufgehende 
Ahnentafel des brandenburgisch-preußischen Königshauses aufzustellen, machte e. Un- 
genannter mit seinen „Tables genealogiques des 1024 quartiers de Leurs Altesses Royales 
es Pnnces de Prusse, petits-fils du Roi Frederic Guillaume II". Berlin 1796 (eigent- 
lich nur e. „Ahnentafel zu 256 Ahnen"). 



Neuere Arbeiten über deutsche Herrscherhäuser. 27 

zu Erfurt, N. F. H. XXIX, Erfurt 1903, abgedruckt in dess. Ausgew. Aufs, aus 
"d. Geb. d. Staatsr. u. d. Genealogie, II, 1907, S. 153 ff. 

Kekule von Stradonitz, Ahnentafeln zu 32 Ahnen d. Königs Friedrich I. 
in Preußen u. seiner drei Gemahlinnen. DH 1901, S. 2. Drs., Ü. diejenigen 
Ahnen, welche d. Kronprinz Wilhelm d. Deutschen Reiches u. v. Preußen mit 
seiner hohen Braut, d. Herzogin Cecilie v. Mecklenburg, gemeinsam hat. 
DH 1904, S. 174. Drs., Bedeutende Ahnfrauen Friedrichs d. Gr. DH 42, S. 27. 
Drs., Hohenzollern als Ritter des Ordens v. Goldnen Vlies in alter Zeit. 
HZJ 1907. 

Maercker, Die Stammütter der deutschen Herrschergeschlechter vom 
Blute der Hohenzollern. Berlin 1856. 

Maltzahn, Axel Albrecht Freiherr v., Die 4096 Ahnen Sr. Maj. des 
deutschen Kaisers, Königs v. Preußen Wilhelm II. Berlin 191 1. 1 ) 

W. C. v. Arnswaldt, Von den Ahnen des Kaisers, Leipziger Neueste 
Nachrichten, 24. Aug. 1912, Feuilleton. 

Riedel, Die Ahnherren d. Preußischen Königshauses, Berlin 1854 
(Stzungsber. der Ak. der Wissenschaften). 

Rottenhoff, A. v., Stammfolge d. glorreichen Hohenzollernschen Hauses 
v. Friedrich I., Markgraf zu Brandenburg, bis auf d. heut. Tag. 3. Afl. 
Berlin 1839. 

Schuster, Georg, Stammtfl. d. Kurfürsten v. Brandenburg, d. Markgrafen 
v. Ansbach u. Bayreuth u. d. Herzöge in Preußen, HZJ 5. — Konsanguinitätstfl. 
d. Häuser Hohenzollern u. Mecklenburg, HZJ 8. — D. Urstamm Zollern u. d. 
Burggrafen v. Nürnberg-Zollern, ebd. — Konsanguinitätstfl. der Häuser Hohen- 
zollern u. Braunschweig, HZJ 9. — Konsanguinitätstfl. d. Häuser Hohenzollern 
u. Schleswig-Holstein, HZJ 10. — Die Verwandtschaft d. Häuser Hohenzollern 
u. Wettin, hierzu 3 Konsang.-Tafeln, HZJ 1907. — Drs., Verwandtschaft d. 
Häuser Hohenzollern u. Hessen, HZJ 1909. — D. Verwandtschaft d. Häuser 
Hohenzollern u. Askanien, HZJ 15, 245—286. 

Schwartz, E., Stamm-Tafel des preußischen Königshauses. Breslau 1898. 

Ütterodt zu Scharffenberg, Vom Hohenstaufen zum Hohenzollern, deutsche 
Kaiserstammtfl. v. Kaiser Friedrich Barbarossa bis auf S. M. Kaiser Wilhelm II. 41 Bl. 
heraldische Tafeln mit begleitendem genealogischen Texte. Dresden, v. Qrumbkow, 1888. 

Nordenskjöld, O. v., Genealogie d. deutschen Kaiserpaares Wilhelm I. u. Augusta, 
zurückgeführt auf d. Kaiser Sigismund. Hrsg. v. Wiese. Berlin 1871. 

Stillfried, R.Graf, Stammtfl. d. Gesamthauses Hohenzollern. Berlin 18691 

Vgl. Schmid, L., Der Urstamm der Hohenzollern u. seine Verzweigungen. 
Tübingen 1884. — Drs., Die Könige von Preußen sind Hohenzollern, nicht Aben- 
berger. Berl. 1892 (richtet sich gegen Ch. Meyer, Die Herkunft d. Burggrafen 
v. Nürnberg, der Ahnherren d. Deutschen Kaiserhauses. Ansb. 1889). — Märcker, 
Albrecht d. Schöne. Mit Stammbaum u. Biographie. Dazu Anhang: Genealogische Über- 
sicht derOranien-Stuart-Welfisch-Hohenzollerischen Alliancen. Berlin 1858. — Schmid, L., 



*) Dieses mangelhafte Werk reicht lediglich bis zur Reihe der „128 Ahnen", die 
Bezeichnung „4096 Ahnen" ist irreführend. „Vom hohen Stand der genealog. Wissen- 
schaft, namentlich in Deutschland, erhält man durch Maltzahns Werk bedauerlicher- 
weise ein ganz falsches Bild." „Die Anerkennung der Fachgenossen muß ihm versagt 
bleiben." DH 1912, 166. Vgl. auch die vernichtende Kritik von D in MAW 1912. 



28 Neuere Arbeiten über deutsche Herrscherhäuser. 

D. Stammutter d. deutschen Herrscher-Geschlechter v. Geblüt d. Hohenzollern. Berlin 
1856. — Borges, O., D.Ursprung d. Hohenzollerngeschlechts. Leipzig 1911. — Die 
älteste Gesch. d. erlauchten Gesamthaus d. Königl. u. Fürstl. Hohenzollern. 3 TL Tüb. 

1834 — SS. 

Soltau, W., Ist unser Kaiserhaus aus Zollernstamm entsprungen? ZOR XLV 

= N. F. VI. 

Reiner, J., Genealogie d. hochfürstl. Hauses Hohenzollern. Stuttgart 1893. — Der 
oberrheinische Adel unter d. Ahnen d. Kaisers. HGBAB 1908, Nr. 9. — Scheuff ler, Aus 
d. Ahnentafel Wilhelms II., Jubiläumsschrift des Ver. Roland, 1912. 

Zingeler, Th., Carl Anton v. Hohenzollern u. d. Beziehungen d. Fürstl. Hauses 
Hohenzollern zu d. Hause Zähringen-Baden. Sigmaringen 1884. 

Haeutle, Genealogie des erlauchten Hauses Witteisbach, München 1870. 1 ) 

Leidinger, Georg, Chronik u. Stamm d. Pfalzgrafen bei Rhein u. Herzöge 
in Bayern 1501. Straßburg, J. H. Ed. Heitz (Heitz & Mündel) 1902. 2 ) Vgl. 
auch Ar et in, CM. Freiherr v., Altertümer u. Kunst-Denkm. d. bayerischen 
Herrscherhauses. München 1853 ff. 

Hofmeister, E., Das Haus Wettin von seinem Ursprung bis zur 
neuesten Zeit in allen seinen Haupt- und Nebenlinien. Leipzig 1889. 

Posse, O., Die Wettiner. Leipzig 1897. 

Witzleben, M. E. J. v., Stamm-Baum des erlauchten Hauses Wettin. Meißen 1855. 

Weiland, L., Handschriftliches zur Genealogie der Wettiner, NASG 8. 

Lippert, W., Zur Genealogie d. Wettiner im 15. Jahrh., NASG 15, 317 — 321. 

Ermisch, H., Noch einige Berichtigungen z. Stammbaum d. Hauses Wettin, 
ebd. Seite 322. 

von Stieglitz, Über den ältesten Ursprung des durchlauchtigsten Hauses zu 
Sachsen, Mitteilungen d. Kgl. Sachs. Altertumsvereins IV, 28 — 85. 

Burkhardt, C. A. H., Stammtafeln der Ernestinischen Linien des Hauses 
Sachsen -Weimar 1885. 

Devrient, Ernst, Die älteren Ernestiner. Eine genealogische Charakte- 
ristik. VJH 25, 1. Vgl. dazu meine Besprechung, NASG 18. 

Velden, A. v. d., Die sechzehn Ahnen der Durchl. Braut Sr. K. H. d. 
Großh. v. Sachsen -W.-E., Ihrer Hoheit der Prinzessin Karola Feodora v. 
Sachsen-Meiningen. DH 1909. 

Kekule von Stradonitz, Stephan, Die Thronfolge in Sachsen-Coburg 



l ) Vgl. über dieses Werk JAW 1871, S. 11. — Vgl. Böhmer, Wittelsbachsche 
Regesten bis 1340 (Stuttgart 1854). — Wittmann, Monumenta Wittelsbacensia (Ur- 
kundenb., München 1857—61, 2 Teile). — Denkm. u. Erinnerungen d. Hauses Wirtels- 
bach im bayerischen Nationalmuseum (= Kataloge des bayerischen Nationalmus., XI. 
Bd. Wittelsbacensia, mit 42 Tfln. u. 79 Textabb.). München 1909. 

») Das von den Münchener Jesuiten zu Ehren d. Kurf. Maximilian II. Emanuel ge- 
schriebene u. ebd. 1680 herausg. „Theatrum Virtutis et Glorie Boicae" ist mit 61 Bild- 
nissen bayerischer Herrscher ausgestattet; die Stammreihe wird v. Herzog Theodor 
abgeleitet. — Gottfr. Fcrd. Buckisch schrieb Historia genealogica Palatino - Neo- 
burgica-Bavanca, welche zu Glatz 1687 in deutscher Sprache erschien; hier wird der 
Ursprung d. Hauses Scheyern-Wittelsbach von Karl d. Großen abgeleitet der erste Tl. 
behandelt d. bayerischen Fürsten, d. zweite d. Pfalzgrafen bei Rhein. Von letzteren 
handelt ferner „Linea Electoralis Palatina Simmerensis extineta. Schaffhausen 1693, be- 
arbeitet v. Karl Ludw. Nik. Reiger. In d. Buche Formula Successionis Domus Pala- 
t.nae (Jena 1726) des Burkhard Gotthelf Struve sind d. Kurlinie u. d. Linien zu Sim- 
mern-veldenz u. Zweibrücken behandelt. 



Neuere Arbeiten über deutsche Herrscherhäuser. 29 

und -Gotha. Die Grenzboten, 58. Jahrg., Nr. 40 vom 5. Okt. 1899, abgedruckt 
in dess. Ausgew. Aufsätzen a. d. Gebiet d. Staatsrechtes u. d. Genealogie. I, 4 ff. 

Pick, B., Stammbaum der älteren Ernestiner in Münzen und Medaillen (mit einer 
Tafel). Heimatblätter. Aus dem coburg-gothaischen Lande. Hrsg. v. R. Ehwald, 
H. 4. Gotha 1906.*) 

Apfelstedt, F., D. Haus Kevernburg-Schwarzburg v. dessen Ursprünge 
bis auf unsere Zeit. Dargestellt in d. Stammtfl. der Haupt- u. Nebenlinien 
u. mit biograph. Notizen über d. wichtigsten Glieder derselben. Sonders- 
hausen 1890. 

Erichsen,J., Die Anfänge d. Hauses Schwarzburg. Sondershausen 1909. 
Vgl. Devrient, HV 1913, S. 131 f. 

Hellbach, Joh. Christian, Grundriß der zuverlässigeren Genealogie des 
Fürstl. Hauses Schwarzburg. Rudolstadt 1820. 

König, Hnr. Oskar, Genealogie des hochfürstl. Hauses Schwarzburg. 
Rudolstadt 1865. 

Vater, Oskar, Das Haus Schwarzburg. Rudolstadt 1894. 

Werneburg, A., Beitr. z. Genealogie u. Gesch. d. fürstlich. Hauses 
Schwarzburg. Nebst e. Anhange: Ü. d. Kevernburg-Schwarzburgische Wappen. 
Erfurt 1877. 2 ) 

Werneburg, A., Beitr. z. Genealogie d. Grafen v. Henneberg bis z. Aus- 
gang d. 13. Jht. ZTG 9 Nf. 1. 

Rein, W., Berichtigte Stammtfl. d. Grafen v. Weimar-Orlamünde. Mit 
historischen, genealogischen, monumentalen u. heraldischen Zusätzen, ZTG 6. 

Haeutle, Christian, Landgraf Hermann I. v. Thüringen u. seine Fa- 
milie, ZTG 5. 

Die mar, H., Stammreihe d. thüring. Landgrafenhauses u. d. hessischen 
Landgrafenhauses bis auf Philipp d. Großmütigen, JHG NF 27. 

Knetsch, Carl, Beiträge z. Genealogie d. hess. Fürstenhauses bis auf 
Philipp d. Großmütigen, JHG NF 30. 



!) Gottfr. Siegfr. Megan der gab zu Altenburg 1655 das „Geschlechtsregister 
Christians II. Hertzogs zu Sachsen in 68 Tabellen" heraus. Das Wittenberg 1672 er- 
schienene Buch „Witekindus Magnus publicae luci expositus" des Konrad Samuel 
Schurzfleisch enthält e. Stammtafel der Nachkommen Wittekinds. Kleine genealog. 
Tabellen v. Hause Sachsen finden sich in Joh. Geo.Wilcken's „Der Sächsische Nepos" 
(Leipzig 1682). „Des Chur- und Fürstlichen Hauses Sachsen Stammbaum" von Israel 
Claude n enthält keine Tabellen, sondern nur e. Verz. d. Namen, Geburts-, Vermäh- 
lungs- u. Sterbetage d. Herzöge u. Kurfürsten. Mit Verwertung selbstgesammelter Q. 
schrieb Andreas Reyher seine Monumenta Landgraviorum Thuringiae et Marchionum 
Misniae Historico - Genealogica descriptione illustrata (Kiel 1692). Den Inhalt d. 
selten gewordenen Buches hat Mencke in seine Scriptores rerum Saxonicarum II 807 ff. 
aufgenommen. E. Reihe v. Fehlern sächs. Genealogen verbesserte Georg Paul Hönn, 
„Chur- u. d. Fürstl. Hauses Sachsen Wappens- u. Geschlechts-Untersuchung" (Leipzig 
1708). Das bedeutendste Werk ü. sächs. Genealogie aus jener Zeit ist Joh. Geo. 
von Eckard, Historia Genealogica Principum Saxoniae superioris (Leipzig 1722). 

2 ) Von älteren Werken ist noch immer wegen d. zahlreichen Abdrücke v. Ur- 
kunden gut zu gebrauchen: Heydenreich, Lebrecht Wilh. Hnr., Historia des ehe- 
mals gräflichen nunmehr Fürstlichen Hauses Schwartzburg. Erfurt 1743. 



30 



Neuere Arbeiten über deutsche Herrscherhäuser. 



Giefel, J., Schön, Th., und Kolb, H., Stammbaum des württem- 
bergischen Fürstenhauses. Nebst Textheft. Stuttgart 1895. 

Gaisberg-Schöckingen, Friedrich Freiherr von, Das Königshaus 
u. d. Adel v. Württemberg, unter Mitwirkung v. Theodor Schön u. G. A. 
Cloß, seit 1909. Vgl. auch Spittler, Z. Gesch. d. Mißheiraten im würt- 
tembergischen Fürstenhause 1837. 1 ) 

Bertouch, E. v., D. badische Fürstengeschi. d. Zähringer. Wiesbaden 

1885. 

Seh all er, Das fürstl. Haus Zähringen-Baden. Stammtafeln. Karlsruhe 

1906. 

Chrismar, E. v., Genealogie d. Gesamthauses Baden v. 16. Jht. bis 
heute. Gotha 1892. 

Heyck, Ed., Geschichte der Herzöge von Zähringen. 1891. 

Gisi, W., D. Ursprung d. Häuser Zähringen u. Habsburg, 'ASGA. 
V. Bd., Jg. 1886—89, Bern, S. 265. 

Leichtlen, E. J., Die Zähringer. Freiburg 1831. 

Krüger, Zur Herkunft der Zähringer, ZOR NF 6, 7. 

Roller, O. K., Ahnentafeln der letzten regierenden Markgrafen von 
Baden-Baden und Baden-Durlach. Heidelberg 1902. 

Vgl. Dungern, Otto Frhr. v., DH 1908, 141 ff. — Roller, O. K., DH 39, 60, 
DH 1908, Nr. 3, u. Witte im Register zu Festers Regesten der Markgrafen v. Baden 
u. Hochberg (Innsbruck 1892 ff.). 

Hoffmeister, J., Histor.-genealog. Handbuch über alle Linien d. hes- 
sischen Regentenhauses. 1861, 3. Aufl. 1874. 2 ) 

Knetsch, Beitr. z. Genealogie d. hessischen Fürstenhauses. 1907. — 
Drs., Wilde Triebe am Stammbaum d. hessischen Landgrafen. Hessenland, 
25. Jhrg., 1911. 1912. 

Schenk zu Schweinsberg, Gustav Frhr., Angebliche Seitenzweige 
d. Hauses Brabant in d. Niederlanden. DH 1909. 3 ) 



x ) Württembergische Stamm- u. Namensquelle. Stuttgart 1675. Von Joh. Georg 
Waltz. — Anonym erschien Kurtze Historische Ephemerides des Hochfürstl. Hauses 
Würtemberg. Ulm 1706. — Pregitzer, U., Wirttembergischer Cedern-Baum oder 
vollständige Genealogie des Hauses Wirttemberg. Stuttgart 1734. — Esbach, Fr. L, 
Das herzogl. Haus Württemberg zu Carlsruhe u. Schlesien. Stuttgart, W. Kohlhammer. 

8 i Die Landgrafen von Hessen haben in Maximilian Precellus „Grünende Cedern" 
oder Landgraf Karls zu Hessen und der Landgräfin Maria Anna geb. Herzogin von 
Curland Herstammung u. Verwandtschaft mit allen hohen Häusern in Europa (Mar- 
burg 1684) und in Joh. Just Winckelmann, „Hessen und Herßfeld" (Bremen 1697), 
ihre Genealogen. In dem zuletzt genannten Buche findet man noch fünf weitere Ta- 
bellen der Grafen von Cazenelnbogen, Ohstein, Münzenberg, Ziegenheim und Schoen- 
burg. — Herget, Das landgräfliche Haus Hessen-Homburg, 1903. 

») Diese Abhandlung kommt zu d. Ergebnis: „Weder die Grafen v. Looz, noch 
die familien v. Corswarem und de Block gehen die Genealogie des Hauses Brabant, 
dessen Mannesstamm im hessischen Fürstenhause blüht, etwas an." Vgl. auch Prince 
p • U i a di de J? lock ' Armorial des Princes du sang roval de Hainaut et de Brabant. 
Fnr io "I r C " He £ el ' Die Gra fen von Rieneck und Looz als Burggrafen von Mainz, 
T vanderkindere in: La Formation territoriale des prineipautes Beiges 
au moyen age, tome II, Bruxelles 1902. 



Neuere Arbeiten über deutsche Herrscherhäuser. 31 

von Bippen, Genealogie der älteren Grafen von Oldenburg, BJ 9. 

Kekule von Stradonitz, St., Das Haus Oldenburg. Neue Preußische 
(Kreuz-) Zeitung, Nr. 133 v. 19. März 1904, abgedruckt in dess. Ausgew. Auf- 
sätzen a. d. Gebiet d. Staatsrechts u. d. Geneal. II, 1907, 11 ff. 

Tezner, Friedrich, Die Successions- u. Verwandtenrechte d. Prinzen Alexander 
v. Oldenburg, genannt Graf v. Welsburg, auf Grund d. derzeitigen Oldenburgischen 
Staats- u. Hausrechtes. Berlin W. 8, Carl Heymanns Verlag. 

Lisch, G. C. F., Stammtafeln d. Herzöge v. Mecklenburg-Schwerin, 1857. 

Wigger, F., Stammtafeln d. großherzogl. Hauses von Mecklenburg, 
VMG 50. — Ü. d. Stammtfl. d. alten Grafen v. Schwerin, VMG 34. — Ü. d. 
Verwandtschaft d. Mecklenburgischen Fürstenhauses mit d. Königen v. Schott- 
land, VMG 41. 

Tee he n, F., Die Geburtstage der Herzöge Ulrich u. Georg, VMG 76. 

Beyer, W. G., König Kruto u. sein Geschlecht. Eine histor. Unter- 
suchung ü. d. Abstammung d. großherzogl.-mecklenburgischen Fürstenhauses, 
VMG 13. 

Lisch, Ü. d. Verbindungen d. fürstl. Hauses Werle mit d. herzogl. 
Hause Braunschweig-Lüneburg, VMG 18. — Genealogische u. chronologische 
Forschungen z. Gesch. d. mecklenburgischen Fürstenhäuser, VMG 23. — 
Ü. d. Töchter u. Schwiegertöchter des Fürsten Johann II. v. Werle-Güstrow, 
VMG 26. 

Lisch, Mooyer u. Masch, Zur Genealogie d. Grafen v. Schwerin, 
VMG 15. — Witte, Hans, VMG 72. 

Feske, C, D. Wappen d. Großherzogl. Hauses Mecklenburg in geschichtl. Ent- 
wicklung. Mit 23 Tfl. u. vielen Textabb. Dazu e. Anlage: Stammtfl. d. Großherzogl. 
Hauses Mecklenburg. Schwerin 1893. 

Von älteren Arbeiten seien genannt: Courcelles, Chev. de, Genealogie de la 
maison de Mecklenbourg. Paris 1823. — Steiner, D., Verwandtschaften d. großherzogl. 
Häuser Hessen u. Meckl.-Schwerin. Darmstadt 1864. 

Behne, C. A. J., Genealog. Tabelle d. Hauses d. Guelphen. Hannover 1850. 

Böttger, H., Die Brunonen, Vorfahren u. Nachkommen d. Herzogs Lu- 
dolf in Sachsen (775 — 1117) nebst Voreltern überhaupt von ca. 450 an. Han- 
nover 1865. 

Zimmermann, Paul, Stammtafel d. Hauses Braunschweig mit einigen 
kognatischen Beziehungen. Braunschweig 1909. — Drs., D. Haus Braun- 
schweig-Grubenhagen, e. genealogisch-biographischer Versuch. Wolfenbüttel 
1911. 

Krüger, Emil, D. Ursprung d. Weifenhauses u. seine Verzweigung in 
Süddeutschland. Wolfenbüttel 1899 (vgl. Devrient, DH 1900, S. 173 f.). 

Schmidt, Friedrich, D. Anfänge d. weifischen Geschl. T. I. D. wei- 
fischen Grafen d. westl. u. d. östl. Bar. T. II. Vier Exkurse. Hannover 
1900 (vgl. Roller, HV 1901, 440 ff.). 

A. Mn., Beitr. z. Genealogie d. weifischen Fürsten v. Beginn d. Karo- 
lingischen bis z. Salischen Zeit. Leipzig 1901. 



32 Neuere Arbeiten über deutsche Herrscherhäuser. 

Eichhorn, J. G., Urgeschichte d. erlauchten Hauses d. Weifen v. 449—1055 
Mit Anhang: regierende Häuser weif. Abstammung vor 1055 in sieben Geschlechts- 
tafeln. Hannover 1816 1 ). 

Wäschke,H., DieAskanier inAnhalt 2 ). Dessau 1904 (vgl. Suhle, L.414ff.). 

Hagelgans, Nassauische Qeschlechtstfl. 1753. 

v. Witzleben, Genealogie u. Geschichte des Fürstenhauses Nassau. Stutt- 
gart 1855. 

Schliephake, Von d. Ursprung d. Hauses Nassau. Stuttgart 1857. 

Vorsterman van Oyen, Het Vorstenhuis Orange-Nassau, 1882. 

Schmidt, B., Die Reußen. Schleiz 1903. — Drs., Arnold v. Quedlin- 
burg u. d. ältesten Nachrichten z. Gesch. d. Reußischen Hauses, ZTG NF 3, 
401 — 498, u. in: Vogtländische Forschungen, Dresden 1904. S. 1 ff. (mit e. 
Stammtfl.); Berichtigungen u. Zusätze z. Genealogie d. Reußischen Hauses, 
JVH 56. 57. — Drs., D. Blutsverwandtschaft d. Fürstenhauses Reuß mit d. 
Kaiserhause d. Hohenstaufen, ASW 1912. 

Cohn, A., Beitr. z. älteren deutschen Geschlechtsku.: Die Vorfahren d. 
fürstl. Häuser Reuß z. d. staufisch. Zeit, FDG 9, 529. 

Voß, v., D. Ahnen d. Reußischen Hauses mit bes. Rücksicht auf Weida 
u. d. Voigtswürde. Lobenstein 1882, vgl. dazu Ernst Wülcker, ZTG NF 3, 
S. 397 f. 

Hoffmeister, Histor.-geneal. Handb. ü. alle Grafen u. Fürsten v. Wal- 
deck u. Pyrmont. Kassel 1883. 

Vorsterman van Oyen, Het Vorstenhuis van Waldeck en Pyrmont, 
benevens de uitsgestorven en grafelijke takken van dit stamhuis. Utrecht 1876. 

Glogau, Hnr., Stammtafeln d. Schleswig -Holsteinschen Fürstenhauses v. 1460 
bis auf d. Gegenwart. Kassel 1864. 

Lisch, Ü. d. letzten Herzöge v. Holstein-Sonderburg v. d. Linie Franz- 
hagen, VMG 31. 

Buchwald, G. v., Beiträge zur Geschichte der letzten Schauenburger, 
SHL 10. 



*) Joh. JustusWinckelmann, Preißwürdiger Stamm- u. Regentenbaum d. Her- 
tzoge zu Braunschweig-Lüneburg. Bremen 1688. — Heinrich Meibom, Commen- 
tatio Historica de Serenissimae Domus Brunsvicensis et Lüneburgensis. Helmstädt 
1699. — Siegmund von Bircken, Quelfiß oder Nieder- Sächsischer Lorbeerhayn, 
dem Hochfürstlichen Uhralten Hause Braunschweig u. Lüneburg gewidmet, auch mit 
dessen alten u. neuen Stammtfl. bepflanzet. Nürnberg 1669. — Joh. Feller, Genea- 
logische Historie d. Hauses Braunschweig-Lüneburg. Leipzig 1717. 

2 ) Von älteren Werken zur Genealogie des Hauses Anhalt sei das Buch „Staat 
von Anhalt" von Hnr. Ldwg. Gude (Halle 1706) genannt, dessen genealog. Tabellen 
der alten u. neuen Linien d. anhaltischen Hauses zu Bernburg, Köthen, Zerbst u. Dessau 
gerühmt werden. — Joh. Christoph Beck man hat zu seiner, im Auftrage des Fürst- 
lichen Hauses geschriebenen „Historie des Fürstentums Anhalt", Zerbst 1710, 3 Teile, 
die fürstlichen Archive fleißig benutzt. Der erste Band enthält Beschreibungen und Por- 
trats der fürstlichen Personen, der zweite behandelt den Adel des Landes, im dritten 
sind die genealogischen Tabellen vereinigt. Beckman's Accessiones historiae Anhaltinae, 
von unterschiedenen das Hoch-Fürstl. Hauß und Fürstenth. Anhalt belangenden Ma- 
terien (Zerbst 1716) enthält außer Stammtafeln des Hoch-Fürstl. Hauses Anhalt von 
ö. 583 ff. „Beschreibung etlicher Adelicher zu dem Fürstenthum Anhalt gehörigen Ge- 
schlechter". 



Neuere Arbeiten über deutsche Herrscherhäuser. 33 

Schmidt, Q., Stammbaum d. fürstlichen Häuser Lippe u. Schaumburg- 
Lippe, sowie d. gräfl. Häuser Lippe -Biesterfeld u. Lippe -Biesterfeld -Weißen- 
feld. 1900. Dazu Ergänzungen u. Verbesserungen, DH 1901, S. 49. 

Weerth, O., Z. Genealogie d. lippischen Fürstenhauses. Mtlg. aus d. 
lippischen Gesch. u. Landesk. VI, 1908. 

KekulevonStradonitz, Stephan, Untersuchungen z. Lippischen Thron- 
folge. Angestellt im Auftrage d. Fürstlich Schaumburg-Lippischen Staatsregierung. 
Berlin, Carl Heymanns Verlag 1897. I. H.: Der Fall Fontanier. II. H.: D.Ahnen 
d. Modeste v. Unruh. III. H.: Der Status d. Modeste v. Unruh. — Drs., 
D. staatsrechtliche Stellung d. Graten zu Dohna am Ende d. 17. u. Anfang 
d. 18. Jhts. Rechtsgutachten, der Fürstl. Schaumburg -Lippischen Staats- 
regierung erstattet. Berlin, Carl Heymanns Verlag 1896. — Drs., D. Reichs- 
verfassung u. d. Lippesche Thronfolgestreit. Drei Entgegnungen gegen Prof. 
Max von Seydel. Berlin, Carl Heymanns Verlag. 

Reuling, W. G., Das Ebenburtsrecht d. Lippeschen Hauses nach Haus- 
gesetzen u. Hausobservanz. Rechtsgutachten Sr. Durchl. d. Fürsten zu 
Schaumburg-Lippe erstattet. Mit e. Anlagehefte. Vgl. Triepel, Der Streit 
um d. Thronfolge im Fürstentum Lippe. Leipzig 1903. 

Klempin, R., Stammtafeln d. Pommersch-Rügenschen Fürstenhauses u. 
snr. Nebenlinien, herausgeg. v. G. v. Bülow. Stettin 1876 1 ). (Vgl. O. Heine- 
mann, Zur Geschichte Herzog Barnims III. Ein Beitrag z. Genealogie d. 
Pomm. Herzoghauses. Balt. Stud. NF. VI, 1902, S. 133— 148.) 

Grotefend, H., Stammtafeln d. Schlesischen Fürsten bis 1740. Breslau 
1875. 2. Aufl. Ebd. 1889 2 ). — Über polnische Genealogien vgl. weiter unten. 

Doerr, August v., Die legimitierten Nachkommen der letzten Her- 
zöge v. Teschen aus Piastischem Geblüt, JAW NF Bd. 18, 1908, S. 242ff. 

Wutke, Konrad, Stamm- u. Übersichtstafeln der schlesischen Fürsten. 
Breslau 1912. 

Suhle, Beitr. z. Genealogie d. Grafen v. Stolberg. Mit 1 Tabelle zu 
d. verwandtschaftlichen Beziehungen d. Grafen v. Stolberg, Hohnstein u. 
Beichlingen, ZHV XLI, 1908, S. 27— 68. 

Heinemann, O. v., Z. Genealogie u. Gesch. d. Billungischen Herzogs- 
hauses. Ztschr. d. hist. Ver. f. Niedersachsen. 1865, 138 ff.. 

Chestret de Haneffe, Hist.de la maison de la Marck. Lüttich 1898 (hier 
genaue Genealogien der Grafen v. d. Mark u. Herz. v. Cleve). 

II gen, Th., D. ältesten Grafen v. Berg u. deren Abkömmlinge, d. Grafen 
v. Altena, ZBG 36. 



*) Eine Seitenlinie d. alten Rügenschen Fürsten ist d. Geschl. d. Herren zu Put- 
bus. Vgl. Viktor Loebe, Mitlg. z. Genealogie u. Gesch. d. Hauses Putbus. Beil. z. 
Jahresber. d. Kgl. Pädagogiums zu Putbus. 1895. — Drs., Z. Erinnerung an S. Durchl. 
Wilhelm, Fürsten u. Herrn zu Putbus, Putbus. Druck von Rieh. Decker 1907. 

2 ) Selten ist: Zepke, D., Gynaeceum Silesiacum Ligio-Bregense. Kurze histo- 
rische Beschreibung u. Ausführung der Stamlinien von den hochlöbl. Ahnen etlicher 
fürstlicher Frewlin in Schlesien. Mit 2 Stammbäumen, 60 Ahnentafeln auf 8 Ahnen. 
Breslau 1626. 

Heydenreich, Handbuch der praktischen Genealogie I. 3 



34 Neuere Arbeiten über deutsche Herrscherhäuser. Haus Habsburg. 

Oidtman, E. v., Die letzten lebenden direkten Nachkommen d. Her- 
zogs Wilhelm v. Jülich u. Berg, DH 1909, 235. 

Forst, Otto, Die Ahnentafel d. letzten Herzogs v. Cleve, Jülich ik 

Berg, ZBG 1911. 

Dachenhausen, Alex. Freiherr v., Stammtfl. d. Grafen v. d. Mark iu 
Herz. v. Cleve. Brüssel 1908 (nach Chestret de Haneffe gearbeitet). 

Wertner, Moritz, Glossen z. fränkischen Kaisergenealogie, VJH 1886. 

Z. Genealogie d. Karolinger, JAW 1884. 

Haus Habsburg Schulte, A., Studien zur ältesten und älteren Geschichte der Habsburger 

und ihrer Besitzungen, vor allem im Elsaß (MJÖG 7. 8). Erweit. Abdr. u. d. T.: 

Geschichte der Habsburger in den ersten drei Jahrhunderten. Innsbruck 1887. 1 } 

H. v. Liebenau, D. Anfänge d. Hauses Habsburg. Wien 1883. — E. Krüger,. 
Zur Herkunft d. Habsburger (Jb. f. Schweizer Gesch. 13). — W. Gisi, D. Ursprung d. 
Häuser Zähringen u. Habsburg (Anzeiger f. Schweiz, 9. Jg. 1888). Dagegen: A. Schulte,. 
Zur Herkunft der Habsburger (MJÖG 10). — H.Witte, Zur Abstammung des Österr. 
Kaiserhauses (ebd. 17). — H. Bloch, Ü. d. Herkunft d. Bischofs Werner I. v. Straß- 
burg u. d. Quellen z. ältesten Gesch. d. Habsburger (ZOR NF 23). 

Steinacker, H, Z. Herkunft u. ältesten Gesch. d. Hauses Habsburg 
(ZOR 58, NF 19). 

Dinzenhofer, W., XXVIII genealogische Tafeln d. böhmischen Fürsten, 
Herzöge u. Könige, nebst e. chronolog. Tfl. d. böhm.-mähr. Fürsten u. Mark- 
grafen. Prag 1806. 

Hacker, V., Der Familientypus der Habsburger (Zeitschr. f. indukt. Ab- 
stammungs- u. Vererbungslehre 6, 1911). — Drs., Die Habsburger Unterlippe 
(Verhandl. der D. zool. Ges. 1911). 

Strohmayer, Die Vererbung des Habsburger Familientypus, ARG 191 1„ 
H. 6 u. 1912, H. 2. 

Forst, Otto, Ahnentafel Sr. Kaiserl. u. Königl. Hoheit d. durchlauch- 
tigsten Herrn Erzherzogs Franz Ferdinand von Österreich -Este. Wien u. 
Leipzig 1910. — Drs., Die Abstammung d. heute regierenden Dynastien v. 
Kaiser Ferdinand I., FB 1910. — Drs., Ahnenverlust u. nationale Gruppen 
auf d. Ahnentafel d. Erzherzogs Franz Ferdinand. Wien 1912. 

l ) Eckard, Joh. G. v., Origines Familiae Habspurgo-Austriacae ex monumentis 
veteribus demonstratae. Leipzig 1721. — Herrgott, Genealogia diplomatica s. o. 
S. 23. — Röpell, Die Grafen von Habsburg. Halle 1832. — Fürst Lichnowsky, 
Gesch. des Hauses Habsburg. 8 Bde. Wien 1836—44. — Ferner Regesta Habsburgica. 
Regesten der Grafen v. Habsburg u. der Herzöge v. Österreich aus d. Hause Habs- 
burg. Hrsg. v. Institut f. österreichische Geschichtsforschung unter Leitung v. Os- 
wald Redlich. I.Abt.: D. Regesten d. Grafen v. Habsburg bis 1281, bearbeitet v. 
Harold Steinacker, Innsbruck 1905. — Vgl. auch Belrupt, Carl Graf, D.Regenten- 
Familien in Österreich. Bregenz 1899 (XXXVII. Jb. d. Vorarlberger Museum -Vereins 
f. d. J. 1898, S. 1—36). — Unbedeutend sind Gen sau, Geschlechtsfolge d. Beherrscher 
Österreichs, 1796; Gluckselig, Studien ü. d. Ursprung d. österr. Kaiserhauses, Prag 
1860; Wöber, Franz-Xaver, Genealogie d. Hauses Habsburg v. d. ältesten Zeiten bis 
z. Aussterben d. Mannesstammes 1740, Wien 1883 (nicht im Handel); Hoernes, 
Österreich-Ungarn u. d. Haus Habsburg. Geographisch u. statistisch, geschichtlich u. 
genealogisch in Umrissen dargestellt, Teschen 1892; Weihrich, Franz, Stammtafel 
z. Gesch. d. Hauses Habsburg, Prag 1893; Köhler, C., Stammtafeln d. Hauses Habs- 
burg u. Habsburg-Lothringen, Wien 1900. 



Genealogien außerdeutscher Herrscherhäuser. 



35 



Genealogien außerdeutscher Herrscherhäuser. 1 ) 

Berlien, Stammtfl. d. Oldenburgischen Königshauses. Kopenhagen 1849. Oeneaiogien 



Koch, M. de, Tables genealogiques des maisons souveraines du Nord 
et de l'Est de l'Europe, publ. par F. Schoell, Paris 1815/18. 

Königsfeld, Geneal. hist. Tab. over de Nord. Rigers Konigerslaegter. 
Kopenhagen 1856. 

Rosenhane, S., Freih., Svea rikes Konunga-laugd. Stockholm 1789. 

Wertner, A Kozepkori delizlöv uralkodök genealogiai törtenete (Genea- 
logische Gesch. d. südslavischen herrschenden Familien im MA), Temesvar 
1891; Drs., Familiengesch. d. Arpaden (ungarisch), Nagy Becskerek 1892 
Drs., Die Allianzen d. Arpaden. Politisch-genealogische Studien, JAW 1886 
Drs., Glossen z. Genealogie d. Arpaden, VJH 1887 (teilweise im Turul) 
Drs., Die letzten Arpaden, JAW 1888 (zugleich mit e. Abschrift ü. d. Grafen 
de Champagne, aus JAW 1888 separat erschienen, mit zahlreichen Stamm- 
tafeln älterer französischer Dynastenhäuser); Drs., Schlesisch-ungarische 
Allianzen, JAW NF III, 1893. 

Dussieux, Genealogie de la maison de Bourbon. 2. Afl. Paris 1872. 

V(idal), L(udwig), Genealogya domu krölewskiego de Bourbon oraz 
domöw krölewsk hiszpansk, Obojga-Sycylit i xiazecego Parmenskiego. War- 
szawa 1857. 

Anselme, Genealogie de la maison de France. (Zahlreiche Ausgaben.) 

Grenser, A., Die Ahnen d. Bonaparte, JAW 1. 

Seh allern, H. v., Bemerkungen ü. d. Ursprung d. Hauses Bonaparte. 
MAW1911. 

Nagel, Die Napoleoniden. Leipzig 1860. 

Angel i, Storia de la casa Savoia. Mailand 1906. 

Carutti, Regesta comitum Sabaudiae, Turin 1889. 

Guichenon, Histoire de la maison de Savoye. Lyon 1660, 2 Bde. 

Esteban, Arbol genealögico de los sobranos de Espafia 1898. 

Sousa, G. C. de, Hist. geneal. da Casa Real Portugueza. Lissabon, 
20 Bde., 1735—1749. 

Thornston, The Stuart dynasty. 1906. 

Searle, Anglosaxon bishops, Kings and nobles. Cambridge 1899 (grund- 
legend). 

Schenti, Rodoslobnija zarej i knasej Russkich i litowskich i mongolskich 
chanow, Tiflis 1888 (grundlegend: Stammtafeln des Zaren 2 ), der russischen 
und litauischen Fürsten und der Mongolenkhane). 



außerdeutscher 
Herrscher- 
häuser. 



*) Zumeist nach Mitteilungen des Herrn Otto Forst in Wien. 

2 ) AlmanachdeSt. Petersbourg. Cour, Monde et Ville 1912, hrsg. v. Frederik 
vonderHoeven; Verlag v. M. O.Wolff in St. Petersburg; Generalvertrieb f. d. Länder 
außerhalb Rußlands : H. A. Ludwig Degener, Leipzig. Enthält u. a. eine Genealogie des 
Kaiserhauses v. Rußland, der e. Genealogie d. Hauses Romanowsky-Leuchtenberg un- 
mittelbar angeschlossen ist. 

3* 



35 Qenealogien außerdeutscher Herrscherhäuser. 

Wlasjew, G. A., Potomstwo Riuryka (Die Nachkommenschaft Ruriks). 
6 Bde. St. Petersburg 1906—1907. 

Eksempljarskij, Die Groß- u. Teilfürsten des nördlichen Rußlands in der 
tartarischen Periode 1238—1505. Hrsg. v. Graf Tolstoi. Petersburg 1889 
u. 1891 (russisch). 

Wolff, Josef, Kniaziowie litewsko-ruscy (Die russisch-litauischen Fürsten), 
Warschau 1895 (behandelt die in Litauen-Polen zwischen 1400 und 1600 
lebenden Nachkommen Ruriks u. Gedymins, dann die litauischen Teilfürsten 
vorgedyminisch -dynastischer Abkunft (Holszanski etc.) u. Tartarenfürsten 
(Glihski etc.); Drs., Röd Gedymina (Das Haus Gedymin). Krakau 1886 (d. i. 
eine Monographie ü. d. Gedyminiden, ausführlicher als die Kniazowie und 
bietet eine gute Genealogie des litauischen Fürstentums bis etwa 1500; die 
Jagelionen sind nicht mit behandelt). 

Balzer, o Genealogia Piastöw. Lemberg 1895. 1 ) 

Du Cange, Illyricum vetus et novum. Preßburg 1789; Drs., Familiae 
Byzantinae. Paris 1860; Drs., Les familles d'Outre-Mer, hrsg. v. Rey. Paris 
1869 (enthält die Kreuzzugsdynastien des Orients). 

Lecca, Octave-George, Familie le boere^ti romäne (Rumänische 
Bojaren-Geschlechter). Bukarest 1899; 2. Aufl. Bukarest 1911. 

R[angabe], E. R., Livre d'or de la noblesse Phanariote et des familles 
princieres de Valachie et de Moldavie. Athenes 1904 (2. Aufl.). 

Stanley, Lane-Pole, The Mohammadan Dynasties, Westminster 1894. 

Lethbridge, The golden book of India. London 1893. 

Justi, Iranisches Wörterbuch 1895 (enthält Stammtafeln der Dynasten von 
Armenien, Syrien, Persien, Kaukasus, Transozeanien aus Altertum, MA u. Neuzeit). 

Eine Stammtafel des chinesischen Herrscherhauses ist DH 1904 ver- 
öffentlicht. 

Bahnson, Wilh., Stamm- u. Regententafeln zur politischen Geschichte. 
I. Bd.: Asien, Afrika, Amerika, Ozeanien, Europa, Balkan-Halbinsel. Berlin 
1912. (3 weitere Bände sollen folgen. Ohne Quellenangaben. Nur mit Vor- 
sicht zu benutzen). 

zusammen- Zusammenfassende, gedruckte Arbeiten über die Familien 

lassende, ge- ° 

druckte Arbeiten einzelner Städte. 2 ) 

über die Familien _ 

einzelner stidte. v - Daumgarten, Genealogische u. heraldische Notizen über Regensburger 
Bürgergeschlechter, Regensburger Tageblatt 1888. 

Beck, Aus der Qeschlechtergeschichte Ravensburgs. FB 1912. 

*) Die beste genealogische Orientierung über Polen ist die „Kritische Bibliographie 
der polnischen Literatur über Genealogie" von Otto Forst, MJÖG 1911, S. 697—724. 
Vgl. außerdem den zweiten Band des vorliegenden Werkes unter: Heroldsämter und 
verwandte Behörden. Über die Arbeiten von v. Doerr, Grotefend, Wutke u. Zepke 
vgl. oben Seite 33. Hier sei noch verzeichnet Forst, Wywöd przodköw Maryi 
Leszczynskiej, erweiterte Ausgabe 1913. 

2) Wer zu wissen wünscht, was über die Familien einer bestimmten Stadt im Druck 
erschienen ist, sei auf das Gesamtregister zu dem vorliegenden Werke hingewiesen. 
Daselbst sind unter den Namen der einzelnen Städte diejenigen Seiten des vorliegenden 



Zusammenfassende, gedruckte Arbeiten über die Familien einzelner Städte. 37 

Berger, Otto, Bürger-Rolle der Stadt Staßfurt v. J. 1576 bis z. J. 1854. Staßfurt 1884. 
Blavignac, J. D., Armorial Genevois. Essai hist. sur les armoiries, sceaux, 
bannieres et monnaies de Geneve. Orne de 290 fig. sur 46 planches. Gen. 1840. 

Bosizio-Thurnberg, Alexander von, Goritiensia (Landesfürstliche Verwalter 
in Görz; die Verwalter der gefürsteten Grafschaft Gradisca; d. autonome Landesver- 
waltung; die Bürgermeister der Landeshauptstadt Görz; die Kirchen- u. Justizverwalter; 
Görzer Adelsgeschl. u. Patrizierfamilien etc.) JAW NF XIX 1909. 

Braakenburg, Lambertus Johannes Apollonius, Aanteeckeningen omtrent de 
Wapens van eenige Amsterdamer Familien, Nederlandsche Leeuw, 1886, Nr. 7. 

Buek, F. G., Genealog, u. biogr. Notizen ü. die seit d. Reformation verstorbenen 
Hamburg. Bürgermeister. Hamb. 1840. 

Bursian, Gustav, Die Freiberger Geschlechter. MFA 2 (die sonstige Lite- 
ratur ü. d. Familien der Bergstadt Freiberg in Sachsen habe ich zusammengestellt in 
meinem Bibliographischen Repertorium ü. d« Gesch. der Stadt Freiberg, ebd. 1885, 
Nr. 813—1280). 

Büttner, Genealogie oder Stamm- u. Geschlechtsregister der vornehmsten Ad- 
lichen Lüneburgischen Patriziergeschlechter. Lüneburg 1704. 

Calvi, F., 1. II Patriziato Milanese, secondo nuovi documenti depositi negli 
archivi publici e privati. Milano 1865. 2. Familie notabili Milanesi. 4 voll. Milano 
1875—85. 

Du Chastel de la Howarderies-Neuvireuil, Paul Armant comte du, Notices 
genealogiques Tournaisiennes (drei Bände mit Porträts, Siegel- u. Wappenbildungen). 
Tournai 1881—87. 

Choisy, Albert, Livres de famille genevois [alph. Verz. v. Genfer Familien- 
geschichten] AHS 25 (1911) S. 119. 

Chatelin, Victor, Etat de la Noblesse de Metz et de la Lorraine Allemande 
aux elections pour les Etats generaux (1789) vgl. JBL 8. 

Christomanos, Genealog. Studien ü. d. Archontengeschl. Athens im späteren 
MA. Athen 1887. 

Covelle, A. L., Le Li vre des Bourgeois de l'ancienne Republique de Geneve, 
publie d'apres les registres officiels 1339—1792. Geneve 1897. 

Deeke, Historische Nachrichten von dem Lübeckischen Patriziat, VMG 10. 

Dellion et de Mandrot, Armorial historique du canton de Fribourg. Neuf- 
chätel 1865. 

Deneke, Günther, Beitr. z. Gesch. einiger alter Ratsgeschl. in Magdeburg. 
MG 46, 103—113. 

Dieth-Locher, F., Bürgerbuch der Stadt St. Gallen bis 1886. St. Gallen. 1887. 

Dietz, A., Frankfurter Bürgerbuch. Gesch. Mitteil, über 600 bekannte Frank- 
furter Familien aus der Zeit vor 1906. Frankfurt a. M. 1897. 

Dittmar, Genealogische und biographische Nachrichten über Lübeckische 
Familien aus älterer Zeit. Lübeck 1859. Dazu Wehrmann, ZLG 5. 

Dony, Pierre, Les sceaux de Verdun. Verdun, Laurent 1888. 

Dreher und Kiefer, Wappen der ältesten Friedberger Familien. FG IV. 

(Dreh mann), Die ältesten Giengener Familien, in: Der Brenztalbote, Giengen 
an der Brenz (Württemberg) 1902 ff. 

Eggers, H. K., Der Stadt Hamburg Bürgermeister, Ratsherren, Oberalte, Syndici, 
sowie Secretaire des Raths u. der Oberalten, v. d. ältesten Zeiten bis z. J. 1820. 

Egli, J., Der ausgestorbene Adel von Stadt u. Landschaft Zürich. Zürich 1865. 



Werkes zusammengestellt, wo einschlagende Literatur verzeichnet ist. Aus diesen ver- 
streuten Stellen, namentlich aber aus den Zusammenstellungen über die in den einzelnen 
Stadtarchiven hinterlegten Archivalien, denen häufig Verweise über die gedruckte Literatur 
beigefügt sind, ergeben sich Ergänzungen zu der in obigem Text abgedruckten Liste. 



38 Zusammenfassende, gedruckte Arbeiten über die Familien einzelner Städte. 

Ehrsam, N., Der Stadt Mülhausen privilegiertes Bürgerbuch bis zur Vereini- 
gung dieser Republik mit Frankreich i. J. 1798. Mülhausen 1850. 

Engelhard, J. Fr. L, Der Stadt Murten Chronik u. Bürgerbuch. Bern 1828. 

Feith H. O., Kort verhaal van de afkomst der prinsipaalste Edelen van de stad 
Groningen en Ommelanden tot op deze tegenwoordige eeuwe, insonderheid hare 
dappere dooden, wapens, namen en toenamen, bij een vergadert uit onderscheidene 
auteuren, geschreven boeken en brieven door Wilhelm Conders van Heipen. Anno 
1660. 's-Qravenhage, 1886. 

Ferry, Edouard, et Save, Gustav, Sigillographie de Saint-Die, Bulletin de 
la Societe philomatique Vosgienne 1889. 

Feyerabend,Sigism., Augspurg, Der löblichen Kais. Reichsstadt Geschlechter- 
buch. Frankfurt a. M., 1580. 

Fricke, Chronik Bielefelder Familien. Bielefeld 1887. 

Frise, W., Einbecker Familien im 15. u. 16. Jht., FB VI, 1908. 

Fritsch, Alte Görlitzer Geschlechter u. die Wappen derselben, nebst einem 
Verz. aller bisherigen Bürgermeister von Görlitz. Görlitz 1891 (auch NLM 68, 1892). 

Fürth, Hermann Ariovist, Freiherr v., Beiträge und Material zur Geschichte 
der Aachener Patrizier-Familien. 2 Bände. 1882. 

Galiffe, J. B. G. et A. deMandrot, Armorial historique Genevois. Genf 1859. 

Galiffe, J. A., Notices genealogiques sur les familles genevoises depuis les 
Premiers temps jusqu' ä nos jours. 2 m * edition. Geneve 1892. 

Galiffe, J. A., et J. B. G. Dufour, L. Ritter, Eug. etc., Notices genealogiques 
sur les familles genevoises. Geneve 1892ff. 

Gallandi, Königsberger Stadtgeschl. 1883 (in der Altpreuß. Monatssch. Bd. XIX 
u. XX). 

Gautier, A., Familles genevoises d'origine italienne. Giornale araldico di 
Pisa t. 21, Nr. 7. 1893 und Bari 1893. 

Gradl, Hnrch., Die Chroniken der Stadt Eger (= Deutsche Chroniken aus 
Böhmen, hsg. v. Schlesinger II) Prag 1884, S. 61 flg. Verz. der Egerer Geschl., hierzu 
S. 390 ff. Daten zum Verz. d. Egerer Geschl. 

Hahn, G., Ueberlinger Geschlechter Buch 1225 bis 1595. Nach d. Hs. in d. 
Hausbibl. S. M. d. Königs v. Württemb., hsg. von H. Levin. Mit 120 Wappentfln. 
Ueberlingen 1889. 

Haller, Berchtold, Bern in seinen Ratsmanualen 1465 — 1565. 3 Bde. Bern 
1900 — 1902. Der Herausgeber hat nicht die vollständigen Ratsmanuale gegeben, son- 
dern das, was er nach eigener Auswahl für kulturhistorisch interessant erachtete. Bd. I 
behandelt u. a. Wappen u. Siegel. In Bd. II sind Stellen ü. e. Reihe v. Adelsgeschl. 
zusammengestellt. In Bd. III findet sich e. Personenverz. aller drei Teile. 

Hartmann-Franzenshuld, Ernst E. v., Geschlechterbuch der Wiener Erb- 
bürger. Wien, Verlag von Georg Paul Faesy (vorzüglich, leider unvollendet geblieben). 

Heer, Gottf., Zur Gesch. der glarnerischen Geschlechter. Jb. d. hist. Ver. 
d. Kts. Glarus. 23 Hefte. Glarus 1878 ff, 

v. Hefner, O.T., Die Siegel u. Wappen der Münchener Geschlechter; historisch, 
heraldisch erörtert, OBA 11. 

Höfflinger, Heinr. W., Ein offizielles Verz. d. Stadtadels von St. Polten aus 
d. J. 1643. JAW NP XIX, 1909, S. 98. 

Jäcklin, D., Wappen d. anno 1887 leb. Bürg. d. Stadt Chur. Chur o. J. 

Jenni, Fr., Wappen der anno 1857 lebenden Geschlechter der Stadt Solothurn. 
Zürich (selten, o. J.). 

Just de la Paisieres, Jonkheer H. A., Les citoyens nobles de Perpignan et 
de Barcelone et leur noblesse transmissible. NL 1912. 

Kaindl, Weißenburger Familien in Galizien, 6. Jahresber. d. Ver. z. Erhaltung 
der Altertümer in Weißenburg in B. 



Zusammenfassende, gedruckte Arbeiten über die Familien einzelner Städte. 39 

Kauffungen, Kunz v., Das Engelhart'sche Mühlhäuser Wappenbuch (hier 
u. a. Wappen und Hausmarken von Familien der Stadt Mühlhausen i. Th.) MQB, V, 
79—91. 

Kiefer, Karl, Herborner Familienwappen. Frankfurt a. M. 1910. 

Kindler von Knobloch, Das goldene Buch v. Straßburg. 2 Teile, Wien 
1885/86. 

Kleemann, S., Familiennamen Quedlinburgs. Quedlinburg 1891. 

Klose, Sam. Benj., Darstellung d. innern Verhltn. d. Stadt Breslau, hsg. v. 
Gust. Ad. Stengel (— Scriptores rerum Silesiacarum Band 3, 1847) bietet S. 399 ff. 
eine Zusammenstellung um Breslau verdienter Männer. Vgl. Bruch und Neefe, Bres- 
lauer Bürgerbuch, 1878—1896. 

Knüfli, C, Wappen der Ortschaften u. Rhoden des Kantons Appenzell, 1881. 

Koch, Ernst, Saalfelder Familiennamen und Familien aus d. 16. u. 17. Jht. 
Saalfeld. Progr. A— K 1877, L— Q 1878. Drs., Pößnecker Familiennamen. 

Koerner, Bhd., Hamburger Geschlechterbuch, I. Bd. zugleich 18. Bd. des 
Genealogischen Handbuches bürgerlicher Familien. Mit Zeichnungen von Ed. L. Lorenz- 
Meyer. Görlitz 1910. 

Kolar, Martin, Die Siegel der Patrizier-Geschlechter der Stadt Tabor, Progr. 
der Taborer K. K. Staatsmittelschule 1867. 

Krenner, J. N. G. von, Siegel Münchener Geschlechter, Historische Abhand- 
lungen der k. bayer. Akad. d. Wftn. München 1813. S. 1—202. 

Lambert, E. M., Das Hallische Patriziat. Halle 1866. 

Lehmann, H., Namenbüchlein der bürgerlichen Geschlechter der Stadt Zof ingen 
seit d. J. 1200. Zofingen 1884. 

Lisch, Ü. d. Rostocker Patriziat, VMG 11. 13. Drs., Patrizier u. Rittergeschi. 
d. Stadt Plau, VMG 17. 

Lozinski, Ladislaus Ritter, Das Lemberger Patriziertum im 16. u. 17. Jht., 
nach ausschließlich unbek. handschriftl. Quellen bearb. Lemberg 1890. 

(Lutz, M.), Baslerisches Bürgerbuch, enth. alle gegenwärtig in der Stadt Basel 
eingebürgerten Geschlechter nebst der Anzeige ihres Ursprungs. Basel 1819. 

Macco, Herrn. Frdr., Aachener Wappen u. Genealogien. Ein Beitrag zur 
Wappenkunde u. Genealogie Aachener, Limburgischer und Jülicher Familien. 
1. Bd. Aachen 1907. 2. Bd. Aachen 1908. 

Mandrot, A. de, et G. du Bois-de Pury, Armorial historique de Neu f chatel. 
Neuchatel 1864. 

Meier, H., Z. Genealogie d. Braunschweigischen Stadtgeschl. BM XI, 1905. 

Meininger, E., Les anciennes armoiries bourgeoises de Mulhouse. Mulhouse 1911. 

Meyer, Dietrich, Waapenbuch der wolgebornen Edlen u. Bürgerlicher Ge- 
schlächter so Anno 1605 entweder mit einer loblichen Statt u. Herrschaft Zürich 
durch Burgrecht verwandt oder daselbst geregiert u. gewonet haben. Zürich 1605. 

Mey e r,Ed.Lor.,u.Tesdorpff, Hamburgische Wappen u.Geneal. Hamburgl890. 

Meyer-Kraus, B., Wappenbuch der Stadt Basel. Basel 1880. 

Montgrand, Godefroy comte de, Armorial de la ville de Marseille, recueil 
officiel dresse pas les ordres de Louis XIV., publie pour la premiere fois d'apres les 
manuscrits de la Bibliotheque imperiale. Marseille, Gueidon 1864. 

Müller, E., Le Magistrat de la ville de Strasbourg, les stattmeistres et am- 
meistres de 1674 — 1790, les preteurs royaux de 1785 — 1790 et notices geneal. des fa- 
milles. Straßburg 1862. 

Mushard, Luneberg, Monumenta nobilitatis antiquae familiarum illustrium im- 
primis ordinis equestris in ducat. Bremen & Verden. Bremen 1708. Von diesem 
noch heute lehrreichen Buch erschien Bremen 1720 e. 2. Afl. unter d. Titel: Brehmisch- 
Verdischer Ritter-Saal, oder Denkmahle d. uhralten Hochadl. Geschlechter in denen 
Hertzogthümern Bremen u. Verden, und Anfang des 20. Jahrhunderts ein Neudruck. 



40 Zusammenfassende, gedruckte Arbeiten über die Familien einzelner Städte. 

Neupert, Plauische Familiennamen. Das Geschlecht der Canise— Canse — Kanze 
durch sechs Jahrhunderte u. andere Beitr. z. Gesch. Plauischer Familien. Druckerei 
Neubert, Plauen i.V. 

Nottbeck, Eugen v., Die älteren Ratsfamilien Revals. Reval 1875. Siegel 
aus d. Revaler 'Ratsarchive nebst Sammlung von Wappen d. Revaler Ratsfamilien. 

Ondrusch, Die Familiennamen in Neustadt (O.-S.). 1894. 

Pratje, H. J., Altes und Neues aus den Herzogtümern Bremen u. Verden. Stade 
1769 1781. Bd. II, 120: „Allgemeine Nachrichten von dem Bremischen Adel". 

Praun, M., Ausführliche Beschreibung d. Herrlichkeit, Ehr, Stand, Würden, auch 
Alterthum der Adelichen und erbaren Geschlechtern in den vornehmsten Freyen 
Reichs Städten. Ulm 1667. 

v. Prittwitz und Gaffron, Breslauer Ratsfamilien. „Schlesiens Vorzeit", 
42. Bericht. 

Pyl, Theod., Stralsunder u. Greifswalder Patrizierfamilien in: Pommersche 
Geschichtsdenkmäler. 3. Bd. hrsg. v. Th. Pyl, Greifswald 1870, S. 122ff. 

Rei chert,Laubaner Bürgermeister u.Ratsherrenl222— 1845, ASWXII,Nr.6,S.82 ff. 

Reinwald, G., u. J. Rieber, Beitr. zur Gesch. d. Geschl. u. d. Bürgertums in 
Lindau (mit Wappentafel), in: Gesch. d. Stadt Lindau am Bodensee. Im Auftrag der 
Stadtgemeinde hrsg. von Wolfart, Bd. II 1909, S. 103ff (wieder abgedruckt aus den 
Schriften d. Ver. f. Gesch. des Bodensees, Bd. XIII, 1884). 

Roller, vgl. Register. 

Schalch, Fr., Wappen der löblichen Bürgerschaft in Schaffhausen, o. J. (ca. 
1840). Sehr viele genealog. Angaben u. Stammbäume ü. Familien v. Schaffhausen gibt 
Rueger, J. J., Chronik der Stadt u. Landschaft Schaff hausen, hrsg. v. d. historisch- 
antiquarischen Gesellschaft. 2 Bde. Schaffhausen 1884 — 92. 

Schenk zu Schweinsberg, Beiträge zur Kenntnis der in Frankfurt begütert 
gewesenen Adelsfamilien. Frankfurt a. M. 1878. 

Schmidt, G., Hallische Geschlechter. Hallischer Kalender, 1912. 1913. 

Schön, Th., Nachr. ü. adlige Geschlechter ... der Reichsstadt Reutlingen seit 
1500, VJH 1910. 

Schoenhaupt, Louis, Livre d'or de la bourgeoisie de Mulhouse, 1883. 

Schott, Sgm., Alte Mannheimer Familien. Ein Beitr. zur Familienstatistik des 
XIX. Jht. Mannheim, Bensheimer. 

Schumacher, K., Verz. der in Baar verpf rundeten Geistlichen, sowie aller aus 
Baar stammenden Kapuziner und Aebtissinnen. Zug 1885. 

Seelig, G., Geschichtliche Entwickelung der Hamburger Bürgerschaft u. der 
Hamburger Notabein. Hamburg 1900. 

Sprecher v. Bernegg, Wappen d. anno 1854 leb. Geschlechter d. Stadt Chur. 
Zürich. 

v. Steiger-Münsingen, Über die erblichen Gesellschaften im alten Freistaat 
Bern und Über Adelsverhältnisse im alten Freistaat Bern, JAW 1882. 1888. 

Stetten, P. v., Geschichte der adelichen Geschlechter der freyen Reichsstadt 
Augsburg. Mit 228 in Kupfer gestochenen Wappen und Siglen. Augsburg 1762. 

Stocker, F. A., Basler Stadtbilder. Alte Häuser u. Geschlechter. Basel 1890. 

Strombeck, Hilmar v., Alter Braunschweigischer Stadtgeschlechter Er- 
löschen, VNS Jhr. 1867, S. 216 ff. Hannover 1868. 

Stromer v. Reichenbach, Genealogisches Handbuch d. z. Z. lebenden Raths- 
und gerichtsfähigen Familien d. vormaligen Reichsstadt Nürnberg. Nürnberg 1878. 
Für Nürnberg sind die sogenannten Nürnberger Diptychen eine besonders 
wertvolle Quelle. Der volle Titel dieses umfangreichen u. ziemlich seltenen, in Nürn- 
berg selbst vorhandenen Werkes lautet: Diptychorum ecclesiarum Norimbergensium 
succincta enucleatio d. i. Ausführl. Beschr. aller u. jeder Kirchen, Klöster, Kapellen u. 
der annoch in denenselben befindl. merkwürdigen Monumenten usw. in Nürnberg, als 
ein kurzer Ausz. aus d. großen Werke des Herrn Karl Christian Hirsch, Diac. Laur., 



Zusammenfassende, gedruckte Arbeiten über die Familien einzelner Städte. 41 

fortgesetzt u. vollendet v. Andreas Würfel, Pfarrer in Offenhausen. Nebst beygefügten 
benöthigten Kupfertafeln. Nürnberg 1756. 57. 59. 4° mit Kupfern. Es enthält der I. Bd. 
die Beschr. d. Sebalder u. Lorenzer Hauptkirchen mit den Lebensläufen u. Bildnissen 
ihrer Prediger u. Diakonen; der II. Bd. beschreibt die übrigen Kirchen, Klöster u. Ka- 
pellen in Nürnberg; der III. Bd. enthält die eingepfarrten Vorstädte u. Dörfer. Als 
IV. Bd. ist die v. d. Nürnberger Juden- oder Hospitalprediger G. E. Waldau in zwei 
Teilen herausgeg. Fortsetzung dieses Werkes: Diptycha ecclesiarum Norimbergensium 
continuata u. Dipl. eccl. in oppidis et pagis Norimbergensibus zu betrachten, die mit d. 
J. 1778 bzw. 1779 abschließen u. in d. J. 1779/80 gleichfalls in Nürnberg im Druck er- 
schienen. Hierzu kommt: Nürnbergisches Zion oder Nachr. v. allen Nürnbergischen 
Kirchen, Kapellen, Klöstern u. lateinischen Schulen in und außer d. Stadt u. d. daran 
bedienten Personen, verbessert und bis auf unsere Zeiten fortgesetzt v. G. E. Waldau. 
Nürnberg 1787. — Genealog. Handb. d. lebenden Raths-, Gerichts- u. Aemterfähigen 
Adels zu Nürnberg, 1795. — Ferner vgl. oben S. 22 unter: Biedermann. 

Tobler-Meyer, W., Gesch. d. 65 Schilde d. Schildnerschaft z. Schneggen seit 
1559 nach den von G. v. Wyss bearb. Übersichten ergänzt u. hrsg. v. Tobler-Meyer 
u. eingel. d. e. kurze Nachricht über die Anfänge d. Schildnerschaft von H. Zeller- 
Werdmüller. Zürich 1900. 

Tournon, Comte de, Le livre d'or du Capitole. Catalogue officiel de la 
noblesse r omaine. Paris 1864. 

Tribolati, F., Gli stemmi Pisani. Giorn. Arald. geneal. dipl. II, Pisa 1875. 

Vallardi, Antonio, Famiglie Notabili Milanesi 4 vol. 

Vannerus, Les armoiries et les anciens seigneurs de Latour-en-Ardenne (Publi- 
cations de l'institut archeologique de Luxembourg 1904, T. XXXIX des Annales). 

Velden, A. v. d., Genealogische Nachrichten über einige d. ältesten Familien d. 
Neustadt Hanau. Weimar 1901. 

Verz. d. Ingolstadter Bürgerfamilien. Ingolstadt 1877. 

Vi vis, G. v., Die Wappen der noch lebenden „Geschlechter" Luzerns. Sep. 
Abdr. 1899 aus dem Schweizer. Archiv f. Heraldik, m. interesssanten familiengeschichtl. 
Notizen. 

Vlaminck, Alph. de, Het guldenboek van Dendermonde. Geslachtsboomen 
van eenige familien van Viaanderen. Gent 1872. 

Weiß, J. H., Verzeichnis d. seit dem J. 1700—1821 mit ihren Frauen u. Kindern 
neu angenommenen als ausgestorbenen Bürger -Geschlechter in Basel. Basel 1822 
(ebensolche Verzeichnisse erschienen von demselben Verfasser 1829 u. 1836). 

Weyermann, Neue biographisch-historisch-artistische Nachrichten von Familien 
der vormaligen Reichsstadt Ulm. Ulm 1829. 

Weyersberg, Solinger Schwertschmiede-Familien, ZHW, 5. Bd., 4. H.; drs., 
Steyrer u. Solinger Meisternamen, ZHW, 5. Bd., 7. H. 

Widmann, J., Bürger- Familienbuch von Liestal. Alphabetisch und nach den 
Verwandtschaften geordnet. Liestal 1860. 

Wikart, Paul Anton, Die Geschl. der Stadt Zug, nach ihrem Ursprung od. 
Herkommen. Geschichtsfreund XXIII, 1868. 

Wimmer, Eduard, Sammelbl. zur Gesch. der Stadt Straubing. Straubing 
1882/4. H. 1—4 (enthält u. a. e. Beschr. v. Wolf Freymann's Wappenbuch der Strau- 
binger Geschl. u. e. Zusammenstellung der im Karmeliterkloster zu Straubing befind- 
lichen zahlreichen wertvollen alten Grabdenkm. angesehener bayerischer Geschl. aus 
d. 15—19. Jht.). 

Zillner, F. V., Salzburgische Geschlechterstudien, MGSL XVII. XIX. XXI. XXII. 

Ferner mögen noch folgende anonyme Schriften verzeichnet werden: Wappen d. 
löbl. Bürgerschaft Baden. Zürich 1855. — Wappenb. sämtl. in der Stadt Bern ver- 
bürgerten Geschl., 1829. — Wappenb. gesamter Bürgerschaft der Stadt Bern aus d. 
J. 1836. — Livre d'or du Canton de Fribourg. Nomenclature des bourgeois de la 
ville de Fribourg, des anciennes familles patriciennes et des notabilites et celebrites 
du canton. Fribourg 1898. — Alph. Verz. d. lebenden u. ausgestorb. Bürgergeschi. c'. 



42 



Die beiden Grundtypen genealogischen Denkens. 



Stadt Solothurn. Solothurn. 4°. — (Sprecher, A. v.), Slg. rhätischer Geschl. 

Chur 1847. Triesener Adels- u. Bürgergeschi, werden behandelt im Jb. d. histor. 

Ver. f. d. Fürstent. Liechtenstein. 2. Bd. 1Q02. — Wappen der löbl. Bürgerschaft von 
Winterthur. Zürich 1855. — Neues histor. Wappenb. d. Stadt Zürich. Nach den 
besten Quellen bearbeitet. Zürich 1860. Hierzu Spl.: Die seit 1859 in d. Stadt Zürich 
eingebürgerten Geschl. 4°. Neues histor. Wappenb. d. Stadt Zürich, 2. Afl. Zürich 
1869. — Ferner sei erwähnt, daß v. Arx u. Tatarinoff, D. histor. Ver. d. Kantons 
Solothurn, Festschr. zur Erinnerung an sein 50 jähriges Jubiläum, 1853 — 1903, Solo- 
thurn 1903, auf e. Reihe v. Vorträgen über Solothurner Geschl. verweisen, die nicht 
im Drucke erschienen sind u. z. Tl. im Archiv des genannten Ver. liegen od. im Prot, 
d. Ver. teilweise Aufnahme gefunden haben. — Armorial Neufchatelois, Galerie 
historique du chäteau de Neuchatel cont. les armoiries des comtes et princes de Neuf- 
chatel, des gouverneurs qui ont administre le pays en leur nom, ainsi que les quatre 
Bourgeoisies acc. de notes histor. et heraldiques. Berne et Neufch. 1857. 



Genealogische Tafeln 

von Otto Forst. 



Die beiden 

Orundtypen 

genealogischen 

Denkens. 




ede genealogische Betrachtung der Menschheit muß von der natür- 
lichen genealogischen Qrundtatsache ausgehen, daß zwischen zwei 
Personen das Verhältnis von Erzeuger, resp. Gebärerin einerseits, 
Erzeugtem resp. Geborenem andererseits besteht. Von diesem Ur- 
phänomen der Genealogie, wonach aus einem Individuum der Species Mensch 
im Wege der geschlechtlichen Fortpflanzung ein neues Individuum hervor- 
geht, muß jeder Versuch, Systematik in die Fülle von Erscheinungen zu 
bringen, welche das Leben als Folge der zwischen den Menschen bestehen- 
den, auf ihrer gegenseitigen Abstammung voneinander oder von einem gemein- 
samen Dritten beruhenden Beziehungen hervorruft, seinen Anfang nehmen. 
Zwei Personen sind also im wechselseitigen Verhältnis Erzeuger und 
Erzeugter. Betrachten wir die aktive Seite dieser Beziehung, nehmen wir 
vom Erzeuger den Anfang und suchen wir alle Personen zu ermitteln, die 
er unmittelbar oder, als Nachkommen seiner eigenen Deszendenz, mittelbar 
erzeugt hat, so erhalten wir die eine Form der Darstellung genealogischen 
Denkens: die Deszendenztafel. 

Die Deszendenztafel umfaßt alle Personen, die von einer anderen Person, 
dem Stammvater oder der Stammutter, abstammen, in gerader Linie, wie 
der treffende juristische Ausdruck lautet. Es macht dabei keinen Unterschied, 
ob diese Abstammung eine rein agnatische ist, nur durch Zeugungen ver- 
mittelt wird, ob die Bindeglieder zwischen dem Deszendenten und seinem 
Stammvater nur Männer bilden; oder ob die Abstammung auch durch Ge- 
burten vermittelt wird, ob also auch Frauen als Bindeglieder zwischen 
Stammvater und Nachkommen erscheinen. 

Der zweite Grundtypus genealogischen Denkens ergibt sich, wenn wir 
die passive Seite, das Erzeugtwerden, in den Vordergrund stellen. Suchen 



Die Deszendenztafel. Stammtafel. 43 

wir zu ermitteln, von wem ein Mensch abstammt, wobei es wiederum 
keinen Unterschied macht, ob die betreffenden Vorfahren Frauen oder Männer 
sind, so haben wir die Azendenztafel, die Darstellung aller Personen, von 
denen jemand in gerader Linie abstammt. 

Um das bekannte Bild vom Blut zu gebrauchen, die Deszendenztafel 
umfaßt alle Personen, in denen das gemeinsame Blut einer anderen Person, 
des Stammvaters, fließt; die Aszendenztafel umfaßt alle Personen, deren 
Blut in einer anderen Person, dem Probanten, fließt. 

Wenden wir uns der näheren Charakterisierung der beiden Grundtypen 
und dann ihrer zahlreichen Abarten zu, um dann die beiden Arten ge- 
meinsame Erscheinung des Implexes zu besprechen. 

Die Deszendenztafel in ihrer theoretischen Reinheit wird praktisch fast Die Deszendenz- 
nie vorkommen. Eine Darstellung aller Nachkommen einer Person hat für 
die historische Seite der Genealogie keinen besonderen Wert und ist mit 
großen Schwierigkeiten verbunden. Anders steht es vom naturwissenschaft- 
lichen Standpunkt aus. Hier ist die Darstellung der gesamten Nach- 
kommenschaft von größter Wichtigkeit, weil es sich darum handelt, die 
Spuren einer vererbten Anlage auch über den Kreis der Familie im engeren 
Sinn, der agnatischen, zu ermitteln. Ebenso ist in jenem Zweig der Genea- 
logie, wo uns diese Wissenschaft praktisch am häufigsten, wenn auch un- 
bewußt, vor Augen tritt, im Rechtsleben, die Deszendenztafel von großer 
Bedeutung. Unser Erbrecht fordert im Gegensatz zur altrömischen und 
altgermanischen Agnatensukzession, die also auf der Stammtafel basiert (wie 
gleich später zu zeigen sein wird), die Erbberechtigung aller Deszendenten, 
auch derjenigen der weiblichen Linie. Die Gesamtheit der im Sinne des 
geltenden Rechts berufenen (gesetzlichen) Erbfolgeberechtigten findet sich also 
in der Deszendenztafel. Weit häufiger aber als die reine Deszendenz- 
tafel ist bis vor kurzem die Stammtafel gewesen. Bis in die jüngste Zeit Stammtafel, 
hat man diesen Ausdruck in völlig unklarer Terminologie für sämtliche Arten 
genealogischer Darstellung verwendet, ohne sich des Gegensatzes bewußt 
zu werden, der zwischen den einzelnen Typen besteht. 

Da bisher die Genealogie meist nur als Hilfswissenschaft der Geschichte 
fungierte oder als „Part pour Part" Selbstzweck der Genealogie eines Ge- 
schlechts, eben die Genealogie dieses Geschlechts war, so ist es natürlich, 
daß die Stammtafel in der Literatur dominiert. Was ist die Stammtafel 
theoretisch? Es ist ein Auszug aus der Deszendenztafel, der nur jene 
Personen umfaßt, die von einem gemeinsamen Stammvater durch Zeugung 
in gerader Linie abstammen, wo also nur Männer als Bindeglieder zwischen 
Stammvater und Nachkommen fungieren. Für den Juristen ist die Ab- 
grenzung klar gegeben, die Stammtafel ist die tabellarische Darstellung der 
Agnaten. Für Nichtjuristen bildet sich ein Anhaltspunkt im äußerlichen 
Charakteristikum, daß — heutzutage — die Glieder einer Stammtafel den 
gleichen Familiennamen führen müssen. Die Stammtafel ist daher die ta- 
bellarische Darstellung der Nachkommen einer Person, von welcher dieselben 



44 Regententafel. Ahnentafel. 

durch Zeugung in gerader Linie abstammen. Die Stammtafel ist für das 
Rechtsleben nur bei Familienfideikommissen und beim Lehensrecht von Be- 
lang, da heute das Agnationsprinzip sonst nirgends mehr praktische Geltung 
im Privatrecht hat. Die größte Rolle kommt der Stammtafel in der Ge- 
schichte und im Thronfolgerecht zu, da ja die Erbfolgeordnung in unseren 
modernen Monarchien auf der Stammtafel beruht, den Thron stets, bis zum 
Aussterben des Mannesstammes, bei einer agnatischen Familie beläßt. 

Nicht zu leugnen ist ferner das Überwiegen der sozialen Bedeutung der 
Stammtafel. Im gesellschaftlichen Leben der unteren und mittleren Schichten 
spielt die Herkunft des Vaters, also die Stammtafel, die ausschlaggebende 
Rolle, weil man ja die verschiedenen weiblichen Ahnen nur in den selten- 
sten Fällen kennt. Anders steht es freilich auch heute noch im Kreise des 
Hoch- und Hofadels. 
Regententafel. Spielarten der Stammtafel sind die Regententafel, welche nur die zum 

Thron gelangten Glieder eines Herrscherhauses verzeichnet, ferner ein noch 
des Namens entbehrender Typus, der nur die männlichen Glieder einer 
Familie berücksichtigt. 

Ein wesentliches Charakteristikum der Deszendenztafel und all ihrer 
Unterarten, natürlich auch der Stammtafel, ist ihre vollständige Unregel- 
mäßigkeit. Keine Deszendenztafel gleicht der andern, die fortwährend 
wechselnde Zahl der Glieder einer Generation läßt dem Aufbau der De- 
szendenztafel sein individuelles Gepräge, während die Ahnentafel in ein festes 
Schema gepreßt ist. 

Äußeres Kennzeichen der Deszendenztafel ist ferner die Tatsache, daß 
hier von der ersten Generation, vom Stammvater an, zeitlich vorwärts- 
geschritten wird, ganz natürlich, da ja die Nachkommen immer späteren 
Zeiten angehören als ihre Vorfahren. 
Ahnentafel. Das Gegenstück zur Deszendenztafel bildet die Aszendenztafel. Für sie 

ist der deutsche Ausdruck Ahnentafel üblich. Die Ahnentafel nimmt ihren 
Ausgangspunkt von einer Person, dem sogenannten Probanten, zählt dann 
dessen Eltern auf, dann die (4) Großeltern, die (8) Urgroßeltern usw. Das 
erste Charakteristikum der Ahnentafel ist ihr streng gesetzmäßiger Aufbau. 
Da jeder Mensch zwei Eltern, vier Großeltern usw. hat, gleicht im äußeren 
Habitus eine Ahnentafel vollständig der anderen. Mit jeder Generation ver- 
doppelt sich die Zahl der Ahnen. Wir erhalten als erste Regel für die Ahnen- 
tafel: die Ahnenzahl in jeder Generation ist gleich 2 zur Potenz der betreffen- 
den Generation erhoben (wobei also der Koeffizient der Potenz gleich der 
Zahl der jeweiligen Generation ist). Z. B. jedermann hat acht Urgroßeltern, 
nach unserer Regel (die Urgroßeltern bilden die 3. Generation) 2 3 = 8. 

Die Ahnentafel beruht auf der Betrachtung der passiven Seite des 
Ahnenverhältnisses. Wir wollen wissen, von wem eine Person abstammt. 
Die Ahnentafel läßt das Zusammenfließen der einzelnen Vererbungsmassen 
erkennen, als deren Resultat der Probant erscheint, die Deszendenztafel, sie 
löst die Gesamtheit der von einer Person vererbten Masse in ihre einzelnen 
Bestandteile und in ihrer Verteilung auf die Deszendenz auf. 



Deszent. Deszentorium. Ahnenbezifferung. 45 

Ein äußeres Merkmal der Ahnentafel bildet der Umstand, daß wir, vom 
Probanten ausgehend, natürlich zeitlich rückwärtsschreiten müssen, da wir vom 
Nachkommen zu den Vorfahren uns wenden. 

Die Ahnentafel spielt in allen Teilen der Genealogie eine gleich wich- 
tige Rolle. Sie hat, gleich der Stammtafel, praktische genealogische Be- 
deutung und eine literarische Tradition. 

Naturwissenschaftlich überragt die Ahnentafel an Bedeutung auch die 
Deszendenztafel, da, beim streng gleichmäßigen Schema der Ahnentafeln, 
hier viel leichter aus dem an vielen Einzelfällen gewonnenen Tatsachen- 
material allgemeine Schlüsse gezogen werden können. Juristische Bedeutung 
hat die Ahnentafel im Erbrecht, da bekanntlich unser gesetzliches Erbrecht 
zur Grundlage seiner Erbfolgeordnung nach Stämmen die Ahnentafel macht. 
Weit größer war die Rolle der Ahnentafel im deutschen Recht des Mittel- 
alters. Da war für die Zugehörigkeit zu einem Geburtsstand direkt die 
Ahnentafel entscheidend. Die Ritterbürtigkeit ist ja nichts anderes als der 
Nachweis einer qualifizierten Ahnentafel. Die Spiegier fordern für die Zu- 
gehörigkeit zu den Geburtsständen Ahnentafeln von gewissen Qualitäten, 
und es ist bekannt, wie von der großen Rolle, welche die Stammtafel im 
deutschen Recht als Kriterium der Standeszugehörigkeit bildete, in späteren 
Zeiten die Institution der Ahnenprobe, d. h. des Vorweisens einer Ahnentafel, 
bei der alle erscheinenden Glieder gewisse Voraussetzungen erfüllen mußten 
(adlige, eheliche Geburt usw.), übrig blieb. Heute noch eröffnet nur die 
Ahnenprobe den Zutritt zum österreichischen Hof, zu den adeligen Stiftern, 
zur Kämmererwürde, zu den Ritterorden; nicht geringer ist die Bedeutung 
der Ahnenprobe im volkswirtschaftlichen und sozialen Sinn, die ihr die Be- 
stimmungen vieler Fideikommißstiftungsurkunden und hochadligen Haus- 
gesetze sichern, welche für die volle Rechtsfähigkeit Ahnenprobe verlangen. 

Auch von der Ahnenprobe gibt es Unterarten. Die wichtigste ist das Deszent. 
Deszentorium. Darunter verstehen wir einen Auszug aus der Ahnentafel, 
welcher uns die ein- oder mehrmalige Abstammung des Probanten von einer 
der in der Ahnentafel erscheinenden Personen dartut. Die einzelnen Ab- 
stammungsreihen nennen wir Deszente. So ist im Beispiel IX die Abstam- Deszentorium. 
mung des Erzherzogs Franz Ferdinand von Ostyk, dem Stammvater des 
Fürstenhauses Radziwill, dargestellt, das Ganze bildet ein Deszentorium, die 
einzelnen Abstammungsreihen, die Ostyk und den Erzherzog verbinden, sind 
die Deszente. 

Bei der Ahnentafel ergibt sich noch ein Problem, das durch ihre streng Ahnen- 
gesetzmäßige Konstruktion bedingt ist. Es liegt nahe, der Einfachheit halber bezifferun e- 
die einzelnen Ahnen mit Ziffern zu belegen, zwischen denen dann, bedingt 
durch den merkwürdigen Aufbau der Ahnentafel, gewisse mathematische 
Beziehungen bestehen. Es gibt da verschiedene Systeme. Die wichtigsten 
sind die Systeme Kekule und Hager, deren Unterarten durch die Systeme 
Roller, Sommer und Seyler gebildet werden. Dem System Lorenz kommt 
heute keine praktische Bedeutung mehr zu. 

Kekule gibt dem Probanten Nr. 1, seinem Vater Nr. 2, der Mutter Nr. 3, 



46 Ahnenbezifferung. Implex (Ahnenverlust). 

dem Großvater väterlicherseits Nr. 4 usw. Dieses System hat den gewaltigen 
Vorzug der Einfachheit und Klarheit. Man vermeidet das Schreiben von 
zwei Ziffern, das den anderen Systemen charakteristisch ist, was bei größeren 
Arbeiten viel Raum und Zeit erspart. Auch fehlen dem System Kekule nicht 
die Vorzüge anderer Systeme. Zunächst läßt die Ahnenziffer sofort erkennen, 
welchem Geschlecht der betreffende Vorfahre angehört. Die Männer führen 
gerade, die Frauen ungerade Nummern. Auch die Generation ist leicht zu 
erkennen, denn man erhält sie sofort, wenn man die der betreffenden Nummer 
nächstniedere Potenz von 2 nimmt und aus ihr die Wurzel zieht. Praktisch 
wird man ja nach kurzer Übung sofort wissen, welcher Generation eine 
Nummer angehört, da ja die Potenzen von 2 jedem Ahnenforscher in Fleisch 
und Blut übergehen. Ferner besteht im System Kekule die Beziehung, daß 
der Vater immer die doppelte, die Mutter die um eins vermehrte doppelte 
Nummer ihrer Kinder führt. Auf unserem Beispiel Tafel II führt Kaiser 
Friedrich Nr. 4, sein Vater Wilhelm I. 2x4 = 8, seine Mutter, Kaiserin 
Auguste 2 x 4 -(- 1 = Nr. 9. 

Das System Hager operiert mit römischen und arabischen Ziffern. 
Jeder Ahne erhält zwei Ziffern. Die römische bezeichnet die Generation, 
der er angehört, die arabische Nummer gibt, in jeder Generation neu be- 
ginnend und dann fortlaufend, die Stelle an, die der betreffende Ahne in 
dieser Reihe einnimmt. Obwohl das System Hager für eine rein wissen- 
schaftliche Behandlung viele Vorteile bietet, ist es doch bei nicht streng 
wissenschaftlichen kleinen Ahnentafeln lieber nicht zu verwenden. Für die 
darstellende praktische Genealogie empfiehlt sich unbedingt das System 
Kekule. Der Verein „Herold" und die Zentralstelle für deutsche Personen- 
und Familiengeschichte haben es auch angenommen und es wurde seither in 
allen größeren Publikationen, vor allem von Dungern und Forst, angewendet. 
Interessant ist, daß schon 230 Jahre vor Kekule der große spanische Genea- 
loge Sosa in seiner vortrefflichen Riesenahnentafel „Noticia de la gran casa 
de Villafranca" dieses System angewandt und verteidigt hat, daß also hier 
wieder ein bedeutender Forscher, wie so oft, alte Wahrheit neu entdeckt hat. 

Die anderen Systeme hier einzeln zu schildern, würde zu weit führen. 
Über die Systeme Roller und Seyler findet sich eine zusammenfassende Übersicht 
im „Deutschen Herold" 1905 Nr. 10, über das System Lorenz vergleiche man 
dessen Lehrbuch, über das System Sommer, dem für medizinische Zwecke 
große Vorzüge innewohnen, das aber für rein genealogische Zwecke weder in 
Betracht kommt, noch in Betracht kommen will, siehe das ausgezeichnete Werk 
des Gießener Psychiaters: „Familienforschung und Vererbungslehre" (1907). 

(AhnmvM ES iSt nUn einef Erscheinun g zu gedenken, welche bei allen Arten der 

>• genealogischen Tafeln gleichmäßig vorkommt, speziell aber bei der Ahnen- 
tafel bedeutsam ist: der sogenannte Implex. 

Jede praktische Beschäftigung mit genealogischen Dingen zeigt, wie 
rasch der Kreis der miteinander in verwandtschaftlichen Beziehungen stehen- 
den Menschen wächst, wenn wir vom bloßen Mannesstamjn abgehen und 
auch alle weiblichen Verwandten ins Auge fassen. 



Implex (Ahnenverlust). 47 

Betrachten wir die Nachkommenschaft einer Person, und nehmen wir 
an, daß jeder Mensch im Durchschnitt, die Menschen ohne Nachkommen- 
schaft sind da schon eingerechnet, je zwei lebensfähige, fortpflanzungsfähige 
Nachkommen hinterläßt, die ihrerseits natürlich wieder je zwei Nachkommen 
am Leben lassen — in Wirklichkeit ist natürlich diese Zahl, besonders bei 
günstigen hygienischen, sittlichen und sozialen Verhältnissen viel größer — 
so werden wir nach dem Gesetze der geometrischen Progression bald zu 
ungeheuren Zahlen kommen. 

Rechnen wir die Generation zu 30 Jahren, so wird der supponierte 
Stammvater, wenn wir einen Menschen aus der Zeit Christi als Beispiel 
annehmen, im Jahre 30 zwei Kinder haben, im Jahre 60 vier Enkel, im 
Jahre 90 acht Urenkel usf. Im Jahre 990, also 33 Generationen später, 
müßte er schon 233 Nachkommen haben, im Jahre 1880 also 2 66 , das 
wären ungefähr 300 Billionen x 1 Million x 1 Million Deszendenten. Nun 
ist es ganz klar, daß es nie so viele Menschen gab, auch nie so viele geben 
kann, andererseits lehrt die vielfältige Erfahrung, daß eine Zahl von zwei 
Kindern weit unter dem Durchschnitt bleibt. Es taucht hier das Problem 
auf, das einem russischen Gelehrten so viel Kopfzerbrechen machte: Er 
sagte, jeder Stör legt unleugbar jedes Jahr Millionen Eier; wenn nur ein 
geringer Bruchteil davon zu ausgewachsenen Tieren wird, und diese in der 
Progression fortschreitend weiter laichen, müßte schon längst das ganze 
Schwarze Meer in einen Berg von Kaviar verwandelt sein. Warum geschah 
dies nicht? 

Ebenso stellt sich das Problem beim Menschen. Der scheinbare Wider- 
spruch zwischen der ungeheuren theoretischen Nachkommenzahl und der 
beim heutigen Bevölkerungsstand der Erde höchstmöglichen erklärt sich durch 
folgende Erscheinung. Es muß einmal der Fall eintreten, daß Personen die 
von dem gemeinsamen Stammvater abstammen, einander ehelichen. Je mehr 
wir uns vom Stammvater entfernen, je größer die Zahl seiner Nachkommen 
wird, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, daß zwei Personen, die 
miteinander in geschlechtliche Verbindung treten, schon durch ihre gemein- 
same Abstammung von dem Ahnherrn miteinander verwandt sind. Die 
Nachkommen dieser Verbindung erscheinen dann zweimal in der Deszendenz- 
tafel des Stammvaters, da sie von ihm doppelt abstammen. Je weiter wir 
uns vom Ahnherrn entfernten, um so häufiger werden dann die Verwandten- 
ehen, so daß dann einzelne Personen immer öfter, zum Schluß hunderte 
und tausende Male als Nachkommen des betreffenden Ahnherrn erscheinen. 
So erklärt sich dann die theoretisch große Zahl. Der Zeitgenosse Christi hat 
heute eine unfaßbar große Zahl Nachkommen, aber das sind nicht lauter 
von einander verschiedene Personen, sondern einzelne Personen erscheinen 
tausende Male auf dieser Deszendenztafel. 

Ähnlich wirkt dieses Phänomen, das wir Implex nennen wollen, bei der 
Ahnentafel. Auch hier finden wir umgekehrt, daß bald die sich stets ver- 
doppelnde theoretische Ahnenzahl nicht mehr lauter verschiedene Personen 
als Ahnen zuläßt. Auch hier stoßen wir auf die Wirkung der Heiraten von 



48 Konsan guinitätstafel. 

Personen, die schon von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen, der 
dann 2 mal in der Ahnentafel der Kinder dieses Paares erscheint. In der 
beigegebenen Tafel Via findet sich als Beispiel für den Deszendentenimplex 
die Prinzessin Elisabeth von Hessen, die von der Königin Viktoria 2 mal 
abstammt. Beispiel für Ahnenimplex zeigt die Tafel VII, wo in der Reihe 
der 32 ( Ahnen Erzherzog Karl und Gattin, Wilhelm V. von Bayern und 
Gattin, Rudolph von Anhalt und Gattin je 2 mal vorkommen. Man hat 
diese Tatsache des Implexes lange nicht beachtet. Lorenz hat zuerst auf 
der Ahnentafel diese Erscheinung besprochen und ihr den nicht glücklichen 
Namen Ahnenverlust gegeben. Hager brachte den richtigen Ausdruck Ahnen- 
implex. Die Allgemeingültigkeit dieser Erscheinung auch für die Deszendenz- 
tafel wird zum ersten Male hier nachgewiesen. Ein Beispiel für die Größe 
des Ahnenimplexes bietet die untenstehende Anmerkung. 1 ) 

Der Implex bei der Ahnentafel ist von besonderer Wichtigkeit, weil 
man früher, ohne natürlich das Kind beim richtigen Namen zu nennen, der 
Größe des Implexes schädlichen Einfluß für die Nachkommenschaft zuschrieb 
und damit die angebliche Abneigung der Naturvölker vor der Blutschande 
und die Berechtigung der Verwandteneheverbote in der Manier des Natur- 
rechts dartat. Heute wissen wir, daß das bloße Vorhandensein eines größeren 
Ahnenimplexes gar nichts schadet, ebensowenig wir das Nichtvorhandensein 
nützt 2 ), daß sogar die Ehe von Verwandten von Vorteil sein kann, wenn 
der gemeinsame Ahne günstige Vererbungsmassen mitbringt (Rassenreinzucht). 
Es erübrigt noch, jener Arten tabellarischer Darstellung zu gedenken, 
welche die genealogische Grundtatsache der Verwandtschaft, das heißt gegen- 
seitige Abstammung oder gemeinsame Abkunft von einem Dritten, in keiner 
der beiden Grundformen zum Ausdruck bringen. 
Konsanguinitäts- Da ist vor allem die Konsanguinitätstafel. Sie umfaßt Ahnentafel und 
Deszendenztafel zugleich. Sie ist die tabellarische Darstellung aller Ver- 
wandten einer Person (diese Begriffe im Sinne des § 1589 des deutschen, 



x ) Ahnenimplex (Ahnenverlust) des Erzherzogs Franz Ferdinand aus Forst, Ahnen- 
verlust und nationale Gruppen auf der Ahnentafel des Erzh. Franz Ferdinand. Wien 1912. 

Generation Theoretische Ahnenzahl Wirkliche Ahnenzahl 

2 

4 

8 

12 

18 

30 

58 

101 

174 

234 

341 

526 

867 

1514 

2) Vgl. meinen Aufsatz ZBG 1911. 



I 


2 


II 


4 


III 


8 


IV 


16 


V 


32 


VI 


64 


VII 


128 


VIII 


256 


IX 


512 


X 


1024 


XI 


2048 


XII 


4096 


XIII 


8192 


XIV 


16348 



Sippschaftstafel. 49 

des § 40 des österr. bürgerlichen Gesetzbuches). Man nimmt eine Person 
zum Ausgang, stellt alle deren Nachkommen dar, entwirft dann die Ahnen- 
tafel dieser Person, und verzeichnet schließlich alle Nachkommen der in 
der Ahnentafel erscheinenden Vorfahren. Die Konsanguinitätstafel ist die 
genealogische Grundlage unseres gesetzlichen Erbfolgerechts (siehe oben). 
Sie umfaßt alle Personen, die zur gesetzlichen Erbfolge aus dem Titel der 
Verwandtschaft berufen sind. 

Für die praktische Genealogie hat diese Darstellungsform, schon aus 
äußeren Gründen, dann wegen der ungeheueren Schwierigkeiten einer er- 
schöpfenden Bearbeitung geringe Bedeutung. Das einzige Beispiel einer un- 
geheueren Konsanguinitätstafel ist das Monstrewerk der „Tabulae Jablonovianae", 
(1747) Konsanguinitätstafeln der Kinder des berühmten Mäzens der Genealogie 
und Ideals aller genealogischen Schwindler, des Fürsten Joseph Jablonowski. 
Ein kleineres Paradigma bildet die hier beigegebene Konsanguinitätstafel des 
Kronprinzen Wilhelm von Preußen. Sie besteht aus der 8-Ahnen-Tafel, die 
zugleich diese Gattung darstellen soll, und aus den Deszendenztafeln jedes 
der 4 Urgroßelternpaare, schließlich umfaßt sie noch die Nachkommen des 
Kronprinzen selbst. 

Die zweite Art besonderer genealogischer Tabellen bilden die von sippschaftsufei. 
Crzellitzer erfundenen Sippschaftstafeln. Sie stellen ein wichtiges Hilfsmittel 
für die Forschungen auf dem Gebiete der Vererbungslehre dar, für die reine 
Genealogie kommen sie nicht in Betracht. 

Die Sippschaftstafeln stellen eine Konsanguinitätstafel dar, bei der von 
jeder einheiratenden Person noch deren Konsanguinitätstafel aufgestellt wird. 1 ) 

Zur Sippschaft eines Neugebornen im Sinne der Crzellitzerschen Sipp- 
schaftstafeln gehören: seine Eltern, deren Geschwister (also Onkel und 
Tanten) samt Kindern (also Vettern und Basen), die Großeltern und deren 
Geschwister (also Großonkel = Onkel der Eltern und Großtanten = Tanten 
der Eltern) samt Kindern (Großeltern); schließlich die Urgroßeltern. Außer- 
dem die Geschwister des Neugeborenen, die aber, da für sie dieselbe Sipp- 
schaftstafel gilt wie für jenen, logischerweise nicht auf die Tafel placiert 
werden, sondern unter dieselbe, wo auf einer horizontalen Liste alle Besitzer 
derselben Sippschaftstafel oder, um mit Crzellitzer zu reden, „die im Sipp- 
schaftszentrum stehenden Personen" dargestellt sind. 

Zur Erläuterung 2 ) dieser Art tabellarischer Darstellung sei auf die bei- 
gegebene Tafel Nr. VIII verwiesen : Figur 1 stellt eine schematische Sippschafts- 
tafel dar, welche sich als die zeichnerische Vereinigung von vier Deszendenz- 



J ) Vgl. Devrient, Familienforschung, S. 102ff. Die dort gegebene Definition 
wird richtig, wenn man statt „Stammtafel" den allgemeinen Begriff „Deszendenztafel-' 
einfügt. 

2 ) Das Folgende nach Crzellitzer, Methodik der graphischen Darstellung der 
Verwandtschaft mit besonderer Berücksichtigung von Familien -Karten und Familien- 
Stammbüchern, im Bericht über den II. Kurs mit Kongreß für Familienforschung, Ver- 
erbungs- und Regenerationslehre, in Gießen vom 9. bis 13. April 1912, hrsg. von 
R. Pommer, Halle a. S. 1912. 

Heydenreich, Handbuch der praktischen Genealogie I. 4 



50 Sippschaftstafel. 

tafeln darstellt. An den vier Enden stehen die vier Urgroßelternpaare, in 
der Mitte das „Sippschaftszentrum" oder die „Zentralperson", für welche 
die Tafel gelten soll. Links über der Zentralperson steht deren Vater, rechts 
darunter die Mutter, über dem Vater und unter der Mutter die vier Groß- 
eltern so, daß diese vier Personen ein Quadrat bilden. Nur diese Form der 
Zeichnung gibt die Möglichkeit, neben jedes Sippschaftsglied seine Ge- 
schwister zu stellen, und zwar in der Geburtenfolge von links beginnend. 

Die von Crzellitzer vorgeschlagene Sippschaftsbezifferung der Sippschafts- 
tafel schließt sich eng an die von Kekule von Stradonitz an; nur beginnt 
Crzellitzer, da niemand sein eigener Verwandter sein kann, mit 1 nicht bei 
der Ausgangsperson, sondern bei deren Vater. Die Mutter ist 2, Vaters- 
vater 3, Vatersmutter 4, Muttersvater 5 und sofort. Zur Bezeichnung der 
Geschwister fügt Crzellitzer zu jeder Zahl einen Buchstaben (a, b, c), und 
zwar vor die Zahl gesetzt, wenn es sich um ältere Geschwister handelt, 
dahinter, bei jüngeren. Die ganze Chiffre steht in Klammern, und zwar 
in eckigen, wenn sie einen Mann, in runden, wenn sie ein weibliches Wesen 
bedeutet. So gibt [a 2] = ältester Bruder von 2, d. h. der Mutter, ist also 
= Onkel der Ausgangsperson. Entsprechend bedeutet (4 c) eine jüngere 
Schwester von 4, d. h. d. Vatersmutter, also = Großtante. Zugleich kann 
man aus der Chiffre ersehen, daß diese Großtante das vierte Kind ihrer 
Eltern war, da ihr „4" selbst, sowie a und b vorausgehen müssen. Die 
Kinder dieser Personen werden durch Anfügen eines griechischen Buch- 
stabens gekennzeichnet; so ist z.B. [[a2]a] der älteste Sohn von [a2]. Meine 
([3 b]y) ist das dritte, und zwar weibliche Kind von [3 b]; sie ist also die 
Tochter des jüngeren Bruders meines Großvaters, mit anderen Worten: eine 
Kusine meines Vaters väterlicherseits. 

Figur 3 stellt die Sippschaftstafel des Kaisers Wilhelm II. dar, die 75 
Personen umfaßt. Da bei dieser tabellarischen Darstellungsform die Ge- 
schwister mit dargestellt sind, läßt sich bereits in wenigen Generationen ein 
Bild der „Reinrassigkeit" geben. Trägt z. B. die ganze linke und obere 
Hälfte der Tafel ein und dieselbe Kolorierung, so können wir sagen: in 
diesem Punkte, d. h. in bezug auf die Eigenschaft, die durch die Kolorierung 
angedeutet ist, sei der Vater reinrassig. Ist nur das linke Viertel einfarbig, 
so ist nur der Vatersvater von reiner Rasse und so fort. 

Figur 4 zeigt die tabellarische Darstellung für die Vererbung von Eigen- 
schaften. Auf dieser Crzellitzer'schen Sippschaftstafel bedeutet | J unmusi- 
kalisch, ^ sehr musikalisch, ^ etwas musikalisch, [J unbekannt. 1 ) 

Den von Dr. Crzellitzer veröffentlichten Sippschaftstafeln macht Dr. De- 
vrient 2 ) den Vorwurf der Unvollständigkeit: es genüge nicht, Eltern, Groß- 
eltern, Geschwister und Geschwisterkinder des Probanten zu kennen; man 

x ) Zur Kategorie der „Unbekannten", resp. Unbestimmbaren gehören vor allem, 
und zwar für alle Eigenschaften, diejenigen Sippschaftsglieder, die als Säuglinge ge- 
storben sind; aus praktischen Gründen hat daher Crzellitzer für diese Individuen ein 
besonderes Zeichen, ein Kreuz mit zwei Querbalken, vorgeschlagen. 

*) Vgl. Devrient, Famüienforschung, S. 102. 



Konsanguinitätstafelauszüge. 



51 



müsse auch die Sippen der Gatten berücksichtigen, um diejenigen Be- 
lastungen ausscheiden zu können, welche Eltern von Ahnen erstehen, 
die mit dem Probanten nicht blutsverwandt sind. Aufzunehmen seien „die 
Ahnen etwas bis zu 8, die sämtlichen Nachkommen der 8 Ahnen, die Gatten 
dieser Nachkommen, deren Ahnen bis zur gleichen Generation und wieder 
von diesen Ahnen sämtliche Nachkommen mit Gatten usw." Eine solche 
vollständige Sippschaftstafel nennt Devrient das Ideal für die Darstellung 
der ganzen genealogischen Stellung einer Person. Von der auf solche Art 
erweiterten Sippschaftstafel bringen wir ein Beispiel: die Sippschaftstafel 
Ottos von Bismarck und verweisen zur Erläuterung auf die ausführliche Be- 
gründung bei Devrient, Familienforschung, Seite 103 ff. 




Sippschaftstafel Ottos von Bismarck, nach Devrient. 

Aus Devrient, Familienforschung (Aus Natur und Geisteswelt, Nr. 350), 
Verlag von B. G. Teubner, Leipzig und Berlin 1911. 



Der Begriff der Sippschaftstafel ist also bei Devrient und Crzellitzer 1 ) ver- 
schieden. Tatsächlich haben ja beide Typen ihre Berechtigung. Der Deutlich- 
keit halber wird man jeweils die einzelnen Typen als restringierte Sippschafts- 
tafel (Crzellitzer) und komplette Sippschaftstafel (Devrient) sondern. 

Einer kleinen Gruppe von genealogischen Tabellen wäre noch zu ge- Konsanguini- 
denken, der Konsanguinitätstafelauszüge, welche die Verwandtschaft zweier tätstafeiauszüge. 



*) Vgl. „Jahresbericht üb. soziale Hygiene, Demographie u.Medizinalstatistik"l 1,1 45 f. 

4* 



52 Beispiele genealogischer Tafeln. 

Personen darstellen sollen und aus zwei oder mehreren Deszenten der 
betreffenden Personen auf den gemeinsamen Ahnen gebildet sind. Diese Art 
von Tabellen hat ihre wichtigste Bedeutung bei der Berechnung der Ver- 
wandtschaftsgrade, die in mittelalterlichen Ehedispensen angegeben sind. 

Für alle Arten der hier besprochenen genealogischen Darstellungsweise 
sind nunmehr Beispiele zu geben. 
Beispiele Es geschieht dies in einfacher Weise. Zunächst werden zwei Arten in 

eene ^^ cher Textform vorgeführt, ein Vorgehen, das sich bei großen Tafeln empfiehlt und 
hei sehr großen unbedingt nötig ist; dann wird die hergebrachte und un- 
leugbar für kleinere Tafeln weit bessere tabellarische Form gezeigt. Tafel VII 
bildet ein Paradigma für eine größere Ahnentafel. An ihr kann man auch 
den Ahnenverlust studieren (s. oben). Als Ahnenbezifferungssystem ist hier 
das System Kekule gewählt, die Zahlen des Systems Hager stehen bei den 
ersten drei Generationen in Klammern unter denen des Systems Kekule. 
Tafel XI bringt eine typische Stammtafel in der hergebrachten Form, aller- 
dings ohne ausführliche Daten. 

Am Ende dieses Abschnittes wäre noch zu erwähnen, was eigentlich an 
Angaben und Daten von jeder Person in den genealogischen Tafeln zu er- 
wähnen ist. Bei all den Tafeln, die mehr naturwissenschaftlichen Zwecken 
dienen, sind jene Momente hervorzuheben, die eine Person genealogisch be- 
sonders zu Untersuchungen über Vererbungslehre charakterisieren. Das sind 
also Titel (abgekürzt), Vor- und Zuname, Ort und Tag der Geburt, des 
Todes und der geschlechtlichen Verbindung. Vermählungsdaten per pro- 
curationem sind hier ebensowenig von Belang, wie die Legitimität oder Illegiti- 
mität der Verbindung; es ist vielmehr nach Möglichkeit Ort und Tag des 
ersten geschlechtlichen Verkehrs zu ermitteln. Die eben geforderten Daten 
gehören also in die Ahnen- und Deszendenztafel, eventuell in die Sippschafts- 
und Konsanguinitätstafel. Bei der Stammtafel, als dem Typus staatsrechtlich 
historischer Hilfstabellen, gehören zu den oben erwähnten Daten noch der 
volle Titel, alle Vornamen, Ort und Tag der Taufe und des Begräbnisses, 
Name und Stand der beiden Eltern der Ehegattinnen; illegitime Deszendenten 
sind in der Regel bei Stammtafeln nur unter Hervorhebung ihrer Unehe- 
lichkeit selbst anzuführen, ihre Deszendenz ist beiseite zu lassen. 

Bei «Deszenten endlich und anderen kleinen Spielarten ist die Angabe 
von Daten nur zur Identifizierung der Personen nötig. 



Der vorstehenden Abhandlung von Otto Forst über genealogische Tafeln füge 
ich noch einige diesbezügliche Literaturangaben hinzu: 

Lorenz, Lehrbuch der Genealogie. Berlin 1808. Drs., Die Geschichtswissenschaft 
In Hauptrichtungen u. Aufgaben. Berlin II 1891, S. 272 ff. — Kekule von Stradonitz, 
U. e. zweckmäßige Bezifferung der Ahnen, VJH 1898, S. 64; ff.; drs., Genealogische 
Abkürzungen u. Zeichen. Görlitz 1912; drs., Literarische Hilfsmittel f. d. Aufstellung 
von Ahnentafeln, VJH 1910. — v. Schoenermarck, Familienverbindungen innerhalb 
einer Ahnentafel, VJH 1910. — Schulz, Hans, Kulturgeschichtliche Streifzüge auf 
einer Ahnentafel, FB 1913. — Otto Frhr. v. Dungern, Über Ahnenforschung, ASW 
1910 — Dehms zerlegt in der Schrift „Stammbuch, Stammbild u. anderes. Mit e. 
Tafel" (Potsdam 1910) die Stammtafel in einzelne Gruppen oder engere Familien, be- 



Tafel I. 



Deszendenztafel Kaiser Wilhelms I. in Textform. 



Wilhelm I., Kg. von Preußen, Deutscher 
Kaiser oo Prn. Auguste von Sachsen- 
Weimar, Tochter des Großherzogs Karl 
Friedrich. 

Kinder I, II. 

I. Friedrich III., Kg. von Preußen, Deut- 
scher Kaiser oo Prn. Viktoria von Groß- 
britannien und Irland, Tochter der 
Königin Viktoria. 

Kinder 1—8. 

1 . Wilhelm II., Deutscher Kaiser oo Auguste 
Viktoria von Holstein, Tochter des 
Herzogs Friedrich. 

Kinder a — g. 

a) Wilhelm, deutscher Kronprinz oo 
Herzogin Cäcilie von Mecklenburg, 
Tochter des Großherzogs Friedrich 
Franz III. 

Kinder o — 8. 
a) Wilhelm. 
ß) Louis Ferdinand. 
y) Hubert. 
6) Friedrich. 

b) Eitel Friedrich oo Herzogin Sophie 
Charlotte von Oldenburg, Tochter 
des Großherzogs August. 

c) Adalbert. 

d) August Wilhelm oo Prn. Alexandra 
zu Schleswig-Holstein-Sonderburg- 
Glücksburg, Tochter des Herzogs 
Friedrich Ferdinand. 

Kind ct. 
a) N. 

e) Oskar. 

f) Joachim. 

g) Viktoria Luise. 

2. Charlotte oo Erbprinz Bernhard von 
Sachsen-Meiningen. 

Kind a. 
a) Feodora oo Prz. Heinrich XXX., 
Reuß j. L. 

3. Heinrich oo Irene von Hessen, Tochter 
des Großherzogs Ludwig IV. 

Kinder a — c. 

a) Waldemar. 

b) Sigismund. 

c) Heinrich. 



4. Sigismund. 

5. Viktoria oo Prz. Adolf zu Schaum- 
burg-Lippe. 

6. Waldemar. 

7. Sophie oo König Konstantin von Grie- 
chenland. 

Kinder a — e. 

a) Georg. 

b) Alexander. 

c) Helene. 

d) Paul. 

e) Irene. 

8. Margarete oo Frz. Friedrich Karl von 
Hessen. 

Kinder a — f. 

a) Friedrich Wilhelm. 

b) Maximilian. 

c) Philipp. 

d) Wolfgang. 

e) Richard. 

f) Christoph. 

II. Luise oo Großherzog Friedrich von 
Baden. 

Kinder 1—3. 

1. Friedrich Wilhelm oo Prn. Hilda von 
Nassau, Tochter des Großherzogs Adolf 
von Luxemburg. 

2. Viktoria oo Kg. Gustav V. von Schweden. 

Kinder a — c. 

a) Kronprinz Gustav Adolf oo Prn. 
Margarete von Großbritannien, Toch- 
ter des Herzogs Arthur von Con- 
naught. 

Kinder a — y. 
a) Gustav Adolf. 
ß) Sigvard. 
y) Ingrid. 

b) Karl Wilhelm oo Großfürstin Marie 
von Rußland, Tochter des Groß- 
fürsten Paul von Rußland. 

Kind a. 
a) Lennart. 

c) Erich. 

3. Ludwig Wilhelm. 



Tafel II. 



Ahnentafel des deutschen Kronprinzen in Textform. 

1. Kronprinz Wilhelm, * 1882. 

2. Kaiser Wilhelm, * 1859, oo 1881. 

3. Prn. Auguste Viktoria von Holstein-Augustenburg, * 1857. 

4. Kaiser Friedrich, * 1831, f 1888, oo 1858. 

5. Prn. Viktoria von Großbritannien, * 1840, f 1901. 

6. Herzog Friedrich von Holstein-Augustenburg, * 1829, f 1880, oo 1856. 

7. Prn. Adelheid zu Hohenlohe-Langenburg, * 1835, f 1900. 

8. Kaiser Wilhelm I., * 1797, f 1888, oo 1829. 

9. Prn. Auguste von Sachsen -Weimar, * 1811, f 1890. 

10. Prz. Albert von Sachsen-Coburg-Gotha, * 1819, f 1861, oo 1840. 

11. Kgn. Viktoria von Großbritannien und Irland, * 1819, f 1901. 

12. Herzog Christian von Holstein-Augustenburg, * 1798, f 1869, oo 1820. 

13. Prn. Luise von Danneskjöld-Samsöe, * 1796, f 1867. 

14. Fst. Ernst zu Hohenlohe-Langenburg, * 1794, f 1860, oo 1828. 

15. Prn. Fedora zu Leiningen, * 1807, f 1872. 



Deszendenztafel des Deutschen Kaisers Wilhelm I. in tabellarischer Form. 



Wilhelm l„ Kg. von Preußen, Deutscher Kaiser, 

• Berlin 22.111. 1797, t Berlin 9.111. 1888, 

Prn. Auguste von Sachsen-Weimar, T. des Großherzogs Karl Friedrich und der Großlstn. Maria von Rußland, 

• Weimar 30. IX. 1811, t Berlin 7. I. 1890 



Friedrich III., Kg. von Preußen, Deutscher Kaiser, 

• Potsdam 18. X. 1831, f Potsdam 15. VI. 188S, 

Prn. Viktoria von Großbritannien und Irland, T. des Prinzgemahls Albert, Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha, und 
der Königin Viktoria von Großbritannien und Irland 

• London 21. XI. 1840, t Friednchshof 5. VIII. 1901 



Luise 

• Berlin 3. XII. 1838 
eo Berlin 20. IX. 1856 
Großherzog Friedrich von Baden 

• Karlsruhe 9. IX. 1826, t Mainau 28. IX. 1907 



Wilhelm 11., 
Kg. von Preußen, 
Deutscher Kaiser, 
• Berlin 27. I. 1859, 
oo Berlin 27.11. 1881 
Prn. Auguste Viktoria 
v. Schleswig-Holstein- 
Sonderburg -Augusten- 
burg, T. des rferzogs 
Friedrich und der Prn. 
Adelheid zu Hohen- 
lohe-Langenburg, 
• Dolzig 22. X. 1858 



Charlotte Heinrich Slrismund 

" Potsdam 24. VII. 1860, ' Potsdam 14.VIII. 1862, • Potsdam 
co Berlin 18. II. 1878 ocChar1ottenburg24.V. 15. IX. 1864, 
Erbprz. Bernhard von 1888 Prn. Irene von t Potsdam 
Sachsen-Meiningenund Hessen und bei Rhein, 18. VI. 1866 

Hildburghausen, T. d. Großherzogs Lud- 

• Meiningen l. IV. 1851 wie IV. und der Prn. 
Alice von Großbritan- 
nien und Irland, 
* Darmstadt 11.VH. 1866 



Viktoria 

" Potsdam 

12.1V. 1866, 

oo Berlin 

19. IX. 1890 
Prz. Adolf zu 
Schaumburg- 
Lippe, 

• Bückeburg 

20. VII. 1859 



Waldemar 

• Berlin 

10. 11. 1868, 

t Berlin 
27.111. 1S79 



Sophie 
• Potsdam 
14. VI. 1870, 

oo Athen 
27.X. 1S89 

König 
Konstantin v. 
Griechenland, 

■ Athen 
2. VIII. I86S 



Maritareihe 

* Potsdam 

22. IV. 1872, 

co Berlin 25. 1. 

1893 Prz Friedr. 

Karl von Hessen 

und bei Rhein, 

* Panker 

1. V. 1868. 

I 



Friedrich Wilhelm 

• Karlsruhe 7. VII. 1657, 

OO Hohenburg 20. IX. 
I8S5 Prn. Hilda von 
Nassau, T. des Groß- 
herzogs Adolf von 
Luxemburg, und der 
Prn. Adelheid von An- 
halt. 

• Biebrich 5. XI. 1864 



Viktoria 

• Karlsruhe 
7. VIII. 1862, 
oo Karlsruhe 
20. IX. 1881 

Kg. Gustav V. 
von Schweden, 

• Drottning- 
holmlö.VI. 1858 



Lndwlg Wilhelm 
* Baden 12. Vi. 1865. 
f Freiburg 23. IL 1888 



1 



Feodora 

■ Potsdam 12. V. 1879, 

co Breslau 24. IX. 1898 

Prz. Heinrich XXX. 

Reuß ]. I . 

' Neuhoff 25. XL 1864 



Waldemar 

• Kiel 
20. IM. 1889 



Sigismund 

' Kiel 
27.IX.1896 



Heinrich 

• Kiel 

9. 1. 1900 

f Kiel 
26. II. 1904 



Georg Alexander Helene Paul Irene 

* Tatoi • Tatoi ■ Athen • Athen • Athen 

19. VII. 1. VIII. 1893 ZV. 14. XII. 13.11. 

1890 1896 1901 1904 



Friedrich Maximilian 
Wilhelm • Rumpen- 
• Frank- heim 

fürt a.M. 20.X. 1894 
23. XL 1893 



Philipp u 
Wolfraog 
Zwillinge 
• Rumpen- 
heim 



Richard u. 
Christoph 
Zwillinge 
■ Frank- 
furt a. M. 



6. XL 1896 14. V. 1901 



Kronprinz 

Gustav Adolf. 

Herzog v. Schonen, 

• Stockholm 13. XI. 

1882, co Windsor 

15 VI. 1005 



Karl Wilhelm. 

Herzog von Söder- 
manland, • Tullgarn 

17. VI. 1884, 

co St. Petersburg 

3. V. 1908 Großfstn. 



Wilhelm, Kronprinz, 

• Potsdam 6. V. 1882, 
oo Berlin 6. VI 1905 
Hzn. Cecilie zu Meck- 
lenburg, 

T. des Großherzogs 

Friedrich Franz IM. und 

der Großfstn. Anastasia 

von Rußland, 

• Schwerin 20.11. 1886 

I 



Eitel Friedrich 

•Potsdam 7. VII. 1883, 
Co Berlin 27. II. 1906 
H*n Sophie Charlotte 

von Oldenburg, 
T. des Großherzogs 
August und der l'rn. 
Elisabeth von Preußen, 
• Oldenburg 2. IL 1879 



Adalbert 
• Potsdam 
14. VII. 1884 



August Wilhelm 
• Potsdam 29.1.1887, 
oo Berlin 22. X. 1908 
Prn. Alexandra zu 
Schteswig-Holstcin- 
Sonderburg-Glücks- 
burg, T. des Herzogs 
Friedrich Ferdinand 
und der Prn Mathilde 
zu Schleswig-Holstein, 
• Grünholz 21. IV. 1887 



Oskar 

• Potsdam 
27. VII. 1888 



Joachim 

• Berlin 

12. XII. 1890 



Viktoria Luise 
• Potsdam 
13. IX. 1892 



. ihevon Maria von Rußland 
Großbritannien und T. des Großfstn. 



Erich, 
Herzog von 
Westman- 
land, 
• Stockholm 
20.IV. 1SS" 



Irland. T. des Her- 
zogs Arthur von 
Connaught und der 
Pm. Luise Marga- 
rethe von Preußen 



Gustav Adolf» 
Herzog von 
Vestcrbotten, 
• Stockholm 
22. IV. 1906 



Sigvard. 

Herzog von 

l'ppland, 

' Drotlningholm 

7. VI. 1907 



Ingrid 

• Stockholm 

2S. III. 1910 



Paul und der Prn. 
Alexandra von Grie- 
chenland, 
• St. Petersburg 
18. IV. 1890 

Lcouart, 

Herzog v.Snuland, 
• Stockholm 
8. V. 1909 



Wilhelm Louis Ferdinand 
• Potsdam • Potsdam 

4. Vit. 1906 9. XL 1907 



Hubertus 
• Potsdam 
30. IX. 1909 



Friedrich 
• Potsdam 
19. XII. 1911 



• Potsdam 26. XU. 1912 



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Ahnentafel des Kronprinzen von Spanien, 

halb in tabellarischer Form von unten nach oben, halb in Textform. 

Von Kammerherrn Dr. Kekule von Stradonitz in QroBlichterfelde bei Berlin. 



Tafel V. 



16. 



17 



8. Franz. 

Titularkönig 

von Spanien, 

t 1002. 



ia 



IQ. 



9. Isabella II., 

Königin 

von Spanien, 

t 1004. 



4. Alpboos XII., 
König von Spanien, t 1885. 



20. 



21. 



22. 



23. 



10. Karl Ferdi- 
nand, Erzherzog 
von Österreich, 
t 1874. 



11. Elitabeth 
von 

Österreich, 
t 1003. 



5. Maria Christine usw. 
von Österreich. 



2. Alfons XIII., König von Spanien, 
• Madrid, 17. Mai 1886. 



21. 



25. 



26. 



27. 



28. 



20. 



30 



31. 



12. Alexinder, 13. Julie Therese, 14. Albrecht 15 Viktoria I., 

PrinzvonHessen Gräfin von Hauke, (Albert), Prz. von Königin von 

und bei Rhein, Prn. von Battenberg, Sachsen- Coburg England usw., 

t 1888. t 1805. u. Gotha, t 1861. t 1901. 



6. Heinrieb, 
Prinz von Battenberg, t 1806. 



7 Beatrice 
von Großbritannien und Irland. 



) Viktoria Eugene Christine von Battenberg. 
• Baimoral, 20. Oktober 1887. 



1 Alfons, Prinz von Asturien, • Madrid 10. Mai 1007. 



16. Franz Anton Maria von Spa- 
nien, t 1865. 

17. Luise Cbarlotte Maria Isa- 
bella von Sizilien, t 1844. 

18. Ferdinand VII., König von 
Spanien, t 1833. 

10. Maria Christine Ferdinande 
von Sizilien, f 1878. 



20. Karl Ludwig Jobann usw. 
von Österreich, t 1847. 

21. Henriette Alexandrine usw. 
von Nassau-Weilburg, 1 1820. 

22. Joseph Johann Anton usw. 
von Osterreich, t 1847. 

23. Maria Dorotbee Wllhelmlne 
usw. von Württemberg, 1 1855. 



Ludwig IL, Großherzog von 

Hessen und bei Rhein, t 1848. 

Wilhelmine Luise von Baden, 

t 1836. 

Hans Moritz. Gral von Hauke, 

t 1830. 

Sophie Lafontaine, f 1831. 



28. Ernst I., Herzog von Sach- 
sen-Coburg-Gotna, t 1844. 

20. Luise von Sachsen-Gotha- 
Altenburg, f 1831. 

30. Eduard, Herzog von Kent, 
t 1820. 

31. Viktoria usw. von Sachsen- 
Coburg-Saalfcld, t 1861. 



32. Karl IV., König von Spanien, 
t 1810. 

33. Maria Luise Theresia von 
Parma, f 1819. 

34. Franz I., König beider Sizi- 
lien, t 1830. 

35. Maria Isabella von Spanien, 
t 1848.') 

36. Siehe Nr. 32. 

37. Siehe Nr. 33. 

38. Siehe Nr. 34. 
30. Siehe Nr. 35. 

40. Leopold II., Römischer Kai- 
ser, t 1702. 



41. Maria Ludovika von Spanien, 
t 1792.«) 

42. Friedrich Wilhelm, Fürst von 
Nassau-Weilburg, f 1816. 

43. Luise usw. von Sayn-Hachen- 
burg-Kirchberg, t 1827. 

44. Siehe Nr. 40. 

45. Siehe Nr. 41. 

46. Ludwig usw., Herzog von 
Württemberg, t 1817. 

47. Henriette von Nassau-Weil- 
burg, t 1857.') 

48. Ludwig X-, Landgraf von 
Hessen-Darmstadt, t 1830. 



■) Nr. 35 ist Tochter von Nr. 32 und Nr. 33. 
») Nr. 41 ist Schwester von Nr. 32. 
•) Nr. 47 ist Schwester von Nr. 42. 
») Nr. 51 ist Schwester von Nr. 48. 



40. Luise Karoline Henriette von 
Hcsscn-Darmstadt, t 1820. 

50. Karl Ludwig, Erbprinz von 
Baden, t 1801. 

51. Amalle Friederike von Hes- 
sen-Darmstadt, t 1832.*) 

52. Johann Friedrieb Michael 
Hauke, t ? 

53. Maria Salome Schweppen- 
bluser, ! 1833. 

54. Leopold Lafontaine, t 1812. 

55. Maria Tbereiia Cornely. t '•' 
5b. Franz Friedrieb Anton, Her- 
zog von Sachsen-Coburg- 
Saalfeld, t 1806. 



57. Auguste Karoline Sophie 
ReuB zu Ebersdorf, f 1831. 

| 58. Emil Leopold August, Her- 
zog von Sachsen- Altenburg, 
t 1822. 

59. Luise Charlotte von Mecklen- 
burg-Schwerin, t 1801. 

60. Qeorg III., König von Groß- 
britannien, f 1820. 

61. Sophie Charlotte von Meck- 
lenburg-Strelitz, t 1818. 

62. Siehe Nr. 56. 
i 63. Siehe Nr. 57. 



Aus: Deutscher Herold 1907, Seite 117. 



Deszendenztafeln der Urgroßeltern des deutschen Kronprinzen, im Verein mit Tafel 1 und Tafe! II eine Konsanguinitätstafel bildend. 

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Ahnentafel der Kaiserin Maria Theresia. 



Tafel VII. 



Mit Genehmigung des Verfassers und des Verlegers aus dem Werke: Ollo Forst: „Ahnentafel des Erzherzog» Franz Ferdinand von Osterreich Este". Wien und Leipzig, Halm & Ooldmann, 1910. Band 1 Tafel Nr. 3 entnommen. 

Einige Ergänzungen wurden von Otto Forst für dieses Werk eingefügt. 



2. Kaiser Karl VI., 
" Wien 1. X. 1685, 
t Wien 20. X. 1740, 
Uli 



I. 
Königin Maria Theresia 
von Ungarn und Böhmen, 
Ehn. von Osterreich, 
• Wien 13. V. 1717, 
t Wien 29. XI. 1780, 
30 Wien 12. II. 1736 



oo Matcro 1. VIII. 1708 



3. Hn Elisabeth Christine 
von Braunschweig- 
Wolfenbüttel, 
• Braunschweig 

7. IX. 1691, 
t Wien 21. XII. 1750 
(II) 



1. Kaiser Leopold I., 
• Wien 9. VI. 1640, 
t Wien 5. V. 1705, 
(HD 



oo Passau 14. XII 1676 



5. Pfgn. Eleonore Magda- 
Jene von Neuburg, 
• Düsseldorf 6. 1. 1655, 
t Wien 19. I. 1720 
(IUI 



6. H. Ludwig Rudolf von 
Braunschweig- Wolfen- 

büttel, 
• Wolfenbultcl 

I. VIII. 1671, 
t Braunschweig 
(II)) 1. III. 1735, 



oo Aurich 22. IV. 1690 



7. Prn. Christine Luise zu 
öttingen, 
• Ottingen 30. III. 1671, 
t Blankenburg 

h. 



(II « 



. X. 1747 



8. Kaiser Ferdinand III., 

• Graz 13. VII. 1608, 
t Wien 2. IV. 1657, 
(III l) 

oo Wien 20. IL 1631 

9. Prn. Maria Anna von 

Spanien, 

• Escurial 18. VIII. 1606, 
t Linz 13. V. 1646 

(NU) 



Hipp W 
von der Pfalz, 

• Neuburg 4. X. 1615, 
t Wien 12. IX. 1690, 
(III 3) 

oo Langenschwalbach 
3. IX. 1653 

11. Ldgfn. Elisabeth 
Amalie von Hessen 
Darmstadt, 

• QieBcn 30. III. 1635, 

t Neuburg 4. VIII. 1709 
(IIUI 

12 H. Anton Ulrich von 
Braunschweig- Wolfen- 
büttel, 

• Hitzacker 14. X. 1633, 
tSalzdahlum 27.111. 1714, 
(III 51 

oo Wolfenbüttel 

27. VIII. 1656 
13. Hn. Elisabeth Juliane 
von Holstein-Norburg. 

• Norburg 3. VI. 1634, 
t Wolfenbultcl 

(IM « 4. IL 1704 



14. Fst. Albrecht Ernst 

zu Ottingen, 
• Ottingen 14. V. 1642, 
t Schrattenhofen 
(III 7) 8. II. 1683, 

oo Stuttgart 7. VI. 1665 

15. Hn. Christine von 

Württemberg, 
" Stuttgart 9. III. 1644, 
t Stuttgart 9. XI. 1674 

(1118) 



(32. Eh. Karl von Österreich, • Wien 3. VI. 1540, f Graz 10. VII. 1590 
i Wien 26. VIII. 1571 

Maria von Bayern, • München 21. IM. 1551, f Graz 29. IV. 1608. 



(32. Eh. 

7i °° V 
'• 1. 33. Hn. 

i l 35. 



16. Kaiser Ferdinand IL. 

• Graz 9. VII. 1578, t Wien 15. IL 1637, 
oo Oraz 23. IV. 1600 

17. Hn. Maria Anna von Bayern, ( 34. H. Wilhelm V. von Bayern, • Landshut 29. IX. 1548, t Schlei6heim 7. IL 1626, 

• München 8. XII. 1574, t Graz 8. III .1 oo München 21. II. 1568 
1616 l 35. Prn. Renale von Lothringen, • Nancy 20. IV. 1544, t München 22. V. 1602. 



18. König Philipp IM. von Spanien, 

• Madrid 14.1V. 1578, f Madrid 

oo Valencia 18. IV. 1599 

19. Ehn. Margarethe von Osterreich, 

• Graz 25. XII. 1584, t Escurial 3.X. 161 



I III 
1621,1 

! 



36. König Philipp IL von Spanien, • Valladolid 21. V. 1527, t Escurial 13. IX. 1598, 
oo Segovia 12. XL 1570 

37. Ehn. Anna von Osterreich, • Cigales 2. XL 1549, f Madrid 26. X. 1580. 

38. Eh. Karl von Osterreich, • Wien 3. VI. 1540, t Graz 10. VII. 1590, 
oo Wien 26. VIII. 1571 

39. Hn. Maria von Bayern, • München 21. III. 1551, t Graz 29. IV. 1608. 



Neuburg 4. XL 1578, 



1632. 
Landshut 29. IX. 1548, t SchleiBheim 7. IL 1626, 



(20. Pfgf. Wolfgang Wilhelm zu Neuburg, (40. Pfgf. Philipp Ludwig von Neuburg, • Zweibrücken 2. X. 1547, t Neuburg 22. VIII. 1614, 
■ XL 1578, t Düsseldorf ( oo Neuburg 27. IX. 1574 

20. IM. 1653, (41. Hn. Anna von Jülich, • deve 1. IM. 1552, t Höchst!« 16. X. 
oo München 11. XL 1613 

21. Hn. Magdalene von Bayern, (42. H. Wilhelm V. von Bayern, 

• München 4. VII. 1587, t Neuburg i oo München 21. IL 1568 

25. IX. 1628 (43. Prn. Renale von Lothringen, • Nancy 20. IV. 1544, f München 22. V. 1602. 

22. Ldgf. Oeorg II. von Hcssen-D.irmstadt, (44. Ldgl. Ludwig V. von Hesscn-Darmstadt, • Darmstadt 24. IX. 1577, f Darmstadt 6. VIII. 1626, 

• Darmstadt 17. III. 1605, t Oarmstadt^ oo Berlin 15. VI. 1598 

21. VI. 1661, ( 45. Mkgfn. Magdalene von Brandenburg, • Berlin 7. I. 1582, t Darmstadt 14. V. 1616. 
oo Torgau 11. IV. 1627 

23. Hn Sophie Eleonore von Sachsen, (46. Kurfst. Johann Oeorg I. von Sachsen, • Dresden 15. IM. 1585, f Dresden 18. X. 1656, 

• Dresden 3. XII. 1609, t Darmstadt I oo Torgau 29. VII. 1607 

12. VI. 1671 ( 47. Hn. Magdalene Sibylle von PreuBen, • Königsberg 9. I. 1587, t Dresden 22. II. 1659. 

24 Augost v. Braunschwcig-Wolfenbüttel, (48. H. Heinrich von Braunschweig-Dannenbcrg, • Celle 4. VI. 1533, f Dannenberg 29. I. 1598, 

• Dannenberg 10. IV. 1579, t Wolfen- j oo Artlcnburg 30. Ml. 1569 



' Lauenburg ? 1545, t Scharnebeck 22. X. 1620. 



büttel 17. IX. 1666, ( 49. Hn. Ursula von Sachsen-Lauenburg, 
oo Zcrbst 5. XI. 1623 

25. Prn. Dorothea von Anhalt-Zerbst, ( 50. Fst. Rudolf von Anhalt-Zerbst, • Harzgerode 28. X. 1576, t Zerbst 30. VIII. 1621, 

• Zerbst 5. X. 1607, t Hitzacker 26. IX. I oo Wolfcnbüttel 9. I. 1606 

1634 (51. Hn. Dorothea Hedwig von Braunschwcig-Wolfenbüttel, • Wolfcnbüttel 3. IL 1587, t Zerbst 26. X. 1609. 

26. H. Friedrich von Holstein-Norburg, ( 52. H. Johann von Holstein-Sonderburg, • Koldinghus 25. IM. 1545, f Glücksburg 8. X. 1622, 

• Sonderburg 26. XL 1581, t Norburg l oo Kolding 19. IX. 1568 

1. VIII. 1658, [ 53. Hn. Elisabeth von Braunschweig-Grubenhagen, • Salzderhelden 20. IM. 1550, f Osterholm 12. II. 1586. 
oo Norburg 15. IL 1632 

27. Prn. Eleonore von Anhalt-Zerbst, (54. Fst. Rudolf von Anhalt-Zerbst, • Harzgerode 28. X. 1576, t Zerbst 30. VII. 1621, 

• Zerbst 10. XL 1608, t Osterholm l oo Wolfenbüttel 9. I. 1606 

12. XL 1680 l 55. Hn. Dorothea Hedwig von Braunschweig-Wolfenbüttel, • Wolfenbüttel 3. II. 1587, t Zerbst 26. X. 1609. 

28. GL Joachim Ernst zu Ottingen, (56. GL Ludwig Eberhard zu Ottingen, • Schillingsfürst 9. VII. 1577, t Heidenheim 4. VII. 1634, 

• Ottingen 10. IV. 1612, t Harburg > oo Oltingcn 17. V. 1598 

18. VIII. 1659, l 57. Gfn. Margarethe zu Erbach, • Erbach 17. V. 1576, f Ulm 5. VI. 1635. 
00 Neuenstein 15. XII. 1638 

29. Gfn. Anna Dorothea zu Hohenlohe- ( 58. Gf Kraft zu Hohenlohe-Neuenslein, • Langenburg 14. XL 1582, t Regensburg 11. IX. 1641, 
Neucnstein, • Neuenstein 5.11. 1621,1 oo Neuenstein 17. V. 1615 

t Ottingen 26. IX. 1643 (59. Pfgfn. Sophie von Birkenleld, • Ansbach 29. IM. 1593, f Neuenstein 16. XI. 1676.) 



51 

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. 1674, | 



60. H. Johann Friedrich von Württemberg, • Mömpelgard 5. V. 1582, t Stuttgart 28. VII. 1628, 
oo Stuttgart 15. XL 1609 

61. Mkgfn. Barbara Sophie von Brandenburg, • Halle 26. XI. 1584, f StraBburg 23. II. 1636. 



30. H. Eberhard III. von Württemberg, 
• Stuttgart 26. XII. 1614, t Stuttg 

12. VII. •*' 

31. Anna Dorothea Wild- und Rheingräfin ( 62 Johann Kasimir Wild- und Rheingraf zu Salm-Kyrburg, • Kyrburg ? 1577, t Finstmgen ? 1651, 
zuSalm-Kyrburg.'Finstingenö.ll. 1614,1 oo ? 1607 

t Stuttgart 7. VII. 1655 (63. Gfn. Dorothea zu Solms-Laubach, • Laubach 31. I. 1579, t ? 1631. 



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Tafel IX. 



Deszentorium des Erzherzogs Franz Ferdinand von Österreich auf Ostyk, den Ahnherrn der Radziwitt. 

Ostylt, t 1444 
RadivH. t 1477 



Nikolaus I. Kadziwittowkz, t 1510 



Anna, t 1522, 

oo Herzog Konrad von Masovjen, f 1503 

Anna von Masovien, t 1557, 
00 Stanislaus Odrowqz, | 1545 

Sophie Odrowii*. + 1580, 
oo Johann Kostka, t 1581 

Anna Koslka, t 1635, 

oo Fst. Alexander Ostrogski, f 1603 

PrnTsophieOstroeska, t 1622, 

oo Fst. Stanislaus Lubomirski, f 1649 

Gfn. Konstanze Lubomirska, t 1646, 
oo Franz Kasimir Czarnkowski, f 1662 

Adam Uryel Czarnkowski, f 1675 

Sophie Anna Czarnkowska, t ,7nl . 
oc Johann Karl Opalinski, f 1695 

Katharina Opaliiiska, t 1747, 

oo Kg. Stanislaus Leszczynski von Polen, t 1766 

Prn. Maria Leszczyüska von Polen, t 1768, 
oo Ludwig XV. von Frankreich, | 1774 

Prä Luise Elisabeth von Frankreich, t 1759, 
oo Herzog Philipp von Parma, t 1765 
Prn. Luise von Parma, t 1819, 
oo Kg. Karl IV. von Spanien, t 1819 

Prn. Maria Isabella von Spanien, f 1848, 
Kg. Frani I. beider Sizilien , t 1830 

Kg. Ferdinand II. beider Sizilien, t 1859 

Prn. Maria Aanunziata beider Sizilien, t 1871 



Fst. Nikolaus IL Radziwitt, t 1522 

Fst. Johann Radziwitt. t 1542 

Prn. Anna Radziwitt, t 1600, 
oo Stanislaus Kiszka, t 1 554 

Stanislaus Kiszka, t 1613 



Qeorf Radziwitt, t 1541 

Fst. Nikolaus Kadziwltt, t 1534 

. |__ 

Fst. Christoph Radziwitt, 1603 



Anna Kiszka, t nach IM» Fsi. Christoph Radiiwitt, + 1640 Fst. Janusz Kadziwilt. t 1620 
Fst. Janusz Radziwitt, t 1655 



Prn. Anna Maria Radziwitt, 1 1667 



Fst Bogislaw Radziwitt, t 1669 



Prn. Luise Charlotte Radziwitt, t 1695, 

oo Kurist. Karl Philipp von der Pfalz, t 1742 



Pfgfn. Elisabeth Sophie von Neuburg, t 1728, 

00 Pfgf. Joseph Karl Emanuel von Sulzbach, f 1729 



Pfgfn. Fraoziska von Sulzbach, t 1794, _ 

oo Pfgf. Friedrich Michael von Zweibrücken-BirkenfeldTT"' 7 " 



Kg. Max Joaeph von Bayern, t 1825 



Prn. Sophie von Bayern, t 1872, 

oo Erzherzog Franz von Österreich, t 1878 



Erzherzog Karl Ludwig von Österreich, t 1896 



Erzherzog Franz Ferdinand von Osterreich. 



Tafel X. 



Konsanguinitätstafelauszug für Kaiser Franz Joseph I. 
und Kaiser Wilhelm II. 



Amalie Friederike von Hessen, 
oo Karl Ludwig von Baden 



Ldgf. Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt 

I 



Karoline von Baden, 
oo Kg. Max Joseph von Bayern 



II 



-v III 



Sophie von Bayern, 
oo Erzhzg. Franz Karl von Österreich 



Kaiser Franz Joseph I. 



IV 



IL 



Friederike von Hessen, 
oo Kg. Friedrich Wilhelm IL v. Preußen 



111 
IV 

V 



Kg. Friedrich Wilhelm III. v. Preußen 



Kaiser Wilhelm I. 

Kaiser Friedrich 

Kaiser Wilhelm II. 



Stammtafel der Hohenstaufen. 

Die Tafel dient nur zu Illustrationszwecken und macht keinen Anspruch auf selbständige Verwertung der Originalquellen. Sie ist lediglich Kompilation aus der neueren Literatur und den Regesta Imperii 

N 



lafel XI. 



Friedrieb von Büren 



Berti, 

oo Of. Berchtold im Breisgau, t 1005/6 



Friedrich von Büren, 
oo Hildegard, T. des Gf. Gerhard von Egisheim, t 1094, 



Otto, t 1100, 
Bischof von Straßburg 



Friedrich, t 1105, Herz, von Schwaben, 

oo Agnes, T. des Kaisers Heinrich IV., 

t 1143 



Ludwig. Pfalzgraf, t ca. 1102 Walther Konrad. t 1094 Adelheid 



Friedrich, t 1147, Herz, von Schwaben, 
oo 1. Judith, T. des Herz. Heinrich des Schwarzen von Bayern, t 1126, 
2. Agnes, T. des Gfn. Friedrich von Saarbrücken 



Konrad III.. t 1152, Rom. König. 

oo Gertrud, T. des Gfn. Beringer von Sulzbach, 

t 1146 



(1) Friedrich I. Barbarossa, Rom. Kaiser, t 1190, 
oo I. Adelheid, T. Diepolds, Mkgfn. v. Vohburg, 
2. Beatrix, T. Rainalds, Gfn. v. Burgund, t "84 



(I) Judith, t "95, 
oo Herz. Mathias von Lothringen, f 1176 



(2) Konrad, t"95, Pfalzgral, (2) Jutta, t 1191, 
oo Imgard, T. des GL oo Ldgf. Ludwig IL 

Berthold von Henneberg v. Thüringen, 1 1172 



Heinrich, t 1150, 
Rom. König 



Friedrich, t "91, 
Herz, von Schwaben 



sämtliche Kinder 2. Ehe 
Heinrich VI., t "97, Otto, t 1200, 

Rom. Kaiser, Gf. von Burgund, 

oo 'Konstanze, T. Kg. oo Margarethe, 

Rogers IL von Sizilien, Gfn. von Blois 

t "97 



Konrad, t "96. 

Herz. v. Rotenburg 

und Schwaben 



Philipp, t 1208, 

Rom. König, 

x Irene von Byzanz, 

T. des Kaisers Isaak, 

t 1208 



i Töchter. 
t jung 



Sohn, t "86 



Agnes, t 1204, 
oo Heinrich, Pfalz- 
graf, t 1227 



Friedrich, t "67, Herz, v- 
Rotenburg und Schwaben, 
oo Gertrud, T. des Herz. 
Heinrich des Löwen von 
Bayern, f "96 



Friedrich IL, Rom. Kaiser, t 1250, 
00 1. Konstanze, T. des Kg. Alfons IL von 
Arragonien, f 1222 

2. Isabella, T. des Kg. Johann I. von Jeru- 

salem, t 1228 

3. Elisabeth, T. des Kg. Johann von Eng- 

land, t 1241 

4. Bianca, T. des Mkgfn. Bonifaz von Lancia 



Beatrix, t 1231, 

oo Gf. Otto von 

Meran, Pfalzgf. von 

Burgund 



Beatrix, t 1212, 

oo Kaiser Otto IV., 

t 1218 



Kunlgunde. 1 1248, 

oo Kg. Wenzel von 

Böhmen 



Maria, t 1239, 

oo Herz. Heinrich 

von Brabant 



Beatrix, t 1235, 
oo Kg. Ferdinand 

von 
Sizilien-Kastilien 



(1) Heinrich VII., 

t 1242, Rom. König, 

oo Margarethe, 

T. Leopolds VI., 

Herz. v. Österreich, 

t 1267 



Heinrich, 
t 1247 



(2) Tochter, (2) Konrad IV.. (3) Jordan, (3) Margarethe, 

t 1227 f 1254, Rom. König, f 1237 f 1270, 

oo Elisabeth, oo Mkgf. Albrecht 
T. des Herz. Otto von Meißen, 
von Bayern, t 1273 f 1314 
| 

Friedrich, Konradln, t 1268, 

t 1251 oo Sophie, T. des Mkgf. Dietrich von o 

Meißen, t 



(3) Heinrich, (4) Manfred, t 1266, (4) Katharina, (4) Konstanze Friedrich (nat.) 

t 1253 Kg. von Sizilien, ooMkgf.Jakob (nat.), 

oo 1. Beatrix, T. d. Gfn. von Caretto oo Kais. Johann 

Amadcus von Savoyen, Vatatzes von 

2. Helene, T. des Dcspo- Nikäa 

ten Michael von Epirus Deszendenz 



Enzlo (nat.), Frledrlchfnat.), Gerhard, i nat. 
t 1272, t 1258, Töchter 

Kg. v. Torre, 



(I) Konstanze, 1 1302, (2) Beatrix 
> Kg. • 



. Peter von Aragonien- 
Siziüen 



(2) Heinrich (nat) Heinrich (nat.) Friedrich (nat.) Anselm 



Leichenpredigten. 53 

ruhend auf einer Art von Zettelkatalog mit zweckmäßigen Verweisungen. Das Ganze 
nennt Verf. ein Stammbuch. Dieses Verfahren ermöglicht das Auffinden aller mög- 
lichen genealogischen Beziehungen für jede im Stammbuch enthaltene Person, ist aber 
unübersichtlich, so daß man auch neben dem Stammbuch eine schnell zu übersehende 
Tafel nicht wird entbehren wollen. — W. Graebner, Ü. Ursprung u. Art bildlicher 
Darstellungen von Stammtafel u. Ahnentafel mit besonderer Berücksichtigung d. deut- 
schen genealogischen Kunst des 16. bis 19. Jhts., VJH 1902. — J. O. Hager, Über 
Ahnenbezifferung, DH 1905, 184ff.; drs., Ein Kapitel aus der Deszentorik, ASW 1907, 
65ff. Hager rühmt besonders DH 1905, S. 188 das System Felsmeer; dasselbe ist in 
einer zehnstufigen Ahnentafel (Kaiser Wilhelm II.) angewandt, welche als Extrabeilage 
zum 2. Heft des XVI. Jgs. der Zeitschrift „Vom Fels zum Meer" hrsg. worden ist. — 
A. von den Velden, Wert u. Pflege der Ahnentafel, ZPF 1; drs., Ahnentafeln einst 
u. jetzt, ZPF 3. — J. Gröber, Die Bedeutung d. Ahnentafel für biologische Erblichkeits- 
forschung, Archiv f. Gesellschafts-Biologie, 1. Jg., 5. Heft. Berlin 1904. — W. Graebner, 
Genealogie u. Politik. Danzig 1910. Hierin: Der Baum als genealogisches Bild, profane 
Stamm- u. Ahnentafeln. — Außer den im vorliegenden Buche anderwärts genannten Werken 
üb. spez. Geschlechter oder Länder seien hier noch vermerkt: Forst, Otto, Die Ahnen- 
proben der Mainzer Domherren (^Quellen u. Studien z. Genealogie I). Wien u.Leipzigl913. 
— Hierüber Frh. v. Dungern. FB 1913. — Wegele, Ahnentafeln der Trierer Domh erren 
i.d.Beitr. z. Spezialgesch. d. Rheinl. 2. Bd. — Nedopil, Deutsche Adelsproben aus d. 
deutschen Ordens-Zentral-Archiv. 4 Bde. Wien '1868 — 81. — Feh rentheil u.Gruppen - 
berg, Ahnentafeln d. gesamten jetzt lebenden stiftsfähigen Adels Deutschlands. Regens- 
burg 1864. — Estor, J. G., Praktische Anleitung zur Ahnenprobe, so bei den teutschen 
Erz- u. Hochstiften, Ritterorden u. Ganerbschaften gewöhnlich. Marburg 1750. — 
v. Stoj entin, Ahnentfln. d. Domherren d. Stifts Naumburg, DH 17, 485 ff. — A. von 
den Velden, Die Ahnentafeln v. Schiller, Moltke, Werner Siemens als dekorative Wand- 
teppiche, FB 1910. — W. C. von Arnswaldt, Die Ahnentafel des Philosophen 
G. W. Leibniz, ZPF 8. — E. Devrient, Das Problem der Ahnentafel. Pol. anthr. Rev. 
1903. — Das Werk von Le Laboureur „Tableaux Genealogiques ou les Seize Quartiers 
de nos roys. Paris 1673" enthält Ahnentafeln zu 16 Ahnen der Könige von Frankreich, 
u. zwar von Ludwig dem Heiligen bis auf Ludwig XIV. u. von einer Anzahl hoher 
geistlicher u. weltlicher Würdenträger, alle mit Wappen, und ist wichtig wegen des 
grundlegenden traite preliminaire von Menestrier. Weitere Literatur über die Ahnen- 
tafeln findet sich in Forsts Arbeit über Genealogie in Meisters Grundriß der Geschichts- 
wissenschaft (unter der Presse). 

Für praktische Arbeiten, die die Herstellung von Ahnentafeln bezwecken, empfiehlt 
sich die Benutzung gedruckter Formulare. Ahnentafel-Formulare gibt es im buchhänd- 
lerischen Verkehr mehrere: solche nach dem Entwurf Graebner, in 8 verschiedenen 
Ausführungen (zu 8, 16, 32 und 64 Ahnen), Görlitz, Verlag von C. A. Starke; Ahnen- 
tafeln zu 16 Ahnen mit Wappenschildern, gezeichnet von L'Estocq, Görlitz, ebd.; 
Ahnentafel-Formular Kiefer, entworfen v. K. Kiefer, d. i. eine 256 stellige Ahnentafel in 
Heftform, mit einer Haupttafel, 16 Nebentafeln u. Register, jede Tafel mit Schablonen- 
wappen bedruckt, einzelne Blätter zu 16 Ahnen, Verlag von Gebr. Vogt in Papier- 
mühle (S.-A.); E. Weißenborn, Ahnentafel- u. Stammtafelvordrucke ebd.; kreisrunde 
Formulare (ein Beispiel bei Devrient, Familienforschung, S. 72) sind bei Rieh. Leon- 
hardt in Elberfeld (Humboldtstr. 25) erschienen. Erläuterungen zum Gebrauch von 
Ahnentafel- Formularen sind verfaßt von W. Graebner, Wegweiser zur Benutzung der 
Ahnentafeln, Görlitz 1900, und von Weißenborn, Anleitung zur Aufstellung von 
Stamm- und Ahnentafeln, Verlag von Gebr. Vogt in Papiermühle (S.-A.). 

Leichenpredigten. Schon im 16. Jahrhundert entstand bei den Prote- Lejchen- 

r ö J r> j predigten. 

stanten 1 ) der Gebrauch, von verstorbenen Personen von einiger Bedeutung 



*) Leichenpredigten werden von der katholischen Kirche nur geduldet. Doch finden 
sich auch in katholischen Ländern dank dieser Duldung zahlreiche Leichenpredigten, 



54 Leichenpredigten. 

nicht nur eine weitläufige Trauer- (Lob-) Rede oder Parentation zu halten, 
sondern solche auch dem Drucke zu übergeben. Dieser Gebrauch erreichte 
während des 17. Jahrhunderts seine größte und allgemeinste Ausdehnung, 
verlor sich aber alsdann nach und nach. Solchen Leichenpredigten wurden 
regelmäßig sogenannte Personalien angehängt, die den Lebenslauf des Ver- 
storbenen, seine Familienverhältnisse, insbesondere auch seine Abkunft, seine 
Vorfahren, seine Ahnen beibrachten; ja oft dehnten sich diese Predigten zu 
einer völligen Genealogie der betreffenden Familie aus. In der sächsischen 
Oberlausitz war es noch vor einigen Jahrzehnten allgemein üblich, daß der 
Geistliche am Grabe den Lebenslauf des Verstorbenen vorlas. Solche Lebens- 
läufe finden sich handschriftlich an einzelnen Orten, z. B. in den Pfarrarchiven 
von Frankenthal und Mülsen-St. Michael. Daß die Sitte, bei Beerdigungen Lebens- 
läufe vorzulesen, eine ziemlich allgemeine war, beweist das Erscheinen eines 
Schriftchens mit dem Titel: „Noth- und Hülfs-Büchlein für Schuldiener auf dem 
Lande, welche in Abfassung der gewöhnlichen Lebensläufe, so nach gehaltenen 
Leichenpredigten pflegen abgelesen zu werden, nicht allzu geübt sind, auf 
Verlangen herausgegeben von Friedrich Wilhelm Baumelburg, Pastore zu 
Reurieth und Beinerstadt. Hildburghausen, bey Johann Gottfried Hanisch, 1796." 
Die größte und bekannteste Sammlung von Leichenpredigten ist die 
sogenannte „Funeralien-Sammlung" auf dem Schlosse Stolberg a. H. Sophie 
Eleonore von Stolberg -Stolberg (1669 — 1745) brachte aus Interesse für die 
Behandlung der Predigttexte gegen 40000 Leichenpredigten zusammen. Nach 
1870 hat Heinrich Beyer die Sammlung neu und zweckmäßig katalogisiert. 
Doppelstücke sind den Bibliotheken zu Roßla — dort sind jetzt 9000 
Stück — , zu Wernigerode — dort befinden sich 6635 — sowie elf an- 
deren öffentlichen Bibliotheken der Provinz Sachsen überwiesen worden; vgl. 
die näheren Angaben in ZHV, 10. Jg. 1877, S. 343 bis 352. Die drei Samm- 
lungen sind vollständig katalogisiert, und die Kataloge gestatten eine bequeme 
Benutzung der Bestände. Ein „Register zu den adeligen Leichenpredigten auf 
der gräflichen Bibliothek zu Stolberg a.H."ist gedruckt, VJH, 12. Jg. 1884, S. 159 
bis 214; es werden darin die Predigten für 3810 Personen und 2346 Fa- 
milien behandelt. Eine andere beträchtliche Sammlung befindet sich in der 
Stadtbibliothek zu Braunschweig: katalogisiert sind 8279 Stück; doch sind 
dies noch nicht alle vorhandenen. Sie stammen zum größten Teile aus 
Mittel- und Norddeutschland und umfassen die Jahre 1560 — 1747. Einen 
Katalog dieser Sammlung hat Freiherr von Eschwege, VJH, 7. Jg. 1879, 
S. 21 ff., 99ff., und 15. Jg. 1887, S. 97 ff., bearbeitet. Auf die Sammlung in 
der Bibl. des Gymnasiums z. grauen Kloster in Berlin hat zuerst Schwebel 
1889 aufmerksam gemacht; vgl. MGBn 6, 86. Hermann Nohl hat dann 



z. B. in d. Stadtbibl. zu Augsburg, vgl. Zapf, „Augsburger Bibliothek" 1795, I. Bd., 
S. 202 — 539 (in demselben Werke finden sich S. 539—553 Beschr. d. Augsburger Epi- 
taphien, ferner Geschlechtergesch. u. Stammbäume). In Polen gab es im 17. u. 18. Jht. 
eine riesige Leichenpredigtliteratur. Diese ist in Estreichers Bibliografia polska ver- 
zeichnet. Den größten Bestand an Leichenpredigten über polnische Familien haben das 
Ossolineum in Lemberg und die Jagellonische Bibliothek in Krakau. 



Leichenpredigten. 55 

in der Beil. z. Jahresber. d. Berlinischen Gymnasiums z. grauen Kloster, 
Ostern 1902, den ersten Teil eines alphabetischen Katalogs veröffentlicht. 
Dieser Druck ist antiquiert, nachdem Nohl das um 100 neu aufgefundene 
Nummern vermehrte Register vollständig VJH., 31. Jg. 1903, S. 191 ff., mit- 
geteilt hat. Die älteste der aufgeführten rund 2600 Predigten ist von 1546. 
Die Bibliothek der Marienkirche zu Frankfurt a. O. besitzt eine Sammlung, 
die Amtsgerichtsrat Arno Bötticher VJH, 35. Jg. 1905, S. 21 ff., bezüglich 
aller vorkommenden Namen beschrieben hat. Von den rund 1000 Leichen- 
predigten ist die älteste aus dem Jahre 1585; wenige gehen über 1740 
herab. Über eine Anzahl Leichenpredigten dieser Sammlung handelt Böt- 
ticher, ZHGP, 19. Bd., 1904, S. 61—74. Eine kurze Übersicht über die 
in der Bibliothek des Gymnasium Albertinum zu Freiberg im Königreich 
Sachsen enthaltene Sammlung von Leichenpredigten habe ich veröffent- 
licht in meinem Bibliographischen Repertorium über die Geschichte der Stadt 
Freiberg und ihres Berg- und Hüttenwesens (Freiberg in Sachsen 1885) 
Nr. 935 — 1199; ebenso veröffentlichte Rantzau ein „Register der in der 
ehemaligen Universitäts - Bibliothek zu Wittenberg befindlichen Leichen- 
predigten" VI, 1875, S. 110 ff. Über „Leichenpredigten an der Frankfurter 
Stadtbibliothek" handelt Karl Kiefer, FBF 1908, Nr. 7. — In der Kgl. und 
Provinzialbibliothek, dem Staats- und Stadtarchiv in Hannover befinden 
sich etwa 20000 hannoverscher Leichenpredigten, über die ein Gesamtkatalog 
von Wilhelm Linke bearbeitet ist unter dem Titel: „Niedersächsische 
Familienkunde. Ein biographisches Verzeichnis. Auf Grund der Leichen- 
predigten und sonstigen Personalschriften der Kgl. Bibliothek zu Hannover 
und anderer hannoverscher Sammlungen herausgegeben" (Hannover 1912). 
Über einen Band Leichenpredigten in der Freiherrlich von Bredow'schen 
Bibliothek zu Schloß Wagenitz in d. Mark vgl. DH 1909, 239. — O. Frhr. 
v. Rodde, Verzeichnis von Leichenpredigten aus dem 16. — 18. Jahrhundert, 
betreffend adelige und bürgerliche Personen mit umfangreichen Personalien, 
welche den Abonnenten auf Wunsch zugänglich gemacht werden. FB, III. Bd. 
— Die Bibliothek der Gesellschaft für Pommerische Geschichte u. Altertums- 
kunde in Stettin (deponiert im Kgl. Staatsarchiv) besitzt eine ansehnliche 
Sammlung von Leichenpredigten und Hochzeitsgedichten. Im Staatsarchiv zu 
Magdeburg ist die v.Gustedtsche Sammlung zu erwähnen. Über die Leichen- 
predigten in der Bibliothek des Domkapitels zu Merseburg handelt Rob. 
Win ekler FG 10. Ein „Verzeichnis der in dem a. d. Winckel'schen Fa- 
milienarchiv befindlichen Leichenreden" wird von A. aus dem Winckel, DH 
1912 vorgelegt. — Zu nennen ist in diesem Zusammenhange auch das Buch 
von Edmund Lange: Die Greif swalder Sammlung Vitae Pomeranorum, 
alphabetisch nach Geschlechtern verzeichnet (Greifswald, Julius Abel, 1898, 
406 S.). Eine „Ergänzung" dazu ist erschienen in den „Baltischen Studien", 
Neue Folge, 9. Bd. Stettin 1905), S. 55 ff. Auf der Leipziger 1 ) Stadtbibliothek 

x ) Unter d. Titel: „Weinrich, O., Bethanisch Wunderwerck oder historia v. d. 
seligen Absterben vnnd fröhlicher Aufferweckung d. Lazari zu Bethania, Leipzig 1601 
(ca. 700 Seiten 4°)" sind Leichenreden auf 28 Leipziger Bürger vereinigt. 



56 Leichenpredigten. 

sind die sämtlichen Leichenpredigten, deren Zahl sich auch nicht annähernd 
bestimmen läßt, katalogisiert und der Katalogabteilung „Biographien" ein- 
geordnet. In der Ratsbibliothek zu Zwickau ist der Katalog zu den über 
die ganze Bibliothek zerstreuten Leichenpredigten noch in der Entstehung be- 
griffen. In der Landesbibliothek zu Kassel ist die Zahl sehr beträchtlich, aber 
nicht genau festgestellt. Hier finden sich bemerkenswerterweise auch nicht 
wenige Stücke aus dem 19. Jahrhundert; und die Bestände der dortigen 
Stadtbibliothek besitzen ebenfalls eine größere Anzahl solcher jüngeren 
Leichenpredigten. In der Stadtbibliothek zu Nürnberg befindet sich eine 
697 Stück umfassende Sammlung, die der Altdorfer Professor Will angelegt 
hat, aber außerdem sind in anderen Abteilungen eine Menge einzelner Pre- 
digten, im ganzen wenigstens noch einmal soviel zu finden, die nicht sämt- 
lich nürnbergischen Ursprungs sind. 1614 gab Jo. Eichhorn eine Samm- 
lung der von M. Christophorus Neander gehaltenen Leichenreden heraus 
unter dem Titel: Orationum funebrium in illustri Marchiae Brandenburgicae 
Academia a M. Christophoro Neandro philosophiae moralis professore habi- 
tarum decades quinque ed. Jo. Eichhorn. Schließlich sei noch auf eine Samm- 
lung von etwa 700 Stück in der Gymnasialbibliothek zu Zerbst hingewiesen, 
die von Professor Sickel inventarisiert ist. 

Was die Beurteilung der in den Leichenpredigten enthaltenen Personal- 
angaben betrifft, so ist zu unterscheiden zwischen denjenigen Personen, 
die der Prediger persönlich kannte oder über die er doch wenigstens von 
Zeitgenossen Mitteilung empfing, und zwischen den Personen der vorher- 
gehenden Generationen. 

Bisweilen läßt sich der Todestag nicht erkennen, sondern nur der Be- 
gräbnistag. Nicht ohne Interesse ist, daß nicht eben selten neben dem 
Trauungstage auch der Verlobungstag 1 ), und zwar als der wesentliche, ge- 
nannt wird. Bei Auszügen ist da Sorgfalt anzuwenden, damit nicht ein 
falscher Tag exzerpiert wird. Was die chronologischen Angaben betrifft, so 
ist zu beachten, daß die Menschen der früheren Jahrhunderte die uns heute 
geläufige Genauigkeit bei derartigen Angaben überhaupt nicht kannten. In 
einer von Tille besprochenen 2 ) Leichenpredigt des Jahres 1650 wird als 
Todestag der Elisabeth Lindner „am vergangenen Dienstag früh um 8 Uhr" 
angegeben; der Begräbnistag, der 15. September, fiel 1650 auf einen Sonntag, 
mithin war der vorhergehende Dienstag der 10. September. Trotzdem lesen 
wir in dem lateinischen Nachruf des Rektors der Universität, der Todestag 
sei „Montag, der neunte laufenden Monats", gewesen, und dieselbe Angabe 
findet sich auf dem Titel der beigefügten Trostgedichte. An einer Stelle muß 



x ) Über das Verhältnis zwischen Verlobung und Trauung nach älterem deutschen 
Rechte vgl. Geffcken, „Die Zivilehe im Mittelalter", in d. Halbmonatsschr. „Deutsche 
Stimmen" (Köln 1900), S. 472ff., u. ebenso die lehrreichen Mtl. ü. d. in d. Reichsgraf- 
schaft Wartenberg in dieser Hinsicht im 18. Jht. geltenden Bestimmungen in d. Aufsatz 
„Verlobt, Ausgerufen, Verheiratet" v. Klein berger in PfG 2 (Kaiserslautern 1906), 
S. 21 ff. 

») Tille, ZPF 2, 77. 



Trauergedichte. 57 

ein Irrtum vorliegen; denn an eine Unsicherheit in den Tagesangaben, wie 
sie verständlich ist, wenn der Ted um Mitternacht erfolgt, ist hier nicht zu 
denken. Auch die Schreibung der Eigennamen war in den früheren Jahr- 
hunderten von der heutigen Genauigkeit weit entfernt. Schwankungen in 
der Schreibweise der Namen kamen früher fortwährend vor. So ist z. B. in 
einer von Tille an der zuletzt angeführten Stelle behandelten Leichenpredigt 
des 17. Jahrhunderts von Frau Barbara geborenen Leidnerin die Rede, aber 
ihr Vater wird 13 Zeilen weiter als Adam Leutner bezeichnet. Daß es sich 
in diesen beiden Fällen um denselben Namen handelt, ist in diesem Zu- 
sammenhang ohne weiteres klar. Ebenso schwankt die Schreibung der Vor- 
namen von Matthias, Matthäus, Matthes etc. 

Während es sich bei den Angaben der Leichenpredigten über den Ver- 
storbenen, seine Ehefrauen und Kinder im allgemeinen für den Prediger um 
Zeitgenossen handelte, war er über die Vorfahren des Verstorbenen auf Nach- 
richten angewiesen, die ihm zum Ruhme der betreffenden Familie zugetragen 
wurden und über deren Glaubwürdigkeit der Prediger ein Urteil häufig gar 
nicht haben konnte und bei seiner nicht seltenen Abhängigkeit von dem 
Verstorbenen oder seiner Familie gelegentlich auch nicht zu haben wünschen 
konnte. Was in den Leichenpredigten über die womöglich bis in das 
graueste Altertum zurückreichende Ahnenreihe gesagt wird, ist entweder 
naive Familiensage oder auch bewußte lobhudelnde Fälschung, im günstigsten 
Falle kritiklose Kompilation von mündlichen Mitteilungen und etwa vorge- 
fundenen schriftlichen Aufzeichnungen. Durch die gläubige Benutzung solcher 
Leichenpredigten ist mancher Irrtum in die Genealogie vieler Familien ge- 
bracht worden. 

Die Trauergedichte (Epicedien) 1 ), die bei dem Begräbnis hervor- Trauergedkh 
ragender Persönlichkeiten teils separat, teils als Beigabe zu den Leichen- 
predigten erschienen, wurden auch gesammelt. Und wenn natürlich viele 
dieser poetischen oder poetisch sein wollenden Ergüsse sich nur in Allgemein- 
heiten ergehen, so finden sich doch gelegentlich auch speziell familien- 
geschichtliche oder biographische Beziehungen verwendet. Deshalb soll man 
auch dieses, allerdings recht kritisch zu prüfende Hilfsmittel nicht unbesehen 
beiseite werfen, wenn man solcher Trauergedichte habhaft werden kann. 
Als ein Beispiel von Sammlungen derselben nenne ich: Taurellus, Nie, 
Carmina funebria, quae magnorum aliquot clarorumque virorum felici me- 
moriae dieavit (Nürnberg 1602). Diese Sammlung enthält unter anderen 
Gedichte auf Phil. Geuder f 1581, Wolfg. Haller f 1591, Barth. Poemer 
f 1590, Andr. Duditius f 1589, Seb. Welser f 1589, Geo. Palm f 1591, 
Karl Chr. v. Ortenberg f 1591 usw. Eine gute Sammlung von Trauer- 
und Hochzeitsgedichten befindet sich in der „Koninklijke Bibliotheek" im 
Haag. 



x ) In Polen „carmina na wesele". Alle bedeutenden Autoren des 16. Jht. ver- 
faßten drgl. 



58 Ordnungen bei Trauungen, Einholungen, Begräbnissen usw. 

Ordnungen Ordnungen bei Trauungen, Einholungen, Begräbnissen und 

Einhoiungln"' anderen Feierlichkeiten 1 ). Bei wichtigen familiengeschichtlichen Vor- 
Begräbnissen k orn mnissen fürstlicher Häuser oder vornehmer Familien pflegte seit alter 

und anderen , _. 

Feierlichkeiten. Zeit ein großer Prunk entfaltet zu werden. Bei Trauungen, Einholungen, 
Begräbnissen und sonstigen feierlichen Gelegenheiten wurde ein genaues 
Programm aufgestellt, welches allen Teilnehmern des Festes eine bestimmte 
Stellung, ein spezielles Geschäft zuwies. Es wurden nach Namen und Stand 
die Personen verzeichnet, welche z. B. den Sarg oder die Fahne oder die 
Fackeln tragen sollten. Hierbei wurde eine große Anzahl von Personen, 
häufig unter Angabe auch der Vornamen, als adelig bezeichnet, wodurch 
für solche Familien, deren Adelsstand zweifelhaft ist, eine Zeitbestimmung 
gewonnen wird, wann sie von der betreffenden Behörde und dem betreffen- 
den Landesherrn für adelig angesehen worden sind. Aber auch bürgerliche 
Familien werden in dergleichen „Prozessionen", wie sich solche Programme 
gelegentlich nennen, aufgezählt, z. B. bei der Dienerschaft, besonders häufig 
aber wurden viele Geistliche aufgeführt, die dem Sarge folgten. Eine wie 
reichhaltige Quelle für familiengeschichtliche Forschungen solche „Ordnungen" 
oder „Prozessionen" sind, zeigt folgendes Werk: „Die Personalien und 
Leichen-Prozessionen der Herzoge von Pommern und ihrer Angehörigen aus 
den Jahren 1560 bis 1663. Gesammelt von Ulrich Grafen Behr-Negen- 
dank-Semlow und Julius Freiherrn von Bohlen-Bohlendorf. Halle, 
Druck der Buchdruckerei des Waisenhauses, 1869." Während die hier ab- 
gedruckten Leichenpredigten Material über die Pommerschen Herzöge und 
ihre Angehörigen bieten, haben die Herausgeber durch zahlreiche Anmer- 
kungen wertvolle Beiträge zur Geschichte der bei den Prozessionen be- 
teiligten Familien geliefert, leider aber ein Register zu diesem lehrreichen 
Quartanten nicht beigefügt. 

Eine nützliche Sammlung solcher „Ordnungen" veranstaltete Hans von 
Schwein ichen, geboren 1552, der sich als Fürstlich Liegnitzscher Rat, 
Marschall und Hofmeister, als Autobiograph und Sittenschilderer einen wohl- 
bekannten Namen erworben hat. Wie die Tagebücher 2 ) dieses Mannes für 
die schlesische Genealogie von großer Bedeutung sind, so nicht minder seine 
Sammlung von Ordnungen und Prozessionen. Auf seinen Wanderfahrten 
mit Herzog Heinrich XI. durch das deutsche Reich, Polen usw. sah er vieles 
Merkwürdige an fremden Höfen. Er interessierte sich dabei besonders 



1 ) Diese Quellenart kommt häufig in den Archiven und Bibliotheken vor, so z. B. 
in besonders reicher Anzahl in den Archiven zu Bamberg und Nürnberg. Im erst- 
genannten Archiv lagert auch eine beträchtliche Bändezahl sogenannter „Hofdiarien", 
in denen alle das Hofleben berührende Vorkommnisse, wie Reisen, Empfänge, Feste, 
ganz eingehend geschildert werden und sehr viele Personen genannt sind. 

2 ) Hans von Schweinichens Tagebücher wurden zuerst von Büsching heraus- 
gegeben unter d. Titel: Lieben, Lust und Leben der Deutschen des 16. Jahrh., 3 Bde., 
Breslau 1821 — 23, jedoch in unvollständiger und mangelhafter Weise; dann von Her- 
mann Oesterley: Denkwürdigkeiten des Hans von Schweinichen, Breslau 1878; eine 
populär gehaltene Überarbeitung, bis zur Gefangennahme Herzogs Heinrichs XI. rei- 
chend, gab Ernst von Wolzogen, Leipzig 1885, heraus. 



Hochzeitseinladungen. Urkundenbücher und Regestensammlungen. 59 

für Festlichkeiten. Als fürstlicher Marschall und Hofmeister konnte er ja 
selbst in die Lage kommen, eine solche Festlichkeit arrangieren zu müssen. 
Um solche Solennitäten recht geschmackvoll und glänzend zu veranstalten, 
legte er sich ein Verzeichnis von solchen Prozessionen, die ihm vorkommen- 
den Falles zur Richtschnur dienen könnten, an. Wenn er auch nicht alle 
Prozessionen aufnahm, bei denen er beteiligt war, so brachte er doch ein 
stattliches Material zusammen. Dasselbe ist zum ersten Male von Konrad 
Wutke unter dem Titel „Merkbuch des Hans von Schweinichen" (Berlin, 
Stargardt 1895) herausgegeben. Gleich die erste Ordnung 1 ) dieser Samm- 
lung aus dem Jahre 1582 bietet eine Fülle von Namen sowohl aus dem 
Adel, der die Trinkmarschälle, Vorschneider, die „Trucksassen von der Fr. 
Tafel" stellte, die Stühle bei der Fr. Tafel anwies und bei den Tischen auf- 
wartete, als auch aus dem Bürgerstand, den wir im Bier- und Weinkeller 
bedienstet finden und „auf der Fürsten und Herren Zimmer zu Aufwärtern 
bestellt worden". Als eine besondere Art der Quellen, die Hans von Schwei- 



nichen benutzte und gelegentlich abdruckte, seien die „Futterzettel" erwähnt, 
die nicht nur Wagen und Rosse der höchsten Herrschaften verzeichneten, 
sondern auch angaben, wieviel Pferde für die einzelnen, mit ihren Vornamen 
verzeichneten „Landjunker" zu füttern waren. 2 ) Das „Personen-, Orts- und 
Sachregister" der Wutke sehen Ausgabe, Seite 240 — 273, gibt eine für den 
Familienforscher sehr nützliche Übersicht über die in diesen Ordnungen vor- 
kommenden Personen. 

Eine beachtliche Quelle sind Hochzeitseinladungen. Diesen pflegen Hochzeits- 
genaue Personalangaben über die Brautleute und den Hochzeitstag zu eina unger " 
verzeichnen. Der Reichtum dieser Quellenart ist ersichtlich aus Emerich 
v. Zen egg, Hochzeitseinladungen der steirischen Landstände, JAW 1910 
u. 1912. 

Für die ältesten Zeiten, in die eine rationelle Familienforschung, von urkunden- 
der Gegenwart ausgehend, vordringen kann, sind von den bibliothekarischen bücI »er und 
Hilfsmitteln die Urkundenbücher und Regestensammlungen die wichtigsten. lungen. 
Sie pflegen, von den Staatsverträgen abgesehen, zumeist höchstens bis etwa 
1600 zu gehen; der größte Teil endigt wenn nicht früher, etwa mit dem 
Jahre 1500. Eine gute Zusammenstellung solcher Werke findet sich bei 
Dahlmann-Waitz, Quellenku. d. deutschen Geschichte. 8. Afl., hrsg. v. P. Herre. 
Leipzig 1912, S. 68 ff. Hier seien von dieser Quellenart beispielshalber die 
folgenden verzeichnet: 

J. Ch. Lünig, Deutsches Reichsarchiv, 24 Bde., Leipzig 1710—22 (hiervon Bd. 24 
Register). — (E. Birk), Verzeichnis der Urkunden zur Geschichte des Hauses Habs- 

!) „Ordnung wie es auf des Durchlauchten Hochgebornen Fürsten und Herrn 
Herrn Johann Georgen Herzog in Schlesien, zur Liegnitz und Brieg etc. hochzeitlichen 
Ehrenfest so mit Durchlauchten Hochgebornen Fürstin und Fräulin Anna gebornen 
Herzogin zu Wirttenberg etc. den löten Septemb. Ao. 1582 zum Brieg gehalten wor- 
den." — Knetsch, Von d. Hochzeit des hessischen Landgrafen Wilhelm d. Mittleren 
zu Kassel am 20. Okt. 1500, VJH 1901. 

a ) Auf des Herzog Friedrichs Hochzeit 1594 waren 1157 Roß zu füttern „ohne 
d. F. G. eigene Roß" (Ausgabe von Wutke S. 145). 



60 Urkundenbücher und Regestensammlungen. 

bürg (bis 1493); als Beilage zu v. Lichnowsky, Geschichte des Hauses Habsburg. — 
Monumenta Boica, ed. academia scientiarum Maximil.-Boica. München 1763 ff. — Monu- 
menta Zollerana. ÜB. z. Gesch. d. Hauses Hohenzollern, 7 Bde. u. Reg., hrsg. v. R. v. Still- 
fried u. T. Märker. Berlin 1852 — 66. Dazu Ergänzungsbd. v. J. Großmann u. 
M. Scheins, ebd. 1890. — Wirtembergisches ÜB., hrsg. v. Kgl. Staatsarchiv in Stutt- 
gart. Stuttgart, seit 1849. — Regesten der Markgrafen von Baden u. Hachberg, hrsg. v. d. 
Badischen hist. Korn., bearbeitet v. R. Fester u. H.Witte. Bd. lff. Innsbruck 1892ff. — 
Urkunden und Akten der Stadt Straßburg. 1. Abt. ÜB. Bd. 1—7. 2. Abt. Politische 
Korrespondenz Straßburgs aus der Reformationszeit. Bd. lff. Straßburg 1897 ff. — 
Hessisches Urkundenbuch. Leipzig 1879ff. — Regesta diplomatica necnon epistolaria 
historiae Thuringiae, hrsg. v. O. Dobenecker. Jena, seit 1896. — Westfälisches ÜB. 
Münster 1847 ff. — ÜB. zur Gesch. d. Herzöge v. Braunschweig u. Lüneburg u. ihrer 
Lande, hrsg. v. H. Sudendorf. 10 Bde. Dazu Registerbd. v. C. Sattler. Hannover 
1859 — 83. — Codex diplomaticus Saxoniae regiae, hrsg. v. E. G. Gersdorf, K. F. v. Po- 
sern-Klett, O. Posse u. H. Ermisch. Leipzig, seit 1864. — Mecklenburg. ÜB. 
Bd. 1 — 23. Schwerin 18631t. — Geschichtsquellen d. Prov. Sachsen u. angrenz. Gebiete. 
Hrsg. v. d. hist. Komm. d. Prov. Sachsen. Bd. 1—36, 38—43. Halle 1870 ff. — Codex 
diplomaticus Lusatiae superioris, hrsg. v. G. Köhler. Görlitz 1851 ff. Fortsetzung 
unter d. Titel: Codex diplomaticus Lusatiae superioris II, hrsg. v. R. Je cht, ebd. 
1896 ff. — Codex diplomaticus Brandenburgensis, hrsg. v. A. F. Riedel. 1. Haupttl. 
25 Bde. 2. Haupttl. 6 Bde. 3. Haupttl. 3 Bde. 4. Haupttl. (Chroniken). 1 Bd. 1 Splbd. 
Berlin 1838 — 65. Chronolog. Register, 2 Bde. Namensverzeichnis, bearbeitet v. A. 
W. Heffter. 3 Bde. Ebd. 1867—69. — Codex Pomeraniae diplomaticus. Ed. K.F.W. 
Hasselbach u. J. G. L. Kosegarten. Bd. 1. Greifsw. 1862. — Pommersches ÜB., hrsg. 
v. K. Staatsarchiv zu Stettin. Bd. I, 1 : R. Klempin, Regesten, Berichtigungen u. Er- 
gänzungen zum Codex Pomeraniae. Bd. I, 2 . 2. 3. hrsg. v. R. Prümers; Bd. 4 hrsg. v. 
G.Winter. Bd. 5. 6. hrsg. v. O. Heinemann. Stettin 1868— 1907. — Codex diplo- 
maticus Silesiae, hrsg. v. Ver. f. Gesch. u. Altert. Schlesiens. Bd. 1 — 24, Breslau 1857 ff. 
— C. Grünhagen u. H. Markgraf Lehns- u. Besitzurkunden Schlesiens u. snr. ein- 
zelnen Fürstentümer im MA. Leipzig 1881, 83. — Regesta diplomatica necnon episto- 
laria Bohemiae et Moraviae (ed. C. J. Erben et J. Em ler). 4 Bde. Prag 1855 ff. — 
P. Georgisch, Regesta chronologico-diplomatica, in quibus recensentur omnis generis 
monumenta et documenta publica. 4 Bde. Leipzig 1740 — 44. — Codex diplomaticus 
anecdotorum res Moguntinas illustrantium, hrsg. v. V. F. de Gudenus. 5 Bde. (5. Bd. 
hrsg. v. F. C. v. Buri u. J. D. v. Olenschlager). Göttingen 1743. Frankfurt u. Leipzig 
1747 — 58. — Hansisches Urkundenbuch (hrsg. v. Höhlbaum, Kunze, Stein). Halle 
1 876 ff. — ÜB. d. Stadt Lübeck. Lübeck 1843—1905. 11 Bde.— Hamburger ÜB. Hamburg 
1842-1911. 11 Bde. — ÜB. der Stadt Hildesheim, hrsg. v.R. Doebner. 8 Bde. Hildes- 
heim 1887—1901. — Liv-, Esth- u. Curländisches ÜB. nebst Regesten, Bd. 1—6, hrsg. 
v. F. G.v.Bunge; Bd. 7— 9 fortgesetzt v. H. Hildebrand; Bd.10u.ll v. Ph. Schwartz 
(bis 1499). Bd. 12 v. Ph. Schwartz u. A. v. Bulmerincq. Reval 1852—73; Riga 1881 
bis 1909. 2. Abt. von dens. u. L. Arbusow, Bd. 1—2 (1494—1500). Ebd. 1900—5.— 
ÜB. z. Gesch. d. Deutschen in Siebenbürgen, hrsg. v. F. Zimmermann, C.Werner 
u. G. E. Müller. Hermannstadt 1892ff. — Niederösterreich. ÜB. Wien 1851 ff. — 
Oberösterreich ÜB. Linz 1852 ff. — Salzburger ÜB. v. W. Hauthaler, seit 1898. — 
Schweiz: Monuments de l'hist. de Bäle, Porrentruy 1852 — 1867. 5 Bde. — Recueil dipl. 
du cant. de Fribourg. 7 Bde. Freib.i.S. 1839— 1863. — ÜB. d. Landsch. Basel. Bas. 1881, 
1883. 2 Bde.— ÜB. d. Stadt Basel. Bas. 1890—1910. 11 Bde. — ÜB. d. Abtei St. Gallen. 
St. Gallen. 5 Bde. 1863—1911. — ÜB. d. Stadt u. Landsch. Zürich. Zur. 1888—1912. 
9 Bde. — Die großen Urkundenwerke über die allgemeinen Angelegenheiten von Staat 
und Kirche (z. B. die Acta imperii, die Regesta regum atque imperatorum, Stumpfs 
Reichskanzler, die Regesta pontificum Romanorum u. a. vgl. Dahlmann-Waitz-Herre 
1912. S. 68, 324) bieten für die spezielle Geschichte einzelner Familien verhältnismäßig 
wenig. Ertragreicher sind in dieser Beziehung diejenigen vatikanischen Urkunden, welche 
die Dispense enthalten, und die aus vatikanischen Urkunden geschöpften Urkundenbücher 



Stammbäume. 61 

einzelner Provinzen oder Länder, vgl. z. B. Sauerland, Urkunden und Regesten z. 
Gesch. der Rheinlande aus dem vatikanischen Archive. Bonn 1902 — 1912. 

Von den Stammbäumen 1 ) aus alter und neuer Zeit sind sehr viele Stammbäume. 
mehr oder weniger unzuverlässig. 2 ) Urkundliche Belege für die Richtigkeit 
der einzelnen Angaben eines Stammbaumes sind durchaus notwendig; denn 
da erfahrungsgemäß bei Stammbäumen sehr leicht Irrtümer unterlaufen, so 
hat der Benutzer eines Stammbaumes das volle Recht, zu verlangen, daß 
ihm auch von Autoritäten auf genealogischem Gebiet für jede Angabe die 
Quelle angegeben wird. Stammbäume ohne Quellenangabe sind für eine 
exakte Familienforschung so gut wie wertlos und können höchstens durch 
die wissenschaftliche Autorität ihres Verfassers relativen Wert erhalten. Was 
im allgemeinen über den Wert der meisten Stammbäume zu halten ist, 
mögen die der freiherrlichen Familie von Friesen dartun. Unter den zahl- 
reichen Stammbäumen dieser Familie ist der im Jahre 1853 gelegentlich der 
Feier des 200jährigen Freiherrnjubiläums derer von Friesen von Dr. Leo 
Bergmann verfaßte im Druck erschienen. Er war seinerzeit der reich- 
haltigste und ausführlichste Stammbaum, den es in der genannten Familie 
gab, deckte sich auch mit den Angaben in Valentin Königs Adelschronik 
und reichte bis zum Jahre 1488 zurück. Aber bei der Mehrzahl der darin 
angeführten Mitglieder waren Angaben über ihren Geburts-, Verheiratungs- 
und Todestag nicht vorhanden. Eine urkundliche Kontrolle der Stammbaum- 
arigaben fehlte. Als nun Ernst Frhr. von Friesen, der Verfasser der be- 
rühmten „Geschichte der reichsfreiherrlichen Familie von Friesen" (Dresden, 
Verlag von Heinrich, 2 Bde.), von mehr als 100 Geistlichen und Kirchenbuch- 
führern des In- und Auslandes das einschlagende urkundliche Material herbei- 



*) Hildebrand, T. H., De probatione per stemmata genealogica sive vom Be- 
weiss durch Stamm-Bäume u. Geschlechts-Reg. Nürnberg 1719. — Über Stammbäume 
handelt näher Rose in d. Allgemeinen Encyklopädie d. Wftn. u. Künste v. Ersch u. 
Gruber, 1. Sektion, 57. Tl. 1853, S. 336ff. — Max Conrat (Cohn), Arbor juris des 
früheren Mittelalters mit eigenartiger Kompilation. Abhdl. d. Kgl. Preuß. Ak. d. Wftn. 
1909. Phil. hist. Kl. Anhang, Abh. II; drs. im Archivio storico italiano 1911. — Vgl. 
auch Hölscher, Franz, Genealogische Tafeln f. d. Geschichtsunterricht. Progr. Gymn. 
Attendorn 1894. — Scheftlein, H., Genealogischer Schulatlas. 1899. — Nützlich zu 
lesen, weil auf jahrzehntelanger Archivpraxis beruhend, ist Grotefend, [H., Über 
Stammtafeln, mit e. Beispiel: Familie Wachenhusen, VMG. — - Beringuier, Die Stamm- 
bäume d. Mitglieder d. französischen Kolonie. Berlin 1887. 

2 ) Hörschelmann, Slg. zuverlässiger Stamm- u. Ahnentafeln verschiedener 
jetzt florierenden adligen u. freiherrl. Familien. Coburg 1774. — Humb rächt, Joh. 
Maxin., D. höchste Zierde Deutschlands u. Vortrefflichkeit d. Teutschen Adels, vor- 
gestellt in d. Reichs -Freyen Rheinischen Ritterschaft, Auch auss derselben entspros- 
senen u. angränzenden Geschlechtern, so auff hohen Stifftenn aufgeschworen od. vor 
150 Jahren Löblicher Ritterschafft einverleibt gewesen, Stammtafeln u. Wapen. 
Frankfurt a. M. 1707L — Seifert, Joh., Hochadlige Stammtafeln. 4 Bde. Regensburg 
1721. — Weltrich, Rieh., Schillers Ahnen. E. familiengeschichtl. Untersuchung. Mit 
6 Stammtfln. u. 4 in den Text gedruckten Wappen. Weimar 1907. (Dazu „Schillers 
Ahnen". Wiss. Beil. d. Leipziger Zeitung 1907, Nr. 52.) — Wie man Stammbaum- 
bestrebungen verspottet hat, berichtet Rieb er, Wachstum u. Altersentwicklung unserer 
Familien, HGBAB V 1908, S. 157. 



62 Stammbäume. 

zog, ergab sich, daß Bergmanns Stammbaum so viel Fehler enthielt, daß er 
eigentlich unbrauchbar war. Einer war zum Sohne seines Bruders gemacht, 
wodurch dessen Sohn wieder zu seinem Enkel verwandelt wurde; ein jüngerer 
Bruder zum älteren verwandelt, wodurch dessen Nachkommenschaft die ältere 
Linie wurde, und dergleichen mehr; Geburts- und Todesdaten waren aber 
nur selten richtig. Infolgedessen war Ernst Freiherr von Friesen genötigt, 
auf Grund von Kirchenbuchnachrichten einen vollständig neuen Stammbaum 
aufzustellen. 1 ) 

Als ein Muster, wie Stammtafeln zu bearbeiten sind, sei empfohlen das 
klassische Werk: Die Wettiner. Genealogie des Gesamthauses Wettin Er- 
nestinischer und Albertinischer Linie 2 ), im Auftrage des Gesamthauses heraus- 
gegeben von Otto Posse. Leipzig und Berlin 1897. Posse begnügt sich 
hier nicht, auf Grund eines mit unendlichem Fleiße zusammengebrachten, 
weitverstreuten und oft schwer zugänglichen Materials die Zeit der Geburt, 
der Heirat und des Todes der verschiedenen Glieder des Hauses genau, so- 
weit irgend möglich war, festzustellen, sondern er gibt auch in einem An- 
hange die Quellen für sämtliche, auf der Stammtafel enthaltenen Daten an. 
„Diese Neuerung, welche in dieser Weise meines Wissens noch nie vorher 
bei Herstellung der Stammtafeln eines souveränen Hauses eingeführt worden 
ist, sollte," wie Theodor Schön (DH XXIX, 1898, Nr. 12, S. 168) sehr richtig 
bemerkt, „fortan bei ähnlichen Publikationen zur Regel werden. Mit dem 
gleichen Rechte, wie der Leser eines historischen Werkes vom Verfasser den 
Nachweis der Quellen verlangt, kann der Leser einer Stammtafel von dem 
Verfasser eine genaue Angabe verlangen, woher derselbe etwaige neue, von 
den bisher bekannten abweichende Daten geschöpft hat. Erst wenn der 
Autor diesem nachgekommen ist, kann der Leser entscheiden, was auf Rech- 
nung der Kombinationsgabe des Autors und was auf wirklich neue For- 
schungen bei diesen neuen Daten zu setzen ist." 3 ) 

*) Familiennachrichten und Stammbaummaterialien in d. Zittauer Ratsbibl., NLM 
XXXI, 80. Vgl. auch: Magnus' genealogische Collectaneen, Inhaltsangabe zweier 
Bände, v. Fr. Schneider ebd. XVII, 294. Unbescheid, H., Chronik u. Stamm- 
baum in Originalbeitr. deutscher Dichter, 1908 (vgl. auch die nette Gesangssammlung: 
Heroldslieder zum 40jährigen Stiftungsfest [des Vereins „Herold" in Berlin] gesammelt. 
Berlin 1909. Druck v. C. A. Starke, Görlitz); drs., Chronik u. Stammbaum in hundert 
Sprüchen (beide Arbeiten im Vrl. Gebr. Vogt in Papiermühle [S.-A.]; drs., Chronik 
u. Stammbaum im Bürgerhause in: „Aus d. Akten einer deutschen Familie. Ein Mahn- 
wort an Haus und Herd", I, 1900, S. lf. Kahla, A. Wellers Verlag. 

8 ) Ältere Darstellungen von Bircken (s. Register) u. Hönn, S. R, Des chur- u. 
Fürstl. Hauses Sachsen Wappen- u. Geschlechts -Untersuchung. Mit T.-Kupf., 48 Abb. 
(Siegel) u. Stammtfl. Leipzig u. Coburg 1704. 

3 ) Sehr gute Muster von Stammtafeln sind neben Posse die in Balzers Genealogia 
Piastöw und die Arbeiten von Wertner (vgl. Register). — Eine beachtenswerte Art, 
Stammbäume drucken zu lassen u. zu erläutern, ist die, jeder Person eine Ziffer bei- 
zugeben, unter der dann im erläuternden Text die biographischen Einzelheiten dar- 
gelegt werden, sowie die, die Träger des Familiennamens, rot, die übrigen (ange- 
heirateten, verschwägerten) aber schwarz zu drucken. So ist der Stammbaum behan- 
delt z. B. in dem als Manuskript gedruckten Heft: „Erläuterungen zum Stammbaum 
der im 18. Jahrhundert aus Johanngeorgenstadt (Chur-Sachsen) ins Siegerland (Hanau 



Kalender und Almanache. 63 

Kalender und Almanache. Eine für den Familienforscher sehr be- Kalender und 
achtenswerte Quelle sind die Kalender und Almanache. 1 ) Der älteste ge- Almanache 
druckte deutsche Kalender wurde 1439 von Johannes de Gamundia heraus- 
gegeben (Holztafeldruckwerk, vgl. Gottfr. Zedier in Nr. I der Veröffent- 
lichgn. der Gutenberg -Gesellschaft). Ihm folgten bald eine Menge anderer. 
In diese Kalenderausgaben trug man hier und da Aufzeichnungen über Dinge 
ein, die dem Besitzer des Kalenders wichtig erschienen. Durch leer 
gelassene Blätter wurde von vornherein dafür gesorgt, daß für solche Nieder- 
schriften Raum vorhanden war. So trug z. B. in das Exemplar des „Calen- 
darium historicum" vom Jahre 1559 (Wittenberg in officina haeredum Ge- 
orgii Rhann), das auf der Hofbibliothek in Wien aufbewahrt wird und 
die Signatur 49, M. 13 trägt, der steierische Landschaftssekretär Caspar Hirsch 
verschiedene Aufzeichnungen ein. 2 ) Seinem Beispiele folgte sein Sohn Sieg- 
fried. Diese Eintragungen betreffen teils die Familie Hirsch, teils allgemeine 
Angelegenheiten. Hier eine Probe: „22. Jänner. Anno 1579 nata est mihi 
prima filia Dorothea ex Susanna uxore. Compatres dominus pastor D. Horn- 
berger, dominus de Sarau Erasmus, Ordinarius et d. Joh. Leib, uxor domini 
Wagneri, uxor domini Wilhelmi Ratmanst(orffer) archigrammatici Graecensis, 
Pangriessers uxor ... 16. Februar. Hohenberterin Pragam profecta est. Anno 
1578 duxi secundam meam uxorem Susannam Pragensem. 17. Februar. Ven- 
didi meas aedes, quas in urbe Vienna habui, Stephano Wolf pro 1500 Fl. 
Anno 1567. 19. Februar. Imp. Ferdinandus accepit coronam et gladium dono 
datum a papa in templo Augustini. 1600 Pastor Eferdicensis me accusavit 
apud dominum Erasmum de Starhemberg propter sanam doctrinam univer- 
salis electionis et excommunicavit." 

Die ältesten Kalender 3 ) enthalten die sogenannten Kalenderpraktiken, 
d. h. Angaben, an welchen Tagen man zu purgieren, Ader zu lassen, Medizin 



a. d. Sieg) eingewanderten, jetzt meist im Bergischen (Rheinland) verbreiteten Familie 
Heinrich. Hrsg. 1908 von Christian Qottlieb Heinrich, Bürgermeister in Wald 
(Rheinl.)." — Eine beachtliche Weise, Stammbäume für Druckwerke herzustellen, findet 
sich, wie Kekule von Stradonitz: „Die Geschichte des Geschlechts von Berg", 
Neue Preußische Zeitung, 13. Spt. 1904, richtig bemerkt, in dem Werke: „Geschichte 
des uradligen Hauses Berg 1223 — 1903" (von Ebrard u. v. Nathusius-Neinstedt, Frank- 
furt a. M. 1904). Die sehr ausgedehnten 5 Stammtafeln des Geschlechtes teilweise von 
ganz außergewöhnlichem Umfang, da sich die Berg in der Neuzeit ungewöhnlich stark 
verbreitet u. verzweigt haben, sind in technischer Beziehung musterhaft. Auf gutes 
Papier gedruckt, in der Weise von Landkarten aufgezogen, sind sie in das Buch ein- 
gebunden, und zwar derart, daß man die herausgeklappte Stammtafel neben dem auf- 
geschlagenen Buche hat, also beides gleichzeitig benutzen kann. Durch starke Papier- 
falze wird der Raum im Einband für die zusammengeklappten Stammtafeln gewonnen. 
— Ein großes Material (ca. 1500 Stück) von Stammbäumen erliegt bei dem Centraal 
Bureau voor Genealogie en Heraldiek in s' Gravenhage sowie bei allen Heroldsämtern. 

!) Menöik, Ferd., Sitzungsber. d. K. böhm. Gsft. d. Wftn. Prag 1885, S. 67. 

2 ) Meneik, Ferd., Caspar Hirsch u. seine Familienaufzeichnungen, Jb. d. Gsft. f. 
d. Gesch. d. Protestantismus in Österreich, 22. Jg. 1901, S. 18ff. 

») Die Braunschweigischen Anzeigen v. Jahre 1743 u. 1744 enthalten Nachrichten 
v. d. ältesten Kalendern. Bayrische Ordens-Almanache u. Ordens-Kalender sind zu- 
sammengestellt OBA 29, S. 256 f. Der Wappen- Almanach d. K. B. Haus-Ritter-Ordens 



54 Kalender und Almanache. 

zu nehmen, zu baden usw. habe. Eine wesentliche Erweiterung ihres In- 
haltes weisen die Kalender seit dem Ende des 1 8. Jahrhunderts auf. Man 
erkannte im Kalender das geeignete Mittel, gemeinnützige Kenntnisse und 
Aufklärung unter den niederen Volksschichten zu verbreiten. Es bildete 
sich mit der Zeit eine förmliche Kalenderliteratur aus, welche allgemeine 
Belehrung und Unterhaltung als Hauptzweck verfolgte. Diese Belehrung 
erstreckte sich auch auf gewisse Beamtengruppen, z. B. auf die Geistlichen, 
Stadtväter und Stadtverordneten eines bestimmten Ortes oder einer be- 
stimmten Gegend. Es können solche Angaben dem Familienforscher ge- 
legentlich recht gute Dienste leisten. 

Almanache nannte man kalenderartige Tafeln mit astrologischen und 
sonstigen Notizen. Der erste gedruckte war der von Regiomontan 1474 für 
die Jahre 1475 — 1506 herausgegebene und später bis 1551 fortgesetzte Al- 
manach, der in Nürnberg in lateinischer Sprache erschien. Jährliche Alma- 
nache scheinen erst im 16. Jahrhundert aufgekommen zu sein. Im 17. Jahr- 
hundert fing man an, den astrologischen und meteorologischen Kalender- 
notizen anderweitige Nachrichten hinzuzufügen. So gab der A. royal, der 
seit 1679 in Paris erschien, Notizen über den Postenlauf, die Hoffeste, die 
Messen und Märkte usf., seit 1679 wurden auch die Genealogie des König- 
lichen Hauses, ein Verzeichnis der höheren Geistlichkeit u. dgl. hinzugefügt. 
Hiermit ist familiengeschichtliches Material gegeben. In Deutschland fand 
dies bald Nachahmung und seit 1730 auch in England. 1 ) 
Kaiendarien Einer besonderen Hervorhebung wert sind die Kaiendarien aer Dom- 

der Domsüfter sti f ter .^ In f r üh er en Zeiten pflegten mehrere deutsche und ausländische 
Stifter, bei denen die Präbendare adeliger Abkunft 3 ) sein mußten, alljährlich 
Kalender oder Almanache herauszugeben, die zu den interessantesten und 
zugleich auch authentischsten heraldischen Dokumenten gehören. Diese 
Almanache, in der Form von mehr oder minder großen Tafeln gedruckt, 
geben nämlich stets außer dem Kalendarium und einigen damit zusammen- 



v. heil. Michael enthält nicht nur Wappen u. Porträts, sondern auch Ahnenproben der 
Ritter u. genealogische Notizen; 1769 — 93 war der Titel: Nouveau Calendrier du tres 
illustre ordre equestre de Baviere sous le titre . . de Saint Michael-Archange. Von 
1794 an fiel das Nouveau weg. — Frhr. v. Bruselle-Schaubeck, Wappenkalender 
der freien Reichs-Ritterschaft in Schwaben, HQBAB 1910. 

x ) Champier, Victor, Les anciens almanachs illustres, histoire du calen- 
drier depuis les temps anciens jusqu'ä nos jours, ouvrage accompagne de 50 planches 
hors texte en noir et en couleur, reproduisant les principaux almanachs illustres ou 
graves par Leonard Qaultier, Crispin de Passe, Abraham Bosse, de Larmessin, Lepautre, 
Cl. Audran, Qravelot, Corhin Queverdo, Dorgez, Debucourt, Deveria etc. etc. Paris, 
bibliotheque des deux mondes. E. Frinzine et Cie., editeurs. Rue Bonaparte 1, 1886. 
— Welschinger, Les almanachs de la Revolution. Paris 1834. — Orand-Carteret, 
Les almanachs francais, edits ä Paris 1600 — 1895, Paris 1896. 

2 ) Bormanns, Stanislaus, Über die Kaiendarien der Domstifter, JAW 4, 8. 

s ) In einigen Domstiftern finden sich neben adligen auch nichtadelige Domherren; 
diese mußten aber Doktoren sein und galten als personaladelig dem Stiftsadel gleich, 
sie legten sich ein (oft sehr unheraldisch zusammengestelltes) Wappen bei, falls ihre 
Familie nicht schon früher ein solches geführt hatte. 



Kalender und Almanache. 65 

hängenden Beisätzen die Wappen, Namen und Titel sämtlicher zur Zeit in 
dem betreffenden Stifte lebender Glieder an, und zwar in der Regel mit 
großer Genauigkeit. 1 ) Als ein Beispiel solcher Stiftskalender sei der für 
Osnabrück vom Jahre 1758 erwähnt. Der Antiquariatskatalog von Ferdi- 
nand Schöningh Nr. 97, 1908, der diesen Kalender für 50 Mark anbietet, 
beschreibt ihn wie folgt: 

„Calendarium Cathedralis Ecclesiae Osnabrugensis. Stifts-Calender a. d. J. 1758. 
Kupferstich J. W. Baumgartner del., Klauber sc. mit reich, figürlichen und ornamentalen 
Darstellungen. Oben in Wolken die hl. Dreifaltigkeit, darunter der hl. Joseph, Petrus, 
Paulus, Bischof Wiho, Crispinus, Crispinianus, Karl d. Gr. u. d. Wappen d. Bischofs 
Clemens August. In der Mitte befindet sich das Kalendarium, umgeben von den 
Wappen der derzeit. Domherren. Unten in reicher Cartouche eine hübsche Ansicht 
von Osnabrück. Höhe 123 cm. Breite 64 cm. Die Wappen sind die derer v. d. 
Asseburg, zur Hindenburg, v. Spies, v. u. z. Weichs, Stael zu Sutthausen (3 mal), 
v. Wachtendonk, v. Oer, v. d. Eggelborg, v. Meschede z. Alme, Wolfr. Metternich z. 
Werden u. Gracht, v. Roll, v. Beververde-Stockum, v. d. Bussche-Hunnefeld, v. Hacke, 
v. u. z. Weicht z. Wenne (3 mal), v. Korffgen, Schmising-Patenhausen, v. Ketteier z. 
Harcotten, v. Landsberg, v. Galen zu Dincklage, v. u. z. Weichs z. Roesberg, Droste z. 
Hülshoff, v. Kerckerinck z. Stapel." 

Es gibt jetzt für alle möglichen Berufsarten Kalender, von denen einige, Berufskalender. 
wie z. B. der Universitätskalender und der Kalender für Eisenbahntechniker, 
zum Teil mit Beiheften versehen, durch die Bearbeitung des Materiales und 
die Gediegenheit ihrer Beiträge wissenschaftliche Bedeutung gewonnen haben. 
Die hier dargebotenen Personenstandvermerke sind dem Familienforscher ge- 
legentlich nützlich. 2 ) Wegen der zahlreichen, scharf und gut ausgeführten 
Photographien, die in Verbindung mit Biographien alljährlich von Mitgliedern 
der sächsischen Geistlichkeit in ihm veröffentlicht werden, verdient eine be- 
sondere Erwähnung der „Amtskalender für evangelisch-lutherische Geistliche 
im Königreich Sachsen" (40. Jhrg. 1910). Herausgeg. v. d. Niedererzgebirgi- 
schen Predigerkonferenz. 

Eine Besonderheit in der Kalenderliteratur ist der seit 1885 unter dem Münchener 
Einfluß der Wiederbelebung der deutschen Renaissance erscheinende „Mün- 
chener Kalender" von O. Hupp, der sich in seinem farbigen Bildschmuck, in 
der Form der Typen und in der Anordnung des Satzes an die deutschen 
Druckwerke des 16. Jahrhunderts anschließt. Seit 1895 bringt er regelmäßig 
Wappen, nachdem er schon (nicht in der heutigen Größe und Ausstattung) 
1890 die Wappen der deutschen Staaten und 1894 die des Papstes und des 
bayerischen Episkopates gebracht hatte. 



x ) Interessantes Material ist in den Kapitular-Protokollen enthalten. Den Inhalt 
solcher Protokolle (conclusions capitulaires) aus Lüttich hat Stan. Bormanns teilweise 
veröffentlicht in den Analectes pour servir ä l'histoire ecclesiastique de la Belgique 
Tom. VI— XII (1869—1875). Es existiert davon auch ein Separatabdruck unter dem 
Titel : Repertoire chronologique des conclusions capitulaires du chapitre de St. Lambert 
ä Liege, Tom. I, 1427—1650, Liege 1875. Die Wappen der dortigen Domherren be- 
finden sich in dem Werke von F. X. de Theux, Le chapitre de St. Lambert ä Liege. 
4 vols. 4. Brüssel 1871. 

2 ) Knobloch, Die wichtigsten Kalender der Gegenwart. Wien 1885. — von 
Reinsberg-Düringsfeld, Katechismus der Kalenderkunde. Leipzig 1876. 

Heydenreich, Handbuch der praktischen Genealogie I. 5 



56 Kalender und Almanache. Adreßbücher. 

Hof- und Staats- Eine besondere Gattung bilden die Hof- und Staatskalen der, deren 
kaiender. ers t er der „Status particularis regiminis Ferdinandi II" (Wien 1637) war. 
Sie enthalten auch Angabe der Personen, die bei Hoffesten Dienst getan 
haben, und fügen nicht selten auch Stand und Vornamen derselben hinzu. 
Viele Geschlechter finden daher in diesen Hof- und Staatskalendern eine 
Reihe ihrer Mitglieder vertreten. 1 ) Beispielshalber sei der Königlich Preu- 
ßische Genealogische Kalender genannt, der durch C. v. Bardeleben eine vor- 
zügliche Wertschätzung erfahren hat. 2 ) 

Adreßbücher. Von den sächsischen Adreßbüchern bringt das Leipziger die Behörden 

seit 1701, die Haushaltungen seit 1730. Der „Dresdener Residenz-Kalender" 
hat kürzlich 3 ) sein 100 jähriges Jubiläum gefeiert. Schon 1797 gab G.W. Ferber 
„Dresden, zur zweckmäßigen Kenntnis seiner Häuser und deren Bewohner" 
heraus, ein nach den Stadtteilen und Straßen geordnetes Verzeichnis der 
Einwohnerschaft mit besonderer Aufzählung der Ratsbeamten, Geistlichen, 
Innungen, Fabrikanten und Boten. Beigegeben war ein alphabetisches Ver- 
zeichnis der Einwohner. 1799 folgte eine zweite Ausgabe, deren Inhalt ge- 
rade umgekehrt angeordnet war: dem Verzeichnis der Ratsbeamten u. dgl. 
folgte ein alphabetisches Verzeichnis der Einwohner mit Wohnungsangaben ; 
eine Zusammenstellung der Hof-, Staats- und Militärbeamten fehlte. Nun 
gab es zwar schon seit 1728 den regelmäßig erscheinenden Kgl. Polnischen 
und Churf. Sächsischen, seit 1765 den Churf. Sächsischen Hof- und Staats- 
Kalender, aus dem 1807 der Kgl. Sächsische wurde; doch waren diese Quart- 
bände zu teuer. Für das Dresdner höhere Publikum war ein Verzeichnis 
der in Dresden lebenden Hofbeamten erwünscht. Daher ließ der Buch- 
händler Arnold 1809, trotz der schlimmsten Kriegsjahre seinen Dresdner 
Adreß-Kalender nach Ständen geordnet erscheinen, ein Staatshandbuch für 
Dresden. Eigentliche Hofnachrichten fügte Josef Friedrich Dorn hinzu, der 
von 1804 bis mit 1808 den „Dresdner Residenz-Kalender" erscheinen ließ 
und ihm 1809 bis mit 1822 den Titel „Kalender zum Gebrauche der Resi- 
denz" gab. Der Kalender enthielt außer unterhaltenden Aufsätzen eine 
Genealogie des gesamten Chur- und Sächsischen Hauses und seit 1808 die 
Genealogie der Kaiser und Könige. Das Erscheinen des Kalenders war 
nicht regelmäßig: es finden sich Lücken und falsche Zählungen. Seit 1876 



i) Als bes. reichhaltig verdient der Württemberger Hof- u. Staatskai. 1879 in WJB 
hervorgehoben zu werden, da er sich über eine lange Reihe von Jahren erstreckt 
(LXX Seiten Großquart). Man findet hier ein Verz. der Präsidenten d. Geheimen 
Rates u. d. Staatsministeriums, der Minister- u. Departementchefs seit d. 8. Nov. 1816; 
Verzeichnis der Mitglieder der konstituierenden Versammlungen von 1815 — 1819; ein 
Verz. d. Mitglieder der Kammer der Standesherren seit 1820 nach Aufzeichnungen von 
Bullinger u. Widmann; ein Verz. d. Mitglieder d. Kammern d. Abgeordneten seit 
1820 nach Aufzeichnungen v. Bullinger u. Hartmann. 

2 ) Vgl. C. v. Bardeleben, Die Kgl. preußischen Genealogischen Kai. von 1724 
bis 1850, VJH 1908 (auch separat Berlin 1909). 

•) Dresdner Residenz-Kalender auf d. J. 1911. 100. Jg. Hierin P. E. Richter, 
E. Rückblick auf d. Gesch. d. Dresdner Residenz-Kalenders, dem der obige Text ge- 
folgt ist. 



Adreßkalender und Staatshandbücher. 67 

hat den Residenz-Kalender die Kgl. Sachs. Hofbuchhandlung H. Burdach 
(Warnatz & Lehmann) in eigenen Verlag übernommen und bis jetzt fort- 
geführt. Der Jahrgang 1827 enthält auf Seite 131 — 199 ein „Genealogisches 
Verzeichnis des im Königreich Sachsen bediensteten und ansässigen Adels. 
Mit Angabe der resp. Rittersitze desselben". Seit 1886 hat Frhr. v. Zedt- 
witz die Wappen der Adelsfamilien des Königreichs veröffentlicht mit 
kurzen Erläuterungen, die 1899 zu einem Sächsischen Wappenbuch zusammen- 
gestellt wurden. Die Jahrgänge seit 1900 brachten hierzu Ergänzungen. 

Die preußischen Adreßkalender 1 ) sind durch ihre authentischen Behörden- Die preußischen 
und Beamten Verzeichnisse für die Familienforschung von hohem Wert, b e _ Adreßkalender 
sonders dann, wenn der gegenwärtige Bestand der Personalakten lücken- 
haft ist. Dann aber leisten sie uns zuweilen auch mit ihren Wohnungsan- 
gaben willkommene Hilfe; für alle diejenigen jüngeren Beamten, die bei 
ihren Eltern wohnten, gibt uns die Adresse unverzüglich erwünschten Auf- 
schluß über ihre Herkunft; so manches interessante Verwandtschaftsverhältnis 
ist uns lediglich aus einer derartigen Notiz bekannt. 

Das erste periodische Behördenverzeichnis ist der „L'Etat de la France", Periodische 
der seit 1650 bis in den Anfang des 1 8. Jahrhunderts erschien. Wichtig ist ze ichmsse. 
das päpstliche Handbuch „La gerarchia cattolica". 

Mehr Qlück als das bald sehr voluminöse Jahrbuch L'Etat de la France staa „ ts- 
hatte der „Almanagh", den der Buchhändler Laurent d'Honay seit 1684 
jährlich neu herausgab. Er stellte das älteste wirkliche Staatshandbuch dar. 
Dem Büchlein widerfuhr 1699 das Glück, daß der König nach ihm verlangte; 
seitdem führte es den Titel „Almanach Royal". Mit jeder Verfassungsände- 
rung wechselte es seinen Titel: aus dem „Almanach Royal" wurde in der 
großen Revolution ein „Almanach National", aus diesem nach der Krönung 
Napoleons ein „Almanach Imperial" und nach der Februarrevolution von 1848 
wiederholten sich diese Umnennungen in derselben Weise. Auch das noch 
heute bestehende österreichische Hof- und Staatshandbuch reicht ins 17. Jahr- 
hundert zurück ; es ist hervorgegangen aus dem Wiener „Staats- und Standes- 
Calender" und führte seit 1776 den Titel „Hof- und Staatsschematismus der 
röm. Kais, auch Kais. Königlich und ertzherzoglichen Haupt- und Residenz- 
stadt Wien etc. etc." Hier findet man eine Übersicht über alle Hof-, Zivil- 
und Militärbehörden nicht nur in Wien, sondern überhaupt im ganzen Bereich 
der Monarchie. 

Wie es die Gleichartigkeit ihres Zweckes mit sich brachte, zeigten alle 
diese Staatskalender, die deutschen 2 ) sowohl wie die außerdeutschen, unter- 
einander eine mehr oder weniger weitgehende Übereinstimmung in der 
äußeren Einrichtung und der Anordnung des Inhalts. Teilweise entsprechen 
sie schon ganz unseren modernen Staatshandbüchern; vielfach war aber dieser 
Begriff noch nicht so scharf ausgebildet wie heute: wo die Residenz schon 



J ) Das Folgende aus Martin Haß, Die preußischen Adreßkal. u. Staatshandb. 
als historisch-statistisches Lexikon. FBP 20. Drs., Der älteste Berliner Adreßkal. FBP 22 
(1909). 

2 ) Das Staatshandb. f. d. Kgr. Sachsen erscheint im Verl. v. C. Heinrich. 

5* 



58 Adreßkalender und Staatshandbücher. 

damals eine ansehnliche und weitläufige Stadt war, pflegte man mit dem 
eigentlichen Behördenverzeichnis zugleich ein Adreßbuch für die Residenz 
zu verbinden, indem man auch einige Privat- und Geschäftsleute aufnahm 
und durchgängig die Wohnungen angab. Dies Moment tritt nirgends stärker 
hervor als bei den preußischen Adreßkalendern. Bei ihnen kommt außerdem 
hinzu — und darin stehen sie vollkommen allein — , daß sie sich niemals 
und in keiner ihrer Arten auf das ganze Staatsgebiet erstreckten. Sie können 
aus diesen Gründen nicht den Anspruch machen, als eigentliche Staatshand- 
bücher zu gelten; wenn sie auch für diese ein brauchbares Surrogat bilden, 
so tragen sie ihrer Entstehung und ihrem Inhalt nach doch mehr den Cha- 
rakter eines systematisch angelegten städtischen Adreßbuches. Sie gehören 
in diesem Sinne einer seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts in Deutschland 
weit verbreiteten Literaturgattung an. Für eine ganze Reihe größerer Städte 
besitzen wir solche Bücher, die gewöhnlich den Titel „Das itztlebende . . ." 
oder das jetztflorierende . . ." führten. Obwohl vorzugsweise die öffentlichen 
Ämter und Kollegien berücksichtigend, waren sie doch weniger für den Ge- 
brauch der Behörden als vielmehr für die „polite Welt", insbesondere die 
durchreisenden Fremden bestimmt, die nicht nur über „die Verfassung 
des Regiments und Kirchenstaats", sondern auch über den genauen Namen 
und Titel der berühmtesten Persönlichkeiten einer Stadt unterrichtet sein 
wollten. Das Beispiel, das diese oder jene besonders bedeutende Stadt in 
dieser Hinsicht gab, fand in anderen Städten bald Nachfolge. Der schon 
erwähnte Wiener Kalender wurde nicht nur für den Berliner Adreßkalender, 
sondern auch für verschiedene andere ähnliche Bücher, wie namentlich das 
„itztlebende Breslau", vorbildlich, dessen direkte Fortsetzung die „Schlesische 
Instanzien-Notiz" bildet. An das Muster des „Itztlebenden Leipzig" schloß 
sich das 1701 erschienene „jetztlebende Halle" an, das wahrscheinlich als das 
älteste Adreßbuch einer preußischen Stadt überhaupt zu betrachten ist. 

Die Anfänge des Berliner Adreßkalenders gingen von der brandenbur- 
gischen Sozietät der Wissenschaften aus, der durch das Patent vom 10. Mai 
1700 die Herausgabe aller Kalender im ganzen Umkreis des Staatsgebietes 
übertragen worden war. Ein erster Versuch erschien 1704 unter dem nicht 
völlig zutreffenden Titel „Das jetztlebende Königlich-Preußische und Cur- 
fürstlich-Brandenburgische Haus", ein zweiter im Anschluß an den Wiener 
Hofkalender und an das in Hamburg erscheinende europäische genealogische 
Handbuch „Die durchlauchtige Welt". 1 ) In der 1704 erschienenen Form ist 
dann der Berliner Adreßkalender bis auf die Gegenwart fortgeführt worden. 
1838 — 1846 entwickelte er die Tendenz, sich zu einem brandenburgischen 
Provinzial-Adreßkalender auszuwachsen: nicht nur daß 1843 — 1845 und 1847 
ein Verzeichnis der Patrimonialgerichte der Mark Brandenburg hinzutrat, 
vor allem wurde von Jahr zu Jahr eine Stadt nach der anderen hinzugezogen, 



») Die Durchlauchtige Welt, oder Kurtzgefaßte. Genealogische, Historische und 
Politische Beschreibung meist aller jetzt lebenden Durchlauchtigen Hohen Personen, 
sonderlich in Europa.. Hamburg, bei Benjamin Schiller, 1701 und 1704. 



Adreßkalender und Staatshandbücher. Schlesische Instanzien-Notizen. 69 

zuerst 1 838 Charlottenburg, im nächsten Jahre Frankfurt a. O., dann Neu- 
Ruppin usw., bis schließlich von 1842 — 1845 der Adreßkalender außer den 
drei Residenzen noch Frankfurt, Neu-Ruppin, Prenzlau, Spandau, Oranienburg 
und Schwedt umfaßte. 1848 wurde der Adreßkalender in einen Provinzial- 
Adreßkalender für die Regierungsbezirke Potsdam und Frankfurt verwandelt 
und in zwei Bände zerlegt, von denen aber in den folgenden Jahren nur 
der erste, Berlin und Potsdam enthaltende fortgesetzt wurde. Neben dem 
Berliner wurden noch Provinzial-Adreßkalender von der Akademie heraus- 
gegeben. Doch erschienen diese nicht regelmäßig und gingen ein, als 1794 
ein Staatshandbuch geschaffen wurde. Die Adreßbücher standen in dem Ruf, 
höchst unzuverlässig zu sein. Die Akten sind voll von Klagen und Be- 
schwerden nicht nur über die vielen Druckfehler und die Mangelhaftigkeit 
des Registers 2 ), sondern vor allem über die zahlreichen unzutreffenden und 
irrigen Angaben. Da gab es falsch geschriebene Namen, unrichtige Vor- 
namen, Titel und Dezernate; manche Beamten waren schon bei der Herstellung 
des Manuskripts verstorben gewesen, andere fehlten ohne Grund und wieder 
andere waren vorzeitig befördert worden. Umgekehrt ereignete sich auch oft 
der peinliche Fall, daß jemand in seinem Rang und Titel herabgesetzt wurde. 

Neben den von der Akademie der Wissenschaften herausgegebenen schleiche 
Adreßkalendern gehen in völliger Selbständigkeit die unter dem Namen ^otizrau 
„Schlesische Instanzien-Notizen" bekannten besonderen Behördenverzeichnisse 
für Schlesien her. 3 ) Das „itztlebende Breslau", das 1701 von Christian Runge 
herausgegeben wurde, war der unmittelbare Vorläufer der Instanzien-Notiz; 
es ist während der österreichischen Zeit zu wiederholten Malen, später 
unter dem veränderten Titel: „Schlesischer Almanach oder Tagregister" in 
neuer Bearbeitung erschienen. 1710 erhielt der Breslauer Buchhändler Brach- 
vogel ein kaiserliches Privileg zur Herausgabe des „itztlebenden Breslau" 
und eines „Instanzien- und Titulaturen-Buches" für ganz Schlesien. So er- 
schienen für das letzte Jahr der österreichischen Herrschaft 1741 zwei ge- 
sonderte Handbücher, die sich zwar äußerlich sehr ähnlich sahen und auch 
in den Anfangsworten ihres Titels, „Schlesischer Almanach oder Tagregister", 
übereinstimmen, von denen jedoch das eine nur das „florierende Breslau", 
das andere sämtliche kaiserliche Behörden für Schlesien enthält, und zwar 
nicht nur die, welche im Lande selbst ihren Sitz haben, sondern auch die 
sonst für Schlesien in Betracht kommenden, wie vor allem die böhmische 
Hofkanzlei. 1742 erschien ein preußisches Privileg, das den Fortbestand 
der Brachvogelschen Behördenverzeichnisse sicher stellte. Doch traten in 
jenen unruhigen Zeiten allerhand Unregelmäßigkeiten ein. Erst als 1780 ein 
neues Privileg für Korn erschien, wurde die Instanzien-Notiz immer aufs 
neue aufgelegt. Seit 1861 hieß das Buch „Handbuch der Provinz Schlesien". 



2 ) Man kann darum auch, wenn eine Person im Register fehlt, nicht mit unbe- 
dingter Sicherheit den Schluß daraus ziehen, daß sie überhaupt nicht in dem betreffen- 
den Jahrgang enthalten ist. 

3 ) Vgl. d. Aufsatz: Ü. d. Gesch. der Schlesischen Instanzien-Notizen, in d. Schles. 
Provinzialbl. Bd. 26 (1797), 11. St. S. 408—418. 



70 Staatshandbücher für Deutschland und Österreich. 

1794 erschien mit königlicher Autorisation die erste Ausgabe des „Hand- 
buchs über den preußischen Hof und Staat"; es war das erste wirkliche 
Staatshandbuch in Preußen. Zwar gab es nirgends Vornamen und Woh- 
nungen an und verzichtete auf Anführung der Unterbeamten, war aber sehr 
übersichtlich und umfaßte das ganze Staatsgebiet einschließlich der neu- 
erworbenen Provinzen. Daneben kamen neue provinzielle Staatshandbücher 
auf, so für Ansbach und Bayreuth, so für Erfurt und das Eichsfeld. Die 
Bücher sind noch heute zum Nachschlagen nützlich, und zwar die branden- 
burg-pommerschen *) hauptsächlich wegen der vollständigen Aufzählung aller 
auf dem Lande angesessenen adligen und bürgerlichen Familien, das magde- 
burgische 2 ) wegen seiner genauen Angaben über Patrimonialgerichtsbarkeit und 
Patronat in jeder Ortschaft. In einigen Provinzen kamen solche Provinzial- 
handbücher erst später zur Ausgabe, zuletzt in Posen 1901. Freilich wurden 
diese Bücher nicht regelmäßig fortgeführt, bieten aber teilweise Ergänzungen 
zu der Reihe der Staatshandbücher. Nur in Hannover ist in Anschluß an 
das ehemalige Staatshandbuch des Königreichs auch seit 1866 ein preußisches 
Provinzial-Staatshandbuch ununterbrochen jährlich erschienen. 

Ein bibliographisches Verzeichnis der preußischen Adreßkalender und 
der schlesischen Instanzien-Notizen hat Martin Haß FBP 29 Seite 325ff., 
ein Verzeichnis der Jahrgänge des „Hof- und Staatshandbuches" Conrad 
DH 37 (1906), Seite 68 ff. veröffentlicht. Eine ältere, noch immer brauch- 
bare Zusammenstellung bietet Schwarzkopf, Über Staats- und Adreßkalender, 
Berlin 1792. Eine ansehnliche Sammlung deutscher Staatskalender befindet 
sich in der Handbibliothek des königlichen Hausarchivs in Charlottenburg. 
Staate Für das heutige Deutsche Reich ist in diesem Zusammenhang zu 

Deutschland, nennen: Handbuch für das Deutsche Reich, Berlin, Carl Heymanns 
Verlag, und Kürschners Staats-, Hof- und Kommunalbuch des Reichs und 
der Einzelstaaten (nebst Anhang: Die außerdeutschen Staaten), nach Kürschners 
Tod von Gerhard Reuter fortgesetzt, jetzt Verlag von E. Ertel in München. 
Für das alte deutsche Reich hat die Varrentrappsche Buchhandlung in Frank- 
furt a. M. seit 1742 ein Genealogisches Reichs- und Staatshandbuch 
herausgegeben, das bis< 1 805 regelmäßig jedes Jahr, danach aber nur in größeren 
Zwischenräumen erschien. Der zweite Teil enthält ein ziemlich ausführliches 
Beamtenverzeichnis der zahlreichen großen und kleinen deutschen Territorien. 
Österreich. In Österreich existieren Amtskalender der einzelnen Kronländer und 

ein Staatshandbuch für ganz Österreich-Ungarn (siehe oben S. 67) sowie ein 
Handbuch des Kaiserlichen Hofes (Ordensbesitzer, Geheimräte, Kämmerer etc., 
Hofstaaten, Hofbeamte und Genealogie des Kaiserhauses, dazu ein alpha- 
betisches Register). Ferner erscheint in Wien der „Lehmann" in 2 Bänden, 
56. Jg. 1913 (Adreßkalender aller Einwohner U.Behörden). 



») Berlin 1802«. 

*) Magdeburg 1803. Vrl. der Zeitungs-Expedition und in Kom. d. Buchhändlers 
Creutz. — In Schleswig-Holstein erschien das erste Provinzial-Handb. 1868, in Hessen- 
Nassau auf d. J. 1867. Das große Staatshandb. berücksichtigt diese neuen Provinzen 
erst vom J. 1871 ab. 



Staatskalenderwesen in Holland und England. 71 

Am vielgestaltigsten ausgebildet war das Staatskalenderwesen in Holland Staatskalender- 

^^ Wesen in 

und England. In Holland hatte jede Provinz und jede Landschaft, ja fast Holland 
jede größere Stadt, selbst mehrere überseeische Kolonien, wenigstens in der und En g' and - 
zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ihr eigenes „Naamregister". Das wich- 
tigste war das „Naamregister van alle de Heeren Leeden der Regeering in 
de Vereenigde Provincien", das sich auf sämtliche europäische Provinzen 
erstreckte; hinsichtlich der Zentralbehörden ist man aber auf den „Almanach 
de la Cour" angewiesen. In England konkurrierten eine Anzahl privater 
Unternehmungen. Das bedeutendste Werk in England war der etwa 1730 
begründete „Royal Kalendar or complete and correct annual Register 
for England, Scotland, Ireland and America", der in seinem ersten Teile 
auch ein statistisch-chronologisches Taschenbuch und in einem seit 1747 
hinzugefügten Supplementband unter anderm das Wichtigste für und über 
die Parlamentsmitglieder enthielt. Zu den Staatshandbüchern gehört auch 
der seit 1765 herausgegebene russische „Adreßkalender von den ver- 
schiedenen Gouvernements" und der 1761 begründete schwedische „Historisk 
Almanach". Am üppigsten schoß die Einrichtung der Staatskalender in dem 
bunten Staatengewirr des alten deutschen Reiches ins Kraut. Hier besaßen 
um die Mitte des 18. Jahrh. fast alle irgendwie nennenswerten reichsständischen 
Territorien, weltliche sowohl wie geistliche, als Abbild ihrer Souveränität 
solch einen Staatskalender. 

Was verfing es auch, wenn das Land nur klein und winzig war; man 
ließ dann eben — besonders in den Krummstabslanden — das „grimmige 
Kriegsvolk" womöglich bis zum Unteroffizier recht stattlich paradieren und 
führte im Hof- und Zivilstaat jedes Schneiderlein, ja jeden Lakaien und 
Stallburschen mit Namen auf. 

Der berühmteste unter allen Kalendern ist der „Gothaische genealogische 
Hofkalender nebst diplomatisch-statistischem Jahrbuch". In stetiger Vervoll- 
kommnung ist er bis zum 149. Jahrgang (1912) vorgeschritten. Nach dem 
eigentlichen Kalender nebst kalendarischen Beigaben bringt dieser Kalender 
ein genealogisches Jahrbuch in drei Teilen: 1. Genealogie der europäischen 
Regenten in alphabetischer Reihenfolge, 2. Genealogie der deutschen Standes- 
herren in alphabetischer Reihenfolge, 3. Genealogie von anderen, nicht souve- 
ränen fürstlichen Häusern Europas in alphabetischer Reihenfolge. Darauf 
folgt ein diplomatisch-statistisches Jahrbuch; Reihenfolge der Staaten und 
Verzeichnis der obersten Zivil- und Militärbehörden der wichtigsten Staaten 
der Welt, einschließlich der diplomatischen Vertreter, sowie statistische Nach- 
richten über diese Länder. Die hier dargebotenen Beamtennamen, denen 
auch Vornamen beigegeben sind, stellen ein weitverzweigtes Material dar 
zur Geschichte bürgerlicher und adeliger Familien. Der neueste Jahrgang zählt 
allein 1167 Seiten mit engem Drucksatz. Daneben erscheint auch eine 
französische Ausgabe unter dem Titel: „Almanach de Gotha. Annuaire 
genealogique diplomatique et statistique. Gotha, Justus Perthes." Die Ein- 
richtung und Reichhaltigkeit ist dieselbe wie bei der deutschen Bearbeitung. 



72 Jubiläumsschriften. Verzeichnisse der Berufsangehörigen. 

Jubiläums- Ei ne namentlich in neuerer Zeit stark vermehrte Literaturgattung, die 

sehr wertvolle genealogische Mitteilungen enthält, sei hier besonders hervor- 
gehoben: die Jubiläumsschriften, die gelegentlich des 25-, 50- und 
100jährigen Bestehens von kaufmännischen und industriellen Firmen ver- 
öffentlicht werden. In ihnen spielen die Personen der Besitzer und ihre 
Herkunft eine große Rolle. Ein Verzeichnis von 60 solchen Festschriften 
hat Tille in seinem Buche „Wirtschaftsarchiv" (Berlin 1905, S. 41 ff.) ver- 
öffentlicht. Als Beispiel einer derartigen Arbeit sei genannt: Denkschr. z. 
Feier des hundertjährigen Bestandes der Firma P. A. Schlechta & Sohn in 
Lomnic a. d. Pop. Traditionen e. alten Geschl. verfaßt v. dem gewesenen 
k. k. Bezirkshauptmann Schlechta. Prag 1908. 
Verzeichnisse £rj ne andere Art von Druckschriften, die für den Genealogen wertvoll 

der Berufs- ' ° 

angehörigen. ist, sind Verzeichnisse der Beruf sangehörigen, d. h. periodisch er- 
schienene Listen aller Vertreter eines Berufes mit näheren Angaben über ihre 
Persönlichkeit, z. B. für Ärzte, Apotheker, Geistliche, Bibliothekare. Nament- 
lich die älteren Jahrgänge sind besonders wertvoll. Auch zusammenfassende 
Werke dieser Art und entsprechende Abhandlungen in Zeitschriften gibt 
es, z. B.: 

Arbusow, Leonid, Livlands Geistlichkeit v. Ende d. 12. bis ins 16. Jht. JQM 
1900 (1902) bis 1902 (1904). 

Arnold, Daniel Heinrich, Kurz gefaßte Nachr. v. allen seit d. Reformation an 
den Lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandenen Predigern, hrsg. v. Friedrich 
Wilhelm Benefeld, Königsberg 1777. 

Biederstaedt, Herrn., Beitr. z. Gesch. d. Kirchen u. Prediger in Vorpommern. 
T. 1—4. Greifswald 1818; ders., Nachtr. z. d. Beiträgen. Ebd. 1818. 

Blanck, A., Die Mecklenburgischen Ärzte von den ältesten Zeiten bis zur Gegen- 
wart. Schwerin 1874. Eine Neuausg. unter gleichem Titel, veranstaltet von Axel 
Wilhelmi, erschien Schwerin 1901. 

Bösken, W., Die Prediger d. luth. Gemeinde zu Cleve 1612—1831, MRK I 1907. 

Brennsohn, J., Die Ärzte Kurlands 1825 — 1900, in d. Sitzungsber. d. Kurland. 
Gft. f. Literatur u. Kunst v. J. 1901; Die Ärzte Livlands v. d. ältesten Zeiten bis z. 
Gegenwart. E. biogr. Lex. nebst e. histor. Einleitung ü. das Medizinalwesen Liv- 
lands 1905. 

Cleemann, F. J. C., Syllabus Parchimensium od. biogr. Verz. d. Parchimschen 
Superintendenten u. sämtl. geistl. u. kirchl. Beamten 1809; Historisches u. hauptsäch- 
lich genealogisch-biographisches Archiv-Lex. d. Geistlichkeit u. Kirchen in Mecklenburg. 
Parchim 1819. 

Diehl, Beitr. z. Gesch. hessischer Pfarrer-Familien Jg. 3, H. 1, 1910. 

Dietmann, Die gesamte der ungeänderten Augspurgischen Confession zugethane 
Priesterschaft in d. Churfürstent. Sachsen bis 1752 (5 Bde. Dresden u. Leipzig 1752 
bis 1763). 

Dreves, A., Gesch. d. Kirchen, Pfarren, geistl. Stiftungen u. Geistlichen d. Lippi- 
schen Landes. Lemgo 1881. 

Ehrhardt, Siegm. Justus, Schlesische Presbyterologie. Liegnitz 1780. 

El vi us, Sofus, Danmarks Praestehistorie i Aarene 1869 — 1884. Kopenhagen 
1885—87. 

Elze, Th., Die evangelischen Prediger Krains im 16. Jht. Jb. d. Gft. f. d. Gesch. 
des Protestantismus in Österreich 21, 159 ff., 22, 53 ff. 

Ferchl, Georg, Bayerische Behörden u. Beamte 1550—1804. München 1908/1912. 

Gonzenbach, Wlh. Eugen, Mtlg. z. G. Sulzbergers biograph. Verz. d. Geist- 
lichen aller evangel. Gemeinden des Kantons Thurgau. Frauenfeld 1865. 



Verzeichnisse der Berufsangehörigen. 73 

Hartmann, Georg Karl, Die Ulrichsteiner Pfarrer von 1569—1877. FBF 1911. 

Hirsch, C. Chr., Lebensbeschr. aller Herren Geistlichen, welche in Nürnberg 
seit d. Reformation gedienet. Fortgesetzt v. A. Würfel. Nürnberg 1756 (mit Titel- 
kupfer, 4 Ansichten v. Kirchen u. 219 Porträts). 

Kalimeyer, Die evangelischen Kirchen u. Prediger Kurlands, ergänzt, bis zur 
Gegenwart fortgesetzt u. im Auftrag d. Kurländischen Gft. f. Literatur u. Kunst be- 
arbeitet v. Otto. Mitau 1890. 2. Ausg. Riga 1910. 

Kayser, Die hannoverschen Pfarren und Pfarrer seit d. Reformation. Braun- 
schweig, seit 1905. Unter Leitung des Göttinger Superintendenten Kayser sind er- 
schienen: Inspektion Clausthal, bearbeitet v. G. Schreiber 1905; Stadt u. Inspektion 
Einbeck v. Th. Wedekind 1905; Inspektion Springe v. Th. Warnecke 1906; In- 
spektion Osterode v. Karl Kayser 1907; Inspektion Groß Berkel von demselben 1908, 
vgl. ZPF 5. 

Kiefer, Ldw. Alb., Pfarrerbuch der Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Straßburg 
1890. Dazu ein Reg. v. Ludw. Alb. Kiefer u. Karl Kiefer 1907. 

Kobolt, A. M., Bairisches Gelehrten-Lex. Landshut 1795; drs., Lex. bairischer 
Gelehrten u. Schriftsteller, hrsg. Ende des 18. Jht. Mit Nachtr. v. Gandershofer. 
Landshut 1825. 

Könnecke, G., Hessisches Buchdruckerbuch. Marburg 1894. 

Krause, Schlesische Priesterquelle. 

Kreyssig u. Wilsdorf, Album der evang. luther. Geistlichen im Kgrch. Sachsen 
v. d. Reformationszeit bis z. Gegenwart. 2. Afl. Crimmitschau 1898. 

Krüger, G., Die Pastoren im Fürstentum Ratzeburg seit d. Reformation. Schön- 
berg 1899. Drs., Die Pastoren im Lande Stargard seit d. Reformation. JM 69 (1904). 
8°. 1—270. 

Lipowsky, F. J., Bairisches Künstler-Lex. 2 Bde. München 1810. 

Machholz, Ernst, Die in d. Kgl. Schloßkirche zu Königsberg i. Pr. in d. Jahren 
1721 — 1854 ordinierten evangelischen Geistlichen, VJH 1909. Drs., Materialien z. Gesch. 

d. Reformation in Altpreußen u. im Ermlande. Lötzen (Ostpr.) 1912. Enth. S. 129—174 
Biographien der ref. Prediger. 

Mantzel, J., Schediasma historico-literarium de Superintendentibus Parchimensi- 
bus iu ducatu Megapolitano. Edidit vitamque auctoris et praefationem adjecit G. Cas- 
par i. Rostock u. Leipzig 1717. 

Niehenck, G. V. H., Die v. d. Schulen z. Kirchen berufene Rostocksche Pre- 
diger in kurze Lebensbeschr. derselben entworfen. Rostock 1765. 

Otto, G., Kurländisches Ärzte-Lex. v. J. 1570 — 1825 in: Sitzungsber. d. Kurland. 
Gft. f. Lit. u. Kunst, I. Bd. 1897. Fortgesetzt v. Brennsohn (s. unter diesen). 

Paulus, Nachr. v. Hess. Schaumburg. Superintendenten. Rinteln 1786. — Vgl. 
Historie d. Herren Superintendenten u. Diakone zu Oschatz 1722. — Histor. Lebens- 
beschr. d. Merseburger Superintendenten. Zeibisch 1732. — Lebensbeschr. Nürnberger 
Geistlicher 1756—89. Hirschberg. 3 Bde. 

Personalstatus der evangel.-luth. u. der evangel.-ref. Kirche in Rußland. St. 
Petersburg, Vrl. v. Eggers u. Co. 1907. 

Die evangelischen Geistlichen Pommerns v. d. Reformation bis z. Gegenwart. 
Auf Grund des Steinbrück(-Berg)schen Mskr. bearb. Tl. 1: D. Reg.-Bez. Stettin, v. Hans 
Moderow, Stettin 1903, Tl. 2: D. Reg.-Bez. Köslin, v. Ernst Müller, ebd. 1912. 

(Ramming) Handb. d. Kirchenstatistik f. d. Kgr. Sachsen. Vrl. d. Rammingi- 
schen Buchdruckerei in Dresden (21. Aug. 1910). In demselben Verlag erscheint auch 

e. Handb. d. Schulstatistiken f. d. Kgr. Sachsen. 

Reershemius, Ostfriesländisches Prediger-Denkmahl, Aurich 1796. Nachtr. 1823. 

Rhesa, Ldw., Kurzgefaßte Nachr. v. allen seit 1775 an d. evangel. Kirchen in 
Ostpreußen angestellten Predigern als Forts, d. Arnoldschen Presbyterologie. Königs- 
berg 1834; Nachr. v. allen seit d. Reformation an d. evangel. Kirchen in Westpreußen 
angestellten Predigern. Königsberg 1839. 



74 Verzeichnisse der Berufsangehörigen. 

Rische, A., Verz. d. Bischöfe u. Domherren v. Schwerin mit biogr. Bemerkungen. 
Ludwigslust 1900. 

Roth, F. W. E., Oesch. u. Bibliographie der Heidelberger Buchdruckereien 1485 
bis 1510. Neues Archiv f. d. Gesch. der Stadt Heidelberg IV, 4, 1901, S. 197ff. 

Rotscheidt, W., Bergische Prediger seit d. Gründung der Provinzialsynode 
MRK 1, 1907. 

Schlichthaber, Ant. Gottl., Mindischer Prediger Gedächtnis. 3 T. Frankfurt 
u. Leipzig 1749. 

Schmid, Ferd., Katalog der Pfarrer zu Ernen 1214 — 1848. Walliser Monats- 
schrift f. vaterl. Gesch. Sitten 1864. 

Schröder, O., Wismarische Prediger-Historie od. Verz. d. Prediger, so v. An- 
fang d. Reformation d. Pabsttums in Wismar d. Evangelium geprediget. Vormahlen 
aufgesetzt von D. Springinsguth. Wismar 1734. 

Steinmetz, Rudolf, Die Generalsuperintendenten v. Calenberg, in d. Zeitschr. d. 
Gft. f. niedersächsische Kirchengesch., XIII., Braunschweig 1908. 

Sulzberger, Gust., Verz. d. Geistlichen aller evangel. Gemeinden des Kantons 
Thurgau. Thurgauische Beitr. z. vaterl. Gesch. H. 4 u. 5. 1863. 

Verzeichnis d. Pfarrherren z. St. Martin in Chur vor der Reformation. Bündner 
Monatsbl. 1896, dgl. v. d. Reformation bis 1778. Ebd. 1897. 

Volbehr, Friedr., Die Prediger d. schleswigschen General-Superintendentur 
1848—1865. Kiel 1866. 

Walther, Frdr., Unsere Landesgeistlichen 1810 — 68. Biographische Skizzen sämt- 
licher Mecklenburg-Schwerinischen Geistlichen. Penzlin 1889. 

Werner, A., Gesch. d. evangel. Parochien in d. Provinz Posen (mit zahlreichen 
Pastorenreihen) überarbeitet v. J. Steffani. Posen 1898. Vgl. hierüber H. Kleinwächter 
ZHGP 13. 

Will oh, K., Gesch. d. kath. Pfarreien im Herzogtum Oldenburg. 5 Bde. Köln 
1898. 

Winkel mann, L. v., Neues Malerlex. nebst d. Monogrammen. 2. Afl. v. Jos. 
Heller. Augsburg 1830. 

Zahn, W., Die altmärkischen Dorfkirchen u. ihre Geistlichen im MA. (34. Jahres- 
ber. d. altmärk. Ver. f. vaterl. Gesch. zu Salzwedel. Magdeburg 1907, S. 33 bis 116). 

Zimmermann, Das sogenannte „Rote Buch". Ein kurpfälzisches Pfarrer- u. 
Lehrerverz. aus d. Ausgang des 16. Jht. (= Q. u. Studien z. hessischen Schul- u. Uni- 
versitätsgesch., hsg. v. Diehl, H. 7. 

Über Dänemark sind zu nennen: Den danske civile Centraladministrations Em- 
bedsetat 1660—1848. Kopenhagen 1889. — Über Juristen: V. Richter, Juridisk og 
statsvidenskabelig Stat. Kopenhagen 1881; drs., Juridisk Stat. Odense 1902; drs., 
Meddelelser om Examinati juris 1820 — 94. Odense 1903. — Über Postbeamte: 
V. Richter, Danske Postembedsmaend 1750—1906. Odense 1907. — Über Forst- 
beamte: Poul Bredo Grandjean, Kgl. danske Forstembeds maend 1660 — 1790. 
Kopenhagen 1907. — C. S. de Roepstorff, Meddelelser om danske Forstkandidater 
1798—1897. Kopenhagen 1898. — Über Ärzte: V. Ingerslev, Danmarks Laege og 
Laegevaesen I — II, Kopenhagen 1873. — Caroe Kristian, I, Den danske Laegestand. 
Kirniger 1738—85. Kopenhagen 1906. II. Den danske Laegestand 1786—1838. Kopen- 
hagen 1905. — Derselbe u. Gordon Norrie, Den danske Laegestand. 7. Udgave. 
Kopenhagen 1901. — Caroe Kristian, Den danske Laegestand, Supplementband. 7. 
Udgaue. Kopenhagen 1904. — John Johnsson u. Karl Dahlholm, Den danske 
Laegestand 1901—7. Kopenhagen 1907. — Über Apotheker: Holger Bördam, Apo- 
theker vaesenets Oprindelse og Udvikling saerlig i Danmark. Kopenhagen 1899. — 
Historisches Taschenbuch über die Entstehung der Apotheken in dem Königreich 
Dänemark und den Herzogtümern Schleswig-Holstein-Lauenburg, von Schmidt. Flens- 
burg 1835. — C. L. Erichsen, Pharmaceutik Stat. Kopenhagen 1843. — F. S. Lassa, 
Pharmaceutisk Stat. Kopenhagen 1856. — Über Polytechniker: J.J.Voigt, Statistiske 
Aplysninger angaaende den polytekniske Laereanstaltskandidater samt Fortegnelse over dens 



Konzilien- und Synodalbücher. 75 

Laerere 1829—90. Kopenhagen 1899. — Über Geistliche: S. V.Wiberg, Personalhistoriske, 
statistiske og genealogiske Bidrag til en almindelig dansk Praestehistorie I — III, Odense 1870. 

— Über Küster und Volkslehrer: Anders Petersen: Sjaellands Stifts Degnehistorie. 
Kopenhagen 1899. Drs., Den jonstrupske Stat. Kopenhagen 1884. — C. M. C. Kools- 
gaard, Seminariet i Snedsted (1812—48) og Ranum (1848—98). Aalborg 1898. — 
Über Doctores theologiae, juris, medicinae et philosophiae: F. E. Hundrup, Biographiske 
Efterretninger om dem, der ved Kjebenhavns Universitet have erholdt de hoieste aka- 
demiske Vaerdigheder. Roeskilde 1854—59. — Levnedsbeskrivelser af de ved Kjeben- 
havns Universitets Firehundredaarsfest promoverede Doktorer og Licentiater meddelte 
af dem selv. Kopenhagen 1879. — Über Buchhändler: Andreas Dolleris: Danmarks 
Boghandlere. Odense 1906. 

Norwegen. Über Geistliche: Andreas Erlandsen, Biographiske Efterretninger 
om Geistligheden i Trondhjems Stift. Christiania u. Levanger 1844 — 55. Drs., Bio- 
graphiske Efterretninger om Geistligheden i Tromsö Stift. Christiania 1857. — 
P. J. F. Lampe, Bergens Stifts Biskoper og Praester efter Reformationen I — II. 
Christiania 1895 — 96. — S. H. Finne-Grönn, Arendals Geistlighed. Christiania 
1897 — 98. — Gabriel Smith Faye, Bidrag til Hölands Menigheds og Praesters 
Historie. Christiania 1866. Drs., Stange Menighed og dem Praester. Christiania 1869. 

— Thorvald Boeck, Geistlig Stat og Kalender for Kongeriget Norge. Christiania 
1868. — F. C. Kix, Norges Laeger i det nittende Aarhundrede (1800—1886). Christiania 
1887—90. 

Konzilien- und Synodalbücher enthalten durch die Anwesenheits- Konzilien- un 
listen familiengeschichtliches Material. So bietet z. B. das Werk: Acta e t Synoda,büche 
decreta sacrorum conciliorum recentiorum. Collectio Lacensis. Friburgi Bris- 
goviae, Sumtibus Herder. I. 1870 in den Präsenzlisten nicht nur die Namen 
von Erzbischöfen und Bischöfen, sondern auch von judices querelarum et 
excusationum, promotores secretarii, praefecti hospitiorum et disciplinae, 
coadjutores, oratores, theologi, patres, decretalistae, historici et chronologici 
sacri (z. B. S. 610: Perillust. et Adm. R. P. Bartholomaeus Adami canon. 
eccl. Metrop.; Adm. R. P. Nicolaus Bardi soc. Jesu; Adm. R. P. Joannes 
Hieronymus Paccaroni Cong. Orat. S. Philippi Nerii), magistri caeremoniarum. 
Wie zahlreich die in diesen Konzilsakten vorkommenden Eigennamen sind, 
erhellt aus dem index personarum am Ende der einzelnen Bände. Von den 
Personenlisten, die auf den Konzilien aufgeschrieben wurden, sei hier nur 
noch eine kleine Probe aus den Präsenzlisten des synodus provincialis Ru- 
thenorum 1720 mitgeteilt (das genannte Werk II 1876, S. 10): 

Episcopatus Luceoriensis. Pater Nicolaus Rasowiecki, decanus Luceoriensis. Pater 
Matthaeus Hostylewski, decanus Lesnioviensis. Pater Theodorus Czeszkiewicz, decanus 
Lancoviensis. Pater Basilius Zarubkiewicz, decanus Zukoviensis etc. 

Sammlungen von Konzilienakten verzeichnen Scheeben in Wetzerund 
Weite, Kirchenlex. III 2 , S. 810 und Hauck in Herzog-Hauck Realencyklopädie 
für protestantische Theologie und Kirche IQ 3 , S. 262. Auch die nicht ka- 
tholischen Synodalbücher enthalten Präsenzlisten. Als Beispiel diene eine 
kurze Probe aus dem „Synodalbuch, Die Akten der Synoden und Quartier- 
konsistorien in Jülich, Cleve und Berg 1570 — 1610" hrsg. v. Eduard Simons 
(Neuwied 1909, Seite 704): 

„Anno Domini 1594 den siebenden junii ist der neunzehende synodus zu Elber- 
feldt gehalten worden. Die anwesende brüder seind gewesen Theodorus ab Hörn, 
Joannes Apothecarius, Fridericus Keppell, Fridericus Hollwegius, Joannes Kalmannus, 
Joannes Eilbrachti, Joannes Viti, Casparus Luneslath, Richardus Badenöel, Lutgerus 



76 Arbeiten über Visitationen. 

Cullerus, Joannes Gossmannus, Thomas Kollhagius, Henricus Leplerus, Conradus 
Velthusius, Wilhelmus Burensis. Absentes der Zeit Joannes Plangenius, Adolphus 
Idiander und Arnoldus Pollichius. 
Arbeiten über Auch die Arbeiten über Visitationen einzelner Berufsstände liefern 

Visitationen. f am jij en g esc hichtliches Material. Vielec hiervon liegt ungedruckt in den 
Archiven. Besonders interessant sind die Akten, die sich auf die Pfarrvisi- 
tationen beziehen; diese sind „eine Fundgrube für Lokal-, Spezial- und 
namentlich Kulturgeschichte" 1 ). Insbesondere ist auch das in ihnen ent- 
haltene familiengeschichtliche Material sehr wertvoll. Schon das älteste, uns 
erhaltene Visitationsprotokoll des Bischofs Erchambert von Freising (835 bis 
854) enthält auch eine eingehende Beschreibung des Pfarrhauses mit seinen 
Bewohnern 2 ). Insbesondere zur Gelehrtengeschichte bieten die Visitations- 
berichte ein prächtiges Material. So konnte z. B. auf Grund der Zschopauer 
Visitationsberichte festgestellt werden, daß der „Schwärmer" Valentin Weigel 
in seiner Amtstätigkeit zu Ausstellungen bezüglich der Kirchenlehre keine 
Veranlassung gab und als völlig korrekt geschildert wurde. Eine sehr reich- 
haltige Literaturübersicht über die kirchlichen Visitationen, alphabetisch nach 
Landschaften geordnet, hat Georg Müller DGB VIII (1907) S. 305 ff. ver- 
öffentlicht. Hierzu kommt K. Hahn, Visitationen und Visitationsberichte 
aus d. Bistum Straßburg, ZOR NF XIII 1911. 

Für den Familiengeschichtsforscher kommen in diesen Visitationsbe- 
richten nur die Abschnitte über die Personalien in Betracht. Zwei Proben 
mögen den Reichtum dieser Quellengattung erläutern. Über Salzfurt in der 
Ephorie Bitterfeld heißt es bei Pallas, Die Registraturen der Kirchenvisitationen 
im ehemals sächs. Kurkreise (= Geschichtsqu. d. Prov. Sachsen, Bd. 41), Abt. 2, 
Teil 2, S. 80: 

„Saltzfurt, Filial von Cappel in Anhalt. Erbherren: Die Junker Christopf und 
Jobst Zantires. Pastor Casparus Pauli, 1577: 24 Jahre hier, 1578: von Eisleben, 52 Jahre 
alt: ein alter, gelehrter und wohlberedter Mann. Kustos Laurentius Dratzschke 
(Trantschke) von Henichen (1578: wohnet auch in Cappell) ist fleißig etc., soll aber 
seines zänkischen Weibes wegen, wenn die sich nicht bessert, seines Amtes entlassen 
werden." 

Über Gräfenhainichen meldet die Registratur unter anderen (Magdeburg, 
St.-Arch. Rep. A 29 b Cap.II, alte Nr. 19, Bl. 422 fg., bei Pallas Seite 104. 105): 

„Pfarrer Magister Christophorus Wustehof Westvalus, ein wolbetagter, gelarter, 
gotfurchtiger man, hat 9 iar in universitate Witebergensi studirt und in der latinischen 
schul doselbst fast 2 iar der iugent gedienet und ist nachmals anno 40 zu Witeberg 
ordinirt uf das diaconat zu Grevenhenichen, doselbst er bei dem alten pfarrer Antonio 
Ottone Hertzbergensi, der ietziger Zeit zu Northausen ad D. Nicolaum pfarrer ist, 
dritthalb iar gedienet und ist nach desselben abziehen von dem radt und der gemein zum 
pfarrampt berufen, welchem er bis uf diese Zeit treulich vorgestanden ist, hat im 
sterben weib und alle seine kindle verlohren, und von der andern frawen wider einen 
söhn bekommen. Diaconus Magister Johannes Niderstetter von Torgau, ist ein iunger, 
wolberedter, sittiger man, hat in die 8 iar zu Witteberg studirt, ist anderthalb iar uf 



J ) M. Lingg, Gesch. d. Institutes d. Pfarrvisitation in Deutschland,' Kempten 1888, 
S. 4. Georg Müller, Visitationsakten als Geschichtsq. DGB VIII (1907) 11. u. 12. Heft, 
S. 287. G. Liebe, Die Herausgabe v. Visitationsprotokollen. KGV 51 (1903) S. 48. 

2 ) C. Meichelbeck, Historia Frisingensis, Augsburg 1724, Bd. I, S. 126. 



Schüler- und Lehrerverzeichnisse. 77 

diesem dienst gewesen und doruf zu Witteberg ordinirt; hat 2kinder; bald aber nach der 
gehaltenen Visitation ist er gen Freiberg zu einer pfarr berufen. Schulmeister Johannes 
Kraus von Querfurt, ein zimlich betagter mann, der ein guter grammaticus und musicus 
ist und wolgeubt in lingua latina, daneben wolberedt und vorstendig, ist vier und zwentzik 
iar zum Henichen Schulmeister gewesen und der iugent wol vorgestanden, ist vor einem 
iar vom radt und der gemeine umb seiner geschickligkeit willen zum bürgermeister er- 
korn und hat diß iar das regiment, hat 4 kinder. Cantor Johannes Hopf, des stat- 
schreibers zum Heinichen, eins frommen mans söhn, ist selb auch frum und sittig, aber 
noch iung und ungeübet, ist zwey iar am dienst gewesen, hat wenig ansehens bei der 
iugent, derhalb bitt er, desgleichen der vater und die gemein: man wolle in anderswo 
versorgen und die schul mit einem eidern und ansehlichern cantor bestellen. Custos 
Christoff Sommerstein, ein bürger und curßner, muß zugleich das dorf Gremin helfen 
versorgen." 

Warm empfohlen werden darf Wilhelm Schmidt, Die Kirchen- und 
Schulvisitationen im sächsischen Kurkreise vom Jahre 1555 (= Schriften des 
Vereins für Reformationsgeschichte, Heft 90 u. 92). Halle, in Komm. v. 
Rudolf Haupt 1906. Vgl. auch H. Volk, Visitationsprotokolle von 41 Pfar- 
reien des Niederstiftes Trier aus den Jahren 1772 bis 1773 in: „Das Trier- 
sche Archiv", Heft 12. — W. Fabricius, Visitationsregister des Archidiako- 
nus Johann von Vinstingen in: „Das Triersche Archiv", Heft 9. 

Die Schüler- und Lehrerverzeichnisse unserer Gelehrtenschulen 1 ), Schüler- und 
denen sich einige ähnliche Arbeiten, besonders in den Veröffentlichungen der 
historischen Vereine anschließen, sind ein nicht zu verachtendes Hilfsmittel. 
In neuerer Zeit sind diesbezügliche Listen gedruckt worden, wobei mancher 
Herausgeber nach Kräften bemüht gewesen ist, Nachrichten über die späteren 
Lebensschicksale der Betreffenden zu sammeln. Von derartigen Arbeiten 
seien in alphabetischer Reihenfolge der Orte, wo sich die betreffenden Schulen 
befinden, genannt: 

Altenburg. Geyer, Mor., Verz. d. Abiturienten d. Gymn in Altenburg seit 1808. 
Altenburg, Progr. 1891. 

Anklam. Sander, Max., Stammb. d. Anklamer Gymn. 1847 — 97 z. 50jährigen 
Stiftungsfeier herausgeg. Anklam, Gymn. Progr. 1897. 

Arnstadt. Kroschel, Joh., Verz. d. seit 1867 entlassenen Abiturienten d. Arn- 
städter Gymn. Arnstadt, Progr. 1896. — Drs., D. Erziehungsanstalt zu Arnstadt u. 
Arnstädter Abiturienten d. 16. u. 17. Jht. Arnstadt, Gymn. Progr. 1890. 

Bautzen. Totenschau ü. d. i. d. Schuljahren 1896 ff. verstorbenen ehemaligen 
Schüler d. Anstalt. Bautzen, Gymn. Progr. 1897 ff. — Needon, R., Die ältesten nach- 
weisbaren Schüler der Bautzener neuen Realschule. Bautzener Geschichtsbl. III (1911), 
S. 3f., 12 f., 22f.. 30f. Dazu Ergänzungen von Joh. Scheuffler, ebd. S. 31, 35 f. 

Berlin. Schüler- u. Lehrerverzeichnisse. Beil. z. Festschr. Berlin, Friedrich-Wil- 
helm Gymn. 1891. — Bahn, Ernst, Die Abiturienten d. Joachimsthalschen Gymn. Tl. 1: 
1789—1870. Berlin, Progr. 1902, Tl. 2: 1871—1904, ebd. 1905. Nachtr. u. Erg., ebd. 
1907. — Fritze, Ernst, Biographisch-bibliographisches Verz. d. Lehrer d. Joachimsthal- 
schen Gymn. v. d. Gründung der Anstalt bis 1826. 1900. — Simon, O., Verz. d. 
Schüler d. Kgl. Realschule u. d. Kgl. Realgymn. zu Berlin, welche 1861—1892 das Schul- 
zeugnis d. Befähigung z. einjährig-freiwilligen Militärdienst erhalten haben. Berlin 1893. 



Lehrerverzeich- 
nisse. 



x ) Über Schulschriften orientiert man sich aus^Rud. Klußmann, Systematisches 
Verz. d. Abhandlungen, die in d. Schulschriften sämtlicher an dem Programmtausche 
teilnehmenden Lehranstalten erschienen sind (Leipzig, Teubner, 4. Bd. 1903, wird fort- 
gesetzt). 



78 Schüler- und Lehrerverzeichnisse. 

— Todt, Carl, Biographisch-bibliographisches Verz. d. Lehrer d. Joachimsthalschen 
Gymn. seit 1826. Berlin, Progr. 1899. Nachtr. u. Erg. im Progr. 1907. — Zelle, 
Klosteralbum des 19. Jht., Verz. d. Lehrer u. Schüler d. Berlinischen Gymn. z. grauen 
Kloster 1804—1903. Berlin 1904. 

Bingen. Walter, Theod., Verz. d. Binger Realschüler v. Ostern 1889 bis Ostern 
1894. Bingen a. Rh., Progr. 1894. 

Brandenburg. J. D. Arnold, Gesch. d. Ritterakademie zum Dom Brandenburg 
1704—1805. Brandenburg 1805; darin Schülerverzeichnis des märkischen Adels. 

Brassö vgl. Kronstadt. 

Braunsberg. (Braun), Geschichte d. Kgl. Gymn. zu Braunsberg. Braunsberg, 
Progr. 1865. Enth. Abit.-Verz. v. 1816—64 (S. 135—151). — Lühr, Georg, D. Schüler 
d. Rößeler Gymn., nach d. Album d. Marianischen Kongregation 1631 — 1748. 1906. 
2. Tl.: 1749—1797. Anhang: Nachtr. z. 1. Tl. 1908. Braunsberg. 

Braunschweig. Koldewey, Karl Friedrich Ernst, Verz. d. Direktoren u. Lehrer 
d. Gymn. Martino-Katharineum zu Braunschweig seit d. J. 1828. Biographisch u. biblio- 
graphisch zusammengestellt. Braunschweig 1894. 

Bremen. Entholt, Die Bremische Hauptschule v. 1817—1858. BJ 1911. — 
Wellmann, Das Privatinstitut d. Dr. W. C. Müller in Bremen. BJ 1911. 

Breslau. Stief, Ldw., Chronolog. Verz. d. Direktoren u. Lehrer d. Anstalt v. 
Ostern 1849 bis Ostern 1899. Festschr. Breslau 1899. — Drs., Verz. d. Abiturienten 
1855—99. Festschr. Breslau 1899. 

Cösiin. Steinbrück, Franz, Verz. d. a. d. hiesigen Gymn. (Ost. 1825 bis Mich. 
1897) entlassenen Abiturienten. Cösiin, Progr. 1898. 

Dorpat. Schüler-Album d. Dorpatischen Gymn. 1804—1879. 8°. 310 Seiten. 

Dresden. Ver. alter Vitzthümer u. (Bernhard), Rektor d. Gymn., Entwurf, e. 
Verz. d. ehemaligen Zöglinge d. Blochmann-Bezzenbergerschen Erziehungsanstalt u. d. 
Vitzthumschen Gymn. aus d. Jahren 1824—1890. Dresden 1901. — Menzel, Paul, 
D. Schüler d. Kgl. Gymn., in: Das Kgl. Gymn. zu Dresden-Neustadt 1874 — 99. Dres- 
den 1899. 

Erfurt. Brünnert, Gust. Otto, Verz. d. Abiturienten seit 1870. Gymn. Progr. 
1896. — Festschr. z. 350jährigen Jubiläum d. Kgl. Gymn. zu Erfurt 1911. Umschlagtitel: 
Kgl. Gymn. Erfurt 1561—1911. Erfurt. Hierin u.a.: Wolterstorf f, Gottfr., D.Lehrer 
d. Erfurter Gymn. 1561—1820; Cramer, Adolf, D. Lehrer d. Kgl. Gymn. zu Erfurt 
1820—1911; Lange u. Goldmann, D. Abiturienten 1820—1911. — Verz. derjenigen 
Schüler, die in d. Zeit v. 1. Jan. 1861 bis Ende Juni 1911 in d. Kgl. Gymn. zu Erfurt 
aufgenommen worden sind. Hrsg. vom geschäftsführenden Ausschuß f. d. Feier des 
350jähr. Jubiläums (Karl Wittsack). Erfurt 1911. 

Eschwege. Pontani, Bhd., Schülerverz. u. vergleichende Zusammenstellungen. 
Festschr. 1890. 

Essen. Welter, Franz, Verz. d. Abiturienten d. Realschule u. derjenigen Schüler, 
die mit d. Zeugnis f. d. einjährigen Dienst d. Realschule u. d. Realgymn. verlassen 
haben. Festschr. 1890. 

Frankfurt a. 0. Bachmann, Ottomar, D. Abiturienten d. Friedrichsschule u. d. 
Friedrichs-Gymn. Ostern 1789 bis Ostern 1904. Frankfurt a. O., Kgl. Friedrichs-Gymn. 
Progr. 1904. 

Fredriksbald. Arnes en, Martin, Biogr. Nachr. ü. 830 Schüler, welche v. 1823—72 
d. Lateinische u. Realschule in Fredrikshald besuchten. Fredrikshald 1874. 

Freiberg. Preuß, Frdr. Emil, Die im Kirchenjahr 1894/95 verstorbenen früheren 
Angehörigen der Anstalt. 1896. Ebenso f. d. späteren Kirchenjahre 1897 ff. 

Freiburg I. Br. Rebmann, Edm., Verz. d. Lehrer d. höheren Bürgerschule u. 
späteren Realschule während der ersten 50 J. ihres Bestehens 1841 — 94. Freiburg i. B. 
1892. 

Friedberg LH. Augustinerschule, Prätorius, Ehemalige Schüler 1548ff. 
FG HL — Abiturientenliste d. Augustinerschule (Gymn. u. Realschule) zu Friedberg 1851 
bis 1902. Hsg. v. d. Direktion d. Augustinerschule. Friedberg 1912. 



Schüler- und Lehrerverzeichnisse. 79 

Fulda. Koerber, Jos., Die Lehrer d. Anst. v. 1835—1885. Fulda, Gymn. 
Progr. 1885. — Rathmann, Hnr., D. Abiturienten d. Anstalt v. 1835—85. Fulda, Gymn. 
Progr. 1885. 

Qernsheim. Familien- u. Gemeindenbuch der Realschule Gernsheim a. Rhein. Z. 
Einweihung d. neuen Realschulgebäudes, 26. April 1911. 

Gießen. Buchen, Otto, u. Otto Bindewald, Verz. d. Lehrer u. Schüler d. Real- 
schule u. d. Realgymn. Gießen, Progr. 1887. 

Goslar. Hör mann, G., Übersicht ü. d. Lehrer d. Realschule I. O., d. Realgymn. 
u. d. Gymn. zu Goslar seit 1868. Progr. — Leimbach, Karl Ldw., Album d. 1. u. 
2. Klasse d. Progymn. (1840—1868), der Realschule 1. O. (1868—1883), des Realgymn. 
(seit 1883) u. d. Gymn. (seit 1884) mit biogr. Skizzen. Goslar, Progr. 1888. 

Gotha. Schneider, Max, Die Abiturienten d. Gymnasium illustre zu Gotha 1768 
bis 1859. Gymn. Gotha, Progr. 1905/06. — Ders., Die Abiturienten d. Gymn. Erne- 
stinum zu Gotha 1859 — 82. Gymn. Gotha, Progr. 1908. — Ders., Neue Studien z. älteren 
Gesch. d. Gymn. zu Gotha P. II. Mtlg. d. Ver. f. Gothaische Gesch. u. Altertum 
1908/9. 1911. — Ders., Die Abiturienten d. Gymnasium illustre zu Gotha aus M.Andreas 
Reyhers u. Georg Hessens Rektorat 1653 — 1694. Progr. d. Herzogl. Gymn. Ernestinum 
zu Gotha 1911. 

Göttingen. Pauer, Philipp, Schülerliste des Gymn. u.d. Realgymn. in Göttingen. 1886. 

Greifswald. Lehmann, H., Geschichte d. Gymn. zu Greifswald. Gr. 1861, enth. 
Verzeichnisse u. Biographien d. Rektoren u. Lehrer v. 1561 — 1861. — Cantzler, R. F. B., 
Verz. d. Abiturienten d. Gymn. zu Greifswald (1821—61). Gr. 1861. — Wildenow, 
Eugen, Verz. d. Lehrer u. Abiturienten s. 1861. Festschr. z. Feier d. 350jähr. Bestehens 
d. Gymn. zu Greifswald, ebd. 1911, S. 61—124. 

Greiz. Zippel, Ldw. Verz. derj. Schüler, die d. Zeugnis ü. d. wissenschaftl. 
Befähigung f. d. einjährig-freiwilligen Dienst auf d. Anstalt erhalten haben. — Schlund, 
Aug., Verz. d. Abiturienten. Greiz, Festschr. 1897. 

Grimma. Porschel, Felix Johannes, D.Kollegium der Fürsten- u. Landesschule 
Grimma 1849 bis 1900. Z. Feier d. 350jährigen Bestehens der Anstalt. 1900. 

Guben. Wagler, Schüler d. Gubener Gymn. 1710—1721 ASW 1910. November. 

Halberstadt. Verz. d. Abiturienten des Stephaneums in Halberstadt in der zwei- 
ten Hälfte d. XIX. Jht. Überreicht v. d. Vereinigung ehemaliger Schüler d. Domgymn. 
Halberstadt (geht von 1851—1900). 

Halle. Lange, Adalbert, Verz. sämtl. Lehrer d. Lateinischen Hauptschule u. d. 
Kgl. Pädagogiums seit Ostern 1833 u. Lange, Adalbert, Merklein, Theodor, Weiske, 
Karl, Verz. d. Abiturienten d. Lateinischen Hauptschule u. d. Kgl. Pädagogiums in d. 
Frankeschen Stiftungen zu Halle a. S. seit Ostern 1848, sowie d. Abiturienten aus 
früherer Zeit, welche als noch lebend ermittelt worden sind. In d. Festschr. der Lateini- 
schen Hauptschule z. 200jährigen Jubelfeier d. Frankeschen Stiftungen 1898. 

Hamburg. Friedländer, Konr. Tob. Sam. Eberhard, Verz. sämtl. Schüler, die v. 
Ostern 1875 bis Mich. 1895 an d. Realgymn., früher Realschule I. O., d. Johanneums 
zu Hamburg d. Zeugnis der Reife erhalten haben. Hinzugefügt ist d. Angabe, in 
welcher Stellung sich d. hier verzeichneten ehemaligen Schüler gegenwärtig befinden. 
Hamburg, Realgymn. d. Johanneums. Progr. 1896. — Sillem, Die Matrikel d. Aka- 
demischen Gymn. in Hamburg 1613—1883. Herausgabe d. Bürgermeister Kellinghusen- 
Stiftung. Hamburg 1891, 238 S. fol. 

Hanau, Braun, Philipp, Illustris Scholae Hanoviensis leget et album civium aca- 
demicorum inde ab anno 1665 usque ad annum 1812. Particula II 1724—1812. Gym- 
nasium, vordem „die hohe Landesschule" genannt. Hanau, Progr. 1896. — Drs., Z. 
Gesch. d. Han. Gymn. Mtlg. ü. d. Matricula illustris paedagogii Hanoviensis von 1648 
bis 1748. Hanau 1907. 

Hannover. Ramdohr, Ernst, Verz. d. Lehrer v. 1874 — 1899 u. d. Abiturienten 
1883/4 bis 1898/9. Städtische Leibnizschule. Hannover 1899. 



80 Schüler- und Lehrerverzeichnisse. 

Herford. Festschrift z. 350jähr. Jubelfeier d. evang. Friedrichs -Gymn. Herford 
1890. Enth. auch Biographien der Lehrer (S. 31 — 45) u. Verz. d. Abiturienten v. Mich. 
1826 bis Ost. 1890 (S. 46—67). 

Herlufsholm. Wad, G. L., Meddelelser om Rektorerne paa Herlufsholm (Mtlg. ü. 
d. Rektoren auf Herlufsholm). Nästved 1878. 

Hiidesheim. Fischer, G. O., Gesch. d. Gymn. Andreanum. Hildesh. 1862. Enth. 
Biographien d. Rektoren. 

Holzminden. Lentz, Franz Frdr. Uffo Herrn., Album d. Herzogl. Gymn. zu Holz- 
minden 1826 — 94. Holzminden, Progr. 1894. Dazu Ergänzungen u. Berichtigungen von 
F. Neukirch. Progr. 1895. 

Meld. Meyer, Georg, Verz. d. Ilfelder Schüler 1853— 1903. Göttingen 1903. — 
Mücke, Rudolf, Die Feier d. Erinnerung an jüngst verstorbene Angehörige d. Kloster- 
schule am 19. Nov. 1898, am 25. Nov. 1899. Kgl. Klosterschule Ilfeld 1899. 1900. 

(Coburg. Einladungsschr. d. Gymn. Casimirianum zu Koburg z. Schlußfeier am 
26. März 1907. Hierin: Verz. d. Lehrer d. Gymn. v. d. Gründung an. 

Königsberg i. N. Devanter, Verz. d. s. Gründung d. Gymn. bis Ostern 1827 
entlassenen Abiturienten. Königsberg i. d. Neumark 1892. 

Königsberg i. Pr. Babucke, Hnr., Verz. d. Abiturienten v. 1814 — 1889. Festschr. 
Königsberg 1889. — Große, Hnr. Frdr. Emil, Lehrer u. Abiturienten d. Kgl. Wilhelms- 
gymn. zu Königsberg i. Pr. in den ersten 25 Jahren. 1874 — 1899. Kgl. Wilhelmsgymn. 
Königsberg i. Pr. 1900. 

Kronstadt. Groß, Chronistische Aufzeichnungen aus d. Matrikel d. Honterus 
gymn. in: Quellen z. Gesch. der Stadt Brassö. 5. Bd. (Chroniken u. Tagebücher 
2. Bd.) Brassö 1909. 

Leipzig. Bischoff, Ernst Friedrich, D. Lehrerkollegium d. Nicolaigymn. 1816 
bis 1896/7. Biographisch-bibliographische Beitr. z. Schulgesch. Nicolaigymn., Leipzig 
1897. — Richter, Max, Verz. d. 1871 — 1896 an der I. Realschule tätig gewesenen Lehrer. 
1896. — Sorgenfrey, D. Abiturienten d. Rektors J. H. Lipsius 1866 — 77. Beitr. z. Gesch. 
d. Nikolaischule zu Leipzig (Leipzig 1904). — K. Tittel, Die Nikolaischule 1512—1912. 
1912. — Voigt u. Scholze, Die Abiturienten d. Nikolaischule 1830—1911. — Die Lehrer 
d. Thomasschule zu Leipzig 1832 — 1912, die Abiturienten d. Thomasschule zu Leipzig 
1845—1912. In Verbindung mit Rieh. Sachse u. Karl Ramshorn zusammengestellt 
von Rnht. Herz. Leipzig 1912. 

Leitmeritz. Ankert, Hnch., Sächsische Studenten am ehemaligen Jesuitengym- 
nasium. NASG 1910, 145. 

Lippstadt. Schröter, Fr., Verz. sämtl. Abiturienten d. Anstalt. 1883. 

Lissa. Wotschke, Theod., D. Lissaer Gymn. a. Anfang des 17. Jht. ZHGP21. 

Magdeburg. Paulsiek, Karl, Verz. sämtl. Schüler, welche an d. ehemaligen höheren 
Gewerbe- u. Handelsschule in Magdeburg, sowie an d. ehemaligen Realschule I. Ord- 
nung u. d. gegenw. Realgymn. d. Reifeprüfung bestanden haben. Nebst Mtlg. ü. d. 
Nationale u. d. späteren Lebensstellungen derselben, soweit sie sich haben ermitteln 
lassen. Magdeburg, Progr. 1891. — Gebier, Hrm., König Wilhelm-Gymn. Verz. d. 
Abiturienten v. Ostern 1889—1911. Magdeburg, Progr. Ostern 1911. — Urban, Karl, 
Verz. d. Abiturienten d. Klosters (1780—1897). Dazu Nachtr. u. Berichtigungen. Jahrb. 
d. Pädagogiums z. Kloster U. L. Fr. Magdeburg, Heft 62 u. 63. 1898. 99. — Laeger, 
Otto, Lebensskizzen d. Lehrer d. Kgl. Dom-Gymn. zu Magdeburg. Tl. 1: 1675—1704, 
Tl. 2: 1705—26, Tl. 3: 1727—52, Tl. 4: 1753—66. Magdeburg, Progr. 1702—05. 

Marburg i. H. Aly, Friedr., D. Album d. akadem. Pädagogiums. Jahresber. d. Kgl. 
Gymn. Philippinum LXX. Marburg 1905. — F. Engelhardt, Verz. d. Direktoren u. 
Lehrer d. Marburger Gymn. (1833—1910). JB. LXXVII, ebd. 1910. — Drs., Die Abi- 
turienten d. Marb. Gymn. (1833—1910). JB. LXXVIH, ebd. 1911. 

Meiningen. Emmrich, Lehrer- u. Schülerverzeichnisse. Festschr. Realgymn. Mei- 
ningen, Progr. 1888. 

Neustettin. Beyer, Th., D. ältesten Schüler u. Gönner d. Neustettiner Gymn. 
Neustettin I 1893. II 1894. III 1896. IV 1898. V (dazu Reg. ü. alle Teile) 1902. 



Schüler- und Lehrerverzeichnisse. 81 

Nordhausen. Forst emann, E.G., Mittlgn. zu e. Gesch. d. Schulen in Nordhausen. 
Nordhausen 1824. Enth. Biographien d. Rektoren u. Lehrer. 

Osnabrück. Bohle, Steph. A., Verz. d. in d. ersten fünfzig Jahren (1830— 7Q) 
seit Erlaß d. Hannoverschen Maturitätsprüfungsordnung am Karolinum entlassenen 
Abiturienten. Osnabrück, Progr. 1880. — Jaeger, J., Verz. d. Schüler d. Gymn. Karo- 
linum zu Osnabrück 1625—1804. Osnabrück 1903. 

Paderborn. Hense, Jos., Verz. d. Direktoren u. Lehrer d. Kgl. Gymn. Theodoria- 
num (1802—1912). Festschr. z. Feier d. 300 jähr. Jubil., S. 82—95. — Drs., Verz. d. 
Abiturienten (1821—1912). Festschr. usw., Beil. I. 

Patschkau. Adam, Franz, Verz. d. Abiturienten d. Gymn. Patschkau mit Angabe 
d. beim Abgange gewählten Studiums. Verz. d. Lehrer, die an d. Anstalt bis z. Jubi- 
läum unterrichtet haben. Stadt. Kath. G. Patschkau 1896. 

Pforta. Bittcher, C. F. H., Pförtner Album. Verz. sämmtl. Lehrer u. Schüler 
1543—1843. Leipzig 1843. — M. Hoffmann, Pförtner Stammbuch 1543—1893. Berlin 
1893. Dazu 2 Nachtr. — Angermann, Vogtländische Schüler. Schulpforta 1564—1648 
in: Bunte Bilder aus d. Vergangenheit d. Vogtlandes v. A. Reupert gewidmet z. 
19. März 1911, S. 33—36. 

Putbus. Loebe, Viktor, Lehrer U.Abiturienten d. Kgl. Pädagogiums zu Putbus 
1836—1911. Putbus, Schulpr. 1912. 

Quedlinburg. Di hie, August, Verz. d. Lehrer u. Abiturienten 1840—90. Qucalin- 
burg 1890. 

Recklinghausen. Uedinck, G., Verz. d. seit Oktober 1829 v. Gymn. zu Reck- 
linghausen entlassenen Abiturienten. Recklinghausen 1880. 

Remscheid. Petry, Otto, Personalnachr. aus d. Gesch. d. Anstalt 1870—95. Real- 
prog. mit Realschule Remscheid. Progr. 1895. 

Reval. Hai ler, Bernh., Album d. Estländischen Ritter- u. Domschule zu Reval. 
Reval 1893. 

Riga. Bienemann, Die Matrikel d. Rigaischen Lyceums 1675—1709. JGM 1901 
(Milau 1902) S. 161 ff. — 5. Jahresber. d. Albertschule d. deutsch. Ver. in Livland zu 
Riga f. d. Schulj. 1910/11, hierin u. a. Verz. d. Schüler d. Albertschule v. August 1906 
bis August 1911. 

Rochlitz. Wolf, Friedrich Franz, Totenfeier f. d. seit 1878 verstorbenen ehe- 
maligen Lehrer u. Schüler d. Anstalt. Rochlitz, Realgymn. mit Progymn. Progr. 1896. 

Rössel. Lühr, Georg, Die Schüler d. Rösseler Gymn. nach d. Album der Ma- 
rianischen Kongregation. Ein Beitr. z. Gesch. der einzelnen Nation etc. in Ermland. 
Braunsberg 1911. 

Roßleben. (J. G. L. Hesekiel), Album der Schüler zu Kloster Roßleben v. 1742 
bis 1854. Halle 1854. — Heilmann, Jon. August, Die Vigilie f. d. verstorbenen ehemaligen 
Klosterschüler. Klosterschule Roßleben, Progr. 1896—98. — Knobloch, Rieh., Vigilie 
z. Andenken ehemaliger Klosterangehöriger. Klosterschule Roßleben, Progr. 1899. — 
Matthes, Karl Christian Aug., Verz. d. Lehrer u. Schüler 1554 — 1639. Klosterschule 
Roßleben, Progr. 1896. — Sorof, Gustav Johann Franz, Vigilie f. verstorbene ehe- 
malige Angehörige der Klosterschule. Roßleben, Progr. 1900. 

Saaz. (Katzerowsky, Wenzel), Abiturienten d. Saazer Gymn. 1853 — 1872. 
Saaz 1890. 

Sagan. Nieberding, Robert Adolf, Verz. derjenigen Schüler, die das Gymn. 
m. d. Zeugnis d. Reife verlassen haben. Kgl. kathol. Gymn. Sagan 1896. 

Schleiz. Böhme, Gesch. d. Fürstl. Gymn. Ruthenum zu Schleiz (Schleiz 1901), 
verzeichnet Seite 131—166 d. Lebensgang der Leiter u. Lehrer der Anstalt und S. 169 
bis 196 die Abiturienten v. 1658—1906. 

Schleusingen. Bader, Th., Verz. d. Abiturienten d. Hennebergschen Gymn. zu 
Schleusingen aus d. letzten 50 Jahren. Schleusingen, Progr. 1877. 

Schwerin. Latendorf, Frdr., Nekrologium. Gymn. Fridericianum. Progr. 
1892ff. — Münnich, Fr., Verz. d. Abiturienten 1879—87. Schwerin 1886. 

Heydenreich, Handbuch der praktischen Oenealogie I. g 



g2 Schüler- und Lehrerverzeichnisse. 

Segeberg. Jellinghaus, Herrn., Verz. d. Schüler seit 1869. Realprogymn. Sege- 
berg, Progr. 1895. 

Sonneberg. Martin, Rieh., Verz. d. bisher mit d. Zeugnis d. Reife v. hier ent- 
lassenen Schüler. Rsch. mit Handelsabtlg., Sonneberg 1893. 

Stettin. (Lehrer der Anstalt), Verz. d. Abiturienten d. Kgl. Marienstift-Oymn. in 
Stettin aus d. letzten 50 Jahren, sowie d. Abiturienten aus früherer Zeit, die noch als 
lebend ermittelt sind. Festschr. Stettin 1894. 

Trarbach. Barlen, Karl, Verz. d. Schüler, die die Anstalt seit ihrer Verstaat- 
lichung Ostern 1888 bis jetzt besucht haben. Progr. Trarbach 1893. 

Wasselnheim. Plattner, Phil. Alph., Verz. über sämtl. Schüler seit Gründung d. 
Realschule. Wasselnheim 1890. 

Wernigerode. Friedel, Wilh. Otto, Lehrer d. Qymn. 1863—1900. Die Seminar- 
mitglieder M890— 1900. Die Abiturienten 1864—1900. Festschr. Gymn. Wernige- 
rode 1900." 

Wetzlar. Verz. d. Lehrer d. Oberschule u. d. Gymn. 1799—1899. Kgl. Gymn. 
Wetzlar, Progr. 1900. 

Wien. Eder, Georg, Catalogus rectorum et illustrium virorum archigymnasii 
Viennensis. Wien 1859. — Gemmelt- Flischbach, Max, Freiherr v., Album d. K. K. 
Theresianums 1746 bis 1880. Wien 1880. 

Wiener-Neustadt. Svoboda, Joh., Die Theresianische Militärakademie zu Wiener- 
Neustadt u. ihre Zöglinge v. d. Gründung d. Anstalt bis auf unsere Tage. Wien 1894. 
.2 Bde. 

Wiesbaden. Fries u. a., Verz. d. Abiturienten 1847—95. Festschr. Realgymn. 
Wiesbaden 1895. — Spiess, Bernh., Verz. aller Lehrer d. Pädagogiums (1817—1844) 
u. d. Gymn. (1844—94). Festschr. Gymn. Wiesbaden 1894. 

Wittenberg. Bernhardt, Wilh., Verz. d. Abiturienten d. Gymn. Wittenberg 1817 
bis 1888. Festschr. Gymn. Wittenberg. 1888. 

Zittau. Friedrich, Album d. Gymn. zu Zittau. Zittau 1886. Dazu e. Nach- 
trag. — Schütze, Joh., Die Gedächtnisfeier f. d. 1897/98 gestorbenen ehemaligen 
Schüler. Realgymn. Zittau. Progr. 1898. — Seeliger, Frdr. Konr., Zur Erinnerungs- 
feier der verstorbenen ehemaligen Schüler d. Anstalt. Seit 1896. Gymn. Zittau. 

Vgl. auch Mone, Zur Gelehrten- u. Schulgeschichte 14. bis 17. Jhrt. ZOR 8. — 
J. R. Grunert, Lehrer-Schematismus Böhmens (Prag 1879), enthält die Bezirksschul- 
räte u. Lehrer an d. Volks- u. Bürgerschulen. 

Ecce. Die neuerdings an einer Anzahl von Schulen aufgekommene schöne Sitte, den 

verstorbenen früheren Lehrern und Schülern einmal im Jahre ein sogenanntes Ecce zu 
halten, d. i. eine Gedächtnisfeier mit ausführlicher Biographie, hat manche Schulverwal- 
tung in den Besitz eines umfangreichen biographischen Materials gesetzt. Eine aller- 
dings nur geringe Anzahl Schulen findet ihre verstorbenen ehemaligen Lehrer und 
Schüler in solcher Weise auch im Druck alljährlich dargestellt. Das Afranische Ecce 
(St. Afra, Fürstenschule Meißen) gibtRuss, das Grimmaische (mit Porträts) Scheuffler, 
das Pförtner ein Lehrer der Landesschule Pforta heraus (alle drei käuflich in der Ge- 
schäftsstelle des Vereins ehemaliger Fürstenschüler, Dresden, Altmarkt 611 bei Rechts- 
anwalt Brückner & Hientzsch). Für die Fortsetzung und Ergänzung dieser Arbeiten ist 
durch Einsetzung eines Stammbuchführers seitens des Vereins ehemaliger Fürsten- 
schüler gesorgt worden; der „Stammbuchbote" (jährlich 4 Nummern, hsg. v. Pfr. Kühn,. 
Hof bei Stauchitz, Selbstverlag des Vereins, gedruckt bei Philipp in Dresden, auch 
durch die Buchhandlung von G. Gensei in Grimma zu beziehen) teilt die neu bekannt 
gewordenen Tatsachen mit, aber vor allem wird auf die unter den einzelnen Zöglingen 
der Anstalten bestehende Verwandtschaft aufmerksam gemacht, wodurch unmittelbar 
eine große Fülle von Tatsachen erschlossen und bei gleichnamigen Personen sofort die 
richtige verwandtschaftliche Beziehung aufgedeckt wird. Ein „Ecce derCrucianer" (Schüler 
des Gymn. z. heiligen Kreuz in Dresden) erscheint seit 1910. Über die drei sächsischen 
Fürstenschulen existieren außerdem folgende Werke : Lorenz, Grimmenser Album 1850. 



Schüler- und Lehrerverzeichnisse. 83 

Im Jahre 1900 erschien als Neubearbeitung und Fortsetzung das „Grimmenser Stamm- 
buch", bearbeitet von Fraustadt. Das Afraner Album von Aug. Herrn. Kreyßig 
erschien 1876 (Meißner Afraner- Album. Verz. aller Schüler d. Landesschule von 1543 
bis 1875 an der Zahl 8422. Meißen 1876). Dazu liegen zwei Nachtr. aus d. Jahren 
1893 u. 1900 vor. Das „Pförtner Stammbuch 1543—1893", bearbeitet v. Hoffmann, 
wurde 1893 veröffentlicht; hierzu erschienen zwei Nachträge. 

Andere Gymnasien bringen wenigstens kurze Personalien verstorbener Schüler. 

Es kommt auch vor, daß die ehemaligen Schüler einer und derselben Anstalt sich 
zu Vereinen zusammentun und Drucksachen veröffentlichen, die personengeschichtliches 
Material enthalten. Dahin gehört z. B. der Jahresbericht des Vereins ehemaliger Schüler 
des Kgl. Gymnasiums zu Schneeberg 1908/09 ff. 

Eine Fundgrube personalgeschichtl. Notizen ist das Verz. der an d. Gymnasien 
u. d. Realgymnasien d. Kgr. Sachsen tätigen wissenschaftl. u. technischen Lehrer sowie 
d. Lehrer im Ruhestande. Nach der Lage vom 1. Juli 1909 hrsg. v. Vorstande d. Säch- 
sischen Gymnasiallehrervereins, Dresden 1909 (95 Seiten in Quart). Es werden hier 
über jede einzelne Persönlichkeit die Vornamen, Ort u. Angabe d. Schule, der sie zu- 
gehört, Geburtszeit u. Angaben üb. d. Lehrerlaufbahn angegeben. 

Über den germanischen Norden seien hier noch verzeichnet: F. E. Hundrup, 
Biographiske Efterretninger om de Candidater, som have underkastet sig philologisk 
Embedsexamen. Roeskilde 1849 u. 51. — C. H. Sthyr u. H. F. 011gaard, Filolog- 
og Magister-Stat. Kopenhagen 1907. — C. G. Koefoed, Alfabetisk Fortegnelse over 
de danske laerde Statsskolers Laererpersonale siden 1818. Renne 1906. — F. E. Hun- 
drup, Skole-Calender. Kopenhagen 1845. Drs., Laererstanden ved de laerde Skoler 
i Nakskov, Nysted og Ranne. Roeskilde 1866. Drs., Laererstanden ved de nedlagte 
Latinskoler i Ebeltoft, Grenaa, Hobro, Mariager og Skive. Randers 1876. Drs., Laerer- 
standen ved de nedlagte Latinskoler i Hjerring, Nykjebing paa Mors, Skagen, Saeby 
og Thisted. Aalborg 1871. Drs., Laererstanden ved Aalborg Kathedralskole. Aal- 
borg 1869 u. 70. — j. N. Schultz, Personalhistoriske Optegnelser om Rectorerne ved 
Frederiksborg laerde Skole. Frederiksborg 1897. — F. E. Hundrup, Laererstanden ved 
Helsingars laerde Skole. Roeskilde 1860. Drs., Laererstanden ved Metropolitan- 
skolen (in Kopenhagen). Kopenhagen 1872, 73 u. 75. Drs., Laererstanden ved Randers 
laerde Skole. Randers 1871 u. 1872. — P. N. Thorup, Blandede Efterretninger an- 
gaaende Ribe Cathedralskole. Ribe 1824 ff. — F. E. Hundrup, Laererstanden ved 
de nedlagte Latinskoler i Korser, Nestved, Nykjebing i Odsherred, Praeste, Skjel- 
skor, Slangerup, Storehedinge og Stege. Roeskilde 1871. — S. N. J. Bloch, Bidrag til 
Roskilde Domskoler Historie. Roskilde 1842—1844 u. 46. — F. W. Wiehe, Kort 
Tilbageblik paa Slagelse lcerde Skoles Historie. Kopenhagen 1852. — F. E. Hundrup, 
Laererstanden ved Viborg Kathedralskole. Viborg 1875. — Sämling af biografiske 
Notitser om nogle af de fra Aalborg Kathedralskole til Universitetet dimitterede Disciple. 
Kopenhagen 1840. Studenten aus der Schule zu Aarhus 1805 — 36 im Schulprogramm 
für 1836. — J. F. Lampe, Fortegnelse over de Kandidater, der ere dimitterede fra 
Bergens laerde Skoler 1756—1780 u. 1781—1825. Bergen 1868 u. 69 (Bergen in Nor- 
wegen). — P. F. J. Dahl, Historiske Efterretninger om den kgl. laerde Skole ved 
Frederiksborg. Kopenhagen 1836 (als Beilage: Fortegnelse over Disciple, der ere 
dimitterede fra den Kongelige laerde Skole i Frederiksborg 1690 — 1835). In den Schul- 
programmen für 1892, 1893, 1895 u. 1896 sind alle Studenten aus der Frederiksborg- 
Schule 1634—1883 angeführt. — J. N. Schultz, Personalhistoriske Optegnelser om 
Realdimittender fra Frederiksborg laerde Skole 1869—1891. Frederiksborg 1892. — 
Albert Leth u. G. L. Wad, Meddelelser om Dimitterede fra Herlufsholm 1565—1875. 
Naestned 1875. — G. L. Wad, Meddelelser om Dimitterede fra Herlufsholm (Ergän- 
zungen bis 1886). Naestved 1882 — 87. — S. Hennings, Meddelelser om Dimitterede 
fra Herlufsholm 1887—1905. Kopenhagen 1907, 1820—1866. Kopenhagen 1908, 1867 
bis 1886. Kopenhagen 1909. — S. Hennings u. Otto Jensen, Meddelelser om Her- 
lovianere, der ikke ere dimitterede fra Herlufsholm 1849—1900. Kopenhagen 1904—08. — 

6* 



84 Schüler und Lehrerverzeichnisse. Universitätsmatrikeln. 

C. Jergensen, Meddelelser om Studenterne fra Horsens Skole 1780—1851 u. 1852 
bis 1881. Horsens 1882 u. 83. — H. N. H. Müller, Meddelelser om de Disciple, der 
have taget Realexamen eller almindelig Forberedelsesexamen ved Horsens laerde Skole 
1864—88. Horsens 1889. — V. Bloch u. N. E. 011gaard, Personalhistoriske Oplys- 
ninger om de af Ribe Katedralskole i det 19. Aarhundrede dimitterede Studenter. Ribe 
1902. — S. N.J. Bloch, Bidrag til Roskilde Domskoles Historie. Roskilde 1844 u. 
1846. — Körte Efterretninger om Disciple fra Renne Skole i Tiden fra 1823 — 93. Renne 
1894. — F. E. Hundrup, Biographiske Efterretninger om de fra Slagelse laerde Skole 
til Universitetet dimitterede Disciple. 1612—1852. Roeskilde 1862 u. 63. — Paul 
Hennings, Fortegnelse med ved fejede biografiske Notitser over de fra Sore Aka- 
demis laerde Skole siden dens Genoprettelse d. 9. Marts 1821 dimitterede Studenter. 
Kopenhagen 1901 — 09. — Aug. Jergensen u.V. C. Petersen, Examinati praeliminarii 
fra Sore Akademi 1854—68. Kopenhagen 1896. 1869—85, mit V. C. Petersen, For- 
tegnelse over de fra 1886 — 97 fra 4'-Klasserne dimitterede. Kopenhagen 1899. — 
B. M. Jensen, Meddelelser om de Elever som i Tidsrummet 1870 — 95 ere udgaaede 
fra Vejle Latin og Realskole. Vejle 1900. 

Für den Familienforscher, der sich mit dem Leben von Personen der 
gelehrten Stände beschäftigt, gehört deren Bildungsgang auf den Universitäten 
unbedingt zu den wissenswerten Daten, die unter Umständen auf andere Vor- 
gänge schließen lassen oder hinweisen. Im allgemeinen haben die Personal- 
Angaben in den Universitätsmatrikeln 1 ) folgenden Inhalt: 

^ril?" *' Datum der Aufnahme (dabei oft Angabe des Rektorats). 

2. Vor- und Zunamen des Studenten (Stand des Vaters selten). 

3. Vaterland, bisweilen Datum und Ort der Geburt. 

4. Angabe, ob Handschlag oder Eid über Befolgung der akademischen 
Vorschriften geleistet worden ist. 

5. Bisweilen Fakultät und Abgang in der Exmatrikel, desgl. Doktor- 
promotion. 

6. Nachträgliche zufällige Eintragungen über spätere Tätigkeit. 

Es fragt sich, was man aus diesen Bemerkungen schließen kann? Es 
ist zunächst die Sicherheit, daß der Betreffende sich studienhalber vom ge- 
gebenen Zeitpunkt bis auf weiteres in der Universitätsstadt aufgehalten hat. 
Die Exmatrikel ist nämlich sehr selten angegeben. 

Ferner ist man berechtigt, an seinem Geburtsort, nota bene wenn er 
richtig und genau angegeben ist, auf den 10 bis 30 Jahre vor der Immatri- 
kulation zurückliegenden Geburtstag forschen zu lassen und auf Angabe der 
Eltern und Paten zu hoffen. 

Bei Unterlassung des Eides kann auf ein sehr jugendliches Alter des 
Immatrikulierten geschlossen werden und bei Nachholung des Eides, daß er 
dann das eideswürdige Alter (ca. 16 Jahre) erreicht hatte. 



*) Eine Übersicht über die bereits gedruckten Universitätsmatrikeln hat W. Falcken- 
h einer in den Beitr. z. Kenntnis des Schrift-, Buch- u. Bibliothekswesens VII (1902) 
23 ff. gegeben. — Weissenborn, E., Die Universitätsmatrikeln als genealogische Quellen. 
DH 1907, wieder abgedruckt in FB 1907. Hier teilweise wiederholt u. mit Zusätzen 
vermehrt. — Vgl. E. Qritzner, Nachtr. u. Berichtigungen zu Universitätsmatrikeln 
als genealogische Quellen, DH 1906, S. 91. 



Universitätsmatrikeln. 85 

Die Fakultät und Randbemerkungen über späteres Amt geben einen An- 
halt für das spätere Leben, wenn der Betreffende nicht anderswo weiter 
studierte oder umsattelte. 

Die Exmatrikel über den Abgang von der Universität gewährt einen 
Hinweis auf die Zeit, von der man den Gesuchten auf einer anderen Uni- 
versität oder an einem andern Ort im Amt zu finden hoffen darf. 

Zur Erleichterung für Forscher ist hierunter eine alphabetische Auf- 
zählung der deutschen und benachbarten Universitäten erfolgt, die für deutsche 
Geschlechterforschung in Frage kommen können. Sie enthält das Stiftungs- 
jahr oder die Stiftungsjahre bei Unterbrechung des Bestehens oder ver- 
zögerter Eröffnung und bei Aufhebung das Schlußjahr, damit der Forscher 
sofort erkennen kann, ob nach der Studienzeit eine Immatrikulation an der 
betreffenden Universität möglich war. Die Daten der Aufhebung mittel- 
alterlicher und selbst neuzeitlicher Universitäten haben nicht immer nach 
der Jahreszahl festgestellt werden können ; ein Teil litt zuerst an chronischem 
Schwund der Hörer, so daß schließlich nur ganz wenige übrig blieben, weil 
die Lehrer nichts leisteten und nichts für die Unterhaltung und Neubelebung 
geschah. Sie erloschen dann bisweilen ohne Sang und Klang, die Kollegien- 
häuser und sonstiger Besitz fiel dem Fiskus anheim und wurde anderweitig 
verwertet. 

Es folgen ferner Angaben über das Erscheinen der gedruckten Matrikeln 
nebst Verfasser, Druckort und Jahr, um durch das Heranziehen dieser in 
den Bibliotheken vorhandenen Bücher die Feststellung zu erleichtern. Da- 
nach ist angegeben, ob in der Neuzeit gedruckte Personenverzeichnisse er- 
schienen sind. Zuletzt folgen die Behörden, bei denen die geschriebenen 
Matrikeln der früheren Zeit aufbewahrt werden und die Auskunft bzw. Ab- 
schrift von der Eintragung erteilen, damit der Forscher sich mit seinen 
Bitten um Auskunft gleich an die richtige Stelle wenden kann. 

Aus der zahlreichen, allgemeinen Literatur über unsere Universitäten sei 
genannt: 

Die deutschen Universitäten. Für die Universitätsausstellung in Chicago 
1893, hrsg. von W. Lexis. 2 Bde. Berlin 1893 (in Bd. 1: F. Paulsen, 
Wesen und geschichtliche Entwicklung der deutschen Universitäten). 

Eulenburg, Franz, Die Frequenz d. deutschen Universitäten v. ihrer 
Gründung bis z. Gegenwart. Leipzig 1904. 

Paulsen, Geschichte d. gelehrten Unterrichts. 2. Aufl. Leipzig 1896 
u. 97. 2 Bde. 1 ) 

Falckenheiner, Bibliographie der im Druck erschienenen Universitäts- 
matrikeln. I. Die deutschen Universitäten, sowie die deutschen Nationen des 
Auslandes, in Heft 15 d. „Sammlung bibliothekswissenschaftlicher Arbeiten", 
hrsg. von Carl Dziatzko. Leipzig 1902. 

Bibliographie der deutschen Universitäten von W. Er man u. E. Hörn, 



x ) Weitere Literatur bei Dahlmann-Waitz, Quellenkunde d. deutschen Gesch. 
8. Afl. v. P. Herre, Leipzig 1912, Nr. 2935-60, 2987—3035, 7296—7311, 9103—9116, 
10798—10813, 12974—12812, 13341—1342. 



85 Universitätsmatrikel-. 

Leipzig u. Berlin 1904/05. 1. Band. Allgemeiner Teil (Kapitel 11: Universitäts- 
lehrer, 12: Universitätsbeamte, 13: Der Student als akademischer Bürger) 
2. Band, die gesamte Literatur über 50 deutsche Universitäten inkl. ihrer 
Literatur, über Personal und Matrikel enthaltend. 3. Band, Register u. Nach- 
träge enthaltend. Es finden sich in Bd. 2 Series rectorum et professorum, 
Catalogus professorum, Liste des professeurs, Nachrichten über Lehrerpersonal, 
Studenten und ihre Verbindungen: Landsmannschaften, Korps, Burschen- 
schaften, andere schlagende und nichtschlagende Vereinigungen, Personal- 
stand, Gelehrtengeschichte, Selbstbiographien ehemaliger Universitätsange- 
höriger und außer den Drucken der hierunter aufgeführten ganzen Matrikeln 
noch folgende Matrikelauszüge, deren voller Titel in der Bibliographie selbst 
aufgesucht werden muß, da der Raum hier nicht dazu ausreicht: 

Aachener in Basel, Erfurt, Heidelberg, Marburg und Wittenberg. 

Altenburger in Wittenberg. 

Altmärker in Erfurt. 

Anhaltiner in Heidelberg, Frankfurt a. O., Erfurt, Tübingen. 

Augsburger in Heidelberg. 

Badener in Wittenberg. 

Balten in Gießen und Rostock. 

Baseler in Tübingen. 

Braubacher in Erfurt. 

Czechen in Wittenberg. 

Eichstädter in Heidelberg. 

Einbecker in Erfurt. 

Elberfelder in Heidelberg. 

Elsasser in Heidelberg. 

Erfurter in Köln. 

Esthländer in Göttingen, Greifswald, Frankfurt a. O., Jena, Königsberg und 

Wittenberg. 
Frankfurter in Erfurt, Köln, Tübingen, Wittenberg. 
Gemündener in Erfurt. 
Hallenser in Basel und Tübingen. 

Hamburger in Erfurt, Frankfurt a. O., Greifswald, Wittenberg. 
Harzer und Nachbarn in Heidelberg. 
Hessen in Erfurt, Köln und Prag. 

Horber in Erfurt, Heidelberg, Marburg und Wittenberg. 
Konstanzer in Heidelberg und Prag. 

Kurländer in Halle, Greifswald, Frankfurt a. O., Königsberg. 
Lahnsteiner in Erfurt und Heidelberg. 
Lausitzer in Wittenberg. 
Livländer in Erfurt, Heidelberg, Göttingen, Greifswald, Frankfurt a. O., Jena, Köln, 

Königsberg, Marburg, Prag, Rostock und Wittenberg. 
Lübecker in Erfurt. 
Mähren in Wittenberg. 
Märker in Wittenberg. 

Magdeburger in Heidelberg, Prag, Tübingen und Basel. 
Meininger in Wittenberg. 
Mühlhäuser in Basel. 
Nassauer in Heidelberg und Prag. 
Niederländer in Heidelberg. 
Norweger in Erfurt, Prag und Rostock. 
Oberschwaben in Wittenberg. 



Universitätsmatrikeln. 87 

Österreicher in Wittenberg. 

Pommern in Heidelberg und Straßburg. 

Reutlinger in Erfurt, Heidelberg, Tübingen und Wittenberg. 

Rheinländer in Prag. 

Schlesier in Erfurt. 

Schwaben in Göttingen. 

Schweizer in Köln. 

Sechsstädter in Frankfurt a. O. 

Siebenbürger in Frankfurt a. O., Heidelberg, Jena und Wittenberg. 

Steinacher in Tübingen. 

Ulmer in Frankfurt a. O., Straßburg und Wittenberg. 

Ungarn in Heidelberg, Jena, Prag und Wittenberg. 

Urner in Freiburg i. Br. und Basel. 

Westfalen in Erfurt, Marburg und Wittenberg. 

Württemberger in Frankfurt a. O., Heidelberg, Bamberg, Straßburg u. Wittenberg. 
An einzelne bestimmte Herkunftsorte knüpfen ferner an: 

Dotter, K., Studierende aus Alsfeld vor 1700. Darmstadt 1909. 

Fabricius, W., Umstädter Studenten in früheren Jahrh.; drs., Siegener Studenten 
in früheren Jahrh. Siegen 1898. 

Festi, Cesare [conte] de, Studenti trentini alle Universitä italiane. Roma 1888. 

Hantsch, Dresdener auf deutschen Universitäten vom 14. — 17. Jht. in d. Mtlg. d. 
Ver. f. Gesch. Dresdens. 19. H. 1906 x ). 

Außerdem sind zu beachten: M. Heraeus, Hamburger Studenten auf deutschen 
und ausländischen Hochschulen 1290 — 1650, ZHbG 9. — A. Stölzel, Studierende aus 
Hessen 1368—1600. Kassel 1875. 

H. J. Böthfuhr, Livländer an auswärtigen Universitäten (Prag, Köln, Erfurt, 
Rostock, Heidelberg, Wittenberg, Marburg, Leyden, Erlangen). Riga 1884. 

Jahresbericht f. Mecklenburg. Gesch. u. Altertumsk., 48. Jahrg., Schwerin 1883, 
enth. u. a. Mecklenburger auf ausw. Universitäten. 

M. Perlbach, Prussia scholastica. Die Ost- und Westpreußen 2 ) an mittelalter- 
lichen Universitäten. Braunschweig 1895 (=Monumenta hist.Warmiensis Bd. 6, S. XXX ff.). 
— G. Erler, Nachträge zu Perlbachs Prussia scholastica aus den Leipziger Matrikeln, 
Altpreuß. Monatsschrift 35, vgl. R. Toppen ebenda 34. 

ibo (Finnland), Cathedralschule 1326—1630. Gymn. 1630— 1640; Privatschule, nach 
Helsingfors verlegt u. z. Univ. gestaltet 1829. — Lagus, Album studios. Academiae 
Aboensis MDCXL— MDCCCXXVII. 1. Teil, Helsingfors 1891, 2. Teil 1895. — Lein- 
berg, Skolstaten i nuvarande Äbostift. Jyvaskyla 1893. 

Agram (Zagreb), alte Jesuitenschule, 1776 regia scientiarum academia, 1850 Rechts- 
akademie, 1871, 1874 Universität in kroatischer Sprache. Die alten Mtr. sind nicht ge- 
druckt. Personal-Verz. seit 1874/75. Ausk. ü. d. ungedruckten Mtr. erteilt d. Univer- 
sitätssekretär. 

Altdorf, Gymn. 1576, ak. Gymn. 1578—1622. Univ. 1623, mit Erlangen vereinigt 
1810. — Georg Andreas Wills, Gesch. u. Beschr. d. Nürnbergischen Univ. Altdorf, 
2. Ausg. v. Christ. Conr. Nopitsch, Altdorf 1801. — Die Matrikel der Universität 
Altdorf, hrsg. v. Dr. Elias v. Steinmeyer, gedruckt bei Stürtz in Würzburg 1912 (vgl. 
Frhr. v. Waldenfels' Anzeige FB 1913). 

Amsterdam 1632, Mr. N. de Roever, Album Academicum van het Athenaeum 
Illustre et van de Universiteit\Amsterdam. Amsterdam, Erven H. Munster & Zoon, 1882, 
enthält Professoren 1632—1882 (alphabetisch geordnet), Studiosi 1799—1822, Studiosi 



*) In der folgenden Übersicht sind diejenigen Universitäten nicht berücksichtigt, 
über die spezielle personengeschichtliche Nachweise nicht zu beschaffen waren. 

8 ) Vgl. auch Körner, Beitr. z. Stammku. nichtpreußischer Bürger-Geschlechter 
ASW 1910. 



gg Universitätsmatrikeln. 

des Seminariums der Wiedertäufer, 1692 — 1799, Liste d. Studiosen, welche versäumten, 
Namen anzugeben 1879 — 1881. Kolleglisten des Professors M. H. L. Cras jur. doct. 

1771 1802, Kollegliste 1795 des Professors J. H. von Swinden. Keine Personalverz. 

d. Neuzeit. Ausk. erteilt d. Pedell d. Univ. v. Amsterdam. 

Bamberg 1585, aufgehoben 1803, Mtr. sind nicht gedruckt. Ausk. erteilt das Kgl. 
Lyzeum u. das Kgl. Kreisarch. zu Bamberg. 

Basel 1460. Vischer, W., Gesch. d. Univ. Basel v. d. Qründg. 1460 bis z. Re- 
formation 1529. Basel 1860. — Thommen, R., Gesch. d. Univ. Basel 1532—1632. 
Basel 1889. — Festschr. z. Feier des 450jährigen Bestehens d. Univ. Basel. Hrsg. v. 
Rektor u. Senat. Basel 1910 (hierin u. a. Thommen, R., Rektoren d. Univ. Basel v. 
1460—1910). — Mtr. sind nicht gedruckt. Personalverz. seit 1872. Ausk. erteilt die 
Universitätsbibl. 

Berlin 1810. Mtr. sind nicht gedruckt. Personalverz. seit 1821. — Verz. der Per- 
sonen, welche sich als Teilnehmer an d. 50jähr. Jubelfeier d. Univ. Berlin eingezeichn. 
haben. Berlin 1860. — Lenz, M., Gesch. d. Kgl. Friedr. Wilh.-Univ. zu Berlin. 4 Bde. 
Halle 1910. — H. 43 d. Schriften d. Ver. f. d. Gesch. Berlins 1910, d. Univ. Berlin zu 
ihrem lOOjähr. Stiftungsfeste dargebracht (mit vielen biogr. Nachr. aus dem literarisch- 
künstlerischen Berlin im 1. Drittel des 19. Jhts). — Liebmann, Otto, Die juristische 
Fakultät d. Univ. Berlin v. ihrer Gründung bis z. Gegenwart in Wort u. Bild, in Ur- 
kunden u. Briefen. Mit 450 handschriftl. Widmungen. (Festgabe der deutschen Juristen- 
zeitung). Berlin 1910. — Ak. Auskunftsstelle zur Erteilung v. Ausk. auf Anfragen wissen- 
schaftl. Art. Vorsteher: Prof. Wilh. Paszkowski. Außerdem erteilt d. Sekretariat d. 
Univ. Ausk. 

Bern 1834. Mtr. sind nicht gedruckt. Personalverz. seit 1840. Ausk. erteilt die 
Universitätskanzlei. 

Bologna 1119. Acta Nationis Germanicae Bononiensis Universitatis (1289 — 1543) 
v. E. Friedlaender u. C. Malagola. Berlin 1887, mit aiphabet. Reg. — Deutsche Stu- 
denten in Bologna (1289 — 1562). Biogr. Index zu d. Acta nationis Germanicae univer- 
sitatis Bononiensis. Im Auftrage der Kgl. Preuß. Ak. d. Wiss. bearbeitet v. Gustav 
C. Knod. Berlin, R. v. Decker, 1899. — C. Malagola, I libri della nazione tedesca 
presso Io studio bolognese. Modena 1884. — I Roduli dei lettori legisti e artisti dello 
studio Bolognese dal 1384 — 1799 pubbl. dal Umberto Dallari. Bologna, Tip. Mer- 
lani Vol. 1, 1888; Vol. 2, 1889; Vol. 3, 1, 1891 =Monumenti istorici pertinenti alle pro- 
vincie della Romagna, Serie 2. — A. Luschin von Ebengreuth, Vorläufige Mtlg. ü. 
d. Gesch. deutscher Rechtshörer in Italien (bis 1630). Wien 1893 (Sitzungsber. der 
Wiener Ak. 127, 1892. Hier S. 87 ff. ein alph. Verz. v. 7542 Familiennamen der bis- 
her v. ihm ermittelten 14303 Scholaren). — H. Grotefend, Mecklenburger a. d. Univ. 
Bologna, VMG 1888. — Pfotenhauer, Schlesier a. d. Univ. Bologna, Zeitschr. d. Ver. 
f. Gesch. u. Altert. Schlesiens, Bd. 38, S. 433ff.; Bd. 39, S. 268ff. — Suster, Guido, 
I Trentini all' universitä di Bologna nei secoli XVI e XVII. Roma 1884. 

Bonn, Kurkölnische Ak. 1777—78, Univ. 1786, aufgehoben 1797, neu errichtet 
1818 als Ersatz f. Duisburg, Köln u. Trier. Mtr. sind nicht gedruckt. Personalverz. 
seit 1821/22. Ausk. erteilt d. Universitätssekretariat. 

Braansberg, Lyceum Hosianum 1568 — 1807, erneut 1818. Mtr. sind nicht gedruckt. 
Personalverz. nicht vorhanden. Ausk. erteilt mit vorheriger Genehmigung d. Kurators 
d. Hochschule (d. Oberpräsidenten d. Prov. Ostpreußen) d. Rektorat od. ein v. dem- 
selben beauftragter Kandidat. 

Breslau, städtisches Gymn. 1505, 1702 Universität mit 2 Fakultäten, neu errichtet 
1811 (vgl. Frankfurt a. O.). Mtr. sind nicht gedruckt. Personalverz. seit 1825. Ausk. 
erteilt d. Universitätssekretariat (auch für Frankfurt a. O.). 

Cambridge 1218—31. Book of Matriculations and Degrees 1851—1900 University 
Press. Cambridge. Cambridge university Calender, jährlich veröffentlicht von Deigthon, 
Beck 8t Co., enthält die Namen fast aller lebenden Graduierten und Untergraduierten. 
Ausk. erteilt the Registrary of the University. 



Universitätsmatrikeln. 89 

Cassel, Univ. 1633—1653, dann mit Marburg vereinigt. Dr. C. Fr. Webel, Gesch. 
d. städtischen Gelehrtenschule zu Cassel, Cassel 1846; Beilage A: Verz. derjenigen 
Casselaner, die in d. Albums d. Univ. Erfurt (1392—1528), Wittenberg (1502—1528) u. 
Marburg (1527—1538) als Studiosen eingetragen sind. — Wilh. Falckenheiner, D. 
Annalen u. d. Matrikel d. Univ. Cassel 1633—1652, in ZHG, Bd. 18, 1893. S. auch 
Marburg. 

Christiania 1811. Det Kgl. Norske Frederiks Universitets Aarsberetning samt 
Universitäts-Matrikel, seit 1842. Dies Buch verzeichnet die in die Matr. aufgenommenen 
Studenten mit Geburtsdaten u. Eltern nebst Prüfungszeugnissen. 

Czernowitz 1875. Anton Norst, Alma mater Francisco-Josephina, Festschr. 
Czernowitz 1900. Personalverz. d. ak. Lehrkörpers seit 1875. Ausk. erteilt d. K. K. 
Quästur der Univ. 

Deventer, Ak. d. niederländischen Prov. Overyssel. D. G. van Epen, Haag, Prak- 
tizijushoek, erteilt Ausk. gegen Portovergütung. 

Diilingen, Kollegium 1548—49. St. Hieronimus-Univ. 1551, 1803 aufgelöst. — 
Thomas Specht, Gesch. d. ehemal. Univ. Dillingen 1549—1804. Freiburg i. Br. 1902, 
Bd. I. — Th. Specht, Quellen z. Gesch. d. Univ. Dillingen (Jb. d. hist. Ver. Dillingen 12). 
— Mtr. d. Univ. Dillingen. Bearb. v. Th. Specht 1551—1645. Dillingen 1910/11 
(=Arch. f. d. Gesch. d. Hochstifts Augsburg, Bd. 2), vgl. J. Schlecht, im Arch. f. 
d. Gesch. d. Hochstiftes Augsburg 1909. — Karl M.Mayer, Rektoren d. Univ. Dillingen 
1550 bis 1650 JD 9; Th. Specht, Rektoren d. Univ. Dillingen 1650—1803 JD 13. Ausk. 
erteilt d. Kgl. Lyceum Dillingen. 

Dole. Ernst Friedlaender, Annalen der Univ. Dole aus d. J. 1580, VJH, 31. 
Diese Annalen sind Aufz. eines Herrn v. Rechberg ü. d. Immatrikulationen u. Promo- 
tionen u. einige andere Vorkommnisse d. J. 1580. Die Univ. Dole in Burgund ge- 
hörte damals z. deutschen Reiche. 

Dorpat, ursprünglich schwedische Univ. 1632—1665 u. 1690—1710. Neu errichtet 
1802, jetzt Jurjew genannt. — Hasselblatt u. Otto, Album acad. d. Kaiserl. Russi- 
schen Univ. Dorpat. Dorpat 1889. — Die in Bd. 8 der Mtl. aus d. Gebiete d. Gesch. 
Liv-, Esth- u. Kurlands v. Th. Beise nach zwei verschiedenen Vorlagen veröffentlichte 
Mtr. der schwedischen Univ. Dorpat umfaßt nur die Jahre 1632 — 1665. Weitere Lite- 
ratur-Nachweise in Winkelmanns „Bibliotheca Livoniae Historica" Nr. 3465 ff. — Von 
den 14000 Immatrikulierten Dorpats. Streifzüge in das Album academicum d. Kais. Univ. 
Dorpat v. G. Otto u. A. Hasselblatt, Dorpat, Mattiesen 1891. — Die Ehrenlegion 
der 14000 Immatrikulierten. Weitere Streif züge in d. Album academicum d. Kais. Univ. 
Dorpat v. A. Hasselblatt. Dorpat 1893 u. Leipzig, K. F. Köhler in Korn. — Dorpater 
Gedenktage 1802—1902. Z. Erinnerung an d. Hundertjahr-Feier der Alma mater Dorpa- 
tensis. St. Petersburg 1902. 

Duisburg 1653—55, aufgehoben 18./10. 1818. W. Varges, Die Univ. Duisburg 
(Germania, Zeitschr. f. Kult.-Gesch. 1, 1894/95). Mtr. ist nicht gedruckt. Ausk. erteilt 
die Universitätsbibl. zu Bonn. S. Bonn. Über d. Matrikelb. u. die Studenten handelt 
Werner Hesse, Beitr. z. Gesch. d. früh. Univ. in Duisburg, F. H.Nieten 1879, S. 39ff. 

Ellwangen, Kath. Landes-Univ. 1812—1817, dann als kath. theol. Fakultät mit Tü- 
bingen vereinigt. 

Erfurt 1392, aufgehoben 1816. Herrn. Weißenborn, Akten der Erfurter Univ., 
nebst Univ.-Mtr., 1. Tl. 1392—1492, 2. Tl. 1492—1636. 3 Bde. Halle 1881—1899. — 
G. Bauch, D. Univ. Erfurt im Zeitalter d. Frühhumanismus. — Oergel, Georg, Das 
Collegium Beatae Mariae Virginis (Juristen-Schule) zu Erfurt. E. Beitr. z. Erfurter 
Universitätsgesch. ME XXII. — Jordan, Verz. d. in Erfurt studierenden Mühlhäuser 
(1392—1636), MGB 5. — Wilh. Sillem, Studenten aus Hamburg u. d. Nachbarge- 
bieten in Erfurt 1492—1686, ZHbG 8. — H. Gutbier, Erfurter Studenten des MA aus 
Salza u. Umgegend. Jahresber. der Kgl. Ak. zu Erfurt, NF XXXIV 1908. Ausk. erteilt 
d. Kgl. Bibl. zu Erfurt. 

Erlangen 1743. Keine gedruckte Mtr. — Personalstand der Friedrich-Alexander- 
Univ. Erlangen 1743—1843. Erlangen 1843. — Augsburger Studenten an der Univ. 



90 



Universitätsmatrikeln. 



Erlangen (1743—1827). Zeitschr. d. hist. Vereins für Schwaben u. Neuburg XIII 
(1886). — P. Bahlmann, Westfälische Studenten zu Erlangen 1743—1818. Ravens- 
burger Bl. f. Geschichts-, Volks- u. Heimatk X. Bielefeld 1910. — Theodor Kolde, 
Die Univ. Erlangen unter d. Hause Witteisbach 1810 — 1910. Festschr. z. Jahrhundert- 
feier der Verbindung der Friderico-Alexandrina mit d. Krone Bayern, im Auftrage 
des akademischen Senats verfaßt. Erlangen u. Leipzig 1910. Hierin: Die Prorektoren 
u. Syndici seit 1810, S. 514. 515. Alph. Liste d. ak. Dozenten U.Bibliothekare 1810—1910 
(mit Lebensdaten). — Personalverz. seit 1830 bzw. 1835 — 36. Ausk. erteilt das Univer- 
sitätssekretariat, auch wird Einsicht an Ort u. Stelle gestattet. 

Franeker, niederländische Prov. Friesland, Univ. v. 1585—1811. D. gedruckte 
Mtr. ist bei Herrn D. Q. van Epen in Haag, Praktizijushoek, in Bearbeitung. Ders. 
erteilt Ausk. gegen Portovergütung. 

Frankfurt a. O. 1506, nach Breslau verlegt 1811. Acten u. Urkunden d. Univ. 
Frankfurt a. O. Hrsg. v. G. Kaufmann u. G. Bauch. Breslau 1897 ff. Mtr. im Uni- 
versitätsarch. in Breslau. — E. Friedlacnder, Mtr. d. Univ. Frankfurt a. O. 3 Bde. 
Leipzig 1887 — 91. — G. Bauch, Das älteste Decanatsbuch der philosophischen Fakultät 
an d. Univ. Frankfurt, JSs 74, Abt. 3, 1896, S. 13, 1897, S. 17. — Becmann, J. C, 
Notitia Universitatis Francofurtanae una cum iconibus personarum aliquot illustrium. 

c. 38 tab. aeneis professorum. Frankf. a. O. 1707, fol. — Söhnel, Niederlausitzer auf 

d. Univ. Frankfurt a. O., in: Niederlausitzer Mtlg. XI, 1910, S. 35 ff. 

Freiburg i. Br. 1460. H. Schreiber, Gesch. d. Albert-Ludwigs-Univ. zu Frei- 
burg i. Br. 3 T. Freiburg 1857—60. — Mayer, Herrn., D. Mtr. d. Univ. Freiburg. i. B. 
v. 1460—1656. Im Auftr. d. ak. Arch.-Komm. bearbeitet. 2 Bde. Der 2. Bd. enthält 
Tabellen, Personen- u. Ortsregister. Freiburg, seit 1907. — Im XIII. Bd. der Zeitschr. 
d. Ges. f. Bef. d. Geschichtsku. v. Freiburg (1897) ist enthalten: Mtg. aus d. Mtr.-B. 
d. Univ. 1501 — 1584. — J. König, Die Professoren der theologischen Fakultät zu Frei- 
burg i. Br. 1470 — 1870 (Freiburger Diözesanarch. Bd. 27). — Amoenitates literariae 
Friburgenses (von Riegger), Ulmae, A. L. Stettinius 1775. — Beitr. z. Gesch. d. Univ. 
Freiburg: Rektorat u. Prorektorat v. König, in: Freiburger Diözesanarch. Bd. 23, 1893, 
S. 61 ff. — M. Gmelin, Verz. d. Studirenden zu Freiburg u. Heidelberg, aus Orten, die 
jetzt z. Kgr. Württemberg gehören, WVL 3, 177ff. — Gerola, Giuseppe, Gli stu- 
denti trentini all' universitä di Friburgo in Brisgovia, in „Archivio trentino" anno XV. 
— Personalverz. seit 1822 — 23. Ausk. erteilt Dr. Hermann Mayer, Professor am Bert- 
holdsgymn. in Freiburg i. Br. 

Freiburg i. d. Schweiz 1886. Ausk. erteilt die Universitätskanzlei. 

Genf 1559, erneut 1873. Le livre du recteur, Catalogue des etudiants del'academie 
de Geneve de 1589—1859. Ed. de Fort, Revilliod et Fick. Geneve 1860. Liste 
des Etudiants, seit 1875 erscheinend. 

Gießen 1607. Ernst Klewitz und Karl Ebel, D. Mtr. d. Univ. Gießen 1608 bis 
1707. Gießen 1898 (aus Mtlg. d. Oberhess. Gesch.-Ver. N. F. Bd. 2—6, 1890—96). — 
Becker, Wlh. Mtn., Studentenschaft in d. Frühzeit d. Univ. Gießen (mit Studenten- 
listen), in: Beitr. z. hessischen Schul- u. Universitätsgesch., hrsg. v. Diehl u. Messer, 
1,4, Gießen 1906, S. 55 ff. — Diehl, Wlh., Die Abiturientenlisten d. hessischen Päda- 
gogien aus d. Zeit v. 1666—1700 u. die Gießener Universitätsmtr. I, 2. 1907. Die un- 
gedruckten Mtr. liegen auf der Universitätsbilbl. Personalverz. seit 1822. Ausk. erteilt 
d. Universitätskanzlei. 

Göttingen 1734—37. J. St. Pütt er, Versuch e. ak. Gelehrtengesch. d. Univ. Göttingen, 
fortges. v.F.Saalfeldu.Oesterley. 4T. Göttingen 1765— 1838. — Göttinger Professoren, 
Gotha 1872. — Beitr. z. Gelehrten-Gesch. Göttingens (Festschr. z. Feier d. 150jähr. 
Bestehens d. Kgl. Gesellsch. der Wissensch. zu Göttingen). Berlin 1901. Mtr. sind 
nicht gedruckt. Personalverz. seit 1763. Ausk. erteilt d. Universitätssekretariat. 

Graz, Stiftung 1585, Eröffnung 1586, von 1782—1826 Lyceum, 1826 neue Uni- 
versität mit drei Fakultäten, seit 1863 Volluniv. Mtr. ist nicht gedruckt. Personalverz. 
erscheint nicht. Ausk. erteilt d. Rektorat. — Catalogus Alumnorum pontificiorum Graecii 
ab a. 1578 usque ad a. 1635 in Laur. Forer, Grammaticus Proteus. Ingolstadii 1636 S. 251 f. 



Universitätsmatrikeln. 91 

Greifswald 1456. J. O. L. Kosegarten, Gesch. d. Univ. Greifswald. Greifswald 
1857. — E. Lange, Greifswalder Professoren i. d. Slg. derVitae Pomeranorum. BS 44, 
1—42. — E. Friedlaender, Mtr. d. Univ. Greifswald 1456—1700. 2 Bde. Leipzig 
1893/94. Mtr. bis 1826 in der Univ.-Bibl., die späteren Bde. in d. Univ.-Kanzlei. Per- 
sonalverz. seit 1844. Ausk. erteilt d. Universitätsbibl., bzw. Univ.-Kanzlei. 

Halle 1694. Damit vereinigt Wittenberg 1817. W. Schrader, Gesch. d. Fried- 
richs-Univ. zu Halle. 2 T. Berlin 1894. — J. Conrad, D. Statistik d. Univ. Halle 
während d. 200 Jahre ihres Bestehens (in: Festschr. d. Univ. Halle). Jena 1894. — 
Schilling, Rud. Freiherr v., Die an d. Kgl. preußischen Friedrichs-Univ. zu Halle a. S. 
1690—1785 immatrikulierten baltischen Edelleute. JGM 1897, S. 50f. — Z. Feier d. 
50 jähr. Vereinigung d. Univ. Halle U.Wittenberg, 1867 (nicht im Handel), hierin u. a.: 
Boehmer, Gesch. d. v. Ponickauischen Bibl. — Mtr. ist nicht gedruckt. Personalverz. 
seit 1822. Ausk. erteilt d. Universitätsbibl. 

Harderwijk (Niederlande) 1600 — 1818. D. G. van Epen im Haag, Praktizijushoek, 
Album studiosorum academiae Gelro Zutphonicae 2648—1818. Haag 1904. D. G. van 
Epen besitzt das Liber doctorum und erteilt Auskunft darüber gegen Portovergütung. 
(Man promovierte gegen — Zahlung.) 

Heidelberg 1386, ern. 1803. G. Toepke, Die Mtr. d. Univ. Heidelberg v. 1386 
bis 1870. 6 Bde. (Bd. 5u.6 bearb. v. P. Hintzelmann.) Heidelb. 1884— 1907. Anhang zu 
Bd. 4: 1. Album promotorum in facultate philosophica ex parte catholicorum 1705 — 1805. 
Bd. 4: 2. Catalogus auditorum juris canonici et promotorum in jure tarn canonico quam 
utroque 1726 — 1770. 3. Matricula et studiosorum et promotorum in facultate theologica 
ex parte reformatorum 1706 — 1800. — J. F. Hautz, Gesch. d. Univ. Heidelberg. 2 Bde. 
Mannheim 1862, 64. — A. Thorbecke, Gesch. d. Univ. Heidelberg, Abt. I, 1386 bis 
1449. Heidelberg 1886. — Ed. Winkelmann, Urkundenb. d. Univ. Heidelberg. 
2 Bde. Heidelberg 1886. — Kurt Klemm, Die Helvetia in Heidelberg von 1811, 
Ak. Monatsh. Nr. 272 vom 1. Dezember 1906. — O. Schnettler, Studierende aus d. 
Grafschaft Mark auf d. Univ. Heidelberg (1386—1870) BD XX. — Personalverz. seit 
1818/19. Ausk. erteilt d. Großhzgl. Universitätsbibl. Vgl. auch unter Freiburg. 

Helmstedt, Stiftung 1575, Eröffnung 1576—1809. VI. Jg. des handschriftl. Jb. d. 
Ver. f. Gesch. u. geschichtl. Hilfswft. a. d. Universität Leipzig „Roter Löwe", S. 211 — 226 
enthält Ausz. d. Mtr. d. Univ. Helmstedt v. Paul Georg Herold, stud. jur. — Das 
sog. Album von Helmstedt wird von dem Herzogl. Landeshauptarchiv zu Wolfenbüttel 
aufbewahrt, das auch Auskunft erteilt. 

Herbora 1584, 1817 aufgehoben. Die Nassauer Drucke der Kgl. Landesbibl. in 
Wiesbaden v. A. v. d. Linde. I. Bd. S. 340—496, Wiesbaden 1882, enthalten die Her- 
borner Hochschul-Mtr. v. 1584 — 1726. Matricula studiosorum scholae Herbornensis. — 
Zedier, Gottfried, u. Sommer, Hans, D. Mtr. d. Hohen Schule u. d. Pädagogiums 
zu Herborn (= Veröff. d. Histor. Komm. f. Nassau V). Wiesbaden 1908. — Ausk. 
erteilt d. Direktion d. Kgl. theol. Seminars zu Herborn. 

Ingolstadt 1472, 1782—92 Lyceum, nach Landshut verlegt 1800, von hier nach 
München 1826. Fr. X. Freninger, D. Matrikelbuch d. Univ. Ingolstadt-Landshut- 
München. Rektoren, Professoren, Doktoren 1472 — 1872, Kandidaten 1772 — 1882. Mün- 
chen 1872. In alphab. Folge. — Der ältere Teil der Ingolstädter Mtr. ist 1906 im Druck 
erschienen. — Annales Ingolstadiensis Academiae emend. J.N. Mederer. Ingolstadt u. 
München 1782—1859. Verzeichnis der Studierenden u. Namen der nobiles u. and. 
illustren Personen. — General-Repertorium über sämtliche an der Ludwig Maximilian- 
Universität zu Landshut 1800—1826 immatrikulierten Studierenden. Für d. Landshuter 
Studiengenossen-Fest am 22. Juli 1860 zusammengestellt. Friedberg 1861. — Personalverz. 
seit 1826. Ausk. erteilt d. Universitätsarchiv in München. 

Innsbruck 1672, Ak. mit vier Fakultäten, 1782—1792 Lyceum, 1792—1810 Univ. 
mit drei Fakultäten, 1810 aufgehoben, 1826 mit zwei Fakultäten neu eröffnet, 1857 
theologische Fakultät wieder eröffnet, 1869 Volluniv. — Vgl. J. Probst, Gesch. d. 



Q2 Universitätsmatrikeln. 

Univ. i. Innsbruck seit ihrer Entstehung bis 1860. Innsbruck 1869. 1 ) A. v. Wretschko, 
Gesch. der juristischen Fakultät an d. Univ. Innsbruck 1671—1904 (in d. Beitr. z. 
Rechtsgesch. Tirols 1904). Dazu desselben Verf. Abhandlung ü. d. ak. Grade. Inns- 
bruck 1910 (Rektoratsber. 1908/9) u. Kaspar Schwarz, D. Hofpfalzgrafenwürde der 
juristischen Fakultät Innsbrucks (Beitr. z. Rechtsgesch. Tirols 1904). D. Mtr. sind 
nicht gedruckt u. befinden sich im Universitätsarchiv. In der Zeit der tirolischen Be- 
freiungskriege u. später bestehen Lücken. Personalverz. seit 1827, enthalten nur die 
Professoren. Ausk. erteilt das Sekretariat. 

Jena 1548, Privileg 1558. D. Univ. v. Ende Juli 1578 bis 9. März 1579 wegen 
d. in d. Umgegend herrschenden Pest nach Saalfeld verlegt. S. unter Saalfeld. — 
Schwarz, J. C. E., Das erste Jahrzehnd der Univ. Jena. Denkschr. zu ihrer dritten 
Säkular-Feier. Jena 1858. — Günther, Joh., Lebensskizzen der Professoren der Uni- 
versität Jena s. 1558 — 1858. Jena 1858. — Piltz, Ernst, Dozenten-Album d. Univ. Jena 
1858 — 1908. Jena 1908. — Jenaische Stadt- und Universitäts-Chronik von Martin 
Schmeizel, herausgeg. v. Ernst Devrient. Jena 1908. — H. Koch, Adrian Beier's 
Athenae Salanae, ASW 1909, 91. 92: Koch stellt die Namen derjenigen Professoren zu- 
sammen, ü. die d. handschriftl. Nachlaß des Diakonus M. Adrian Beier (17. Jht; acht 
starke Quartbände mit fast 8000 Seiten) auf der Universitätsbibl. in Jena handelt. Es 
ist ein bis zum Jahre 1826 reichendes alph. handschriftl. Namensverz. vorhanden. 
— Keine gedr. Mtr. Personalverz. s. 1826. Ausk. erteilt d. Universitätsbibl. 

Kiel 1665. — Chronik d. Univ. Kiel u. d. Gelehrtenschulen in Schleswig-Holstein, 
mit alph. Verz. d. Stud. Kiel, seit 1826. H. Ratjen, Gesch. d. Univ. Kiel (s. 1665). 
Kiel 1870. Mit alph. Reg. — Personalverz. s. 1854. Ausk. erteilt d. Registratur d. Uni- 
versitätskanzlei. 

Köln a. Rh., 1388/89, städtische Univ., aufgehoben 1797 resp. 1813 u. in ein Ly- 
zeum verwandelt. F. J. v. Bianco, D. alte Univ. Köln. Köln 1855. — H. Keussen, 
Beitr. z. Gesch. d. Kölner Univ. WZ 18 (1899). — D. Mtr. d. Univ. Köln 1389—1559, bearb. 
v. H. Keussen, B. 1 (1389—1466). 1. Hälfte unter Mitwirkung v. W. Schmitz. 
2. H. Reg. Bonn 1892. — Die Rotuli der Kölner Univ. (Mtlg. a. d. Stadtarch. v. Köln. 
B. 20.) — Crecelius, W., Aus d. III. Mtr. d. Univ. Köln, VJH 8. — Ausk. erteilt d. 
Universitätssekretariat Bonn. 

Königsberg, 15. 8. 1544. D. H. Arnoldt, Historie der Königsbergischen Univ. 
2 B. Königsberg 1746. — D. Mtr. d. Univ. Königsberg i. Pr. Hrsg. v. Georg Erler, 
1544—1829. 2 Bde. Leipzig 1908—12. (Publikationen desVer. f. Gesch. v. Ost- u. West- 
preußen. — Die Zeitschr. f. d. Gesch. u. Altertumsku. Ermlands. Bd. 11. Braunsberg 1894, 
enthält u. a.: Die Ermländischen Studenten an der Albertina zu Königsberg von Fr. 
Hipler. — Außerdem s. K. Bogun, Stammbuchs, i. d. Stadtbibl. zu Königsberg, SA 
a. d. VJH 1901. — Ak. Erinnerungsb. f. die, welche in d. J. 1787—1817 d. Königsberger 
Univ. bezogen haben. Hrsg. ist G. F. Härtung. Königsberg 1825. Enthält S. 8—14 
die Namen der Rektoren u. Prorektoren, sowie die Anzahl der jährlich immatrikulierten 
Studierenden 1544—1787, S. 17—226 e. Verz. d. Studierenden v. 1787—1817 mit Index 
S. 227 ff. — Ak. Erinnerungsb. f. die, welche in d. J. 1817 — 1844 d. Königsberger Univ. 
bezogen haben. Hrsg. bei Gelegenheit der 3. Säkularfeier d. Univ. Königsberg (Hrsg. 
G. F. Härtung) 1844. Enthält S. 1—174 e. Verz. d. Studierenden v. 1817—1844 mit 
Index S. 175—186 u. e. alph. Verz. d. Lehrerpersonals auf der Albertina v. 1825—1844, 
S. 187—194. — Personalverz. s. 1787, als Manuskript gedruckt. Ausk. erteilt d. Uni- 
versitätssekretariat. 

Kopenhagen 1475, erneuert 1611. Kjöbenhavns Universitets Mtr. v. S. B. Smith. 
Kopenhagen 1890—94. Bd. I (1611—67), Bd. II (1667—1740), Bd. III (1740—1828). 
Kopenhagen, Hagerups Forlag 1911. — Holger Fr. Rerdam, Fyenske Studenter ved 
Kjebenhavns Universitet 1479—1611. — S. Birket-Smith, Kjebenhavns Universitets 
Matrikel I (1611—67), II (1667—1740), III (1740—1828, dieser Band ist noch nicht ab- 

x ) Tiroler und Vorarlberger studierten vor Errichtung der Innsbrucker Universität 
gewöhnlich in Freiburg, Ingolstadt, Dillingen und Bologna. 



Universitätsmatrikeln. 93 

geschlossen). Kopenhagen 1890 ff. — H. P. Selmer, Akademiske Tidender I— IV, Kopen- 
hagen 1833—41 (enthält Studenten 1824—36), danach sind die Studenten verzeichnet 
in „Kjebenhavns Universitets Aarboger" (Jahrbücher der Kopenhagener Universität). In 
Norwegen und Dänemark ist es gebräuchlich, jedes Jahr ein Buch über die Studenten, 
die ihre 25 jährige Jubelfeier halten können, herauszugeben. 

Krakau. Gegründet 1364, erneuert 1400. — Album studiosorum universitatis Cra- 
coviensis. Tom. 1 (ab a. 1400 ad a. 1489) ed. Zegota Pauli et Boleslaus Ula- 
nowski. Cracoviae 1887. Tom. 2 (ab a. 1490 ad a. 1551) ed. Adam Chmiel. Ebd. 
1892. — Auszüge: Das älteste Matrikelbuch der Universität Krakau. Beschr. u. Ausz., 
mitgeteilt durch Heinrich Zeissberg. Festschr. z. 400 jähr. Jubelfeier der Ludwig- 
Maximilians-Universitätzu München. Innsbruck, Wagner 1872. — Deutsche Scholaren 
in Krakau in der Zeit der Renaissance, 1460—1520, v. Q. Bauch. Breslau 1900 
= 78. Jahresber. der Schlesischen Gft. f. vaterl. Kultur. 1900. 3. Abt. S. 1 ff. Dazu 
Kasimir von Morawski, Historya Uniwersytetu Jagiellonskiego (Geschichte der 
Universität Krakau). Krakau 1900. — Personalverz. s. 1850. Ausk. erteilt die Universi- 
tätskanzlei. 

Kulm 1366. Die Stiftung wurde erst 1554 ausgeführt, aber ist nicht weit gediehen. 
Verbleib der Matrikel ist unbekannt. 

Landshut 1800, wurde 1826 nach München verlegt, siehe das für Ingolstadt Ge- 
sagte. — General-Repertorium über sämtliche an der Ludwig-Maximilian-Universität 
Landshut 1800—1826 immatrikulirte Studirende. Friedberg 1861. — Ausk. erteilt d. 
Universitäts-Archiv in München. 

Leiden (Leyden) 1575. Album studiosorum Lugduno-Bataviae acad. 1575—1875 
von G. de Rieu. Haag 1875, mit alph. Reg. Personalverz. s. 1877 im Jaarboek d. 
Ryks-Universiteit te Leiden. Ausk. erteilt der Sekretär des Senats. 

Leipzig 1409. F. Zarncke, Die urkundl. Quellen z. Gesch. d. Univ. Leipzig 
(Abh. d. Ges. d. Wft. zu Leipzig 1857) u. in Kl. Schriften B. 2. — M. W. Drobisch, 
Beitr. z. Statistik d. Univ. Leipzig (Ber. üb. d. Verhandl. d. Kgl. Gft. d. Wft. zu Leipzig 
1848, 60ff. u. 1849, 69ff.). — Die Anfänge der Univ. Leipzig. Personalverz. v. 1409—1419. 
Aus den ältest. Mtr. d. Univ. zusammengestellt v. Paul Wilh. Ullrich, Leipzig 1895. 
— Mtr. d. Univ. Leipzig, Ausz. aus derselben a. d. J. 1537—1877 v. Max Schmidt, stud. 
med., u. Paul Wilhelm Ullrich, stud. hist. VI. Jg. (1881) des handschr. Jb. d. Ver. 
f. Gesch. u. geschichtl. Hilfswft. an d. Univ. Leipzig „Roter Löwe". S. 227—288. — 
(Wimpina, Cr.), Scriptorum insignium, qui in celeberr. praesertim Lipsiensi, Witten- 
bergensi, Francofordiana ad Oderam academiis a fundat. usque ad annum 1515 florue- 
runt, centuria ab auctore eius temp. anonymo, ed. a. J. J. Madero. 1660. — Georg Erler, 
Die Mtr. d. Univ. Leipzig: 1. Bd. Die Immatrikulationen v. 1409—1559. Leipzig 1895 
(= Codex diplomaticus Saxoniae Regiae, 2. Haupttl., XVI. Bd.). 2. Bd. Die Promotionen 
v. 1409—1559, Leipzig 1897 (= Cod. dipl. 2. Haupttl., XVII. Bd.). 3. Bd. Reg. 1902 
(= Cod. dipl. 2. Haupttl., XVIII. Bd). — Georg Erler, Die jüngere Mtr. d. Univ. 
Leipzig 1559 — 1809 als Personen- u. Ortsreg. bearbeitet u. durch Nachtr. aus d. Pro- 
motionslisten ergänzt. I. Bd. Die Immatrikulationen \y. Wintersemester 1559 bis z. 
Sommersemester 1634. Leipzig 1909. II. Bd. Die Immatrikulationen v. Wintersemester 
1634 bis z. Sommersemester 1709. Leipzig 1909. III. Bd. Die Immatrikulationen v. 
Wintersem. 1709 bis z. Sommersemester 1809. Leipzig 1909. Vgl. über dieses hoch- 
wichtige Werk Paul Rachel, Die jüngere Matrikel der Universität Leipzig 1559 — 1809 
in: Dresdner Anzeiger, Sonntags-Beilage 1910, Nr. 4, S. 12ff. — Die in Leipzig von 
1409—1600 studierenden Aachener v. Loersch, AG 13. 1891. — Die theologischen Pro- 
motionen an d. Univ. Leipzig (1428— 1539) v. Th. Brieger. Leipzig 1890. — H. Wuttke, 
Collegium beatae virginis in Universitate Lipsiensi. Leipzig 1859. — E. G. Gersdorf, Die 
Rektoren der Univ. Leipzig. Denkschr. z. 2. Juni 1869, MDGL 5.— P. Pfotenhauer, 
Schlesier als Rektoren d. Univ. Leipzig in dem ersten Jahrh. ihres Bestehens, ZVGS XVII, 
1883, S. 177 ff. — Herrn. Freytag, Die Beziehungen der Univ. Leipzig zu Preußen v. ihrer 
Begründung bis z. Reformation (mit zahlreichen biogr. Nachr.) ZWG 44. Bd. 1902. — 
Th. Wotschke, Posener Studenten in Leipzig bis 1560, HMPIV(1903), Nr. 9. — Meier, 



g4 Universitätsmatrikeln. 

Frdr., Annaberger Studenten auf den Universitäten Leipzig u. Wittenberg im 16. Jht. 
Mtlg. d. Ver. f. d. Gesch. Annabergs XI. — Alois John, Egerer Studenten an d. Leip- 
ziger Univ. (1413—1556). Eger, Selbstverlag 1907. — Die Schrift „Chronik der ,Canitz- 
Gesellschaft' zu Leipzig", die anläßlich des 35. Stiftungsfestes der Leipziger „Canitz- 
Gesellschaft" von Bert hold Graf zu Lynar verfaßt ist, enthält rund 350 kurzgefaßte 
Personalien der Mitglieder dieser Studentenvereinigung. — Kreussler, H. G., Beschr. 
d. Feierlichkeiten am Jubelfeste der Univ. Leipzig am 4. Dezember 1809 nebst kurzen 
Lebensbeschr. der Herren Professoren. Mit 27 Bildnissen u. 11 andern Kupfern. 
Leipzig 1810. — Von der Jubiläumsliteratur des Jahres 1909 1 ): (abgesehen von der 
bereits genannten Herausgabe der jüngeren Matrikel) als vornehmste u. auch d. Fa- 
milienforscher äußerst nützliche zu nennen: Festschr. z. Feier des 500jährigen Bestehens 
d. Univ. Leipzig, herausgeg. v. Rektor u. Senat (4 Bde.). Hiervon enthält der 1. Bd.: 
Die Leipziger theologische Fakultät in fünf Jahrhunderten, von Otto Kirn; der 2. Bd.: 
Die Leipziger Juristenfakultät, ihre Doktoren u. ihr Heim, v. Emil Friedberg. Diese 
beiden Bände enthalten ein reiches personengeschichtliches Material. — Außerdem sei 
erwähnt: Kat. d. Universitäts-Jubiläums- Ausstellung Leipzig 1909 (S. 36ff. Medaillen; 
S. 119ff. Studentenstammbücher, mit Angaben d. Besitzer; S. 175 ff. Porträts, mit An- 
gabe d. Besitzer). — Vgl. KarlBinding, Die Feier des 500jährigen Bestehens d. Univ. 
Leipzig. Amtlicher Ber. im Auftr. d. ak. Senats. Leipzig 1910. (Die Glückwunsch- 
adressen zeigen zahlreiche Unterschriften.) Die Liste der ehemaligen Leipziger Studenten 
aus der Schweiz S. 333 ff. — Personalverz. s. 1830. Ausk. erteilt der Universitätsrat. 

Lemberg (Lwöw, Galizien, Österr.-Ung.) gegr. 1784, reorg. 1817, früher mit 
deutscher, seit 1871 mit polnischer Unterrichtssprache. Es besteht ein Personalverz. 
d. Professoren u. Dozenten. Ausk. erteilt die Kanzlei der Univ. 

Loewen (Louvain), 1426, erneut 1793, ausgesprochen katholisch seit 1835. LeMatricule 
de l'universite de Louvain (1426 — 1453) v. E. Reusens. Bruxelles 1903. Mit alph. Reg. 

— E. Laloire, L'Union des etudiants anversois ä Louvain. Histoire des nobles et doctes 
juristes anversois ä l'Universite de 1687 ä 1794, in den Annales de l'academie royale 
d'Archeologie de Belgique. 5. Serie, 1 1898, S. 585 ff. — V. Brandts, La faculte de droit 
de l'universite de Louvain ä travers cinq siecles. Louvain 1906. — L. Boone, Een 
turnhoutsche Studenten Kring in de oude Hoogeschool van Leuven, in: Taxandria, 
Annales du Cercle historique et archeologique de la Campine III (1906 — 1907), S. 135 ff. 

— Chanoine Laenen, Les origines de la nouvelle universite de Louvain, in: La vie 
diocesaine (Malines) III 1909, S. 194ff. — Jos. Wils, La congregation des theologiens 
campinois de l'ancienne Universite de Louvain, in den Analectes pour servir ä l'hi- 
stoire ecclesiastique de la Belgique: 3* Serie I (XXXI. der ganzen Slg.) 1905, S. 360ff. ; 
drs., Les etudiants * des regions comprises dans la nation germanique ä l'universite de 
Louvain I 1642—1776. Louvain 1909. II 1834—1909. Louvain 1910. — Im Jb. d. Univ. 
werden s. 1837 die Ergebnisse der Examina veröffentlicht. Ausk. erteilt d. Kgl. Archiv 
in Brüssel oder die Kgl. Bibl. in Louvain. 

Lund (Schweden) 1666. M. Weibull och E. Tegner, Lunds universitet historia. 
2 Bde., 1868. Publ. Acta universitatis Lundensis. 

Mainz 1477. F. W. E. Roth, Niederrheinische Gelehrte an der Mainzer Univ. v. 
15.— 17. Jht. (Beitr. z. Gesch. des Niederrheins 14); drs., Z. Gesch. der Juristenfakultät 
zu Mainz im 15. u. 16. Jht. (Jb. d. Savigny-Stiftg. f. RG. Germ. Abt. 1902). — E. Verz. 
graduierter Philosophen v. 1565 bis 1618 findet sich in: Nomina reverendorum . . do- 
minorum qui . . suprema eiusdem laurea vel condecorati vel academico calculo ea digni 
iudicati fuerunt. Moguntiae 1618. — Ausz. aus d. Mtr. bei Henr. Knodt, De Moguntia 
litterata commentationes historicae (Mainz 1751).— Die ungedruckten Mtr., soweit sie 
erhalten, werden im Großh. Haus- u. Staatsarchiv in Darmstadt aufbewahrt. Teile der 
Mainzer Mtr. liegen im Allgemeinen Kgl. Reichsarchiv in München. 

*) Vgl. Verz. d. z. Feier des 500jährigen Bestehens der Univ. Leipzig erschienenen 
Veröff.: Leipziger Kai. VII (1910), 273—277. 



Universitätsmatrikeln. 95 

Marburg 1527. K. W. Justi, Grundzüge einer Gesch. d. Univ. Marburg. Mar- 
burg 1827. — Mirbt, D. katholisch-theologische Fakultät zu Marburg. Marburg 1905. 
— Catalogus studiosorum scholae Marpurgensis per annos 1527 — 1628 descriptus, ed 
Julius Caesar. Marburgi, Elwert, 1875—1887. Pars I, 1527—1547, ebd. 1875. Pars II 
1547 — 1571, ebd. 1877. Pars III, 1571 — 1604. Accedunt Guilelmi et Ludovici Land 
graviorum edicta a. 1575 emissa. ebd. 1882. Pars IV, 1605—1628, ebd. 1887. Diese 
Teile erschienen zuerst als Marburg. Universitätsprogr., Particulae 1 — 14, z. Feier d. 
Geburtstages Kaiser Wilhelms I. in d. J. 1872—1886. Die Mtr. d. J. 1629—1636 er- 
schien als Universitätsprogr. z. Einführung d. neuen Rektors 1888 (hrsg. v. W. Falcken- 
heiner) u. d. T.: „Catalogi studiosorum Marpurgensium cum brevibus annalibus con- 
iuncti fasciculus decimus quintus annos ab 1629 ad usque 1636 complectens. Marburg, 
C. L. Pfeil 1888. — Personen- u. Ortsreg. zu den Mtr. aus d. Annalen d. Univ. Mar- 
burg v. 1572 — 1652 v. Wilhelm Falckenheiner, Marburg 1904. Die neueren 
Jahrg. 1653 — 1769 seit 1903 durch Th. Birt in den Universitätsprogr. veröffentlicht. — 
Die Stipendienreform d. Landgrafen Philipp i. J. 1560 u. d. älteste Marburger Stipen- 
diatenalbum v. Wilh. Diehl in: Philipp d. Großmütige. Beitr. z. Gesch. s. Lebens u. 
s. Zeit. Hrsg. v. d. Histor. Ver. f. d. Großherzogtum Hessen. Marburg i. H. 1904. 
S. 229 — 296. — Stipendiatenbuch d. Hessen-Darmstädt. Univ. Gießen u. Marburg v. 1605 
bis 1774, hrsg. v. W. Diehl (auch als hess. Pfarrerbuch). Hirschhorn a. N. 1907 (Quellen 
u. Studien z. hess. Schul- u. Univ.-Gesch. H. 4). — Stipendiatenbuch d. Univ. Marburg 
v. 1564—1624, hrsg. v. W. Diehl (auch als hess. Pfarrerbuch). Marb. 1902 (ebd. H. 6) 
Ausk. ü. d. ungedr. Mtr. erteilt d. Kgl. Staatsarchiv Marburg. Personalverz. seit 1823 (31). 

Montpellier 1181. 1289. Einzelne Namen in: Cartulaire de l'universite de Mont- 
pellier. Publie sur les auspices du conseil generäl 'des' "facultes de Montpellier. T. 1 
(1181—1400). Montpellier 1890. 

München, von Landshut hierher verlegt 1826. C. Prantl, Gesch. der Ludwig- 
Maximilians-Univ. in Ingolstadt, Landshut, München. 2 Bde. München 1872. Vgl. o. 
S. 93. Personalverz. seit 1826. Ausk. erteilt d. Universitätsarchiv. 

Münster, gest. 1773, eröffnet 1780 mit drei Fakultäten, 1818 Ak. mit zwei Fakul- 
täten, 1902 Univ. mit drei Fakultäten. Mtr. sind nicht gedruckt. Ausk. erteilt d. Uni- 
versitäts-Sekretariat geg. entspr. Entschädigung. 

Neuenburg-Neucbätel 1866, neu organisiert 1894. Personalverz. erscheint a. Ende 
jedes Semesterprogr. Ausk. erteilt le secretaire de l'academie. 

Olmütz, 1566 gestiftet, 1581 eröffnet, v. 1779 — 1783 in Brunn, 1827 reorganisiert, 
1855 aufgehoben, jetzt nur kath.-theol. Fakultät daselbst. 

Orleans. Fournier in Nouvelle Revue historique de droit Fran<j. et etranger 12, 
386—431. Liste der Mitglieder d. deutschen Nation v. J. 1378 (58 Namen). Die Stu- 
denten d. deutschen Nation bearbeitet Prof. Knod in Straßburg. 

Oxford. Register of the University of Oxford, Parts 1—4 Oxford (1884—1889). 
Personalverz. siehe: Alumni Oxfordienses bei J. Foster, seit 1800. Ausk. erteilt The 
registrar of the University of Oxford. 

Paderborn, gegr. 1615, aufgehoben 1844 u. in e. phil.-theol. Lehranst. verwandelt. 
J. Freisen, D. Univ. Paderborn. T. 1. Qu. u. Abh. v. 1614—1808. Paderborn 1898. 
Mtr. sind nicht gedruckt. Prof. Dr. Freisen in Würzburg ist mit d. Bearbeitung be- 
schäftigt. 

Padua 1222. Matrikel noch unediert. Auszüge: Rheinländer Studenten im 16. u. 
17. Jht. auf d. Univ. Padua v. Gustav C. Knod, ANR 68, 133 ff. — Oberrheinische 
Studenten im 16. u. 17. Jht. auf d. Univ. Padua v. Gustav C. Knod, ANR 1899. Vgl. 
ferner Monumenta della Universitä di Padova 1222 — 1405, raccolti da Andrea Gloria. 
Vol. 1, 2, 3. Padova, 1884. 1888. Tip. del Seminario = Studi editi della Universitä di 
Padova a commemorare l'ottavo centenio dalla origine della Universitä di Bologna. 
Vol. 1, 2. 1899. (D. Bd. ü. d. J. 1222—1318 ist auch als Bd. XXII der Memorie del 
Istituto R. Veneto de Scienze, Lettere ed arti ausgegeben worden.) — Giano, Giu- 
seppe, L'archivio antico della universitä di Padova. Venezia 1893. Die Herausgabe 



Q5 Universitätsmatrikeln. 

der Akten der deutschen Nation (Proben daraus hat Luschin von Ebengreuth in 
snr. Abh. ü. Österreicher an italienischen Universitäten geboten) wird vom R. Istituto 
storico di Scienze usw. in Venedig geplant. Erschienen ist: Rotulus et Matricula Ju- 
ristarum et Artistarum Qymnasii Patavini. A. MDXCII — III im J. 18Q2. — I.A. Andrich 
und Bl. Brugi, De natione Anglica et Scota juristarum universitatis Patavinae ab a. 
MCCXXII usque ad a. MDCCXXXVII. 

Paris 1200 bzw. 1257. Dr. Budinski, D. Univ. Paris u. d. Fremden an derselben 
im MA. Berlin 1876. Auctuarium zu d. zahlreiche Namen enthaltenden: Cartularium 
Universitatis Parisicae ed. H. Denifle et Aem. Chatelain, T. 1 — 4 (1260 — 1452), 
Paris 1889 — 97, welches den über Procuratorum nationis Anglicanae (Alemanniae) ab 
anno 1333—1466, Vol. I, II (1894—97), enthält. Da es sich über eine Zeit erstreckt, in 
der in Deutschland erst Universitäten entstanden, so ist diese Matrikel d. in Paris wie 
in Orleans besonders begünstigten Deutschen Nation v. großem Wert. Die gesamten 
Mtr. sind nicht gedruckt. Personalverz. werden nicht herausgeg. Doch gibt es im 
Druck wenigstens eine Veröff. solcher Art: Personalverz. der Pariser Univ. von 1464 
und die darin aufgeführten Handschriften- u. Pergamenthändler von Max Spirgatis 
= 1. Beiheft z. ZB. 1888. — P. Ferret, La faculte de Theologie de Paris et ses doc- 
teurs les plus celebres (Epoque moderne, Vlle tome, XVIII siecle, revue litteraire, Paris 
1910). — Auskunft erteilen die Sekretariate der Fakultäten, bei denen die Mtr. verwahrt 
werden. Dem Publikum sind sie nicht zugänglich. 

Parma 1025. Schriften ü. diese Univ. finden sich verzeichnet auf S. 182 — 186 
der „Bibliografia delle provincie parmensi, compilata da Raimondo di Soragna. 
Parma 1886". 

Perugia. Gegründet 1308. Adolf Stölzel, Die in Perugia von 1515 — 1656 im- 
matrikulierten Deutschen, in seiner Schrift: „Die Entwickelung des gelehrten Richter- 
tums in deutschen Territorien", II, 1872, S. 9ff. 

Pisa 1343. Dal Borgo, Cav. Flaminio, Dissertazione epistolare sulF origine dell' 
Universitä di Pisa. Pisa 1765. — Storia dell' Universitä di Pisa dal 1737 al 1859 scritta 
per Everardo Micheli Scolopio in continuazione dell' altra publicata da Angelo 
Fabroni (Padua 1877). Es erschien nur Bd. I (1737 — 1799). Fabroni, Angelo, Hi- 
storiae academiae Pisanae. Paris 1791 — 1795 3 vol. 4°. 

Pont ä Mousson. Univ. v. 1571bis zur franz. Rev., von Westdeutschen stark besucht. 

Posen, Kgl. Ak. 1903. Keine Personalverz. Ausk. erteilt das Rektorat. 

Prag 1348. W. W. Tomek, Gesch. der Prager Univ. Prag 1849. — Monumenta 
historica Universitatis Prag. Bd. I, Prag 1830/32, enth. d. Dekanatsbuch d. phil. Fakultät 
mit sämtl. Graduierten von 1367—1585. Bd. II ff., Prag 1834—48, enthält Teile d. Mtr. 
— Personalverz. seit 1826. Die k. k. Universitätskanzlei gestattet Einsichtnahme u. Ab- 
schrifterhebung aus d. ungedruckten Mtr. 

Rinteln 1619, eröffnet 1620, aufgehoben 10. 12. 1809. Verbleib d. Mtr. war weder 
in Rinteln, Kassel, Göttingen, Marburg noch im Kloster Fischbeck zu ermitteln. 

Rostock 1419—31. 1439 — 43 hatte wegen d. vom Baseler Konzil über Rostock 
verhängten Interdikts d. Univ. ihren Sitz in Greifswald. 1760 wurde sie nach Bützow 
verlegt. Da indessen die vom Rat angestellten Professoren in Rostock ihre Vorlesungen 
fortsetzten, so bestanden damals zwei mecklenburgische Universitäten, bis 1789 ihre 
Wiedervereinigung in Rostock erfolgte. — O. Krabbe, D. Univ. Rostock im 15. u. 
16. Jht. 2 T. Rostock 1854. — Die Mtr. d. Univ. Rostock, hrsg. v. Adolph Hof- 
meister. LT. (1419 — 1499), Rostock 1889; IL T. (1499 — 1611), ebd. 1891; III. T. 
(1611 — 64), ebd. 1895; IV. T. (1694-1789). Anh.: Die Matrikel d. Univ. Bützow (1760 
bis 1789), ebd. 1904. V. T. (1879—1831), bearb. v. Ernst Schäfer, ebd. 1912. Ohne 
alph. Reg. Personalverz. seit 1831. Ausk. erteilt d. Sekretariat d. Univers, auch üb. d. Mtr. 
v. Bützow. Regierungsbibliothekar Prof. Dr. Schäfer in Schwerin erteilt aus dem von 
ihm bearbeiteten Register Ausk. gegen geringe Gebühren. 

Saalfeld. D. Univ. Jena verweilte hier v. Ende Juli 1578 bis 9. März 1579 wegen 
der in d. Umgegend von Jena herrschenden Pest. S. Sagittarius, Saalfeldische Hi- 
storie, Handschr. des Herzogl. Archivs zu Koburg, S. 594 f. (jetzt v. Devrient hrsg.). 



Universitätsmatrikeln. 97 

Prof. Eulenburg in Leipzig hat sich damit beschäftigt (Frequenz der deutschen Uni- 
versitäten, 1904). Auskunft erteilt d. Stadtbibl. Trier, falls nicht zu umfangreich. Zu 
größeren Arbeiten müßte Übersendung d. Mtr. an e. öffentl. Bibl. erfolgen. 

Salzburg 1620 — 1810. Auszüge gedruckt in den Triennialberichten (1697 — 1794). 
Anton Hittmair, Aus der Salzburger Universitäts-Matrikel, MGSL 35 (1895), S. 145. 

— F. V. Zillner, Aus der Salzburgischer Univ.-Mtr., MGSL 23 (1883), S. 40. 

Straßburg i. Eis., Ak. Gymn. 1536, Univ. 1566—1621, reorganisiert 1872. H. Ho- 
seus, D. Kaiser-Wilhelms-Univ. zu Straßburg. E. Festschr. z. 1. Mai 1897. Straßburg 
1897. — S. Hausmann, D. Kaiser-Wilhelms-Univ. Straßburg. Ihre Entwickig. u. ihre 
Bauten. Straßburg 1897. — Gustav C. Knod, D. alten Mtr. d. Univ. Straßburg v. 
1621—1793, Straßburg, 3 Bde., 1897, 1901 (= Urkunden u. Akten d. Stadt Straßburg, 
Abt. 3). Vgl. auch O. Berger-Levrault, Annales des professeurs des academies et 
universites alsac. 1525 — 1872. Nancy 1891. — Personalverz. seit 1872. Ausk. erteilt 
Prof. Dr. Knod, Straßburg i. Eis. 

Trier 1472. Nach Kaufmann begann d. Dekanatsbuch 1473, zeigte aber nach 
wenigen Jahren vollständigen Stillstand. Aufgehoben 1798. Mtr. sind nicht gedruckt. 

Tübingen 1477. K. Klüpfel, Gesch. der Univ. Tübingen. Tübingen 1849. — 
Heinrich Hermelink, Die Theologische Fakultät in Tübingen vor d. Reformation 
1477—1534. Tübingen 1906. — (R. v. Roth), Urkunden zur Gesch. d. Univ. Tübingen 
aus d. J. 1476—1550. Tübingen 1877. Mit alph. Reg. (hierin d. Mtr. v. 1477—1545).— 
Die Matrikeln d. Univ. Tübingen. Im Auftr. d. Württembergischen Komm. f. Landesgesch. 
hrsg. v. Hnr. Hermelink. Stuttgart. I. Bd. Die Matrikeln v. 1477—1600. Stuttgart u. 
Berlin 1906. — Elze, Die Univ. Tübingen u. d. Studenten aus Krain. Tübingen 1877. 

— v. Pusikan, Fürsten, Grafen, Herren u. Ritterbürtige, welche v. 1477 — 1628 zu Tü- 
bingen studiert haben, nach Ramslers Palmenzweig mitgeteilt, VJH 4, 55 ff. — Personalverz. 
seit 1817. Ausk. erteilt d. Universitätsbibl., soweit Zeit vorhanden ist. 

Upsala 1477. 1593 — 95 neu errichtet. Aksel Andersson, Upsala Universitets 
Matrikel 1—4 1595 — 1680, Upsala 1900— 1904, wird fortgesetzt. Claes Annerstedt, 
Upsala Univ. Historia. Bd. I (1477—1654) 1877. Bd. II (1655— 1718) 1908. — Rnh. Geijer, 
Ups. Universitet 1872 — 1897, Ups. 1897. (Systematische Übersicht ü. deren Vorstände, 
Lehrer und Beamte nebst Bibliographie S. 1 — 183.) Personalverz. vor 1818 in einzelnen 
Jahren, seit 1818 regelmäßig. Ausk. erteilt die Universitätsbibl. resp. Kopisten. 

Utrecht 1636. Album studiosorum Academiae Rheno-Trajectinae 1636 — 1886. 
Ultrajecti 1886 mit alph. Reg. (soll schlecht bearbeitet sein). Personalverz. jährlich in 
dem Jaarboek der Ryks-Universiteit te Utrecht, seit 1878. Ausk. erteilt der Archivar 
des Senats. 

Wien 1365 — 84. Erman u. Hörn, Bibliographie d. Deutschen Universitäten II. 
Leipzig 1904, Nr. 18994—18999. — Rektorenliste v. 1365 an, siehe Erman u. Hörn II, 
Nr. 18 890 ff. Professorenlisten in dem Universitäts- Schematismus von 1787 an, 1. c. II 
18415ff. u. in d. Übersicht d. ak. Behörden v. 1850 an, 1. c. II 19008 f. u. Nachtr. S.313. 

— D. Wien. Univ. u. ihre Gelehrten 1520—1565. Wien 1888 (=J. Aschbach, Gesch. 
d. Wiener Univ. Bd. 3). Dazu Nachträge von W. Hartl u. K. Seh rauf. Wien 1898. 
2 T. — D. Mtr. d. Wiener Univ. Bd. 1. V. d. ältesten Zeit bis inkl. Sommersemester 
1420. Hrsg. v. Wenzel Hartl u. Karl Seh rauf. Wien 1889. — Mtlg. aus d. Ma- 
trikelbuche d. rhein. Nation bei der K. K. Univ. Wien (v. R. Kink) 1852. — D. Mtr. 
d. Ungarischen Nation an d. Wiener Univ. 1453 — 1630. Hrsg. v. K. Schrauf. Wien 
1902. — K. Schrauf, Z. Gesch. d. Studentenhäuser an d. Wiener Univ. (Mtlg. d. Gs. 
f. dt. Erziehung, Bd. 5). Kurze Ausk. erteilt das Universitätsarchiv. 

Wittenberg 1502, wegen d. Pest v. August 1527 bis z. April 1528 u. v. Juli 1535 
bis z. Februar 1536 in Jena, nach Halle verlegt 1817. J. Bolte, Aus der Wittenberger 
Universitätsmtr. 1560—1660 in d. Zeitschr. f. deutsche Philol., Bd. 20, 1888, S. 80ff. — 
Mtlg. d. Ver. f. Gothaische Gesch. u. Altertumsk., Jg. I. Zusammenstellung d. Gothaer 
Studenten a. d. Univ. Wittenberg, J. IV. Die i. W. z. Pfarramt ord. Gothaer 1536—72. 

— J. Köstlin, Die Baccalaurei u. Magistri d. Wittenberger philosophischen Fakultät 
1503—1576 (Osterprogr. d. Univ. Halle 1873 ff.). — Album academiae Vitebergensis ab 

Heydenreich, Handbuch der praktischen Genealogie I. 7 



Qg Universitätsmatrikeln. 

a. Chr. 1502 usque ad 1602. Vol. 1 (1502—60), ed. K. E. Förstemann. Lipsiae 1841 (in 
anastat. Neudr. Halle 1906). Vol. 2 (1560—1602). Halis 1895. Vol. 3 (Indices) ib. 1905 
(vgl. Luschin von Ebengreuth, Göttinger Gelehrte Anzeigen, 1897, S. 663). — Liber 
decanorum facultatis Theologicae Academiae Vitebergensis, ex autographo ed. Carl 
Ed. Förstemann. Leipzig 1838. — G. Buchwald, Wittenberger Ordiniertenbuch, 
Bd. I 1537 — 1560, Bd. II 1560—1572. Leipzig 1894—95. Mit alph. Reg. — G[ärtner], 
Die in Wittenberg von 1539—1572 ordinierten Zittauer. Mtlg. d. Gsft. f. Zittauer Gesch., 
Nr. 5 1908). — Zahlreiche Personalien z. Gesch. d. Univ. Wittenberg im 16. Jht. bei 
Karl Pallas, Die Registraturen d. Kirchenvisitationen im ehemals sächsischen Kur- 
kreise 2, 1. Halle 1906, S. 53 ff. Ausk. erteilt d. Universitäts-Sekretariat in Halle. 

Würzburg 1402. F. X. v. Wegele, Gesch. d. Univ. Würzburg. 2 T. Würzburg 
1882. Die Mtr. beginnen mit d. J. 1582; sie sind nicht gedruckt. Personalverz. seit 
1831. Ausk. erteilt die Kanzlei des Rektorates. 

Zürich 1832—33. Personalverz. seit 1864 im Ak. Taschenbuch. Die Universitäts- 
kanzlei erteilt Ausk. ü. d. ungedruckten Mtr. 

Im Jahresbericht f. Mecklenburgische Gesch. u. Altertumsk. 49. Jahrg. 1884 
u. 50. Jahrg. 1885 sind 2723 Mecklenburger verzeichnet, die von der Grün- 
dung der betreffenden Universitäten an bis zur Zeit des 30jährigen Krieges 
auf den Universitäten Basel, Dorpat, Erfurt, Frankfurt a. O., Greifswald, Heidel- 
berg, Helmstedt, Jena, Köln, Königsberg, Leyden, Marburg, Prag, Straßburg, 
Tübingen, Upsala, Wittenberg immatrikuliert gewesen sind. Die Nach- 
weisungen sind teils direkt aus gedruckten Matrikeln geschöpft, teils, so- 
weit ein Abdruck der letzteren noch nicht erfolgt war, auf Kosten des 
Vereins von Professoren und Universitäts-Sekretären geliefert. Auch ist 
jedem einzelnen Musensohn seine spätere Lebensstellung beigefügt, soweit 
dies möglich war. — Kolb behandelt die Beteiligung des Zabergäus und 
Leintales am akademischen Studium im Mittelalter in den „Vierteljahrsheften 
des Zabergäuvereines" 1904 und 1905. — Leiß, Studierende aus Waldeck 
vom 13. — 19. Jahrh., GWP4 — 6. — H. v. Petersdorff, Pommersche Stu- 
dierende auf der Universität Heidelberg 1386—1668, VJH 15 (1887). — Vieles 
einschlagende Material enthält das erste Buch des 1. Bandes (S. 33 ff.) des 
Werkes von Adolf Stölzel „Die Entwicklung des gelehrten Richtertums in 
deutschen Territorien" 1872 (Das Rechtsstudium bis zum Beginn des 
17. Jahrh. § 2. Beziehungen Deutschlands zu ausländischen Hochschulen, 
§ 3. Rechtsstudium auf deutschen Hochschulen. § 4. Verbreitung der 
Hessen auf deutschen und außerdeutschen Hochschulen — mit zahlreichen 
Listen). — Ulrich, A., Niedersächsische Studenten auf fremden Universi- 
täten, VNS 1889. — A. Luschin von Ebengreuth, Österreicher an italie- 
nischen Universitäten zur Zeit der Rezeption des römischen Rechts (in den 
Bl. des Vereins für Landeskunde von Niederösterreich Jahrg. 1880 — 85 mit 
biographischen Nachweisen über 1452 Scholaren) (vgl. oben S. 88). Dazu die 
Arbeiten von Sundermann, Bartels, Crecelius, Friedlaender, van Kleffens und 
Tannen über die Ostfriesen auf Universitäten in d. Jb. d. Gft. f. bildende 
Kunst u. vaterl. Altert, in Emden u. im Ostfriesischen Monatsblatt. — Lein- 
berg, K. G., „Om Finske Studerende i Jesuitcollegien". Helsingfors 1890.— 
Album academicum der 3 Corporationen Baltia in Zürich, Livoriia und Baltia 
in Karlsruhe hsg. v. H. Stavenhagen. Dorpat 1900. (Ausfuhr!. Personalien 
über die meist von den russischen Ostseeprovinzen stammenden Mitglieder.) 



Korpstafeln. 99 

Außer den Universitätsmatrikeln gibt es noch eine Anzahl Drucksachen, 
die auch, und besonders in neuerer Zeit, auf die Studienzeit hinweisen. 1 ) 
Dies sind besonders die Alten-Herren-Verzeichnisse der Korps, Burschen- 
schaften, Landsmannschaften und sonstigen schlagenden und nichtschlagen- 
den Verbindungen und Vereine, ebenso Korps- usw. Zeitungen aller Jahr- 
gänge. 

Im folgenden werden aus dem „Katalog der Bibliothek des Verbandes Korpstafeln, 
alter Korpsstudenten Ostern 1909" (Marburg a. L. 1909), welchen der Mar- 
burger Universitätsbibliothekar Dr. Fabricius verfaßt und an alle öffentlichen 
Bibliotheken Deutschlands verschickt hat, die auf die deutschen Korps be- 
züglichen Personal-Verzeichnisse zusammengestellt. Im Buchhandel sind die 
wenigsten von diesen Sachen zu haben. Die meisten Korpsgeschichten ent- 
halten auch ausführliche Mitgliederlisten, was meist im Titel nicht bemerkt 
ist. Die Bezeichnung „Korpstafel" bedeutet nichts anderes als Korpsliste. 
Durch zusammenfassende Arbeiten sind die Einzellisten nicht überflüssig 
geworden, weil diese ausführlichere Angaben auch über die Familien ent- 
halten. Sämtliche im folgenden angeführte Drucksachen sind in der Biblio- 
thek des Verbandes alter Korpsstudenten vorhanden. Die Bibliothek wird 
vom Verfasser des genannten Katalogs geleitet und steht nicht nur den Mit- 
gliedern des Kösener SC-Verbandes zur Verfügung, sondern überhaupt allen, 
die sich ernstlich mit der Geschichte des Deutschen Studententums befassen, 
wenn sie sich mit gehöriger Legitimation — am besten durch Vermittlung 
einer öffentlichen Bibliothek — an den Verwalter der Bibliothek wenden. 
Vertrauenswürdige Nichtkorpsstudenten können zu wissenschaftlichen Zwecken 
die Sammlung ebenfalls benutzen. 

Kösener Almanach. Verz. sämtl. Angehöriger des KSCV. München 1887/88. 

Rügemer, Karl, Kösener Korpslisten v. 1798 — 1904. Starnberg b. München (1905). 
2. Afl. 1910. (Für die Korps des Kösener SC das maßgebendste Werk.) 

Zander, Leonh., Namentliches Verz. d. Alten Herren, welche d. . . . 1881 ver- 
handelten Anträge gestellt bzw. unterstützt haben. Posen 1882. 

Koch, John, Alph. Verz. v. d. KSCV angehörigen Mitgliedern des Verbandes alter 
Korpsstudenten 1901. Nachtrag 1903. 

Mitglieder-Liste der dem Verband alter Korpsstudenten angehörenden Bez.-Verbde 
Januar 1908 Dresden. 

Adreßbuch der alten Korpsstudenten Schlesiens. Hrsg. (v. Dr. Veith). Breslau 
1903. 2. Afl. Breslau 1905. 

Liste der Korpsphilister v. Augsburg u. Umgebung. Stand v. 15. II. 1900. 

Adreßbuch alter Korpsstudenten v. Berlin u. Umgegend. Berlin, Janke i. Komm. 
Häufig erschienen z. B. 1908. 

Mitgliederliste des Korpsphilister-Verbandes München. Stand v. 15. XI. 1896. 

Staub, F. L., Korpsliste des Weinheimer SC von 1821—1906. Dresden 1906. 

Korpsliste der Vandalia zu Berlin 1888/9. 

Devens, Fr., Biogr. Korpsalbum der Borussia zu Bonn 1827 bis 1902. Bonn 1902. 



x ) Ausführliche Nachweise über d. Literatur, welche d. Gesch. d. deutschen Stu- 
dententums behandelt, findet man in d. Buche v. Friedr. Schulze u. Paul Ssymank, 
Das deutsche Studententum. 2. Afl. Leipzig 1910. 

7* 



■i qq Korpstafeln. 

Korpsreg. d. Questphalia zu Bonn v. 18. V. 1820 bis 15. VII. 1900 (v. van Hees) 

Düsseldorf 1900. 

Mitgliederliste d. Korps Palatia zu Bonn vom 10. VIII. 1858 bis XII. 1906. Bonn 

(1906). 

Moldenhauer,F., Korpsgesch. u. Mitglieder-Verz. d. Rhenania zu Bonn. Bonn 1 895. 

Verz. d. Korpsburschen d. Saxonia in Bonn 1832—88. Köln 1888. 

Mitglieder-Verz. d. Korps Teutonia (zu Bonn). Köln 1893. 

Alte-Herren-Liste d. Marcomannia zu Breslau 1895. 

Müller, Hrm., Oesch. d. Korps Silesia 1837—97. Breslau 1897. 

Philister-Verz. d. Korps Baruthia in Erlangen nach d. Stand v. 12. VII. 1893 (v. J.). 

Rügemer, K., Oesch. d. Baruthia zu Erlangen 1803—1893. München 1893. 

Teicher, H., Das Korps Baruthia zu Erlangen (1803—1903). Erlangen 1903. 

Onoldias Philister nach ihren Wohnorten zusammengestellt u. Aktive. Ausg. Jan. 
1904 o. O., neue Ausg. 1909. 

Verz. d. Band- u. Korpsschleifeninhaber d. Hasso-Borussia zu Freiburg. Aufgestellt 
am 20. Nov. 1898. Freiburg 1898. 

Mitgliederliste des Korps Suevia 1815—96. Freiburg i. B. 1896. 

(Flegler, W.), Die Hassia zu Gießen. Ihre Geschichte u. ihr Korpsbestand. 
H. 1—2. Gießen 1897 ff. 

Die Mitglieder des Korps Starkenburgia in Gießen. 1840—1900. 

Z. Erinnerung an d. Feier d. 50 jährigen Stiftungstags des Korps Teutonia. Gießen 
1889 (Geschichte des Korps). 

Die Mitglieder der Bremensia zu Göttingen v. 19. VI. 1812 bis z. Gegenwart. 

Berlin 1900. 

Reinbeck, C, Gesch. d. Korps Brunsviga zu Göttingen 1824—89. Göttingen 
1889. (S. 1889 fortgeführt v. A. Hampe.) 

Mitglieder-Verz. d. Korps Hanno vera zu Göttingen. Hannover 1893. 

Korpstafel der Hildeso-Guestphalia. Hrsg. v. W. Ahrens. Göttingen 1898. 

v. Behr-Pinnow, K., Verz. d. m. Bd. inaktiv gewordenen Mitglieder des Korps 
Saxonia zu Göttingen. Neue Aufl. Göttingen 1900. 

Mitglieder-Verz. d. Korps Borussia zu Greifswald 1841—93 o. O. u. J. 

Schweitzer, G., Mitglieder-Verz. d. Korps Guestphalia zu Greifswald 1852 
bis 1902. 

Hagemann, G., Album des Korps Borussia zu Halle a. S. 1836—99. Halle 1899. 

Verz. d. Mitglieder d. Landsmannschaft (sp. Korps) Neoborussia zu Halle. 1894. 

Verz. d. Korpsburschen der z. Zt. bestehenden fünf Heidelberger Korps. Heidel- 
berg 1886. 

Verz. d. Mitglieder d. Korps Saxoborussia in Heidelberg 1820—1883 von Werner 
o. O. u. J. Dasselbe bis 1896. Von E. v. Wagenhoff o. O. u. J. 

Mitglieder-Verz. d. Suevia in Heidelberg. Heidelberg 1897. 

Die Mitglieder des Korps Guestphalia zu Jena. Wiederholt gedruckt z. B. 1907. 

Mitglieder-Verz. d. Korps Thuringia zu Jena 1820—80. Dresden. 

Andree, R., Gesch. d. Korps Lusatia zu Leipzig 1807—98. Leipzig 1898. 

Verzeichnis der AH. des Korps Lusatia o. O. u. J. 

Beneke, Fr., Gesch. d. Korps Saxonia in Leipzig. Leipzig 1896. 

Korpstafel des Korps Guestphalia zu Marburg. Marburg 1900. 

(Lepsius, Rieh.), Korpstafel der Hasso-Nassovia (Korps) zu Marburg 1839— 1909. 
Frankfurt 1909. 

(Buss, Chr.), Gesch. d. Korps Teutonia zu Marburg 1825— 1905. (Marburg 1907.) 

Mitglieder des Korps Teutonia zu Marburg 1825—1900. Marburg. 

Weigl, Max, Gedenkbuch des Korps Bavaria. München 1868. 

Festgabe zur Erinnerung an d. Feier d. 50 jähr. Bestehens der Franconia zu München. 
München 1886. 

Verzeichnis der Philister des Studenten-Korps Palatia von dessen Gründung zu 
Landshut am 20. Juni 1813 als Lehensverbindung bis zu dessen Umwandlung in ein 



Korpstafeln. Burschenschafterlisten. 101 

Waffenkorps zu München am 18. Mai 1877. Passau, F. W. Kupplersche Buchdr. 1877. 
Dazu: Berichtigungen zu dem im Jahre 1877 ausgeg. Phil.-Verz. Palatias o. J. (Druck 
von Dr. C. Wolf & Sohn.) 

(Spatz, Rud.), Zur Erinnerung an das 75jährige Stiftungsfest des Korps Isaria. 
München 1898. 

Korps Makaria. München 1848—98. München 1898. 

Neumann, Qesch. d. Korps Borussia zu Tübingen. Tübingen 1888. 

(Klein, Friedr.), Qesch. d. Korps Borussia zu Tübingen 1870—1905. Stuttgart 
1904. 

Korpsliste der Rhenania zu Tübingen 1827 — 97. Stuttgart 1897. 

Verz. d. Angehörigen des Korps Bavaria nach d. Stande v. 1. V. 1900 (Würzburg). 

Winkel, G. G., Mitglieder-Verz. d. Franconia zu Würzburg 1805—1899. Würz- 
burg 1898. 

Winkel, G. G., Personal-Nachrichten der Franconia zu Würzburg. Würzburg 
1897—1900. 

Fröhlich, Karl, Chronik des Korps Moenania zu Würzburg 1814—98. Würz- 
burg 1899. 

Sohlern, E. v., Gesch. d. Korps Nassovia 1836—96. Würzburg 1896. 

Becker, Karl, und Mayer, Ph. O., Gesch. d. Korps Rhenania zu Würzburg 
1842—92. Ludwigshafen 1893. 

Mitglieder-Verz. d. Korps Rhenania nach d. Stand v. 15. XII. 1895. Landau 1896. 

Neuwirth, J., Das ak. Korps Saxonia in Wien 1850—1900. Wien 1890. 

Blumenthal, Gesch. d. Korps Alemannia zu Hannover. Dresden 1899. 

Geschichte des Korps Saxonia (zu Hannover) bis zum 50. J. sns. Bestehens. Han- 
nover (1902). 

Schueler, H., Chronik des Korps Frisia Karlsruhe (ehemals Teutonia Zürich) 
1860—1900. Hamburg 1900. 

Verzeichnisse alter Burschenschafter finden sich in den Burschen- Burschen- 
schaftlichen Blättern, in den Akademischen Blättern und in den seit 1891 schafterIisten - 
erscheinenden Jahresberichten der Vereinigung alter Burschenschafter. Außer- 
dem seien an der Hand des Werkes von Erman und Hörn (vgl. Register) genannt: 

Verz. der in Berlin u. der Prov. Brandenburg wohnenden Aiten Burschenschafter. 
1. Ausg. Juni 1887. Hrsg. v. Berliner D. C. Berlin 1887, wiederholt ausgegeben. 

Verz. d. in Mecklenburg, Pommern u. Preußen ansässigen a. H. a. H. der A. D. C. 
Burschenschaften. Hrsg. vom D. C. zu Greifswald. S. S. 1885. Greifswald 1885. 

Verz. d. bislang ermittelten Alten Burschenschafter in Hessen-Nassau, Hessen-Darm- 
stadt u. angrenzender Gegend. Festgabe f. d. Teilnehmer am Fest-Kommers v. 18. Okt. 
1885 zu Marburg. Marburg. 

Verz. d. alten A. D. C.-Burschenschafter der Reichslande, von Baden, der Pfalz u. 
der Schweiz. Straßburg 1886. 

Verz. d. Alten Burschenschafter im Kgr. Sachsen u. in der Prov. Sachsen. Hrsg. 
v. Leipziger D. C. 1. Ausg. Juli 1887. Leipzig. 

Verz. der in der Prov. Sachsen ansässigen alten Burschenschaften o. O. u. J. 4 Bl. 
(Archiv d. D. Burschensch.) 

Verz. der in Schlesien u. Posen ansässigen 648 alten Burschenschafter. Hrsg. 
von dem D. C. zu Breslau S. S. 1887. Breslau. 

Verz. alter Burschenschafter Rheinlands u. Westfalens. Hrsg. v. Bonner D. C. 
Bonn 1887. 

Verz. d. in Ost- u. Westpreußen wohnhaften alten Herren des A. D. C. Königsb. 
i. Pr. 1887. 

Verz. der in d. thüringischen u. mitteldeutschen Staaten lebenden Alten Herren u. 
Ehrenmitglieder d. deutschen Burschenschaften (hsg. v. Jenenser D. C). Jena 1885. 

Verz. der in Hannover, Oldenburg u. Braunschweig wohnhaften Alten Herren v. 
A. D. C. Burschenschaften. Göttingen 1886. 



1 02 Burschenschafterlisten. Landtagsmatrikeln. 

Verz. d. alten Burschenschafter nach dem Stande v. August 1893. Im Auftrag der 
Vereinigung alter Burschenschafter gesamm. u. hrsg. v. Vorort Marburg (Verf.: Gust. 
Schaum. Vorrede: Theobald Fischer). Leipzig 1893. 

Verz. der alten Burschenschafter nach d. Stande v. März 1899. Im Auftrag des 
Verbandes alter Burschenschafter gesamm. u. hrsgg. v. Vorort Berlin. Berlin 1899. 
(Wiederholt hrsg., zuletzt 1907.) 

Verzeichnis der alten Herren der Bonner Burschenschaft Franconia von 1845 — 83. 
Ohne Ortsangabe. 

Verzeichnis der Philister und Aktiven der Burschenschaft Bubenruthia zu Erlangen. 
1887. Nürnberg. Gedr. bei A. E. Sebald. 

Verzeichnis der Philister und Aktiven der Burschenschaft Germania zu Erlangen. 
W.-S. 1877/78. (Nürnberg, W. Tümmels Buchdr., in den folgenden Jahren wiederholt). 

Verzeichnis d. alten Herren und Ehrenmitglieder der F. B. Franconia. Sommer- 
Semester 1896. Druck v. Chr. Ströcker, Freiburg i. B. 

Delius, F., Mitglieder-Verz. d. Burschenschaft Brunsviga zu Göttingen. Wies- 
baden 1890. 

Verzeichnis der Alten Herren der Burschenschaft Hannovera zu Göttingen. Göt- 
tingen, Buchdr. L. Hofer o. J. 

Verzeichnis der Alten Herren und Ehrenmitglieder der Burschenschaft Germania 
zu Greifswald. Greifsw., Dr. v. J. Abel 1886. 

Verzeichnis der Philister u. Aktiven der Burschenschaft Allemannia zu Heidelberg 
1879/80. (Nürnberg, W. Tümmels Buchdr.) 

Verzeichnis der Philister und Aktiven der Burschenschaft Teutonia zu Kiel. 
Ostern 1882. Kiel, Buchdr. des „Norddeutschen Landwirt". 

Heer, G., Die Marburger Burschenschaft Arminia v. 1860 — 95. Marburg 1895. 

Wie die Korps und Burschenschaften, so führen auch die übrigen studentischen 
Vereine gedruckte Mitgliederlisten. 1 ) Das gilt auch von den konfessionellen Vereinen. 2 ) 
Der Wingolf gibt die Personalien seiner Mitglieder bekannt. Ebenso erscheint alljähr- 
lich das Generalregister der „katholisch deutschen Studentenverbindungen in Deutsch- 
land, Österreich und der Schweiz". Auch die Monatsschrift „Academia" enthält eine 
Fülle familiengeschichtlicher Notizen. 

Landtags- Wie die Universitätsmatrikeln, so bieten auch die Landtagsmatrikeln 

matnkein. ( j em F arn jij en f orsc h er erwünschtes Material. Als Beispiel diene die badische 
Landtagsmatrikel im Generallandesarchiv zu Karlsruhe (Breisgau Generalia 
1084), welche die Überschrift trägt: [14J68, lanndtleut Zedel jn dem Elsaß 
Sunggaw Brysgaw und auff dem Swartzwald vmb". Bader hat sie ZOR XII, 
465 ediert, jedoch willkürlich verändert und einige Male Mitglieder aus- 
gelassen. Ein sehr nachahmenswertes Beispiel, wie Landtagsmatrikeln in 
familiengeschichtlichem Interesse bearbeitet werden können, zeigt die Ver- 
öffentlichung dieses selben Zettels über die Landleute im Elsaß, Sundgau, 
Breisgau und auf dem Schwarzwald des Jahres 1468 von H. J. Schwarz- 

x ) Wegen biographischer und literaturgeschichtlicher Angaben hervorragend ist 
Erich Gritzner, Verzeichnis der Alten Herren des Vereins für Geschichte und ge- 
schichtliche Hilfswissenschaften an der Universität Leipzig „Roter Löwe" mit bio- 
graphischen und bibliographischen Angaben. 2. Auflage. Weimar 1909, abgedruckt 
in: Der Verein für Geschichte und geschichtliche Hilfswissenschaften an der Universität 
Leipzig „Roter Löwe" im Jubiläumsjahre der Universitätsstadt Leipzig 1909, Seite 67 
bis 153. 

2 ) Verzeichnis der Philister des Kartellverbandes der kathol. deutschen Studenten- 
Verbindungen. 1896. Hrsg. v. Ernst Heitzmann. Als Manuskr. gedr. Fulda, Fuldaer- 
Aktiendruckerei 1896. — Herausgeber der Personalien des Wingolf ist Prof. Dr. Sarges 
am Gymnasium zu Mühlhausen i. Thür. 



Ratslisten. 



Bürger- und Ratslisten. 103 

weber, Die Landstände Vorderösterreichs im 15. Jahrhundert, FMT V, 1908, 
S. 230 ff., wo den einzelnen Namen der Landschaftsmatrikel eine stattliche 
und lehrreiche Menge biographischer, genealogischer und topographischer 
Anmerkungen beigegeben ist. 

Gedruckte Bürger- und Ratslisten finden sich häufig in unseren Bürger- und 
Urkundenbüchern. 1 ) Dergleichen Listen wurden handschriftlich schon frühzeitig 
aus Urkunden und Akten zusammengestellt. So sind Verzeichnisse der Rats- 
personen und Schöffen für Eisenach von Quirin Bissander (f 1608) und 
für Gotha von Caspar Sagittarius (f 1694) aufgestellt worden. Bissanders 
Arbeit, als Eisenacher Ratsfesten bekannt, ist in mehreren Abschriften nebst 
Fortsetzungen erhalten, hrsg. v. Rein, ZTG II, 174 ff. und III, 164 ff.; die 
Fortsetzungen v. Kühn in d. Jahresber. d. Gymn. zu Eisenach 1886 u. 1904. 
Sagittars Zusammenstellung findet sich in seiner v. Tentzel hrsg. Hist. Gothana 
1713, S. 372 ff. Von separat erschienenen Bearbeitungen 2 ) dieser Art von 
Listen sind folgende zu nennen: 

Berger, Otto, Bürger-Rolle der Stadt Staßfurt 1576—1854. Staß- 
furt 1884. 

Beyerle, Die Konstanzer Ratslisten des MA, Heidelberg 1898 (fort- 
geführt bis 1548). 

Crull, Frdr., Die Ratslinie d. Stadt Wismar, Halle 1875 = Hansische 
Geschichtsquellen, hrsg. v. Ver. f. Hansische Gesch. II. 

Deecke, E., V. d. ältesten Lübeckischen Ratslinie. Lübeck 1842. 



i) Über d. Braunsberger Bürgerbuch vgl. Cod. dipl. Warm. II, 305. Über d. Dan- 
ziger Kürbuch vgl. Hirsch, Script, rer. Pruss. IV, S. 315 — 34. 

8 ) Aufsätze in Zeit- und Gelegenheitsschriften seien erwähnt: van Dam, Ausz. 
aus den Bürgerbüchern V.Amsterdam 1655—1725, NL XXVIII, 1910, H. 2.— Eggers, 
Der Stadt Lübeck Bürgermeister u. Ratsherren, sowie auch verschiedene Syndici u- 
Sekretäre des Rats v. d. ältesten Zeiten bis auf unsere Tage, VJH 13. — Ermisch, 
H., Ratslinie d. Stadt Chemnitz bis 1484, MCh 2. — Grotefend u. Fiedeler, 
Nachtr. z. ÜB d. Stadt Hannover, VNS 1870: Bürgerbuch 1303—69, S. 26 ff. — Fiedeler, 
G. F., Mtlg. aus d. alten Bürgerbuche u. d. alten Stadtb. d. Stadt Hannover, VNS 1876, 
S. lff. — Geo. v. Freymann, Das Felliner Bürgerbuch (1728—1889), Jahresber. d. 
Iiterar. Gesellsch. in Fellin 1901/2. — Gundlach, Das Kasseler Bürgerbuch 1520—1699, 
Kassel 1895.— Hempel, F., Ratslinie d. Stadt Chemnitz v. 1485—1618, in d. Festschr. 
z. 750 jähr. Jubiläum d. Stadt Chemnitz. — Hostrup-Schultz, Genealogiske Efter- 
retninger om Heisinger Embeds og Bestillingsmaend. Kopenhagen 1904 — 7. — Kar- 
tet J., Rats- u. Bürgerlisten der Stadt Fulda. Fulda 1904. — Mallinckrodt, G., Die 
Dortmunder Ratslinie seit d. J. 1500. Dortmund 1895. — Merk, G., Das Ravensburger 
Bürgerbuch, FBF 1910, H. 10. — Nielsen, A. H., Embedsmaend og Bestillingsmaend i 
Aalborg. Aalborg 1879— 80. — Pyl, Th., Die Genealogie d. Greifswalder Ratsmitglieder 
v. 1382—1697. Greifswald 1896. — Reichert, Laubaner Bürgermeister u. Ratsherren 1222 
bis 1845, ASW XII, 82. — Rubel, K., Bürgerlisten der Frei- u. Reichsstadt Dortmund 
(1411—1802), in d. Beitr. z. Gesch. Dortmunds u. d. Grafschaft Mark. 12. Bd. Dort- 
mund 1903. — Seuberlich, Ausz. aus d. Bürgerb. d. Stadt Riga in Livland 1657/72. 
Verz. d. neuen Bürger, soweit deren Geburtsorte nach d. Ratsprotokollen feststellbar 
waren, ASW 7. — Stein, W., Z. Gesch. d. Deutschen in Stockholm im MA, HGB 32, 
S. 81 ff., bietet S. 101 ff. Rats- u. Amtslisten seit 1419. — „Visby Stads Rädslängd under 
Medeltiden", in Lindström, Anteckningar om Gotlands Medeltid. Stockholm 1895, 
S. 456— 79. — Nachr. a. d. hallischen Bürgerrolle [1522—1747]. Hallischer Kalender 1911. 



104 Bürgerbücher. 

Diese gedruckten Listen beruhen zumeist auf den archivalischen Bürger- 
listen. In diese wurde jeder neu aufgenommene Bürger, nachdem er vor 
Bürgermeister oder Rat den Bürgereid geleistet hatte, eingetragen. Diese 
Bürgerbücher wurden, da sie die urkundliche Grundlage für den späteren 
Nachweis des Bürgerrechtes bildeten, sehr sorgfältig aufbewahrt; und so 
kommt es, daß sie sich für manche Städte durch viele Jahrhunderte hindurch 
in fortlaufender Reihenfolge (für Hamburg von 1278, für Frankfurt von 1312 
ab) bis auf die neueste Zeit erhalten haben. 1 ) Die Bürgerbücher von Frank- 
furt a. M. gehören nach Bücher, Die Bevölkerung von Frankfurt a. M. 1,314, 
noch heute zu den am meisten benutzten Materialien des Stadtarchivs. Geben 
sie doch fast vom Beginn der politischen Selbständigkeit der Stadt bis zu 
deren Untergang, also durch mehr als sechsthalb Jahrhunderte, Kunde, anfangs 
bloß von der Aufnahme jedes Fremden in die Bürgerschaft, später auch vom 
Eintritte jedes Bürgersohnes in sein angestammtes Recht. In schier endloser 
Reihe ziehen sie da an uns vorüber, Jahrhunderte hindurch, alle, die in der 
Stadt gelebt und gewirkt haben, Mann für Mann, jeder mit Angabe seines 
Namens, Gewerbes, Titels, seiner Herkunft, den Bedingungen seiner Zu- 
lassung zum Bürgerrechte, oft auch mit Erwähnung seiner Verwandtschaft, 
seines Neck- und Spottnamens, seiner Vermögensverhältnisse. Und die Per- 
sonen reihen sich zu Geschlechtern, von denen jedes wieder ein anderes 
Gesicht zeigt als das vorhergehende. Die mannigfachen Wandlungen, die 
der Begriff und das Recht des Bürgers in dieser langen Zeit erlitten hat, 
der Wechsel der Grundsätze] in bezug auf die Behandlung des Zuzugs von 
außen, die größere Strenge oder Milde in ihrer Handhabung — all dies 
spiegelt sich in den trockenen Einträgen jener Folianten wieder und damit 
ein gut Stück städtischer und allgemeiner Geschichte. 

Nicht nur die mit Bürgerrecht versehenen, sondern alle Einwohner oder 
doch wenigstens solche, die eigene Wohnungen haben, werden in den Adreß- 
büchern vereinigt. Daß die Adreßbücher eine wichtige historische, ins- 
besondere auch familiengeschichtliche Quelle sind, ist längst anerkannt. 
Unsere öffentlichen Bibliotheken, soweit sie die Geschichte pflegen, sammeln 



l ) Bücher, Karl, Die Bevölkerung von Frankfurt a. M. im 14. u. 15. Jahrh., I. 
1886, S. 25. — Uitterdijk, Nanninga, Het burger boek der stad Kampen, Alg. 
Nederl. Farn. Blad 15, 1902. — Sehr nützlich können gelegentlich Bibliographien 
über die Geschichte einzelner Städte werden. Mancherlei Material, wenn auch 
zerstreut, enthalten in diesen Beziehungen die Veröffentlichungen der Qeschichts- und 
Altertumsvereine, soweit sie Jahresberichte über ihre Bezirke enthalten. In größerem 
Umfange ist das bibliographisch-historische Material nur für wenig Städte gesammelt. 
Beispielsweise seien genannt: E. Heydenreich, „Bibliographisches Repertorium über 
die Geschichte der Stadt Freiberg und ihres Berg- und Hüttenwesens". Freiberg im 
Kgr. Sachsen, Gerlachsche Buchdruckerei 1885.— Karl Herrmann, Bibliotheca Erfur- 
tina. Erfurt 1863. — Zapf, Georg Wilhelm, Augsburg. Bibliothek oder Historisch- 
Kritisch-literarisches Verzeichnis der Schriften, welche der Stadt Augsburg angehen 
und deren Geschichte erläutern. 2 Bde. 4« (1118 S.). — Lacombe, Bibliographie 
parisienne. Tableaux de mceurs 1600—1880. 1886. — Calvi, Bibliografia generale 
di Roma nel medio evo. 1906. Supplemento I. Roma, E. Loescher 1908. 



Steuerlisten. 105 

sie, ebenso unsere Altertumsvereine. Je vollständiger die Reihe der für eine 
einzelne Stadt im Laufe der Zeit gedruckten Adreßbücher in einer Bibliothek 
vorhanden ist, um so größer ist dieser Quellenwert. Auch können dem 
Familienforscher solche Adreßbüchersammlungen nützlich werden, die in 
modernen Lesehallen oder Geschäftsräumen aufgestellt sind. In der Dresdner 
Lesehalle (Dresden-Altstadt, Waisenhausstraße) findet man Adreßbücher aller 
wichtigeren Städte Deutschlands; sie ist gegen eine Gebühr von 30 Pf. täglich 
geöffnet. 1 ) In manchen Städten haben einzelne Geschäfte größere Samm- 
lungen von Adreßbüchern angelegt. In Frankfurt a. M. sind beispielsweise 
in den Geschäftsräumen der Firma Mahlau & Waldschmidt etwa 3000 Adreß- 
bücher deutscher und ausländischer Städte zum öffentlichen Gebrauch gegen 
eine Gebühr von 20 Pf. für das erste und je 10 Pf. für jedes weitere Adreß- 
buch ausgestellt (vgl. oben S. 66). 

Führen die Listen über die Aufnahme der Bürger immer nur einen Teil steuerlisten, 
der Bevölkerung auf und überdies nur einmal, nämlich in dem Jahre, in 
dem das Bürgerrecht erworben wird, so beschäftigen sich die Steuerlisten, 
für die auch die Benennungen „Beedbücher" und „Geschoßregister" vor- 
kommen, mit der gesamten erwerbstätigen Einwohnerschaft, wenn auch im 
wesentlichen nur mit den Haushaltungsvorständen. Aber sie schildern uns 
diese in regelmäßigen Zwischenräumen, oft Jahr für Jahr und lassen uns 
damit Einblicke tun in die kleinen Veränderungen, die sich auch bei einer 
sehr seßhaften Bevölkerung während eines Jahres vollziehen. Bestimmte genea- 
logische Beziehungen lassen sich aus diesen Rechnungen häufig mit Wahr- 
scheinlichkeit erschließen. Wenn zwei Leute gleichen Namens und gleichen 
Berufs der Zeit nach genau aneinander anschließend in den Steuerregistern 
derselben Stadt, womöglich an derselben Stelle (zwischen denselben Namen) 
verzeichnet auftreten, so daß sie sich also in Wohnung und Beruf ablösen, 
so würde es einen mehr als sonderbaren Zufall bedeuten, wenn diese beiden 
verwandtschaftlich sich gar nichts angingen. Nimmt man dann die übrigen 
archivalischen Quellen hinzu, so wird sich die Wahrscheinlichkeit des be- 
stimmten genealogischen Verhältnisses mehr oder weniger zur Gewißheit 
steigern. 2 ) Diese Steuerlisten sind häufiger benutzt 3 ), als herausgegeben wor- 
den. Eine einschlagende Veröffentlichung liegt für Leipzig vor: Wustmann 
hat in den „Quellen zur Geschichte Leipzigs", l.Bd. (Leipzig 1889), S. 48 — 189 
die ältesten vorhandenen, die gesamte Bevölkerung Haus für Haus nament- 



x ) In München kann man dieselben kostenlos auf dem Polizeiamt einsehen. 

a ) Joh. Hohlfeld, Stadtrechnungen als historische Quellen. Ein Beitrag zur 
Quellenkunde des ausgehenden Mittelalters. Dargelegt an dem Beispiele der Pegauer 
Stadtrechnungen des 14./15. Jahrhunderts. Leipziger Dissertation 1912, 174 S. (= Biblio- 
thek der Sächsischen Geschichte u. Landeskunde, hrsg. v. Gustav Buchholz u. Rudolf 
Kötzschke, Bd. 4, H. I). Hohlfeld behandelt die Stadtrechnungen auch als literarische, 
wirtschafts-, sozial-, siedelungs- und verfassungsgeschichtliche Quellen. 

3 ) So beruht z. B. das Buch von Arno Vetter, Bevölkerungsverhältnisse Mühl- 
hausens i. Th. im XV. u. XVI. Jht., Leipzig 1910 (= Leipziger histor. Abh., hrsg. v. 
E. Brandenburg, G. Seeliger, U. Wilken, Heft XVII) auf den Geschoßbüchern der ge- 
nannten Stadt. 



1 06 Steuerlisten. Innungsverzeichnisse. 

lieh vorführenden Listen, nämlich die von 1466, 1481, 1499 (1502, 1506) 
und 1529 veröffentlicht. Das Göttinger Wortzinsbuch von 1334 und 1364, 
d. h. das Verzeichnis der Eigentümer der Worte (Worde, Hausgrundstücke) 
und deren Abgaben, hat Georg Meyermann veröffentlicht, HGBAB 4, 
25 ff. Ein Freiberger Steuerregister von 1546 ist gedruckt in den „Mit- 
teilungen des Freiberger Altertumsvereins", 19. Heft, S. 25 — 60 mit alpha- 
betischem Verzeichnis der Einwohner; im 20. Hefte, S. 45 — 58 folgen die 
Bewohner der Hospitäler und Rätsdörfer aus demselben Jahre. 

In der Schweiz kommen in dieser Richtung in Betracht: 

Keller-Escher, C, Das Steuerwesen der Stadt Zürich im 13., 14. und 
15. Jahrhundert (67. Neujahrs-Bl. z. Besten d. Waisenhauses in Zürich f. 1904). 
Zürich. In Vorbereitung ist eine neue Publikation: Die völlige Veröffent- 
lichung der Steuerbücher von 1357 — 76 wird einen Band umfassen, die Fort- 
setzung für die späteren Jahre soll in Auswahl geschehen. Herausgeber: 
Dr. Hans Nabholz und Dr. Friedr. Hegi. 

Welti, Frdr. Emil, Die Tellbücher d. Stadt Bern a. d. J. 1389. Bern 1896. 

Jecklin, Fritz von, Das älteste Churer Steuerbuch v. J. 1481 (S.A. 
aus Jahresbericht d. histor. antiq. Gft. v. Graubünden, 1908). 

Eine ganz eigentümliche und nachahmenswerte Bearbeitung haben die 
Steuerlisten von Eisenach aus d. J. 1636 — 39 gefunden, indem sich Hugo 
Peter die Mühe genommen hat, unter Heranziehung der Kirchenbücher unter 
dem Titel „Eisenacher Bewohner 1630 — 40" (Beitr. z. Gesch. Eisenachs X. 
Eisenach 1901, 120 S. 8°), eine Art Adreßbuch f. jene Zeit herzustellen. In 
diesem Buche liegt f. e. Forscher, der sich mit Eisenacher Familiengesch. 
beschäftigen will, ein ganz einzigartiges Material in vorzügl. Ordnung vor. 

Zu den Steuerlisten gehören auch die Übersichten über die Einrichtungen 
von Kreuzzugs- und Türkensteuern früherer Jahrhunderte. Sowohl die ein- 
sammelnden Personen als auch die zahlenden werden, wenn auch keineswegs 
immer alle zusammen, in solchen Übersichten genannt. So sind z. B. in 
der „Übersicht der vom Collector Aliron eingehobenen Zehntgelder" ge- 
legentlich der Einhebung des Lyoner Zehnten im Erzbistum Salzburg 1282 
bis 85 eine ganze Reihe von kirchlichen Beamten genannt, welche die ge- 
sammelten Beträge zahlten. 1 ) 
hinungg- Die Zünfte führten eigene Akten. 2 ) Wir ersehen aus den Innungs- 

verzeichnissen die Namen sowohl der Meister als auch der Gesellen. Auch 
die durchreisenden Fremden wurden gebucht. Die Söhne von Mitgliedern 
zahlten ein geringeres Einzugsgeld als Fremde, was für genealogische Zwecke 
wichtig werden kann. In den Innungsbüchern findet man auch oft unmittel- 
bare Angaben über Verwandtschaftsverhältnisse, wenn z. B. ein Meisterssohn 
aufgenommen wird oder ein Geselle die Witwe oder die Tochter eines 
Meisters heiratet. Gedruckt ist von einschlagendem Material nicht viel. Es 
seien erwähnt: 



Verzeichnisse. 



x ) Steinherz, MIÖG 14, 51 ff. 

2 ) A. v. Gülich, Ü. d. Versteigerung der „deutschen Zunftabteilung" des Nor- 
dischen Museums zu Stockholm ASW 1910. 



Ranglisten. Regimentsgeschichten. 1 07 

Moltke, „Die Leipziger Kramerinnung im 15. und 16. Jahrhundert" 
(Leipzig 1901), S. 112— 131 bietet ein Verzeichnis der 1477 — 1548 neu ein- 
getretenen Mitglieder. Derselbe Verfasser hat ein ähnliches Verzeichnis, aller- 
dings nicht von Innungsmitgliedern, sondern ein solches der Angehörigen 
eines Handlungsgehilfenvereins, der Zwölfer-Gesellschaft, 1737 — 1811 in den 
„Urkunden zur Entstehungsgeschichte der ersten Leipziger Großhandlungs- 
vertretung. Der erste Leipziger Handlungsgehilfenverein." (Leipzig 1904), 
S. 73 — 108 herausgegeben und die in dem Verzeichnis enthaltenen biogra- 
phischen Angaben überdies noch nach anderen Quellen ergänzt. 

Dietz, Das Frankfurter Zinngießergewerbe u. seine Blütezeit im 18. Jht. 
(= Festschr. z. Feier des 25jährigen Bestehens d. Städtischen histor. Mus. 
in Frankfurt a.M., 1903, S. 175—179) verzeichnet 188 Meister v. 14. bis 19. Jht. 
u. die Zeit, wann sie Meister geworden u. wann sie gestorben sind. 

In diesem Zusammenhang weisen wir auch auf die Schützenbrüder- 
schaften hin. So gibt z. B. Petiscus, Halberstadts Schützenbrüderschaft 
anno 1634/35, 1663/64 u. 1672/73 (ASW 7, 60ff.), familiengeschichtliche 
Ausz. aus d. Einnahmen- u. Ausgabenverz. d. Halberstädter Schützenbrüder- 
schaft. Hermann Heineck, Urkundl. Gesch. d. Schützen-Compagnie zu 
Nordhausen. Nordhausen, Selbstverlag des Städtischen Museums 1896. Ernst 
Kelchner, Drei Frankfurter Schützenfeste 1582, 1671, 1707 FBF 1912. Rieber, 
Zur Geschichte der Schützengesellschaft von „Isay", Festschr. z. 400 jähr. 
Jubelfeier 1503—1903. Karl Kiefer, Das älteste Zunftbuch der Wollen- 
weber- u. Tuchmacherzunft zu Lambrecht i. d. Pfalz. FBF 1912, H. 9. 

Die modernen Ranglisten haben keinen großen Wert für familienge- Ranglisten. 
schichtliche Zwecke, weil in der Regel Vornamen und Geburtsdatum fehlen. 
Alte Ranglisten vermeiden vielfach diesen Fehler und bringen deshalb den 
Genealogen größeren Nutzen. Diesbezüglich seien erwähnt: Neubauer in 
den „Mitteilungen des Vereins für Anhaltische Geschichte u. Altertumskunde", 
7. Bd. (Dessau 1898), S. 546—548; hier wird eine Rangliste des Kgl. preußi- 
schen Alt-Anhaltischen Regimentes von 1752 dargeboten, in der für jeden 
Offizier das genaue Alter, das Datum des Patents und das Vaterland an- 
gegeben ist. „Personalauszüge" aus der in Halle 1767 — 1772 erschienenen 
„Vollständigen Geschichte aller Königlich Preußischen Regimenter" hat H. v. 
Voß, VJH 15, 223ff. 16, 421 ff. mitgeteilt. 1 ) 

Die jetzt häufig erscheinenden Regimentsgeschichten und Geschichten Regimems- 
ganzer Kontingente 2 ) enthalten in ihren Offizierstammlisten ein familien- s eschlchten - 
geschichtliches Material, das in einzelnen Fällen an Wert noch dadurch ge- 
gewinnt, daß auch die späteren Schicksale jedes einzelnen Offiziers nach 



*) Sammlungen von Ranglisten seit dem 18. Jahrhundert befinden sich in der 
Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte in Leipzig und im Centraal 
Bureau voor Genealogie en Heraldiek in 's Qravenhage. 

2 ) Kriegsgeschichtliche Literatur findet sich vornehmlieh in der Großherzoglichen 
Bibliothek in Weimar und in den militärischen Bildungsanstalten, besonders in der 
Militärtechnischen Akademie zu Berlin. 



108 Regimentsgeschichten. Offizier-Stammlisten. 

Möglichkeit verfolgt werden. 1 ) So enthält z. B. die „Geschichte der stehenden 
Truppen im Herzogtum Braunschweig -Wolfenbüttel" von Elster (Leipzig 
1899 — 1901, 2 Bde.) eine bis 1806 reichende Offiziersliste, die 1700 Namen 
umfaßt. In diesem Zusammenhange sei auch Blanckmeisters Schrift „Die 
sächsischen Feldprediger" genannt (Leipzig 1893). in der S. 40 — 51 ein Ver- 
zeichnis sämtlicher sächsischen Militärgeistlichen sich findet. Vgl. Schild, E., 
Der preuß. Feldprediger. I. Eisleben, O. Mähnert 1888. — Ich nenne noch: 
Geschichte der Kgl. deutschen Legion 1803 — 1816 von B. Schwertfeger. 
Hannover und Leipzig 1907. — Über mehr als 800 Familien in alphabetischer 
Anordnung gibt das auf langjährigen Forschungen beruhende, aber ungleich 
gearbeitete und deshalb der Nachprüfung bedürftige, umfangreiche Werk 
Auskunft: Stammregister und Chronik der Kur- und kgl. Sächsischen Armee 
von 1670 bis z. Beginn des 20. Jht, bearbeitet v. Hnr. Aug. Verlohren, hrsg. 
v.Franz Verlohren. Leipzig, Carl Beck. — Eine Schwierigkeit stellt sich für den 
einzelnen Forscher durch den Wechsel ein, den die Namen eines und desselben 
Regiments im Laufe der Zeiten aufweisen. In dieser Beziehung leistet gute 
Dienste die Schrift von Wilh. v. Voß, Die Regiments-Namen der Altpreußi- 
schen Armee, Berlin 1904. — Über Dänemark vgl. V. Richter, Den danske 
Landmilitaeretat 1801—94. I. II. Kopenhagen 1896/97. — H. S. Garde, Efter- 
retninger om den dansk-norske S0emagt I — IV. Kopenhagen 1832 — 35. — 
V. Richter, Den danske Soetat 1801 — 1890. Kopenhagen 1894. — Über 
norwegische Generale vgl. C.J.Anker, Generalspersoner 1628 — 1885. Kri- 
stiania 1885. Besonders hervorgehoben zu werden verdienen die selbstän- 
Offizjer- digen Off izier-Stammlis ten. Beispielsweise sei genannt: „Offizier-Stamm- 
'" liste des Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm IV. (1. Pommersches) 
Nr. 2", auf Befehl des Regimentskommandeurs Oberst Bock von Wülfingen 
zusammengestellt von v. Priesdorff (Berlin, Mittler & Sohn 1906, 746 S. 8 ). 2 ) 
Im übrigen findet man das einschlagende gedruckte Material zusammenge- 



*) Das Buch von Pres er, C, Der Soldatenhandel in Hessen. Versuch einer Ab- 
rechnung, Marburg 1900, enthält S. 65 ff. Offizierslisten aus adeligen Häusern vom 
Jahre 1779. — Bodemann, Ed., Der braunschweigische Soldatenhandel nach 
Amerika 1776. VNS 1878 (hier S. 311 „Liste, wie die erste Division der am 
22. Februar 1776 aus Wolfenbüttel nach Amerika marschierten Fürstl. Braunschweigi- 
schen Truppen zu Stade auf die Schiffe vertheilet worden" (mit zahlreichen Familien- 
namen). — J. C. W. Hirsch hat im Laufe mehrerer Jahrzehnte mit unermüdlichem 
Fieiße ein Verzeichnis sämtlicher Offiziere, Oberbeamten, Ärzte, Feldprediger usw. 
nach ihrer Dienstlaufbahn, die in der Zeit von 1648—1814 der dänisch-norwegischen 
Armee angehört haben (Fortegnelse over Danske og Norske Officerer m. f. fra 1648 
til 1814), angefertigt. Vorläufig noch in Handschrift bildet es in der stattlichen Reihe 
seiner zwölf starken Foliobände für jeden Forscher, der das Königliche Reichsarchiv 
zu Kopenhagen besucht, um genealogische oder sonst Personalverhältnisse aus der 
dänischen Geschichte zu durchforschen, eine wahre Goldgrube für seine Zwecke. 
Unter den über 32000 Personen, deren Dienstlaufbahn in dem genannten Werke Auf- 
nahme gefunden, befinden sich mehrere tausend Glieder deutscher, namentlich preußi- 
scher, mecklenburgischer, schleswig-holsteinischer Adelshäuser. Von dem branden- 
burgischen Adel des 17. Jahrhunderts ist hier fast kein Geschlecht unvertreten. DH 39, 60 

2 ) Näheres über dieses Werk bei Tille, ZPF 2, 62/. 



Offizier-Stammlisten. Literatur über Orden und Stifter. 109 

stellt von Paul Hirsch, „Bibliographie der deutschen Regiments- und Ba- 
taillonsgeschichten" (Berlin, Mittler & Sohn 1906, 169 S.), das nicht weniger 
als 869 solche Bücher verzeichnet. Vgl. auch Schwertfeger, Hannoversche 
Regimentsgeschichten seit dem 24. Januar 1899, VNS 1905. Die zusammen- 
fassende Arbeit „Bredow-Wedel. Historische Rang- und Stammliste des 
deutschen Heeres, bearbeitet von Claus v. Bredow. Berlin 1905 (XXI u. 
1442 S.) ist mit Vor sieht zu benutzen, vgl. Wiegand, HZ 97. Bd. (3. Folge, 
l.Bd.) 1906, S. 460 und v. Leszczynski, Militär -Wochenbl. Nr. 100, 130, 131 
u. FBP 18, 232 ff. — Offizierslisten sind enthalten in den beiden Arbeiten 
von H. Helmes: Übersicht z. Gesch. d. fränkischen Kreistruppen 1664 bis 
1714 (Darst. aus d. bayerischen Kriegs- u. Heeresgesch. H. 14 oder Einzel- 
druck. München 1905); Kurze Gesch. d. fränkischen Kreistruppen 1714 — 1756 
u. ihre Teilnahme am Feldzug von Roßbach 1757 (Darst. etc. H. 16 oder 
Einzeldruck. München 1907). — Martinien, A., Tableaux par corps et par 
batailles des officiers tues et blesses pendant les guerres de l'Empire (1805 
ä 1815). Paris o. J. gr. 8. (vgl. bes. IX, Troupes alliees). — Hirsch, Paul, 
Bibliographie der französ. Truppengeschichten. Berlin 1906. 

Mannigfache Belehrung findet der Familienforscher in der Literatur Literatur über 
über die Orden und Stifter. Wie viele Mitglieder der Familien aller 0rdenuStifter ' 
Stände sind in einen Orden eingetreten und mit dessen Geschichte verwachsen. 
Diesbezüglich ist insbesondere auf die zahlreichen Ordens-Schematismen der 
Jesuiten, Franziskaner, Kapuziner, Benediktiner, Redemptoristen usw. zu ver- 
weisen. Eine nützliche Zusammenstellung der auf Orden und Stifter bezüg- 
lichen Literatur findet sich bei Dahlmann-Waitz, Quellenkunde der deutschen 
Geschichte, 8. Aufl. v. P. Herre, 1912, S. 175 ff. u. 181 ff. Ich nenne hier bei- 
spielsweise einige Werke: 

d'Albaing von Qiessenburg, De Duitsche Orde of geschiedenis derbroeders 
van het duitsche huis van S. Marie van Jerusalem. Haag 1857. 

Bachern, K.J., Versuch einer Chronologie der Hochmeister des teutschen Ordens 
vom Jahre 1190 — 1802 mit synchron. Übersicht der Ordensmeister. Münster 1802. 

Beckmann, J. G., Beschr. d. ritterl. Johanniterordens in der Mark, Pommern u. 
Wendland. Frankfurt 1726. 

Bertouch, Ernst v., Kurzgefaßte Geschichte d. geistl. Genossenschaften. Würz- 
burg 1888. 

Biedenfeld, Gesch. u. Verfassung aller geistl. u. weltl. Ritterorden. Weimar 
1841. 2 Bde. 

Chiffletius, J., Historie d. weltberühmten Toison-Ordens v. Güldenen Vlüss. 
Nürnberg 1741. 

Cretineau-Joly, Histoire de la compagnie de Jesus. 3. Afl. 6 Bde. 1856; 
in deutscher Bearbeitung. Wien 1845 — 52. 

Danjas, Etudes sur les temps primitifs de l'ordre de St. Dominique. 3 Bde. 
Poitiers 1874—75. N. F. 2 Bde. Paris 1885—88. 

Daviti, P., Liste et origine de tous les ordres de chevaleries militaires et civils, 
publ. par J. Gay. Turin 1876. 

Delaville le Roulx, J., De prima origine Hospitalariorum Hierosolymitanorum, 
Paris 1885; drs., les Statuts de l'Ordre de l'Höpital de St. Jean de Jerusalem. Paris 
1887; drs., Cartulaire general de l'ordre des Hospitaliers de St. Jean de Jerusalem, 
Paris, Leroux. 



HO Literatur über Orden und Stifter. 

Dienemann, J. G., Nachr. v. Johanniterorden nebst Beschr. der gehaltenen Ritter- 
schläge. Berlin 1767. 

Diethmar, J. Ch., Oenealogisch-histor. Nachr. v. Herrenmeistern des Johanniter- 
ordens. Frankfurt a. O. 1733—1737. 

Duellius, Raym., Historia ordinis equitum Teutonicorum hospitalis S. Mariae 
Hierosolymitani. Cum 7 tabulis sigillorum et 34 tabulis genealog. Wien 1727. 

Falkenstein, K., Gesch. d. 3 wichtigsten Ritterorden d. MA: Templer, Johan- 
niter u. Marianer (od. Deutsch-Herren). Dresden 1822 — 42; drs., Gesch. des Johan- 
niterordens. Zeitz u. Leipzig 1867. 

Finck, Übersicht d. Gesch. d. souveränen ritterl. Ordens St. Johannis vom Spital 
zu Jerusalem u. d. Balley Brandenburg. Leipzig 1890. 

Fritz, H., Die geistlichen Ritterorden. Berlin 1908. 

Gelbke, Abb. u. Beschr. d. Ritterorden. Berlin 1832—39, mit 44 Kupfertafeln. 

Giucci, G., Iconographia storica degli ordini religiosi e cavallereschi. 9 Tle. in 
5 Bdn. Rom 1836—47 (mit 430 Kupfertafeln, die Ordenstrachten darstellend). 

Gottschalck, Frdr., Almanach der Ritterorden. Tl. I. Die deutschen Ritterorden. 
Tl. II. Die Ritterorden außer den deutschen. Leipzig 1817 — 18. 

Gritzner, Handbuch der Damenstifter. Frankfurt a. M. 1893. 

v. Gumppenberg, Das bayrische Großpriorat des Johanniterordens. OBA 9. 

Hammer, Die Franziskaner in den Vereinigten Staaten Nordamerikas. Köln 1892. 

Harteck, E., Histor. Bilder a. d. deutschen Ordenslande. 111. m. 35 Abb. d. 
Wappen sämtl. Hochmeister. 1875. 

Heldmann, C, Gesch. der deutschen Ordensbailei Hessen. ZHG NF XX (1895). 

Hermann, R., Verzeichniß der in Thüringen bis zur Reformation vorhanden ge- 
wesenen Stifter, Klöster u. Ordenshäuser. ZTG VIII, (1871), S. 1—176. 

Herrlich, Die Balley Brandenburg des Johanniterordens. 2. Aufl. 1891. 

Hess, C. J. Ign. Seb., Discursus inauguralis de potissimis personarum tarn im- 
perantium quam parentium in imperio juribus succincta equestris ordinis Teutoniae 
historia nee non eiusd. 48 magnorum magistrorum iconibus atque XI balliviarum Prussi- 
carum et Allemannicarum archicommendatorum illustratus (Würzburg 1720). 

Hinschius, R, Die Orden u. Kongregationen der katholischen Kirche in Preußen. 
Berlin 1874. 

Jaksch, R. v., u. Wartenhorst, A., Die Einführung des Johanniter-Ritterordens 
in Kärnten u. dessen Commende u. Pfarre Pulst daselbst. AÖG 76, 90. 

Koch, Ad., Die frühesten Niederlassungen der Minoriten im Rheingebiete. Leip- 
zig 1881. 

Ladurner, Justinian, Urkundl. Beitr. z. Gesch. d. deutschen Ordens in Tirol. 
ZF 3. Folge, 10. H. 

Lies, Beschrijving van de Koniklijk Nederlandsche en groothertogelijk Luxem- 
burgsche ridderorden. Delft 1889. 

Lindner, Die Schriftsteller des Benediktinerordens in Bayern. 2 Bde. Regens- 
burg 1880; Nachträge 1884. 

Lindner, Gallia Benedictina oder Übersicht der am Beginn des 18. Jht. bis z. 
Ausbruch d. franz. Revolution noch bestandenen Männer- u. Frauenabteien des Bene- 
diktinerordens. Kempten, Kosel. 

Midtelstorf, Genealogische Nachrichten über die bei dem Setheschen Fräulein- 
stift zu Aurich beteiligten Familien, Aurich 1883; dazu Zusätze u. Berichtigungen. 
Aurich 1887. 

(Musson), Pragmatische Gesch. d. vornehmsten Mönchsorden. 10 Bde. Leipzig 
1774—84. 

Pappenheim, Gustav Rabe, Frhr. v., Mittlgn. ü. e. unediert gebliebenes 
Verz. d. deutschen Ordens-Ritter der Balley Hessen. VJH 1892. 

Perrot, Collection historique des ordres de la chevalerie. Paris 1828, wichtig 
wegen der erloschenen Orden. 

Pöckel, P. Maxim., Die Kapuziner in Bayern. Sulzbach 1826. 



Literatur über Orden und Stifter. 111 

Prutz, Entwickelung u. Untergang d. Tempelherrenordens. Berlin 1888. 

Ratisbona, Giovanni Maria da, Catalogus scriptorum ordinis minoris S. Fran- 
cisco ab anno 1747 ad annum 1852. Roma 1852. 

Reiffenberg, Baron, Histoire de la Toison d'or depuis son institution jusqu* ä 
la cessation des chapitres generaux et des ecrivains qui en ont traite. Bruxelles 1830. 
Vgl. Kekule v. Stradonitz. DH 1908 u. Hartmann-Franzenshuld, Edler v., 
JAW 1883. 

Reimer, H., Verfall der Deutschordensballei Koblenz im 15. Jht. TA H. 11. 

Reu m ont, A. v., Die letzten Zeiten des Johanniterordens. Leipzig 1844. 

Salles, Felix, Annales de l'ordre teutonique depuis son origine jusqu' ä nos 
jours. Wien 1887. 

Schaefer, K. Heinrich, Die Kanonistenstifter im deutschen MA. 43. u. 44. H. 
d. Kirchenrechtl. Abh., hrsg. v. Ulrich Stutz, Stuttgart 1908. 

Schlager, P. Patricius, Gesch. d. Kölnischen Franziskaner- Ordensprovinz 
während des Reformationszeitalters. Regensburg 1909. 

Schlözer, K. v., Die Hansa u. d. deutsche Ritterorden in den Ostseeländern. 
Berlin 1851. 

Schubert, F. W., Beitr. z. Gesch. d. deutschen Ordens in Preußen. Königs- 
berg 1831. 

Schuster, M., Der deutsche Ritterorden bis z. Tode Hermanns v. Salza. 1868. 

Spencer- Northcote, Gesch. d. Johanniterordens (aus d. Englischen v. St u de- 
in und). Münster 1874. 

Vertot, Histoire des Chevaliers hospitaliers de S. Jean de Jerusalem, appellez 
depuis Chev. de Rhodes et aujourdhui Chevaliers de Malthe. 5 vols. Paris 1726. 

Wahlen, Ordres de chevalerie et marques d'honneur. Brüssel 1854; 2 Spl. 

Wietz, Die geistl. u. weltl. Ritter- u. Damenorden. Prag 1821—27. (Kostüm- 
bilder.) 

Wilcke, Gesch. des Ordens der Templer. 2 Bde. 2. Ausg. Halle 1860. 

Winterfeld, Gesch. des ritterl. Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem. 
Berlin 1859. 

Von besonderem Wert für familiengeschichtliche Zwecke sind auch 
heraldische Werke über Ritterorden. Diesbezüglich seien genannt: 

Briesen, A. v., Wappenbuch des ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu 
Jerusalem, Balley Brandenburg. Leipzig 1856. 

Chiffletius, J. J., Insignia gentilicia equitum ordinis velleris aurei ferialium verbis 
renuntiata. Antwerpen 1632. 

Dithmar, J. Chr., Commentatio de honoratissimo ordine militari de balneo. 
Accedunt statuta idiomate Anglico et latine versa, c. 20 tabb. Frankfurt 1729. 

Goussancourt, M. de, Martyrologue des Chevaliers de S. Jean de Jerusalem 
dits de Malte cont. leurs armes blasons preuves de chevalerie et descente geneal. 
Paris 1654. 

Lacchey, Loredan, Ancien armorial equestre de la Toison d'or et de l'Europe 
au 15 siecle. Facsimile contenant 942 ecus et 64 figures equestres en 114 planches 
chromotypographiques reproduits pour la premiere fois. Nancy und Paris 1890. 

Maurice, Jean Baptiste, heraut et roy d'armes de sa Majeste Catholique, Le 
blason des armoiries de tous les Chevaliers de l'ordre de la Toison d'or depuis la 
premiere institution jusques ä present. A la Haye 1665. 

Wapenboek de Ridders der Duitsche Orde, Balge van Utrecht sedert 1581, 
Haag 1871. 

Eine besondere Art der Ordensliteratur stellt die Mitglieder der einzelnen 
Orden durch die Jahrhunderte zusammen, wobei tunlichst biographische und 
literarische Angaben den einzelnen Namen beigegeben werden. 

Schon im 18. Jht. begann man mit der Herausgabe solcher Werke, so für St. Em- 
meran in Regensburg: Catalogus Religiosorum professorum (Regensburg 1744); dann 



\\2 Literatur über Orden und Stifter. 

für Niederaltaich: Memoriale seu Altahae inferioris memoria superstes v. Joh. Bpt. Lack- 
ner (Passau 1779); für Kremsmünster: Historico-chronologica Series Abbatum et Reli- 
giosorum v. Marian Pachmayr (Styrae 1772—82), die beste u. reichhaltigste Arbeit 
dieser Art; ähnlich für Banz in Franken durch P. Ildephons Schatt in der ersten Bei- 
lage zum Leben des letzten Abtes Qallus Dennerstein, die ein vollständiges Ver- 
zeichnis sämtlicher Äbte und Konventualen des Stiftes von der Stiftung bis zur Auf- 
hebung enthält (Bamberg 1821). Die einzige derartige Arbeit früherer Zeit über ein 
Zisterzienserkloster betr. Saar in Mähren, nämlich Otto v. Steinbach (letzter Abt), Nomina 
Religiosorum inM.Fontis s.MariaepropeZarany ord. Cist.abanno 1255 — 1781 (Pragae47p.) 
Über Salzburg sind erschienen: Catalogi impressi annorum 1756 u. 1759. Salisburgi 
(Einblattdrucke). Catalogus venerabilis et antiquissimi conventus S. Petri intra Salisbg 
ordinis SS. Patris Benedicti, seit 1782 von Zeit zu Zeit gedruckt. — (Jung, Arn.), Se 
ries Abbatum Monasterii ad S. Petrum Salisburgi, 1864 (Appendix zu dem 1864 hrsg 
Catalogus Religiosorum Monasterii S. Petri a. 1864 viventium). — (Keuslin, Alb. 
abbas), Catalogus cum historiae compendio abbatum monasterii S. Petri Salisburgi ex 
antiquis Chronicis, litteris et monumentis authenticis. Salisburgi 1646 (83 S., 4). — 
(Seeauer, Beda), Saecularis memoria defunctorum sive compendium vitae et mortis 
Religiosorum qui in monasterio ad S. Petrum Salisburgi ordinis S. Benedicti ab anno 
1682 usque ad annum 1782 in domino obierunt. Salzburgi 1782. Das gesamte ein- 
schlagende Handschriftenmaterial, einschließlich der Roteln-Sammlungen, hat P. Firmin 
Lindner benutzt zu dem sehr reichhaltigen, eine Masse biographischen Materials dar- 
bietenden „Profeßbuch der Benediktiner-Abtei St. Peter in Salzburg 1419 — 1856", MGSL 
XLVI, 1906, S. 1—328, wozu Willibald Hauthaler e. Einführung geschrieben hat. P. Fir- 
min Lindner hat viele ähnliche Arbeiten geliefert, so über Rheinau im Freiburger 
Diözesan-Archiv (1878) XII, 251—288 u. (1881) XIV, 1—62, 297—304; über Ettal OBA 
(1887) XLIV, 247—285; über St. Ulrich in Augsburg 1610 — 1857 Diözesan-Archiv v. 
Schwaben (1891) VIII u. (1898) XVI; über Nerresheim 1424—1854 ebd. (1895) XIII. u. 
(1896) XIV; über Tegernsee OBA (1897) L, 18—130 u. (1898), S. 1—318; über Ochsen- 
hausen 1392 — 1861 Diözesan-Archiv f. Schwaben (1899) XVII u. (1900) XVIII; über 
Wiblingen 1099 — 1864 ebd. (1901) XIX u. (1902) XX; über Mehrerau 1097 — 1856 im 
Bericht des Vorarlberger Museums Bregenz (1904) XLI, 30—107; über Ottobeurn 764 
bis 1858 Zeitschr. d. histor. Ver. v. Schwaben, Augsburg (1904) XXX u. (1905) XXXI; 
über Niederaltaich Verhdl. d. hist. Ver. v. Niederbayern (1903) XXXIX; über Heiligen- 
kreuz in Donauwörth 1342 — 1853 in d. Ztschr. d. hist. Ver. v. Donauwörth II 1905; 
über Wessobrunn OBA (1905) LH — die genannten gehörten dem Benediktinerorden 
an — ; über Stams 1272—1898 Album Stamsense, Salisburgi 1898; über Neuberg 1327 
bis 1846 Cistercienser-Chronik (1904) XVI (Bregenz 1904); über Fürstenfeld 1258—1837 
ebd. (1905) XVII. Von neueren Beiträgen zur Personalgeschichte der Orden nenne ich 
noch Ernst Graf von Mirbach-Harff, Beitr. z. Personalgesch. d. deutschen Ordens 
JAW NF 1890, lff. — Bonani, Phil., S. J., Verz. d. geistl. Ordenspersonen und der 
streitenden Kirchen. Nürnberg u. Würzburg 1711. — Das Buch vom Schwanenorden, 
Ein Beitr. zu d. Hohenzollerischen Forschungen, von Graf Stillfried u. S. Hänle. 
Berlin 1881 (der 3. Teil dieses Werkes gibt e. alph. Verz. der einzelnen Ordensritter, 
die zu ermitteln waren, mit biogr. Nachr., über 600). — Hierzu kommen noch die 
Ranglisten u. Personalverzeichnisse. Ich nenne beispielsweise: Catalogue des Cheva- 
liers de Malte, appelles successivement Chevaliers de l'ordre militaire et hospitalier de 
Saint-Jean de Jerusalem, de Rhodes, de Malte (1099—1800). Paris 1889. — Rangliste 
u. Personalstatus d. deutschen Ritterordens. Wien 1873ff. — Das Mitgliederverzeichnis 
der Balley Brandenburg des Johanniterordens (Berlin 1859, 1870) enthält Vornamen, 
aber keine Geburtsdaten. 

Der deutsche Orden und fast noch mehr sein Vorgänger, der sogenannte 
Schwertbruderorden, haben erfahrungsgemäß viele Familienforscher bei ihren 
Anfragen an die Archive irregeführt. Nicht selten wurde behauptet, daß der 
Briefschreiber von einem Ritter, womöglich Komtur, dieses oder jenes Ordens 



Exulantenliteratur. 113 

abstamme. Schonend, aber eindringlich mußten die Archive erwidern, daß 
solches hoffentlich nicht der Fall sei, da ja die Ritter jener Orden das 
Zölibatgelübde ablegen mußten. Die Folge solcher Anfragen ist, daß sehr 
zahlreiche Archivbeamte alle familiengeschichtlichen Anfragen über einen 
Kamm scheren und sie so kurz wie möglich abfertigen. Es ist daher dem 
Familienforscher dringend zu empfehlen, daß er sich vor einer 
Anfrage an die Archive in Ordenssachen erst um die Ordens- 
satzungen bekümmere und den Archiven keine törichten Wünsche 
unterbreite, welche nur geeignet sind, die Archivbeamten, die so- 
wieso, überlastet mit anderen Arbeiten, die genealogischen An- 
fragen vielfach als eine schwere Plage empfinden, den familien- 
geschichtlichen Studien noch unfreundlicher zu stimmen. 

Exulantenliteratur. 

Mit dem Beginn der religiös-kirchlichen Reformation des 16. Jahrhunderts Exulanten- 
setzte in den europäischen Ländern ein Ab- und Zufluten der Bevölkerung 
ein, wie es das späte Mittelalter nicht gesehen hatte. Zu den vielen sonstigen 
Beweggründen der Übersiedlung von einem Staat zum andern trat nunmehr 
die Religion als ein Hauptmotiv hinzu. Indem nämlich durch das Mißlingen 
einer Reformation der ganzen Kirche die abendländische Christenheit in drei 
sich heftig bekämpfende und verfolgende Separationskirchen zerfiel, mußten 
bei der damaligen Auffassung der Religion als Staatsangelegenheit die Be- 
klagenswerten, deren Landesherr einer der ihrigen entgegengesetzten Kirche 
angehörte, oft, wenn sie unbehelligt ihrer Religion leben wollten, Volk und 
Vaterland, Familie und Verwandtschaft, Vermögen und Wohlstand aufgeben 
und nach Ländern flüchten, in denen ihre Religion gehegt und gepflegt 
wurde. 

In den vierziger Jahren des 16. Jahrhunderts waren es auf Seiten der 
Neugläubigen vor allem Franzosen, Niederländer, Italiener und Polen, die 
durch die erbarmungslose Durchführung grausamer Inquisitionsvorschriften 
genötigt wurden, ihre Heimat zu verlassen und in der Fremde freie Übung 
ihrer Religion zu suchen. Sie wandten sich zunächst nach den evangelischen 
Gebieten der Schweiz und Deutschlands, wo sie besonders in den größeren 
Städten bereitwillige Aufnahme fanden. Später, als auch in England unter 
dem frommen Eduard VI. die Sonne der Reformation goldig aufgegangen 
war, zu gleicher Zeit aber Deutschland durch das vom Kaiser aufgezwungene 
Interim die Freiheit evangelischen Glaubens und Lebens verloren hatte, 
flüchteten die um des Bekenntnisses Auswandernden vor allem nach England. 
Hier wurden sie als eine schätzbare Hilfstruppe gegen Rom und römisches 
Wesen gern aufgenommen und erhielten durchweg das Recht eigener Ge- 
meindebildung. So erhoben sich hier binnen kurzer Zeit blühende „Flücht- 
lings-" oder „Fremden"- Gemeinden, in denen sich bald ein reges religiös- 
kirchliches Leben entfaltete. Doch nur wenige Jahre war ihnen das Glück 
freier Religionsübung vergönnt: mit dem Tode Eduards VI. bestieg die 
katholische Maria den englischen Thron, und damit setzte eine blutige pa- 
pistische Reaktion ein. Die Folge davon war, daß die Welle der Aus- 

Heydenreich, Handbuch der praktischen Genealogie I. g 



114 Exulantenliteratur. 

wanderer nach dem Festlande zurückflutete; denn nicht nur einheimische 
Engländer verließen, soweit sie entschiedene Protestanten waren, das Land, 
sondern auch jene in England konstituierten Flüchtlingsgemeinden kehrten 
eiligst ihrer zweiten Heimat den Rücken. Die einen suchten in Dänemark, 
das jetzt von einem entschieden protestantischen Fürsten beherrscht wurde, 
andere in Nord- und Süddeutschland, andere wieder in der Schweiz ihre 
Zuflucht. 1 ) 

Von den in ihren Einzelheiten oft erschütternden, von zäher Festigkeit 
des Glaubens und seltenem Opfermute zeugenden blutigen Kämpfen um den 
Fortbestand des österreichischen Protestantismus 2 ) ist den evangelischen 
Norddeutschen besonders die Aufnahme der 15000 Salzburger und ihre An- 
siedlung an der östlichen Grenze des preußischen Staates als eine der denk- 
würdigsten Taten des vielverkannten Königs Friedrich Wilhelm I. am ge- 
läufigsten. Die Literatur über diese Kolonisation größten Stiles ist ungeheuer 
groß. Noch heute bilden die grundlegenden und unter dem frischen Ein- 
druck der großen Tat geschriebenen Werke des Pastors zu Warnstedt Ger- 
hard Gottlieb Günther Göcking 8 ) eine Hauptquelle. Für den Familien- 
forscher kommen Erbauungsschriften einschlagenden Inhalts nicht in Betracht, 
auch kaum das Buch des Breslauer Professors der Kirchengeschichte Ar- 
nold*), das nicht sowohl darauf ausgeht, den Tatsachenbestand neu zu 



*) Gust. Ad. Besser, Geschichte der Frankfurter Flüchtlingsgemeinden 1554 bis 
1558, Hallische Abhandlung zur neueren Geschichte. Heft XLIII. Halle 1906. S. 1 u. 2. 
Die Hauptquellen für dieses Thema sind: 1. Die auf dem historischen Archiv d. Stadt 
Frankfurt a. M. befindlichen Bürgermeister-, Ratsprotokoll- u. Ratschlagungsprotokoll- 
bücher der Jahre 1554 — 58. 2. Die ebendort in dem Aktenbündel „Acta reformata I? 
vereinigten Schriftstücke, von denen ein großer Teil bereits im 18. Jht. in den Bei- 
lagen der „Franckfurtischen Religionshandlungen, Bd. I u. II, 1735 veröffentlicht wurde. 
3. Zahlreiche Briefe d. „Thesaurus epistolicus Calvinianus" im Corpus Ref ormatorum : 
Calvini Opera X— XXI, 1872 ff. 

2 ) Gasteiger, Gust., Die Zillertaler Protestanten u. ihre Auswanderung aus Tirol. 
Meran 1892. — Alois Flir, Die Manharter. Innsbruck 1852. 

8 ) Vollkommene Emigrations-Gesch. v. denen aus d. Ertz-Bistum Saltzburg ver- 
triebenen u. größtentheils nach Preußen gegangenen Lutheranern. 2 Tle. Frankfurt u. 
Leipzig 1734 u. 1737. Das Buch bedarf im Einzelfalle kritischer Nachprüfung: die 
Namen sind teilweise verstümmelt, der frühere Wohnsitz ist häufig falsch angegeben. 
Familienforschern Salzburgischer Abkunft wird von Herrn prakt. Arzt Dr. E. Schrempf 
in Gumbinnen (O.-Pr.) und von Herrn Rendant Hundtsdörf er-Gumbinnen Auskunft 
erteilt. Im Salzburger Hospital zu Gumbinnen wird nämlich, wie Herr Dr. med. 
Schrempf die Freundlichkeit hat mitzuteilen, eine Menge amtlicher Akten aufbewahrt, 
welche über die einzelnen Salzburgischen Familien und deren frühere Besitzungen in 
Salzburg genauen Aufschluß geben. Herr Dr. Schrempf schreibt diesbezüglich: „Sie 
[die genannten Akten] sind auf Veranlassung Friedrich Wilhelms I. und Friedrichs II. 
in der Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden behufs Verkaufs der von den Ausge- 
wanderten verlassenen Besitzungen. Mir ist bekannt, daß verschiedene Familien auf 
Grund dieser Akten die Besitzungen ihrer Vorfahren festgestellt und auch aufgesucht 
haben." Vgl. auch „Verzeichnis d. zu freiem Kauf feilstehenden Güter der Emigranten". 
Salzburg 1733 in der Studienbibliothek zu Salzburg. 

*) Arnold, C. Fr., Die Vertreibung der Salzburger Protestanten und ihre Auf- 
nahme bei den Glaubensgenossen. Leipzig 1900. 



Exulantenliteratur. 115 

ergründen, als vielmehr die kultur- und religionsgeschichtliche Bedeutung 
des Vorganges näher zu erfassen. Dagegen sind die Bücher von Beheim- 
Schwarzbach, von denen das eine sich ausschließlich mit den Salzburgern 
befaßt und die Resultate ausgedehnter und mühseliger archivalischer For- 
schungen zieht, während das zweite Buch die Ansiedlungen im großen 
Rahmen der gesamten Hohenzollernschen Kolonisation darstellt 1 ), auch dem 
Familienforscher zu empfehlen. 

Gleichzeitig mit dem vorgenannten Buche Arnolds erschien im „Histo- 
rischen Jahrbuch der Görresgesellschaft" ein Aufsatz über die im engsten 
Zusammenhange mit der salzburgischen stehende protestantische Bewegung 
in der gefürsteten Propstei Berchtesgaden. 2 ) Die große Mehrzahl der evan- 
gelischen Berchtesgadener hat, nachdem sie gleich ihren salzburgischen Nach- 
barn das Land ihrer Väter verlassen mußte, in Hannover eine neue Heimat 
gefunden. Die Geschichte dieser Auswanderung wurde lange Zeit kurz ab- 
gemacht, so von Göcking und von der hannoverschen Landesliteratur und 
selbst von Havemann. 3 ) Erst Viktor Loewe hat das vor ihm gänzlich 
unbenutzte, im hannoverschen Staatsarchive beruhende einschlägige Material 
durchgearbeitet und das Ergebnis seiner eindringenden Forschungen in dem 
Aufsatze; „Die Einwanderung der Berchtesgadener in Kurhannover 1733" 
vorgelegt, auch (Seite 77) ein Verzeichnis der Familiennamen dieser Emi- 
granten veröffentlicht. 

Schon vorher, zur Zeit des Kaisers Ferdinands IL, gingen Auswande- 
rungen Evangelischer aus Österreich massenhaft vor sich. Selbst von Hurter 
muß sich im Angesichte der zahlreichen Angaben entschließen, die Zahl der 
Auswanderer auf 30000 zu bestimmen und berichten, daß aus Leitmeritz 
allein 500 in das benachbarte Pirna flohen, muß 185 flüchtige Individuen 
des Herren- und Ritterstandes zugeben. Spärliche Auswandererverzeichnisse 
finden sich bei Raupach, Fortsetzung des evangelischen Österreich III, 439, 
sowie bei Waldau, Geschichte der Protestanten in Österreich, II. Bd. Ein 
älteres, von Sauber tu s entworfenes Register erschien unter dem Titel: Liber 
Providentiae divinae specialis, d. i. Denkzettel Gottes, darinnen die recht Gottes- 
fürchtigen aufgezeichnet zu finden. Nürnberg 1643. Dazu kommen noch Götzii 
Diptycha Exulum. Vgl. AKDV, V. Jahrg. 1855, Sp. 161 ff., 193fi, 217ff., 336. 
Ein „Catalogus Exulum Styrorum Carinth. et Carniol. ex numero provincialium 
1629" in dem Codex 8830 der Wiener Hofbibliothek zählt mit aller Genauigkeit 



x ) Beheim-Schwarzbach, M., Friedrich Wilhelms I. Colonisationswerk in Lit- 
thauen, vornehmlich die Salzburger Colonie. Königsberg 1879; drs., Hohenzollersche 
Colonisationen. Ein Beitrag zur Geschichte des Preußischen Staates und der Coloni- 
sation des östlichen Deutschland. Leipzig 1874. 

2 ) Linsenmayer, A., D. protestantische Bewegung in d. Fürstpropstei Berchtes- 
gaden bis z. Mitte d. 18. Jht. (Histor. Jb. der Görresgft. Bd. 22, München 1901, S. 37 
bis 84). 

3 ) Gesch. d. Lande Braunschweig u. Lüneburg Bd. 3. Göttingen 1857, S. 660. 
Einige nützliche Notizen hat Th. Röscher zusammengestellt: Böhmische u. salz- 
burgische Exulanten in Hannover (Hannov. Geschichtsbl. 1899, S. 157 — 159, 163 — 164, 
170—172). 

8* 



116 



Exulantenliteratur. 



714 Personen des Herren- und Ritterstandes, sowie 46 „nobilisierte" Personen 
auf (Adalbert Heinrich Horand in Wien, Österreichische Exulanten, AKDV, 
NF 9, 31 6 ff.). Zur Charakterisierung dieser Quelle diene der Anfang: 
„Herr Bartholomäus von Dietrichstain freyherr, seine frau gemahlin frau 
Elisabetha geborene von Franckhingen freyin mit 4 Söhnen und 4 Töchtern. 
Herr Georg Albrecht von Dietrichstain freyherr, seine frau gemahlin frau 
Anna, geborene herrin von Welcz, Freyin mit 4 Söhnen und 2 Töchtern. 
Herr Georg Hainrich von Dietrichstain, Freyherr, seine frau gemahlin, frau 
Susanne, geborene Praunfalckhin, mit 2 Söhnen und 2 Töchtern. Herr 
Rudolph von Dietrichstain, Freyherr, seine frau gemahlin Frau Anna Elisa- 
betha geborene von Eckh, Freyin. Darzu daß Fräulin Anna Catharina, 
Fräulin Maria, und fräulin Juditha von Dietrichstain Freyine, In allem Per- 
sonen 29." 

Im übrigen sei hier noch die folgende Exulantenliteratur verzeichnet: 

Aufnahme Glaubensflüchtiger in der Schweiz = Neujahrsblatt, hrsg. v. d. Feuer- 
werker-Gesellschaft in Zürich Nr. 45. 1845. 

Berg er, J., Gesch. d. Hugenotten u. Waldenser Ansiedlungen in Hessen-Darm- 
stadt (Hessenland 1903, Nr. 15—20). 

Beringuier, R., Die Stammbäume der Mitglieder der französischen Kolonie 
in Berlin, herausgeg. z. Feier des 200jährigen Bestehens des Ediktes v. Potsdam. 1885. 
1886. 1887. Drs., Die Kolonieliste v. 1699. Röle general des francois refugiez dans les 
estats de sa serenite electorale de Brandenbourg, comme ils se sont trouvez au 
31 Decembre 1699. Berlin 1888. Vgl. auch „Die Französische Kolonie, Zeitschr. f. 
Vergangenheit u. Gegenwart der französischen reformierten Gemeinden Deutschlands", 
hrsg. v. Rieh. Beringuier (Berlin, E. S. Mittler & Sohn). Vgl. auch das Register unter 
Beringuier. 

Bode, K. H., Urkundl. Nachr. ü. d. wallon.-reformierte Kirchengemeinde zu Magde- 
burg. Magdeburg 1889. 

Brandes, F. H., D. Große Kurfürst u. d. Hugenotten (Gbll. d. dt. Hugenotten- 
Ver. 11). 

Burkhardt, C. A. H., D. französ. Kolonie f. Gewerbe u. Industrie in Weimar 
ZKu6. 

Chambrer, Madame Alexandre de, Henri de Mirmand et les Refugies de la Re- 
vocation de l'edit de Nantes 1650—1721, Neuchätel und Paris 1910. 

Dietsch, F., u. Toll in, H., Gesch. d. Hugenotten v. Metz (Gbll. d. Hugen.-Ver. 
10, 1—2.) 

Erman et Reclam, Memoires pour servir ä l'histoire des Refugies francais dans 
les Etats du roi. Tome I— IX. Berlin 1782 ff. i) 

France, H. de, Les Montalbanais et le Refuge. Montauban 1887. 

Götze, L., Über d. französische u. Pfälzer Kolonie in Magdeburg. MG VIII 
u. XII. 

H ereile, G., Documents inedits sur le Protestantisme ä Vitry-le-Frangois, Epense, 
Heiltz-le-Maurupt, Nettancourt et Vassy, depuis la fin des Guerres de Religion jusqu'ä 
la Revolution francaise, Tome III Paris, Librairie universitaire J. Gamber, 7. rue Danton, 
1908, enthält S. 133—176 ein alph. Verz. derer, die d. reformierten Glauben abge- 



x ) Vgl. auch Eug. et Em. Haag, La France protestante. Tome VI— IX. Paris 
1856—1859. — La France protestante, deuxieme edition sous la direction de M. Henri 
Bordier. Tome I— VI. Paris 1877—1887. — J. Crespin, Histoire des martyrs perse- 
cutez et mis ä mort pour la verite de l'evangile depuis le temps des apostres jusqu'ä 
präsent. Neudruck v. Benoit u. Lelievre. (Bd. 3. Toulouse 1899). 



Auswanderungen nach fremden Erdteilen. 117 

schworen, ferner S. 226 — 483 ein solches v. etwa 400 Familien, die d. Flucht nach d. 
Ausland versuchten, u. zahlreiches Material ü. Emigrantenfamilien. Vgl. A. von den 
Velden, ZPF 5, S. 111. 

Jung, Rud., Die englische Flüchtlingsgemeinde in Frankfurt a. Main 1554—1559 
(Frankfurter histor. Forsch. Hsg. v. Q. Küntzel, H. 3.) Frankfurt a. M. 1910. 

Kekule von Stradonitz, Stephan, Ein Gedenkbl. einer böhmischen Exulanten- 
familie in d. Herzogl. Bibliothek zu Wolfenbüttel. DH 1908, S. 97—98. 

Lochner, Österreichische Exulanten in Nürnberg, AKDV 3, 161 ff. 

Meyhoffer, J., Le martyologe Protestant des Pays-Bas (1523 — 1597). 1907. 

Monte t, Ed., Geneve et les pasteurs francais refugies en 1685. Genf 1885. 

Muret, E., Geschichte der französischen Kolonie in Brandenburg-Preußen unter 
besonderer Berücksichtigung der Berliner Gemeinde. Berlin 1885. 

Pages, G., Les refugies ä Berlin d'apres la correspondance du comte de Rebenac 
1681—88 (Bull. hist. de la Soc. de l'hist. du protest. franc. 1902). 

Schelven, A. A. van, De nederduitsche vluchtelingenkerken. 1909. 

Schmertosch von Riesenthal, R., Die böhmischen Exulanten unter d. Kur- 
sächs. Regierung in Dresden, NASG 22; Vertriebene u. bedrängte Protestanten in 
Leipzig unter d. Schutze Johann Georgs I, NASG 16; Adlige Exulanten in Kursachsen 
nach Urkunden des Dresdner Hauptstaatsarchivs, VJH XXX. 

S c h ö 1 1 1 e r, A., D. französ. Kolonie in Müncheberg (Gbll. d. dt. Hugenotten- 
Ver. 7. 9). 

Schwerin g, Leo, Die Auswanderung protestantischer Kaufleute aus Köln nach 
Mülheim a. Rh. i. J. 1714. Bonner Diss. 1907. Gedruckt als Aufsatz, WZ XXVI, 
Heft 3, 1907. 

Stieda, W., Hugenotten-Kolonie in Mecklenburg, VMG 61. Dazu noch mehrere 
Jahrgänge der Geschichtsblätter des deutschen Hugenotten-Vereins. 

Toll in, H.. Gesch. d. französischen Kolonie v. Magdeburg. 3 B. Halle 1886 bis 
1894; Drs., D. Bürgerrecht d. Hugenotten zu Frankfurt a.Oder (Gbll. d. dt. Hugenotten- 
Ver. 6). 

Velden, A. von den, Die wallonischen Familien de Lattre in Frankfurt a. M. 
FBF 1910, Heft 10. 

Walter, F., Sektenniederlassungen in Mannheim unter Karl Ludwig (MaG 1901). 

Wenz, Reformations-Jubil.-Rede nebst Gesch. d. Französischen Reformierten Kirche 
zu Emden. Ebenda 1819. 

Wolf, B., Einwanderung böhmischer Protestanten, Mtl. d. Ver. f. Annaberg" u. 
Umgegend u. dazu Süß, E.,^ASW. 6, 119ff. 

Sehr viel interessante Mitteilungen über katholisch geborene oder katho- 
lisch gewordene Deutsche bieten: 

Wetzer-Welte, Kirchenlexikon oder Enzyklopädie der katholischen 
Theologie und ihrer Hilfswissenschaften, 12 Bde., Freiburg 1847 — 56, 2. Aufl., 
begonnen von J. Kardinal Hergenröther, fortgesetzt von Fr. Kaulen, Frei- 
burg 1882—1901, 13 Bde. u. Registerb., ebenda 1903. 

Rass, Die Konvertiten seit der Reformation (13 Bde.), Regensburg 
1866—80. 

Rosenthal, Konvertitenbilder aus dem 19. Jahrh. (I. Band der „Deut- 
schen Konvertiten"). 

The Catholic Encyclopedia. New-York, seit 1907. 

Macht es schon Schwierigkeiten, bei Auswanderungen innerhalb des Auswande- 
europäischen Kontinents den in der alten Heimat abgerissenen Faden des f™^",,"^. 
genealogischen Zusammenhangs anderwärts anzuknüpfen, so sind die Schwierig- teilen. 



118 Biographische Literatur. 

keiten bei Auswanderungen in einen fremden Erdteil noch viel größer. 1 ) 
Zollamtsurkunden und Zollbücher 2 ), Passagierlisten, Erlaubnisscheine zum 
Benutzen der Seefahrt und Ausschiffungsurkunden kommen zu den übrigen 
Materialien als Quellen der Forschung in Betracht. Die Urkunden zur Er- 
forschung der Auswanderer nach Amerika sind von Gerald Fothergill im 
ersten Kapitel des ersten Bandes des Sammelwerkes „The Genealogist's 
Pocket Library", hrsg. von Chas. A. Bernau, Walton-on-Thames, England, 
im Zusammenhang erörtert. Die Studien über die Auswanderung werden 
jetzt auch von denTJeutschamerikanern getrieben. Es ist eine Bewegung im 
Gange, die auf systematische Forschung in deutschen Archiven nach Nach- 
richten über Auswanderer abzielt. Es handelt sich dabei zunächst um eine 
Sammlung von Nachrichten (Quellenauszügen), die zur Verwertung für die 
deutsch-amerikanische Forschung in der Deutsch-amerikanischen Samm- 
lung (New York, Lenox Library Building), angelegt von Richard E. Heibig 
niedergelegt werden sollen. Näheres darüber enthalten die Deutsch-amerika- 
nischen Geschichtsblätter 3 ), 8. Jahrg. 1908, S. 138— 153, bes. 139— 140. Vgl. 
auch Tille DGB 10, 46f. Seidensticker, Oswald, Die erste Deutsche 
Einwanderung in Amerika u. d. Grund, v. Germantown. Philadelphia 1883. 
Rudolf, Rieh., Handelspolitische Unternehmungen der Deutschen in Vene- 
zuela im 16. Jht. (Progr. des Ober-Realgymn. in Tetschen 1907). Kapp, 
Friedrich, Gesch. d. deutsch. Einwanderung in Amerika. I. Bd. Leipzig 1869. 
(Neue Afl. u. d. T.: Die Deutschen im Staate New- York während d. 18. jht. 
New-York 1884). Bor mann, Her., Die deutschen Quinrys: Deutsch-Amerika- 
nische Geschichtsbl. Jg. 11 (1911); ebd. über die deutsch-russischen katho- 
lischen Ansiedig. in Ellis County im Staate Kansas. 
Biographische Schließlich muß auch noch auf die umfangreiche biographische 

Literatur hingewiesen werden. Diese erstreckt sich jetzt nicht mehr aus- 
schließlich auf solche Personen, die zu den höchsten Staatsämtern gelangten 
oder in Wissenschaft und Kunst die Führung haben, sondern auch auf 



*) Auswanderungen u. Zerstreutheit v. Familiengliedern finden sich bes. häufig 
bei jüdischen Geschlechtern. So ist z. B. die Familie Kimchi über Spanien, Frankreich, 
England, Italien u. d. Orient ausgebreitet. Vgl. Frankl, Die Familie Kimchi in ihrer 
Ausbreitung nach'Ländern u. Zeiten, Monatsschr. f. d. Gesch. d. Judentums, 33. Jg. 1884. 
Ebenso ist d. Familie Aboab in Spanien, Portugal, Holland u. Italien weitverzweigt. 
Vgl. Leop. Löwenstein, Die Familie Aboab, Monatsschr. f. d. Gesch. d. Judent. Jg. 48 
(NF 12) 1904. Bei den jüdischen Familien wird die genealogische Untersuchung noch 
dadurch erschwert, daß sich bei ihnen selten Stammbäume aus alter Zeit erhalten 
haben. In den slawischen Ländern gibt es allerdings Familien, die von Raschi oder 
mindestens von Salomo Lusja oder anderen berühmten Autoren abstammen wollen; 
aber sie sind nicht imstande, Dokumente der Abstammung von einem Urahnen vor- 
zulegen. Vgl. Graetz, Die Familie Gradis, in ders. Monatsschr. Jg. 24. 1875. 

2 ) vgl. z. B. Hans Nirrnheim, d. Hamburgische Pfundzollbuch von 1369. Ham- 
burg 1910 (Veröff. aus d. Staatsarchiv d. freien u. Hansastadt Hamburg. Hrsg. von 
Anton Hagedorn, I.) 

•) Die Deutsch-Amerikanischen Geschichtsblätter werden von der Deutsch-Ameri- 
kanischen historischen Gesellschaft von Illinois seit 1901 herausgegeben. Vgl. über 
diese Zeitschr. ZPF 7. 



Biographische Literatur. 119 

schlichte Leute in allen Lebensstellungen. 1 ) Die Biographien berühmter 
Deutscher werden in dem kürzlich abgeschlossenen, bändereichen und vor- 
nehm ausgestatteten, wenn auch keineswegs erschöpfenden Hauptwerk zu- 
sammengefaßt: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben durch 
die Historische Commission bei der Kgl. Akademie der Wissenschaften (zu 
München), redigiert von R. v. Liliencron, F. X. v. Wegele u. a. B. 1 — 56. 
Leipzig 1875—1912. 

Über Biographie 2 ) im allgemeinen vgl. Platzhoff-Lejeune, Wert u. 
Persönlichkeit (Mind. 1903), über die Selbstbiographie Gl agau, Die moderne 
Selbstbiographie als historische Quelle (Marburg 1903). Dazu W. Götz, 
Z. Gesch. d. literarischen Porträts. Histor. Zeitschr. 92 (N. F. 56) 1904, S. 61 ff. 
Die biographischen Sammelwerke (meist alphabetisch angelegt) sind in Hin- 
sicht auf Ausführlichkeit und Stoffbegrenzung sehr verschieden und zwar 
teils allgemeiner Natur (ausgezeichnete Persönlichkeiten aller Zeiten und 
Völker umfassend), teils auf gewisse Zeiträume, einzelne Länder oder be- 
stimmte Berufsarten (Künstler-, Gelehrten-, Schriftstellerlexika usw.) be- 
schränkt. Zu den namhaftesten größeren Sammlungen der allgemeinen 
Art gehören, von einigen älteren Werken abgesehen: Bayles Dictionnaire 
historique (1697ff., zuletzt Paris 1820, 16 Bände). — Chaudon et Delan- 
dine, Digtionnaire universel, historique, critique et bibliogr. ou histoire 
des hommes de toutes les nations qui se sont rendues celebres. 9 e ed. 
avec 1200 portraits ou medaillons. 20 voll. Paris, 1810—1812. — Nice- 
ron, anonym erschienene Memoires pour servir ä l'histoire des hommes 
illustres dans la republique des lettres (Paris 1724 — 45, 44 Bde. 3 ) — 
Michaud, Biographie universelle (das. 1811— 62, 85 Bde., 2. Afl., 1870ff.). 
— Höfer, Nouvelle biographie generale (das. 1852 — 66, 46 Bände). — 
Dezobry u. Bacholet, Dictionnaire general de biographie et d'histoire, 
(10. Afl. v. Darsy, 1889ff.) — Phillips, LB., The dictionary of biographi- 
cal reference, together with a classed index of the biographical literature of 
Europe and America, 3. Afl. 1889. — Oettinger, Moniteur des dates conte- 
nant un million de conseignements biograph. genealog. et historiques. 6 vols. 
et 3 suppl. Leipzig 1869— 82. 4 ) — Vapereau, G., Dictionnaire universel 

*) Vgl. L. Stein, Z. Methodenlehre der Biographie in: Biogr. Bl. Jb. für lebens- 
geschichtl. Kunst u. Forschung, Bd. I, 1895, S. S. 22 ff. 

2 ) Vgl. Meyer, Konv. lex. Bd. 12 Art.: Lebensbeschreibung, u. Wolf, Einführung 
i. d. Studium der neuen Gesch. Berlin 1910. 

8 ) Das Werk wurde auch ins Deutsche übertragen. Doch haben die „Nach- 
richten von den Begebenheiten und Schriften berühmter Gelehrten", hrsg. von Baum- 
garten, Rambach, Jani (Halle 1749—1777), verschiedene Biographien der französi- 
schen Originalausgabe weggelassen, dafür aber wichtige Zusätze aufgenommen. 

*) Vgl. denselben, Bibliographie biographique universerselle. Dictionnaire des 
ouvrages relatifs ä l'histoire de la vie publique et privee des personnages celebres. 
2 vols. Brux. 1866. — Auf die Zeit von der Gründung der christlichen Kirche bis 
1500 beschränkt sich Chevalier, U., Repertoire des sources historiques du moyen 
äge. I. Bio-Bibliographie. Paris 1877—1888. (2. ed. 2 vol. ebd. 1905—07.) — Verz. 
amerikanischer Biographien bei E. Channing and A. B. Hart, Guide to the study of 
American history 1896, S. 86ff. 



120 Biographische Literatur. 

des contemporains. Avec Supplement. Paris 1858 — 63 (jede Ausgabe des 
Vapereau behält ihren Wert, da in dieses Werk immer nur die gerade Le- 
benden aufgenommen werden). — „Der neue Plutarch" (hrsg. v. Gottschall, 
Leipzig 1874 — 88, 12 Bde.), der die Zeit von der Reformation bis zur 
Gegenwart umfaßt. — Götten, Das jetzt lebende gelehrte Europa. 3 T. 
Braunschweig, 1735 — 63. — Carpi, II risorgimento; biografie storico-poli- 
tiche d'illustri Italiani contemporanei. Milano 1883ff. — Garollo, G[ot- 
tardo], Dizionario biografico universale. Milano 1907. 2 vol. — Gubernatis, 
Ang. de, Dizionario biografico degli scrittori contemporanei, ornato di oltre 
300 ritratti. Firenze 1879. 2 vol. Drs., Dictionnaire international des ecri- 
vains du jour. Firenze 1888 — 91. 3 vol. Drs., Piccolo Dizionario dei con- 
temporanei italiani. Roma o. J. (1895). — Gubernatis, Ang. de, et Ma- 
tini, Ugo, Dizionario degli artisti italiani viventi. Firenze 1889. — Ein 
sehr wichtiges Werk ist Moroni, Dizionario di erudizione storico-ecclesia- 
stica da S. Pietro ai nostri giorni. Venedig 1840 ff. (gegen 100 Bde.). Für 
deutsche Benutzer kommt vor allem bei Moroni die Kenntnisnahme der 
Lebensumstände u. Familienverhältnisse von Italienern in Betracht, die in 
Deutschland gewirkt oder in deutsche Angelegenheiten eingegriffen haben. — 
Sodann von Spezialwerken für einzelne Länder: für England das von L. Stephen 
begründete „Dictionary of national biography" (beendet von S. Le£, London 
1885—1900, 63 Bde., Supplement 1903, 3 Bde.; Index 1903, Errata 1904), 
das periodische „Who's who" (London) 1 ); für die Niederlande und Belgien 
A. J. van der Aa's „Biographisch woordenboek der Nederlanden" (Haarl. 1852 
bis 79, 12 Bde.); Nieuw nederlandsch biographisch woordenboek, redigiert 
v. P. C. Molhuysen u. C. J. Blök, Leiden, seit 1911 und die „Biographie 
nationale" (Brüssel 1866 ff., 20 Bde.), Dono's „Nos contemporains (beiges)" 
(das. 1904), das periodische „Wie is dat" (Amsterdam); für Dänemark 
(und Norwegen) C. F. Bricka's „Dansk biographisk lexikon" (Kopenhagen 
1887—1905, 19 Bde.); Caspar Peter Rothe, Brane Danske Maends og 
Qvinders berömmelige Eftermaele I — II, Kopenhagen 1753, Friderich Chri- 
stian Schönau, Sämling af danske laerde Fruentimmer I — II, Kopenhagen 
1753, H. P. Selmer, Nekrologiske Samlinger 1 — 2. Kopenhagen 1849, 52. — 
Frederik Thaarup, Faedrenelandsk Nekrolog, Kopenhagen 1835/44; für 
Schweden Palmblads „Biographiskt lexikon öfver svenska man" (Ups. 1835 
bis 1857, 23 Bde.; neue Folge Örebro 1857—1883, 9 Bde.), Hofbergs 
„Svenskt biographiskt lexikon" (Stockholm 1876, 2 Bde.); für Norwegen 
Anker, Carl J., Biographische Daten über 330 norwegische Generale von 
1628 — 1884. Christiania, Cammermeyers Verlag, Lassen, Wilh.» Bio- 



x ) Viele Engländer wechseln während ihrer Laufbahn den Namen; jedoch ist für 
den in die britische Geschichte nicht näher Eingeweihten die Identität nicht in allen 
Fällen sofort erkennbar. Da bestimmte Familien seit Jahrhunderten an den öffentlichen 
Angelegenheiten mitwirken und dabei die gleichen Vornamen häufig wiederkehren, so 
ist die Gefahr der Verwechselung zwischen individuell verschiedenen Trägern des 
gleichen Namens bei den Engländern besonders groß. Von älteren Werken sei genannt: 
Biographia Britannica. London 1747—53. 6 Bde. 



Biographische Literatur. 121 

graphische Nachrichten über die Studenten des Jahres 1831, 1881, Hal- 
vorsen, J. B., Norsk Forfatterlexikon 1814 — 1880 (Norwegisches Schrift- 
stellerlexikon), Lassen, Wlh., Norske Stamtavler. Christiania 1868, Nielsen, 
Yngvar, Om nogle middelalderske Slaegter i det vestlige Norge, Norst. hist. 
Tidsskrift II, 2; für Frankreich d'Auvigny, Vies des hommes illustres de 
la France depuis le commencement de la monarchie (Paris 1739 — 57), 
Mennechet's „Le Plutarque francais" (2. Ausg. v. Hadot, Paris 1844 — 47, 
6 Bde.), Gläser's „Biographie nationale des contemporains" (das. 1878). „Les 
dictionnaires departementaux" (das. 1893 ff.; umfaßt bereits die Hälfte der De- 
partements). Das hervorragendste Nachschlagewerk, um auch Personen ge- 
ringeren Standes nach ihren Lebensumständen kennen zu lernen, ist für die 
Zeit um 1800: Dictionnaire historique et biographique de la revolution et de 
l'empire 1789—1815 (Paris ohne Jahr [18971]); für die Schweiz: Mon tet, 
E. C. A. de, Dictionnaire biographique des Genevois et des Vaudois. Lausanne, 
G. Bridel 1877/78; für Italien Tipaldo's „Biografia degli Italiani illustri" 
(Venedig 1834 — 45, 10 Bde.), Sorgato, „Memorie funebri antiche e recenti" 
(Padua 1856—62, 6 Bde.), Cantu's „Italiani illustri" (3. Aufl., Mail. 1876, 
3 Bde.) und aus früherer Zeit Fabroni, Vitae Italorum doctrina excellentium 
qui saeculis XVII et XVIII floruerunt. Pisa et Lucca 1778 ff.; für Spanien 
Quin tan a's „Vidas de Espafioles celebres" (Madrid 1807 — 33, 3 Bde.; 
deutsch v. Baudissin, Berlin 1857), Diaz y Cardena „Galeria de Espafioles 
celebres contemporaneos" (Madrid 1841 — 1846, 9 Bde.); für Afrika das pe- 
riodische „The Anglo African Who's who" (London); für Amerika Spack's 
„Library of American biography" (Boston 1834 — 1848, 25 Bde.), Appleton's 
„Cyclopaedia of American biography" (New York 1887 — 89, 6 Bde.), die 
„National Cyclopaedia of American biography" (New York 1892 — 1903, 
12 Bde.), Lamb's „Biographical dictionary of the United States (Boston 
1900 ff.), R. Johnson's „The twentieth Century biographical dictionary of 
notable Americans" (das. 1904, 10 Bde.); das periodische „Who's who in 
America" (Chicago); für Mexiko Arronij' „Manual de biografia mejicana" 
(Paris 1857), Sosa's „Biografias de Mexicanos distinguidos" (Mexiko 1884); 
für Brasilien Pereira da Silva's „Plutarco brasileiro" (1847, 2 Bde.) und 
Manoel da Macedo's „Brasilian biographical Annual" (1876, 4 Bde.); für 
den Orient Beale's „Oriental biographical dictionary" (Kalkutta 1881). 1 ) 

Brauchbare kleine biographische Handbücher sind: Cates' „Dictionary 
of general biography" (4. Aufl., London 1885), Godmins „Cyclopedia of 
biography" (neue Ausg., New York 1878), „The men and women of the 
time" (15. Aufl., London 1899); Gubernatis, A. de, Dictionnaire inter- 
national des ecrivains du jour. Florenz und Leipzig, 1891. 3 Bde. u. a. 
Ein umfassendes Sammelwerk, bestehend aus 24 einzelnen Lexiken über Zeit- 
genossen wurde 1895 in Paris unternommen. 

Für Deutschland u. Österreich: Die „Zeitgenossen" (Leipzig 1816 — 1841, 



x ) Vgl. Erich Brandenburg, Die Bedeutung der Persönlichkeit in der Ge- 
schichte, mit besonderer Rücksicht auf das genealogische Problem, ZPF 3. 



122 Biographische Literatur. 

17 Bde.), Schlichtegrolls „Nekrolog (der Deutschen)" (Jg. 1790—1800 nebst 
Spl., 23 Bde.), fortgesetzt als „Nekrolog der Deutschen für das 19. Jht." 
(5 Bde., Gotha 1791 — 1806) und Fr. A. Schmidts „Neuer Nekrolog der 
Deutschen" (Jg. 1 — 30, Ilmenau 1824—34, Weimar 1835—54). — Compen- 
diöses Gelehrten-Lex., darinnen d. Gelehrten als Fürsten u. Staatsleute be- 
schrieben werden, denen Liebhabern der Historie der Gelehrten und andern 
curieusen Personen zu nützlichem Gebrauch z. Druck befördert. Nebst e. 
Vorrede Hr. D. J. B. Menckens. Leipzig 1715. — Allgemeines Gelehrten- 
Lexicon von Christian Gottlieb Jöcher, Leipzig 1750/51, 4 Bde. 4°. Fort- 
setzung u. Ergänzungen zu Christian Gottlieb Jöchers Allgemeinem Gelehrten- 
Lex. v. Joh. Christoph Adelung (nur bis J), 2 Bde., Leipzig 1784/87; neu 
herausgeg. u. fortgesetzt v. H.W. Rotermund (Bremen 1810 — 22, 6 Bde.; 
Bd. 7 v. O. Günther, Leipzig 1897). — Hornberger, G. Ch., u. Meusel, 
Joh. Geo., Das gelehrte Teutschland. Lex. d. jetzt lebenden deutschen 
Schriftsteller. 21 Bde. Lemgo 1776—1834. — Meusel, J. G., Lexikon der v. 
J. 1750 — 1834 verstorb. teutschen Schriftsteller, 15 Bde. Leipzig 1802 — 16. — 
Allgemeine Deutsche Biographie, hrsg. von der histor. Kom. bei der 
K. B. Ak. der Wft. (s. o.). — Biogr. Jahrb. u. deutscher Nekrolog hrsg. v. Anton 
Bettelheim. Berlin, seit 1897. ZuBd.I — X(1896— 1905) erschien in demselben 
Verlag ein Registerband, bearbeitet von Georg Wolf. — Biographische Blätter. 
Vierteljahrsschr. f. lebensgeschichtl. Kunst u. Forschung, hrsg. v. A. Bettel- 
heim. 2 Bde. Berlin 1894—97. — Geisteshelden. E. Slg. v. Biographien, 
hrsg. v. A. Bettelheim. Dresden, später Berlin 1890ff. — Hormayr's Öster- 
reichischer Plutarch. — Ausgewählte Selbstbiographien aus d. 15. — 18. Jht., 
hrsg. v. Chr. Meyer, Leipzig 1897. — Für die Länder des österreichischen 
Kaiserstaats ist ein ausgezeichnetes Mittel : Wurzbach, Constantv., Biogr. 
Lex. d. Kaisertums Österreich, enthaltend die Lebensskizzen der denkwürdigen 
Personen, die 1750 — 1850 im Kaiserstaate u. in seinen Kronländern gelebt 
haben. 60 Bände. Wien 1856 — 1891. 1 ) — Unter den periodisch erscheinenden 
Schriften verdient als sehr nützlich hervorgehoben zu werden: „Minerva, 
Jahrbuch der gelehrten Welt." (Straßburg, Trübner); es erscheint jährlich 
und enthält die Mitglieder der Lehrkörper der Hochschulen und die aktiven 
Beamten von Archiven, Bibliotheken und Museen in allen Ländern der Welt. 
— Es mögen hier angereiht sein das Biogr. Jb. f. Altertumsku., begründet 
v. Conrad Bursian, hrsg. v. W. Kroll; es bietet von hervorragenden Ver- 
tretern der klassischen Altertumswissenschaft ohne Berücksichtigung des 
familiengeschichtlichen Elementes Biographien, die den Wert der einzelnen 
Persönlichkeiten für die von ihnen vertretenen Wissensgebiete eingehend 
darstellen. Von Germanisten bietet ausführliche Lebensbeschreibungen G. Kön- 
necke, „Deutsche Sprachforscher und Literaturhistoriker", Bilderatlas z. Gesch. 
d. deutschen Nationalliteratur, 3. Afl., Marburg 1909, S. XVII ff. 



i) In Band I 1856, Vorrede, S. XII ff. und in Band IX, Vorrede, S. XVII ff., dieser 
v. Wurzbachschen Sammlung finden sich sehr ausführliche Literaturnachweise, von 
denen im folgenden nur das Wichtigste mitgeteilt werden kann. 



Biographische Literatur. 123 

Wegen der Beziehungen der katholischen Hierarchie zu Deutschland 
und Österreich seien genannt: Ciacconius, A., u. Oldonius, A., Vitae et 
res gestae pontificum Romanorum et cardinalium, Romae 1677; Garns, P. B., 
Series episcoporum ecclesiae catholicae quotquot innotuerunt. Ratisb. 1873, 
Nachtr. 1886; Eubel, K., Hierarchia catholica medii aevi (Päpste, Kardinäle, 
Bischöfe, Kirchenprovinzen) 1198—1600, 3 Bde., Münster 1898—1910 (mit 
Benutzung des Vaticanischen Archivs zuverlässig gearbeitet); hierzu bietet 
Domarus Histor. Jb. 16, 1895 Berichtigungen u. Ergänzungen. — Unsere 
Altertumsvereine bringen teilweise Nachrichten über Todesfälle in ihrem Gebiet. 
In einigen unserer Geschichtsvereine, z. B. in der Zeitschrift des Vereins für 
Geschichte und Altertum Schlesiens oder in den Mitteilungen des Freiberger 
Altertumsvereins, Heft 18 ff. 1 ), hat sich dieser Gebrauch zu einer Reihe wert- 
voller Nekrologe erweitert. 

414 teils umfangreiche, teils nur eine Zeile lange Biographien v. Philo- 
sophen, Ärzten, Mathematikern u. Astronomen der verschiedensten Nationen, 
Bekenntnisse u. Zungen (Griechen, Römer, Ägypter, Juden, Perser, Syrer, 
Araber, Christen u. Säbier) von der mythologischen Urzeit bis ins 13. Jht. 
sind in Ibn al-Qifti's Gelehrtenlexikon vereinigt. Der Verf. lebte 1172 bis 
1248. Das Werk ist von Julius Lippert herausgeg. unter d Titel „Ibn 
al-Qifti's Ta'rik al-hukama" (Leipzig 1903). Vgl. darüber Casiri, Bibliotheca 
Arabico-Hispana. Madrid 1760 u. Samuel Poznanski, Die jüdischen Artikel 
in Ibn al-Qifti's Gelehrtenlex., Monatsschr. f. Gesch. u. Wft. d. Judentums. 49. Jg. 
1905, S. 41 ff. 

Ich stelle im folgenden noch eine Anzahl Arbeiten zur biographischen 
Literatur in alphabetischer Ordnung ihrer Verfasser zusammen; 

Alberti, Ed., Lex. der Schleswig-Holstein-Lauenburgischen u. Eutinischen Schrift- 
steller v. 1829 bis Mitte 1866. Kiel 1867—68. Fortgesetzt von 1866—1882 I. II. Kiel 
1885—86. 

Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 
Hrsg. v. Ulrich Thieme. Leipzig, Seemann (Bd. V u. VI 1911/12). 



x ) Ebenda bietet Knebel zahlreiches familiengeschichtl. Material ü. d. Freiberger 
Goldschmiede von 1361 bis z. Aufhebung der Innung (H. 31, S. 9 ff.) u. ü. Künstler u. 
Gewerke Freibergs 1380—1700 (H. 34 ff.). Inhaltlich berührt sich mit dieser Arbeit, 
streift aber das Künstlerische nur ganz kurz Ldw. Schönach, Beitr. z. Geschlechter- 
kunde tirolischer Künstler aus d. 16. — 19. Jht. Innsbruck 1905. — Vgl. ferner Hans 
Boesch, D. Nürnberger Maler, ihre Lehrlinge, Probestücke usw. 1596 — 1659 im Jg. 1899 
der Mtlg. aus d. German. Nationalmus. — A. Weyersberg, Solinger Schwertschmiede- 
Familien ZHW Bd. 1; drs., Solinger Schwertschmiede des 16. u. 17. Jht. u. ihre Er- 
zeugnisse, in: Monatschr. d. Bergischen Geschichtsver. Jg. 1896. — Weiss, Aug., 
Das Handwerk d. Goldschmiede in Augsburg. Gotha 1897. — Carl Knetsch, Die 
Schmalkalder Stahlschmiede im 16. Jht., Zeitschr. d. Henneberg. Geschichtsver. zu 
Schmalkalden 1911. — Erich Seuberlich, Fünfzig Jahre Goldschmiedemeister. Ein 
Gedenkblatt zum 50 jähr. Meisterjubil. Friedrich Wlh. Windisch's nebst e. kurzen Schil- 
derung der histor. Entwicklung des Amtes. Riga, Buchdruckerei des Rigaer Tagebl. 
1912 (S. 19 flg. Liste der Ältermänner seit 1516). — Ein dankenswertes familienge- 
schichtliches Material enthält das alph. chronologische Namenverz. in: „Cremona. Eine 
Charakteristik der italienischen Geigenbauer u. ihrer Instrumente" v. Frdr. Nieder- 
heitmann, 4. Afl. von Emil Vogel. Leipzig, Merseburger 1909. 



124 Biographische Literatur. 

Ambrosi, Francesco, Profili di una storia degli scrittori ed artisti trentini. 
Borgo 1877. Drs., Scrittori ed artisti trentini. Trento 1883. 2. Afl. 1894. 

Baader, Clemens Alois, Lex. verstorbener bayrischer Schriftsteller des 18. u. 
19. Jht. Augsburg u. Leipzig 1824/25. 

B.albinus, AloysBohuslaus, Bohemia docta, opus posthumum editum notisque 
illustratum ab Raphaelo Ungar. Prag 1876 — 80. 

Baur, Samuel, Allgemeines historisch-biogr. literarisches Handwörterb. aller 
merkwürdigen Personen, die in dem 1. Jahrzehnt des 19. Jht. gestorben sind. 2 Bde. 
Ulm 1816. 

Bermann, Moritz, österr. biogr. Lex. H. 1 — 3 (nicht mehr erschienen). Wien 
1851, S. 1—384 (A— Babenberger). 

Berner, K. G. H., Schlesische Landsleute . . . v. 1880 bis z. Gegenwart. Leip- 
zig 1901. 

Blanck, Aug., Die Mecklenburgischen Ärzte von den ältesten Zeiten bis zur 
Gegenwart. 1874. Neuausg., veranst. v. Axel Wilhelm i. Schwerin 1901. 

Born, Ign. v., Effigies virorum editorum atque artificum Bohemiae et Moraviae. 
Prag 1773—75. 4 vol. 8. 

Brema literata, virorum qui hoc seculo vixerunt spectabilium maximam Bremen- 
sium etc. vitas et honores exhibens. Bremen 1726. 

Bremische Biographie d. 19. Jht. hrsg. v. d.Histor. Gft. d. Künstlerver. Bremen 1912. 

Bornmüller, F., Biographisches Schriftstellerlexikon der Gegenwart. 1882. 

Brummer, Franz, Lex. der deutschen Dichter u. Prosaisten bis zu Ende des 
18. Jht. 1884; drs., Lex. der deutschen Dichter u. Prosaisten des 19. Jht. 1895. 

Brunner, H., Lebensläufe von Geistlichen in Kassel u. den Dörfern der drei 
Kasseler Gerichte a. d. J. 1569, Beitr. z. hess. Kirchengesch. (1911), 187 ff. 

Clarmund, Vitae clarissimorum in re litteraria virorum. 4 T. 1704—06. 

Czikann, Joh. Jac. H., Die lebenden Schriftsteller Mährens. Brunn 1812. 

Dlabacz, Gttfr. Joh., Allgemeines historisches Künstler-Lexikon für Böhmen 
und zum Teil auch für Mähren und Schlesien. Prag 1815. 3 Bde. 4. 

Eckstein, F. A., Nomenciator philologorum. Leipzig 1871. 

Eisenberg, Ludwig, Das geistige Wien. Künstler- und Schriftsteller-Lex. 
1. Bd.: Künstlerisch -belletristischer Tl. 1889—1893. 2. Bd.: Medizinisch-naturwissen- 
schaftl. Tl. 1893. 

Eisenberg, L., Großes biogr. Lex. d. deutschen Bühne im 19. Jht. Leipzig 1903. 

Erslev, Thomas Hansen, Almindeligt Forfatter-Lexicon for Kongeriget Dan- 
mark med tilharende Bilande fra 1814—1840. I— III. Kopenhagen 1843. 47. 53. Spl. 
dazu I— III. Kopenhagen 1858. 64. 68. 

Fabricius, A., Memoriae Hamburgenses sive Hamburgi et virorum de ecclesia, 
reque publ. et scholastica Hamburgensi bene meritorum Elogia et vitae. 3 voll. 
1710—11. 

Fi schiin, M|elch., Memoria theologorum Wirtembergensium resuscitata. I. II. 
Spl. Ulm 1710. 

Foelkersam, Armin Frhr. v., Biographische Miscellaneen aus gedruckten 
russischen Quellen: 1. Eine deutsche Kolonie in Astrachan. 2. Balten im Kaukasus. 
3. Verz. sämtlicher Balten, die während d. 18. Jht. (1711—1800) Hofämter am russischen 
Kaiserhofe bekleidet haben. 4. Deutsche im russischen Generalstabe während d. Re- 
gierung Katharina II. JGM 1902. 

Freher, P., Theatrum virorum eruditione clarorum. Norimbergae 1688. 

Fürst, M., Biogr. Lex. f. d. Gebiet zwischen Inn u. Salzach. München 1901. 

Gerber, Historisch-biogr. Lex. d. Tonkünstler. 2 Tle. Leipzig 1790. 

Gerber, Neues historisch-biogr. Lex. d. Tonkünstler. 4 Tle. Leipzig 1813. 

Haan, Wilh., Sächsisches Schriftsteller-Lexikon. Leipzig 1875. 

Hallesches Akademisches Vademecum. I. Bd.: Bio-Bibliographie der ak- 
tiven Professoren, Privatdozenten u. Lektoren d. Univ. Halle- Wittenberg. Halle a.S. 1909. 



Biographische Literatur. 125 

Halvorsen, J. B., Norsk Forfatter-Lexkion, 1814—1880. I— VI. Kristiania 1885 
bis 1902. 

Hegi, Frdr., Die geächteten Räte d. Erzherzogs Sigmund v. Österreich u. ihre 
Beziehungen z. Schweiz 1487 — 1499. Innsbruck 1910 (mit „Biographischen Charakter- 
bildern"). 

Heyden, E., Gallerie berühmter u. merkwürdiger Frankfurter. 1861. 

Hinrichsen, Ad., Das literarische Deutschland. 2. Afl. Berlin 1891. 

Hirsch, A., Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte aller Zeiten lind 
Völker. 6 Bde. Wien u. Leipzig 1884—88. 

Hof berg, Herrn., Svenskt biografiskt Handlex. 2 Bde. Stockholm, Albert Bonniers 
Förlag 1876. 

Horany, Memoria Hungariorum et provincialium scriptis editis notorum. Wien 
1775—77. 3 vol. 

Hurzer, H., Nomenciator literarius theologiae catholicae, theologos exhibens 
aetate, natione, disciplinis distinctos. 3. ed. 4 Bde. Innsbruck 1903 — 10. 

Ikonnikow, W. S., Biograph. Dtctionnaire d. Professoren u. Lehrer d. K. Univ. 
d. hl. Wladimir 1834—84. 1884 (Russischer Text). 

Das jährlich erscheinende Jahrbuch der deutschen Bibliotheken, hrsg. v. Ver. 
deutscher Bibliothekare (Leipzig 1902 ff.) bietet in seiner Abt. II ein Verz. d. wissen- 
schaftlichen Bibliotheksbeamten, worin ein kurzer Lebensgang der einzelnen Personen 
enthalten ist. 

Jaeck, Pantheon der Literatur und Künstler Bambergs. 2 Bde. 

Janozki, Lex. derer itztlebenden Gelehrten in Polen. Breslau 1755. 

Jenichen, Allerneuste Nachrichten von juristischen Büchern, Leben berühmter 
Rechtsgelehrten. Leipzig 1839. 4 Bände. 

Jördens, Karl Hnrch., Lex. deutscher Dichter u. Prosaisten. 6 Bde. u. Spl. 
Leipzig 1808. 

Justi, K. W., Grundlage zu e. Hessischen Gelehrten-, Schriftsteller- u. Künstler- 
Geschichte von 1806—1830. Marburg 1831. 

Ein ungeheures bio- bibliographisches Material ü. die deutsche Literatur findet 
man bei Goedeke, K., Grundriß z. Gesch. der deutschen Dichtung aus d. Quellen. 
Zweite, ganz neu bearbeitete Afl. v. E. Goetze u. a. Dresden 1 884 ff. 

Kaiina v. Jaeten stein, Matth., Nachr. ü. böhmische Schriftsteller u. Gelehrte, 
deren Lebensbeschreibungen bisher nicht bearbeitet sind. Prag 1818 — 20. 

Kehrein, Jos., Biographisch -literarisches Lexikon der katholischen deutschen 
Dichter, Volks- u. Jugendschriftsteller im 19. Jahrh. 2 Bde. 1869. 

Keiters Katholischer Literatur-Kalender (10. Jhg., hrsg. v. Karl Menne 1909). 

Keßlin, Nachr. v. Schriftstellern u. Künstlern der Grafschaft Wernigerode vom 
J. 1074 — 1855, hrsg. auf Kosten d. wissensch. Ver. zu Wernigerode. Magdeburg 1856. 

Klein, Joh. Sam., Nachr. v. d. Lebensumständen u. Schriften evangelischer Pre- 
diger in allen Gemeinen des Kgr. Ungarn. 2 Teile. Leipzig u. Ofen 1789. 

Kobolt, A. M., Bayrisches Gelehrtenlexikon. Landshut 1795. Erg. u. Berichtig, v. 
Gaudenshofer, ebd. 1824. 

(König, A. B.), Biogr. Lex. aller Helden u. Militärpersonen, welche sich in preu- 
ßischen Diensten berühmt gemacht haben. Berlin 1788 — 91. 4 Bde. 

Kordes, Berend, Lex. d. jetzt lebenden Schleswig-Holsteinischen u. Eutinischen 
Schriftsteller. Schleswig 1797. 

Kraft, Jens E., Norsk Forfatter-Lexicon 1814 — 56. Christiania 1863. 

Kreussler, H. G., Autobiographien Leipziger Gelehrten. 1810. 

Kukula, Bibliographisches Jb. d. deutschen Hochschulen. Innsbruck 1892 (Er- 
gänzungsh. 1893). 

Kunitsch, M., Biographien merkwürdiger Männer der Österreich. Monarchie. 
Grätz 1805—06. 3 vol. 



126 Biographische Literatur. 

Kürschner, Deutscher Literatur- Kalender (mit angegebener Adresse). [Allge- 
meiner Deutscher Literaturkai. Herausgeg. v. Hnr. Hart u. Julius Hart. Bremen 
1879 ff. Später Deutscher Literatur-Kai. Herausgeg. v. Joseph Kürschner, Berlin 
u. Stuttgart 1883 — 1902; sodann Kürschners Deutscher Literatur- Kai. auf das Jahr 
1903. Herausgeg. v. Herrn. Hillger. Leipzig 1903; zuletzt Kürschners Deutscher 
Literatur-Kai. Herausgeg. v. Dr. Heinrich Klenz. Leipzig 1907ff.] 

Langer, A., Schlesische Biographien. Landeck 1902. 

[Lemmen, Jak. v.,] Tirolisches Künstlerlexikon. Innsbruck 1830. 

Lindner, Aug., Die Schriftsteller u. die um d. Kunst u. Wft. verdienten Mit- 
glieder des Benediktinerordens im heutigen Kgr. Bayern. 2 Bde. u. Nachtr. Regens- 
burg 1880. 

Lippe, Ch. D., Bibliogr. Lex. der gesamten jüdischen Literatur der Gegenwart 
u. Adreß-Anz. Wien 1881—91. 

Lübker, D. J., u. H. Schröder, Lex. d. Schleswig- Holstein- Lauenburgischen 
u. Eutinischen Schriftsteller 1796—1828. Altona 1829/30. H. Schröder, Nachtr. u. Reg. 
Schleswig 1831. 

Luca, Ign. de, Das gelehrte Österreich oder Verzeichnis aller jetzt lebenden 
österreichischen Schriftsteller u. Künstler. 2 Teile. Linz 1776 — 78. 

Mach holz, E., Materialien z. Gesch. d. Reformierten in Altpreußen u. im Erm- 
lande. 300 Jahre preußischer Kirchengesch. Königsberg 1912 (Biographien der Pre- 
diger S. 129 ff.), 

Mejer, O., Biographisches. Gesammelte Aufsätze. Freib. 1886. 

Melch, Adam, Vitae germanorum philosophorum, jure consultorum et medico- 
rum. Heidelbergae 1615—20. 

Meyer, F., Berühmte Männer Berlins u. ihre Wohnstätten. 3 Bde. 1875—77. 

Mithoff, Lex. d. mittelalterl. Künstler u. Werkmeister Niedersachsens u. West- 
falens. Hannover 1866. 

Nagler, Neues allgemeines Künstlerlexikon. Bd. I— XXII. München 1835—1852. 

Napiersky, Allgemeines Schriftsteller- u. Gelehrten-Lex. d. Provinzen Liv-, Esth- 
u. Kurlands. Dazu Nachtrag v. Napiersky u. Reise. 

(Neubert, Frz.), Deutsches Zeitgenossen- Lexikon. Biographisches Handbuch 
deutscher Männer und Frauen der Gegenwart. Leipzig 1905. 

Nowack, Schlesisches Schriftsteller-Lexikon. Breslau 1836. 

Nyerup, R., u. J. C. Kraft, Almindeligt Literatur-Lexicon for Danmark, Norge 
og Island. Kopenhagen 1820. 

Oelrichs, Joh. Carl Conr., Historisch -diplomatische Beyträge zur Geschichte 
der Gelahrtheit, besonders im Herzogtum Pommern. Berlin 1767. 

Ostwald, Wilh., Große Männer. Leipzig 1909 (hierüber Hnr. Liebmann, 
ZPF 8). 

Ouerskon, Th., Den danske Skueplads. I— V. Kopenhagen 1854—64. (Über 
Bühnenkünstler.) 

J. C. P., Biograph.-literar. Handwörterbuch z. Gesch. d. exakten Wftn., enth. Nach- 
weise üb. Lebensverhältn. u. Leistungen v. Mathematikern, Astronomen, Physikern usw. 

Pagel, J., Biogr. Lexikon hervorragender Ärzte d. 19. Jahrh. Wien 1901. 

(Pelzel, F. M., und Ad. Voigt), Abbildungen böhmischer und mährischer Ge- 
lehrter, nebst kurzen Nachrichten von ihrem Leben und Wirken. Prag 1773—1782. 
4 voll. Mit 116 Porträts. 

Petrich, H., Pommersche Lebens- u. Landesbilder. T. 1: Hamburg 1880. T. 2: 
Stettin 1884—87. 

Pfau, K. F., u. H. Rösch, Biograph. Lex. d. deutschen Buchhandels d. Gegen- 
wart. Leipzig 1889. 

Pitter v. Rittersburg, J., Biographien d. ausgezeichnetsten verstorbenen u. le- 
benden Feldherren d. K. K. österr. Armee aus d. Epoche d. Feldzüge 1788—1821 nebst 
treuen Abb. ders. u. einer kurzen Kriegsgesch. dieses Zeitraumes. Prag, C. W. Enders, 
1827—29. 



Biographische Literatur. 127 

Pommersche Genealogien. Bd. 1 v. Carl Qesterding. Berlin 1842. Bd. 2— 5 
v. Theodor Pyl. Greif swald 1868—96. 

Rathlef, E. L., u. J. Chr. Strodtmann, Geschichte jetzt lebender Gelehrter. 
Celle 1740ff. (12 Bde.). 

Riccabona, Jos. A. v., Nachr. von einigen bildenden Künstlern, die geborne 
Fleimser waren, im Sammler f. Gesch. u. Statistik v. Tirol. III, S. 105 — 134. 

Rotermund, Hnr. Wilh., D. gelehrte Hannover oder Lex. von Schriftstellern, 
2 Bde. (— K) u. 2 Anh. Bremen 1823. 

Sardagna, G. B. de, Cenni sui militari trentini che furono anche scrittori e sopra 
altri trentini che di cose militari hanno scritto, tralli dalla inedita „Biblioteca Tirolese" 
del padre G. Grisostomo Torazzi da Volan ed annotati da — . Brescia 1866. 

Scherschnik, L. J., Nachr. v. Schriftstellern u. Künstlern aus d. Teschner Fürsten- 
tum. Teschen 1810. 

Schönach, Ldw., Brixen im Bilde kunstgewerblicher u. künstlerischer Betätigung 
seiner Ahnen (XVI.— XIX. Jht.), nach d. kanonischen Büchern d. Dekanalarchivs Brixen, 
in: Der Sammler, 1909, H. lff. Drs., Beitr. z. Geschlechterkunde tirolischer Künstler 
aus dem 16.— 19. Jahrhundert, in: Bote für Tirol u. Vorarlberg, 1909, Nr. 28ff. 

Schrader-Hering, Biogr.- literarisches Lex. d. Tierärzte aller Zeiten u. Länder. 
Stuttgart 1863. 

Schröder, H., Hamburger Schriftstellerlexikon. Bd. 1 — 8. Hamburg, 1851—53. 

Schwarzer, Biographie zur Galerie berühmter und verdienter Forstmänner. 
Brunn 1870. 

Schindel, v., Die deutschen Schriftstellerinnen d. 19. Jhts. Leipzig 1823 — 25. 

Schlözer, A. L., Schwedische Biographie, enth. e. Slg. v. Lebensbeschreibungen 
berühmter schwed. Kriegs- u. Staatsmänner. Altona u. Lübeck 1760 — 68. 

Schujtte, H. V., Musik-Lexicon I. II. Kopenhagen 1888—92. 

Schultz, Alwin, Die Breslauer Maler des 16. Jahrh. Ztschr. d. Ver. f. Gesch. u. 
Altert. Schlesiens. VIII. 1867. 

Scriba, J. E., Biograph.-literar. Lex. der Schriftsteller des Großherzogt. Hessen- 
Darmstadt. I 1831. II 1843. 

Secresan, E., Galerie suisse. 3 Bde. Lausanne 1873 — 80. 

Seivert, Nachr. v. siebenbürg. Gelehrten u. ihren Schriften. Preßburg 1885. 

Seidel, Martin Friedrich, Bildersammlung, in welcher 100 um die Mark 
Brandenburg wohlverdiente Männer vorgestellt werden m. Erläuterungen, ders. Lebens- 
umstände u. Schriften von G. G. Küster. Mit 100 Porträts und Wappen in Kupfer. 
Berlin 1751. 

Sitzmann, B., Dictionnaire de biographie des hommes celebres de l'Alsace. 2 Bde. 
Rixheim 1909—10. 

Stancovich, Don Pietro, Biografia degli uomini distincti dell' Istria. Trieste 
1828—29. 3 Bde. 8«. Mit 12 Tfln. 2. Afl. con saggio di annotazioni. Capodistria 1888. 4°. 

Strieder, Fr. Wilh., Grundlage zu einer hess. Gelehrten- u. Schriftstellergesch. 
Seit d. Reformation bis auf gegenwärtige Zeiten. 18 Bde. Kassel 1771 ff. Vgl. über 
dieses Buch Karl Knetsch, Über den heutigen Stand der genealogischen Forschung 
in Hessen, Mitlgn. des Oberhess. Geschichtsver. N. F. XVII 1909, S. 79. 

Tardieu, Ambr., Grand dictionnaire biographique des personnages historiques 
ou dignes de memoire nes dans le departement du Puy-de-Döme, avec une galerie de 
160 portraits; ouvrage faisant suite au grand dictionnaire historique du Puy-de-Döme. 
Moulin 1877. 

Tartarolti, Giacopo, Saggio della biblioteca tirolese, o sia notizie istoriche 
degli scrittori della provincia del Tirolo; di giunte e note molto accrescinto. Scanzia 
prima [unica]. Venezia 1777. 

Taufrath, Kurze Nachr. ü. d. K. K. evangel. theol. Fakultät in Wien, nebst Bio- 
graphien ihrer ehemaligen Direktoren u. bisherigen Professoren, sowie Verz. aller bis 
jetzt an ihr immatrikulierten Studierenden. 2. verm. Aufl. Wien 1871. 



128 Memoiren und Selbstbiographien. 

Thieme, Ulr., u. Fei. Becker, Allgemeines Lex. der bildenden Künstler v. d. 
Antike bis z. Gegenwart. Unter Mitwirkung v. 320 Fachleuten. (4. Bd. bis Brevoort). 
Leipzig 1910. 

Thrane, C, Fra Hofvielonernes Tid. Kopenhagen 1908. 

Tjaden, E. J. H., Das gelehrte Ostfriesland. Aurich 1785—90. 

Torazzi, Paolo, Artisti trentini o che lavorarono nel Trentino [elenco publicato 
da Paoli Orsi], nell' Archivio storico per Trieste, Istria e Trentino. Bd. III, p. 96—98. 

Ungarischer Plutarch od. Nachr. v. d. Leben merkwürdiger Personen d. Kgr. 
Ungarn und der dazu gehörigen Provinzen. Bd. I — IV. Pesth 1816. 

Vasari, Le vite de' piü eccellenti pittori, scultori ed architetti. 9 Bde. Florenz 
1878—85. 

Veyth, Bibliotheca Augustana (7 Bde., 18. Jahrh.). 

(Anonym), Violoncellisten der Gegenwart in Wort u. Bild. Heilbronn 1903. 

Volger, Bruno, Sachsens Gelehrte, Künstler und Schriftsteller in Wort u. Bild, 
nebst einem Anhang „Nichtsachsen". Leipzig-Gohlis 1907—08. 

Wätzold, Stammliste d. Kaiser-Wilhelm-Akademie f. d. militärärztliche Bildungs- 
wesen. Im Auftr. d. Medizinal -Abt. d. Kgl. Kriegsministeriums unter Benutzung amt- 
licher Quellen. Berlin 1910 (enthält 3246 Biographien). 

Weech, F. v., u. Krieger, A., Badische Biographien ff. 5 Tle. Heidelberg, Winter, 
1875—1906. 

Weilbach, Ph., Nyt dansk Kunstner-Lex. I— II. Kopenhagen 1896—97 (ü. Maler 
u. Bildhauer). 

Weisfert, J. N., Biographisch -literarisches Lex. f. Königsberg u. Ostpr. 2. Aus- 
gabe. Königsberg 1898. 

Weyerman, Albr., Neue histor.-biogr.-artist. Nachr. v. Gelehrten u. Künstlern. 
Ulm 1829. 

Wien, D.geistige. Künstler- u. Schriftsteller-Lex., hrsg. v. Eisenberg u. Gröner. 
Wien 1890. 

Will, G. A., Nürnberger Gelehrtenlexikon. Nürnberg und Altdorf 1755 ff. Fort- 
gesetzt von Chr. Conr. Nopitsch vor Chrph. Gib. von Murr, Beschr. der vor- 
nehmsten Merkwürdigkeiten in der Reichsstadt Nürnberg. Nürnberg 1801. 

Wincklern, Joh. Bapt. v., Biographische u. literarische Nachrichten von den 
Schriftstellern u. Künstlern, welche in dem Herzogtum Steyermark geboren sind. Grätz 
1840—42. 

Wokaunius, Peter v., Chronolog. Verz. der berühmtesten Männer Böhmens. 
Prag 1877. 

Worm, Jens, Forsag til et Lexicon over danske, norske og islandske laerde 
Maend. I— III, Heisinger 1771. Kopenhagen 1773. 84. 

Hierzu kommen: 

Kurtze Historia d. vormaligen u. gegenwärtigen Gelahrtheit derer Hessen 1726. 

Bas ler Biographien, hrsg. v. Freunden vaterländischer Gesch. Bd. 1—3. Basel 
1900—06. 

Sammlung Bernischer Biographien, hrsg. v. d. Histor. Ver. des Kantons Bern. 
Bd. 1—5. Bern 1884ff. 

Schwäbische Biographien (Diözesanarchiv für Schwaben 13, 14). 

Schließlich seien in diesem Zusammenhange genannt: 

Zieler, G., u. Scheffer, Das akademische Deutschland. Leipzig. 2 Bde. 

Das geistige Deutschland am Ende des XIX. Jhts. 1. Bd.: Die bildenden 
Künstler. Leipzig u. Berlin. 

Das geistige Berlin, Enzyklopädie d. geistigen Lebens, hrsg. von R. Wrede 
u. H. Reinfels. 3 Bde. 

Geistiges Deutschland. Deutsche Zeitgenossen auf dem Gebiet der Wft. und 
Musik. Berlin. 



Memoiren und Selbstbiographien. 129 

Literarisches Jahrbuch. Rundschau ü. d. literarischen Erzeugnisse deutscher 
Zunge auf schöngeistigem, dramatischem u. musikdramatischem Gebiet. Verbunden m. 
e. Lex. d. lebenden deutschen Schriftsteller u. Schriftstellerinnen. Hrsg. von Peter 
Thiel. Köln. 

Bote, Adolph, Adreßbuch von bildenden Künstlern der Gegenwart. München. 

Künstlerlexikon, Allgemeines, 3. Aufl., vorb. v. Alex. Müller, hrsg. v. 
H. Wolfgang Singer. 5 Bde. Frankfurt a. M. 

Poggendorf, Biograph. -literar. Handwörterb. z. Gesch. d. exakten Wissensch., 
hrsg. v. A. D. von Oettingen. Leipzig. 4 Bde. 

Who is who in Amerika (geb. M. 15). 

Who is who in Canada (geb. M. 12). 

Who is who in London (M. 7,50). 

Über Holland sei erwähnt die vorzügliche Arbeit von'L, Petit, Repertorium der 
Verhandelingen en bydragen des vaderlands in tydschriften en mengelmerken. 

Unter den lexikalischen Zusammenstellungen der vorgenannten Arten 
von Büchern ist für den Familienforscher am nützlichsten: Degen er, 
H. A. Ludwig, Wer ist's? Unsere Zeitgenossen. Zeitgenossenlexikon, ent- 
haltend: Biographien nebst Bibliographien. Angaben über Herkunft, Familie, 
Lebenslauf, Werke, Lieblingsbeschäftigungen, Parteiangehörigkeit, Mitglied- 
schaft bei Gesellschaften, Adresse. Andere Mitteilungen von allgemeinem 
Interesse. Dieses Buch erscheint jährlich seit 1905 im Verlag von Ff. A. Ludwig 
Degener in Leipzig und bringt auch Mitteilungen über bemerkenswerte Vor- 
fahren und über die Kinder der einzelnen Zeitgenossen. Die Angaben be- 
ruhen fast ausschließlich auf Selbstbiographien der betreffenden Personen. 1 ) 

Eine besondere Würdigung innerhalb der biographischen Literatur ver- Memoiren 
dienen die Memoiren 2 ) und Selbstbiographien. 3 ) Während der Geschichts- biographien. 
Schreiber die gesicherten Tatsachen, auf die es ihm ankommt, am liebsten 
für sich selber sprechen läßt, sie aber in ihrem inneren Zusammenhang vor- 
führt und seine Person dabei möglichst weit zurückdrängt, nimmt der Ver- 
fasser von Denkwürdigkeiten in der Mitte der Erzählung seine Stellung und 



x ) A. v. Eberstein, Hand- u. Adreßbuch der Genealogen u. Heraldiker. Berlin 
1899. — Alfr. Grenser, Adreßbuch f. Freunde d. Münz-, Siegel- u. Wappenkunde. 
Frankfurt a. M. 1884. 

2 ) Wolf, Einführung in d. Studium d. neueren Geschichte. Berlin 1910, S. 324 ff. 
— Bezold, F. v., Ü. d. Anfänge der Selbstbiographie u. ihre Entwickelung im MA., 
ZKu 1, S. 45 ff. — Misch, G., Gesch. d. Autobiographie. I. Bd.: Das Altertum. Leipzig. 

3 ) Vgl. d. Sammelwerk (1907): Bibliothek wertvoller Memoiren, Lebensdokumente 
hervorragender Menschen aller Zeiten u. Völker, hrsg. v. Dr. Ernst Schultz e. Hier 
sei hervorgehoben: 2. Bd. Deutsches Bürgertum u. deutscher Adel im 16. Jht. Lebens- 
Erinnerungen d. Bürgermeisters Bartholomäus Sastrow u. des Ritters Hans von 
Schweinichen. Bearbeitet v. Dr. Max Goos. Sastrow ist „das Juwel aller deut- 
schen Selbstbiographien". — Vgl. ferner d.!Selbstbiographie d. Burkhard Zink, welche 
in desselben Chronik v. Augsburg (bis 1468) enthalten ist, Johann Butzbach, Chronika 
eines fahrenden Schülers, übersetzt v. D. Becker 1869, die Selbstbiographien d. Konrad 
Pellikan (ed. Vulpinus 1892) u. Thomas Plattner (ed. Düntzer 1882), die Selbstbiogr. d. 
Burggrafen Fabian zu Dohna (hrsg. nebst Aktenstücken z. Gesch. der Sukzession der 
Kurfürsten von Brandenburg in Preußen, hsg. von C. Krollmann, Leipzig 1905, vgl. 
Trefftz, HV 1908, S. 146ff.). — Serrano y Sanchez, M., Autobiografias y Me- 
morias. Madrid 1905. — Für die historische Verwertung von Memoiren finden sich 
lehrreiche Winke bei A. Fournier, Napoleon. Bd. 2 2 , S. 403 ff. 

Heydenreich, Handbuch der praktischen Genealogie I. q 



130 Memoiren und Selbstbiographien. 

geht auf die gleichzeitigen allgemeinen Ereignisse und Verhältnisse nur in- 
soweit ein, als er sie kennen gelernt hat und sie irgendwie auf ihn einge- 
wirkt haben. Die berichtende Persönlichkeit wird also immer die Hauptsache 
sein, und von ihrer Bedeutung und Stellung muß das Maß der Belehrung 
und des Reizes abhängen, das ihre Erzählung gewährt. Die Selbst- 
biographie berührt sich aus diesem Grunde aufs engste mit den Memoiren. 
Nicht bloß Fürsten, Staatsmänner und Feldherren, sondern auch Gelehrte, 
Künstler und Dichter usw. haben mit Erfolg zur Feder gegriffen, ihr Leben 
und Wirken mit eigener Hand der Nachwelt zu überliefern. Auch Frauen 
treffen wir in diesen Reihen, in Deutschland allerdings seltener als in Frank- 
reich. In „Dichtung und Wahrheit" von Goethe, in den „Jugenderinnerungen 
eines alten Mannes" von v. Kügelgen oder Ludwig Richters Selbstbiographie, 
in Hases „Idealen und Irrtümern" und Bosses „Aus der Jugendzeit", be- 
sitzen wir köstliche Muster. Gustav Freytag hat in seinen Bildern aus der 
deutschen Vergangenheit (Leipzig, Hirzel) die Selbstbiographien des Götz 
von Berlichingen, des Schärtlin von Burtenbach und des Hans von Schwei- 
nichen zur Charakterisierung des 16. Jahrhunderts benutzt, das Unheil des 
30jährigen Krieges nach biographischen Aufzeichnungen geschildert und die 
Zeit des Pietismus in der Selbstbiographie des Theologen Johann Wilhelm 
Petersen und seiner Gattin Johanna Eleonore geb. von Merlau weiten Kreisen 
vorgeführt. 

Der subjektive Charakter aller solcher Aufzeichnungen darf freilich nie- 
mals vergessen werden; denn die apologetische Absicht herrscht hier in der 
Mehrzahl der Fälle vor und fordert demnach mehr als bei anderen Geschichts- 
quellen zur Vorsicht heraus, so daß, was für den harmlosen Leser die 
reichste Quelle des ungemischten Genusses ist, für das kritische Urteil leicht 
der Grund zu abwägendem Zweifel wird. 

Das Mittelalter ist der Memoirenliteratur nicht günstig gewesen. Selbst 
bei dem Volke, welches das meiste Geschick dazu mitgebracht hat, bei den 
Franzosen, finden wir Anfänge einer solchen nicht vor dem Ablaufe des 
13. Jahrhunderts. In Deutschland eröffnet Kaiser Karl IV. den Reigen. Aus 
den Kreisen der fahrenden Schüler seien genannt Johannes Butzbach, dessen 
„Wanderbüchlein" vor einigen Jahrzehnten veröffentlicht wurde, und Thomas 
Plattner, der bekannte Basler Drucker und Schulrektor, dessen Selbst- 
biographie aus Gustav Freytags Bildern der deutschen Vergangenheit wei- 
teren Kreisen bekannt geworden ist. Lernen wir in den Aufzeichnungen des 
Deutschen Condottiere Sebastian Schertlin, der ein ebenso gewandter Diplo- 
mat als berufener Feldhauptmann war, den fähigen und glücklichen Empor- 
kömmling, einen „selfmade man" kennen, der nicht besser erscheinen will, 
als er war, so stellt sich uns Götz von Berlichingen in seinen Denkwürdig- 
keiten als der ritterliche Haudegen dar, der im Sturme der Zeit und dank 
seiner eigenen Unzulänglichkeit, trotz des vielen Geräusches, das er ver- 
ursacht, zuletzt ziemlich ruhmlos gescheitert ist. Seine Denkwürdigkeiten 
sind als Werk der Literatur unbedeutend und haben nur durch die berühmte 
Dazwischenkunft Goethes eine Aufmerksamkeit erregt, die sie sonst niemals 



Memoiren und Selbstbiographien. Deduktionsschriften. 131 

gefunden hätten. Aus der langen Reihe der Memoirenliteratur, die uns 
v. Wegele in packenden Zügen lehrreich vorgeführt hat 1 ), heben sich von selbst 
die Arbeiten des geistesgewaltigen Preußenkönigs heraus; aus jeder Zeile 
Friedrichs des Großen spricht der gewissenhafte Regent seines Staates, der 
scharfblickende Staatsmann, der durchdringende Menschenkenner. Das Bei- 
spiel des großen Friedrich mag nicht ohne Einfluß gewesen sein auf den 
Plan Schillers, das deutsche Publikum mit den wichtigsten „Historischen 
Memoiren" des Mittelalters und der neueren Zeit auf dem Wege der Über- 
setzung bekannt zu machen. In Goethes „Dichtung und Wahrheit" haben 
wir ein in meisterhafter Sprache sicher gezeichnetes Bild der ersten fünf- 
undzwanzig Jahre des Dichters und zugleich eine unübertroffene Schilderung 
der literarischen Zustände seiner Zeit. Von den zahlreichen Memoiren 
deutscher Staatsmänner sind die Denkwürdigkeiten des Fürsten Bismarck 
und des Fürsten Hohenlohe von unmittelbarem Einfluß auf das politische 
Leben der Gegenwart. Aus dem, was unser erster großer Kanzler an Er- 
innerungen seinem Volke hinterlassen hat, ist es auch weiteren Kreisen be- 
kannt geworden, daß diese gesamte Literaturgattung, mögen die Verfasser 
solcher Denkwürdigkeiten auch die allerbedeutendsten Männer sein, doch 
eine stark subjektive ist, bei der Irrtümer leicht unterlaufen. 2 ) 

Deduktionsschriften. 3 ) 

Eine wenig bekannte Art familiengeschichtlicher gedruckter Quellen sind Dedukttons- 
die Deduktionsschriften. Deduktionen sind solche Arbeiten, worin die schnften - 
streitigen Rechte und die darauf sich gründenden Ansprüche streitender 
Parteien untersucht und verteidigt werden. Eine sehr reichhaltige Sammlung 
von Titeln solcher Schriften hat Christoph Siegmund Holzschuher mit 
großem Fleiß in dem Werke zusammengebracht: „Deduktions-Bibliothek von 
Teutschland nebst dazu gehörigen Nachrichten". Band I und II, Frankfurt 
und Leipzig 1778—1779. Band III und IV, Nürnberg 1781—1783. Holz- 
schuher hat nur die beiden ersten Teile selbst herausgegeben, da er infolge 
Überarbeitung 1779 starb. Joh. Christian Siebenkees hat das verdienstvolle 
Werk zu Ende geführt. Bei den regierenden Häusern tragen dergleichen 
Schriften den Charakter von Staatsschriften. Aber auch bei adligen und 
bürgerlichen Familien kommen z. B. zufolge Todesfalles bei Erbschaftsange- 
legenheiten solche Deduktionen vor. 

Die Überschriften oder Titelblätter dieser Deduktionen belehren den 
Leser, um was es sich handelt. So lautet z. B. die Überschrift bei einer 
Cleve, den 14. Februar 1698 gedruckten derartigen Arbeit: „Brevissima 
deductio in Causa Le Brün contra de Beyer, Eines Manifesti quintuplicis 



!) Wegele, F. X. v., Vorträge u. Abh., S. 192ff: Die deutsche Memoirenliteratur. 

2 ) Kämmel, O., Kritische Studien zu Fürst Bismarcks Gedanken u. Erinnerungen. 
Leipzig 1899 (auch in den Qrenzboten 1899). — Ulmann, H., Kritische Streifzüge in 
Bismarcks Memoiren, HV 5, vgl. R. Fester ebenda. 

s) Wieder abgedruckt aus ASW XI. 

g* 



132 



Deduktionsschriften. 



spolii evidentis criminis expilatae haereditatis". Es entspricht der Umständ- 
lichkeit, mit der frühere Zeiten die Büchertitel zu einer sehr unübersicht- 
lichen Länge ausgestalteten, daß der gesamte Inhalt des Buches auf dem 
Titelblatt einer solchen Deduktionsschrift tunlichst breit geschlagen wird. 
So lautet z. B. ein solcher Titel; „Actenmäßige deductio Historico-Juridica in 
Sachen derer Oevettern von Broitzem contra das Dom-Capitul des Hoch- 
Stifts zu Hildesheimb. Citationis in puncto annuorum redituum, Worinnen 
mit ohnwiderleglichen Rechtsgründen diesseitige Rechts Befugniß derer von 
dem Hoch-Stift zu Hildesheimb tempore episcopi Ernesti von denen von 
Broitzem titulo oneroso acquirirten wiederkäuflichen Zinsen, und hingegen 
der Unfug derer von Seiten des Hoch-Stifts dargegen eingewandten Excep- 
tionum legitimationis, non competentis actionis & praescriptionis immemoralis 
sonnenklar vorgestellt, und vor Augen geleget wird". 

Nicht immer führen diese Deductionsschriften das Wort deductio auf 
dem Titelblatt. Auch hierüber sei ein Beispiel angeführt: „Unterthänigste 
imploratio pro restitutione in integrum contra sententiam d. XVI. Dec. 1748 
Iatam in Sachen der beiden Familien von Breidenbach zu Breidenstein und 
von Breidenbach genannt Breidenstein wider des regierenden Herrn Land- 
grafen zu Hessen -Darmstadt Hochfürstl. Durchl. und angebl. Consorten" 
(Wetzlar 1751). 

Die Deduktionen sind auch durch den in ihnen nicht selten dargebotenen 
Abdruck von Briefen, Urkunden und Karten wertvoll. So enthält z. B. La 
deduction de l'innocence de Messire Philippe, baron de Montmorency (ohne 
Ortsangabe 1568 erschienen) eine Reihe Briefe aus den Zeiten Albas und 
Egmonts. So enthält ferner z. B. die „deductio caussarum restitutionis in 
integrum", die als Beilage der vorgenannten Implorationsschrift ebenfalls zu 
Wetzlar 1751 erschien, eine Karte, die als „Abris des Breydenbacher Grunds 
mit seinen Dörffern, Qerichtern und Graenzen" bezeichnet wird. Urkund- 
liche Beilagen finden sich besonders häufig am Ende der Deduktion zu- 
sammengestellt; so enthält z. B. die „Kurtze doch gründliche Deduction und 
Demonstration des Gräflich-Leiningen-Dachsburgischen ohnumstößlichen Erb- 
folge-Rechts , in Weyland Landgraf Hessonis von Leiningen des Letzten 
seiner Linie im Jahre 1467 erschienene Verlassenschaft, denen so genannten 
Rechtlichen Auszügen, wodurch frustaneo conatu erwiesen werden wollen, daß 
sothane Verlassenschaft denen Herren Grafen von Westerburg als einem 
fremden Geschlecht angefallen, zur Widerlegung entgegengesetzt" (Marburg, 
ohne Jahr), von Seite 71 an „Beylagen", bestehend aus Urkunden von 1237 
bis 1519. Das Beilagenverzeichnis wird gelegentlich gleich auf dem Titel 
vermerkt, so in der 103 Folioseiten starken Schrift: „Factum ou exposition 
simple, sincere & vrai'e des injustices & des cruautes inoui'es commises ä 
Strasbourg par le preteur roial Joseph Klinglin & ä son instigation par le 
Gr. Senat contre la personne, l'honneur & les biens de F. N. L. P. Beck etc. 
Avec un appendice de CXII pieces autentiques et justificatives". (Amsterdam 
MDCCLII). 

Bildliche Darstellungen eines Erbbegräbnisses, einer Ahnentafel und von 



Deduktionsschriften. Gelegenheitsgedichte. 133 

Siegeln weist auf die „Summarische deduction von dem Alterthum, Thurnier- 
Ritter- und Stifftsmäßigkeit auch Reichs Imedietät des Geschlechts der Tucher 
von Simmeisdorf und Winterstein" von J. G. T. (Schwabach 1764, 180 Seiten 
Großfolio). 

Schließlich sind diese Deduktionsschriften auch durch die nicht selten 
in ihnen enthaltenen Stammbäume von Interesse. Hierzu seien folgende Bei- 
spiele notiert: Die „Kurtz begründete Genealogische Deduction und Acten- 
mäßige Bewandnuss In Sachen Carl Wilhelm, Freyherrn von Spiering, contra 
Joseph Clemens, Freyherrn von Weichs und Consortes" (ohne Ortsangabe 
1730 erschienen) bietet einen Stammbaum vor Beginn der ersten Seite. — Die 
„Acten- und Geschichtsmäßige auch in Jure wohl gegründete deduction In 
Sachen Manssfeld contra Hahn" (ohne Ortsangabe 1712 erschienen) bemerkt 
auf dem Titelblatt: „cum schemate Geneal. Comitum Mansfeldensium und 
Beylagen sub Num. 1 biss 53 inclus.". Stammbäume finden sich auch in der 
„Deduction concernant les droits de succession et de Substitution de la 
serenissime maison electorale de Baviere" (München 1741 fol.) und in der 
„Deduction des droits de la maison electorale de Baviere" (2 Bände, A la 
Haye 1734, 8°). 

Da die modernen juristischen Handbücher über die Deduktionsliteratur 
wenig oder nichts berichten, so empfiehlt es sich für denjenigen Familien- 
forscher, der weder aus dem vorgenannten Werke von Holzschuher noch 
aus einer anderen Quelle bereits den Titel einer einschlagenden Arbeit kennt, 
sich persönlich auf einer größeren Bibliothek einzufinden und daselbst sich 
die Vorlage des Zettelkataloges über die Deduktionsliteratur zu erbitten. Es 
bleibt in solchem Falle, wenn nicht etwa alphabetisch geordnete Nachweise 
über die in solcher Literatur vorkommenden Familien vorhanden sind, nichts 
anders übrig, als Blatt für Blatt durchzusehen, ob sich eine einschlagende 
Deduktion daselbst vorfindet. — 

Eine abgelegene, aber keineswegs unergiebige Quelle sind Gelegen- Oeiegenheits- 
heitsgedichte. Das für den Familienforscher Wichtige in diesen poetischen e edlchte - 
Veröffentlichungen sind die Überschriften. Als ein Beispiel führe ich Mi- 
chael Kongehl, Kurfürstlich Brandenburgischen Secretarius zu Königsberg 
in Preußen, an, von dem zwei Bändchen Gedichte, „Der Belustigung bey 
der Unlust" erster und zweiter Teil, zu Königsberg „gedruckt bey Friedrich 
Reußens Chur-Fürstl. und Academ. Buchdruckers Erben", ohne Jahresangabe 
in den 80 er Jahren des 17. Jahrhunderts erschienen. 1 ) Michael Kongehl war 
ein sehr fruchtbarer Gelegenheitsdichter. Hochzeiten und Begräbnisse, Ge- 
burts- und Namenstage ließen ihn das Dichterroß anspornen zu oft ansehn- 
lichen Leistungen, ansehnlich wenigstens dem Umfange nach. Die Leichen- 
gedichte, inhaltlich an biblische Texte anknüpfend, lehnen sich in der Form 
meist an bekannte Kirchenlieder. Mehr Persönliches enthalten die Hochzeits- 
lieder, jedoch liegt auch bei ihnen das Wertvollste in den Überschriften. 



J ) Walter Bösken, Ein verschollener Dichter und seine Werke als familien- 
geschichtliche Quelle. ASW VIII, 1908, Nr. 7, S. 97 ff. 



^34 Schmähgedichte und Pasquille. 

Wo eine Ortsangabe in der Überschrift fehlt, handelt es sich stets um Per- 
sonen in Königsberg: „Die Herzens-Schmerzen Frauen Agnes Paschkin, Herrn 
Reinhold von Derschau, Vornehmen J[uris] C[onsul]ti, Erbherrn uff Wonnig- 
keim etc. Churf. Brandenb. Pr. Ober-Appellations Gerichts- und Hoff-Rahts, 
Wittiben, welche den 3. Aprilis 1678 der Erden einverleibet worden" (I, 288). 
— „Das Gleich-verpaarte Paar. Bei dem ansehnlichen Myrten-Feste der 
Edlen und Fürtrefflichen Wolverlobten Floridan und Florinden 1 ), welches 
den 3. Christ-Monats-Tag 1673 in Nürnberg vollzogen ward" (II, 111). 
schmäiiKedichte ff me besonders unzuverlässige Quelle sind Schmähgedichte. Meist 
niedrigen Leidenschaften entsprungen, enthalten sie vielfach Übertreibungen, 
soweit ihr Inhalt nicht gänzlich erfunden ist. Im Mittelalter waren es die 
Spielleute, welche die Verspottung einer Person um Lohn zu ihren beruflichen 
Aufgaben rechneten; und Bertold von Regensburg vergißt das nicht zu er- 
wähnen, wenn er sie in den zehnten und untersten Chor der Christen ver- 
weist. 2 ) Selbst vor dem Träger der Krone machte die Kritik nicht halt, 
das mußte Rudolf von Habsburg erfahren, als der Meister Stolle in einem 
boshaften Spruch seine sämtlichen löblichen Eigenschaften aufzählt mit dem 
jedesmaligen Zusatz: er gibt aber nichts. Neben dem Liede begann der 
anonyme Schandbrief, das Pasquill, zu wuchern. Man schlug dergleichen 
Briefe zum Zwecke größter Publizität an Kirchtüren, aber auch an unehr- 
bare Orte, den Kak (Pranger), Henker- und öffentliche Häuser an. 1445 fand 
sich ein Brief an eine Kirchtür von Halberstadt geschlagen, der den Dom- 
dechant Dompnitz beschuldigte, einen Totschlag veranlaßt zu haben. Das 
Gefährliche solcher anonymen Anschuldigungen wurde früh erkannt. Ein 1475 
erschienenes Rechtsbuch, das sich die Blume von Magdeburg nannte, be- 
drohte die Schreiber solcher Schandbriefe mit dem Tode. In einem Falle 
allerdings erlangte jedoch der Anschlag von Schandbriefen sogar rechtliche 
Anerkennung, aber unter der Voraussetzung der Nichtanonymität, nämlich 
säumigen Schuldnern gegenüber. Seit dem 15. Jahrhundert findet sich in 
den Schuldverträgen dieser Angriff auf die persönliche Ehre als anerkanntes 
Rechtsmittel, häufig unter Beifügung von bildlichen Darstellungen, deren 
drastischer Charakter uns heute mit gelindem Grausen erfüllt. Pasquille 
waren besonders in der Reformationszeit häufig. Wie ein Nachklang aus 
den Zeiten des Spielmannes mutet die Erzählung von dem wandernden Tuch- 
macher an, der Luthers Lieder vor dem Bilde des Kaisers Otto auf dem 
Markte von Magdeburg sang und gedruckt verkaufte. Auch als dem Auf- 
schwung der nationalen Kräfte nach dem Augsburger Religionsfrieden von 
1555 ein allgemeines Erlahmen folgte, wurde bei lokalen Begebenheiten 
noch manches Spottlied gesungen. Für dergleichen bilden Prozeßakten die 
ergiebigsten Fundstätten. Auf dem Boden bösartiger Klatschsucht gewann 
das Pasquill auch in privaten Angelegenheiten eine gefährliche Ausbreitung. 

x ) Die Schäfernamen lassen darauf schließen, daß es sich um Mitglieder der Ge- 
sellschaft der Pegnitzschäfer handelt. 

2 ) Iwein ed. Benecke und Lachmann, Anm. zu 7162, Bertold ed. Pfeiffer 
I 140f. 



Theaterzettel. 135 

Sogar als eine leidenschaftliche Anteilnahme für große nationale Fragen 
durch die Taten Friedrichs des Großen geweckt wurde, wucherte das Pas- 
quillenunwesen weiter. So erschienen 1798 zu Osnabrück Spottlieder auf 
einen Ratsherrn, der Erbschleicherei getrieben hatte. In den Akten des 
Zivilgouvernements zur Neubildung der Provinz Sachsen hat sich ein Schmäh- 
gedicht aus dem Jahre 1813 auf unsre Zeit gerettet. Nach diesem hatte 
ein vormals „in armseliger Gestalt aus Polen mit einem Packen" eingewan- 
derter Jude Cohn in Salzwedel, Osterburg, Werben zahlreiche Betrügereien 
verübt und des Spionierens verdächtig 100 Kantschuhiebe auf dem Rathause 
erhalten. Wegen der zahlreichen hebräischen Ausdrücke aus der Gauner- 
sprache wurde das Gedicht aufbewahrt. Die beiden ersten und verständ- 
lichsten Strophen mögen von dieser Quellenart 1 ) eine Vorstellung geben: 

1. Was tönet dort vor ein Geschrei: 
Erbarmen, ach Erbarmen, 

Au weih geschrien, au weih, au weih, 

Ootts Wunder, helft mir Armen! 

wie kümm' ich doch in solchen Dreck, 

hilf mer Adonizedek, 

sunst geh ich rein verloren! 

2. Der Jude wars, Herr Cohn genannt, 
an Leib und Seel beschnitten, 

hier in der Wische wohlbekannt 

und nirgends gern gelitten, 

er hat den dicken Bielefeld 

nicht längst um Haus und Hof geprellt 

und hielt sich Equipage. 2 ) 

Auch Theaterzettel können gelegentlich dem Familienforscher gute 
Dienste leisten. Es ist dabei der Unterschied von Künstler- und Familien- 
namen zu beachten. Es kommt auch die Verbindung beider Namenarten 
vor, z. B. infolge von Heirat; Prof. Dr. Friedrich hat zu seinem Zittauer 
Album auch die Theaterzettel, die bei der Aufführung von Schuldramen ge- 
druckt wurden, benutzt. Besonders bei der Geschichte von Komödianten- 
familien kommen die Theaterzettel in Betracht. Dieselben werden von Bühnen- 
direktionen und Altertumsvereinen gesammelt. Quellenangaben zur Geschichte 
des Theaters findet man bei Eisenberg, Großes biogr. Lexikon der deut- 
schen Bühne 1903, am Schluß des ganzen Werkes. Vgl. auch: Gallerie v. 
teutschen Schauspielern u. Schauspielerinnen nebst Johann Friedrich Schinks 
Zusätzen u. Berichtigungen. Mit Einleitung u. Anm. herausgeg. v. Richard 
Maria Werner (= Schriften der Gft. f. Theatergesch. Bd. 13). Berlin 1910. — 
Archiv für Theatergeschichte, hrsg. v. Hans Devrient. Berlin 1904 u. 1905 



x ) G. Liebe, Über ältere Schmähgedichte, besonders in den Landschaften der 
Prov. Sachsen, KGV 1912, 297 ff. — Schade, Satiren und Pasquille aus der Refor- 
mationszeit 1856 — 1858. — Wustmann, Leipziger Pasquillanten. (Aus Leipzigs Ver- 
gangenheit II.) 

8 ) Staatsarchiv Magdeburg. 



136 Zeitungen. Familiengesch. Matrin. in Bibliotheken: Aarau, Bamberg, Berlin. 

(hierin wertvolles personen- u. familiengeschichtliches Material, z. B. „Die 
Künstlerfamilie Lortzing an rheinischen Bühnen" von Alfons Fritz. Bd. I, 
S. 160 ff.). 
Zeitungen. Schließlich seien auch die Zeitungen 1 ) erwähnt. Sie bringen dem 

Familienforscher allerhand Familienanzeigen, Nachrufe, auch solche mit Lebens- 
lauf und allerhand Beiträge zum Tun und Treiben einzelner Personen. Zu 
beachten sind in diesen Zeitungen außer den Anzeigen über Geburten, Ver- 
heiratungen und Todesfälle besonders auch Vormundschaftsbestellungen, 
Kuratelverfügungen, Nachlaß-, Zwangs- und freiwillige Versteigerungen, Kauf- 
angebote, Todeserklärungen und sonstige Nachrichten mit Namen. 
Familien- I m folgenden stelle ich in alphabetischer Reihenfolge von Bibliotheken 

geschichtliche noch eine Anzahl der von diesen verwahrten familiengeschichtlichen Mate- 
BibUotteken. nahen zusammen. Soweit gedruckte Quellen nicht angegeben sind, beruhen 
die nachfolgenden Mitteilungen auf Angaben seitens der betreffenden Biblio- 
theken (vgl. darüber auch das Vorwort). 

Aarau. Die Kantonsbibliothek verwahrt die viel familiengeschichtl. 
Material enthaltende Slg. des Generals Benfidel Zaslaube, die aber unvoll- 
ständig und wenig zuverlässig ist. 

Bamberg. Bs. wichtig sind die Hellerschen Handschr. Vgl. Leitschuh, 
Kat. d. Handschr. d. Kgl. Bibliothek zu Bamberg. Bd. I, 1. — 3. Abt. Leipzig 
1895—1908. Bd. II (Helleriana) Leipzig 1887. Bd. III (Bambergensia). Was 
Druckwerke betrifft, so enthält namentlich die i. J. 1903 angefallene von 
Marschalksche Slg. e. große Abt. f. Familiengesch. Unter d. Handschr. d. 
Hellerschen Slg. befinden sich u. a. e. Geschlechtsbuch der Pömer (in Nürn- 
berg) mit sorgfältigen Abb. der Siegel, Grabmonumente u. Totenschilder; 
Nürnberger Bürgeraufnahmen 1335 — 1448; „Lazarus Holzschuhers Beschrei- 
bung der 1511 lebenden Personen in der Nürnbergischen familie"; ein Hoch- 
zeitsregister der Nürnbergischen Geschl. aus d. 16. u. 17. Jht, ein „Necro- 
logium der Parfüsser zu Nürnberg" mit gemalten Wappen am Rande; Verz. 
d. Gestorbenen, „den man zu sant Sebolt mit der großen Glocken geleutt 
hat" 1439—1517 v. Seb. Schreyer Kirchenmeister (f 1520) zusammengestellt 
mit späteren Fortsetzungen; e. Faszikel mit 3 verschiedenen Handschr. Joh. 
Neudörffers Verz. d. Nürnbergischen „Werkleute u. Künstler" aus d. J. 1547 
(vgl. die v. Heller besorgte Ausgabe Neudörffers u. d. Beitr. z. Kunst- u. 
Literaturgesch., Nürnberg 1822) u. andere, namentlich auf Nürnberg, Schwein- 
furt u. Würzburg bezügl. Materialien. Vgl. Kern, Reise durch Franken u. 
Bayern HZ 1860, Nachr. a. d. histor. Korn. 3, S. 15 ff.: „Handschriften der 
Hellerschen Sammlung auf der Kgl. Bibliothek zu Bamberg." 

Berlin. In der Königlichen Bibliothek befinden sich die Collectio 
Genealogica ex dono Koehnii VJH XXVII, 1899, S. 263 ff.; die von Plotho- 
sche genealogische Slg. DH 28, S. 8; Hasse, J. E., Slg. genealogischer 

x ) Sperlings Zeitschriftenadreßbuch, enthaltend die Zeitschriften und hervor- 
ragenden politischen Tagesblätter von Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz. 
Hand- und Jahrbuch der deutschen Presse. Stuttgart. Kekule von Stradonitz, 
Über Zeitungsmuseen i. d. Zeitschr. f. Bücherfreunde N. F. H. 1. 



Familiengesch. Matrin. in Bibliotheken: Berlin, Bologna, Braunschweig, Bremen. 137 

Nachr.; Acta Koenigiana des Ordensrates A. B. König. Vgl. auch P. Schwenke 
u. A. Hortzschansky, Berliner Bibliothekenführer, Berlin, Weidmann 1906. — 
Im Handschriften-Kabinett befinden sich Namenbücher von Adam v. 
Grutschreiber, Sebaldus Sauerma, Georg v. Leuchtfuß, Samuel Czepke, Bern- 
hard Hoser zu Urfaren, v. Logau, v. Dacheröden. — Die Freiherrlich v. 
Lipperheidesche Sammlung enthält Stammbücher von Stephan Bayr, 
Arnold Buchelius, Heinrich v. Einsiedel, Joh. Ad. v. Glauburg, Leonh. Löchel. 
— Der Verein „Herold" besitzt e. Bibl. v. rund 8500 Bänden, worüber e. 
gedruckter Kat. vorhanden ist, an handschriftlichen Sign. d. genealog. Nachlaß 
d. f Majors v. Maltitz, Nachr. bs. aus d. 19. Jht. ü. deutsche Adelsfamilien; 
den Nachlaß des f Freiherrn von La Roche, Stammtafeln v. in- u. ausländischen 
Familien des hohen u. niederen Adels; den des f Oberstleutnants v. Zitze- 
witz, pömmersche Adelsgeschlechter betreffend; den des f Freiherrn v. 
Löffelholz, allerlei gesammelte Notizen ü. süddeutsche Adels- u. Patrizier- 
familien; e. Slg. v. handschriftl. Stammtafeln mitteldeutscher Adelsfamilien, 
größtenteils Abschriften aus Druckwerken; Abschriften v. adeligen u. bürgerl. 
Leichenpredigten, d. h. nur d. Personalien, aus d. Stolbergschen u. anderen 
Bibliotheken; e. nach Wappenfiguren geordnete Slg. v. teils gezeichneten, 
teils gedruckten Wappen, ca. 100000 Nummern in fünf Groß-Folio-Bänden 
aus d. Nachlaß d. Geh. Reg.-Rates Dielitz ; das v. Geh.-R. Seyler unter Mit- 
hilfe vieler Vereinsmitglieder angelegte Wappenbilder-Lex., ebenfalls nach 
Figuren geordnet, bestehend aus mehr als 50000 Zetteln mit gemalten und 
gezeichneten adeligen u. bürgerlichen Wappen. — Die Sammlungen des 
Vereines für Geschichte der Mark Brandenburg sind dem historischen 
Seminar d. Univ. Berlin angegliedert u. weisen neben einigen Familienge- 
schichten auch Leichenpredigten des märkischen Adels auf: Drei Bde. Indices 
zu kurmärkischen Lehnskopiaren. Adreßkal. der Kgl. Preuß. Haupt- u. Re- 
sidenz-Städte Berlin u. Potsdam, bs. d. daselbst befindl. hohen u. niederen 
Kollegien, Instanzien u. Expeditionen, u. zwar f. d. J. 1728 — 1847 mit nur 
wenig Lücken. Handbuch ü. d. Kgl. Preuß. Hof u. Staat v. J. 1805, 1831. 32. 
1841. 44. 47. Wohnungs-Anz. v. Berlin v. J. 1824—26. 28. 40—46. 48. 
51. 52. Ranglisten. Kalender. Hassel, Genealogisch-histor.-statist. Almanach 
v. J. 1827—29. 30—34. 37—38. 

Bologna. Die Biblioteca communale delP archiginnasio enthält 
folgende Handschriften; Cronologia delle famiglie nobili di Bologna di 
Pompeo Scipione Dolfi con la continuazione di Domenico Maria Galeati. — 
Memorie genealogiche delle famiglie nobili di Bologna raccolte da B. A. M. 
Carrati. — Memorie cronologiche di varie famiglie nobili e civile del me- 
desino. 

Braunschweig. Die Stadtbibliothek besitzt außer der oben Seite 54 
bereits erwähnten Slg. v. Leichenpredigten verschiedene beträchtliche Sign. z. 
Gesch. d. braunschweigischen Familien in Stadt u. Land. Auch Stammbücher 
des 18. u. 19. Jht. sind vorhanden. 

Bremen. Stadtbibliothek: H. (von) Post, Fasti Consulares et Senatorii 
inclutae Reipublicae Bremensis. Bremae 1726 (Druck mit handschriftl. Bern.). 



138 Familiengesch. Matrin. in Bibliotheken: Breslau, Dresden. 

Reiche Sign. v. Gelegenheitsgedichten, Leichenprogrammen u. -reden aus 

dem 16. bis 19. Jht., die sich auf Angehörige bremischer Familien beziehen. 
Verzeichnisse bremischer Bürgermeister u. Ratsherren (Mskr.). 

Breslau. Rats- und Stadtbibliothek. 30 000 Nachrichten, Doktor- 
dissertationen, Hochzeitsgedichte, Stammbäume, Leichenpredigten und anderes 
familiengeschichtliches Material. Dies alles ist in dem alphabetischen, 148 Bände 
starken Kataloge verzeichnet. Die Stadtbibliothek besitzt vor allem eine sehr 
wertvolle Slg. gedruckter Gelegenheitsschriften des 16. — 18. Jhts., vorwiegend, 
aber durchaus nicht ausschließlich Breslauer u. schlesischer Herkunft. Über 
alle Eintragungen u. Wappenzeichnungen der umfangreichen Stammbücherslg. 
gibt e. Namensreg. Ausk. Eine wichtige Q. f. d. Gesch. d. oberschlesischen 
Adels ist die sogenannte Freih. von Schirndingsche Slg.; diese enthält viele 
Tausende von genealogischen Notizen aller Art, die bs. aus Gerichtsbüchern 
entnommen sind. 

Dresden. Kgl. öffentl. Bibliothek (im Japanischen Palais). Krub- 
sacius, Sächsische Wappenbücher. Wappenbücher v. Christian Kayser aus 
Freiberg, bs. die Geschl. in u. um Freiberg behandelnd (hierüber Heyden- 
reich, FB 1911). Turnierbücher. Stammbäume. Stammbücher. Kupferstiche 
u. Autographen aus Stammbüchern. Lehnbriefe. Ranglisten d. sächsischen 
u. polnischen Armee. 82 Bittschriften. Gehaltsquittungen von sächsischen 
Staats- u. Hofbeamten. Zahlungsanweisungen. Titularbücher; das von 1638 
ist mit einem kursächsischen Staatshandbuch verbunden. Tagebücher, Ge- 
dächtnis-Reden u. Gedichte. Genealogische u. biogr. Notizen von Joh. Fr. 
Ursinus. — Slg. v. Bildnissen sächsischer Fürsten, mit gereimtem Text, das 
sogenannte Sächsische Stammbuch, früher Lukas Cranach zugeschrieben, aus 
d. Zeit 1500 — 1546. Vgl. Schuchardt, Lukas Cranach des Älteren Leben u. 
Werke, 1851, II, 49—53. Th. Distel in der Kunstchronik (Beibl. z. Ztschr. 
f. bildende Kunst), XXIV, 1889, S. 676. Donadini, Das goldene Buch oder 
accurate Abbildungen d. sächsischen Fürsten nach Lukas Cranach. Dresden 
1889. Lippert, W., im NASG XII (1891), S. 64ff. — Knauth, Joh. Conr., Meiß- 
nische Helden- u. Adels-Chronika (17. — 18. Jht.). Eberts Slg. z. Gesch. sächs. 
Familien. Ratslisten von Leipzig (1546—1617) u. Grimma (1379—1803). 
Exulanten -Register derer aus Böhmen nach Sachsen gekommenen Familien, 
angefangen von F. L. Zacharias (19. Jht.). Verzeichnisse polnischer Würden- 
träger. Sign, von Inschriften aus Schweidnitz, Breslau, Prausnitz, Liegnitz, 
Neustadt, Münsterberg. Scripta genealogica Silesiaca 18. Jht., darunter Nachr. 
u. Wappen Breslauischer Familien. — Georg Friedrich, Tittel und Nahmen 
aller Graffen, Freyherrn, Ritter vnnd Adelichen Geschlechter im Königreiche 
Böheimb, nach Ordtnung d. Alphabets. — Kat. d. Handschr. d. Kgl. öffentl. 
Bibl. z. Dresden. I 1882 u. II 1883 v. Franz Schnorr v. Carolsfeld, III 1906 
v. Ludw. Schmidt. — Der „Roland", Ver. z. Förderung d. Stamm-, Wappen- 
u. Siegelku., besitzt e. großen Zettelkal. u. e. reichhaltige Fachbibl., aus wel- 
cher der Bücherwart, Wirtschafts-Inspektor a. D. Neefe in Dresden, im ASW 
Mtlgn. zu machen pflegt. Drs. hat auch einen gedruckten Bücher-Kat. des 
„Roland" herausgeg. 



Familiengesch. Matrin. in Biblioth.: Frankfurt a.O., Frei bürg i. B., Genf, Gießen, Görlitz. 139 

Frankfurt a.O. Die Marienkirchen-Bibliothek besitzt e. sehr reich- 
haltige Slg. v. Leichenpredigten. Vgl. oben S. 55. Gesuche um Versendung 
v. Leichenpredigten sind an den dortigen Magistrat zu richten. 

Freiburg i. Br. Die Universitäts-Bibliothek besitzt an familien- 
geschichtlichen Sign. 1. den brieflichen u. z. Tl. dichterischen Nachlaß des 
Dichters u. Philosophen Johann Georg Jacobi, geb. 2. Sept. 1740 zu Düssel- 
dorf, gest. 4. Jan. 1814 zu Freiburg i. Br. als Professor an der Hochschule; 
2. den Briefwechsel u. die Sign, des Friedrich Dominicus Ring, geb. 1726, 
seit 1759 Prinzenerzieher in Karlsruhe, f 1809. — Der Verein „Badische 
Heimat" f. Volksku., ländl. Wohlfahrtspflege u. Heimatschutz besitzt Sign. 
z. Gesch. d. alten u. weitverzweigten Familie Pfaff. 

Genf. Die Societe d'Histoire et d'Archeologie de Geneve besitzt ge- 
nealogische u. heraldische Manuskripte, über die Henry Deonna, AHS 
1912, H. 1, S. 27 ff. ausführlich berichtet. Unter den manuscrits Dufour- 
Verne's befinden sich: La Colonie genevoise de Constance, analyses d'actes 
des notaires 1373 — 1535, zahlreiche Filiationen, Ahnentafeln usw. franzö- 
sischer u. deutscher Familien, deren Namen Deonna in alph. Reihenfolge 
veröffentlicht hat. Von anderen Manuskripten der genannten Gft. seien hier 
genannt: Blasons de 400 familles genevoises ou etrangeres admises ä la 
bourgeoisie de Geneve; extraits des recueils de testaments, minutaires des 
notaires et autres documents publics servant de preuve aux genealogies des 
familles genevoises; mariages et baptemes celebres dans les Eglises de 
St. Pierre, de la Madeleine et St. Gervais de 1550 ä 1720; renseignements 
sur les titres et registres des principales villes du Canton de Vaud, contenant 
des notes et fragments de tableaux genealogiques sur diverses familles vaudoises. 

Gießen. Zahlreiche Leichenpredigten, über die e. besonderer Kat. ge- 
führt wird. Adrian, J. Val., Catalogus codicum manuscriptorum bibliothecae 
academicae Gissensis. Frankfurt a. M., 1840, weist Nr. 168 ff, einige geneal. 
u. heraldische Handschr. u. Nr. 110 — 155 e. Slg. v. Briefen nach. 

Görlitz. Oberlausitzer Gesellschaft der Wissenschaften: 1. Ge- 
nealogische Nachrichten Oberlausitzer adliger Familien von Jakob Gottlieb 
Kloss (f 1789). Slg. 18 Bde. in Folio mit ca. 6500 S., v. höchstem Werte, 
s. Jecht, NLM 75 (1899), S. 46—50, wo d. behandelten Familien aufgezählt 
sind. — 2. Slg. v. Oberlausitzischen, Schlesischen, Sächsischen auch Böh- 
mischen Altert, u. Denkm. E. Slg. aus 169 Kirchen mit unendlich vielen, 
größtenteils mit großer Sorgfalt ausgeführten Zeichnungen von Grabsteinen, 
Wappen, Fahnen u. sonstigen Kunstaltert., mit vielen genealogischen, heral- 
dischen u. historischen Erläuterungen. 2 Bde., s. Pescheck, NLM 11, S. 1 ff., 
156 ff., 12 S., 168 ff., 356 ff., 507 ff.; auch Jecht, Qu. z. Gesch. d. Stadt Görlitz, 
bis 1600, S. 218. Der Verf. ist Johann Gottfried Schultz (f 1819). Ähnliche 
Manuskripte von ihm liegen vor unter L I 29 u. L I 30, Ausz. aus Ober- 
lausitzer Kirchenbüchern, Lehnbriefen, Schloßarchiven m. viel. Stammbäumen. 
— 3. Adliger Jugendspiegel v. Gottfried Schmid (f 1675), 717 Bl. mit 92 
Wappenbriefen Görlitzer Geschl., s. Jecht, Qu. z. Gesch. der Stadt Görlitz 
bis 1600, S. 221. 



1 40 Familiengesch. Matrin. in Bibliotheken : Göttingen, Groningen, Halle a.S., Hamburg. 

QÖttingen. In der Universitätsbibliothek befindet sich (vgl. Verz. 
d. Handschr. im Preußischen Staate. I Hannover, II Göttingen. Berlin 1893, 
unter Cod. Manuscr. Histor. 252 b ) d. Slg. v. Stammtafeln u. Verzeichnissen 
z. Familien- u. Beamtengesch. Nordwestdeutschlands, bs. d. Hannoverschen 
Lande, d. 1879 als Universitätsrat in Göttingen verstorbenen Theodor Wolff. 
Diese Slg., in 54 Heften aufbewahrt, wurde 1890 von Wolffs Witwe der 
Bibl. geschenkt u. später von seinem Sohn ergänzt. Diese Hefte enthalten 
Stammtafeln, Namensverzeichnisse einzelner Stände, nach Ämtern geordnete 
chronologische Beamtenverzeichnisse u. andere Zusammenstellungen. Als 
Quellen dienten Manuskripte von Manecke u. Stockhausen, Göttinger Uni- 
versitätsakten, Familiennachrichten, briefliche Mitteilungen u. Druckwerke. 
Bs. benutzt sind die große Slg. v. Leichenreden u. d. Deduktionen d. Göttinger 
Bibl. Vgl. E. Lehmann, Inhalts-Verz. der Wolff sehen genealogischen Slg. in der 
Universitätsbibl. zu Göttingen, VJH 1910. Hier wird auch ein alph. Namensverz. 
dargeboten der in dieser Slg. behandelten Familien mit Angabe d. Jahre, auf 
welche sich die Aufzeichnungen beziehen, u. der einschlagenden Hefte. 

Groningen. Die „Bibliotheek der Rijksuniversiteit" enthält an 
genealogischen Manuskripten nur eins: „Adelijk Toneel ende Geslachte Boo- 
men" (Nr. 347 des „Catalogus codicum manuscriptorum universitatis Gro- 
ninganae Bibliothecae, Groningae 1898), enthaltend Genealogien u. Wappen 
verschiedener Familien. 

Halle a.S. Die Universitätsbibliothek besitzt sowohl eine Slg. v. 
Familiengeschichten, als e. Slg. v. auf einzelne Personen bezügl. Schriften. 
Beide sind im Sach-Kataloge katalogisiert, und zwar alphabetisch geordnet 
nach d. Namen d. behandelten Personen, bezw. Familien. In d. Personen- 
Slg. nimmt einen großen Raum ein eine Zerbster Slg. v. Personal-Schriften. 
Weit umfangreicher und wertvoller als diese beiden Sign, ist die in sechs 
Folio-Bänden katalogisierte familien- u. personengeschichtl. Slg. der mit der 
Univ.-Bibl. verbundenen v. Ponickau'schen Bibliothek, die vorzugs- 
weise thüringisch-sächsische Familien des 17. u. 18. Jhts. betrifft. Vgl. z.B. 
W. Stammler, Gellert-Briefe in der Bibliotheca Ponickauiana zu Halle, TZGK 
1912. Dazu gehört e. ziemlich große, ebenfalls übersichtlich katalogisierte 
Slg. v. Porträts. Außerdem besitzt die von Ponickau'sche Bibl. eine schöne 
Siegeisig., die aber nicht katalogisiert ist. Auch sie betrifft vorzugsweise 
den thüring.-sächs. Adel u. die thür.-sächs. bürgerlichen Familien d. 17. u. 
18. Jhts. Auch handschriftliches familiengeschichtliches Material ist in der 
v. Ponickau'schen Bibl. vorhanden. Es ist auf 89 Folio-Seiten alphabetisch 
nach den Namen d. betreffenden Personen u. Familien katalogisiert. Sonst 
kommt für familiengeschichtliche Forschung aus d. dortigen Beständen noch 
die daselbst aufbewahrte Mtr. d. Univ. Wittenberg in Betracht. 

Hamburg. Der „Verein für Hamburgische Geschichte" besitzt 
1. zahlreiche Geschichten hamburgischer Familien (größtenteils als Manu- 
skript gedruckt), 2. Slg. v. Stammbäumen hamb. Familien, 3. e. umfangreiche 
Slg. v. Hamburger Bildnissen, 4. Siegel u. Wappen hamb. Familien, 5. hamb. 
Stammbücher u. 6. einige Wappenbriefe. 



Familiengesch. Matrin. in Bibliotheken: Hannover. 141 

Hannover. In der Königlichen u. Provinzialbibliothek befindet 
sich e. ziemlich wertvolle Leichenpredigtslg., u. unter vielen anderen wertvollen 
Handschriften „Ahnentafeln der Hildesheimer Domherren", zu denen Ed. Bode- 
mann, VNS 1903, 647 ff. ein alph. Reg. veröffentlicht hat, ferner Manecke, Genea- 
logischer Schauplatz, enthaltend Nachrichten in 2 Teilen über 858 adlige und 
in einem Anhang über 203 „sonstige hübsche Geschlechter"; Büttner, Lüne- 
burger Stadtnachrichten; E. A. C. Culemann, Denkmale d. Mindenschen Adels 
u. monumenta nobilitatis Mindensis; Gebhardi, Collectaneen (große Zahl v. 
Bänden, Luneburgensia). Leibniz* Briefwechsel, alphabetisch in mehr als 100 
Kasten geordnet. — Ind. Herzog-Ernst-August-Fideikommißbibliothek, 
Palais in der Leinestraße, befinden sich gegenwärtig die Sign, des Grafen 
Julius v. Oeynhausen. Sie sind laut Testament Eigentum d. Herzogs von 
Cumberland u. waren früher in d. Verwahrung d. Histor. Vereins f. Nieder- 
sachsen. Mit dieser Slg. ist der handschriftliche Nachlaß d. Göttinger Pro- 
fessors Havemann vereinigt. Vgl. H. Ahrens, Verz. d. in d. Slg. d. Grafen 
v. Oeynhausen vorkommenden Namen adliger Familien, DH 1902, S. 11 ff. 
Die Slg. d. Grafen v. Oeynhausen besteht aus folgenden sechs Hauptteilen: 
1. Stammbäume u. Notizen z. Gesch. meist niedersächs. Adelsfamilien, mit 
briefl. Nachr. 29 Konvolute in Folio. 2. Notizen zur Gesch. niedersächs. 
Adelsgeschl. im MA., nach d. Familien alph. geordnet, zusammengestellt v. 
Prof. Havemann, mit Ergänzungen des Grafen v. Oeynhausen. 13 Bde. in 
Quartformat. 3. Ausz. aus mittelalterl. Urkunden z. Gesch. u. Kulturgesch. 
niedersächs. Adelsgeschl., Klöster und Städte. Gesammelt von Havemann. 
4 Konvolute in Futteralen. 4. Stammtafeln z. Gesch. d. niedersächs. Adels- 
geschl. 26 Hefte in Querfolio. 5. Sign, zur Gesch. einzelner Adelsgeschl. 
10 Konvolute in Folio. 6. Verschiedene Notizen u. Drucksachen zur Ge- 
nealogie niedersächs. Familien, bestehend aus 41 Nummern. Der „Katalog 
der Bibliothek des historischen Vereins für Niedersachsen. Im Auftrag des 
Vereinsausschusses bearbeitet von Dr. Adolf Ulrich, Hannover 1888" ent- 
hält auch e. Repertorium der Urkunden, Akten, Handschriften, Karten, Por- 
träts, Stammtafeln, Gedenkblätter, Ansichten der gräflich Oeynhausenschen 
Handschriften. Sehr nützlich ist d. Buch v. Wilh. Linke: Niedersächsische 
Familienkunde. Ein biographisches Verzeichnis. Auf Grund der Leichen- 
predigten u. sonstigen Personalschriften d. Kgl. Bibl. zu Hannover u. and. 
hannoverschen Sign, herausgegeben (Hannover 1912). Das Verz., welches 
hier der Öffentlichkeit übergeben ist, umfaßt in erster Linie die in d. Kgl. 
Bibl. zu Hannover befindliche Slg. von Leichenpredigten, Hochzeits- u. son- 
stigen Gelegenheitsgedichten. Außerdem sind noch aus den Beständen der 
Stadtbibl. u. d. Kgl. Ernst- August- Fideikommißbibliothek zu Hannover die- 
jenigen Personalschriften in dieses Verz. mitaufgenommen, die sich in d. 
Slg. d. Kgl. Bibl. nicht vorfinden. — Der historische Verein f. Nieder- 
sachsen hat durch Prof. Dr. K.Kunze e. Systematisches Inhaltsverzeichnis 
zu den Jahrgängen 1819 — 1910 seiner Zeitschrift (früher Vaterländisches 
Archiv genannt) erscheinen lassen (Hannover 1911). 



142 Familiengesch. Matrin. in Bibliotheken: Jena, Karlsruhe, Kassel, Kiel. 

Jena. Nach Achatius Ludwig Karl Schmid, Zuverlässiger Unterricht von 
der Verfassung der Herzoglich Sächsischen Gesamtakademie zu Jena, Jena 
1772, S. 103 ff., enthält die der Universitätsbibliothek einverleibte Biblio- 
thek des verstorbenen Fürstlich Sächsischen Obergeleitsmannes Paul Christian 
Birkner französische, italienische und englische Lebensbeschreibungen und 
Memoiren. Die Universitätsbibliothek enthält auch zahlreiche Handschriften, 
darunter den literarischen Nachlaß des genealogischen Fälschers Hans Basilius 
Güpner, genannt von Gleichenstein, die Archive der Grafen von Gleichen 
zu Remda und der Schenken zu Tautenburg, auch viele Briefe und Personal- 
akten von Professoren. Sämtliche Einlaufe werden überwiesen vom Verein 
für Thüringische Geschichte, teilweise vom Literarischen Museum. Pflichtliefe- 
rungen der Verleger und Drucker nur bis 1873; dagegen ist jeder „Professor" 
der Universität verpflichtet, alles abzuliefern, was er „zum Druck befördert". 

Karlsruhe. Großherzogl. Hof- u. Landesbibliothek. Mehrere Sign, 
v. zusammen 1135 Schriften über Beerdigung u. Hochzeit fürstlicher wie 
bürgerlicher Personen aus d. J. 1577 — 1813. Die badischen Adreßbücher 
u. Schulschriften sind vorhanden, die Zeitungen in 6970 Bänden gebunden 
u. versendbar. Eine Bibliographie d. Werke ü. d. Fürstenhaus u. badische 
Personen wird ständig auf dem laufenden gehalten. Der Kat. d. Bibl. er- 
schien 1876, 1877, 1886 in 3 Abt. Hierzu als 4. Abt. e. Fachübersicht der 
Jahrgänge v. 1. Oktober 1885 — 1907; e. Übersicht ü. Gesch. u. ihre Hilfs- 
wftn. erschien 1910. Jährliche Zugangsverzeichnisse. Die Handschriften d. 
Großh. Badischen Hof- u. Landesbibl. in Karlsruhe 1 — 5 (bearb. v. A. Holder) 
Karlsr. 1891 ff. 

Kassel. Die Landesbibliothek besitzt folgende handschriftliche 
Sammelwerke: Msc. Hass. fol. 460: Chronik der N. G (d. i. der Namenlosen 
Gft. in Kassel, enth. Mitgliederverz, Aufsätze, Zeitungsausschnitte). — Msc. 
Hass fol. 456: Landau, Collectaneen z. familiären Orts- u. Landesgesch. Ori- 
ginale, Abschriften, Ausg. in alph. Reihenfolge. — Msc. Hass fol. 450: v. Butt- 
lars Collectaneen, die hess. Ritterschaft u. Adel betreffend. Genealogisches 
u. Heraldisches, alph. geordnet. — Msc. Hass. fol. 409 : Barckhuis, Slg. v. hessi- 
schen Wappen, auf Veranlassung des Landgrafen Carl gemalt. — Msc. Hass. 
fol. 363: Akten d. franz. Gemeinde zu Karlshafen. — Msc. Hass. fol. 117 
Schmincke, hist. Collectanea von Städten und Ämtern in Hessen. — Msc. 
Hass. fol. 118: Schmincke, hist. Collectanea v. ehemaligen Klöstern in Hessen. 
— Msc. Hass. fol. 108: Schmincke, Collectanea u. Fragment vom hess. Adel. — 
Msc. Hass. fol. 74: Kalckhoff, Collectanea u. Fragmente v. hessischen Adel. 
Außerdem noch eine große Anzahl v. Kollektaneen. — Msc. Hass. fol. 86: 
Casseler Superintendenten. — Msc. Hass. fol. 88: Marburger Superintendenten. 
Msc. Hass. fol. 90: Inspectoren, Decane. — Msc. Hass. fol. 91: Professoren 
Theologiae Marb. — Msc. Hass. fol. 92 : Professoren Theolog. Rintelienses. — 
Msc. Hass. fol. 94: Professoren jur. Marburg. — Msc. Hass. fol. 99: Professoren 
Philosoph. Marburg. — Msc. Hass. fol. 101: Hess. Casseler Canzler, Räthe. 

Kiel. Universitäts-Bibliothek. Der größere Teil d. einschlägigen 
handschriftl. Materials, das die Bibl. besitzt, ist verzeichnet in H. Ratjen t 



Familiengesch. Matrin. in Bibliotheken: Kiel, Klagenfurt, Köln, Königsberg. 143 

Verz. der Handschriften der Kieler Universitäts-Bibliothek, welche die Herzog- 
tümer Schleswig u. Holstein betreffen. Bd. 1 — 3, Nachtrag. Kiel 1858 — 75. 
Seitdem ist wenig hinzugekommen. Da Ratjen sehr ausführliche Beschreibungen 
gibt u. gute Register hat, kann man leicht finden, ob die gesuchte Familie 
vorkommt. In der Druckschriftenabt. besitzt d. Bibl. außer einer familien- 
geschichtl. Abt. im Kat. f. Schleswig-Holsteinische Gesch. eine Slg. v. Leichen- 
predigten, in der bei den engen Beziehungen der Prov. zu Dänemark auch 
Dänen sehr stark vertreten sind. Andere familiengeschichtliche Schriften 
sind in den „Libri minores Cimbrici" enthalten; darin ist eine Reihe von 
Sammelbänden nach dem Alphabet der Familien geordnet. Die Slg. v. Bild- 
nissen v. Schleswig-Holsteinern treibt die Kieler Historische Landes- 
halle als Spezialität. Vgl. (A. Rosenkranz) Historische Landeshalle für 
Schleswig-Holstein. Kat. der Porträtslg. mit kurzen Biographien. Gruppen- 
bilder Kiel 1903. — Die Prov. unterhält in Kiel eine Landesbibliothek 
z. speziellen Pflege der Literatur ü. d. Prov. R. v. Fischer-Benzon, Kat. d. 
Schleswig-Holsteinischen Landesbibl. Schleswig 1898. Nachtr. 1. ebd. 1907 
(hier eine besondere Unterabt. f. Biographie u. Familiengesch.). 

Klagenfurt. K. K. Studienbibliothek. Sign. 13222— 90 a 72. Verz. 
der protestantischen Prediger in Klagenfurt 1560 — 94. — Sign. 1297 — 13 
h 81. Breve Ragguoglio delle Famiglie piu antiche e piu nobili Romani. 
Hs.; geschrieben 1691—1700. — Sign. 4230— 43 f 8. Hund zu Sultzenmos, 
Triguleus, Bergrisch Stammenbuch. Ingolstadt, bei Adam Sartorius 1598. 
— Ferner eine Reihe genealogischer Aufsätze über kärntische Geschlechter 
in der „Carinthia" (seit 1811). Im Besitze des dortigen Geschichts- 
vereins befinden sich die v. Benediktschen handschriftl. Kollektaneen. 

Köln. Die Stadtbibliothek besitzt, außer einer Reihe von Hand- 
büchern u. Nachschlagewerken, mehrere hundert meist ältere Druckschriften 
aus d. Bereiche d. genealogischen, sphragistischen u. heraldischen Literatur. 
Bs. gepflegt werden auf diesen Gebieten die als Unterabt. der großen Haupt- 
gruppe „Geschichte und Landeskunde der Rheinprovinz" angelegten Spezial- 
slgn., gegenwärtig rund 180 Nummern, darunter zahlreiche seltene Privat- 
drucke. Die hierher gehörigen bis 1907 erschienenen Druckschriften sind 
übersichtlich verzeichnet in dem Werke : Kat. d. Stadtbibl. in Köln. Abt. Rh. 
Geschichte u. Landesku. d. Rheinprov. Bd. IL Köln 1907 S. 1 — 15. Nachtr. 
werden in den Handexemplaren der Stadtbibl. handschriftlich eingetragen. 
Druckschriften werden auf schriftliches Gesuch leihweise versandt, Selten- 
heiten u. bs. wertvolle Stücke nur an öffentl. Bibliotheken z. Benutzung in 
deren Amtsräumen. Einschlagendes Material wird fortgesetzt u. planmäßig 
gesammelt. Vgl. Adolf Keysser, Die Rheinische Landesliteratur. Denkschr. 
ü. d. Sammeln v. Drucksachen z. Gesch. u. Landesk. d. Rheinprov. Köln 
1907. Gesammelt werden unter anderen auch Stammbäume, Familien- 
geschichten, Biographien, Nekrologe u. Totenzettel. Die Slg. v. Totenzetteln 
ist reichhaltig. 

Königsberg i. Pr. In der seit kurzem mit d. Kgl. u. Universitäts-Bibl. 
vereinigten gräflich Wallenrodtschen Bibl. befindet sich die Genealog. Slg. 



144 Familiengesch. Matrin. in Bibliotheken: Königsberg, Leipzig, Linköping, Lübeck. 

des 1753 verstorbenen Hofgerichtsadvokaten Chr. Rabe mit Stammtafeln, 
Wappen u. anderen Nachrichten ü. ca. 500 alte preußische Adelsfamilien. — 
A. Seraphim u. P. Rhode, Handschriften-Katalog d. Stadtbibliothek. 
Königsberg 1909. 

Leipzig. Die Universitätsbibliothek besitzt e. Ex-libris-Slg. u. e. 
Menge Leichenpredigten, aber nicht als Slg., sondern sie sind einzeln kata- 
logisiert, die beiden Kataloge Familiae nobiles und Familiae civiles vergrößern 
die entsprechende gedruckte Literatur. Vgl. auch: Katalog der Handschriften 
der Universitätsbibl. zu Leipzig. Leipzig 1898 ff. — In der Bibliothek des 
Kgl. Sachs. Instituts für Kultur- u. Universalgeschichte ist eine vom 
Ersten Assistenten des Instituts Dr. Arthur Köhler zusammengebrachte u. 
deponierte Briefsammlung vorhanden. Aus dieser Sammlung entstand die 
Veröffentlichung: Otto von Wedeil und Clementine von der Goltz. Briefe 
eines Deutschen Offiziers an seine Braut aus den Jahren 1799 u. 1800 mit 
biographischer Einleitung u. zeitgeschichtl. Erläuterungen. Hrsg. v. Arthur 
Köhler. Leipzig 1911. Ferner entstand aus dem umfangreichen Briefwechsel 
Lutteroth -von Legat folgende Briefveröffentlichung: Preußens Fall und Tief- 
stand in den Jahren 1806 — 1807. Briefnotizen, ausgewählt und erläutert von 
Dr. Köhler. Zeiten und Völker, Jahrgang 1912, S. 66 ff. u. 109 ff. Außerdem 
befindet sich im Institut eine aus dem Archiv des früheren Verlegers Wilhelm 
Friedrich stammende Briefsammlung. Sie enthält etwa 30 000 Briefe und 
Manuskripte von Schriftstellern, die sich in den 80er und 90er Jahren um 
die von M. G. Conrad gegründete Gesellschaft geschart hatten, fast das ganze 
Archiv des genannten Verlags. Mit Rücksicht auf etwa noch bestehende Ur- 
heberrechte müssen jedoch diese Briefe für längere Zeit von jeder Veröffent- 
lichung oder schriftstellerischen Benutzung ausgeschlossen bleiben, werden 
jedoch nach Öffnung des Archivs später einmal ohne Zweifel eine reiche 
Ausbeute für familiengeschichtliche Forschung bilden. — Stadtbibliothek: 
Reichhaltige Sign, zu d. Gesch. einzelner Leipziger Familien. Bs. reichhaltig 
ist das genealogische Manuskript von J. J. Vogel. Vereinzeltes über die 
Familien anderer sächsischer Städte. Über nichtsächsische Familien ist wenig 
vorhanden. Die Bestände sind katalogisiert. — Die Pädagogische Zentral- 
bibliothek, Leipzig, Schenkendorfstr. 34, enthält eine Slg. von 35 — 40 000 
Programmen. Vgl. oben S. 77 ff. u. Devrient, E,. Schulberichte als genealogische 
Quellen, FB IX, 1911, S. 2. 

Linköping in Schweden. Die Stifts- oder Läroverksbibliotek enthält 
e. Slg. handschriftlicher „Biographica". 

Lübeck. Stadtbibliothek. Druckwerke: Memoriae Lubecenses, sive 
Biographiae consulum, senatorum, pastorum, medicorum etc. [1668—1790]. 
2 Sammelbände. Lub. fol. 1720, 1721. — Scripta Lubecensia funebria [Lebens- 
läufe 1649— 1797]. 5 Sammelbände. Lub. fol. 1722— 1726. — Slg. v. Lebens- 
läufen, Hochzeits- u. Trauergedichten [1690 — 1800]. In Mappen. — B. Mid- 
dendorpfs, Eines edlen, hoch- und wohlweisen Rates Linie, 1669. Lub. fol. 
4270. — Verz. v. denen Adelichen Familien der Zirkel-Gesellschaft in Lübek. 
Lübeck. Schmalhertz 1689. Lub. 4°, 1750. — G. W. Dittmer, Genealogische 



Familiengesch. Matrin. in Bibliotheken: Lübeck, Mainz, Metz, München. 145 

u. biographische Nachrichten über Lübeckische Familien aus älterer Zeit. 
Lübeck 1859. Lub. 8°, 1760. — Handschriften: Jacob v. Melle, Familiarum 
Lubecensium clariorum Syntagma. 4° [um 1740]. — Joh. Hermann Schnobel, 
Collectio inscriptionum, quae adhuc Lubecae in epitaphiis, sacellis ac lapidi- 
bus sepulcralibus templorum leguntur. 8° [um 1780]. — [Joh. Herrn. Schnobel] 
Genealogie der Geschlechter in der Stadt Lübeck, nebst Matrikel u. Nach- 
richten. 4° [um 1770]. — Über d. Circul- od. Junkern-Compagnie. — Herrn. 
Schröder, Lübeckische Familien. Fol. 1827. — G.P.Schmidt, Lübeckische 
Genealogie. Fol. [um 1840]. — Verschiedene Ratslinien (Verzeichnisse der 
Ratsherrn) mit gemalten Wappen, Fol. 

Mainz. Die Stadtbibliothek besitzt unter anderen eine sehr große 
Zahl v. gedruckten Personalschriften, welche Glieder fürstlicher, adliger u. 
bürgerlicher Familien (z. B. der Pfalzgrafen bei Rhein, der Grafen v. Schön- 
born, der Freiherren v. Hütten, v. Buseck, v. Buttlar, der Varrentrapp) be- 
treffen. Sie entstammen dem 17. und 18. Jht. Die wichtigste Quelle für 
die zweite Hälfte des 18. u. d. Anfang d. 19. Jht., welche die Stadtbibliothek be- 
sitzt, ist die aus 4 Bänden bestehende Slg. [Etat des Services des fonction- 
naires . . .] der, auf Formularbogen gemachten, biographischen Selbstangaben, 
die der Commissaire du Gouvernement dans les nouveaux departements de 
la Rive gauche du Rhin im Jahre VIII der französischen Republik hat ausstellen 
lassen. — Sehr viele Einzelheiten besitzt die Bibliothek zur Geschichte der 
Familie v. Dalberg. 

Metz. Stadtbibliothek. Besonders wichtig für die familiengeschicht- 
lichen Studien sind folgende Handschriften: (Fonds Messin) Msc. 106 — 108. 
Observations seculaires de Paul Ferry (Genealogie). — Msc. 111. Miscellanea, 
par Paul Ferry (Genealogie, Heraldik). — Msc. 1 53. Memoires sur Metz, par 
D. Seb. Dieudonne (Nekrolog verschiedener geistlicher Orden). — Msc. 
155. Memoires sur Metz, Z.V. (Einige histor. Notizen über Familien.) — 
Msc. 159 u. Msc. 160. Memoires sur Metz. III. IV. (Epitaphien u. Heraldik.) 

— Msc. 162. Extrait de chroniques, etc. (Heraldik.) — Msc. 164. Recueil de 
pieces historiques. (Sphragistik.) — Msc. 166 — 167. Recueil de notes. (Genea- 
logie.) — • Msc. 180. Lettres de convenances ou engagements militaires. — 
Msc. 185. Necrologe de l'höpital St. Nicolas. — Msc. 204 — 210. Genealogie, 
armoiries. — Msc. 211 — 214. Sceaux et armoiries. — Msc. 215 — 217. Epi- 
taphes et inscriptions, armoiries. — Ferner folgende Handschr. aus der Biblio- 
thek des Barons de Salis: 2. (1148) Nobiliaire de Lorraine, par Dom. Pelletier. 

— 6. (1152) Nobiliaire de Lorraine, par Didier Richier, dit Clermont. — 
10. (1156) Necrologe du Saint-Mont. — 28. (1174) Necrologium Sancti 
Petri Montis. Ferner: Msc. 1128. Genealogie de la famille Le Payen. — 
Msc. 1145 — 1146. Nobiliaire de Lorraine. (Kurze Notizen. Heraldik.) 

München. Kgl. Hof- u. Staatsbibliothek. Alphabet. Katalog über 
den ganzen Bestand der Bibl. in 67 Bdn. u. von 1840 an auf Zetteln. Histo- 
rische Spezialkataloge. Sammlungen von Hartmann Schedel, Joh. Alb.Widman- 
stad, Joh. Jak. Fugger, J. H. Hörwart, Wig. Hund, J. G. v. Werdenstein, Petrus 
Victorius aus Florenz. Einverleibt u. a. der größte Teil der Mannheimer Hof- 

Heydenreich, Handbuch der praktischen Genealogie I. ]0 



146 Familiengesch. Matrin. in Bibliotheken: München, Paris. 

bibliothek mit der Camerarischen Hds.- u. Autographenslg. Vgl. oben S. 2 
Handschriftliche Nachlässe u. Kollektaneen von B. J. Docen, Fr. J. v. Klöckel, 
J. A. Schindler, J. H. Voss. — Handschriftliches Grabsteinbuch Bischof Franz 
Eckers von Freising (f 1727). — Pflichtexemplare von allen in Bayern er- 
scheinenden Werken u. Ztschr. — Kgl. Universitätsbibliothek. Spezial- 
kataloge für Porträts u. Biographien. Einverleibt die Privatbibliotheken von 
Joh. Egolph v. Knöringen, Sim. Thadd. Eck, Rud. Clenck, Mart. Eisengrein u. a. 
— Die Bilderchronik der Kgl. Haupt- u. Residenzstadt München 
(Mail linger-Slg.), St. Jakobsplatz 1, enthält Monacensia vom 15. Jht. ab, bs. 
Porträts u. Autographen. — Die Bibliothek desErzbi schöfl. Metropolita n- 
kapitelsMünchen-Freising enthält u. a. die Slg. von Joh. Evang. Ruedorfer, 
v. Domkap. Lorenz v.Westenrieder, Domdech. Jos. v. Heckenstaller, Dompr. Dr. 
Mart. v. Deutinger, Hofr. Hoheneicher u. große hdschr. Slg. v. Frisingensia. 
Paris. Nationalbibliothek. Die Handschriftenslg. d. NationalbibL 
besitzt vortreffliche Kataloge. Die meisten derselben sind publiziert, doch 
weisen noch nicht alle Reg. auf. Ein Verz. d. f. deutsche Gesch. in Be- 
tracht kommenden Kataloge hat K n i p p i n g veröffentlicht (Mtlg. d. K. 
Preuß. Archivverw., H. 8, 1904). Ein Verz. aller gedruckten Handschriften- 
kataloge gibt L. Delisle, Catalogue des manuscrits francais. Tome V 
(Ancien fonds No. 5526—6170) 1902 S. XIVff. u. in d. Bibliotheque de 
l'Ecole des chartes LXIV (1903) S. 69 ff. Von Einzelheiten seien bemerkt 
die handschriftlichen Genealogies des maisons de Cleves, Gueldre, Juliers 
et Mons par les freres de Sainte-Marthe (fonds francais No. 20202). Genea- 
logien der Grafen von Altena, Mark und von Cleve in den Papieren 
des Historikers Mezeray saec. XVII (fonds francais No. 20780, fol. 233ff.), 
Wappenslg. saec. XVI mit blasons colories des chanoines de Cologne 1569 
(ebd. No. 22485, fol. 1), e. Slg. v. Wappen u. Porträts verschiedener Mit- 
glieder des Hauses Cleve saec. XVI— XVII (ebd. No. 24182—24183), Slg. 
v. Wappen d. Deutschordensritter u. deutscher Stiftsherren saec. XVII. (ebd. 
No. 31778, fol. 19 Marienstift Aachen; fol. 39 Domstift Köln; fol. 58 Stift 
Essen); e. Wappenslg. d. 17. u. 18. Jht. (ebd. No. 31996; fol. 167: Armes de 
notables bourgeois de la ville de Cologne). Ferner e. Slg. v. kurkölnischen 
Lehnsprozessen (fonds Allemand No. 2). Vgl. G. Hu et, Catalogue des 
manuscrits Allemands de la Bibliotheque Nationale. Paris 1895. — In der 
Bibliotheque municipale du XVI« arrondissement de Paris befindet 
sich e. Autographenslg. berühmter Männer des 15., 16. u. 17. Jht., ferner sol- 
cher des 18. u. 19. Jht. Ferner: habitants notables d'Auteuil 18. u. 19. Jht. 
u. aus derselben Zeit habitants notables de Passy. Unter den Handschriften 
de la faculte de medecine de Paris ist bemerkenswert „Liste funebre 
des chirurgiens de Paris, qui sont morts depuis l'annee 1315 jusqu'ä l'annee 
1722". Unter den manuscrits des archives de l'assistance publique 
befinden sich Testamente 1644—1783 u. „registres des fondations faites en. 
faveur de l'Hötel-Dieu et chargees d'etudes, de mariages et d'apprentis- 
sages« (1703—1792). — Vgl. Catalogue general des manuscrits des biblio- 
theques publiques de France. Paris. Tome I. Paris, librairie Plön 1909. 



Familiengesch. Matrin. in Bibliotheken: Prag, Regensburg, Reims, Rom, Rostock. 147 

Prag. Die K. K. Universitätsbibliothek enthält außer Büchern auch 
zahlreiche Urkunden u. Handschriften sowie handschriftliche Regesten und 
alph. Reg. zu diesen Urkunden. Das Manuskript XVII A8 aus d. J. 1625 
enthält 168 Wappen. In der hdschr. Beschr. des Konstanzer Konzils v. 
Ulrich v. Riechental befindet sich ebenfalls heraldisches Material. 

Regensburg. Die Kreisbibliothek enthält zahlreiche genealogische 
Werke. Beispielsweise seien erwähnt: Genealogies historiques des rois. 4 vols. 
Paris 1736/38. — Hoffmann, G. F., Über die Wappenschildhalter. Tübingen 
1779. — Pregitzer, J. U, Wirttembergischer Cedernbaum od. Genealogie 
des Hauses Wirttemberg. Stuttgart 1734. — Rudolphi, J. A., Heraldica 
curiosa. Mit Kupfern. Nürnberg 1698. Drs., Neue vermehrte Heraldica 
curiosa. Frankf. u. Lpg. 1718. — Seifert, Joh., Thurniermäßige Geschlechter. 
Regensburg 1716; drs., Geneal. Tabelle versch. Hsr. Rgsbg. 1725; drs., 
Stammtafeln gelehrter Leute. Rgsb. 1717; drs., Hochadlige Stammtafeln. 
Rgsbg. 1721; drs., Ahnentafeln, 5 Tle. Rgsbg. 1716; drs., Hoher Familien 
hist. u. geneal. Beschr. 7 Bde. Regensburg 1707 — 26. — Sommerus, F. W., 
Genealogia ducum Silesiae. Breslau 1724. — Tables geneal. des maisons 
d'Autriche et de Lorraine. Paris 1770. — Tablettes de tous les ministres 
des cours de PEurope. Amsterd. 1728. 

Reims. Unter den manuscrits de la bibliotheque de Reims ist familien- 
geschichtlich e. Slg. v. Genealogien und Grabinschriften zu bemerken, die 
sich in den „melanges biographiques et genealogiques" befinden, e. genea- 
logie de la famille Colbert, d'oü est sorti le grand Colbert (Jean-Baptiste), 
ministre sous Louis XIV, depuis 1479", ein nobiliaire de Champagne, 
ferner „recueil d'armoiries des Chevaliers de l'ordre du Saint-Esprit, depuis 
son institution par Henry 3 en 1578 continuee sous Henry 4 et Louis 13, avec 
un abrege manuscrit de leurs vies, alliances et genealogies, tire des plus 
celebres autheurs". Dazu „Dissertation sur les anciennes sepultures rhenoises 
et description de tous les cimetieres anciens et nouveaux, avec les epitaphes 
les plus curieux". Zahlreiche Listen hoher u. niederer Kleriker v. Reims. 
Listen der capitaines de la ville u. der lieutenants des habitants. Vgl. Cata- 
logue general des manuscrits des bibliotheques publiques de France. Departe- 
ments tome XXXIX 1906. Hier S. 1073 Verz. d. reichen Autographensammlung. 
Rom. Die Bibliothek der R. Accademia dei Lincei enthält unter 
den Mss. Corsiniani: Pirro Ligorio, Notizie e memorie di famiglie romane e 
fiorentine disposte per ordine di alfabete in 3 voll. — Arme miniate di 
pontefici cardinali Napoletani, famiglie Napoletane, famiglie pisane, famiglie 
nobili diverse d'Italia e oltramontane. — Armi di famigli diverse sovrane e 
private del l'Europa. 

Rostock. Die Universitätsbibliothek besitzt große Mengen familien- 
geschichtl. Materials. Das meiste ist unkatalogisiert. Alles, was mecklen- 
burgische Familien betrifft, ist alph. geordnet u. füllt e. lange Reihe v. Folio- 
Kapseln. Die mecklenburgischen Funeralien belaufen sich auf zirka 5000 Stück. 
Ein Verz. der mecklenburgischen Personalien in der Art v. Langes Vitae 
Pomeranorum ist geplant. Über d. Landes-Bibliothek orientiert: Kat. der 

10* 



1 48 Familiengesch. Matrin. in ßiblioth. : Salzburg, St.Gallen, Stralsund, Straßburg, Stuttgart. 

Landes-Bibl. — Bibl. d. Mecklenb. Ritter- u. Landschaft — zu Rostock, be- 
arbeitet v. F. H. Dunckelmann, Tl. I. Mecklenburgica, Rostock 1905. Tl. II. 
Rostock 1909. Unter den Manuskripten dieser Bibl. sind die vom Landrat 
H. A. v. Plüskow auf Trechow verfaßten Verzeichnisse der Einwohner u. 
ihrer Steuerbeträge u. die v. demselben angelegten Listen v. adeligen Familien 
bemerkenswert, ferner Bestallungen der Deputierten z. Engeren Ausschusse, 
der Kloster-Hauptleute u. -Provisoren, der Syndici, der Landes-Bedienten usw. 
aus d. J. 1659 — 1722. Dazu kommt e. Anzahl V.Katastern, von denen z.B. 
das „Alphabetische Landes-Cataster" von 1772 e. Verz. aller adeligen Land- 
Begüterten enthält. Hierzu kommt e. Siegeisig, aus dem 1 8. Jht. Unter den 
Druckwerken ist e. Slg. ü. d. Ritterschaft u. d. eingeborenen Adel auch v. 
familiengeschichtl. Interesse. Reichhaltig ist auch die Slg. ü. Familienfidei- 
kommisse, die vom Präsidenten des Oberlandesgerichts Freiherrn v. Maltzan 
der Landes-Bibliothek geschenkt wurde, sowie die Abt. v. Druckwerken ü. 
Adels- u. Familiengesch. D. Slg. französischer Memoiren werke enthält manche 
Seltenheit, ebenso die Abt. ü. d. Genealogie der Mecklenburgischen Fürsten. 

Salzburg. K. K. öffentliche Studienbibliothek. Manuskriptenabt. 
umfassend 1300 Werke mit 1172 Vol., von denen 900 geschichtlichen In- 
haltes: 37 Vol. Chroniken. 223 Vol. Akten u. Urk. über die Benedictiner- 
Univ. Salzburg, 17. — 19. Jht. 50 Vol. Personalakten 16.— 19. Jht. Autographen. 
Briefe. Burkhardt, Handb. der Archive 2 , 193. 

Satict Gallen. Stadtbibliothek (Vadiana). Die genealogischen u. 
sonstigen Sign, aus dem Nachlaß v. Georg Leonh. u. Dan. Wilh. Hartmann, 
insbs. die stadt-sanctgallischen Wappenbücher beider u. e. Slg. st.-gallischer 
Wappen in schönster Ausführung vom Sohn (Dan. Wilh.). Dazu e. Abschrift 
d. im Stadtarchiv verwahrten Stemmatologia Sangallensis. F. Geschl., die 
der Stadt St. Gallen angehören, ist also hier meistens, dagegen f. solche aus 
d. Landschaft nur ausnahmsweise Ausk. zu finden. 

Stralsund. In der Ratsbibliothek stemmata Strudensium von Alb. 
Dinnies, d. i. e. handschriftl. Slg. von Stammtafeln von 230 Stralsunder Familien. 

Straßburg. In der Kaiserlichen Universitäts- und Landes- 
Bibliothek ist von familiengeschichtlichen Sammlungen lediglich der Brief- 
wechsel des Grafen Gobineau mit seiner Familie vorhanden. Im übrigen 
vgl. A. Barack, Elsaß-Lothringische Handschriften u. Handzeichnungen. (Kata- 
log d. Univ.- u. Landesbibl. in Straßburg). Straßburg 1895. — Über die 
Stadtbibliothek vgl. R. Reuß, Les manuscrits Alsatiques de la biblio- 
theque de la ville de Strasbourg (Rev. d'Alsace N. 5. 11). » j 

Stuttgart. Die Königliche Landesbibliothek besitzt Joh. Friedr. 
Blum's genealog. Slg. württemb. Familien (alph. geordnet), 40 Bde. mit 
mehr als 3250 Familien, cod. hist. O. 65, Belege dazu cod. hist. fol. 591/593. 
— Em. Leop. Keller's genealog. Notizen über württemb. Familien. 10 Kapseln. 
Cod. hist. Q 286, dazu; Belege cod. hist. fol. 727. — Friedr. Wilh. From- 
mann's Wappenkollektion, 33 Foliobände, meist mit gemalten Wappen. — 
Handschriften der Kgl. Bibliothek zu Stuttgart. Abt. 1. Die historischen 
Handschriften Bd. 1. 2. Stuttgart 1889 ff. 



Familiengesch. Matrin. in Bibliotheken: Turin, Ulm, Weimar, Wien. 149 

Turin. Die „Bibliotheca nazionale di Torino" besitzt v. ihren zahl- 
reichen genealog. u. herald. Werken, sowie solcher ü. d. Ritterorden einen 
alten Kat. Die neuesten Erwerbungen v. genealog. Werken sind im General- 
Kat. u. im Kat. nach Stichworten verzeichnet. 

Ulm. Stadtbibliothek. 1. Eine große, vor einigen Jahren begründete 
Personalienabt. (Leichenpredigten, Hochzeitsgedichte, Diplome u. a.), alph. 
nach Familien geordnet. — 2. In der Handschriftenabt. einige Handschr. ü. 
Ulmer Patrizierfamilien. — 3. Eine von Dr. A. Löckle angelegte, noch nicht 
abgeschlossene Wappenslg. — 4. Eine aus älterer Zeit stammende, gegen- 
wärtig noch völlig ungeordnete Siegeisig. — 5. Eine Anzahl jüngerer Stempel 
(Stadt- u. Zunftstempel; ältere Stempel befinden sich im Ulmer Gewerbemus.). 

— 6. Porträtslg. ; soweit Ulmer betreffend, alph. geordnet (der ziemlich um- 
fangreiche Rest gegenwärtig noch ganz ungeordnet). — 7. Familienchroniken 
im eigentlichen Sinne besitzt die Stadt Ulm nicht; dagegen finden sich in 
Ulm gelegentliche Einträge in handschriftl. Chroniken aus mittelalterlicher 
Zeit, die einen ähnlichen Charakter tragen, aber ziemlich unwesentlich sind. 

— 8. 18 Stammbücher. 

Weimar. Großherzogliche Bibliothek. Wappen der in d. Palmen- 
orden Aufgenommenen (F219b). Hortleders sächsisches Wappenbuch (Q 332, 
Q 396). Sächsisches Wappenbuch (Q 316). Schumanns Slg. ü. 35 Adels- 
geschlechter Thüringens (Q 303). Über die große Sammlung von Stamm- 
büchern vgl. Bd. II unter: Stammbücher (VJH 1901). Wir nennen beispiels- 
weise die Stammbücher von v. Trüffel, David Wirsing, Gr. Delmenhorst, 
Weiße, v. Beulwitz, Hans Christoph Voith, v. Neidhardt, v. Knörring, v. Dien- 
heim, v. Pfinzing, Baumgarten, Sebald Welser, Saubert, Joh. Jakob Benz. 

Wien. Den im gedruckten Kat. v. 1890 verzeichneten Sign, der herald. 
Gft. „Adler" in Wien sind folgende Stücke zugewachsen : 1. Brünner Toten- 
buch (Adel) v. 1771 — 1890, ausgezogen aus der amtl. „Brünner Zeitung" 
v. Hans Welzl, Konservator des mähr. Landesmuseums. Ms. 1 H. 4°. — 
2. Adeliger Hausbesitz in Brunn v. 14. — 20. Jht. (1902) nach Losungs- 
registern u. Schematismen zusammengestellt v. Hans Welzl. Ms. 2 Hefte 
4°. — 3. Quellen zu einer mähr. Adelsbiographie nach Autoren alph. 
zusammengestellt (bis mit 1898) v. Hans Welzl. Ms. 2 Hefte 4°. — 
4. Quellen zu Biographien mähr. Adeliger. Nach Familien alph. ge- 
ordnetes Verz. einschlägiger gedruckter und ungedruckter Quellen verfaßt 
(1898) v. Hans Welzl. Ms. 3 Hefte 4°. — 5. Quellen zu einer Gesch. 
der Kunst u. des Kunstgewerbes in Mähren. Literaturangaben aus- 
schließlich ü. adelige Künstler — auch Dilettanten — u. nach diesen alph. 
geordnet v. Hans Welzl. Ms. 1 H. 4°. — 6. Wanderungen neben d. 
Gräbern der Friedhöfe von Prag u. Umgebung, Krems u. Stein in 
Nieder-Osterreich, Gries u. Triest in Tirol u. Schandau in Sachsen 
mit Grabschriften adeliger u. nichtadeliger Personen aufgenommen v. Fer- 
dinand Fillunger-Battaglia. Ms. 1 Bd. fol. — 7. Wappenbuch der 
Pröpste des Stiftes Klosterneuburg zusammengestellt v. Alfred Gren- 
ser (t 17. April 1891). 1 Heft 4°. — 8. Von den Friedhöfen Wiens. 



150 Familiengesch. Matrin. in Bibliotheken: Wolfenbüttel, Würzburg, Zürich. Anhang. 

Wappenskizzen u. Inschriften v. Grabsteinen Adeliger, aufgenommen v. Al- 
fred Grenser. Ms. 4 Hefte 4°. — 9. Wappenbuch der Stadt Trau in 
Dalmatien. In Skizzen gezeichnet u. mit hist.-genealog. Text nach Heyers 
Kopie versehen v. Alfred Grenser (1866). Ms. 1 Heft 4°. — 10. Zunft- 
wappen. Berichtigungen u. Nachträge zu einer etwaigen 2. Afl. v. Alfred 
Grenser. Ms. H. gr. 4°. — 11. Grabschriften v. adeligen Personen 
auf mehreren Wiener Friedhöfen (bis inkl. 1880) aufgenommen v. Josef 
Maria Kaiser (f 6. Mai 1893) auf Zetteln nach Friedhöfen u. innerhalb 
dieser alph. geordnet. — 12. Sammlung von 700 Wappensiegeln böhmischer 
Provenienz. Angelegt u. gewidmet v. Ferdinand Fillunger-Battaglia in Prag. 

Wolfenbüttel. Herzoglich Braunschweig.-Lüneburgische Biblio- 
thek. Unter d. Handschr. befindet sich auch J. Fr. Pfeffinger Collectio Ge- 
nealogica in 12 Bänden ü. adlige Geschl., wobei die v. Bülow allein Band VIII 
bis XI, die von Heimburg Band XII in Anspruch nehmen. Stammbücher 
von Erhard Reding, Philipp v. Heinhofer, Julius v. Sachs, Jobst v. Boms- 
dorff, Gr. Jobst v. Barby. O. v. Heinemann, Die Handschriften d. herzogl. 
Bibl. zu Wolfenbüttel. Bd. 1—8. Wolfenbüttel 1884 ff. 

Würzburg. K. Universitäts-Bibliothek. Besitzt an familiengeschicht- 
lichen Handschriften: 1. Joannis Wolfgangi Fabricii (s. XVII), Familiarum 
nobilium secundum ordinem alphabeti I» pars (270 Bll., hauptsächlich kurze 
Ausz. aus d. Würzburgischen Lehenhof-Protokollen). Signatur: M. eh. f. 57/1. 
— 2. Joannes Wolfgangi Fabricii (s. XVII), Familiarum nobilium secundum 
ordinem alphabeti III a pars. (159 Bll.). Signatur: M. eh. f. 57/11. — 3. Frän- 
kische Ehebriefe u. Familienverträge (s. XV. — XVII.). 676 Bll. Signatur: 
M. eh. f. 89. — 4. Repertorium ü. Lehen, Lehen-Revers u. Lehenmachung des 
Hochstifts Würzburg (s. XVI). 479 Bll. Signatur: M. eh. f. 103. — 5. Ma- 
terialien z. Gesch. der Reichsritterschaft in Franken (s. XVI. — XIX.) 378 Bll. 
Signatur: M. eh. f. 592. 

Zürich. Die Stadtbibliothek verwahrt die Familienarchive der Zü- 
richer Familien Hirzel, v. Wyss, Lavater, Escher u. Ziegler. 



Anhang. 

1. Literatur über Siegelkunde. 1 ) 

Albrecht, Jos., Die Münzen, Siegel u. Wappen des fürstl. Gesamthauses Hohen- 
lohe-Oehringen. 1865. 

Baumann, Siegelbittzeugen in den Urkunden des Stiftes Kempen, AZ NF 7. 

B eissei, Aus d. Gesch. d. deutschen Siegel, „Stimmen aus Maria-Laach". Freiburg 
1890, 6. H. 

Blanchet, Adrien, Sigillographie frangaise. Paris 1902. 

Breßlau, Berichte in den Jahresber. der Geschichtswft., hrsg. im Auftr. d. histor. 
Gsft. zu Berlin, seit dem zweiten Bande (Berlin 1879). — Drs., D. Siegel d. deutschen 
Könige u. Kaiser aus d. Salischen Periode, NA 6. — Drs., Über Elektensiegel, HV 1900. 



x ) Freiherr von B er ehern in München, der auch eine Slg. v. etwa 6000 Adels- 
siegeln besitzt, arbeitet an einer Bibliographie der gesamten deutschen Siegelliteratur. 



Literatur über Siegelkunde. 151 

Brose, F., Siegel d. Berliner Urkunden des Geheimen Staatsarchivs. (Nicht im 
Handel). 1877. 

Chassant, A., et Delbarre, P.J., Dictionnaire de sigillographie pratique. Paris 1860. 

Dassel, O. v., Beiträge zur niedersächsischen Siegel- u. Personenkunde. FBAB 4. 

Demay, G., Inventaire des Sceaux de la Flandre. Tome I, II. Paris 1863. Drs., 
Inventaire des Sceaux de l'Artois et de la Picardie. Paris 1877. Drs., Inventaire des 
Sceaux de la Normandie. Paris 1881. Drs., La Paleographie des sceaux. Paris 1881. 

Diekamp, Sphragistisches, WZ 5, 270 ff. 

Dony, Monographie des sceaux de Verdun. Eveques. Verdun, Laurent 1890. 

Dudik, Sphragistik Mährens nach Siegeln der Bischöfe von Olmütz u. der mähri- 
schen Markgrafen, Mtlg. des K. K. österr. Mus. f. Kunst u. Industrie Nr. 94, wurde ab- 
gedruckt JAW 1873. 

Dufour et Rabat, Sigillographie de la Savoie. Turin, Löscher 1882. (Separat- 
abdruck aus den Memorie della R. Academia delle Scienze di Torino). 

Endrulat, B., Niederrheinische Städtesiegel des 12. bis 16. Jhts. Düsseldorf 1882. 

Engel, Recherches sur la numismatique et la sigillographie des Normands de 
Sicile et d'Italie. 1882. 

Engel, B., Die mittelalterlichen Siegel des Thorner Ratsarchivs. T. I. Ordensbeamte 
u. Städte. Thorn 1894. T. II. D. mittelalterl. Siegel d. Fürsten u. Geistlichkeit u. d. poln. 
Adels. Danzig 1902. 

Ewald, W., Siegel der Erzbischöfe von Köln 948—1795. Bonn 1905 (= Rheinische 
Siegel Bd. 1); Drs., Siegel der Erzbischöfe V.Trier, ebd. 1910 (= Rhein. S. Bd. 2); 
vgl. Drs., Die Siegel des Erzbischofs Anno IL von Köln, WZ 24. Die Siegel d. Grafen 
u. Herzoge v. Kleve, in Alfred Herrmann, Beitr. z. Gesch. d. Herzogtums Kleve 
(=Veröff. d. histor. Vereins für den Niederrhein II). Köln 1909, S. 276 ff . 

de Farcy, Sigillographie de la Normandie. Caen 1876. 

Feuereisen, Arnold, Geschichte des Siegels der Stadt Dorpat. Aus dem Nachlaß 
des weil. Stadtarchivars H. Lichtenstein. Dorpat 1907. 

Foltz, K., D. Siegel d. deutschen Könige u. Kaiser aus d. sächs. Hause, NA 3. 

Geib, Die Siegel deutscher Könige und Kaiser von Karl dem Großen bis Fried- 
rich I. im Allgemeinen Kgl. Bayer. Reichsarchiv, AZ NF 2, 3. 

Gercken, Anm.ü.d. Siegel z. Nutzen d.Diplomatik. Augsburgl781. 2.T. Stendall786. 

Glafey, Ad. Frid., Specimen decadum sigillorum complexum. Lpz. 1749. 

Graf, J. B., Siegelmäßigkeit in Bayern, OBA 3. 

Grotefend, Herrn., Über Sphragistik. Breslau 1875. 

Gümbel, Beiträge zur pfälzischen Sphragistik in: „Das Bayerland", 14. Jahrg., 1903. 

Günther, Das Siegelrecht des MA, erläutert aus d. Formeln, welche die sogenannte 
Siegelkarenz bezeichnen. Lateinische Dissertation. Leipzig 1813, übers, v. Dr. K. L. 1870. 

Hafner, A., Amtl. Siegel d. Stadt Winterthur i. Neujahrsbl. der Bürger- (Stadt-) 
bibliotheken zu Winterthur 1883. 

Hanthaler, Recensus diplomatico-genealogicus archivii Campiliensis. 2 Bde. mit 
49 Siegeltafeln. Wien 1819—1820 Fol. Vgl. Tangl, MIÖG 19, 1 ff., vgl. Reg. 

Hauviller, Die Erhaltung der Siegel, ihre Bedeutung f.d. histor. Hilfswftn., ihr 
kunst- und kulturgeschichtl. Wert, Metz 1910; Drs., Was bedeuten Sign. v. Siegel- 
abgüssen f. unsere Archive? KGV 1909, 463. Vgl. VJH 1910. 

Heffner, Fränkisch -Würzburgische Siegel. Würzburg 1872. 

Heffner, Die deutschen Kaiser- u. Königssiegel nebst denen der Kaiserinnen, 
Königinnen und Reichsverweser. Würzburg 1875. 

Hegi, Fried r., Bastardsiegel Montfort u. Hewen im Staatsarchiv Luzern. Schweizer 
Arch. f. Heraldik 1909. 

Heineccius, J. M., De veteribus Germanorum aliarumque nationum sigillis, 
Francof. et Lips. 1709. Neue Afl. das. 1719. 

Heinemann, Otto v., Die älteren Siegel des Anhaltischen Fürstenhauses. Bern- 
burg 1867 (Festschr. z. 50 jähr. Jubiläum d. Herzogs Leopold Friedrich). 

Heyck, Ed., Urkunden, Siegel u.Wappen d. Herzöge v.Zähringen. Freiburg i.B. 1892. 



^52 Literatur über Siegelkunde. 

Hildebrand, BrorEmil, Svenska Sigiller f ran medeltiden. Stockholm 1867. 2 Bde. 

Hohenlohe-Waldenburg, F. K. Fürst zu, Sphragistisches Album. Mittelalterl. 
Siegel gegenwärtig noch blühender Geschl. d. deutschen hohen Adels. 4 H. Stuttgart 
u. Frankf. 1859 ff. Drs., Slg. interessanter mittelalterlicher Frauensiegel. Stuttgart 1861. 
Drs., Die Siegel d. Pfalzgrafen v. Tübingen. Stuttgart 1862. Drs., Das heraldische 
Pelzwerk. 1867. Drs., Ü. d. Gebrauch der Helm-Zierden im MA. Stuttgart 1868. 
Drs., Z. Gesch. d. heraldischen Doppeladlers. Stuttgart 1871. Drs., Verkehrt stehende 
Inschriften auf mittelalterlichen Siegeln, Münzen u. Denkm., ZAW 3. Drs., Über die 
gemeinschaftl. Siegel, AZ 8. Drs., Mein sphragistisches System z. Klassifikation aller 
Siegel nach ihren Haupttypen, als Manuskript gedruckt 1877. Drs., Z. Beschr. d. Siegel, 
AZ 6. Drs., Sphragistische Aphorismen. 300 mittelalterliche Siegel systematisch klassi- 
fiziert u. erläutert. Heilbronn 1882. Drs., Ü. Siegel-Karenz, AZ 7. Drs., Ü. d. ge- 
meinschaftlichen Siegel, AZ 8. 

Hupp, O., D.Wappen u. Siegel d. deutschen Städte, Flecken u. Dörfer. Lfg. 1—3. 
Frankfurt a. M. 1896—1903. 

Ilgen.Th., Sphragistik, im Grundriß d. Geschichtswft., hrsg. v. A. Meister. Leipzig. 
Mit reichen Literaturangaben. 

Jacob, Heraldisch-sphragistische Notizen ü. d. Wappen d. Herren v. Torgau. 1879. 

Jacobs, Kleine Beiträge zur Wappen- und Siegelkunde, ZHV 20. 

Jaksch, A. v., Die ältesten Siegel d. Bischöfe u. d. Kapitels v. Gurk, MC, Sektion II, 
127—140. 

Jeiler, Josef, Die Siegelkammer der Bischöfe von Münster, ZGAW 1905. 

Kindlinger, Nik., Nähere Nachrichten vom ältesten Gebrauche der Siegeloblaten 
und des Siegellacks in dem 16. u, 17. Jahrhundert. Dortmund und Essen 1799. 

Klinkenborg, M., D. Siegel d. Landesherren d. Mark Brandenburg 1415 — 1688, 
HZJ 8. Drs., Die Siegel der preußischen Könige bis zum Jahre 1806, HZJ 9. 

Knothe, H., Die ältesten Siegel des oberlausitzischen Adels. Mit 7 Tafeln Siegel- 
abbildungen, NLM, Bd. 67, 1891. 

Kolar, D. ältesten Siegel d. böhmischen Adels, zuerst erschienen in tschechischer 
Sprache i. Progr. d. Taborer K. K. Mittelschule auf d. J. 1883, ins Deutsche übersetzt 
u. mit Anm. versehen v. Rud. Joh. Grafen Meraviglia-Crivelli, JAW X, 1883, 
S. 84 ff. 

Koopmans, J. A., Die Zegelkunde in verband met de geschiedenis. 's-Gravenhage 
1900. Drs., Het teekenen en kleuren van Wapens, Heraldieke Bibliotheek 1875. 

Küch, F., Die Entwickelung des Bergischen Wappens mit Abbild, d. Siegel d. 
Grafen v. Berg bis 1361, Jb. d. Düsseldorfer Geschichtsver. XV, 1900, 1—35. 

Lecoy de la Marche, Les Sceaux. Paris, Maison Quantin 320 d. mit 136 Abb. 
handelt: I. Origine des sceaux; les pierres gravees. II. Usage et legislation du sceau. 
III. Les matrices. IV. Les empreintes. V. Sceaux des Souverains. VI. Sceaux des 
seigneurs. VII. Sceaux des bourgeois, des villes et des metiers. VIII. Sceaux ecclesias- 
tiques. IX. Les legendes. X. Cachets et timbres modernes. XI. Les collections des 
sceaux. 

Lepsius, Sphragistische Aphorismen. 1. u. 2. Heft. Halle 1842, 1843. 

Leyser, Polycarp, Commentatio de contra-sigillis medii aevi. Helmstedt 1726. 
Drs., Vollständiges Braunschweigisches und Lüneburgisches Siegel-Cabinet. 1779. 

Liebenau, Th. v., Die Siegel der luzernerischen Landschaft, AHS 1897. 

Lind, Blätter für ältere Sphragistik, hrsg. v. d. K. K. Zentralkommission. Wien 1878. 

Lind, Sphragistische Denkm. Albrechts, des ersten habsburgischen Herzogs v. 
Österreich u. s. Gemahlin Elisabet in: Festschr. z. 600 jähr. Gedenkfeier der Belehnung 
des Hauses Habsburg mit Österreich, Wien 1882, S. 213 ff. 

Löher, Franz von, Das Geheimnis des Röckischen Metallabgusses von Siegeln 
u. Medaillen u. deren Sammlgn. im Kgl. Bayer. Reichsarchiv zu München, AZ 3, S. 246 ff. 
Drs., Bedeutung, Recht u. Geschichte der Helmkleinode, AZ 10—13. 

Siegel des Mittelalters aus den Archiven der Stadt Lübeck, hrsg. v. d. Ver. f. 
Lübecker Gesch., 10 H. Lübeck 1856—79. Darin Städtesiegel: Schleswig-Holstein 



Literatur über Siegelkunde. 153 

H. 1. 3; Mecklenburg H. 2. 4. 5; Adelssiegel Schleswig-Holstein H. 3. 6. 7; Lübecker 
Bürger H. 7. 9. 10; Siegel d. Holst.-Schauenburger Grafen H. 8. 9. 

Lüneburgisches Siegel-Kabinet. Braunschweig 1789. 

Luschin v. Ebengreuth, A., Sphragistische Beitr. z. Gesch. v. Tyroler Geschl. 
Wien 1873. 

Maltitz, Emil v., Ü. d. Abdrucken v. alten Siegeln u. Stempeln, JAW XII, 1885, 
S. 125 ff. — Drs., Siegel und Wappen der Familie von Maltitz. Berlin 1888. 

Mandrot, A. de, Sceaux historiques du Canton de Vaud, Mtlg. d. antiquar. Gsft. 
in Zürich, Bd. XIII., H. 4, Zürich 1860. 

Masch, Die Siegel des Dom-Capitels zu Ratzeburg. Schönberg 1866. 

(Masse, J.,) Armoiries et sceaux de la Republique et Canton de Geneve, Mtlg. d. 
antiquar. Gsft. in Zürich, Bd. XIII., H. 2, Zürich 1858. 

Matt hi essen, C. M.A., Slesvigske Herresegel, in: Slesvigske Provindsial efferret- 
ninger, Bd. 4, Haderslev 1863, S. 209—212, mit 1 Tafel. 

Mecklenburgische Siegel d. MA aus d. Archiven d. Stadt Lübeck. Gezeichnet 
von Milde, erläutert von Masch, hrsg. v. Verein f. Lüb. Geschichte. 2 Hefte. Lübeck 
1857. 1860. 

Melly, E., Beiträge zur Siegelkunde des MA. T. 1. Wien 1846. 

Merz, W., Siegel u. Wappen d. Adels u. d. Städte des Kantons Aargau. Aargau 1907. 

Mich eisen, A. L. J., Siegelsammlung des Herzogtums Coburg, ZTG 3, 1859. 

Milde, J. C, Holstein-Lauenburger Siegel adeliger Geschlechter. Lübeck 1859 ff. 

Monumenta boica, München 1763 ff., mit vielen Siegelabbildungen (unzuverlässig). 

Mülverstedt, G. A. v., Mittelalterl. Siegel aus d. Erzstift Magdeburg. Mit heral- 
dischen u. histor. Erläuterungen. Magdeburg 1869 — 72 (Schäfer). 

Nottbeck, E. v., Siegel aus dem Revaler Ratsarchiv. 1880. 

Abbildungen Oberrheinischer Siegel, hrsg. von d. histor. u. antiquar. Gesell- 
schaft zu Basel. 1. Reihe Taf. 1—14. Basel 1890. 2. Reihe Taf. 15—16. Ebenda 1893. 
3. Reihe Taf. 17—19. Ebenda 1896. 

Petersen, Danske geistlige Sigiller 1886. 

Petersen, Danske adelige Sigiller 1892. 

Pettenegg, E. G. Graf v., Sphragistische Mitteilungen aus d. Deutsch-Ordens- 
Zentralarchiv. Frankf. a. M. (erweiterter Sonderabdruck aus MAW). 

Pflugk-Harttung, Jul. v., Specimina selecta chartarum pontificum Romanorum 
Teil 3, 1887: Die Siegel der Päpste bis ins 12. Jahrhundert in chronologischer Folge: 
Drs., Über Münzen und Siegel d. älteren Päpste, Quellen u. Forschungen aus Italien. 
Arch. u. Bibl. V, Rom 1903, lff. 

Pfotenhauer, P., Die Schlesischen Siegel von 1250—1300. Breslau 1879. 

Posse, O., Die Siegel der Wettiner bis 1324 u. d. Landgrafen v. Thüringen bis 
1247. Leipzig 1889. — Drs., Die Siegel der Wettiner von 1324— 1486 u. der Herzöge von 
Sachsen -Wittenberg u. Kurfürsten v. Sachsen aus Askanischem Geschl., nebst e. Abh. 
ü. Heraldik u. Sphragistik der Wettiner (Siegel d. Wettiner, II. Teil). Leipzig 1893. — 
Drs., Typarfälschungen in der von Smitmerischen Siegeisig, des K. u. K. Haus-, Hof- und 
Staatsarchivs zu Wien 1 ), MIÖG 14. — Drs., Die Siegel der deutschen Kaiser u. Könige v. 
751—1806. Bd. I. 751—1347. Von Pipin bis Ludwig d. Bayern. Bd. II. Von Karl IV. 
bis Friedrich III. 1909—10. Bd. III. Von Maximilian I. bis Josef I. 1912. (Vgl. hier- 
über H. Wibel, NA 35 u. 36.) — Die Siegel des Adels d. Wettiner Lande, T. 1—4. 
Leipzig 1903 ff., vgl. unter Heroldsämter (im Erscheinen begriffen). 

v. Praun, Anmerkungen von den Sigillis pedestribus. Braunschweig 1779. — 
Braunschweig-Lüneburgisches Siegel-Kabinet mit diplomatischen, genealogischen und 
histor. Erläuterungen. Hrsg. v. Jul. Aug. Remer. Braunschweig 1789. 



*) Diese Siegelsammlung ist genannt nach dem Domherrn zu St. Stefan Franz Pau 
Edlen von Smitmer (geb. 1740, gest. 1796). Sie war ursprünglich von dem Paduaner 
Sartorio Ursato angelegt und hatte mannigfache Schicksale, v. Smitmer schrieb Kom- 
mentare zu ihr und machte sie durch Register besonders nutzbar. 



154 Literatur über Siegelkunde. 

Primbs, K., Eine Wanderung durch d. Slg. v. Siegelabgüssen im K. Bayer. Allgem. 
Reichsarchiv zu München, AZ 10—12. — Slg. von Siegel- u. Medaillen -Abgüssen im 
Reichsarchiv zu München, AZ 2. — Siegel d. Witteisbacher in Bayern bis auf Max III. 
Joseph, AZ NF 2. — Nachlese z. d. Siegeln d. Hauses Witteisbach im Allgem. Reichs- 
archiv, AZ NF 3. — Nachtr. zu den drei Abt. d. in V, VI, VII behandelten Siegel, 
AZ NF 3, Fürstensiegel S. 257 ff., Siegel des deutschen u. namentlich bayrischen Adels 
S. 260ff., Siegel v. Gerichten, Städten, Genossenschaften, S. 274ff., Anhang 279 ff. — 
Die Siegelstempel-Slg. im bayrischen Allgemeinen Reichsarchiv, AZ NF 4. — Mtlgn. 
ü. Papstbullen mit heraldischen Andeutungen, AZ NF 5. — Nachtr. zu den Mtlgn. ü. 
die Slg. v. Siegelabgüssen des K. Allgemeinen Reichsarchivs, AZ NF 8, 9. — Beitr. z. 
Gesch. des altbaierischen Adels, snr. Güter u. Wappen, AZ NF 10. Drs., OBA 39: 
Philipp Apians Wappensammlung der altbayr. Landschaft, wie des zu seiner Zeit ab- 
gegangenen Adels. Anhang zu Apians Topographie von Bayern, z. Feier d. 700jähr. 
Herrscherjubiläums des erlauchten Hauses Witteisbach herausgeg. Mit 60 Abbildungs- 
tafeln (660 Wappen mit etlichen Unternummern). 

Prud'homme, Les sceaux, leur origine, leur usage principalement dans le Hainaut. 
Mons 1881. 

de Raadt, J. Th., Sceaux armories des Pays-Bas et des pays advoisinants. Re- 
cueil historique et heraldique. Bruxelles 1897. 

Raffaeli Marchese Filippo, Catalogo di sfragistografia della sua privata col- 
lezione. Fermo 1878. > 

Robert, Ch., Sigillographie de Toul. Paris 1868. 

Roemer-Büchner, Die Siegel der deutschen Kaiser, Könige u. Gegenkönige. 
Frankfurt a. M. 1851. 

Roever, Nicolaus de, Het aanleggen van verzamelingen van handschriften en 
Zegels. Leiden, A. W. Sythoff, 1881. 

Roth von Schreckenstein, D. Beschr. v. Wappensiegeln, AZ V, 1880, S. lff. 
Drs., Beitr. z. Siegelrechte, insb. zu d. Lehre v. d. Siegelmäßigkeit, ZOR 32, 369 ff. 

R. v. R., Zur Geschichte d. deutschen Wappenbilder, AZ 9. 

Sachsendahl, J., Siegel u. Münzen d. weltl. u. geistl. Gebietiger ü. Liv-, Est- u. 
Kurland bis z. J. 1561 nebst Siegeln einheimischer Geschl. Aus d. Nachlaß v. Baron 
R. v. Toll. Reval 1887. 

Sava, K. v., Die Siegel d. Österreichischen Regenten. Wien 1864ff., MZK 9. 11 
bis 16. 19; Drs., Die mittelalterl. Siegel der Abteien u. Regularklöster im Erzherzogt. 
Österreich ob u. unter d. Ems. Wien 1859; Drs., Die Siegel der Landes-Erbämter d. 
Erzherzogtums Österreich u. d. E., LAW 5. 

Schenk zu Schweinsberg, Gust. Freiherr, Unbekannte Siegel des Markgrafen 
Friedrich I. von Brandenburg, DH 23. 

Schlosser, Jul. v., Die sphragistische Sammlung des A. H. Kaiserhauses, 
MIÖG 12. 

Schlumberger, Sigillographie Byzantine. Paris 1884. 

Schmidt-Phiseldeck, C. v., Die Siegel d. herzogl. Hauses Braunschweig u. 
Lüneburg. Verz. der dem hzl. Landeshauptarchiv zu Wolfenbüttel gehörigen Slg. v. 
Gipsabgüssen. Wolfenbüttel 1882. 

Schöppe, Siegel aus dem Stifte Naumburg-Zeitz. VJH 1903. 

Schultz, A., Die schlesischen Siegel bis 1250. Breslau 1871. 

Schweizer, D., u. Zeller-Weidmüller, H., Siegelabbildungen zu Escher u. 
Schweizer, Urkundenbuch der Stadt u. Landschaft Zürich. Lfg. 1 ff. Zürich 1898 ff. 

Sello, G., Die Siegel d. Markgrafen von Brandenburg askanischen Stammes, MF 20. 
Drs., Siegel der Alt- u. Neustadt Brandenburg, Beitr. z. alt. Gesch. d. St. Branden- 
burg. 1886. 

Seyler, Abriß der Sphragistik, JAW 1884. — Drs., Geschichte d. Siegel. Leipzig 1894. 

Siegenfeld, Ritter Anthony von, Innenösterreichische Rosensiegel (mit 4 Tf. 
u. 1 Textillustration), JAW NF 5. 6. 

Spieß, Phil. E., Von Reuter-Siegeln. Halle 1784. 



Literatur über Siegelkunde. 155 

Stetten, Paul v., Gesch. der adel. Geschl. in der fr. R.-St. Augsburg 1762, ent- 
hält 12 Kupfertafeln mit Wappen- u. Siegelabbildungen nebst Register dazu. 

v. Stillfried, R. Graf, Die älteren Siegel u. das Wappen der Grafen von Zollern, 
sowie die Zollerischen Burggrafen zu Nürnberg. Berlin 1881. 

Stölzel, Adolf, Urkundliches Material aus d. Brandenburger Schöppengerichts- 
akten I, 1901, Siegelung, S. 536 ff., dazu eine Siegeltafel. 

Ströhl, Wappen und Siegel der Orte Vorarlbergs (mit 22 Textillustrationen), 
JAW NF 3. 

Thiset, A., Danske adelige Sigiller fra det 15., 16. og 17. Aarhundrede. Kopen- 
hagen 1898. 

Voßberg, F. A., Münzen u. Siegel d. preußischen Städte Danzig, Elbing, Thorn, 
sowie d. Herzöge v. Pomerellen im MA. Berlin 1841. — Gesch. d. preußischen Münzen 
u. Siegel bis z. Ende d. Herrschaft d. deutschen Ordens. Berlin 1842. — Siegel des 
MA. v. Polen, Lithauen, Schlesien, Pommern u. Preußen. Berlin 1854. — Die Siegel 
der Mark Brandenburg. Berlin 1868. 1887. 

Wailly, M. Natalis de, Elements de paleographie Band II (Paris 1838) behan- 
delt die Siegel und zwar ein überwiegend außerdeutsches Material. 

Walter, Die Siegeisig, d. Mannheimer Altertumsver. Mannheim 1897. 

Wartmann, H., Die Siegel der Stadt St. Gallen, der Landschaften u. Landstädte 
des Kantons. Mtlg. d. antiquar. Gft. in Zürich XIII, 1. Zürich 1858. 

Weech, F. v., Siegel v. Urkunden aus d. großherzogl. badischen Generallandes- 
archiv. Frankf. a. M. 1883. 1886. Ein 3. Heft erschien mit Text v. Fritz Frankhauser 
mit Albert Krieger u. mit Zeichnungen v. Fritz Held, Heidelberg 1899—1909. — 
Siegel der badischen Städte in chronologischer Reihenfolge, hrsg. von der Badischen 
histor. Korn. Heidelberg 1899 ff. H. 3 (Kreise Freiburg, Villingen u. Lörrach), mit 
Erläuterungen v. Fr. Frankhauser u. A. Krieger. 1909. — Über Maltha-Siegel, AZ 7. 

Weissenbach, Placid, Die Siegel d. Städte des Kantons Aargau. Mtlg. der 
antiquar. Gft. Zürich XIII, 1. Zürich 1858. 

Wichner, Kloster Admont in Steiermark u. seine Beziehungen zur Kunst. Wien 
1888 (hier Seite 174ff. über Siegel d. Stiftes u. d. Äbte v. Admont). 

Wiggert, F., Sphragistische Abhandlungen. Teil 1—6. Halle 1837—41. 

Winkel, G., Die Wappen u. Siegel der Altmark u. Prignitz. Magdeburg 1894 
(mit 30 färb. Wappen u. 46 Siegelabb.). 

Wittmann, Dr. Pius, Monumenta Castellana (ÜB z. Gesch. d. fränk. Dynasten- 
geschi, d. Grafen u. Herren — jetzt „Fürsten" — zu Castell), München 1890 (gibt auf 
7 Tafeln 46 Siegelabb., darunter verschiedene Allianzwappen; beachtenswert ist hier d. 
starke Wechsel d. Helmzierde bei einem u. demselben Geschlecht). 

Wyss, G. de, Sceaux historiques du canton de Neuchätel. Zürich 1888. 

Wappen und Siegel der Fürsten von Siebenbürgen und der einzelnen Nationen. 
Hermannstadt 1838. 

Das größte und beste Werk über die Siegel einer bestimmten Landschaft, das 
bis jetzt komplett geworden ist, führt den Titel: Die westfälischen Siegel des Mittel- 
alters. Mit Unterstützung der Landstände der Provinz herausgegeben vom Verein für 
Geschichte und Altertumskunde Westfalens. I, 1. Die Siegel des XI. u. XII. Jhd. und 
die Rittersiegel, bearbeitet v. F. Philippi. I, 2. Die Siegel d. Dynasten v. G. Tum- 
bült. II, 2. Die Siegel der Städte, Burgmannschaften u. Ministerialräten v. G. Tum- 
bült. III. Die Siegel der geistlichen Korporationen und der Stifts-, Kloster- u. Pfarr- 
geistlichkeit v. Th. II gen. IV. Die Siegel von Adligen, Bürgern und Bauern v. Th. 
Ilgen. Münster i. W., 1882 — 1900. Die Reproduktion der Siegel ist mit allen Fein- 
heiten der modernen Technik hergestellt. Die erläuternden Texte stehen auf d. Höhe 
der sphragistischen Wissenschaft der Gegenwart. Wem es speziell um das Studium 
der mittelalterlichen Geschichte bürgerlicher Familien zu tun ist, dem sei das 4. Heft 
von Ilgen ganz bs. empfohlen. Denn der die Tafeln erläuternde Text Ilgens ist das 
bei weitem Beste, was über die Siegelführung bürgerlicher Familien Deutschlands im 
MA. bisher überhaupt geschrieben ist, sowohl hinsichtlich der Zusammenfassung und 



156 Literatur über Siegelkunde. 

Anführung der weit zerstreuten Spezialliteratur als auch in Rücksicht darauf, was alles 
aus den Siegeln f. d. Gesch. mittelalterlicher Familien gefolgert werden kann. Wem 
diese mit bewundernswerter Klarheit geschriebenen Darlegungen bei d. hohen Preise 
des Werkes nicht erreichbar sind, sei hingewiesen auf desselben Autors Behandlung 
der Sphragistik in A. Meisters Grundriß der Geschichtswft., Bd. I, 1906. Vgl. auch 
Seibertz, J. S., Landes- u. Rechtsgeschichte des Herzogt. Westfalen. I. Bd., 2. Abt. 
Diplomat. Familiengesch. d. Dynasten u. Herren im Herzogt. Westfalen. Mit Stamm- 
tafeln. Arnsberg 1855. — Denkwürdiger u. nützlicher Rheinischer Antiquarius, 
welcher die wichtigsten und angenehmsten geogr., histor. u. polit. Merkwürdigkeiten 
d. ganzen Rheinstromes . . . dargestellt von e. Liebhaber in histor. Dingen [Ch. v. Stram- 
berg]. I. Abt. 4 Bde., II. Abt. 20 Bde., III. Abt. 14 Bde., IV. Abt. 1 Bd. und Hand- 
weiser = 39 Bde. Coblenz 1845 — 71. — Strange, J., Beiträge zur Genealogie d. 
adligen Geschlechter. 12 Hefte. Köln 1864—77. 

Überdies enthalten unsere Werke über Diplomatik gewöhnlich auch Beiträge zur 
Sphragistik. Diesbezüglich sei hingewiesen auf 

Breßlau, Handbuch d. Urkundenlehre für Deutschland u. Italien. Bd. I. Leipzig 
1889. 2. Afl. 1912 (mehr nicht erschienen). 

Giry, Manuel de Diplomatique. Paris 1894 und 

Posse, Lehre von den Privaturkunden. Leipzig 1887, S. 126 ff. 

Außerdem sei hingewiesen auf die Bücher: 

„Wappensiegelsammler. Anleitung zum Anlegen, Einrichten und Ordnen 
von Wappensiegel- Sammlungen. Mit 150 Siegelabbildungen auf 10 Tafeln" (Leipzig 
1861) und 

von Zollikofer, Der Siegelkünstler. Anleitung sehr schöne Siegelabdrücke zu 
fertigen. St. Gallen 1833. 

(Anonyme) Beschreibung und Abdruck der Grundgerichts-Siegel sämtlicher Vor- 
städte und Gemeinden der K. K. Haupt- u. Residenzstadt Wien. 1829. 4°. 

Bei der Herausgabe von Urkundenbüchern hat man sich die Fortschritte 
der neuesten Vervielfältigungsmethoden zunutze gemacht und hier z.T. Ab- 
bildungen von Siegeln geliefert, die zu den besten Leistungen auf diesem 
Gebiet gezählt werden müssen. Vgl. Weech, F. v., Codex diplomaticus 
Salemitanus, Bd. I — III, Karlsruhe 1883 — 1895. — Janicke, K., Urkunden- 
buch des Hochstiftes Hildesheim, Bd. I, PPA Bd. 65, Leipzig 1896, fortge- 
setzt v. H. Hoogeweg, Bd. 2 — 6 (Quellen u. Darstellungen z. Geschichte 
Niedersachsens, Bd. VI— XI, XXII, XXIV u. XXVIII), Hannover und Leipzig 
1901—1911.— Doebner, R., Urkundenbuch der Stadt Hildesheim. Bd. VII, 
Hildesheim 1899. — Urkundenbuch des Hochstifts Merseburg, I. Teil, hrsg. 
v. P. Kehr (Geschichtsquellen der Provinz Sachsen, Bd. 36), Halle 1899. 

Sammlungen von Siegeln und Siegelstempeln befinden sich in jedem 
größeren Archive. Auch unsere Altertumsvereine haben sich der Pflege von 
Siegeln angenommen; ihre Jahreshefte enthalten eine Unmasse kleiner, zer- 
streuter Beiträge zur Siegelkunde. 

Eine besondere Erwähnung verdient noch die Melly-Pettenegg- Stiftung. 
Der bedeutende Sphragistiker Eduard Melly (f 22. Oktober 1854) hatte eine 
ansehnliche Siegelsammlung hinterlassen , die nach manchen Wechselfällen 
in den Besitz Sr. Exzellenz des Herrn Präsidenten Dr. Eduard Gaston Grafen 
von Pettenegg gelangte, der diese Sammlung der K. K. Heraldischen Gesell- 
schaft „Adler" in Wien 1889 zum Geschenk machte. Zum Andenken an 
den Gründer und in dankbarer Würdigung dieser hervorragenden Schenkung 



Siebmachers Wappenbuch. 157 

wurde der Name „Melly-Pettenegg"- Stiftung gewählt. Die Sammlung ent- 
hält: 1. Gipsabgüsse sämtlicher im K. u. K. Antiken Kabinette damals vor- 
handenen geschnittenen Steine. 2. Gips- und Metallabformungen von ca. 
3000 mittelalterlichen Siegeln aller Arten. 3. Lackabdrücke von mittelalter- 
lichen Typaren. In diese Stiftung wird auch die von dem Mitgliede der 
K. K. Gesellschaft „Adler" in Wien Freiin Elise v. König auf Warthausen, 
seinerzeit geschenkte Sammlung sowie alle anderen von verschiedenen Seiten 
an die genannte Gesellschaft gelangenden Siegelabdrücke aufgenommen. 

2. Übersicht über den Stand des großen deutschen Stamm- und siebmachers 
Wappenbuches, welches unter dem Titel J. Siebmachers Wappen- Wappenbuch " 
buch in neuer, reichvermehrter, mit historisch-genealogischen Erläuterungen 
versehener Ausgabe bei Bauer & Raspe in Nürnberg erscheint. 

Abgeschlossen sind bis jetzt folgende Bände: 1 ) 

Seyler, Q. A., Gesch. d. Heraldik. Enthält auf 220 mit 520 Holzschnitten ver- 
sehenen Texthalbbogen u. auf 14 Tafeln eine erschöpfende Gesch. dieser Wft. 1890. 

Gritzner, Max, Grundsätze der Wappenkunst (2. Afl.). Verbunden mit einem 
Handb. d. Herald. Terminologie u. ein. Herald. Polyglotte. Enthält 82 Texthalbbogen 
u. 36 Tafeln. 1890. 

Hefner, Dr. Tit. v., Deutsche Bundesstaaten. Enthält auf 10 Bogen u. 115 Taf. 
die Beschreibung von 238 Wappen. (Bd. I, Abt. 1). 1856. 

v. Hefner, Gritzner u. Hildebrand, Außerdeutsche Staatenwappen. Enthält 
auf 15 Bogen u. 162 Tafeln die Beschreibung von 468 Wappen. (Bd. I, Abt. 2). 1870. 

Seyler, G. A., Wappen der deutschen Souveräne. Enthält auf 142 Seiten und 
141 Tafeln die Beschreibung von 681 Wappen (Bd. I, Abt. 1, II. Tl.) 1909. 

v. Hefner u. M. Gritzner, Die mediatisierten Fürstengeschlechter Deutschlands. 
Enthält auf 24 Bogen u. 213 Tafeln die Beschreib, v. 436 Wappen v. 34 Familien m. 
50 aufgeerbten Familienwappen. Mit Anhang: Fürstlich Hohenzollernsche Standes- 
erhöhungen. Enthält die Beschreibung von 20 Wappen u. 27 Familien (Bd. I, Abt. 3, 

I. Reihe). 1878. 

Gritzner, M., Die erlauchten Grafengeschlechter Deutschlands. Enthält auf 38 
Bogen u. 201 Tafeln die Beschreibung von 523 Wappen u. 71 Familien (Bd. I, Abt. 3, 

II. Reihe). 1878. 

Derselbe, Die Fürsten des Heiligen Römischen Reiches. Enthält auf 72 Bogen 
u. 391 Tafeln die Beschreibung v. 883 Wappen u. 156 Familien (Bd. I, 3 III A). 1887. 

Derselbe, Die Fürsten der deutschen Bundesstaaten und Österreichs. Enthält 
auf 15 Bogen u. 107 Tafeln die Beschreibung v. 150 Wappen u. 60 Familien (Bd. I, 3, 
III B). 1888. 

Derselbe, Die europäischen Fürstengeschlechter nicht römisch-kaiserlicher oder 
deutsch -bundesfürstlicher Extraktion. Enthält auf 78 Bogen u. 416 Tafeln d. Beschr. 
v. 435 Wappen u. 367 Familien (Bd. I, 3. III C). 1894. 

Hefner, T. v., Gautsch, Clericus, Städtewappen. Enthält auf 95 Bogen und 
335 Tafeln die Beschreibung v. 5359 Wappen v. 3386 Städten (Bd. I, Abt. 4). 1885. 

Seyler, G. A., Bistümer. Enthält auf 51 Bogen u. 285 Tafeln die Beschreibung 
von 754 Wappen von 220 Bistümern. Mit Anhang: Englische Bistümer. Enthält die 
Beschreibung von 172 Wappen von 121 Bistümern (Bd. I, 5, 1). 1881. 

Derselbe, Klöster. Enthält auf 32 Bogen u. 162 Tafeln die Beschreibung von 
843 Wappen von 450 Klöstern (Bd. I, 5, II). 1882. 

Gritzner, M., Flaggen. Enthält auf 7 Bogen u. 91 Tafeln die Beschreibung v. 
759 abgebildeten Flaggen. (Beigabe 1 Tafel Farbenerklärung.) (Bd. I, Abt. 6.) 1878. 

l ) Jeder Band ist einzeln käuflich. 



158 Siebmachers Wappenbuch. 

Seyler, G. A., Corporationen (Berufswappen). Enthält auf 29 Bogen u. 161 Tafeln 
die Beschreibung von 1235 Wappen. (Bd. I, Abt. 7.) 1898. 

Gritzner, Dr. E., Universitäten. Enthält auf 59 Seiten und 51 Tafeln die Be- 
schreibung von 298 Siegeln deutscher Universitäten (Bd. I, Abt. 8.) 1906. 

Hefner, Titan v., Bayerischer Adel. Enthält auf 31 Bogen und 156 Tafeln die 
Beschreibung von 1867 Wappen von 1536 Geschlechtern (Bd. II, Abt. 1). 1856. 

Hildebrandt, A. M., Braunschweiger Adel. Enthält auf 3 Bogen und 9 Tafeln 
die Beschreibung von 105 Wappen von 90 Geschlechtern (II, 2). 1869. 

Hef ner, Titan v., Sächsischer Adel inkl. der Herzogtümer. Enthält auf 14 Bogen 
und 63 Tafeln die Beschreibung von 752 Wappen von 710 Geschlechtern (II, 3). 1857. 
Hefner, Titan v., Schwarzburger u. Waldecker Adel, und Gritzner u. Hilde- 
brandt, Adel der Fürstentümer Reuß. Enthalten auf 5 Bogen u. 15 Tafeln die Be- 
schreibung von 176 Wappen v. 168 Geschlechtern (II, 4). 1860. 1873. 

Hefner, Titan v., Württemberger Adel. Enthält auf 5 Bogen und 25 Tafeln die 
Beschreibung von 294 Wappen von 255 Geschlechtern (II, 5). 1857. 

Graß, Frhr. v., Der Adel in Baden. (Mit Anhang: Die Fürstlich Fürstenberg- 
schen Standeserhöhungen.) Enthält auf 40 Bogen und 83 Tafeln die Beschreibung von 
954 Wappen und 676 Geschlechtern (II, 6). 1878. 

Hefner, Tit. v., Nassauer Adel. Enthält auf 4 Bogen und 15 Tafeln die Be- 
schreibung von 168 Wappen von 127 Geschlechtern (II, 7). 1858. 

Derselbe, Frankfurter Adel. Enthält auf 3 Bogen und 8 Tafeln die Beschrei- 
bung von 91 Wappen von 79 Geschlechtern (II, 8). 1856. 

Hildebrandt, A. M., Hannoverischer Adel. Enthält auf 10 Bogen und 36 Tafeln 
die Beschreibung von 419 Wappen von 315 Geschlechtern (II, 9). 1870. 

Gritzner, M., Elsässer Adel. Enthält auf 9 Bogen und 36 Tafeln die Beschrei- 
bung von 415 Wappen von 312 Geschlechtern (II, 10). 1871. 

Derselbe, Deutsch-Lothringer Adel. Enthält auf 17 Bogen und 46 Tafeln die 
Beschreibung von 513 Wappen von 389 Geschlechtern (II, 11). 1873. 

Hef ner, Titan v., Preußischer Adel. Grafen. Enthält auf 8 Bogen und 37 Tafeln 
441 Wappen von 286 gräfl. Geschlechtern (III, 1). 1857. 

Derselbe, Preußischer Adel. Freiherren. Enthält auf 10 Bogen und 56 Tafeln 
die Beschreibung von 669 Wappen von 553 Geschlechtern (III, 1). 1857. 

Mülverstedt, G. A. v., Preußischer Adel, Nachträge: Grafen u. Freiherren. Ent- 
hält auf 43 Seiten und 30 Tafeln die Beschreibung von 106 Wappen von 83 gräflichen 
Geschlechtern, sowie die Beschreibung von 252 Wappen von 174 freiherrlichen Ge- 
schlechtern (III, 1 . II.) 1906. 

Hefner, Tit. v., und Mülverstedt, G. A. v., Preußischer Adel. Edelleute. Ent- 
hält auf 106 Bogen und 419 Tafeln die Beschreibung v. 5019 Wappen v. 4788 Ge- 
schlechtern (III, 2 I). 1878. 

Mülverstedt, G. A. v., Preußischer Adel. Nachträge: Edelleute. Enthält auf 
230 Seiten und 186 Tafeln die Beschreibung von 2230 Wappen und 1658 Geschlechtern 
(III, 2 II). 1906. 

Gritzner, M., Hamburger, Bremer und Lübecker Adel. Enthält auf 6 Bogen u. 
22 Tafeln die Beschreibung von 264 Wappen von 389 Geschlechtern (III, 3). 1871. 

Hef ner, Titan v., Hessischer Adel, Kurfürstentum und Großherzogtum. Enthält 
auf 9 Bogen und 36 Tafeln die Beschreibung von 426 Wappen v. 433 Geschlechtern 
(III, 4). 1859. 

Gritzner, M., Oldenburger Adel. Enthält auf 4 Bogen und 10 Tafeln die Be- 
schreibung von 119 Wappen von 110 Geschlechtern (III, 5). 1872. 

Hefner, Tit. v., Mecklenburger Adel. Enthält auf 6 Bogen und 21 Tafeln die 
Beschreibung von 249 Wappen von 267 Geschlechtern (III, 6). 1858. 

Hildebrandt, A. M., Anhalter Adel. Enthält auf 3 Bogen und 9 Tafeln die 
Beschreibung von 108 Wappen von 90 Geschlechtern (III, 7). 1869. 



Siebmachers Wappenbuch. 159 

Gritzner, M., u. Hildebrandt, A. M., Schleswig-Holsteiner und Lauenburger 
Adel. Enthält auf 10 Bogen und 18 Tafeln die Beschreibung von 216 Wappen und 
154 Geschlechtern (111, 8). 1877. 

Gritzner, M., Luxemburger Adel. Enthält auf 4 Bogen und 14 Tafeln die Be- 
schreibung von 167 Wappen von 132 Geschlechtern (III, 9). 1871. 

Gritzner, M., u. Hildebrandt, A. M., Lippescher Adel. Enthält auf 2 Bogen u. 
7 Tafeln die Beschreibung von 84 Wappen von 73 Geschlechtern (III, 10). 1872. 

Gritzner, M., Adel der Russ. Ostseeprovinzen. I. Teil. Immatrikulierter Adel. 
Enthält auf 130 Bogen und 217 Tafeln nebst 53 Stammtafeln die Beschreibung von 
1295 Wappen von 1152 Geschlechtern (III, 11 I). 1898. 

Derselbe, Adel der Russ. Ostseeprovinzen. II. Teil. Nichtimmatrikulierter 
Adel. Enthält auf 70 Bogen und 187 Tafeln die Beschreibung von 1662 Wappen von 
1965 Geschlechtern (III, 11 II). 1901. 

Hefner, Tit. v., Tyroler Adel. Enthält auf 6 Bogen und 27 Tafeln die Be- 
schreibung von 324 Wappen von 191 Geschlechtern (IV, 1). 1857. 

Derselbe, Krainer Adel, nebst Görz und Gradiska. Enthält auf 8 Bogen und 
29 Tafeln die Beschreibung von 348 Wappen von 264 Geschlechtern (IV, 2). 1859. 

Rosenfeld, Heyer v., Dalmatiner Adel. Enthält auf 44 Bogen und 79 Tafeln 
die Beschreibung von 931 Wappen von 690 Geschlechtern (IV, 3). 1873. 

Reichenau, C. v., u. Kirnbauer, v., Niederösterreichischer Adel, B. I. Enthält 
auf 389 Seiten und 217 Tafeln die Beschreibung von 1798 Wappen von 951 Ge- 
schlechtern (IV, 4. 1.) 1909. 

Starkenfels, Frhr. v., u. Kirnbauer, v., Oberösterreichischer Adel. Enthält 
auf 797 Seiten und 166 Tafeln die Beschreibung von 1785 Wappen und 760 Geschlech- 
tern (IV, 5.) 1904. 

Weittenhiller, M. v., Salzburger Adel. Enthält auf 21 Bogen und 33 Tafeln 
die Beschreibung von 368 Wappen von 310 Geschlechtern (IV, 6). 1883. 

Göschen, O., u. Hildebrandt, A. M., Kärntner Adel. Enthält auf 57 Bogen, 
3 Extrastammtafeln und 29 Tafeln die Beschreibung von 210 Wappen von 203 Ge- 
schlechtern (IV, 8). 1879. 

Crivelli, Dr. R. Graf Meraviglia, Böhmischer Adel. Enthält auf 79 Bogen 
u. 144 Tafeln die Beschreibung von 1696 Wappen von 1273 Geschlechtern (IV, 9). 1886. 

Kadich, Dr. v., u. Blazek, Konrad, Mährischer Adel. Enthält auf 81 Bogen 
u. 215 Tafeln die Beschreibung von 2553 Wappen von 1669 Geschlechtern (IV, 10). 1899. 

Blazek, Konrad, Schlesischer Adel. Enthält auf 37 Bogen und 82 Tafeln die 
Beschreibung von 950 Wappen von 643 Geschlechtern (IV, 11). 1885. 

Reichenau, C. R. v., Csergheö, G. v., Bärczay, Oscar v., Siebenbürger 
Adel. Enthält auf 75 Bogen u. 212 Tafeln d. Beschr. v. 2445 Wappen v. 2058 Geschl. 
(IV, 12). 1898. 

Bojnieic, Dr. Iv. v., Kroatisch-Slavonischer Adel. Enthält auf 63 Bogen und 
176 Tafeln die Beschreibung von 2079 Wappen von 1820 Geschlechtern (IV, 13). 1899. 

Heyer v. Rosenfeld, u. Bojniciö, Dr. Js. v., Galizischer Adel. Enthält auf 
271 Seiten und 316 Tafeln die Beschreibung von 2972 Geschlechtswappen (IV, 14.) 1906. 

Csergheö, Geza v., Ungarischer Adel. Enthält auf 194 Bogen und 504 Tafeln 
die Beschreibung von 6048 Wappen von 5509 Geschlechtern (IV, 15). 1893. 

Csergheö, G. v., und Csoma, J. v., Ungarischer Adel. Spl.-Bd. Enthält auf 
38 Bogen u. 102 Taf. die Beschr. v. 1219 Wappen v. 1298 Geschlechtern (IV, 15). 1894. 

Hef ner, Tit. v., Bürgerliche Wappen. Enthält auf 15 Bogen und 100 Tafeln die 
Beschreibung von 2000 bürgerl. Familienwappen (V, 1). 1857. 

Derselbe, Bürgerliche Wappen. Enthält auf 15 Bogen und 100 Tafeln die Be- 
schreibung von 2000 bürgerl. Familienwappen (V, 2). 1873. 

Hildebrandt, A. M., u. Seyler, G.A., Bürgerliche Wappen. Enthält auf 24 Bogen 
und 100 Tafeln die Beschreibung von 2000 bürgerl. Familienwappen (V, 3). 1888. 

Seyler, G. A., Bürgerliche Wappen. Enthält auf 24 Bogen und 100 Tafeln die 
Beschreibung von 2000 bürgerl. Familienwappen (V, 4). 1890. 



160 Siebmachers Wappenbuch. 

Derselbe, Bürgerliche Wappen. Enthält auf 23 Bogen und 100 Tafeln die Be- 
schreibung von 2000 bürgerl. Familienwappen (V, 5). 1895. 

Derselbe, Bürgerliche Wappen. Enthält auf 27 Bogen und 100 Tafeln die Be- 
schreibung von 1945 bürgerl. Familienwappen (V, 6). 1901. 

Derselbe, Bürgerliche Familienwappen. Enthält auf 106 Seiten und 100 Tafeln 
die Beschreibung von 1867 bürgerl. Familienwappen (V, 7.) 1906. 

Derselbe, Bürgerliche Familienwappen. Enthält auf 94 Seiten und 100 Tafeln 
die Beschreibung von 1526 bürgerl. Familienwappen (V, 8.) 1909. 

Derselbe, Bürgerliche Familienwappen. Enthält auf 91 Seiten und 100 Tafeln 
die Beschreibung von 1559 bürgerl. Familienwappen (V, 9.) 1912. 

Derselbe, Abgestorbener Bayerischer Adel. Enthält auf 52 Bogen und 196 Tafeln 
die Beschreibung von 2402 Wappen von 1855 Geschlechtern (VI, 1). 1884. 

Derselbe, Abgestorbener Bayerischer Adel, II. Teil. Enthält auf 183 Seiten und 
108 Tafeln die Beschreibung von 1271 Wappen von 997 Geschlechtern (VI, 1 . II.) 1906. 

Derselbe, Abgestorbener Bayerischer Adel, III. Teil. Enthält auf 207 Seiten und 
144 Tafeln die Beschreibung von 1622 Wappen (VI, 1. III.) 1911. 

Hefner, Tit. v., u. Seyler, G. A., Abgestorbener Württemberger Adel. Enthält 
275 Seiten und 152 Tafeln (VI, 2.) 1910. 

Mülverstedt, G. A. v., Abgestorbener Preußischer Adel. Provinz Ost- u. West- 
preußen. Enthält auf 31 Bogen und 80 Tafeln die Beschreibung von 980 Wappen von 
982 Geschlechtern (VI, 4). 1874. 

Derselbe, Abgestorbener Preußischer Adel. Provinz und Mark Brandenburg. 
Enthält auf 30 Bogen und 72 Tafeln die Beschreibung von 854 Wappen von 823 Ge- 
schlechtern (VI, 5). 1880. 

Derselbe, Ausgestorbener Preußischer Adel. Provinz Sachsen (exkl. d. Altmark). 
Enthält auf 51 Bogen und 127 Tafeln die Beschreibung von 1514 Wappen von 1494 
Geschlechtern (VI, 6). 1884. 

Göck ngk, H. v., Abgestorbener Nassauischer Adel. Enthält auf 13 Bogen und 
76 Tafeln die Beschreibung von 879 Wappen von 414 Geschlechtern (VI, 7). 1882. 

Blaäek, Konr., Abgestorbener Preußischer Adel. Prov. Schlesien. I. Bd. Enthält 
auf 33 Bogen u. 90 Tfl. d. Beschr. v. 1074 Wappen v. 483 Geschlechtern (VI, 8 I). 1887. 
II. Bd. Enthält auf 39 Bogen u. 90 Tfl. d. Beschr. v. 1076 Wappen v. 753 Familien 
(VI, 811). 1890. III. Bd. Enthält auf 45 Bogen u. 108 Tfl. d. Beschr. v. 1296 Wappen v. 
1028 Familien (VI, 8 III). 1894. 

Mülverstedt, G. A. v., Abgestorbener Preußischer Adel. Prov. Pommern. Ent- 
hält auf 31 Bogen u. 73 Tfl. d. Beschr. v. 871 Wappen v. 883 Geschlechtern (VI, 9). 1894. 

Derselbe, Ausgestorbener Mecklenburgischer Adel. Enthält auf 144 Seiten und 
79 Tafeln die Beschreibung von 948 Wappen von 886 Geschlechtern (VI, 10). 1902. 

Derselbe, Ausgestorbener Anhaltischer Adel. Enthält auf 98 Seiten und 55 Tafeln 
die Beschreibung von 652 Wappen von 507 Geschlechtern (VI, 11). 1905. 

Derselbe, Ausgestorbener Adel der sächs. Herzogtümer. Enthält auf 118 Seiten 
und 88 Tafeln die Beschreibung von 1039 Wappen von 992 Geschlechtern (VI, 12). 1907. 

Derselbe, Ausgestorbener Adel der Fürstentümer Schwarzburg, zugleich als Ent- 
wurf eines Lex. d. früheren Schwarzburgischen Adels. Enthält auf 52 Seiten und 28 Tafeln 
die Beschreibung von 334 Wappen von 478 Geschlechtern (VI, 13). 1908. 

Hef ner, Titan v., Ergänzungsband. Enthält auf 15 Bogen und 36 Tafeln 757 No- 
tizen nebst 338 Wappen zu den Staatenwappen von Rußland und Baden, zu dem Adel 
von Bayern, Sachsen, Schwarzburg, Waldeck, Württemberg, Mecklenburg und Tirol 
(VII, 1). 1859. 

Blaäek, Konr., Ergänzungsband. Enthält auf 12 Bogen und 34 Tafeln 360 No- 
tizen nebst 397 Wappen zu den Preußischen Grafen und Freiherren (VII, 2). 1886. 

Mülverstedt, G. A. v., Ergänzungsband. Enthält auf 29 Bogen und 72 Tafeln 
die Beschreibung von 862 Wappen von 862 Geschlechtern des Preuß. Abgestorbenen 
Adels und zwar der Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern und 
Sachsen (VII, 3). 1901. 



Die genealogischen Taschenbücher. 161 

3. Die genealogischen Taschenbücher. 

Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien, ein deutsches Geschlechterbuch, Die 
herausgegeben von Bernhard Koerner, mit Zeichnungen von Ad. M. Hildebrandt genealogischen 
und anderen. Der 15. Bd. (1909) enthält auch ein Verz. derjenigen Geschl., deren Taschenbücher. 
Stammbaum in den bisher erschienenen Bänden enthalten ist (wird fortgesetzt). 

Genealogisches Taschenbuch der adligen Häuser, Brunn, 1870 — 94. 19 Bände in 
kl. 8. Der 19. Bd. (1894) dieses zuletzt von Alexander Freiherrn von Dachen- 
hausen bearbeiteten Taschenb. enthält außer e. Anhang „Verzeichnis der bayerischen 
Personal-Ritter" e. Verz. sämtlicher in diesen 19 Jahrgängen enthaltenen Familien-Artikel. 

Genealogisches Taschenbuch des Uradels. Zwei Bände in gr. 8. Brunn 1891 
bis 1893. Diese zwei Bände sind von Alexander Freiherrn von Dachenhausen 
bearbeitet. Der 2. Bd. enthält e. Reg. ü. alle in diesen zwei Bänden abgehandelten 
Familien. 

Jahrbuch des deutschen Adels, herausgegeben von der Deutschen Adelsge- 
nossenschaft. I 1896. II 1898. III 1899. Berlin. Ein Verz. der in allen drei Bänden 
behandelten Geschl. ist dem 3. Bd. beigegeben. 

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der adligen Häuser, der in Deutschland 
eingeborene Adel (Uradel). Gotha, Justus Perthes (wird fortgesetzt). 

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser. Gotha, 
Justus Perthes (wird fortgesetzt). 

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser. Gotha, Justus 
Perthes (wird fortgesetzt). 

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der briefadligen Häuser. Gotha, Justus 
Perthes (wird fortgesetzt). 1 ) 

Genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser Österreichs. Wien, Otto Maaß' 
Söhne. Erscheint seit 1905 und ist vollständiger und für statistische Fragen und Unter- 
suchungen über Vererbungsfragen eine geeignetere Grundlage als die Gothaischen 
Taschenbücher. Vgl. H. M. Höfflinger, Systematik und bisherige Entwicklung der 
genealogischen Taschenbücher der adeligen Häuser Österreichs, KGV 1911, 206. 8 ) 

Danmarks Adels Aarbog. Udgivet af en forening, redigeret af H. R. Hiort- 
Lorenzen og A. Thiset. Kopenhagen (1913, 30. Jhrg.). 3 ) 



x ) Kekule von Stradonitz, Z. Gesch. der Gothaischen genealogischenjTaschen- 
bücher, Deutsches Adelsbl. XX, 1902, S. 803 ff. u. Adhemar Baron vonYinden, 
Der Uradel u. die Gothaischen genealogischen Bücher, MAW 3, 262 ff. Perthes, 
Julius, Geschichte der Gothaischen genealogischen Taschenbücher, Gotha 1882. 

2 ) Semigotha. Histor. geneal. Taschenbuch des gesamten Adels jüdischen Ur- 
sprunges (Hebraici, conversi et de genere Juda). Kyffhäuser-Verlag in Weimar. Der 
erste und bisher einzige Band ist ein wissenschaftlich völlig wertloses, ja direkt schäd- 
liches Machwerk, in welchem allerhand Klatsch mit unglaublicher Kritiklosigkeit zu- 
sammengestoppelt ist. Vor seiner Benutzung ist dringend zu warnen. Vgl. z. B. 
E. Heydenreich FB 1912. Kekule von Stradonitz, „Die Grenzboten" 1912, 3. Juli, 
S. 38. 39: „Den Vorwurf ,grober Fahrlässigkeit' bei der Aufnahme vieler einzelner 
Artikel kann man gegen das „Redaktionskomitee" mit Ruhe erheben, weil das Gegen- 
teil des Behaupteten, nämlich die nicht-jüdische Abstammung der betreffenden Ge- 
schlechter, in leicht zugänglicher, aber allerdings dem „Semigotha" unbekannter Sonder- 
literatur schon erwiesen ist." Den Nachweis zahlreichen wissenschaftlichen Unsinns 
im „Semigotha" führt Kekule von Stradonitz bei einer Reihe von Familien, außer an 
der genannten Stelle noch in den Grenzboten 1912, 3. Juli, 17. Juli, 31. Juli, 7. August, 
21. August, 18. Sept., 16. Okt. W. C. v. Arnswaldt, Mitlgn. des St. Michael 1912. 

3 ) Über das dänische Patriziat vgl. Danske Patriciske Slaegter von Sofus Elvius 
og H. R. Hiort-Lorenzen. Kopenhagen, I 1891; II 1911, hrsg. v. Th. Hauch- 
Fausboll og H. R. Hiort-L orenzen. 

Heydenreich, Handbuch der praktischen Oenealogie I. 11 



162 Familiengeschichtliche Zeitschriften. 

Svenska släktkalendern (1912 utgifven af Gustaf Eigenstierna; första ärgängen. 
Stockholm, Albert Bonniers förlag.) 

Kalender öfver i Sverige lefvande introducerad adel, utgifven af Carl 
Herman Tersmeden, Stockholm, Fahlcrantz & Co. 

Nederlandsch adelsboek (hrsg. v. D. G. van Epen, 's-Gravenhage). 

Nederland's Patriciat. A° 1910, 1* Jaargang. Centraal Bureau voor Genealogie 
en Heraldiek, 's-Gravenhage. 4 ) 

4. Familiengeschichtliche Zeitschriften. 

Familien- 1. Der deutsche Herold. Zeitschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, 

geschichtliche herausgegeben vom Verein „Herold" in Berlin. 
Zeitschriften. % Vierteljahrsschr ift Herold. Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und 

Genealogie, (später) für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, herausgegeben vom 

Verein „Herold" in Berlin. 

3. Heraldisch-genealogische Zeitschrift der K. K. heraldisch -genealo- 
gischen Gesellschaft „Adler" in Wien, 1871 — 73. Alsdann erschienen als Jahrbuch 
derselben Gesellschaft 1874—90. Neue Folge 1891 ff. 

4. „Monatsblatt" der K. K. heraldisch-genealogischen Gesellschaft „Adler" in 
Wien, 1881 ff. 

5. Mitteilungen der Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte. 
Leipzig. Seit 1906. 

6. Familiengeschichtliche Blätter für adlige und bürgerliche Geschlechter, heraus- 
gegeben von O. v. Dassel f 1908), seit Oktober 1908 fortgesetzt von C. Frhr. v. 
Rodde, seit 1910 unter dem Titel: „Familiengeschichtliche Blätter. Monatsschrift zur 
Förderung der Familiengeschichtsforschung. Begründet von O. v. Dassel. Heraus- 
gegeben von der Dassel-Stiftung bei der Zentralstelle für deutsche Personen- und Fa- 
miliengeschichte. Verlag von H. A. Ludwig Degener, Leipzig". Seit 1911 Organ auch 
des Vereins St. Michael. Gegenwärtiger Redakteur: Eduard Heydenreich. 

7. Heraldisch -genealogische Blätter für adlige und bürgerliche Geschlechter. 
Monatsschrift, herausgegeben von Oehlenheinz und Th. von Kohlhagen in Bamberg, 
seit 1909 von Th. v. Kohlhagen allein. Organ des Vereins St. Michael. 1911 ein- 
gegangen. 

8. St. Michael, Verein Deutscher Edelleute. Vereins-Mitteilungen. 
Gegenwärtiger Redakteur: Werner Constantin v. Arnswaldt. 

9. Jahrbuch des Sanct Michael, Vereins Deutscher Edelleute. Herausgeber: 
Fr. Frhr. v. Gaisberg-Schöckingen. 

10. Heraldische Mitteilungen. Organ des Vereins „Zum Kleeblatt" in Hannover. 

11. Hessische Chronik. Monatsschrift für Familien- und Ortsgeschichte in Hessen 
und Hessen-Nassau, hrsg. v. Hermann Bräuning-Oktavio und Wilhelm Diehl, seit 1912, 
Januar. 

12. Frankfurter Blätter für Familiengeschichte, herausgegeben von K. Kiefer. 
Frankfurt a. M. Seit 1908. 

13. Archiv für Stamm- und Wappenkunde. A. Wellers Verlag. Kahla in 
Thüringen. Herausgeg. v. Gebr. Vogt, Papiermühle bei Roda S. A. Parallelausg. f. 
d. Mitglieder des Ver. „Roland" unter dem Titel: Roland, Monatsschrift des Roland- 
Vereins zur Förderung der Stammkunde (Archiv für Stamm- und Wappenkunde), nebst 
der zugehongeu Vereinsbeilage „Roland, Ver. z. Förderung der Stammkunde". 

14. Deutsche geschichtliche Zeitschrift. Offiziell. Organ des St. Georg-Vereins 
deutscher Edelleute und Patrizier, hrsg. v. Esbach. Seit 1911 (nur ganz wenige und 
unbedeutende Hefte erschienen). 



*) Vgl. auch den 2. Band des vorliegenden Werkes unter: Heroldsämter und ver- 
wandte Behörden. 



Familiengeschichtliche Zeitschriften. 163 

15. Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik (der Ostseeprovinzen). 
Mitau. Seit 1893. 

16. Sauerländisches Familienarchiv. Mtlgn. z. Gesch. d. westfälischen Ge- 
schlechter. Herausgeg. v. Franz Honseimann in Paderborn. Druck von Ferdinand 
Schöningh in Paderborn. 

17. „De Wapenheraut". Maandblad gewijd van Geschiedenis, Geslacht-, Wapen- 
ond Heidkunde ens., onder leiding van D. G. van Epen. s'Gravenhage. 

18. Allgemeen Nederlandsche Familienblad, Tijdschrift vor Geschiedenis 
Geslacht- Wapen en Zegelkonde, s'Gravenhage. 

19. Nederlands Familie-archief. Bew. door J. H. Scheffer. Rotterdam. 
1878 ff. 

20. Jaarboek van den Neederlandschen Adel. Oisterwyk, genealogisch en he- 
raldik archief. 

21. „De Neederlandsche Herauf. Tijdschrift op het gebied v. geslacht-, 
wapen- en zegelkunde. s'Gravenhage. 

22. Maandblad van het geneal.-herald. genootschap de Neaderlandsche Leeuw. 
U'Gravenhage. 

23. Personalhistorisk Tidskrift, udgivet af Samfundet vor Dansk-Norsk 
Genealogi og Personalhistorie, K0benhavn, früher von G. L. Wad, jetzt von P. Hen- 
nings hrsg. In Kommission von Hagerup in Kopenhagen und von Lund in Christiania. 

24. Genealogisk Tidskrift (Personalhistoriske Samlinger) udgivne af Dansk 
Genealogisk Institut ned Th. Hauch-Fausböll. Kopenhagen. 

25. Personalhistorisk Tidskrift, utgifven af Svenska autograf sällskapet, 
Stockholm (vierteljährlich). 

26. Arkiv vor Genealogi og Heraldik, Samlinger til Dansk Personal og Familie- 
Historie. Aarhus. Torkil Baumgartens Forlag. 

27. Schweizer Archiv für Heraldik, Archives Heraldiques Suisses, Neuchätel. 
Redaktion: Maurice Tripet. 

28. The Genealogist. A quarterly Magazine of Genealogical, heraldic and an- 
tiquarian research. Edited by H. W. Forsyth. Harwood. London. 

29. Miscellanea Genealogica et heraldica. Edited by Mitchell Hughes & 
Clarke. London. 

30. Notes and Queries, erscheint Sonnabends in London bei Francis, Breams Build- 
ings, Chancery Lane, E. C. und ist durch die Post zu beziehen. Hauptzweck des 
Blattes ist Vermittelung von Auskünften über allerlei Fragen, besonders auch auf dem 
Gebiete der Familiengeschichte, zwischen seinen Abonnenten. 

31. The Association for ! the preservation of memorials of the dead in Ireland. 
Seit 1888 (Dublin, Kildare Street 17). Halbjahrsjournal. 

32. Bulletin de la societe heraldique et genealogique de France, Paris. 

33. Revue heraldique. Paris. — Heraldica. Revue d'art heraldique et d'histoire. 
Paris, seit 1911. 

34. L'indicateur genealogique, heraldique et biographique. Bruxelles, Rossignol 
& van den Bril, editeurs, rue du Houblon 44. 

35. Giornale araldico-genealogico-diplomatico, pubblicato per cura della 
R. accademia araldica italiana. Pisa 1873 ff. 

36. Le Bulletin historique, archeologique et heraldique. Seit 1911. 

37. Rivista araldica. Organ des Collegio araldico. Roma. Seit 1893. 

38. Bolletino araldico storico genealogico. Pubblicazione mensile dell' ufficio 
araldico italiano Firenze. Seit 1911. 

39. Bolletino ufficiale della Consulta Araldica. Rom, seit 1891. 

40. Turul, Organ der ungarischen heraldischen und genealogischen Gesell- 
schaft. Budapest (erscheint in ungarischer Sprache). 

41. Vistes zowiö mjeseönik za Genealogiju, Biograf iju, Heraldiku i Sfragistiku. 
Herausgegeben von Emil Laszowski. U Zagrebu (Agram). 

11* 



164 Familiengeschichtliche Zeitschriften. Genealogische Antiquariate. 

42. Oenealogiai Füzetek czalädtörteneti folydicat. Kolosvar (Klausenburg). 

43. Urkunden-Quelle, hrsg. v. Brasch & Co., Berlin, Königin Augustastr. 13. 
1912. (Ende des Jahres 1912 bereits eingegangen.) 

44. Het Zoeklicht voor Genealogie en Heraldiek. Redactie en Admini- 
stratie: Carl Köffler, s'Gravenhage, Suezkade 22. 

45. The Pennsylvania-German. A populär magazine of Biography, history 
genealogy, folklore, literature etc. Richard E. Heibig, Lenox library BLOG, New York. 

46. The Utah Genealogical and Historical^Magazine. Published quar- 
terly by the Genealogical Society of Utah. 60 east south temple st. salt lake city, Utah. 

47. Record, The New-York Genealogical and Biographical Record. 
(Devoted to the interests of American Genealogy and Biography.) New York 1911 ff. 

Von älteren derartigen Zeitschriften seien noch folgende, jetzt nicht mehr er- 
scheinende, genannt: 

48. Mitteilungen des Vereins für Münz-, Wappen- u. Siegelkunde in Dresden. 1869 
bis 1874 (mehr nicht erschienen). 

49. Archiv fürGeschichte, Genealogie, Dipomatik und verwandte Fächer c 
Stuttgart 1846/47. 

50. Le Heraut d'armes, revue internationale d'historie et d'archeologie herald. 
Bruxelles 1869 ff. 

51. Heraldieke Bibliotheek. Tijdschrift ,voor Wapen-, geslacht-, zegel- en 
penningkunde, v. J. B. Rietstap, Haag 1872 ff. 

5. Genealogische Antiquariate. 

oeneaiogische Berlin. Ernst Frensdorff, SW. 11, Königgrätzer Straße 44. 

Antiquariate. Gsellius, W., Mohrenstr. 52. 

Ernst Haase, vorm. Haase & Muns, a Inh. Otto Kling, W. 35, 
Potsdamer Str. 116. 

Max Harrwitz, Berlin-Nicolassee, Normannenstr. 2. 

Kampfmeyer, Th., SW. 48, Friedrichstr. 20. 

Edmund Meyer, W. 35, Potsdamer Str. 27b. 

Siegismund, W. 66, Mauerstr. 68. 

J. A. Stargardt, W. 35, Lützowstr. 47. 

Heinr. Süßenguth, N. 24, Oranienburger Str. 65. 
Braunschweig. Wilh. Scholz, Ehrenbrechtstr. 4. 
Dresden, von Zahn und Jaensch, Waisenhausstr. 10. 
Greifswaid. Ludw. Bamberg, jetzt Franz Leopold v. Wentzky. 
Haag. Martinus Nijhoff, Nobelstraat 18. 

van Stockum, Buitenhof 36. 
Hannover. Ernst Geibel, Haller Str. 44. 
Heidelberg. Bangel & Schmidt (Otto Peters), Leopoldstr. 5. 
Leipzig. Karl Beck, Inselstr. 18. 

Karl W. Hiersemann, Königstr. 3. 

List & Francke, Thalstr. 2. 

Friedrich Meyer, Teubnerstr. 16. 
München. Ludwig Rosenthal, Hildegardstr. 16. 
Nürnberg. A. Schmalz, Albrecht-Dürer-Platz 3. 



Monumentale Quellen der Familiengeschichte. 165 

Osnabrück. Ferd. Schöningh, Domhof. 

Stuttgart. J. Scheible, Hauptstätterstr. 79. 

Wien. Qilhofer & Ranschburg, Wien I, Bognergasse 2. 

Kubasta & Voigt, Wien I, Sonnenfelsgasse 15. 
Zürich. Albert Raustein, Rämistr. 25. 




Monumentale Quellen der Familiengeschichte. 1 * 

ONUMENTALE Quellen der Familiengeschichte 2 ) sind Burgen, Burgen und 

Schlösser 

Kirchen, Klöster und Häuser, insbesondere die kirchlichen Allgemeines, 
und profanen Glasmalereien und die Grabstätten in Gottes- 
häusern und auf Friedhöfen. 

Ein Zauber umschwebt die trutzigen Mauern der altersgrauen Burgen, 
deren Türme allerorten in Deutschlands Gauen an die entschwundenen Zeiten 
der Ritter und Sänger, an Fehde und Turniere, an holde Burgfrauen und 
Minnedienst erinnern. Die Steine geschwärzt, von Frost und Regen zer- 
klüftet, von stürmender Kriegerfaust gebrochen, von zehrenden Feuersgluten 
geborsten, dauern sie dennoch durch die Jahrhunderte. Wie für die Ewig- 
keit gebaut, bilden sie Merkzeichen der Landschaften, Sage und Geschichte 
schlingen einen immergrünen Kranz darum und lassen sie — die Zeugen 
längstvergangener Zeiten — noch heute vernehmlich zu uns Enkeln reden. 

Während die Trümmer der alten Pracht in unseren großen Reichsstädten 
uns durch den wahlverwandten Geist anheimeln, der immer noch jene ver- 
blichene Handels- und Gewerbegröße mit unserer modernen Industriegröße 
verbindet, bergen die gebrochenen Burgen des Rittertums, einsam auf pfad- 
los verwachsenen Berghöhen gelagert, die Poesie des Rätsels für uns, und 
gerade das Fremdartige an diesen Stein gewordenen „Märchen aus alten 
Zeiten" ist es, was als ein so wunderbarer Laut 'dichterischer Romantik in 
unserer Seele wiedertönt. 3 ) Es wird nicht viele unter uns] 7 Deutschen geben, 
die nicht schon den eigentümlichen Zauber 4 ) selbst erfahren hätten, den die 
malerischen Burgen des Mittelalters oder ihre moosbewachsenen Trümmer 
auf das Gemüt von alters her ausübten. Wie wir uns die römische Cam- 
pagna nicht ohne die gewaltigen Bogen eines antiken Aquädukts, eine chine- 
sische Gegend nicht ohne eine vierstöckige Pagode denken können, so ge- 
hört vor unserem geistigen Auge in das mittel- und süddeutsche Landschafts- 
bild eine ragende Burg oder eine einsame Ruine. Was wäre der Rhein 



*) Die Denkmalspflege. Ztschr., verlegt v. Ernst & Sohn. 

2 ) Elster, Denkm., Denksteine u. Erinnerungszeichen an d. Herz. v. Braun- 
schweig, 1888. 

») Riehl, D. bürgerl. Gft., als 2. Bd. d. Naturgesch. d. deutschen Volkes (2.Afl. 
1854). 

*) Carl Bader, „Burgenzauber", D. Grenzboten 1907, Nr. 34, S. 399 ff. u. Nr. 35, 
S. 453 ff. 



1 66 Burgen als Ort für Geschlechtstage. Wappen an Burgen. Literatur über Burgen usw. 

ohne seine Burgen, was die Vogesen, die Bergstraße, der Schwarzwald, was 
Tirol? Es ist nun eine merkwürdige Tatsache, daß man gerade in der 
romantischen Zeit, als man mit besonderer Begeisterung auf den Bergen die 
Burgen in tausend Liedern feierte, mit diesen Denkmälern am pietätlosesten 
umging, die Ruinen mit Vorliebe dazu benutzte, Straßen oder Ställe für 
Rinder und Schafe zu bauen. Wenn noch irgendwo ein schöner Burgbau 
in die Gegenwart hineinragte, so deckte man ihn ab, beraubte ihn des 
schützenden Holzwerkes und überließ ihn der Vernichtung durch die Witte- 
rung und der menschlichen Zerstörungswut. Die Reste eines solchen mut- 
willig zerstörten Bauwerks sahen dann um so malerischer und poetischer 
aus. So dankenswert es nun auch ist, daß in diesen Zeiten der Romantik 
manche Geschichte eines Rittergeschlechtes und seiner Burg geschrieben 
wurde, so hat doch diese gedankenlose Romantik die Monumente selbst 
teilweise zerstört. Erst in unseren Zeiten hat das Eingreifen methodisch 
arbeitender Gelehrten, wie Piper, dessen Burgenkunde bereits in 2. Auflage 
erschienen ist, und von Fachleuten 'auf dem Gebiete der Baukunst, wie 
Essenwein, Steinbrecht, Ebhardt Besserung hervorgerufen. Es hat sich eine 
„Vereinigung zur Erhaltung deutscher Burgen" gebildet, deren Organ, „Der 
Burgwart", für Erhaltung und, soweit es angängig erscheint, auch für die 
Wiederherstellung dieser Denkmäler kräftig ins Hörn stößt. 
Burgen als Ort Burgen sind besonders geeignete Orte zum Abhalten von Geschlechts- 
für °^ lecht8 "tagen. Wo die Burgen bewohnt sind, ist dies selbstverständlich. Sind sie 
aber eine Ruine, so sollte, wo dies irgend möglich ist, ein größerer Raum 
für diesen Zweck gebaut werden. Vorbildlich in dieser Beziehung ist der 
Hanstein. Die Familie von Hanstein, die seit Erbauung der Burg ihre Eigen- 
tümerin ist, hat in den Jahren 1838 — 40 in der Ruine einen Saalbau her- 
richten lassen, der zu den Geschlechtszusammenkünften benutzt wird. In den 
letzten Jahren ist die Burg noch weiter ausgebaut. 
Wappen an Oft finden sich Wappen an Burgen angebracht. Hier ist zu bemerken, 

Burgen. j a ß ^ anbringen von Wappenbildern keinen zuverlässigen Beweis für den 
Besitzstand des Adels abgibt. An der Burg Kriebstein befindet sich als 
einer der ältesten Wappenschilde des Königreichs Sachsen der der Krähe 
oder der Honsperg. Besessen aber haben diese Geschlechter den Kriebstein 
nie, auch waren die Frauen der drei ersten Besitzer keine Krähe oder Honsperg. 
Die Literatur über Burgenkunde ist sehr umfangreich. Ich stelle hier 
eine Reihe von Arbeiten in alphabetischer Reihenfolge zusammen, wobei 
ich rein kunsthistorische, keine familiengeschichtlichen Mitteilungen enthal- 
tende Arbeiten unberücksichtigt lasse: 

Literatur über [Augschiller, AI.], Tiroler Adels-Stammsitze. Bozen 1907. (Fehlerhafte Kom- 

Burgen und pilationsarbeit vgl. Kaspar Schwarz, ZF 1908, S. 343 ff.). 
Schlösser. Äusserer, Karl, Schloß Stenico in Judikarien (Südtirol). Seine Herren u. seine 

Hauptleute. (Mit 23 Textabbildungen). JAW. NF XVIII, 1908. Drs., D.Herren v. Schloß 
u. Gericht Castelcorno. Ebd. 1911. 

Bader, Josef, Badenia; od. d. badische Land u. Volk (Ztschr. f. vaterländ. Gesch. 
u. Landesk.). Karlsruhe u. Freiburg 1839 ff. (mit vielen Beschreibungen u. Abb. badi- 
scher Burgen). 



Literatur über Burgen und Schlösser. 167 

Baillie-Qrohmann, W. A., Schloß Matzen im Unterinntal. 1907. 

Bege, C, Gesch. einiger d. berühmtesten Burgen u. Familien d. Herzogt. Braun- 
schweig. Wolfenbüttel 1844. 

Benkert, F. G., D. Osterburg am Rhöngebirge u. d. Osterburg an d. Werra, 
UFA 13. 

Berchtold, L. Graf, Vergangenheit u. Gegenwart der Herrenburg Buchlau im 
mährischen Marsgebirge. Brunn 1893. 

Bergmann, Wlh., Reste deutscher Ordensburgen in Siebenbürgen nebst e. Gesch. 
d. deutschen Ritterordens in diesem Lande, 1211—1225, u. e. Anhange v. Registern. 
Freudenthal 1909. 

Biffart, M., Gesch. d. Württembergischen Veste Hohenasperg u. ihrer merk- 
würdigsten Gefangenen. Stuttgart 1858. 

Bode, G., Die Heimburg am Harz u. ihr erstes Herrengeschlecht, d. Herren v. 
Heimburg (Forschungen z. Gesch. d. Harzgebiets, hrsgeg. v. Harzver. f. Gesch. u. 
Altertumsku., Bd. 1). Wernigerode 1909. 

Bönhoff, D. Burgen d. sächsischen Erzgebirges. Glückauf 1908ff. 

Braakenburg, Lamb. Joh. Apollonius, Het slot Kinkelenburg in Geldern, NL 
1884, Nr. 8. 

Busch, A. E., Eppaner Höhenburgen u. Schlösser. 1903. 

Büsching, Das Schloß d. deutschen Ritter zu Marienburg. Berlin 1823. 

Burgen u. Schlösser im Berner Oberland. Thun 1898. 

Chlingensberg, M. v., D. Kgr. Bayern in seinen altertüml., geschichtl., artist. u. 
maier. Schönheiten, enth. in e. Reihe v. Stahlstichen d. interessantesten Gegenden, 
Städte, Klöster, Burgen, Bäder usw. mit bezügl. Text. 3 Bde. = 60 Hefte. München 
1843—54. 

Clemen, Paul Martin, Tyroler Burgen. Wien 1894 (gleichzeitig in den Mtlg. d. 
K. K. Zentralkom. XIX. XX). 

von Cohausen, D. Befestigungswesen d. Vorzeit u. d. MA. Wiesbaden 1898; 
Drs., D. Burgen in Nassau, AVN 22; Drs., D. Burgen in Rüdesheim, AVN 20. 

Dellinger, Joach., Igling, Schloß u. Hof mark im Kgl. Landgericht Landsberg, 
mit dem Stoffersberg u. Erpfling. OBA 12. 

Devrient, E., Gleissberg, Gesch. d. Burg u. d. Herren von Gleissberg, ZTG. NF. 
XII. 1902. 

Dilich, Rheinische Burgen (1607), hrsg. v. C. Michaelis. Berlin 1900. 

Dorfmüller, T., Schicksal u. Beschr. d. zerstörten Feste Plassenburg. Bai- 
reuth 1816. 

Duncker, A., Posens Schlösser u. Burgen. In naturgetreuen, künstlerisch ausge- 
führten farbigen Darst. nebst begleitendem Text. Berlin 1857 — 84. 

Duncker, A., Sachsens Schlösser u. Burgen. In naturgetreuen, künstlerisch aus- 
geführten, farbigen Darst. Mit begleitendem Text. Berlin. 

Duncker, A., Westfalens Schlösser und Burgen. Berlin 1857 — 84. 

Duncker, A., Die ländl. Wohnsitze, Schlösser u. Residenzen d. preuß. Monarchie. 
Berlin 1858 ff. 

Duval, C. u. F., Das Eichsfeld 1845. (Sehr reiches Material, mit Abb.) 

Eb erb ach, O., D. deutsche Höhenburg d. MA. in ihrer baulichen Anlage, Ent- 
wicklung u. Konstruktion. Dissertation. Stuttgart 1903. 

Ebhardt, Bodo, D. Grundlagen d. Erhaltung u. Wiederherstellung deutscher 
Burgen. Berlin 1900; Eine Burgenfahrt. Berlin 1901; Deutsche Burgen in Wort u. 
Bild. Berlin 1899ff., dazu Ergänzungsh. I: D. Hohkönigsburg. Mit geg. 100 Text- 
illustrationen, Extratafeln u. Farbendrucken 1908; Ü. d. Frage, ob die Hohkönigsburg 
richtig hergestellt ist, vgl. d. Arbeiten v. Major u. Heitz u. darüb. Paul Schumann 
im Dresdner Anzeiger 6. April 1910, S. 3flg.; Burgen d. Hohenzollern HZJ 9; d. Burgen 
d. Elsaß. Berlin 1904; Der Väter Erbe. Beitr. z. Burgenk. u. Denkmalspflege. Aus 
Anlaß d. zehnjährigen Bestehens d. Vereinigung z. Erhaltung deutscher Burgen. (Mit 
zahlreichen Abb.) Berlin 1909 (Inhalt: A. v. Oechelhäuser, Denkmalpflege in 



158 Literatur über Burgen und Schlösser. 

alter u. neuer Zeit; Bodo Ebhardt, D. Schwanenburg zu Kleve, hierzu e. Tfl. v. Ad. 
M. Hildebrandt, Wappen v. Familien, die z. Schwanenburg in Beziehung standen 
[reproduziert DH 1909, Nr. 7]. A. Naef, Schloß Chillon am Genfersee. Vetter, D. 
Herstellung u. Erhaltung d. Klosters St. Georgen in Stein a. Rh. Dethlefsen, Ü. d. 
Wiederherstellung alter Bildwerke u. ihre Grenzen. B. Ebhardt, Neuenstein. Jul. 
Gröschel, Veste Neuburg a. I. M. Stammnitz, Hohentwiel. Bodo Ebhardt, D. 
Kirche d. Veste Coburg. Georg Voß, Burg Liebenstein bei Bad Liebenstein i. Thür. 
Ad. M. Hildebrandt, Burgen u. burgartige Gebäude in Wappen u. Siegeln. R. Platz, 
D. Burg Ziesar. Gradmann, Burg Lichtenberg in Württemberg. Bodo Ebhardt, 
Burg Skopau bei Merseburg a. d.S. Haupt, E. dänische Burgkirche auf deutschem Boden. 
K. von Radinger, Wandmalereien in tirolischen Schlössern u. Ansitzen.) Ferner 
schrieb Bodo Ebhardt: D. Burgen Italiens. Verlag v. Wasmuth, A. G., Berlin W. 8. 

Eckart, Th., Geschichte Südhannoverscher Burgen u. Klöster. 2. Afl. Leipzig 
1894. 

Eltester, L. v., Chronik d. Burg Cochem. Gesch. u. Beschreibg. d. uralten 
Burg. 1878. 

Engelhardt, Ew., D. Arterner Wasserschloß, seine Besitzer u. Sagen, sowie sein 
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1888. 2. Afl. Stuttgart u. Berlin 1905. (Behandelt Quitzöbel, Plaue a. H., Hoppen- 
rade, Liebenberg u. Dreilinden.) 

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Mit 706 Abb. im Text auf 54 Tfl. Berlin 1907. 

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burg, Moritzburg, BW 1900; Z. Wiederherstellung d. Hohkönigsburg. Leipziger Illu- 
strierte Zeitung 1901 u. Straßburger Zeitung 1901; Baumeisterrechnungen v. Schaum- 
burg in d. Ortenau 1438—1447 (Urkunden z. Burgenk.), BW 02; D. Giebichenstein, Erm- 
ländische Burgen ebd.; d. Dohnasche Schlößchen, BW 03. 

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170 Literatur über Burgen und Schlösser. 

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Wien 1898. 

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Lisch, Gesch. d. Schlösser zu Schwerin, Gadebusch, Wismar. Mit e. Exkurs ü. 
d. Baukünstler des 16. Jht. in Mecklenburg, VMG 5; Ü. d. wendischen Fürstenburgen 
Mecklenburg u. Werle, VMG 6 u. 21; Ü. die Burgen Ilow, Neuburg, Dobin, Hohe 
Burg, VMG 7; Ü. d. wendischen Burgen Rostock u. Keissin, VMG 9 u. 21; Ü. d. 
Schlösser zu Wismar u. Schwerin, VMG 26. 

Lisch und Mann, Burg zu Rostock, VMG 21. 

v. Loefen, D. Feste Marienberg. Würzburg 1896. 

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Wullenweber. Hildesh. 1851. 

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in Verbindung mit mehreren Mitarbeitern herausgeg. Aarau 1909. D. mittelalterlichen 
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burg. Aarau 1896. 

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von Obernberg, Z. Gesch. d. Schlosses Burghausen. Mit e. Beil. D. Verzeich- 
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172 Literatur über Burgen und Schlösser. 

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chen 1852. 

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Töpfer, Frdr., Geschl. d. Schlosses Partenstein, OBA 8; Gesch. d. Schlosses 
Seefeld, OBA 9; Gesch. der Schlösser u. Hofmarken Winhering, Frauenbühl, Burgfried, 
Arbing u. Waldberg, OBA 9. 

Trap, J. P., Kongeriget Danmark, bearbeitet von H. Weitemeyer. I — V. Kopen- 
hagen 1898—1906. 

Usener, F, P., Beitr. zu der Gesch. d. Ritterburgen u. Burgschlösser in d. Um- 
gegend v. Frankfurt a. M. Frankfurt 1852. 

Vogel, M. A., Die Stammburg der Frauenlobe, OBA 9. 

Wagner, E., Les ruines des Vosges, 2 tomes 1910. 

Wagner, J.Jos., Chronik d. Edelsitzes u. Schlosses Greut u. Neugereut zu 
Traunstein, OBA 14. 

Weber, Rob., Schlesische Schlösser. Verl. des Deutschen Schlösser- Albums, 
Dresden-Breslau. Vgl. DH 1910, S. 120. 

Weiß, Franz, Die malerische u. romantische Pfalz (mit Abb. u. Beschr. d. 
pfälzischen Burgen). Neustadt 1840. 

Weittenhiller, Moriz Maria v., Schloß Gumpendorf u. seine Besitzer, JAW1886. 

Werneburg, Burg Gleichen u. deren älteste Besitzer, ME VI (1873). 

Wernicke, Ew., Gröditzburg, Gesch. u. Beschr. d. Burg. 2. Afl. Bunzlaul884. 

Wiegand, Z. Gesch. d. Hohkönigsburg. E. histor. Denkschr. mit ausgewählten 
urkundl. Beil. Straßburg 1901 (vgl. hierüber E. v. Borries, HV 1902). 

Wiesend, Georg, Die Burg Weißenstein im Bayrischen Walde, NBV 15. 

Wolf f, F., Elsässisches Burgen-Lex. Straßburg i. E. 1908. 



174 Literatur über Burgen und Schlösser. Kirchen und Klöster. 

Zahn.J. v., Die ältesten Burgen von Steiermark 1 ) (in dessen Styriaca, NF 2); Drs., 
D. deutschen Burgen inFriaul 2 ). 1883; Drs., Die Feste Sachsengang u. ihre Besitzer. 1862. 

Zeller-Werdmüller, H., Mittelalter!. Burgenanlagen der Ostschweiz. Leipzig 
1893 (auch MAGZ 23). Drs., Zürcherische Burgen (mit zahlreichen Notizen ü. d. 
Adel). 2 Hefte. Mit Abb., Ansichten, Tafeln. Zürich 1894—95. 

Zemplin, A., Beschr. u. Gesch. d. Burg Kynsberg im Schlesier Lande. Breslau 
1823; Drs., Fürstenstein in Vergangenheit u. Gegenwart. 1838. 

Z ingeler, K. Th., Zollerische Schlösser, Burgen u. Burgruinen in Schwaben. 
Berlin-Wilmersdorf, Verl. v. Franz Ebhardt & Co. 

Zippet, Eduard, Festung Kuf stein Geroldseck. Kuf stein 1904. 

Alphabet. Verz. aller alten Burgen u. Raubschlösser in Süd-Ober-Sachsen. Leip- 
zig 1802. 

D. Burgvesten u. Ritterschlösser der österreichischen Monarchie. Brunn 1819. 

D. Denkmäler des Hauses Habsburg in d. Schweiz, hrsg. mit Unterstützung Sr. Maj. 
d. Kaisers Franz Josef I. von Österreich von der antiquar. Gsft zu Zürich 1871 (Habs- 
burg, Kyburg, Königsfelden). 

1888 stellte zur Feier des Kaiser-Jubiläums das Mährische Gewerbemuseum 
unter Leitung des Direktors Prof. Aug. Prokop ein Album zusammen, das die photo- 
graphischen Abbildungen fast aller Burgen und Schlösser der Markgrafschaft Mähren 
enthält, die zu diesem Behufe von dem Hof-Photographen Freiherrn von Stillfried 
aufgenommen wurden. Die einzelnen Blätter wurden mit den Wappen der Besitzer 
der abgebildeten Schlösser geschmückt und das heraldische Institut des Hof-Wappen- 
malers Karl Krahl in Wien mit der Ausführung der Zeichnungen hierfür betraut. Die 
Klischees dieser Wappenzeichnungen wurden dann zu einem besonderen Album benutzt 
(Wappenbuch des Mährischen Adels. Brunn 1889). — Eine ganze Reihe von Burgen 
sind erörtert in Hormayrs Taschenb. f. d. vaterländ. Gesch. — Sehr viele Abb. und 
Beschreibungen bayerischer Burgen sind in dem 68. Jg. d. „Kalender f. kathol. Christen" 
(Sulzbach, Seidel) enthalten. — D. Burgen u. Wehrbauten im Taunus und im untern 
Lahngebiet, Beil. z. Jahresber. d. Taunusklubs f. 1896 u. 1897. — Tiroler Adels-Stamm- 
sitze. Kurze Schlösser- u. Burgen-Chronik. Von einem Alttiroler. Bozen, Verlag der 
Tyrolia. 1908. — Eine Art Wallfahrtsort u. histor. Museum f. d. Kunde Tirols in ver- 
gangenen Zeiten ist Schloß Tratzberg im Unterinntale. — Chronik d. Burg Wildegg 
1584—1684. Zürich 1907. — Andere Schriften ü. Burgen verzeichnet Joh. Pohler, 
Bibliotheca historico-militaris. III. Bd. Leipzig, o. J., vgl. S. 61 — 344. 

Kirchen und Zahlreiche Kirchen und Klöster bieten in ihren Votivtafeln und Inschriften, 

Kloster 

ihrem heraldischen Schmuck, ihren Gemälden, insbesondere den in ihnen 
angebrachten Bildern verdienter Geistlichen, ihren Glasfenstern und Grab- 
mälern dem Familienforscher wertvolles Material. Die einschlagende Spezial- 
literatur 3 ) gibt hierüber, soweit sie sich nicht auf die religiösen und kunst- 
geschichtlichen Gesichtspunkte beschränkt, sondern auch die Altertümer in 
Betracht zieht, vielfach Auskunft. Manche Einzelheit ist auch in den Inven- 



a ) Andere Schriften ü. d. Burgen der Steiermark findet man in: Anton Schlossar, 
D. Literatur d. Steiermark. E. Beitr. z. österr. Bibliographie. Graz 1886. 

2 ) Andere Schriften ü. d. Burgen Friauls findet man in d. „Bibliografia friulana" 
von Valentinelli u. in d. „Bibliografia storica friulana" v. Gius. Occioni-Bonaff ent, 
3 Bde. 

8 ) Spezialwerke über einzelne Kirchen und Klöster sind in Dahlmann-Waitz- 
Brandenburgs Quellenkunde der deutschen Geschichte nicht verzeichnet. Man findet 
dergleichen in Karl Georg, Schlagwort-Katalog, Bd. I— V, Hannover, Jänecke, an- 
gegeben. Werke über italienische Klöster findet man im Catalogo generale della 
libreria italiana, compilato dal Prof. Attico Pagliaini. Indice per materie unter Chiesa- 
Conventi. 



Kirchen und Klöster. Häuser. 175 

tarisationswerken der Kunstdenkmäler und in den Geschichten einzelner 
Städte, in denen ja die Kirchen eine wichtige Rolle spielen, verzeichnet. 
Da aber in allen diesen Druckwerken das familiengeschichtliche Moment nur 
nebenher zur Geltung kommt, wird es häufig sich empfehlen, daß der 
Familienforscher an Ort und Stelle eine Nachlese hält oder halten läßt. Von 
besonderer Wichtigkeit sind die Glasfenster und Grabdenkmäler, worüber 
weiter unten noch speziell gehandelt wird. Vielfach sind Grabplatten, die 
einen Teil des Fußbodens der Kirche ausmachen, durch das Darauftreten 
der Gläubigen gröblichst beschädigt. Wo es unmöglich ist, dergleichen 
Monumente von ihrem alten Platze zu entfernen und dadurch vor weiterer 
Zerstörung zu retten, sollten sie wenigstens überall in genauen Abbildungen 
der Nachwelt erhalten werden. Eine besondere Erwähnung verdient die 
Sitte klösterlicher Orden, den Wohltätern ihrer Gemeinschaften, insbesondere 
ihrer Kirchen, in letzteren dadurch ein Denkmal zu sehen, daß man die 
Wände der Gotteshäuser mit ihren heraldischen Zeichen schmückte. Reste 
solcher Denkmäler sind uns z. B. in Maulbronn, Kastl und Wimpfen er- 
halten. 1 ) Auch die Sitte, im Turmknopf Nachrichten niederzulegen, hat 
manche familiengeschichtliche Materialien auf unsere Zeit gebracht. 2 ) 

Die Geschichte des Hauses ist auch für den Familienforscher gewinn- Häuser 
bringend. War doch einst dem Bürger sein Haus von ungleich größerer Be- 
deutung als heute; es bot ihm mehr als eine bloße Wohnstätte; Bürgerrecht 
konnte nur ausüben, wer Haus und Herd sein Eigen nannte. Das Haus war 
der Sitz von Familie und Gesinde. Dort betrieb der Bürger sein Handwerk; 
in den Gewölben speicherte er seine Waren und Vorräte auf; in die Keller 
lagerte er den Wein; seine höchsten Rechte, gar häufig die Überlieferungen 
seines Geschlechtes und die Erinnerungen seiner Jugend ketteten ihn mit 
festen Banden an sein Heim. Herzog Albrecht IL wußte recht wohl, daß er 
dieser Anhänglichkeit an die ererbte Wohnstätte Rechnung trug, wenn er ver- 
fügte: „daz einem igleichen purger sein hous sein vest sei und ein sicheren 
zueflucht, im und seinen mitwesern." 3 ) 



x ) Viktor Würth, Die Wohltätertafel in der Dominikanerkirche zu Wimpfen a. B., 
VJH 1912, H. 3 (mit Abbildungen von Wappen und Grabmälern). 

*) Vgl. z.B. Nile. Müller, Die Funde in den Turmknäufen der Stadtkirche zu 
Wittenberg. Zeitschr. d. Ver. f. Kirchengesch. der Prov. Sachsen. Jhrg. 8, 1911 u, 
Jhrg. 9, 1912. 

s ) Tomaschek, Die Rechte und Freiheiten der Stadt Wien I, 108, — Staub im 
Vorwort zu den Quellen der Geschichte der Stadt|Wien, Grundbücher, I. Bd. — Häuser- 
chroniken, welche die Besitzer verzeichnen, können dem Familienforscher gelegentlich 
große Dienste leisten. Derartige Arbeiten sind z. B. D. H int er meiste r, Verzeichnis 
der Namen und Nummern aller Wohnhäuser der Stadt Zürich mit Angabe ihrer Eigen- 
tümer. Zürich 1859.— B. Härtung, Häuser-Chronik der Stadt Erfurt. Erfurt 1861. Ein 
Namenregister dazu ist der Artikel „Erfurts Eingesessene durch 5 l / 2 Jahrhunderte", ASW 
1909, 149 ff. — Hermann Gutbier, Beiträge zur Häuserchronik der Stadt Langensalza, 
H. 1, Langensalza 1907, H. 2, o. J., H. 3, 1910. — Gerlach und Penin, Überlinger 
Häuserbuch. Überlingen, Schoy, 1890. — Geschichtliche Ortsbeschreibung der Stadt Frei- 
burg i. B. Teil 1: Straßen und Plätze, bearb. v. A. Poinsignon. Freiburg 1891. Teil 2: 



1 76 Häuser. 

Häusemamen. Schon der Name des Hauses kann dem Familienforscher gelegentlich 

Winke geben. Zur Erläuterung dieser Behauptung wähle ich die Hausnamen 
der oberschwäbischen Dörfer. In diesen Dörfern führt seit Menschengedenken 
jedes Haus seinen besonderen Namen, entweder nach dem jetzigen Besitzer, 
und in diese Klasse fallen die meisten Häuser der sog. Kleinen, Kleinhäusler 
oder Kuhbauern, oder nach einem früheren Besitzer, und in diese Klasse zählen 
die meisten Häuser der „Großen", der Hof- oder Roßbauern. Alle Hof- und 
Hausnamen stehen im Qenitiv und sind unvollkommene Namen, weil ihr 
Grundwort „Haus", „Hof" weggelassen wird und nur das Bestimmungswort 
im Genitiv den Namen repräsentiert. Anstatt Hanseshaus, Jörgenhof sagt man 
daher einfach „Hansis, Jörgen". Wir haben 1. Hofnamen nach Familiennamen, 
letztere bald im schwachen, bald im starken Genitiv, z. B. Fricken, Gluizen, 
Stotzen neben Frickes, Gluizis, Stotzes aus den Familiennamen Frick, Gluiz, 
Stotz. Auch Doppelgenitive kommen vor, z. B. Beckesen von Beck, wo der 
starke Genitiv Beckes noch einmal schwach gebeugt ist. 2. Hofnamen nach 
dem Familien- und Taufnamen eines früheren Besitzers. Der Geschlechts- 
name geht bald voraus, bald folgt er nach, daher die Hofnamen: Appen- 
hause n, Briementonis, Buckenhänsis (d. i. Hof des Hans App, Antoni Briem, 
Hänsi Bück); Mangenwilmen (Hof des Magnus Wilm). 3. Hofnamen nach 
dem einfachen Taufnamen des Besitzers, z. B. Brosis (Ambrosii), Tonis (An- 
tonii). 4. Hofnamen nach Vornamen mit dem nachfolgenden Zusatz -bauren 
oder dem vorausgehenden Prädikat Baur, z. B. Hansenbauren, Baurhansen. 
5. Häusernamen nach Spitznamen. 6. Hausnamen nach der Lage, z. B. Berg- 
weber. Hieß ein einstiger Besitzer „Brosi" (Ambrosius), so heißt das Haus 
,/s Brosis" oder „Brosis"; der Besitzer selbst wird nach seinem Hause „Brosi" 
genannt, wenn er schon Michel, Hans, Kaspar oder Josef getauft ist. Erst 
die Neubauten erhalten den Familiennamen des Erbauers. Die Familiennamen 
sind jetzt mehr in Gebrauch gekommen, seitdem die Geschworenen- und 
Wählerlisten, Stammrollen und Steuerzettel auch dem Landbewohner seinen 
Geschlechtsnamen oft genug ins Gedächtnis zurückrufen. 1 ) 
Hausinschriften. Spezielles über die Bewohner der Häuser verkünden die Inschriften an 
denselben. 2 ) Wir besitzen über einzelne Städte Sammlungen von dergleichen 



Häuserstand 14Ü0-1806, von H. Flamm, Freiburg 1903. — Weber, Ant., Die Häuser 
u. Geschlechter in Zug. Zugersches Neujahrsblatt, Zug 1890. — P. von Radics, Alte 
Häuser in Laibach. Geschichtserinnerungen. Laibach, Selbstverlag. I 1903. II 1909. 
(Sonderabdrucke aus der Laibacher Zeitung.) — E. Pudor, Alte Berliner Privathäuser, 
Alt-Berlin, Mittig. des Ver. f. d. Geschichte Berlins 1910. — C. Knetsch, Der Forsthof 
u. die Hillerstraße zu Marburg. Marburg [Ende 1909]. — G. Thierer, Ortsgeschichte 
auf der Schwäbischen Alp, S. 47 ff. - Unbescheid, Herrn., Die Gemeinde Gier- 
stedt bei Großfahner in Gotha, nach d. Wohnhäusern geordnet (mit d. Geburtsdaten 
der Bewohner versehen), vom Pfarrer Ulrich Oberegger daselbst zusammengestellt u. 
abgeschlossen 24. Nov. 1702, ASW IX, Nr. 3. 

1 ) Bück, Die Hausnamen d. oberschwäbischen Dörfer, WVL 9, u. Verhdlgn. d. 
Ver. f. Kunst u. Altertum in Ulm und Oberschwaben, Neue Reihe, 5. H., S. 46 ff. 

2 ) Vgl. im allgemeinen: Inschriften, deutsche, an Haus u. Gerät. Zur epigram- 
matischen Volkspoesie. Berlin 1888. 



Häuser. 177 

Inschriften, so für Leipzig von Stepner 1 ), für Mühlhausen in Thüringen von 
Jordan 2 ), für Naumburg von Mitzschke 3 ), für Wittenberg von Stier 4 ); 
auch die Arbeiten über Volkskunde 6 ) haben sich der Hausinschriften an- 
genommen. Leider kommt die schöne Sitte der Haussprüche immer mehr 
ab; diese Sprüche, die früher fast an jedem Hanse standen, gehen mit den 
Neubauten der neuen Zeit immer mehr verloren. Und doch wie anheimelnd 
waren und erscheinen uns noch heute die übrig gebliebenen Reste! Sie be- 
richten von dem Sinne der Bewohner und erzählen uns ein Stück Bau- 
geschichte, nennen das Jahr der Errichtung des Hauses und den Namen des 
Ehepaares, das hier zuerst Einzug hielt. Auch der Baumeister ist zuweilen 
genannt. War das Haus nach einem Brande entstanden, so ist oft ein Bericht 
über den Brand hinzugefügt. So steht z. B. an der Tür des Eulenspiegel- 
hauses in Kneitlingen (in Braunschweig): 

Gott schütze die verliehenen Güter, 

Laß uns die Gaben wohl gedeihn, 

Laß Feuersglut und Ungewitter 

Entfernt von unsern Grenzen sein. 

Wir bauen nicht aus Stolz und Pracht, 

Sondern die Feuersglut hat 

Uns am 29. November 1821 dazu gebracht. 

Errichtet am 20. Juni 1822. Friedrich Fricke. 

Frau Anna Elisabeth Fricken geborene Sticheln. 

Besonders vielseitig sind die oft von Humor gewürzten Hausinschriften 
Oberdeutschlands, namentlich in den Alpen. 6 ) 



*) Stepner, Inscriptiones Lipsienses 1675, 4°. Zeitlich fortgesetzt wurde d. Slg. 
in e. anderen Werke: Heinrich Heinlein, Der Friedhof zu Leipzig in seiner jetzigen 
Gestalt. Vollständige Sammlung aller Inschr. auf d. ältesten u. neuesten Denkmälern 
daselbst. Leipzig 1844. Weitere Literatur findet sich unter „Grabdenkmäler". 

2 ) Jordan, Inscriptiones Mulhusinae, D. öffentl. Inschr. d. Stadt Mühlhausen i. Th., 
gesammelt von W. Bader, neu herausgeg. Verlag der Dannerschen Buchdruckerei in 
Mühlhausen i. Th. 

3) Paul Mitzschke, Naumburger Inschr. Naumburg a. S. 1877 — 81. — Rud 
Albrecht, Die Wappendenkm. u. Inschr. in Rothenburg ob d. Tauber. H. 1. 1907. — 
F.W. Schubart, Gernröder Inschr. u. Denksteine, VAG 9, S. 33—41. — Timpel, M., 
Erfurter Hausinschriften, Thüringer Monatsblätter, 16. Jg., Nr. 8. 

4 ) Stier, G., Corpusculum inscriptionum Vitebergensium. Die lateinischen Inschr. 
Wittenbergs, darunter Luthers 95 Sätze. Lateinisch u. deutsch mit e. Anhang deutscher 
Inschr. Wittenberg 1860. 

6 ) Rieh. Andree, Braunschweiger Volksku., 2. Afl. Braunschweig 1906, S. 199 ff. 

8 ) In alten Städten, namentlich freien Reichsstädten, herrschte d. Sitte, alte Kauf- 
briefe v. d. frühesten Zeiten bis z. Gegenwart d. neuen Besitzer zu behändigen. Der- 
gleichen Kaufbriefe haben sich z. B. in Augsburg u. Innsbruck f. e. einzelnes Anwesen 
bis ins 15. Jht. zurück erhalten. Vgl. „Hausbriefe" in Tübingen, Tübinger Bl., hrsg. im 
Auftrage d. Bürgervereins v. Eugen Nägele, 6. Jg. 1903, S. 44. Eine dem Familienforscher 
gelegentlich erwünschte Quelle sind Häuserverzeichnisse. Ein solches, umfassend sämt- 
liche Häuser v. Frankfurt a. M. mit Angabe ihrer Besitzer u. Aufzählung d. Zinsen u. 
Gülten, mit denen sie belastet waren ( wird v. Karl Bücher, D. Bevölkerung v. Frank- 
furt a. M. I. Bd. 1886, S. 52 beschrieben. 

Heydenreich, Handbuch der praktischen Genealogie I. 12 



178 



Häuser. 



Haus und Die Geschichte des deutschen Hauses ist in den letzten Jahrzehnten 

voiksstamm. v j e |f ac h erforscht worden. Wenn man schon im allgemeinen, auch vom 
Hause in der Stadt, bis zu einem gewissen Grade sagen kann, daß seine 
Erbauung und innere Einrichtung den Geist seines Erbauers und seiner Be- 
wohner kennzeichnet, so ist es für das ländliche Haus eine brennende, be- 
sonders durch Heyne 1 ) und Stephani 2 ) sowie früher namentlich durch 
Landau 3 ), Henning 4 ) und Meitzen 5 ) geförderte Frage der wissenschaftlichen 
Forschung, ob und inwieweit der Haustypus als Stammeszeichen angesehen 
werden kann. Van es a hat in seinem Werke „Geschichte Nieder- und 
Oberösterreichs" (I. Bd., Gotha 1905) die Formen der Häuser im öster- 
reichischen Kolonialland als eins der Mittel benutzt, um durch die glück- 
liche Verbindung der Ortsnamenforschung und Hausforschung die Herkunft 
derjenigen zu ergründen, die das Land zuerst besiedelt haben. Die Unter- 
suchungen über das deutsche Bauernhaus sind mit großem Eifer von Histo- 
rikern, Geographen, Germanisten und Architekten geführt und haben in dem 
vom Gesamtverein der deutschen Architekten- und Ingenieurvereine (Dresden 
1899 — 1906) herausgegebenen Werke „Das Bauwesen im Deutschen Reich" 
einen nach der technischen und künstlerischen Seite hin mustergültigen Er- 
folg hervorgebracht, bedürfen aber noch vielseitiger Ergänzung, insbesondere 
einer genauen geographischen Statistik. 8 ) 



*) Heyne, Fünf Bücher deutscher Hausaltertümer. Leipzig 1899 ff. 

2 ) Stephani, Der älteste deutsche Wohnbau u. seine Einrichtung. Leipzig 1902 — 03. 

3 ) Landau, Der Hausbau. Beil. z. KGV 1857—58, September 1859, Dezember 
1860, Januar 1862. 

*) Henning, D. deutsche Haus u. s. histor. Entwickelung. Straßburg 1882 = Q. 
u. Forschungen z. Sprache u. Kulturgesch. d. germanischen Völker, 47. H.; Drs., D. 
deutschen Haustypen, 1885 (= LV 2 derselben Slg.). 

8 ) Meitzen, D. deutsche Haus in seinen volkstümlichen Formen. Berlin 1882. 

•) Pessler, D. Hausforschung, vornehmlich in Norddeutschland, DGB 7; ders., 
D. Haustypengebiete im Deutschen Reiche, in ethnographisch. Untersuchung, Deutsche 
Erde, 1. u. 2. H. mit e. Typenkarte; ders., D. niederdeutsche Bauernhaus, 1906 u. DGB 
1906, u. D. Unterarten d. altsächsischen Bauernhauses, KGV 1909, 219. E. kurze Über- 
sicht d. Entwickelung d. niedersächsischen Haustypus u. snr. Unterarten hat Pessler 
in der Ztschr. „Niedersachsen", Jg. 12, 1907, veröffentlicht. Die Spielart des nieder- 
rheinischen Hauses ist in der Ztschr. für rheinische u. westfälische Volksku., Bd. 3, 
S. 272 ff., beschrieben. Ü. d. sächsischen Hausformen in Mecklenburg handelt Pessler 
in der Ztschr. „Mecklenburg", Jg. 1, Nr. 3. Vgl. O. Brenner, Z. geschichtl. u. geo- 
graph. Hausforschung, KGV 1908, 304. — Haupt, Von einigen bestimmten Aufgaben 
d. Forschung über d. Schleswig- holsteinsche Bauernhaus, KGV 1909, 212. — Julius 
Kohte, D. Bauernhaus in d. Prov. Posen, ZHGP 14. — Erich Schmidt, Deutsche 
Dorfansiedlungen im Netzedistrikt v. 16.— 18. Jht. in: „Ostmark", Monatsbl. d. deutschen 
Ostmarkenver., 3. Jg., S. 136. — Paul Bröcker, Mein Heimatbuch. Was die ham- 
burgischen Bauten d. Jugend u. d. Volke v. unserer Stammesart erzählen. Mit 59 Abb. 
u. Federzeichn. Hamburg 1910. — H. Göbel, Darst. d. Entwicklung d. süddeutschen 
Bürgerhauses (411 S. mit 311 Abb. u. Atlas mit 30 Tfln.). Dresden 1908. — Hans 
Vogts, D. Mainzer Wohnhaus im 18. Jht. Mit 50 Abb. im Text u. 5 Tfln. Mainz 
1910 (=1. Bd. der Beitr. zur Gesch. der Stadt Mainz, hrsg. mit Unterstützung der 
Stadt Mainz). 



Steinmetz- und Künstlerzeichen. Glasmalerei. 179 

Ein weiteres Hilfsmittel für familiengeschichtliche Forschungen sind die Steinmetz- und 
Steinmetzzeichen. Diese kommen zuerst in der Afrakapelle des Speirer 
Doms (seit 1190) und in Algirsbach (1089), dann massenhaft seit 1150 bis 
ca. 1700 vor. Im Backsteingebiet, wie auch in einzelnen Gegenden und 
selbst an einzelnen Bauwerken und Bauteilen fehlen sie ganz. Das Steinmetz- 
zeichen ist eine Marke, die der Steinmetz als verantwortlicher Verfertiger 
auf dem von ihm bearbeiteten Werkstücke als ein ihn persönlich kennzeich- 
nendes Merkmal anbrachte. Es wurde daher mit dem Namen des betreffen- 
den Gesellen in das Hüttenbuch eingetragen, und niemand durfte weder ein 
anderes Zeichen führen, als das ihm von der Hütte verliehene, noch das 
Zeichen eines anderen Zunftgenossen sich aneignen. Viele dieser Steinmetz- 
zeichen sind zwar mehr oder weniger einander ähnlich, aber in ein und der- 
selben Bauhütte niemals gleich, und entwickeln sich aus dem Winkel, Kreuze, 
Kreise oder Halbkreise. Durch jede willkürliche Zusammensetzung konnten 
dieselben bis ins Unendliche vervielfältigt werden. Während die Gesellen- 
zeichen meist aus sich schneidenden Horizontal- und Vertikallinien bestehen, 
sind die Meisterzeichen in einem Wappenschilde oder an sonst hervorragen- 
der Stelle und in größeren Dimensionen angebracht; ihnen gehört ein be- 
stimmter Grundtypus an, den alle derselben Bauhütte oder Familie an- 
gehörige Meister mit geringen, die Individualität bezeichnenden Zusätzen 
getreu bewahrt haben. In Bezirken, die nach Zeit und Ort beschränkt sind, 
läßt sich das Material der Steinmetzzeichen dazu verwerten, die Genealogie 
der Bauten aufzuhellen. So läßt sich z. B. nachweisen, daß ein und derselbe 
Geselle bei dem Bau der Untermarkts- und der Georgikirche in Mühlhausen 
in Thüringen beschäftigt war. 1 ) Da nun aber ein und dasselbe Zeichen in 
den verschiedenen Gegenden und Zeiten vorkommen kann, so ist bei Ver- 
wertung von Steinmetzzeichen zu familiengeschichtlichen Zwecken die größte 
Vorsicht dringend anzuempfehlen. Diese Quelle hat man mit Fug und Recht 
mit Urkunden etwa dritten Ranges verglichen. Auch die Kleinkünstler, z. B. 
die Goldschmiede 2 ), die Kupferstecher, zum Teil die Maler und Teppich- 
wirker bedienen sich besonderer Künstlerzeichen und Monogramme. Die 
ganze Erscheinung hat wohl ihre tiefere Wurzel in den gemeindeutschen 
Hausmarken. 8 ) 

Eine reiche Quelle für familiengeschichtliche Forschung ist in den Er- Glasmalerei. 
Zeugnissen der Glasmalerei gegeben. Wenn auch die kirchliche Kunst in 
der älteren Zeit biblische Stoffe oder die Geschichte der Heiligen als ihr 
eigentliches Gebiet ansah, finden sich doch nicht selten auch Stifter von 



*) Vgl. meine Schrift: Bau- u. Kunstdenkmäler im Eichsfeld u. in Mühlhausen. 
Mühlh. 1902, S. 30. 

2 ) Die Merkzeichen der Berliner Goldschmiede sind enthalten in dem Buche: 
Sarre, F., D. Berliner Goldschmiede -Zunft v. ihrem Entstehen bis zum Jahre 1800. 
Berlin 1895. 

3 ) Bergner, Grundr d. kirchl. Kunstaltertümer in Deutschland, 1900, S. 27ff. — 
Winzer, D. deutschen Brüderschaften des MA., insbes. d. Bund d. deutschen Stein- 
metzen. Gießen 1859. 

12* 



1 30 Glasmalerei. 

Kirchen oder Glieder der landesherrlichen Familien durch die Kunst der 
Glasmalerei im Bilde festgehalten. So wurde 1308 auf ein Chorfenster der 
Pfarrkirche zu Wald im Gebiet von Zürich ein geharnischter Ritter in 
knieender Figur gemalt. Es ist Ulrich von Frundsperg, der Stifter dieser 
Kirche. In der vormaligen Abtei Königsfelden in der Schweiz befanden sich 
Abbildungen einer stattlichen Reihe von Fürsten aus dem habsburgischen 
Hause. Ebenso wurden englische Herrscher und ihre Verwandten in den 
Kirchenfenstern Englands, Karl V., Ferdinand I. und andere Fürsten in der 
Gudulakirche zu Brüssel dargestellt. Hervorragende kirchliche Glasmalereien, 
die den Familienforscher interessieren, befinden sich z. B. in der Lorenz- 
kirche zu Nürnberg, darunter besonders das berühmte Volk mar sehe Fenster 
mit dem Stammbaum Mariae vom Jahre 1493 und in der St. Sebalduskirche 
daselbst das Markgrafenfenster von Veit Hirschvogel 1515. Der Stifter des 
zuletzt genannten Fensters ist Markgraf Friedrich der Ältere von Brandenburg- 
Ansbach und Kulmbach. Er hat sich hier selbst mit seiner Gemahlin und 
seinen acht Söhnen abbilden lassen. Für die Ikonographie der fränkischen 
Hohenzollern ist dieses Nürnberger Fenster von hervorragendem Wert, der 
noch erhöht wird durch die Tatsache, daß einzelne der zehn Porträts 
zweifellos Unika sind. 1 ) 

Ein Zweig, der seit der Mitte des 14. Jahrhunderts besonders gepflegt 
wurde, war die Darstellung von Wappen, die, teils einzeln, teils zu Reihen 
verbunden, das Andenken an ganze Geschlechter wie an einzelne Männer 
und Frauen wach halten sollten, die Wohltäter der Kirchen waren, sich 
durch Stiftungen an dieselben verewigt oder dort ihre Ruhestätte gefunden 
hatten. Während größere Wappen die Kirchenfenster füllten, wurden kleine 
Scheiben mit solchen zwischen die Butzenscheiben der weißen Verglasung 
eingesetzt und schmückten so außer den Kirchen auch die Hauskapellen wie 
die Zunftstuben, Rathäuser 2 ) und Wohnstuben. Diese Wappendarstellungen 



*) Friedrich H. Hofmann, D. Markgrafenfenster in Sankt Sebald zu Nürnberg, 
e. Beitr. z. Porträtkunde d. fränkischen Hohenzollern, HZJ 1905, S. 67 ff. — D. Meister- 
werke schweizerischer Glasmalerei. Hrsg. v. Antiquar. Ver. in Winterthur. 60 Tfl. 
in Großfol. mit Text. Berlin, Ch. Claesen & Co. (hier handelt es sich fast nur um 
Wappenscheiben, bald einzelner Kantone oder Städte, bald der Gilden u. der hervor- 
ragenden adel. od. bürgerl. Familien). Vgl. auch A. Lehmann, D. Bildnis bei den 
altdeutschen Meistern bis nach Dürer. Leipzig 1900, S. 201 ff. — Friedrich H. Hof- 
mann, Die Donatoren auf Dürers Paumgartneraltar, „Die christliche Kunst" I, 1905, 
S. 169 ff. 

2 ) Vgl. die Abb. „Glasgemälde im Rathause zu Reutlingen", DH 32. — Frdr. 
Warnecke, Gesch. d. Glasmalerei. 2. Afl. — Wackernagel, D. deutsche Glas- 
malerei. Leipzig 1855. — Gessert, Gesch. der Glasmalerei. Stuttgart u. Tübingen 
1839. — Katalog der im germanischen Museum befindlichen Glasgemälde aus älterer 
Zeit. 2. Afl. Mit Abb. Nürnberg 1898. — Camesina, Glasgemälde aus d. 12. Jht. 
im Kreuzgange d. Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz im Wienerwalde. Wien 1859. — 
Glasfenster mit Wappen im Dom zu Havelberg (mit Tfl.), DH 29. — Meisterwerke d. 
schweizerischen Glasmalerei, mit Text v. Hafner. Berlin 1888. — A. Grenser, D. 
Glasscheiben d. Bürkischen Slg. schweizerischer Altertümer, MAW I, 43ff. — Hans 
Dedekam, Glasmaleriets Esthetik og Historie. Saetryk af „Norsk Tidskrift feer Haand- 



Glasmalerei. Hausgerät. 181 

bildeten für die nicht kirchlichen Glasgemälde von Anfang an den belieb- 
testen Inhalt und den Hauptinhalt. Zu den Wappen fügte man auch ein 
oder mehrere Bildnisse des Geschlechts oder aus der Zunft oder ein ganzes 
figurenreiches Geschichtsbild, am liebsten ein solches, das in das Genre 
hinüberglitt. Diese bürgerliche Richtung der Glasmalerei wurde in Deutsch- 
land besonders von allen größeren, namentlich von den vielen noch in Frei- 
heit und Wohlhabenheit stolzen Reichsstädten gepflegt. Was Paul von 
Stetten über sein Augsburg sagt: „Es war vor Zeiten keine Kirche, kein 
öffentliches Gebäude, kein Haus eines vermöglichen Mannes, darin man nicht 
gern alte Fensterscheiben erblickte", das gilt nicht von Augsburg allein, vor- 
nehmlich aber gilt es von Nürnberg: in Nürnberg wurde die Glasmalerei 
dadurch befruchtet, daß hier schon um das Jahr 1400 sich eine eigentümlich 
strebende und schaffende Malerschule entwickelt hatte, daß im 16. Jahr- 
hundert hier Albrecht Dürer wirkte, der größte deutsche Maler für 
manches Geschlecht, daß eben hier die Bürgerschaft von einem höheren 
Zuge geistigen Lebens ergriffen und durchdrungen war. Um so natürlicher 
ist es, wenn namentlich zu Nürnberg die heraldische Glasmalerei breiten 
Einzug auch in die Kirchen gefunden hat. Zeugen dessen sind z. B. ein 
Chorfenster bei St. Lorenz von 1490, auf dem das Wichtigste die Bildnisse 
Kaiser Friedrichs III. und seiner Gemahlin Eleonore von Portugal nebst all 
den unzähligen Wappenschilden beider, und im Chor von St. Sebald das 
Maximiliansfenster von 1515 mit ebensolcher Wappenunzahl und den Bild- 
nissen Kaiser Maximilians I. und anderer seines Hauses. Die Glasmalerei ver- 
vollkommnete sich derartig, daß sie es verstand, auf der Fläche eines ein- 
zigen Feldes die reichste Mannigfaltigkeit der Farben spielen zu lassen und 
auch profane Bauten auf das prächtigste zu schmücken. 

Wie das Haus, so bietet auch das Hausgerät 1 ) gelegentlich dem Hausgerät 
Familienforscher Aufschluß. Mit Namen (Anfangsbuchstaben) und Jahres- 
zahlen sind auch sehr oft die Himmelbetten, Wiegen, Kästen, Truhen auf 
Bauernhöfen bemalt. In ihnen finden sich auch noch Tabaksdosen, Pfeifen, 
Glocken und andere bewegliche Habe mit dem Namen oder Monogramm 
des Urgroßvaters oder Großvaters, ebenso Mörser und Spinnräder mit jenen der 



vserk og Industri" ved Kristiania Kunstindustriemuseum. Kristiania 1908. — -Zemp, 
Jos., D. schweizerische Glasmalerei. E. kunsthistor. Skizze. „Monat-Rosen." Luzern 
1890. — Hans Leh'mann, Z.Geschichte d. Glasmalerei in d. Schweiz. Zürich 1908. — 
W. Lübke, Ü. d. alten Glasgemälde der Schweiz. Zürich 1866. — H. Oidtmann, 
D. Glasmalerei. I. Tl.: D. Technik d. Glasmalerei, Köln 1892; II. Tl.: Die Geschichte 
der Glasmalerei, Köln 1898; Drs., Die Glasmalerei im alten Frankenlande. Leipzig 
1907. — C. Styger, Glasmaler und Glasgemälde im Lande Schwyz (1665—1680). 
Einsiedeln 1878. — H. Kasser, D. Kirche von Worb u. ihre Glasgemälde. Kirchl. 
Jb. f. d. Kt. Bern, V, 1893. — A. Huyskens, Z. Gesch. d. Glasgemälde in d. Elisabeth- 
kirche zu Marburg: FuB 6. — Ü. die zahlreichen Wappen adel. u. bürgert. Geschl. 
Niedersachsens im Vaterländischen Mus. in Celle vgl. FB II, 276. — G. Arndt, D. 
Glaswappen d. Schützengesellschaft in Halberstadt, FB 1910, S. 43 (Verzeichnis d. dort 
vertretenen Familien) u. D. Glaswappen d. Schützengesellschaft zu Halberstadt. E. Beitr. 
z. Bürger- u. Wappenku. (Selbstverl. v. Oberpfarrer em. Arndt in Wernigerode a. H.) 
*) R. v. Damm, Hochzeitsschüsseln, mit e. Nachtrag v. Joh. Hohlfeld, FB 1912. 



jg 2 Das Grabdenkmal bei Griechen und Römern. 

Urgroß- und Großmutter, desgleichen Zinngeschirr, alte Tassen, Gläser, Krüge, 
Schlösser, ja selbst Waffen und Tauf- und Firmgeschenke. Ein interessantes 
Eislebisches Hohlmaß, offenbar ein amtlich geaichtes Trockenmaß für die 
Stadt Eisleben und die Grafschaft Mansfeld, ist mit einer Menge von Vor- 
und Familiennamen mit beigesetzter Zeitangabe aus den Jahren (15)93 bis 
mit 1677 bedeckt. Die eingeschnittenen Namen scheinen die von amtlichen 
städtischen Personen zu sein, die das Normalmaß in ihrer Verwahrung hatten, 
um in Streitfällen danach zu entscheiden oder die Richtigkeit der beim Ver- 
kaufe benutzten Hohlmaße damit zu prüfen. 1 ) Ebenso kommen das Kirchen- 
gerät und überhaupt alle für gottesdienstliche Zwecke bestimmte 
Gegenstände gelegentlich für den Familienforscher in Betracht. Für diesen 
sind unter Umständen die Meßkelche, Meßgewänder, Monstranzen, Kanzel- 
decken und andere Paramente wertvoll, da sie oft Daten über die Dona- 
toren liefern. 

Fälschungen kommen auch bei Geräten aller Art vor. Besonders zu 
bemerken ist, daß nicht selten Holztafeln mit einem Reiter zu Pferde und 
einem Wappen gefälscht wurden. Man entnahm irgend einem Turnierbuch 
die Ritterfigur und fügte ein Wappen bei, das den Kundigen unter Um- 
ständen leicht die Fälschung verrät. 
Das Grabdenk- Hervorragend wichtige Quellen zur Familiengeschichte sind zu allen 

n fnd e iSneri en Zeiten die Grabdenkmäler 2 ) gewesen. 

Die Grabdenkmäler der Griechen und Römer bieten dem Familien- 
forscher ein reicheres Material zur Geschichte der Familien, als die alt- 
christlichen Monumente. Die Griechen begruben ihre Verstorbenen vor den 
Toren der Stadt; dort errichteten sie ihnen Monumente; mit heiterem oder 
ernstem Zurufe begrüßten die Totenmale den sich der Stadt nähernden 
Wanderer. Feinsinnig stellt der Grieche den Entschlafenen dar, in seiner 
gewohnten Beschäftigung oder ruhig Abschied nehmend von seiner Familie. 
Auch die römischen Kunststätten bleiben meist befreit von alledem, was an 
den bleichen Tod gemahnt. 



!) H. Größler, Ein Eislebisches Hohlmaß in: Mansfelder Bl., 22. Jg. Eisleben 1908. 

2 ) D. folgenden Erörterungen im Text z.T. nach Heinrich Bergner, Grundriß 
d. kirchl. Kunstaltertümer in Deutschland. Göttingen 1900. — Es kommt nicht selten 
vor, daß alte Grabmonumente von ihrem ursprünglichen Standort weggekommen sind. 
Manchmal sind sie als Baumaterial zu kirchlichen od. profanen Bauten benutzt worden; 
auch als „Brückchen", so in Wunsiedel, Schirnding usw.; unter Umständen können 
dann d. betreffenden Steine noch gefunden werden. Bei Frankfurt a. M. wurden Grab- 
steine in d°m Fundament einer karolingischen Kirche vermauert; zu diesem hat man 
stellenweise fast ausschließlich Sarkophagtrümmer u. hier u. da auch frühere christi. 
Grabsteine, die d. dortige uralte Friedhof in reicher Zahl als willkommenes Baumaterial 
darbot, verwendet. In neuester Zeit haben Nachgrabungen Inschr. v. jenen vermauert. 
Grabmonumenten wieder zutage gefördert; vgl. E. Neeb, KGV 1908, 390 ff. Zuweilen 
fristen d. Grabsteine in irgend e. Winkel, z. B. in e. Keller od. auf e. Oberboden, ein 
stilles Dasein. Man lasse es sich keine Mühe des Suchens verdrießen, bis man alle 
Möglichkeiten erschöpft zu haben glaubt, d. vermißte Monument zu finden. In pro- 
testantischen Gegenden muß man, soweit die Gemeinden lutherisch sind, auch 
nach Altären, Gemälden, Grabsteinen usw. aus kathol. Zeit auf Böden und in Kellern 



Das christliche Grabdenkmal. 183 

Der Römer 1 ), der neben dem eigentlichen Zwecke des Grabmals zugleich 
auch den Glanz und die Macht seiner Familie zeigen will, stellt den Toten 
dar, umgeben von seiner Klientel, mitten in seinem Berufe, er führt uns vor 
Augen, was alles der Verstorbene geleistet für seine Mitbürger in Krieg und 
Frieden. So wird das Grabmonument ein Ruhmesdenkmal des Verstorbenen 
und der Hinterbliebenen, eine Art Familienchronik in Stein. Das bekannteste 
Denkmal römischer Grabsteinkunst diesseits der Alpen ist die Igler Säule. 
Diese ist von der Familie der Secundinier von Secundinius Securus und 
seinem Bruder Secundinius Aventinus ihrem Vater und ihrem Verwandten 
gesetzt. Man sieht den Abschied des alten Secundinius von seinen Söhnen 
dargestellt. Der ältere derselben hält ein Tuch auffallend präsentierend; da 
auch in der Attika Personen damit beschäftigt sind, Tücher aufmerksam zu 
prüfen, so hat man schon früh deswegen die Secundinier für Tuchfabrikanten 
erklärt. Schöne, aussichtsfreie Natur war offenbar mit maßgebend für die 
Wahl des Grabmonumentes. 

Anders die altchristlichen Menschen. Hier ist von Anfang an der Zug Das christliche 
nach der geweihten Stätte. Wem es nur irgend die Mittel erlauben, der 
sucht eine Ruhe in der Nähe des im Tabernakel unter Brotgestalt verbor- 
genen Heilands. Wie der Vornehme in der Kirche, gemäß dem spätantiken 
Klassensystem, seinen bestimmten, bevorzugten Platz im Leben hatte, so 
wollte er auch im Tode in oder bei der Kirche begraben sein, hier am 
Gnadenorte auch für das Jenseits möglichst viel für sich und die Seinen zu 
gewinnen. Beim christlichen Grabmal herrscht überall der Hinweis auf das 
künftige Leben, die Ehrfurcht vor Gott und die Heiligen. 

Die ältesten christlichen Grabdenkmäler auf deutschem Boden, die figür- 
liche Darstellung zeigen, sind als Schmuck des Sarkophages selbst zu denken. 
Das Volk will den verehrten Toten sehen, und so wird sein Bild auf dem 
Deckel des Sarkophages ausgehauen, oder eine Bronzeplatte mit dem Bild 
des Verstorbenen wird auf die Grabstätte gelegt. Der Verstorbene erscheint 
so gleichsam aufgebahrt, mit den Abzeichen seiner Würde. Natürlich kommt 
auch den weltlichen Herren dieser Erde ein solcher Grabschmuck zu. Bald 
aber wollen auch die kleinen Herren nicht zurückstehen, mit dem gesteigerten 
Selbstbewußtsein des Eingeborenen wächst der Wunsch, sich zu verewigen, 
sein Bild in möglichst dauerhaftem Material den kommenden Geschlechtern 



suchen. Ü. d. Entfernung eines Altarbildes von Lukas Cranach d. Ä. aus d. Kirche zu 
Koswig (Anhalt) berichtet H. Wäschke AQ 10, 143; d. Grund f. d. Einschließung war 
Furcht v. Abgötterei. Wo Zwingiis od. Calvins Lehre herrschend wurde, ist meist 
alles zerstört, jetzt also nichts zu finden. Als e. Beispiel der merkwürdigen Schicksale, 
die den Grabdenkmälern widerfahren können, sei das des Königs Rudolf v. Habs- 
burg angeführt. Vgl. Eduard Freiherr von Sacken in d. Festschr. z. 600jährigen 
Gedenkfeier d. Belehnung d. Hauses Habsburg mit Österreich, Wien 1882, S. 123 f. — 
An anderen Beispielen erläutert den Satz „habent sua fata tumuli" die Redaktion des 
ASGA, 12. Jg. Nr. 1. März 1866. — Götzinger, Reallex. der deutschen Altertümer, 
Artikel „Grabdenkmäler". 

*) Preuß, Arthur, Poetische Grabschriften auf römische Frauen u. Mädchen, 
Wissenschaftl. Beil. d. Leipziger Zeitung 1910, Nr. 11, 19. März. 



j g4 Das christliche Grabdenkmal. 

zu überliefern. So wird die Sitte, das Bild des Verstorbenen auf der Grab- 
stätte auszuhauen, allgemein; wer sich einen solchen Luxus nicht gestatten 
kann, läßt wenigstens die Wappen seines Geschlechtes auf der Platte an- 
bringen. 

Aus dem Sarkophage entwickelt sich die Tumba, das Prachtgrabmal. 
Auf der oberen Platte liegt der Verstorbene, die Lang- und Schmalseiten 
sind entweder glatt, oder mit Reliefs geziert, auch mit kleinen Architekturen, 
in und an welchen Statuetten angebracht sind. Eine rechteckige, horizontale 
Platte mit dem Bilde des Verstorbenen ruht auf zwei vertikalen, etwas pro- 
filierten Platten; an Stelle dieser Platten können auch kleine Pfeiler oder 
sitzende Löwen treten. 

Diese Form wird oft als Doppelgrabmal in der Gestalt verwertet, daß 
zu ebener Erde eine skulptierte Platte liegt und darüber auf Pfeilern die 
getragene Platte. So z. B. das Grabmal des Grafen von Werd und S. Wil- 
helm zu Straßburg. Die untere Platte zeigt das Bild des Kanonikus Philipp 
von Werd (f 1332) und die obere, von Löwen getragene den Landgrafen 
Ulrich von Werd (f 1344). 

Im Unterschiede zu den liegenden Grabmälern bezeichnen stehende 
Epitaphien nicht den Begräbnisplatz selbst, sondern erscheinen als direkte 
Fortsetzung der antiken Marmorsteine, deren Geschichte sich von den Zeiten 
der Römerherrschaft bis in das 11. Jahrhundert am Rhein verfolgen läßt. 
Die Sitte verliert sich zunächst, tritt aber im 15. Jahrhundert wieder nach- 
drücklich auf, und zwar sind es kleine Bronzeplatten, die kurz die Lebens- 
beschreibung enthalten und in Wände, in Säulen usw. eingelassen sind. In 
diese Klasse gehören ferner die Totenschilde der Ritterorden, Gesellschaften, 
Patrizierfamilien, die in Kirchen und Kapellen zur Erinnerung aufgehäuft 
wurden, meist kreis-, vierpaß- oder rautenförmig aus Bronze, Holz- bemalt 
oder Leder- gepunzt. Doch tritt auch eine reichere und bildungsfähige Form 
auf, das Andachtsbild, eine biblische Szene, meist Christus am Kreuz, mit 
dem Verstorbenen oder der ganzen Familie in knieender Stellung darunter, 
wie dieselben von dabei stehenden Heiligen der göttlichen Barmherzigkeit 
empfohlen werden. 

Die Trennung des Epitaphs vom Grabmal wird seit dem 30jährigen 
Kriege vollständiger. Erst im 18. Jahrhundert gewinnt das Mal auf dem 
Friedhof selbständige Bedeutung, doch in äußerst wechselnder Form. 

Neben aufrechtstehenden Porträtfiguren von Bürgern und Bauern im 
Sonntagsstaat, bei dem der gute Wille meist höher zu achten ist als 
die Kunst, sind überaus häufig die laub- und muschelumrahmten Kartuschen 
und Papierrollen mit den Familiennachrichten und Leichentext, die an Säulen, 
Pyramiden und Urnen angelehnt sind, von allerhand Unholden, Putten und 
Todesengeln umspielt, andererseits schmiedeeiserne Grabkreuze mit Ranken- 
ornament, bei denen die Bilder und Inschriften in einem kleinen, verschließ- 
baren Schrein auf Blech gemalt wurden. Als letzten trübseligen Nachklang 
der Totenschilde kann man die zahllosen Kränze und Kästchen mit Flitter- 
kronen ansehen, die seit der Zeit der Aufklärung die Emporebrüstungen der 



Inschriften auf Grabdenkmälern. 185 

protestantischen Dorfkirchen verunzierten. An Stellen, wo ein Mensch durch 
Mörderhände fiel, wurden in alter Zeit Kreuze errichtet. Es erscheint ge- 
radezu als mittelalterliche Rechtsgewohnheit, dem Mörder neben dem Wehr- 
geld die Errichtung eines Sühnekreuzes aufzulegen, auf dem oft die Mord- 
waffen oder die Figur des Erschlagenen oder dessen Standesabzeichen und 
Handwerksgeräte abgebildet sind. Noch wohlerhalten ist zum Beispiel das 
Kreuz, das Graf Heinrich von Schwarzburg wegen Ermordung eines Priesters 
Heinrich von Gispersleben 1313 bei Erfurt errichtete. Aber auch Verun- 
glückten oder plötzlich Gestorbenen wurde an der Todesstelle ein Denkstein 
gesetzt, eine Sitte, die sich in den „Marterln" des Hochgebirges bis auf den 
heutigen Tag erhalten hat. 

Alle diese Denkmäler, die über die Stätte des Todes den goldenen Inschriften auf 
Schein der Kunst und der Religion breiten, sind den Familienforschern eine mütn. 
wertvolle Quelle der Belehrung. Die Inschriften, die auf diesen Denkmälern 
angebracht wurden, geben über die Genealogie der Verstorbenen und über 
den Geist, mit dem ihrer von den Hinterbliebenen gedacht wurde, mannig- 
fache Aufklärung. Mit Dank ist es daher zu begrüßen, daß solche Inschriften 
gesammelt und, wo sich die finanzielle Möglichkeit dazu fand, auch gedruckt 
wurden. Sehr reichhaltig sind die Monumente in der sächsischen Berg- 
hauptstadt Freiberg 1 ), wo auch eine stattliche Anzahl derselben in den dor- 
tigen altehrwürdigen Kreuzgängen eine schützende Unterkunft gefunden hat. 2 ) 
Besonders wertvoll sind solche Drucklegungen dann, wenn, was bei der 
Entwicklung unserer Großstädte jetzt immer häufiger vorkommt, ältere Kirch- 
höfe durch Säkularisation verschwinden. So haben sich z. B. die Inschriften 
des ehemaligen Gottesackers an der Dresdner Frauenkirche in dem Druck- 
werk erhalten: Joh. Gottfr. Michaelis Dressdnische Inscriptiones und Epi- 
taphia, welche auf denen monumentis der in Gott ruhenden, so all hier in 
und außer der Kirche zu unser Lieben Frauen begraben liegen, zu finden. 
Anderwärts werden derartige Abschriften von Kirchhofsinschriften hand- 
schriftlich in Bibliotheken aufbewahrt; so existiert z. B. ein Recueil d'epi- 
taphes de Tournai in der Bibliothek dieser Stadt (Gesch. d. uradl. Hauses 
Bary 1223 — 1903, unter Mitwirkung v. F. Cl. Ebrard zusammengestellt v. 
Heinrich v. Nathusius-Neinstedt, Frankfurt a. M. 1904, S. 293). — 
J. Schmid, Inscriptiones monumentorum quae sunt Stutgardiae, 1640 u. 1656, 
Ms. Landesbibl. Stuttgart. — M.S.Priester, Monumentorum sepulchralium 
Ansbach 1746. Ms. Probst. Kirchenpflege St. Johann, Ansbach. — Epitaphien- 
buch. Hall, um 1680 (Ms., Ratsarchiv, Schw.-Hall). 

Bei Ausbesserungen oder Erneuerungen von Grabsteinen liefen gelegent- 
lich falsche Angaben unter. Man muß mit derartigen Möglichkeiten immer 



x ) Grübler, Joh. Sam., Histor. Beschr. d. Kurf. Begräbnisses u. d. gesamten 
fünf Kirchen zu Freiberg samt denen daselbst befindlichen epitaphiis, Inscriptionibus 
u. Monumentis, nebst beygefügter kurzer Lebensbeschreibung d. dasigen Patriciorum 
u. Geschl. in zwei Teilen 1731. 1732 (der zweite Teil unter dem Titel: Ehre der Frey- 
bergischen Totengrüfte usw.). 

a ) Gerlach, D. Freiberger Domkreuzgänge MFA 6. 10. 14. 15. 25. 29. 



186 Fälschungen von Grabinschriften. 

bei alten Grabsteinen rechnen und deshalb sorgfältig prüfen, ob etwa die 
einzelnen Teile der Inschrift zu verschiedener Zeit eingemeißelt sein können. 
So ist z. B. die Inschrift auf dem Grabstein der Aichaimer im Kreuzgang 
zu St. Peter in Salzburg nicht, wie Walz annahm, in einem einzigen Zuge 
angefertigt, sondern zu verschiedenen Zeiten; bei der einen Jahrzahl hat der 
Steinmetz, was in Dutzenden von anderen Fällen nachweisbar ist, einen 
Hunderter unterschlagen, statt 1303 muß es 1403 heißen. 1 ) 
Fälschungen von ^us ( j en Arbeiten von Boeckh, Mommsen, Hirschfeld und anderen Ge- 

Orabinschnften. ' ' 

lehrten ist zu ersehen, daß die Epigraphik mit Fälschungen zu kämpfen 
hat. Neben den Inschriftenfälschern in großem Stil, wie Ligorio, Boissard. 
Pratilli, denen es durch ihre umfangreiche Tätigkeit gelungen ist, die latei- 
nischen Inschriften insgesamt in Mißkredit zu bringen, haben schon seit 
Jahrhunderten Lokalfälscher ihr Unwesen in bescheideneren Grenzen ge- 
trieben. 2 ) Auch Grabinschriften wurden gelegentlich gefälscht. 3 ) Ich 
wähle als Beispiel eine, die 'auf das Fälschertreiben ein interessantes Licht 
wirft. Dieselbe gehört zu den Machwerken des von bürgerlichen Eltern 
geborenen Demetrius Rhodocanakis, der sich und seine Vorfahren männlicher 
Seite an die englischen Paläologen anhängt. Der im Jahre 1636 in England 
gestorbene Theodor Palaeologos hatte fünf Kinder, drei Söhne und zwei 
Töchter Maria und Dorothea. Rhodocanakis läßt ihn aber noch eine dritte 
Tochter Theodora haben, diese am 6. Juli 1594 geboren sein und sich am 
10. Oktober 1613 zu Neapel in der Peter-Paulskirche mit einem Demetrius 
Franziskus Rhodocanakis vermählen. Dieser Demeter Franz Rhodocanakis 
hat einen angeblichen Sohn Konstantin, und dieser ist die genealogische 
Brücke für die Abstammung des Abenteurers von den Paläologen. Um diese 
Brücke zu schlagen, erfand Rhodocanakis eine lateinische Grabschrift, die in 
deutscher Übersetzung also lautet: 

„Im Namen des Allgütigen und Allmächtigen Gottes. Hier ruht der 
hochadlige und sehr weise Prinz Konstantin Rhodocanakis, jüngerer Sohn 
des sehr vornehmen und erhabenen Prinzen Demeter Franz Rhodocanakis 
aus dem Stamme der Kaiser von Byzanz und der Durchlauchtigen und gott- 
seligen Herrin Theodora Palaeologo, der einzigen Tochter, Erbin und Nach- 
folgerin des hochheiligen und gesalbten Theodors IV. Palaeologos, Erbkaiser 
des Heiligen Byzantinischen Reiches. Er starb im 54. Jahre seines Lebens, 



x ) Leonhardt, Ü. Schwierigkeiten bei d. genealog. Verwertung mittelalterlicher 
Grabsteine, FB 1911. 

2 ) Im Corpus inscriptionum Graecarum sowie im Corpus inscriptionum latinarum 
sind die gefälschten Inschriften den echten angehängt oder vorangeschickt. Namentlich 
in Italien ist die Zahl der Fälschungen erstaunlich. Über gallische Inschriftenfälschungen 
handelt speziell O. Hirschfeld in den Sitzungsberichten der philosophisch-historischen 
Klasse der Kaiserl. Akademie der Wissenschaften zu Wien 1884 Bd. 167. 

8 ) L. Riedl veröffentlicht MAW 1911, S. 2 e. Wappen Gensprunner, das völlig 
gleich ist demjenigen, das v. Pantz MAW Nr. 340 an e. zu Radstadt befindl. Grabmale 
des Ruprecht u. Georg Gensprugger beschreibt, in e. Falle muß e. unrichtige Ein- 
meißelung d. Namens stattgefunden haben. 



Fälschungen von Grabinschriften. Wappen auf Grabdenkmälern. 187 

am 13. August im Jahre des Heils 1689. Diesen Marmorstein ließ, als 
Zeugnis ihrer Liebe die trauernde Gattin setzen. Er ruhe in Frieden." 

Diese Grabschrift, die sich, wie Rhodocanakis in seiner Lebensbeschrei- 
bung des Konstantin Rhodocanakis angibt, auf einem Steine in der Nieuwe 
Kerk zu Amsterdam befinden soll, ist seine eigene freie Erfindung. Weder 
Grabstein noch Inschrift war jemals am angegebenen Ort vorhanden. Ein 
Konstantin Rhodocanakis, eben derselbe, dessen Lebensbeschreibung der 
Demetrius herausgab und dessen Grabinschrift er fälschte, ist eine in der 
englischen Geschichte bekannte Persönlichkeit. Er war Hofalchimist und 
Leibarzt des Königs Karl II. von England. Der Abenteurer mußte trachten, 
seine Abstammung von diesem Konstantin nachzuweisen. Ihn sodann mit 
dem englischen Palaeologen zu verschwägern lag nahe genug. Unglück- 
licherweise waren ihm bei diesem Vorgehen aber diejenigen englischen Ver- 
öffentlichungen über die Paläologen in Cornwall entgangen, aus denen die 
Vermählung des Theodor Paläologos mit Mary Balls, das Vorhandensein 
von fünf Kindern aus dieser Ehe und der Tod Theodors auf englischem 
Boden (1636) auf Grund kirchenbuchlicher Eintragungen klar hervorgeht. 
Als sie ihm vorgehalten wurden, half er sich zunächst damit, daß er Mary 
Balls nur für die Geliebte Theodors erklärte, dann, als er sah, daß diese 
Ehe als eine solche nicht in Abrede gestellt werden konnte, indem er für 
die byzantinischen Kaiserfamilien das Vorhandensein eines Ebenburtsrechtes 
behauptete und die Ehe des Theodor Palaeologos mit Mary Balls, weil diese 
nicht einem gleichen Hause entstammte, als eine unebenbürtige Ehe hin- 
stellte. Nur auf diesem Wege konnte ja die Behauptung aufrecht erhalten 
werden, eine Tochter sei seine Erbin und Nachfolgerin (haeres et successor) 
und diese Tochter sei dessen einzige Tochter (unigenita), wie alles auf dem 
Amsterdamer Grabsteine stehen sollte. In dieser Amsterdamer Grabschrift 
ist auch der „sehr vornehme und erhabene Prinz Demeter Franz Rhodocanakis" 
als „aus dem Stamme der Kaiser von Byzanz" bezeichnet. Die Frage, wie 
der Abenteurer den fürstlichen Rang seines eigenen Geschlechts begründet, 
spitzt sich also darauf zu, wie er die vorstehende Rhodocanakissche Abstam- 
mung „aus dem Stamme der Kaiser" rechtfertigt und herleitet. Er macht 
dies, indem er einem Andronikos Dukas, der nur einen einzigen Sohn namens 
Konstantin hatte, einen zweiten Sohn namens Nikephoros andichtet und zum 
Nachweis von dessen Existenz eine Münze fälscht. (Emile Legrand, Dossier 
Rhodocanakis, Etüde critique de Bibliographie et d'histoire litteraire. Paris 
1895.) (VJH 1910.) 

Bei der Beurteilung der Wappen auf Grabmälern *) muß man die Jahr- Wappen auf 
hunderte verschieden ansehen. Man gab zuerst dem Wappen des Verstor- °™JJjJ t k " 






!) D. Beste ü. diesen Gegenstand findet man dargestellt v. Leonhard, FB 1910 
u. 1912, v. Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg KGV 7, 20, v. Lütgendorff-Lein- 
burg, Familiengesch., Stammbaum und Ahnenprobe, Frankfurt a. M., 2. Afl. 1910 u. 
v. Kekule v. Stradonitz, Ahnenproben auf Kunstwerken, D.Zukunft, 10. Jg., Nr. 42 
v. 19. H. 1902, wieder abgedruckt in seinen Ausgewählten Aufsätzen I 1905, S. 253 ff. 
Interessantes hier einschlagendes Material findet man in Salvers „Proben des hohen 



188 Ahnenproben auf Grabdenkmälern. 

benen das seiner Gattin und seiner Mutter mit oder, wenn er unvermählt 
starb, das seines Vaters. Dieses System hat man schon zu Ende des 
14. Jahrhunderts durch Hinzufügung weiterer Schilde angeheirateter Frauen 
entweder zu einer Filiation im Mannesstamme oder aber zu einer Art von 
Ahnenprobe erweitert. 

Ahnenproben Noch schwieriger wurde die Bestimmung der Reihenfolge der Wappen, 

dermalem. als man anfing, die Wappen von 8 oder 16 Ahnen auf Denkmälern anzu- 
bringen. Zwar die Zählung der Ahnenquartiere richtete sich nach der in 
den Reichsstiftern. Aber es gab sehr verschiedene Arten, nach denen man 
die gezählten Wappen zu stellen pflegte. Welches die häufigste Stellung 
sei, darüber weichen die Angaben von Bucelin 1 ), Hattstein' 2 ), Estor 3 ) und 
von Neumann 4 ) voneinander ab. Bei 8 Ahnen war hauptsächlich diejenige 
Stellung beliebt, bei der links vom Sarg die ungerade zu zählenden Wappen 
stehen von 1 — 7, gegenüber die von 2 — 8, so daß die Nummern 7 — 8 zu 
unterst zu liegen kommen. Auf einzelnen Denkmälern ist eine ganz eigene 
Reihenfolge der Ahnen beobachtet. Bei anderen ist man im Zweifel, ob 
dieselbe absichtlich gewählt worden ist oder ob sie auf einem Irrtum beruht. 
Auf anderen stehen die Wappen wie willkürlich. 

Bei 16 Ahnen nahm man gern die Nummern 1 und 2 über das Haupt 
der Leiche, Nr. 15 und 16 zu Füßen, die ungeraden Nummern 3 — 13 links, 
die geraden 4 — 14 rechts von der Leiche. Doch finden sich so zahlreiche 
Abweichungen, daß die richtige Lektüre einer nicht durch Inschriften erläu- 
terten gemeißelten Wappentafel oft zu den größten Schwierigkeiten gehört. 
An strenge Regeln scheint sich das Kunsthandwerk der früheren Jahrhunderte 
in dieser Richtung nur dann gehalten zu haben, wenn es unter eine genaue 
Aufsicht genealogischer Sachverständiger gestellt war. Die Erfahrung lehrt 
leider, daß dies nicht allzuhäufig der Fall war. 

Bei Ahnenproben auf Grabmälern ist noch ein wichtiger Unterschied 
zu beobachten. Die ältesten Darstellungen beziehen sich, wenn man das 
übliche Ahnentafelschema anwenden will, nicht etwa auf den Verstorbenen, 
sondern auf einen, vielleicht nur gedachten Sohn des Stifters. Einen Um- 
schwung brachte das 15. Jahrhundert; seitdem handelte es sich regelmäßig 



Teutschen Reichs-Adels" Würzburg 1775 u. bei Rudolphi, Heraldica curiosa (2. Afl. 
1718). In Betracht kommen ferner u. a. Lorenz, Lehrb. d. Genealogie 208 ff. — 
Kr oll mann', D. Ahnen d. letzten Grafen v. Hoya. E. Beitr. z. Beurteilung v. Ahnen- 
wappen auf Grabdenkmälern u. v. Ahnenproben f. Domstifte, Jubiläumsschr. des Ro- 
land, yer. z. Förderung der Stamm-, Wappen- u. Siegelku. 1912, S. 35—54; Macco, 
Saxa loquuntur, ebd. S. 55—67; Buhmann, Fr., Wenig bekannte heraldische Kunst- 
schätze in der Münsterkirche zu Hameln a. d. W., HMK 1911. 

x ) Bucelini, G., Germania Topo-, Chrono-, Stemmatographica sacra et profana. 
Pars altera. Genealogica Germaniae notitia. Partis «ecundae pars tertia. 

8 ) Hattstein, D. H. v. u. zu, D. Hoheit d. teutschen Reichsadels Explicationes s d ». 

3 ) Estor, J. G., Praktische Ahnenprobe S. 457. 

4 ) Neumann, J. F. W. de, Meditationes juris principum de jure personarum 
illustrium earumque ministris. Lib. II, Tit. XII, S. 182 ff 



Literatur über Grabdenkmäler. 189 

um Ahnenwappen des Verstorbenen oder um eine beiderseits gleichmäßig 
ausgestaltete Ahnenprobe für ein Ehepaar. 1 ) 

Die gedruckte Literatur über unsere Grabdenkmäler ist so groß, daß es 
unmöglich ist, Vollständigkeit auch nur annähernd zu erreichen. Trotz dieser 
reichen Literatur ist aber viel Material noch nirgends veröffentlicht. Ich 
verzeichne die folgenden Arbeiten: 

Amrhein, August, Beitr. z. fränkischen Epitaphienliteratur. Arch. d. Histor. 
Ver. v. Unterfranken u. Aschaffenburg, Würzburg 1904, S. 187 ff. 

Ankert, Hnr., Grabinschr. v. alten Friedhof in Leitmeritz, Mtlg. d. Ver. f. Gesch. 
der Deutschen in Böhmen XLVIII, 1910, Nr. 3. 

Arnswaldt, Werner Constantin v., Einige Inschr. u. Wappen v. Epitaphien 
in Stift Obernkirchen u. Bückeburg, DH 37 d. Drs., Grabmal des Bartold Busse, FB 
1910, 1; drs., Grabinschr. d. luth. Kirche in Rinteln, DH 41; drs., Aufschr. u. Wappen 
d. Särge in d. Krypta d. Stiftsk. zu Fischbeck, DH 41. 

As coli, Iscrizioni inedite o mal note, Greche, Latine, Ebraiche di antichi sepolcri 
Giudaici edite e illustrate da G. J. Ascoli. Con otto tavole fotolitografiche. Torino e 
Roma 1880. Dazu H. Graetz, D. alten jüdischen Katakombeninschr. in Süditalien, 
Monatsschr. f. Gesch. u. Wft. d. Judent. 29. Jg. 1880, S. 433-451. 

Atlas, Kunsthistorischer. X. Abt. Sign. v. Abb. mittelalterlicher Grabdenkm. 
aus d. Ländern d. österreichisch-ungarischen Monarchie. Mit 108 Tfl. Wien, Anton 
Schroll & Co. 

Bach, Max, D. fürstl. Württemberg. Epitaphien u. Denkm. in d. Stiftsk. zu Stutt- 
gart, WJOB 7. Drs., D. Grabdenkm. u. Totenschilde d. Münsters zu Ulm, WVL 1893; 
dazu DH 30, S. 41. 

Bar big, Fr., Grabstein d. Karl Heinrichs v. Eickstedt btr. Leininger Geschichtsbl. 
7, 9. 1908. 

Bardeleben, C. v., Einiges ü. d. Grabdenkm. d. St. Marien-Domk. zu Fürsten- 
walde an d. Spree, DH 1902, S. 170 ff. 

Bartels, C. v., Einiges ü. d. Grabdenkm. d. St. Mariendomk. zu Fürstenwalde 
an d. Spree, DH 33. 

Becke-Klüchtzner, E. v. d., Grabstätten adel. Personen auf d. Gottesäckern zu 
Baden-Baden u. Lichtenthai bei Baden-Baden, VJH 13. 

v. Beckh-Widmannstetter, Grabsteine der christl. Zeit zu Friesach in Kärnten, 
Wien 1882. Ulrichs v. Lichtenstein d. Minnesängers Grabmal 1871; Studien an d. 
Grabstätten alter Geschl. d. Steiermark u. Kärntens. Berlin 1871—78; Ältere Grab- 
denkm. in Kärnten, Wien 1892; Ältere Grabdenkm. in d. Steyermark, MZKNF 17; 
Trauttmansdorfsche Grabsteine zu Trauttmansdorf, Grazer Zeitung 1878, 28. u. 29. August. 
Benndorf, Paul, D. alte Leipziger Johannisfriedhof u. d. Hospitalgruft. E. Beitr. 
z. Stadtgesch. Leipzig; drs., D. alte israelitische Friedhof in Leipzig, VGL 1911. 

Berchem, Freiherr u. Freifrau v., Adelige Begräbnis-Stätten auf dem südlichen 
Friedhofe in München. München 1913. 

Berg, D. Hohenzollerngruft in d. Pfarrk. zu Küstrin, HZJ 10. 
Bergau. R., Bronze-Werke a. d. Peter Vischerschen Gießhütte zu Nürnberg in 
Posen u. Gnesen. M. 2 Tfln. u. e. Nachtr. von H. Ehrenberg. ZHGPII (1886), 177—184, 
vgl. dazu J. Kohte, ebd. VII (1892), 485—488. 

Bergel, Ältere Grabsteine an d. Friedensk. zu Schweidnitz, ASW 8. 
Beyschlag u. Müller, Die nördlingischen Epitaphien. Beitr. z. nördling. Ge- 
schlechtshistorie, mit histor. Anm. Nördlingen 1801—3. 

Bezold, G. v., Zwei Grabdenkmäler aus d. Frühzeit d. 14. Jhts. in St. Elisabeth 
in Marburg, MGV 1911. 



i) Leonhardt, FB 1910ff. 



iqq Literatur über Grabdenkmäler. 

Blittersdorff, Philipp Freih. v., Zwei Epitaphien (in d. K. zu Ranshofen), 

MAW 5, 300. 

Blore, E., Monumentais remains of noble and eminent persons, comprising the 
sepulchral antiquities of Oreat Britain. London 1826. With 30 highly finished engravings 

by Le Kreuz. 

Borger, H., Grabdenkm. im Maingebiet v. Anfang d. XIV. Jht. bis z. Eintritt d. 
Renaissance. Leipzig 1907. 

Bo er ekel, Der Mainzer Friedhof, seine Geschichte u. seine Denkm. Z. Erinne- 
rung an sein lOOjähriges Bestehen, im Auftrage d. Stadt Mainz dargestellt. Mainz 1903. 

v. Bötticher, Der Grabstein Helfrichs von Meckau (im Stieber-Museum zu 
Bautzen) DH 1898, S. 149; Grabsteine u. Epitaphien in d. K. zu Göda. NLM 68, 1892. 

Brann, M., E. Slg. Fürther Grabschr., in: Gedenkb. z. Erinnerung an David 
Kaufmann, hrsg. v. Brann u. Rosenthal. Breslau 1900; drs., D. Grabinschr. d. 
Familie Spira in Prag, Monatsschr. f. Gesch. u. Wft. d. Judentums 1902. 

Brehmer, Wilhelm, Lübecks Messingene Grabplatten aus d. 14. Jht., HGB 1883, 

Leipzig 1884, S. 9 ff. 

Brück, Robert-, Grabmälerfund in d. Sophienkirche zu Dresden, Dresdner An- 
zeiger 1910, Sonntags-Beil. Nr. 23; drs., Die Sophienk. in Dresden, ihre Gesch. u. ihre 
Kunstschätze. Dresden 1912, vgl. dazu auch Heydenreich, FB 1912, S. 41 f f . 

Bube, Adolf, Über drei Grabsteine aus d. MA, AKDV 1863, S. 438 ff. 

Bub er, S., Ansehe Sehern. Biographien u. Leichensteininschr. v. Lemberger Rab- 
binern 1500—1890 etc. Krakau 1895 (hebräisch). 

Buch ler, AI., D. Grabschr. d. Mardochai Mochiach, in: Gedenkbl. z. Erinnerung 
an David Kaufmann, hrsg. von Brann und Rosenthal. Breslau 1900. 

Büsching, J. G., Grabmal d. Herzogs Heinrich IV. v. Breslau. Mit 5 Tfl. 
o. O. u. J. 

Busch, Nikolaus, Grabsteine im Dom (S. A.), Riga 1896. 

Busserote, Carre Joseph Xavier de, Les tombeaux du eimetiere de la Salle 
ä Saint-Symphorien, pres Tours; guide du visiteur. Tours, Semeur-Laptaine. 1882. 

Cauer, Grabdenkm. in d. Kirchen zu Schlüchtern, in: Unsere Heimat. Mtlg. des 
Heimatbundes, Ver. f. Heimatku. im Kreise Schlüchtern. 1908. 

Chajes, H. P., Jüdische u. jüdisch-indische Grabinschr. aus Aden. Mit e. Be- 
sprechung der indischen Texte von J. Kirste. Aus d. Sitzungsber. d. kaiserl. Ak. d. 
Wft. Wien 1903. 

Clemen, Otto, Eulenspiegels Epitaphium, VNS 1904. 

Clermont-Ganneau, M. Ch., Epigraphes hebraiques et grecques sur les ossu- 
aires juifs inedits. Paris 1883. 

Conrad, Verzeichnis d. auf d. Friedh. zu Görlitz ruhenden Mitgl. adel. Familien, 
VJH 24. 25. 

Crain, Meklenburgischer Fürsten Gräber in Wismar, VMG 6. 

Crull, Till Eulenspiegels Grab, VMG 33. 

Crullu. F. Techen, D. Grabsteine der Wismarschen Kirchen, VMG 55, 56. 

Cserheö,Geza v., u. Josef Gzoma, Alte Grabdenkm. in Ungarn. Budapest 1890. 

Csoma, v., Ungarische Grabsteine. Zürich 1887. 88. 90. 

Dachenhausen, AI. Frhr. v., D. Grabstein d. Markgräfin v. Baden (f 1574), 
DH 39. 

Dassel, O. v., Die Familiendenkm. in u. bei Lüneburg, FB 3. 4; Familiendenkm. 
in Chemnitz u. Umgegend, ebd. 4; Familiengeschichtliches u. Heraldisches aus d. 
Kloster Medingen, ebd. 5; Grabdenkm. in u. an d. Stiftsk. zu Wunstorf (bei Hannover), 
veröffentlicht u. photographisch aufgenommen, ebd. 6; Grabdenkmal d. im J. 1725 
verstorbenen Pastors Mag. Georg Ernst Bachrodt u. snr. drei Frauen an d. Kirche zu 
Clingen in Schwarzburg-Sondershausen, ebd. 

Dassel, O. v., u. August Freih. v. Minnigerode-Allerburg, Grabstein d. 
Edlen Rieme v. Allerburg v. J. 1300 an d. Kirchenruine d. Wüstung Kirchdorf bei 
Bockelnhagen (Prov. Sachsen). E. Beitr. z. Gesch. d. Freiherren v. Minnigerode, FB 6.. 



Literatur über Grabdenkmäler. 191 

Dittrich, H., Die Epitaphien u. Grabsteine d. kathol. Pfarrkirche St. Jakobi zu 
Neiße. Jb. d. Neißer Kunst u. Altert. Nr. 13, S. 23—31. 

Donadini, E. A., u. G. Aarland, D. Grabdenkm. d. Wettiner Fürsten in d. kurf. 
Begräbniskapelle d. Domes zu Meißen. 22 Tfl. in Schwarz- u. Bronzedruck u. 2 Tfl. 
in Lichtdruck. Mit Textbl. v. W. Loose. Leipzig 1898. 

Dorst, Leonhard, Grabdenkm. E. Beitrag z. Kunstgesch. des MA. Görlitz 
1846/47. 

Dreselly, A., Grabschr., Marterl-, Bildstöckl-, u. Totenbrett-Verse, dann Haus- 
inschr., Wohn- u. Trinkstubenreime, Geräthe-Inschr. u. a. 2. Afl. Salzburg 1900. 

Duellius, Raymundus, Excerptorum genealogicorum historicorum. Leipzig 
1725. S. 350 ff. bietet epitaphia ecclesiae. B.M.V in Wüntzendorff, epitaphia in ecclesia 
Lostorffensi. 

Einsiedel, Ernst Heinrich v., Grabsteine d. Familie von Einsiedel zu Gnaud- 
stein, FB 1910. 

Engel und v. Hanstein, Danzigs mittelalterliche Grabsteine. Danzig 1893. 

Erhard, Verzeichnis der Epitaphien in der Herrenkapelle am Dome zu Passau. 
OBA 6. 

Eubel, K., D. in d. Franziskaner Minoritenk. z. Würzburg Bestatteten aus d. 
Adels- u. Bürgerstande. Würzburg 1884. 

Feuchtwang, Epitaphien Mährischer Landes- u. Localrabbiner v. Nikolsburg, 
in: Gedenkb. z. Erinnerung an David Kaufmann, hrsg. v. Brann u. Rosenthal. 
Breslau 1900; Drs., Epitaphien d. Gräberfeldes zu Nikolsburg. Mtlg. z. jüdischen 
Volksku. 21. H., N. F. Jg. III, H. 1, Berlin 1907. 

Fr an kl, Ldw. Aug., Inschr. d. alten jüdischen Friedh. in Wien. Beitr. z. Alter- 
tumsku. Österreichs. Wien 1855. 

Freytag, L., E. in d. Nikolaik. zu Berlin wieder aufgefundenes Grabdenkmal d. 
im 17. Jht. verstorbenen Bürgermeisters Heinrich Straube B V 1879, S. 138. 

Friedberg, B., Neue auf d. jüd. Friedhof in Krakau aufgefundene Grabschr. 
Breslau 1900. 

Geiler, L., Wittelsbachische Grabstätten im Gebiete d. alten Pfalz. Zwei- 
brücken 1899. 

Gelder, H., Genealog. Notizen v. Grabdenkm. auf dem Kirchhofe zu Itzehoe, 
DH 34; drs., E. heraldisch -genealog. Denkm. in d. Marienk. z. Gelnhausen, DH 35 
[Epitaph Johanns v. Lauter u. snr. Ehefrau geb. v. Colmar]. 

Gerbert, Crypta San-Blasiana nova principum Austriae translatis eorum cadaver. 
ex cathedrali etc. Basil. et monast. Koenigsfeldensi in Helvetia a. 1770 ad condit. nov. 
monast. S. Blasii in Nigra Silva, c. 9 tab. San-Blas. 4°. 

Gerlach, Hnr., D. mittelalterl. gravierten messingenen Grabplatten [in Meißen 
u. Freiberg i. Sa.], MFA 4. 

Goetting, Genealog. Aufzeichnungen v. Grabdenkm. auf d. alt. Militär- Kirchhof 
zu Königsberg i.Pr., VJH 1911. 

Gottwald, Eduard, D. Sagen ü. d. Geschl. d. Edlen v. Theler u. deren Erb- 
begräbnis. Mtlg. d. Kgl. Sachs. Altert-Ver., XIII, 52—56. 

Grauert, D. Kaisergräber im Dom zu Speyer. Sitzungsber. d. philolog.-histor. 
Klasse d. Kgl. Bayr. Ak. d. Wftn. 1900, S. 539—619. Dazu ein Nachtr. im histor. Jb., 
XXII, 248ff. 

Grefe, C., D. alte israelitische Friedhof in Wien im IX. Bezirk aus dem 16. Jht. 
Wien 1891. 

Grenser, Heraldisch -genealog. Wanderungen auf d. Wiener evangel. Friedhofe 
im Jb. d. Gft. f. d. Gesch. d. Protestantismus in Österreich. 4. Jg., 1. H. Wien 1883. 

Grienberger, J. R. v., Freskomalerei u. Grabsteine an d. St. Valentinskirche in 
Riej im Oberinntale v. Tirol. HGBAB 1909, S. 77 ff. 

Gritzner, Grabdenkm. adel. Personen auf Kirchhöfen Berlins u. snr. Vororte, 
VJH 27. 28. 



ig2 Literatur über Grabdenkmäler. 

Groß, Jakob, Z. Abb. d. Grabsteins d. Bischofs u. Kanzlers Dr. Frdr. Maus- 
kirchen, OBA 10. 

Grünen feld, Alte Inschr. und Grabdenkm. von Neustadt a. H. u. Umgebung. 
Speyer 1908. 

Gutbier, H., D. Grabdenkmäler der Bergkirche zu Langensalza. Langensalza 1901. 

Haeutle, Christian, Geneal. d. erlauchten Stammhauses Witteisbach, München 
1870, enthält u. a. eine Fülle v. Nachr. ü. Grabdenkm. d. Hauses Witteisbach; Drs., 
D. Begräbnis Herzogs Ludw. d. Bärtigen v. Bayern-Ingolstadt u. s. Epitaph in d. ehe- 
mal. Klosterk. zu Raitenhaslach. München 1891. 

Hahn, D. Grabsteine d. Klosters Weida bei Algri, WJH 25. 

Haken, Roderich v., Eisenbarts Wappen u. Grabdenkm., ASW 1911. 

Halm, Ph. M., Wolfgang Leb, Ztschr. d. Münchener Altertumsver. XIV/XV, 1903/4; 
Drs., Jörg Gärtner, Ein Beitr. z. Gesch. d. Plastik Altbayerns, ebd. XVII, 1907; Drs., 
Sebald Bocksdorffer, Zur Grabsteinplastik der Frührenaissance in Innsbruck. Kunst u. 
Kunsthandwerk XIV, Wien 1911; Drs., Hans Valkenauer u. d. Salzburger Marmorplastik, 
ebd. XV, Wien 1911. 

Handel-Mazzetti, Viktor Freiherr v., D. Grabstein d. Gregor Rathalminger, 
f 1428, JAW NF 10. 

Hartmann-Franzenshuld, Ernst Edler v., Die Ennser Hartmann u. d. Augs- 
burger Breyschuch. E. Note zu d. Ennser Grabsteinen, JAW 3. 

Hase, K. Wlh., u. Fr. v. Quast, D. Gräber in d. Schloßkirche zu Quedlinburg. 
Quedlinburg 1877. 

Haßlinger, Felix Frhr. v., Die Grabdenkmäler in d. Kirche v. Altmünster in 
Oberösterreich, MAW 1912. 

Hausmann, R., Grabfunde aus Estland. Reval 1896. 

v. Hefner, Ü. d. Fürstengruft u. d. Fürstenkapelle zu Scheyern, OBA 2. 

Heideloff, K. A. v., Deutsches Fürsten- u. Ritteralbum der Marianischen Ritter- 
Kapelle in Haßfurt, mit genealog. Notizen v. A. v. Eye, mit 15 Tafeln, darin enthalten 
278 fein in Farben, Gold u. Silber ausgeführte Wappen. Stuttgart 1868. 

Heinlein, H., D. Friedhof zu Leipzig in snr. jetzigen Gestalt od. vollst. Slg. snr. 
Inschr. auf d. ältesten u. neuesten Denkm. 4 Hefte. 1844. 

Henkel, Deutsche Grabschriften in dänischen Kirchen, DH 27; Drs., D. Grab- 
mal Moritz v. Donops in d. Altstädter Kirche St. Nicolai zu Lemgo, DH 30. 

Herrmann, Alte Grabsteine des Wörther Friedhofes. 7. Jahresber. d. Ver. zur 
Erhaltg. d. Altert, v. Weißenburg u. Umgegend. 

Hildebrandt, Ad. M., Die Grabsteine u. Epitaphien adel. Personen in u. bei 
d. Kirchen d. Altmark. I. d. Kreise Salzwedel u. Gardelegen, Gardelegen 1868; Drs., 
Heraldisches aus Erfurt, DH 34. 

Hock, Simon, D. Familien Prags nach d. Epitaphien d. altjüdischen Friedhofs 
in Prag. Aus dem Nachlaß hrsg., mit Anm. versehen u. biographisch eingeleitet von 
David Kaufmann. 1892. 

Hohenlohe-Waldenburg, Frdr. Karl Fürst zu, Zwei Grabsteine im Dorfe 
Tirol, Zeitschr. „Adler", I, 1871, S. 77 ff.; Mittelalterl. Grabsteine, AKDV NF 19, 177 ff. 

Holle, J. W., D. Fürstengrüfte d. Hohenzollern z. Kulmbach-Bayreuth u. Himmel- 
kron, mit e. Stammtfl. Bayreuth 1885. 

Hörmann, L. v., Grabschriften u. Marterln. Stuttgart 1905. 

Horovitz, M., Die Inschriften des alten [jüdischen] Friedhofs [in Frankfurt 
a. M.J. 1901. 

Horst, Freiherr v. d., Heraldisch-genealogische Denkm. in d. K. zu Oldendorf, 
DH 1898, S. 113. 

(Hoverden, Graf v.), Schlesiens Grabdenkm. u. Grabinschr. Alphabetisch. Reg. 
d. 1.— 15. Bd. d. Graf Hoverden'schen Slg. Breslau 1870. 

Hüffer, Hrm., Der Grabstein d. Burggrafen Heinrich v. Drachenfels zu Röhrs- 
dorf, ANR 1893. 



Literatur über Grabdenkmäler. 193 

Inscriptions funeraires et monumentales de Ia province d'Anvers. fasc. 1 — 144 
(mehr nicht erschienen). Anvers 1856 — 93. Avec un grand nombre de figures, d'ar- 
moiries etc. 

Jahr, Rieh., Beitr. z. Kenntnis d. Erfurter Grabinschriften. D. Schicksal d. Grab- 
steine. Ihre Bedeutung als Geschichtsqu. D. Inschriften. Festschr. z. 350jähr. Jubiläum 
d. Kgl. Gymn. zu Erfurt, 1911. 

Jungnitz, Jos., D. Grabstätten d. Breslauer Bischöfe. 1895. 

Kammerhauwer, G. Fr., Inscriptiones monumentorum quae sunt Tubingae. 1627. 

Katalog der im germanisch. Museum befindl. Bronzeepitaphien d. 15. — 18. Jhts. 
Nürnberg 1891. 

Kauffungen, Kunz v., Grabsteine adeliger Personen. Gesammelt auf 51 Fried- 
höfen Deutschlands u. Österreichs, VJH 31. 

Kaufmann, David, D. Grabstein v. Heinrich Heines Großmutter Sarla v. Gel- 
dern, f 3. Jan. 1779 in Düsseldorf. Monatsschr. f. Gesch. u. Wft. d. Judentums, 38. ]g. 
1894, S. 332 ff.; Die jüdischen Friedhöfe Ofens, ebd., 40. Jg.; Der älteste jüdische Fried- 
hof Ungarns (Ungarisch), Archeologiai Ertesitö XV, 1895, 219ff. u. (Deutsch) Monat- 
schrift f. Gesch. d. Judent. 1895; Inscriptions tumulaires de Wiener Neustadt. Revue 
des etudes juives 1895, XXX, 300—303; Die Grabsteine R. Meirs von Rothenburg u. 
Alex. Wimpfens in Worms. Monatschr. f. d. Gesch. d. Judentums, 1896; Les inscrip- 
tions des tombeaux de Mardochee et de Esther. Revue des etudes juives 1899, 
S. 274 ff. 

(Kiefer), Die Grabstätte von Goethes Eltern (mit Abb.), FBF 1908; Grabsteine 
in Dirmstein, FBF 1910 (Juli). 

Kießkalt, D. alten Grabdenkm. d. Stadt Eger in genealog. u. herald. Beziehung, 
JAW NF 16; Die Grabdenkm. d. ehemal. Benediktinerklosters Paulinzella, ZTG NF 17, 
1907; Die altertüml. Grabdenkm. d. Stadt Rothenburg o. T., HGBAB V, 1908, S. lff.; 
Die Grabsteine in d. K. zu Gräfenthal (Sachsen-Meiningen), ZTG NF 1909, 480 ff., 
außerdem noch e. Reihe kleinerer Abhandl. ü. d. Grabdenkm. u. Gedächtnistfl. d. bayr. 
Städte Lichtenfels, Schwarzenbach a. S., Hof, Kronach u. Staffelstein, d. Marktes Eschl- 
kam u. d. St. Veitskirche in Ellwangen (Württemberg), sämtlich erschienen HGBAB 
1906/7 u. d. Grabdenkm. in d. K. zu Marlesreuth, ASW 1909; Die Grabdenkm. d. Stadt 
Amberg bis 1800, VJH 1911; Die altertüml. Grabdenkm. u. Gedächtnistfl. d. kgl. bayer. 
Bezirksämter Cham, Waldmünchen u. Burglengenfeld (Oberpfalz) in geneal. u. herald. 
Beziehung, VJH 1911/1913; D. Grabdenkm. d. Amtsger.-Bezirks Kahla (Sachsen-Alten- 
burg), VJH 1913. 

Kirchner, H., Denkm. d. St. Nikolaik. in Berlin, ASW 1910. 

Klingspor, K. Arv. v., Grabdenkm. deutsch. Adelsfamilien in Schweden, DH6. 

Knetsch, Carl, Die Kapelle d. Natio Germanica in d. K. S. Domenico zu Siena, 
DH 1900, S. 102. 

Knoetel, Paul, Die Figurengrabmäler Schlesiens. Kattowitz 1890. 

Koch, Herbert, Die Johann-Georgs-Kirche u. d. Johannis-Friedhof in Jena, 
Jena 1911; Die Grabdenkm. in Jena, ASW 1910; Verlorene Grabdenkm. v. Adeligen in 
Jena, DH 1910, ebd. ü. Grabsteine v. Adligen im Amtsbez. Meiningen. 

Köhler, G., Das Kloster d. hl. Petrus auf d. Lauterberge bei Halle u. d. ältesten 
Grabstätten d. erlauchten sächs. Fürstenhauses. 1857. 

Kohlhagen, Zwei Bamberg. Fürstbischöfe u. ihre Grabdenkm. in d. St. Michaels- 
kirche daselbst, MAW 6, 85ff. 

Könnecke, M., u. Kutzke, G., D. Grabdenkmäler d. Mansfelder Grafenhauses 
in d. St. Andreask. zu Eisleben. Mansfelder Bl. 25, S. 67 — 94. 

Koppelmann (Lieben), Grabsteininschr. d. Prager israelitischen alten Friedhofes 
mit biographischen Skizzen. Prag 1856. 

Krane, Freiherr von, Verz. d. auf d. Friedhofe zu Görlitz ruhenden Mitglieder 
adeliger Familien, VJH 24. 

Kraus, Franz Xaver, Die Grabschrift des Erzbischofs Heinrichs II. von Fin- 
stingen in der Domk. zu Trier, JBL 12. 

Heydenreich, Handbuch der praktischen Genealogie I. 13 



jg4 Literatur über Grabdenkmäler. 

Kroner, D. Erfurter hebräischen Grabschriften, Monatsschr. f. d. Gesch. d. 
Judent. 33. Jg. 1884, S. 349-363. 

Kuefstein, Karl Graf, Die Monumente in d. K. v. Röhrenbach, MAW 1910, 

S. 463 ff. 

Kümmerle, G. Fr., Anzeige derj. Grabschriften u. Denkm. zu Tübingen be- 
findlich, sowie auch Ausz. aus d. hiesigen Toten-Reg. v. 1603—1827. Tübingen 1827. 

Lang, E., Alte Grabsteine und andere erwähnenswerte Grabmäler auf d. alten 
Friedhof in Heilbronn. 6. Ber. d. histor. Ver. Heilbronn. 

Lang, F. W., Wanderungen auf österreichischen Friedhöfen. Linz 1905. 

Leonhardt, K. Fr., D. Denkstein der Trenbecken in Raitenhaslach, FB 1910; 
Drs., Über Schwierigkeiten bei der genealog. Verwertung mittelalterl. Grabsteine, FB 
1911; Drs., Symmetr. Ahnenproben auf Grabdenkm., FB 1912; Drs., Spätgotische Grab- 
denkmäler des Salzachgebietes. Ein Beitrag z. Gesch. der altbayer. Plastik. Leipzig 1913. 

Lieben, K., Grabsteininschr. d. Prager israel. alten Friedhofes mit biogr. Notizen. 
Prag 1856. 

Lindström, Anteckningar om Gotlands Medeltid. 2 Bde. Stockholm 1892—95; 
der 2. Band enthält Inschriften aus d. 2. Hälfte des 12. Jht. bis 1521, wie sie sich in 
Stadt- u. Klosterkirchen Wisbys u. sonst finden, gibt auch Ratsherrenverzeichnisse. 
Bis 1471 bestand in allen schwedischen größeren Städten die Hälfte des Rates aus 
Deutschen. 

Lisch, Ü. d. fürstl. Begräbniskapelle u. d. Grab d. Fürsten Pribislav in d. K. zu 
Doberan, VMG 19/22; Leichensteine zu Dobbertin u. Rostock: Peter Vischers Epi- 
taphien auf d. Herzogin Helena im Dom zu Schwerin; ü. Grabplatten u. Messingschnitt. 
VMG 27. 

Litzel, G., Histor. Beschr. d. ksrl. Begräbnisses im Dom zu Speyer 1030—1659, 
hrsg. v. J. M. König. 1825. 

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Genealogie seines Geschlechtes, Hannoverland 1911, Novbr. u. DH 1912. 

Luchs, H., Schlesische Fürstenbilder des MA. Mit 47 Bildtafeln. Breslau 1872. 

(Luchs, H.), Die Denkmäler d. St. Elisabethkirche zu Breslau. Breslau 1860. 

Lücke, Karl, Der alte Neuruppiner Kirchhof u. seine Grabdenkm. Neuruppin 1906. 

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b) Bologna, MZK 1887—89 (= NF Bd. 13—15); Drs., I sepolcri degli Scolari tedeschi 
in Siena, nel „Bulletino Senese di Storia Patria" III— V, Siena 1896—97. 

Mayer, J., Die Grabstätte d. Pfalzgrafen bei Rhein U.Herzogs in Bayern Johann 
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Mazgon, A., Grabstein-Inschr. i. d. Kirchen u. auf d. Friedhöfen der gefürsteten 
Grafschaft Görz-Gradiska, MAW 1907 u. 1908. 

Menges, O., Englische Königsschlösser u. Adelsburgen. Geschichtliche Erinne- 
rungen. Beil. z. Jahresber. d. Kgl. Dom- u. Realgymn. zu Kolberg. 1910. 

Mentz, Syntagma epitaphiorum quae in inclyta Metropoli Witeberga diversis in 
locis etc. conspiciuntur. Magdeburg 1604. 

Merk, Alte Ravensburger Grabstätten nach d. Aufzeichnungen 1680—1723 des. 
Dr. med. Johann Ludwig Schlapperitz, FBF 1911. 

Michahelles, Merkwürdigkeiten d. St. Johannis-Friedhofes 1830 (ü. Dürer's 
Grab u. die in ihm später erfolgten Beerdigungen vgl. Der Sammler f. Kunst u. Altert. 
1826, III. H., S. 32 flg.). Vgl. — c— , Zur Erhaltung d. alten Nürnberger Friedhöfe, Die 
Denkmalpflege XI, 12, 1909, S. 96 ff. 

Minnigerode-Allerburg, Aug. Frhr. v., Was Fleckensteiner Leichensteine 
erzählen. 7. Jhrsber. d. Ver. z. Erhaltg. d. Altertümer in Weißenburg i. E. (Grabsteine 
in Sulz S. 46, in Wimpfen S. 55, in Hagenau S. 58, in Selz S. 62). 

Mithof, Grabsteine u. Inschriften zu Marienwerder bei Hannover, VNS 1861. 

Montet, E. C. A. de, Les tombeaux d'eveques de la Cathedrale de Lausanne. 
Lausanne 1881. 



Literatur über Grabdenkmäler. 195 

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welche in d. Kirchen d. Stadt u. Landschaft Zürich teils längst verblichen, teils noch 
leserlich vorgefunden werden, samt einigen kurzen Nachrichten v. d. Lebens Umständen. 
5 Bde. o. O. [Zürich] 1778—80. 

Mörath, A., Deutsche Grabdenkm. b. d. St. Veitskirche in Krummau, MGDB 36, 98. 

Müller, H., Beschr. d. Grabdenkm. auf Schloß Comburg, HGBAB 1910. 

Mülverstedt, G. A. v., Walkenrieder Grabsteine, Festschr. z. 3. ord. Hauptverslg. 
d. Harzver. f. Gesch. u. Altertumsku. zu Nordhausen 1870, S. 48 ff.; Zur Kritik d. 
Wappen auf e. Moltkeschen Grabsteine, VH 32, 102; Ein [von Plothoscher] Grabstein 
aus d. letzten Drittel d. 12. Jht. in der K. zu Alten-Plathow, Neue Mtlg. a. d. Gebiet 
hist.-antquar. Forsch. 1909, S. 47. 

Nath, Frdr., Inschr. u. Wappen des v. d. Malsburgschen Epitaphs in d. K. zu 
Westuffeln im Kr. Hofgeismar, DH 1906, S. 163. 

Nikolaus, Michailowitsch, Großfürst, Die Moskauer Nekropolis. St. Petersburg 
1907/8. Hochquart (russisch). 3 Bde. Bd. 1 540 S., Bd. II 486 S., Bd. III 429 S. (zirka 
23000 Grabinschriften enthaltend). 

Nordmann, Achilles, Der israelitische Friedhof in Hegenheim in geschichtl. 
Darst. XVI u. 207 S. 

v. Obernberg, Ü. zwei sich widersprechende Grabschriften zu Wilparting, OBA 1 . 

Obser, Die Grabstätte d. Markgr. Geo. Frdr. v. Baden-D., ZOR 1898. 

Oettrich, Gottlob, Verz. der Verstorbenen nebst ihren Monumenten u. Epi- 
taphien, welche inwendig in hiesiger K. zu St. Sophien ihre Ruhe gefunden, wobey 
die Inscriptiones. Dresden 1711. 

Oeynhausen, Graf v. d., Grabsteine u. Epitaphien in d. K. zu Lübbecke, VJH 
13, 424 ff.; Grabsteine u. Epitaphien der Stiftsk. zu Bassum, VNS 1870. 

Oidtman, E. v., D. Grabstein Stephans v. Werth, e. Bruders d. Feldmarschalls 
Jan von Werth, AG 11; Bildnisse d. Reitergenerals Jan v. Werth. Grabstein d. kur- 
bayrischen Rittmeisters Stephan v. Werth, gefallen im Gefecht bei Beutelsbach 1643, 
ANR 78.i) 

v. Oppell, Die von Raußendorff sehen Grabsteine auf d. Kirchhofe zu Tillen- 
dorf bei Bunzlau, DH 27; D. genealog. Schätze d. evangel. K. zu Heyersdorf, Kr. 
Fraustadt, DH 27; Drei Grabdenkm. aus schlesischen u. niederlausitzischen Kirchen, 
DH 32. 

Ow, Anton Frhr. v., Einige Grabinschr. aus Deggendorf u. Umgegend, NBV31. 

v. Pantz, Herald.-genealog. Denkm. aus d. Ennstale, MAW 1909. 1910: Grab- 
denkm. in d. Stadtpfarrk. zu Steyr, JAW 1911. 1912. 

Pappenheim, Gustav Frhr. v., Wappen- u. Grabdenkm. in d. Elisabethk. zu 
Marburg, VJH 1892. 

Perschmann, Theodor, Nordhausens mittelalterl. Grabdenkm. gez. v. Eugen 
Duval, Nordhausen 1880. 

Petak, A., Grabschriften aus Österreich. Wien 1904. 

Pettene gg, Graf v., Zu d. Grabdenkm. zu St. Peter u. Nonnberg zu Salzburg, 
JAW 1873, 54, 75; „Zur Epitafik von Tirol", JAW 1: Heraldisches aus Rom (ü. Grab- 
denkm. u. andere Q.), JAW NF 3; Das Grabmal der Gertrud Heustadlin von Kag 
(t 1506), ebd. 4. 

Piaget, S., D. Grab d. letzten Stauffacherin. Alpenrosen, XXI, Bern 1861, S. 267. 

Plass, D. Wappen in d. K. v. Fronau, Verhdlg. d. histor. Ver. v. Oberpfalz u. 
Regensburg. Regensburg XXV (N. F. XVII) 1868, S. 127ff. Von diesem Plass be- 
finden sich etwa ein Viertelhundert, die Oberpfalz betreffende Kollektaneenbände i. d. 
Bibl. des Cassianeums zu Donauwörth. Sie enthalten sehr viel genealog. Material. 



!) Vgl. Macco, D. jülichsche Geschl. v. Werth (mit Stammtfln.), ANR 78. — 
Kaspar Keller, Zur Familiengesch. des Johann v. Werth, ANR 75. — E. v. Oidtman, 
Das Linnicher Geschl. van Weyrdt. Einleitung z. Familiengesch. des Johann v. Werth, 
ANR 73. 

13* 



196 



Literatur über Grabdenkmäler. 



v. Plieningen, Grabdenkm. zu Schaubeck, DH 38. 

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Praun, J., Die Kaisergräber im Dom zu Speyer, ZOR NF 14. 

(Pressentin, C. v.), D.Grabstein des Darguner Abtes Johann Billerbeck. Öffentl. 
Anz. f. Dargun 1893. 

Pusch, A., Von einigen alten Grabsteinen auf dem Friedhof Groß-Salze, FB 1910. 

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gänzungsheft zum 9. Jg. 1877. 

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Rodde, C. Frhr. v., Grabdenkm. auf Friedhöfen Hildesheims, FB III 1909, 
S. 272ff.; Familiendenkm. in d. Stadt Hannover: Grabdenkmal d. Anna v. Windheim, 
geb. vom Hagen, f 1588, aufgenommen v. O. v. Dassel, FB 1908, Okt. 

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fahrtskirche zu Kentz. BS 20, Heft 1 (1864), 84 ff. 

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gegenden. Straßburg 1899. 

Semrau, Die Grabdenkm. d. Marienk. in Thorn, Thorn 1892 7. H. d. Mtlg. 
des Copernikus-Ver. in Thorn. 

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Skladny.A., Grabdenkmal des Königs Boleslaus Chrobry in Posen, ZHGP4, 437 ff. 

Sommerfeldt, Gustav, Die Lehndorff-Gräber in d. K. zu Haffstrom b. Königs- 
berg, Ostpr., DH 37; D. Grabstein des Georg v. Eichicht in d. K. zu Neuhausen bei 
Königsberg (t 1602), DH 1907. 



ober Grabdenkmäler i Q 



Sponsel, Fürsten-Bildnisse am d. Hanse Wettin (TgL unter Porträt), 
Grabdenkmäler. 

Steche, Rieh., Das Hüügerscbe Epitaph in der Thomasknrae zn Leipzig, 
NASG 

Steiomann, Die Grabstätten der Fürsten des Wetfenhanses. 

Stoesser, Grabstätten u. Grabinschr. d. badischen Regenten in 1 
v. Berthold I. Herzog von Zähringen 1074—1311. Heidelberg 1903. 

Stotzingen, Othmar Frhr., D. Grabdenkm. d. IC zu Schwaigern, JAW 1910. 

Stubenrauch, iL, D. Wedeische Epitaph v. Cremzow, DH 1904, S. 27. 

Stückel berg, E. A, Die nuttelalterL Grabdenkm. des Basler Münsters. Basel 1896. 

Suchier, R, Die Grabdenkm. d. in Hanau bestatteten giäfl kheM u. SisQkniM 
Personen aus den Häusern Hanau u. Hessen. 1879. 

Techen, Grabsteine im Dom von Lübeck, JLG 7. 

Thiem, W. E. Paul, Inschx. auf Porträts u. Epitaphia in d. Nicolai-Domk. zu 
Grerfswald, DH 1911. 

v. Thüna, Eine Saatfelder Grabschrift, ZTG NF 4, 1384, 277 ff. 

Uhlhorn, W, D. alten Kirchhöfe in Wflkenburg, Bothfeld u. Kirchhorst, Nieder- 
sachsen 1911, 153 ff. 

Usinger, R^ D. Grabsteine der Grafen v. Hova in d. K. zu Nienburg, VNS, 
Jg. 1S53, Hannover 1836. 

Voigt, Paul, Ahe Lissaer Grabdenkmäler, ZHGP, 20, 1905. 

Voss, G., Grabdenkmäler in Berlin u. Potsdam. Berlin 1905. 

Wagner, Eduard, Die alten, nunmehr verschwundenen Grabdenk, an tLSdüofic 
zu Kremnitz (Körmöczbinya), MAW 1911. 

Walter, Th., Die Grabschriften d. Bez. Oberelsaß v. d. ältesten Zeiten b. 1320. 
Gebweüer 1904. 

(1 "alz, Michael, u. v. Frey, K.), Die Grabdenkmäler von St Peter u. Nonn- 
berg zu Salzburg. Verlag <L Gft f. Salzburger Landeskunde. Salzburg 1867—1875. 
3 Bde. 

Weddigen, O., Die Ruhestätten u. Denkm. unsrer deutschen Dichter. Halle 1904. 

Weyhe-Eimke, Arn. Frhr. v., D. Grabdenkm. u. Wappenfenster der Freiherren 
von Vaux aus dem Hause Longueval in d. K. zu Vaux in der Picardie. Mit 6 Tön. 
JAW 5. 

Nigger, Verz. d. Grabstätten d. grofiherzogL Hauses v. Mecklenburg, VMG 
50, 327. 

Wilmowsky, J. N. v, D. historisch-denkwürdigen Grabstätten d. Erzbischöfe 
im Dome zu Trier. Trier, Lintz. 

Wingenroth u. Gröber, Die Grabkapelle Ottos DL v. Hachberg, Bischofs t. 
Konstanz, u. die Malerei während des Konstanzer Konzils (mit 13 Abb.). Schau-ins- 
Land 1909. 

Winkler, A^ Grabdenkm. d. Stadrpfarrk. zu Enns, JAW 3. 

Zimmermann, P., Zu d. Grabdenkm. d. Grafen v. Honstein, ZHV 23; Grab- 
stätten der Wehen, BM 5 (1899) u. 6 (1900). 

Zitzlaf f, Die Begräbnisstätten Wittenbergs u. ihre Denkmäler. Wittenberg 1896. 

Zürcher, K., Die Botenlaubischen Grabdenkm. in d. Klosterkirche zu Frauenroda, 
Neue Beitr. z. Gesch., hrsg. v. Hennebergischen attertnmsf. Ver. zn Me niin g en , 1909, 
Lieferung 22. 

Zahlreiche „Friedhof-Notizen" finden sich in allen Bänden des Monats- 
blattes der K. K. Herald. Gesellscn. „Adler 4 in Wien. Ober Holland existiert 
ein allerdings mangelhaftes Inventar der noch jetzt vorhandenen Grabsteine: 
„Nederland in steen en beeld" veröffentlicht von R. P. van den Bosch. 
Die Werke über die Geschichte oder Altertümer einzelner Städte oder Gegen- 



1 98 Ahnenproben auf Werken der bildenden Kunst. 

den enthalten manches einschlagende Material. Beispielsweise sei genannt 
Cesnola, L. di, Cypern, seine alten Städte, Gräber und Tempel. Deutsch 
mit Vorwort von G. Ebers. 2 Bde. Mit über 500 Holzschn., 96 Tafeln 
usw. Jena 1879. 

Viele Grabsteine sind in staatliche Museen oder in die Sammlungen 
von Geschichts- und Altertumsvereinen gelangt. Eine Menge derselben ist 
in den Veröffentlichungen, insbesondere in den Jahresschriften dieser Vereine 
besprochen; häufig sind diese Denkmäler in dieser periodischen Literatur 
auch abgebildet. 
Ahnenproben Nicht selten findet man auf Werken der bildenden Kunst Ahnenproben 1 ) 

bildenden Kunst, dargestellt, aber meist nur den heraldischen Teil derselben, also nur die 
Wappen, manchmal unter Hinzufügung des Familiennamens. Die Vornamen 
der Personen wurden gewöhnlich weggelassen. In einem solchen Fall findet 
man also, entsprechend der Zusammensetzung der Ahnenproben, die Familien- 
wappen stets in bestimmter Anzahl, nämlich 2, 4, 8, 16, 32 usf. Denn 
jeder Mensch hat bekanntlich 2 Eltern, 4 Großeltern, 8 Urgroßeltern, 16 Ur- 
urgroßeltern, 32 Urururgroßeltern usf. Diese dem Heraldiker ganz geläufige 
Erscheinung ist den Kunstverständigen und Kunsthistorikern heutzutage meist 
ziemlich unbekannt; und doch bieten solche Wappengruppen die Möglich- 
keit, die Herkunft und Entstehungszeit, aber auch die Fälschung eines Kunst- 
werkes festzustellen. 

Wenn auf einem Werk der bildenden Kunst und des Kunstgewerbes 
älterer Zeit Wappen in der Zahl 4, 8, 16, 32 usw. auftreten, so ist in erster 
Linie zu vermuten, daß auf dem Kunstgegenstand das Ahnenwappen des 
Stifters oder Herstellers bis zu einer gewissen Ahnenreihe hinauf angebracht 
sind. Bei Kunst- und Lokalhistorikern findet man nicht selten die irrige 
Annahme, das Vorkommen von z. B. 8 Ahnenwappen auf einem solchen 
Kunstwerk lasse darauf schließen, daß dieses auf Kosten von 8 verschiedenen 
adeligen Personen hergestellt sei, deren Nachbarschaft alsdann vermutet wird. 
Dabei bleibt es dann oft rätselhaft, wie Mitglieder der 8 adeligen Familien 
in die Gegend, um die es sich handelt, gekommen sein sollen. Sobald 
man aber erkannt hat, daß es sich um eine Ahnenprobe handelt, entfällt 
der Gedanke, es handle sich um Personen einer und derselben Gegend, von 
selbst. 

Die Ermittelung der Personen, deren Ahnenprobe auf dem Kunstgegen- 
stande durch die Wappen zum Ausdruck gebracht ist, und der Namen all 
dieser Ahnen gehört zu den schwierigsten Aufgaben der wissenschaftlichen 
Genealogie. Vorbildlich ist sie gelöst worden von Hermann Hahn in einer 
Abhandlung „Die Brunnenschale in der Burgruine Nannenstein bei Landstuhl" 
VJH, 26. Jahrg., 1898, S. 154ff. Nannenstein ist die Feste, in der am 
7. Mai 1525 Franz von Sickingen starb. Da gibt es eine Brunnenschale mit 
8 Wappen. Die Formen der Schale und der Wappen zeigen, daß sie der 



') Das Folgende nach Kekule von Stradonitz, Ahnenproben auf Kunstwerken. 
L>. Zukunft, Jg. 10 (1902), Nr. 42, wieder abgedr. in Ausgew. Aufs. I, 1905, S. 253 ff. 



Ahnenproben auf Werken der bildenden Kunst. 199 

letzten Hälfte des 16. Jahrhunderts angehört. Abgesehen von der Zahl 8, 
wird schon deshalb, weil die 8 Wappenschilde sich bei näherer Betrachtung 
als 4 Paare von Wappenschilden darstellen, ersichtlich, daß es sich auf 
dieser Brunnenschale um eine heraldische Ahnenprobe zu 8 Ahnen oder um 
zwei solche zu je 4 Ahnen handelt. Hahn hat mit einem großen Aufwand 
von Gelehrsamkeit auf das scharfsinnigste den Beweis geführt, daß es sich 
auf der Brunnenschale von Nannenstein um die Ahnenwappen des Franz 
Konrad von Sickingen und seiner zweiten Gemahlin Alverta von 
Milendonk dreht. Hier liegen also tatsächlich zwei Ahnenproben zu je 
4 Ahnen vor. Da dieses Paar im Jahre 1556 die Ehe schloß, so ergibt sich, 
daß der Brunnen sicher nicht vor diesem Jahre errichtet worden ist. Da 
aber Alverta Konrads zweite Ehefrau war und diese zweite Ehe kinderlos 
blieb, während Franz Konrad aus erster Ehe lebende Kinder hatte, so ergibt 
sich weiter der Schluß, daß er aus Rücksicht auf seine Kinder erster Ehe, 
sobald die zweite Frau verstorben war, keinen Brunnen mehr herstellen 
lassen konnte, der nur mit den Ahnenwappen seiner zweiten Gemahlin ge- 
schmückt war und nicht auch die Ahnenwappen der ersten Frau trug. Da 
jene am 25. September 1564 starb, kann der Steinmetz nicht mit der Her- 
stellung des Brunnens nach ihrem Todestage beauftragt worden sein. Die 
Brunnenschale ist also zwischen 1556 und dem 25. September 1564 in Auf- 
trag gegeben worden. Das lehren uns die Wappen und deren Anordnung. 
Nicht allzuschwer wird es in der Regel sein, zu erhärten, wo die Ahnen- 
probe anfängt. Sind 8 Wappen auf einer Abendmahlskanne angebracht, so 
wird man annehmen können, daß die Ahnenprobe an der einen Seite des 
Henkels beginnt und an der anderen Seite endigt. Denn der Künstler wird 
die Wappen nicht so angeordnet haben, daß der Henkel der Kanne die 
Ahnenprobe zerschneidet. Einen weiteren Fingerzeig gibt der Umstand, daß 
man die Wappen eines Ehepaares und die darüberstehenden Helme, wenig- 
stens in der guten Zeit der Heraldik, einander zuzuneigen pflegte. Die 
Wappenbilder durften einander nicht den Rücken zukehren. So erkennt man 
wenigstens die zueinander gehörenden Wappenpaare, also Ehepaare, und 
kann bald feststellen, daß 8 oder 16 Ahnenwappen aus 4 oder 8 Ehewappen- 
paaren bestehen und welchen Familien diese Ehepaare angehören. Hat man 
weiter keinen Anhaltspunkt, so muß man nun allerdings an die Genealogien 
der Familien herantreten und aus der nach dem Stil des Kunstwerkes in 
* Betracht kommenden Zeit zu schließen versuchen, welche ehelichen Verbin- 
dungen es zwischen je zwei der Familien gab. 

Wenn 2 Wappen auf einem Kunstwerk durch Anordnung, Gegeneinander- 
stellung, Unterbringung unter denselben Helm oder unter dieselbe Krone 
zweifellos als Ehewappen gekennzeichnet sind, und wenn es sich nachweisen 
läßt, daß es eine eheliche Verbindung zwischen den beiden Familien, deren 
Wappen vorliegt, nie gab, dann liegt eine Fälschung vor. So wurde vor 
einiger Zeit in Berlin eine gemalte Glasscheibe mit den beiden Wappen 
zweier sehr vornehmer Adelsfamilien zu hohem Preise versteigert. Das 
Wappenpaar mußte nach der Anordnung ein Ehewappen sein. Eine eheliche 



200 Kirchenglocken. 

Verbindung war zwischen den beiden Familien nachweislich niemals ge- 
schlossen worden. Die Genealogie beider Familien kann als völlig aufge- 
klärt gelten, so daß es sich um ein unbekanntes Ehepaar nicht handeln kann. 
Die Wappenscheibe war also unzweifelhaft eine Fälschung. 

Vor einigen Jahren wurde dem Kammerherrn Dr. Kekule von Stradonitz ein 
Messingkasten zur Prüfung der Echtheit vorgelegt. Auf dem Deckel war 
ein großes Wappen der bekannten Familie von A., auf den vier Seiten waren 
zusammen 8 andere Wappen eingegraben. Aus dieser Anordnung war zu 
schließen, daß die 8 kleineren Wappen eine Ahnenprobe zu 8 Ahnen eines 
Mitgliedes der Familie von A. sein sollten. Kekule von Stradonitz konnte 
feststellen, daß in der Familie von A. eine Ehe, welche die aus den 8 an- 
gebrachten kleinen Wappen ersichtliche Ahnenprobe ergeben konnte, nie ge- 
schlossen war. Alle denkbaren Möglichkeiten wurden berücksichtigt. Ver- 
gebens. Da das Messingkästchen selbst echt schien, mußte also wenigstens 
die Gravierung gefälscht sein. Durch diese Gravierung wäre, wenn sie echt 
war, der Wert des Kästchens verzehnfacht worden. Kekule von Stradonitz 
gelangte auf diesem rein genealogisch-heraldischen Wege zu der Überzeugung, 
daß eine Fälschung vorliege, und konnte die Familie von A., der das Käst- 
chen zu hohem Preis zum Kauf angeboten wurde, vor beträchtlichem 
Schaden bewahren. Bald darauf hatte er die Genugtuung, daß ein Kenner, 
Professor Emil Doepler der Jüngere, auf Grund der übrigen Ornamente, die 
in das Kästchen eingraviert waren, die Fälschung als zweifellos erkannte. 
Diese Ornamente waren nämlich nach einer Ornamentvorlage getreulich 
kopiert, die erst in unseren Tagen entdeckt worden und in der Zeit, aus der 
das Messingkästchen selbst stammte, völlig unbekannt war. 
Kirchengiocken. Auch die K irchengloc ken 1 ) bieten durch ihre Inschriften Material, 

das dem Familienforscher nützlich werden kann. So heißt es auf der Rück- 
seite der Jesus-Glocke in der katholischen Kirche zu Weimar 2 ): 

1891 
In Gottes Namen floß ich, 
Heinrich Ulrich in Apolda goß mich, 
Pfarrer Jüngst in Weimar 

kaufte mich 
von frommen Gaben, 
Und taufte mich. 

i) Otte, H., Glockenku., 1858. 2. Afl. Leipzig 1884. Vgl. bs. S. 80ff. — Schu- 
bart, F.W., D. Glocken im Herzogt. Anhalt. Beitr. z. Gesch.- u. Altertumsku. Anhalts. Mit 
300 Abb. Dessau 1896. — Herrn. Wrede, Die Glocken d. Landkr. Lüneburg. Lüne- 
burger Museumsbl. 1909 (Lüneburg). — Hnr. Bergner, Zur Glockenku. Thüringens 
(Jena 1896, SA aus VKR V, 127 ff.) enthält auch ein alph. Glockengießer-Verz. — Smed- 
dingk, Erste chronologische Glockengießer- Reihe, im Organ f. christl. Kunst, 1858, 
Nr. 13 — 21. — Wernicke, E., Lothringische Glockengießer in Deutschland, JBL III, 
401 u. IV, 2. — de Marsy, Lothringische Glockengießer in Holland, im Journal de 
la societe d'archeologie lorraine. Nancy 1886. — Hamburger Glockengießer, in Mtlg. 
d. Ver. f. Hamburger Gesch., Bd. II u. IV. — Liebeskind, Literatur z. Glockenku., 
DGB IV, 232 ff. 

9 ) Habbicht, H., Weimars Kirchenglocken in „Deutschland. Weimarische Landes- 
zeitung". 57. Jg. 1905, Nr. 162 ff. 



Kirchenglockcn. Familiengeschichte und Heraldik. Quellen der Heraldik. 201 

Allerdings finden sich historische Notizen keineswegs auf allen Glocken. 
Gebetsformeln, Bibelsprüche, Namen einzelner Heiligen, magische Zeichen, 
durch die man die Kraft der geweihten Glocken zu verstärken meinte, 
und Inschriften, die sich auf die Bestimmung der Glocken beziehen und 
worin letztere redend eingeführt werden, meist in Versen, entbehren des 
familiengeschichtlichen Momentes. Die geschichtlichen Notizen auf Glocken 
beschränken sich in ältester Zeit auf die Namen oder die Dedizierung der 
Glocke und etwa den Namen des Donators. Auf einer Glocke zu Gilching 
in Oberbayern steht außer den zauberkräftigen und vielleicht absichtlich ver- 
kehrt geschriebenen Namen der vier Evangelisten: Arnoldus sacerdos de 
Giltekin me fundi fecit, und dieser Priester findet sich in Urkunden von 
1162 — 1194 erwähnt. 1 ). Die Glockengießer nennen sich seit dem 14. Jahr- 
hundert. Im Laufe des 15. Jahrhunderts kommen die ersten Beispiele sehr 
ausführlicher historischer Inschriften vor, welche die früheren Schicksale der 
Glocken erzählen, die Namen der Paten, der Regenten und Kirchenpatrone, 
des Ortsgeistlichen, der Kirchen- und Gemeindevorsteher mit allen Titeln 
enthalten. Auch in den östlichen Gebieten fand die Sitte, außer Bibelsprüchen 
und Heiligen gelegentlich auch profane Personen zu nennen, Eingang. So 
erwähnt Heinrich Kleinwächter, Die Glockeninschriften in der Provinz Posen, 
ZHGP 15, 1900, S. 39, die Inschriften: „Generosus dominus Kristoforus 
Micielski me fieri fecit Generosa Anna de Solkowo Micielska" (1604) und: 
„Generosi Stanislai Bronikowsky cura et sumtibus"^(1635). 



Familiengeschichte und Heraldik. 



EICH und mannigfaltig sind die Quellen der Heraldik. 2 ) In Siegeln, Quellen 
auf Münzen, auf Grabsteinen 3 ), in Fenstern 4 ), an den Toren der der Henüdik - 
Burgen und Häuser, an Pfeilern der Hallen oder im Schmuck der 
Decken, kurz, auf den verschiedensten Gegenständen brachte man 
das Wappen, das in seiner farbenprächtigen Erscheinung auch eine beliebte 
Dekoration bildete 6 ), zur Darstellung, bald vollständig, bald nur einzelne 




J ) Auf mittelalterl. Glocken sind Angaben von Namen deutscher Familien selten. 
So kommt z. B. auf d. v. Größler, „Glocken des Mansfelder Seekreises u. die älteste 
mit der Jahreszahl ihrer Entstehung versehene Glocke Deutschlands" (ZHV 11, 26 ff.) 
behandelten Glocken keine einzige deutsche Familie vor. 

2 ) Z. Einführung in d. Heraldik sind zu empfehlen: Hildebrandt, Ad. M., 
Wappenfibel, wiederholt aufgelegt, z. B. 7. Afl., Frankfurt a. M. 1909. — Sacken, Ed. 
Frhr. v., Grundzüge der Wappenkunde, in Webers Illustrierten Katechismen, desgl., 
z. B. 7. Afl. 1905. — F. Warnecke, Herald. Handb. Mit 318 Abb. nach Handzeich- 
nungen v. E. Doepler d. J., 8. Afl., Frankfurt a. M. 1893. — H. G. Ströhl, Heraldi- 
scher Atlas, e. Sammlung v. herald. Musterbl. f. Künstler, Gewerbtreibende sowie f. 
Freunde d. Wappenkunde, Stuttgart 1899. — E.A. Stückelberg, D.Wappen in Kunst 
u. Gewerbe (2. Afl., Leipzig 1906); d. erste Teil enthält e. allgemeine Darst. d. Grund- 

[Fortsetzung der Anmerkungen auf S. 202 u. 203.] 



202 Quellen der Heraldik. 

Teile, Schild oder Helm oder auch nur das Wappenbild. Die Heraldik ist 
jetzt nicht mehr, wie früher, nur ein Zweig der Diplomatik oder eine histo- 
rische Hilfswissenschaft; sie gehört auch nicht nur als ein wichtiger Be- 
sätze d. Wappenkunde. — Der Artikel „Heraldik" von Erich Gritzner im „Grund- 
riß der Geschichtswissenschaft", hrsg. von Aloys Meister (Leipzig, Teubner), I 2 
1912. — Carl Ritter von Mayer, Herald. ABCb., München 1857 (in d. Kritik zu 
weit gehend). — K. E. Graf zu Leiningen-Westerburg, Herald. Sitten u. Un- 
sitten usw. 1884. — Meine Arbeit: Ü. Heraldik, in d. Wissenschaftl. Beil. d. kgl. Leipziger 
Zeitung 1908. — Ströhl, H. G., Deutsche Wappenrolle, Stuttgart 1897. Drs., Öster- 
reichisch-ungarische Wappenrolle, Wien 1890. Drs., Herald. Vorlagen, Stuttgart 1900. 
Drs., Staatsheraldik, in Kunst u. Kunsthandwerk hrsg. v. K. K. Österr. Museum f. Kunst 
u. Industrie, vgl. DH 1910, S.U. — Bernd, Chr. Sam. Theod., Allgemeine Schriften- 
kunde d. gesamten Wappenwft., mit beurteilenden u. anderen z. Bücher- u. Gelehrten- 
gesch. gehörenden Bemerkungen u. Nachweisungen. 4 Teile. Bonn 1830 — 41. — 
Gritzner, M., Handb. d. herald. Terminologie in zwölf (germanischen u. romanischen) 
Zungen, enthaltend zugleich d. Hauptgrundsätze d. Wappenkunst. Nürnberg 1890 
(= Siebmachers Wappenb., Einleitungsbd., Abteilung B) 325 Seiten, groß-4 mit 36 Tafeln. 
Dieses Werk ist d. beste d. Lexika d. heraldischen Kunstsprache alter u. neuer Zeit 
u. bringt insbes. auch e. Erläuterung derj. Ausdrücke, die durch d. Ver. „Herold" jetzt 
d. größte Verbreitung gefunden haben. D. gut ausgeführten Tafeln sind, zusammen 
mit d. beigeg. „Erklärungen" u. d. ausführlichen Text d. Buches selbst, geeignet, auch 
d. Laien auf herald. Gebiete in dasselbe näher einzuführen. D. Ver. „Herold" gebührt 
d. Verdienst, durch jahrelang fortgesetzte, konsequente Bemühungen wesentlich z. 
systematischen Ausbildung d. Terminologie beigetragen zu haben. Hierdurch ist e. 
überaus wertvolle Grundlage f. d. einheitliche Ausgestaltung u. Rezeption d. herald. 
Kunstsprache geschaffen worden. Es läßt sich indessen nicht verkennen, daß diese 
Terminologie teilweise gekünstelt, allgemein gar nicht u. nur d. wohlbewanderten Spe- 
zialisten verständlich ist. Es wird daher neuerdings von mehreren Seiten auf e. wirk- 
lich praktische Blasonierungsmethode u. e. allgemeinverständliche Terminologie unter 
Aufgabe eines Teiles der durch den Verein „Herold" eingeführten Kunstausdrücke be- 
sonderes Gewicht gelegt. Vgl. Josef Ritter v. Bauer, Ü. d. notwendige Planmäßig- 
keit heraldisch-genealogischer Forschung u. Quellenpublikation, MAW 1907, wiederholt 
nachgedruckt, z. B. als besondere Beilage z. DH 1907, Nr. 12. — Kürzere herald. Lexika 
sind: Querfurth, C. O. v., Kritisches Wörterb. d. herald. Terminologie, Nördlingen 
1872. — A. u. G. Ortlei, Handwörterb. d. mehr od. weniger gebräuchl. herald. Aus- 
drücke. — Wappenbeschreibungen findet man in: Kneschke, E. H., D. Wappen d. 
deutschen freiherrl. u. adeligen Familien in genauer, vollständiger u. allgemein ver- 
ständl. Beschreibung. 4 Bde. Leipzig 1855—57. Aus früherer Zeit: Meding, Chr. 
F. A. v., Nachr. v. adelichen Wapen [sie!]. 3 Bde. Hamburg 1786—1791. Estor, 
Jo. Geo., V. d. kunstmäßigen Beschreibung der adelichen Wapen [sie!]; mit Wappen- 
beschreibungen, in seiner Practischen Anleitung zur Ahnenprobe. Marburg 1750, 
S. 325 — 391. D. besten Blasonierungen in d. heute üblichen Form findet man in Gritz- 
ners Standeserhebungen u. Gnadenakte deutscher Landesfürsten. 

3 ) Wie reich das hier einschlagende, zum Teil noch nicht veröffentlichte Material 
ist, kann man beispielsweise ersehen aus d. Arbeiten: D. Bronzeepitaphien d. Friedhöfe 
v. Nürnberg von Gerlach und Bosch, Wien 1896ff. — Bosch, Katalog d. im 
Germanischen Museum befindl. Bronzeepitaphien d. 15.— 18. Jht. Nürnberg 1891. — 
Lind, Atlas kirchl. Denkmäler im österreichischen Kaiserstaat, Wien 1872 (Abteilung 10 
enthält 566 verschiedene Grabmäler von 1142 ab). — Gerlach, Totenschilder u. Grab- 
steine, Wien 1896. — Lind, D. Totenschilde, im Österr. Jb., hrsg. v. österr. Volks- 
schriften-Verein in Wien I, Salvatorgasse 12, VIII. Jg. 1884. — E. A. Stückelberg, 
D. Wappen in Kunst u. Gewerbe, Zürich 1901, 2. Afl., Leipzig 1906. — Ad. M. Hilde- 
brandt, Heraldisches Musterb. f. Edelleute, Kunstfreunde, Architekten usw., Berlin 



Quellen der Heraldik. 203 

standteil der Ornamentik nur der bildenden Kunst an; die Industrie, dieser 
Angelpunkt unseres nationalökonomischen Zeitalters, hat sich ihrer bemächtigt 
und verwendet sie mit Gewinn. 6 ) 



1897; drs., Heraldische Meisterwerke in d. Heraldischen Ausstellung zu Berlin, Berlin 
1882. Katalog der Heraldischen Ausstellung in Milau 1903. Mitau, gedruckt bei 
J. F. Steffenhagen u. Sohn. — Lion, I. M., Heraldieke Modellen, 'sGravenhage 1899 
(vgl. DH XXVI, 1895, S. 38). — H. Th. vonKohlhagen, D. Heraldik an äußeren Bam- 
berger Bauten, u.: D. Bedeutung d. Heraldik (beides zu beziehen vorn Verfasser). — 
Streit, A., Album histor.-herald. Altertümer u. Baudenkmäler d. Stadt Bern. Bern 
1848—52. — Reiches Material enthalten auch d. Inventarisationswerke d. Bau- u. 
Kunstdenkmäler. Ü. diese Werke gibt e. gute Übersicht E. Polaczek, DGB I, 1899, 
S. 270 ff. Weitere spezielle Literatur wird in d. Abschnitt ü. d. monumentalen Q. d. 
Familiengesch. verzeichnet. — E. gute, knappe Übersicht ü. d. geführten Wappen gibt 
Rietstap, J. B., Armorial general. 

4 ) H. Meyer, D. schweizerische Sitte d. Fenster- u. Wappenschenkung v. 15. bis 
17. Jht., 1884. — W. Wortmann, Oberdeutsche Wappenscheiben, in Archives Heral- 
diques Suisses, XXI, 1907, Zürich, Schultheß & Co. 

5 ) Hausen, Freiherr v., D. Heraldik im Sinne v. Ornamentik, 1879. Drs., 
D. Heraldik u. d. modernen Fälschungen auf d. Gebiete des Waffenwesens, ZHW Bd. 2 
(führt aus, inwiefern d. Heraldik z. Aufdeckung v. Fälschungen auf d. Gebiete d. Waffen- 
wesens gedient hat od. dienen kann). — Zell er, D. herald. Ornament in d. Baukunst, 
Berlin 1903. — H. Luchs, D. Heraldik e. Hilfswft. d. Kunstgesch., Breslau 1864. — 
Lüdecke u. Schultz, in d. Zeitschr. f. Bauwesen, Berlin 1864. — Biedermann, 
Frhr. v., Anleitung z. praktischen Darst. u. Ausführung herald. Ornamente f. d. gesamte 
Kunstgewerbe (Zeitschr. d. Kunstgewerbever. in München, 1885). — Grenser, Alfred, 
D. Künstler im Dienste d. Heraldik, Wien 1876. Drs., Ü. d. gewerbl., ornamentale 
u. dekorative Anwendung d. Wappen (Bl. f. Kunst u. Wft., Wien 1866, Nr. 1—3). — 
Hildebrandt, Herald. Alphabet, 2. Afl., Frankfurt a. M., Heinrich Keller. Drs., 
Herald. Musterb. (44 Seiten Text mit 48 Tafeln, Berlin 1897). — Doepler d. j., E., 
Herald. Formenschatz, Herald. Kunstbl. aus d. 15. Jht. bis in d. neueste Zeit, Berlin 
1898. — Hohenlohe-Waldenburg, F. K. Fürst zu, D. herald. Styl, Kupferzell 1881. 
— Hrachowina, Karl, Wappenb. f. Kunstjünger u. Kunsthandwerker, Wien 1883. — 
Otto, R., Herald. Skizzen, Berlin, Selbstverlag d.Verf. — Warnecke, Kunstbl., 2. Afl., 
Görlitz 1891, u. Warnecke, Musterbl. (heraldische) f. Künstler u. Kunstgewerbtreibende, 
2. Afl., Berlin 1880, enthalten Reproduktionen d. schönsten heraldischen Stiche u. Hand- 
zeichnungen aus d. 15. bis 17. Jht. — Stiassny, R., H. Baidung Grien. Wappenzeich- 
nungen in Coburg. E. Beitr. z. Biographie d. oberrhein. Meisters. Wien 1896. — 
Clericus, Ludwig, Vorlagen f. Wappenstickerei auf Canevas, Dresden 1887. — Über 
das ungarische Wappenwesen hat das groß angelegte Werk begonnen zu erscheinen: 
Magyarorszäg Cimeres Könyve (über armorum Hungariae). Ungarisches Wappenbuch. 
Verlag von Gebr. Vogt, Papiermühle S.A. Es ist beabsichtigt, nach und nach sämtliche 
Wappen Ungarns (ca. 25000) in Fünffarbendruck erscheinen zu lassen. — Ü. d. japa- 
nische Heraldik sind zu vergleichen: Ströhl, H. G., Japanische Familien-Zeichen, DH 
41; drs., Einiges ü. d. Wappenwesen d. Japaner, DH 35; drs., Japanische Stempel 
(Siegel) m. Handzeichen, JAW 1910; drs., Imitationsfiguren der japanischen Heraldik 
(Mtlg. d. Seminars f. orientalische Sprachen zu Berlin, Jg. XIII, Abt. I. Ostasiatische 
Studien, Berlin 1910). Vgl. auch Spörry, Hans, D. Stempelwesen in Japan. Zürich 
1901. — „Bunsei bukan" (Spiegel der Büke od. Krieger aus d. Nengo od. d. Periode 
Bunsei, 1818—1829). „Kayei bukan" (Spiegel d. Krieger aus d. Nengo Kayei, 1849 bis 
1859). „Irohabiki moncho" (Wappenb. nach d. Iroha, d. h. nach d. japanischen Al- 
phabet geordnet), mit 1314 Wappen (1881). „Kodai moyo. Koeki moncho" (Muster 
aus alter Zeit. Vermehrtes Wappenb.) mit 2340 Wappen (1891). 

«) Grote, Münzstudien 3, 1863, S. 408. 



204 Quellen der Heraldik. 

Während im 1 8. Jahrhundert allenfalls Petschaftstecher und Maler der 
Ahnentafeln sich mit Darstellung der Wappen beschäftigten, wird jetzt die 
Tätigkeit nicht bloß etwa der Graveure und etwa noch der Steinmetzen, 
sondern auch der Emaillemaler für Ordenszeichen und Bijouterien, der Por- 
zellanmaler für Vasen, Tassen und Pfeifenköpfe, der Lackierer für Wagen 
und Firmenschilder, der Gürtler für Livreeknöpfe der Stempelschneider für 
Stempel zum Stempeln des Briefpapiers, der Weber für Wandteppiche, Tisch- 
decken und Servietten, der Posamentierer für Livree- und Kutscherborten, der 
Buchbinder für Prachtbände, der Zinngießer für Sargverzierungen, der Litho- 
graphen für Visitenkarten, der Stickmusterzeichner für zahllose Hochzeits- 
und Geburtstags- geschenke an Rückenkissen oder Portefeuilles, der Maler 
zur Anfertigung von Fahnen für jede Stadt, jeden Flecken, jedes Dorf, dessen 
Deputierte an irgend einem Kongresse teilnehmen sollen, der Architekten 
zur äußeren und der Tapezierer und Dekorateure zur inneren Verzierung 
der Gebäude aller Art und vieler anderer Gewerbtreibender von der Heraldik 
in Anspruch genommen. 

Früh war man bestrebt, heraldische Darstellungen zu kopieren. Von 
dem löblichen Bestreben, Siegel abzuzeichnen, gibt manches Kopialbuch 
Zeugnis. Ein Abt des Klosters Waldsassen ließ sogar die ältesten und wich- 
tigsten Wappensiegel in Farben ausführen. In glücklicher Stunde traf man 
in Waldsassen diese Vorsichtsmaßregel; denn jetzt fehlt der eine Teil der 
Siegel, der andere aber ist meist in einem Zustande, der Bild und Le- 
gende nur schwer mehr erkennen läßt. Das Bestreben, wertvolle Hand- 
schriften zu illustrieren, hat manch wichtige heraldische Überlieferung be- 
wirkt. So begegnen wir z. B. zahlreichen Wappenschilden und Bannern 
mittelalterlicher Geschlechter im Codex Balduini Trevirensis über die Rom- 
fahrt des Kaisers Heinrich VII. Die bunte Pracht der Wappen brachte diesen 
viele Liebhaber und auch Sammler. Unter den ältesten Wappensammlungen 1 ) 
ist die Züricher Wappenrolle besonders berühmt. Sie stammt entweder aus 
dem Ende des 13. Jahrhunderts oder erst aus der ersten Hälfte des 14. und 
ist nicht nur ein kostbarer Schatz für alle Freunde der „edlen Heroldskunst", 



*) E. Übersicht ü. d. Wappenrollen bis z. Beginn d. 16. Jht. hat E. Gritzner ver- 
öffentlicht in seiner Abhandlung „Heraldik" in A. Meisters Grundriß d. Geschichtswft., 
l a 1912. Vgl. Bach, Ü. einige Wappenhandschr. d. 15. Jht. u. ihr Verhältnis zu- 
einander, DH. 1900, S. 120 ff. Die vollständigste Übersicht ü. d. Wappensammlungen 
d. 14. u. 15. Jht. bietet F. K. (d. i. Fürst F. K. v. Hohenlohe-Waldenburg) in d. Beil. 
zu seinem Buche: D. herald. Pelzwerk (1867) u. in d. Abhandlung Verzeichnis gemalter 
Wappen aus d. Zeit vor 1500 im Anz. f. Kunde d. deutschen Vorzeit, 1867, S. 172ff. — 
Herzberg-Fränkel,D. Brüderschafts- u.Wappenb.v. St. Christof auf d. Arlberg, MIÖG, 
6. Ergänzungsbd. 1901. Vgl. dazu V. Rabers Wappenb. d.Arlberg-Bruderschaft in Weimar, 
DH 1909, S. 153. — Weit ü. d. Grenzen Englands reicht d. Bedeutung d. Wappen, welche 
Matthäus Parisiensis im 13. Jht. aufzeichnete. Publiziert hat diese Wappen bereits 
Madden in seiner Ausg. d. Historia minor (Matthaei Parisiensis historia Anglorum sive 
ut vulgo dicitur Historia minor. 3 Bde. London 1866—69). Eine ausführl. Würdigung 
dieses Materials bietet Felix Hauptmann, D. Wappen in d. Historia minor d. Mat- 
thäus Parisiensis. (Mit 6 Tafeln.) JAW NF XIX, Wien 1909. — C. Fischnaler, Das 
Selbachsche Wappenb., ZF 1901. — Dazu kommt d. Literatur üb. die Turnierbücher. 



Quellen der Heraldik. 205 

sondern auch eine reiche Quelle der Belehrung für die Kulturgeschichte un- 
seres deutschen Mittelalters. 1 ) Eine Reihe anderer Sammlungen folgte. Die 
moderne Technik polychromer Vervielfältigungskunst hat einige derselben 
reproduziert und durch den Buchhandel weiteren Kreisen zugänglich ge- 
macht, so insbesondere das Wappenbuch des Conrad Grünenberg von 1483.*) 
Die umfangreichste heraldische Sammlung, die es gibt, zu deren Erläu- 
terung eine weit zerstreute Literatur herangezogen werden kann, erscheint 
unter dem Titel: „J. Siebmachers Wappenbuch" im Verlag| von Bauer & Raspe 
in Nürnberg und umfaßt gegenwärtig bereits weit über 100 starke Quart- 
bände. 3 ) Dieses reiche Material ist allerdings nur mit Kritik zu benutzen. 



x ) D. Wappenrolle v. Zürich. E. herald. Denkm. d. 14. Jht., hrsg. v. d. antiquar. 
Gsft. in Zürich, im Selbstvl. d. Gsft Ü. sie vgl.: Ernst Edler von Franzens- 
huld in MZK, 11. Jg., Wien 1866, S. LIff. — A. Weiß, JAW 1872, S. 175ff. — 
Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg, JAW 1881, 1 f . — P. Ganz, D. Wappenb. 
des Stadtschreibers Rennward Cysat v. Luzern 1581, Schweizer Archiv f. Heraldik, 
1000. 

*) Ausg. in Farbendruck v. Graf Stillfried-Alcantara u. Ad. M. Hildebrandt 
mit Ergänzungsbd., Görlitz 1875 — 83. 

3 ) Neben Siebmacher sind d. Wappenb. v. J. A. Tyroff gegenwärtig d. voll- 
ständigsten Slg., nämlich: Wappenb. d. Österreich. Monarchie, 30 Bde., Nürnberg 1831 
bis 72: Wappenb. d. preuß. Monarchie, 35 Bde., 1844—72; Wappenb. d. Königr. 
Bayern, 27 Bde., 1818-72; Wappenb. d. Kgr. Württemberg, Bd. 1—3, 1833 ff., Wappenb. 
d. Sachs. Staaten, 14 Bde., 1852—71. Vgl. Siebenkees, Joh. Christian, Geschl.- 
u. Wappenbeschreibung zu dem Tyroffschen Wappenwerke, 15 Hefte, Nürnberg 1702 
bis 1808. — Da auch d. Exlibris Material zur Heraldik enthalten, sei verwiesen auf 
Warnecke, D. deutschen Bücherzeichen (Ex-libris) v. ihren Ursprüngen bis z. Gegen- 
wart, Berlin 1880, J. A. Stargard (255 S. mit e. Titelbl. v. E. Doepler d. j., zahlreichen 
Textillustrationen u. 26 photographischen Tfln). — Seyler, G. A., Illustriertes Handb. 
d. Ex-libris-Kunde, m. 60 Abb., Berlin 1805. — Aus d. Ex-libris-Slg. d. Bibliothek d. 
Börsenvereins d. deutschen Buchhändler, Leipzig 1807. — Gerster, D. schweizer. 
Bibliothekszeichen. Kappelen, im Kanton Bern. — Zur Westen, W. von, Ex-libris. 
Bielefeld 1001. — Firma C. G. Boerner in Leipzig, Katalog d. Ex-libris-Slg. Heinrich 
Eduard Stiebeis zu Frankfurt a. M., vgl. MAW 1010, S. 404. — K. E. Graf zu 
Leiningen-Westerburg, Deutsche u. Österreich. Bibliothekszeichen, Exlibris. Ein 
Handb. f. Sammler, Bücher- u. Kunstfreunde, Stuttgart 1001. Drs. Verfasser hat kurz 
in populär-wissenschaftlicher Weise ü. „Exlibris (Bibliothekzeichen)" gehandelt im Jb. 
f. Genealogie, Heraldik u. Sphragistik, 1805 (Mitau 1896), S. 122ff. — Paul Heitz, 
Elsassische Büchermarken, Straßburg 1892; drs., Die Züricher Büchermarken, Zürich 
1895; Die Baseler Büchermarken, Straßburg 1895; drs., Die Frankfurter und Mainzer 
Drucker- u. Verlegerzeichen bis in d. 17. Jht., 1891. — Heine mann, O. v., Ex-libris- 
Slg. d. Herzogl. Bibliothek zu Wolfenbüttel. 160 ausgewählte Bücherzeichen d. 15. bis 
19. Jht. Mit 160 Tfln. Berlin 1895. — Albert Treier, Lorenz M. Rheude u. seine 
herald. Exlibris, HGBAB 1910, März. — Krahl, Ernst, Exlibris, MAW 5, 220 ff. — 
Ex libris, Zeitschr. f. Bibliothekzeichen, Bücherkunde u. Gelehrtengesch. Organ des 
Exlibris-Vereins zu Berlin. Mit d. J. 1907 beginnt d. 17. Jg. in veränderter Ausgabe, 
u. zwar umfaßt diese jährlich 3 H. unter d. Titel: Zeitschr. f. Exlibris, Buchkunst u. 
angewandte Graphik, sowie 5 H. Mtlg. d. Exlibris -Ver. zu Berlin. — Schweizerische 
Blätter f. Exlibris -Sammler. Feuilles suisses pour collectionneurs d'ex libris. Zürich 
1901 ff. — Buchkunst. Zeitschr. f. Exlibris-Sammler u. Bücherfreunde. Zürich, seit 1906. 
— Journal of the Ex libris Society, London. — Vorsterman v. Oyen, A. A., Les 
destinateurs neerlandais d'ex-libris. Ryswyk, Les Lahage. Archives genealogiques et 



206 Heraldische Kennzeichen der Nation. 

Denn zahlreiche Wappen sind seit den Zeiten der Kreuzzüge 1 ) im Laufe der 
Jahrhunderte willkürlich entstellt worden. Häufig bedarf es zur Richtig- 
stellung des alten, unverfälschten Wappens sehr langwieriger und schwieriger 
archivalischer Forschungen. Aber trotz dieses Übelstandes bietet das vor- 
handene heraldische Material, wie es teils durch den Buchhandel veröffent- 
licht ist, teils noch ungehoben in den Archiven lagert, eine wichtige Quelle 
für die Familiengeschichte. 

Die Heraldik als familiengeschichtliche Hilfswissenschaft ist leider nicht 
so bekannt, als wünschenswert ist. Kommt sie doch selbst in Knothes sonst 
so mustergültigen; Arbeiten nicht zu ihrem vollen Rechte. 2 ). Und doch bietet 
sie gelegentlich die Möglichkeit, Nationalität, Stamm, Lehnsverhältnisse und 
Amt eines Geschlechts zu erkennen, gleichnamige Geschlechter und Linien 
desselben Geschlechtes zu scheiden, uneheliche Geburt, Besitz und genealo- 
gische Verhältnisse sowie besondere Vorkommnisse aus der Geschichte ein- 
zelner Familien zu erforschen und die Namen des Geschlechtes aus dem 
Wappen abzulesen. 
Heraldische Es gibt gewisse Wappentypen, die für eine einzelne Nation charakte- 

Ken Nation" der ristisch sind. So sind die ungeteilten Schilde mit einfachen, den Rand des 
Schildes nicht berührenden, frei schwebenden Wappenfiguren und einem 
Helme (meist ohne Decken), auf dem wiederum einfache Helmzierden sich 
befinden, für den heraldischen Gebrauch beim altpolnischen Adel typisch. 3 ) 
Frei über dem Helme schwebende Helmzierden ohne Helm, die mit dem 
Schilde in gar keiner Verbindung stehen, sind charakteristisch für die eng- 
lische Heraldik und finden sich außerhalb Englands nirgends. 4 ) Die fran- 
zösische, auch in Rußland gebräuchliche Baronskrone ist ein mit Perlenschnur 
mehrfach umwundener goldener Reifen ohne Zacken. Die schwedische Frei- 
herrnkrone hat acht Perlen, auf welcher an der Seite und in der Mitte noch 



heraldiques 1908. — Publikationen d. österr. Exlibris-Gsft. Jg. I — III. Red. von Ed. 
Dillmann. Mit vielen Abb. Wien 1903 ff. — Bertarelli, Achille, Qli exlibris: 
appunti bibliografici. Milano 1899. — Galli, J., 3500 exlibris italiani, illustrati con 
755 fig. Milano 1908 (in d. Slg. Manuali Hoepli). — Modern book-plates and their de- 
signers, London 1899. — Isacko, Russische Exlibris. Moskau 1909. — Pierron, Les 
destinateurs beiges d'Ex-libris. Liege o.J. — Vorsterman v. Oyen, Les destinateurs 
Neerlandais d'Ex-libris. Arnhem 1910. 

!) Z. Frage ü. d. Einfluß d. Kreuzzüge auf d. Wappenwesen vgl. Jacoub Artin 
Pascha, Contribution ä l'etude du blason en Orient. London 1902. 

2) v. Mülverstedt, NASG 8, 349ff. 

3 ) D. Vermehrung e. Wappens od. d. Vereinigung zweier geschah in Polen nicht 
auf d. in allen übrigen Ländern übl. Wege d. Schildteilung in mehrere Felder, sondern 
dadurch, daß mit d. jeweiligen Hauptwappen andere Wappen oder sonstige Zutaten, 
also doch andere Schildgegegenstände, organisch zu e. Ganzen in demselben gemein- 
schaftlichen Schilde verbunden wurden. — Graf Stanislaus von Mieroszowice- 
Mieroszowski, D. polnische Wappenwesen, VJH XI, 1883. Gegen d. Ansicht, daß 
d. polnischen Heraldik ursprünglich d. Helmdecken gefehlt haben, spricht das Vor- 
kommen v. Decken in späteren Stamm- u. Wappenbüchern nicht, vgl. DH 1909, S. 113. 

4 ) Ü. deutsche u. englische Heraldik, DH 34. 



Heraldische Kennzeichen des Standes. 207 

drei weitere Perlen ruhen. 1 ) Heraldische Unterschiede durch abweichende 
Schildeinfassungen weisen nach Spanien. 2 ) 

Kann man also in einzelnen Fällen, insbesondere in neuerer Zeit 3 ) aus Heraldische 
dem Wappen die Nationalität erkennen, so viel häufiger insbesondere auf ^"standes" dCS 
deutschem Gebiete den Stand. Am bekanntesten sind in dieser Hinsicht die 
verschiedenen Kronen. Freilich herrscht gerade hier viel Mißbrauch. Auf 
wie manchem Grabstein unserer heutigen Friedhöfe prangt z. B. eine Frei- 
herrnkrone bei einer dem untitulierten Adel angehörenden Persönlichkeit, die 
doch nur auf die einfache sogenannte Helmkrone Anspruch hat! Der offene 
Turnier- oder Spangenhelm 4 ) gibt für gewisse Zeiten einen Wahrscheinlich- 
keitsgrund für adligen Stand. Wir finden nämlich, daß von der Mitte des 
16. Jahrhunderts an der Turnierhelm den Bürgerlichen abgesprochen wird. 
Bei Erhebung von Wappenbürgern in den Adelsstand wurde seitdem häufig 
der Stechhelm zum Zeichen der Standeserhöhung „eröffnet", d. h. in einen 
Spangenhelm verwandelt. Den Bürgerlichen aber wurde fortan regelmäßig 
der Stechhelm verliehen. Wenn man auch nicht behaupten kann, daß allen 
Bürgerlichen der Turnierhelm verboten war, so bestand doch die Absicht, 
die Bürgerlichen auf den Stechhelm zu beschränken, zweifelsohne in den 
maßgebenden Kreisen. Auf deutschem Gebiete weist ein einfaches Wappen 
auf alte Zeit 6 ), ein kombiniertes, mit zahlreichen Einzelheiten überladenes 
auf späte Zeit. Eine uradlige Familie führte z. B., wie das große, mit'Unter- 
stützung der Landstände der Provinz Westfalen herausgegebene Siegelwerk 
im Bilde darstellt, ein Kammrad im Schild, also ein sehr einfaches Wappen, 
auch eine einfache Helmzier, nämlich zwei mit Pfauenfedern besteckte 
Scheiben, oder das Kammrad wiederholt. Dagegen führt eine andere gleich- 
namige, von Grote, Geschlechts- und Wappenbuch des Königreichs Hannover 
und des Herzogtums Braunschweig (Hannover 1843), zum „Brief adel und 
erblich gewordenen Dienstadel" gerechnete Familie folgendes Wappen: In 
Blau eine goldene Sturzbrücke, begleitet oben von je einer roten, gold- 
besamten Rose, unten von einem viereckigen, an den Rändern eingebogenen, 
goldenen Schnallenrand ohne Heftel und Dorn und belegt mit goldenem 
Herzschild, in welchem ein schwarzer Löwe mit rot ausgeschlagener Zunge. 



*) Die Kronenbildung bei Schweden ist so aufzufassen, daß auf dem Reifen drei 
Gruppen von je drei Perlen stehen und dazwischen noch zwei einzelne Perlen, also 
gewissermaßen auch fünf Teile. Es gehören drei Perlen immer zusammen und sind 
eigentlich als eine einzige aufzufassen. 

2 ) Lorenz, Lehrb. d. Genealogie, 1898, S. 186. 

3 ) Häufig, aber keineswegs immer, weist die Lilie nach Frankreich; hier nahmen 
nicht nur alle Nebenlinien des Königshauses, sondern auch zahlreiche Städte, endlich 
viele fremde Söldner dieses Zeichen in ihren Schild. — Malderghem, Jean van, 
Les fleurs de lis de l'ancienne monarchie fran^aise, leur origine, leur nature, leur sym- 
bolisme (Annales de la societe d'archeologie de Bruxelles. T. VIII. Bruxelles 1894). 

4 ) Suttner, Gustav Freiherr v., D. Helm v. seinem Ursprünge bis gegen d. 
Mitte d. 17. Jht. Wien 1878. — Fortunat v. Schubert-Soldern, D. mittelalterl. 
Helm u. seine Entwicklung, ZHW, Bd. 5, H. 2. 

6 ) Leesenberg, A., Ü. Ursprung u. erstes Vorkommen unserer heutigen Wappen. 
Berlin 1877. 



208 Das Lehnsverhältnis und die Wappengruppen. 

Helm: Wulst von Gold und Blau. Zwei Büffelhörner, übereck schräg von 
Oold und Blau geteilt. Helmdecken: Golden und Blau. Bei einer Familie 
solchen Wappens kann von „Uradel" nicht die Rede sein, es sei denn, daß 
vorliegend der Herzschild das Stammwappen bildete und der Rückschild die 
Zutat einer Wappenvermehrung sei. 
Das Lehns- Eine wichtige Stelle in dem Kapitel „Familiengeschichte und Heraldik" 

V d^w!ippen- betrifft das Verhältnis des Wappenwesens der Dienstmannen zu dem Wappen 
gruppen. ihrer Herren. Wolfram v. Eschenbach beschreibt uns am Anfange des 13. Jahr- 
hunderts das aus zwölf Fürsten bestehende Gefolge Josweizes, welche alle 
dessen Wappen führen': 

also was ouch Josweizes art: 

durch daz die selben hervart 

Josweizes dem swanen truoc 

und landes herrn mit im genuoc 

mit dem wäpen was bevangen. 

ze halse gehangen 

zwelf fürsten sine schilte 

truogen durch sin milte. 1 ) 

Häufig, zumal in späterer Zeit, waren die Dienstmannen indessen nicht ganz 
ebenso wie ihr Herr gewappnet, sondern sie trugen entweder nur einen Teil 
des Herrenwappens, etwa den Schild oder den Helm oder einen Teil des 
Wappenbildes, oder sie führten es in anderen Farben, so daß meist ein 
Unterschied zwischen Herr und Gefolge bestehen blieb. Wolfram v. Eschen- 
bach läßt die bretagnischen Ritter das Wappen des Königssohnes Ilynot, 
das Gampilun, entweder auf dem Schild oder auf dem Helm führen: 

ouch hat jeglich Bretun 

durch bekanntnisse ein gampilun 

eintweder uf heim oder uf den schilt 

nach Ilynotes wapne gesilt 

daz was Artus werder suon. 2 ) 
In abweichender Tingierung läßt der Pleier (um 1280) die Ritter Eski- 
labons das Wappen ihres Herrn führen. Eskilabon selbst trägt einen gol- 
denen Adler in Blau: 

sin schilt was von lasure bla, 

von arabischem golde da 

was drufe erhaben ein richer ar. 
Seine Ritter dagegen reiten unter weißen Bannern mit schwarzen Adlern: 

nach de fuor des wirtes schar 
unde vier banieren licht gevar: 
die waren wiz snevar, 
dar innen swebete ein zöbelin ar. 3 ) 

!) Wilhelm v. Oranse, 386, 22. 

2 ) Parzival, 383, 1. 

3 ) Garel, 3467. 



Das Lehnsverhältnis und die Wappengruppen. 209 

Auch aus Courtoisie oder bei vorübergehenden Dienst- oder Genossenschafts- 
verhältnissen wurde dieser Brauch geübt. Ulrich v. Liechtenstein erzählt, 
daß, als er auf das Turnier zu Neuburg zog, der Domvogt von Regensburg 
und fünfzig Ritter ihm zu Ehren seinen Schild trugen. 1 ) 

Ähnlich trugen die von Wildon, die Marschälle von Steiermark waren, 
zuweilen den steiermärkischen Panther im Schilde, bei anderen Gelegenheiten 
aber ihr eigenes Wappen, die drei Seeblätter. Schon Herrand von Wildon 
führt 1195 oben im Schilde den steirischen Panther, unten die drei See- 
blätter, Ulrich von Wildon 1223 nur die Seeblätter, Marschall Hartnid 1278 
nur den Panther. 

In einer Reihe von Fällen können wir aus dem Wappen das Amt er- 
kennen, mit dem eine Familie belehnt war. So führten z. B. die Schenk 
von Basel einen roten Doppelbecher in weißem Schild. Dasselbe Wappen 
führten die v. Liebenberg, die Schenken der Grafen von Kyburg waren. 
Berthold, Schenk von Kyburg, siegelte so 1258 mit einem Doppelbecher im 
Schilde. Die Schenk von Bromgarten führten ein goldenes Schenkgefäß in 
Blau, die Schenk von Roßberg einen goldenen, mit schwarzen Hahnenfedern 
besteckten Becher als Helmkleinod, die Truchseß von Diessenhofen einen 
schwarzen Becher in Silber, die Truchseß von Ytlingen einen goldenen Kessel 
in Schwarz, die Truchseß von Lentzburg eine silberne Schüssel in Rot. Bei 
anderen Familien ist das Amt aus den nach Art der Beizeichen den Wappen 
hinzugefügten Emblemen zu erkennen. So legten die Schenk von Limburg, 
die schon in der goldenen Bulle als mit dem Reichserbschenkenamte belehnt 
genannt werden, und die von Erbach einen goldenen Becher auf die Herz- 
stelle ihres Wappens wegen des Reichsschenkenamtes. Die Grafen von 
Weinsberg, die vor den Hohenzollern das Reichserbkämmereramt besaßen und 
selber von den Herren von Falkenstein, die schon in der goldenen Bulle 
damit belehnt erscheinen, am Anfange des 15. Jahrhunderts es überkommen 
hatten, führten in einer der Fahnen, mit denen ihr Helmkleinod besteckt war, 
ein goldenes Zepter in Blau. Die Spaur gaben dem roten Löwen in Silber, 
den sie als Wappen führten, einen goldenen Becher in die Tatzen, seitdem 
sie 1450 das Erblandmundschenkenamt von Tirol erhalten hatten. 

Aus dem 14. und 15. Jahrhundert liegen in Westfalen, wie wir aus Ilgens 
Untersuchungen 2 ) wissen, sichere Beispiele vor, daß Beamte die Wappen- 
figuren ihrer fürstlichen Herren oder Herrinnen ganz oder teilweise in ihre 
Siegel aufnahmen. Der Richter der Neustadt Osnabrück, Everhard, genannt 
Cocus, der einen Sparren im Schilde führte, auf dessen Spitze ein Rabe 
kauert, brachte in der Siegelumschrift deutlich sein früheres Verhältnis zum 
Osnabrücker Bischof Ludwig von Ravensberg zum Ausdrucke. Nicht minder 
interessant sind die Siegel des abteilichen Richters in Herford, Levolds von 
dem Hove, aus dem 15. Jahrhundert. Unter zwei Äbtissinnen, Mathilde von 



*) Vrouwendienst, hrsg. v. Lachmann, Berlin 1841, S. 297, 7. 
" 2 ) D. westfälischen Siegel d. Mittelalters, 1. H. v. F. Philippi u. Q. Tumbült, 
2. H. v. Q. Tumbült, 3. u. 4. H. v. Th. Ilgen. Münster 1882—1900. 

Heydenreich, Handbuch der praktischen Genealogie I. |4 



210 Wappengleichheit und Genealogie. 

Waldeck und Margarete von Gleichen, hat er seines Amtes gewaltet. Er ent- 
stammt offenbar bürgerlichen oder bäuerlichen Kreisen; denn in der unteren 
Hälfte des Schildes sieht man seine Hausmarke, über dieser hat er nun, so- 
lange er der Äbtissin Mathilde diente, aus deren Wappen den halben acht- 
strahligen Stern angebracht, während er als Richter unter Margarete von 
Gleichen, deren Geschlecht einen gekrönten Löwen im Schilde trug, diesen 
an Stelle des halben Sterns setzte und ihn zwar nicht aufgerichtet, aber mit 
Rücksicht auf den verfügbaren Raum des Schildes schreitend darstellte. 
(Ilgen, S. 26, 27.) 

Anspielungen auf die Lehnsverhältnisse und Aufnahme des lehnsrecht- 
lichen Wappens mit veränderten Farben oder Beizeichen oder einzelne Teile 
desselben kommen überhaupt häufig vor. Im Aar-, Thur- und Zürich-Gau 
ist das Bild des Löwen deshalb so zahlreich vertreten, weil die Grafen von 
Kyburg und Habsburg, die großen Landesherren, Löwen im Schilde führten. 
Den Habsburger Löwen zeigen die Wappen ihrer Dienstmannen von Reinach 
(in Gelb roter Leu mit blauem Kopf), von Iffenthal (in Gelb roter Leu mit 
blauem Querbalken), von Eschenz auf dem Hauenstein (gespalten: 1. v. Habs- 
burg und 2. dreimal schräg geteilt blauweiß). 

Die von Erlach führten als Kastellane der Grafen von Nidau (gelber 
Pfahl mit drei schwarzen Sparren in Rot) einen weißen Pfahl mit schwarzem 
Sparren in Rot. Als Dienstleute der Grafen von Rapperswil (in Gelb drei 
rote Rosen) führen die von Dübelstein bei Zürich in Rot zwei weiße Rosen» 
die vom Rambach im Amt Grüningen in rot-weiß gespaltenem Schilde eine 
weiße und eine rote Rose, die Marschälle von Rapperswil in Schwarz eine 
weiße Rose. Der Freiherren von Regensburg Wappenbild (gepfählt von Blau 
und Weiß mit roten Querbalken) erscheint im Schilde der von Lunkhofen 
(Zürich) nur gedreht (sechsmal geteilt von Blau und Weiß 1 ) mit rotem Pfahl), 
was sich durch ein Ministerialenverhältnis erklärt. 

Im Uri haben die Vorsteher des Freistaates bis ins späte Mittelalter 
das Wappenbild des Landes, den Stierkopf, als Familienwappen erwählt. Die 
Meyer von Erstfelden führen in Weiß einen roten Stierkopf mit gelbem 
Stern, ebenso die Meyer von Silinen und die zur Frauen in Gelb einen 
schwarzen Stierkopf von zwei schwarzen Sternen begleitet. 2 ) 
Wappen- Man hat dementsprechend auch in anderen Gegenden die Wahrnehmung 

g OMMiogie? d £ emacnt > daß einzelne Familien des niederen Adels, die in Abhängigkeits- 
verhältnis zu dynastischen Geschlechtern — und, selbstverständlich in diesem 
Falle, Herrschafts- und Schloßbesitzern — standen, Schilde oder Helmfiguren 
führen, die eine größere oder geringere Ähnlichkeit mit den heraldischen 
lnsignien ihrer Lehnsherren, d. h. dieselben ganz oder teilweise zeigen. So 
sehen wir z. B., daß die von Veitheim dasselbe Wappen führen wie die 

x ) Gelb u. Weiß als Wappenfarben gibt es eigentlich nicht, wenn man sich auch 
dieser Ausdrucksweise zu bedienen vielfach gewöhnt hat. Es ist eigentlich überall 
Gold u. Silber gemeint. Nur weil Gold u. Silber nicht immer zu beschaffen waren, 
wurde zur Aushilfe Gelb u. Weiß genommen. 

8 ) Ganz, Paul, Gesch. d. herald. Kunst in d. Schweiz im 12. u. 13. jht. 1899. 



Wappengleichheit und Genealogie. 211 

Grafen von Veitheim; ferner im Wappen der von Osterburg, die Rauten, 
die ihre Lehnsherren, die Grafen von Osterburg, in der Fünfzahl führen, 
in der Dreizahl, die von Ritterbeck, deren gleichnamiger Stammsitz im Ge- 
biete der Grafen von Lichow liegt, führen im Schilde die später in drei 
Würfel verwandelten Rauten aus dem Wappen ihrer Lehnsherren. Eins der 
Burgmannengeschlechter von Salza führt das gleiche Schildzeichen wie die 
Dynasten desselben Namens. Die von Zerbst, niederen Adels, führen Kopf 
und Hals eines Löwen dreimal im Schilde, offenbar eine Variante des ein- 
fachen wachsenden Löwen im Wappen ihrer Oberherren, der Dynasten von 
Zerbst. 

Diese Wappengleichheit, bzw. Ähnlichkeit hat in vielen Fällen zu un- 
bewiesenen Behauptungen hinsichtlich einer Stammesgemeinschaft zwischen 
gleichnamigen Dynasten- und Burgmannengeschlechtern Veranlassung gegeben. 
Diese Behauptungen, abgesehen von der Mangelhaftigkeit der betreffenden 
genealogischen Deduktionen, zerfallen in nichts, sobald es gelingt, festzu- 
stellen, welchen Einfluß überhaupt das Ministerialenverhältnis auf die Gestal- 
tung des Wappens eines Geschlechtes ausgeübt hat. 

Es scheint sich beweisen zu lassen, daß die Burgmannenfamilien und 
Ministerialen einer größeren landesherrlichen Burg — wie z. B. Salzwedel, 
Spandau und Mühlhausen — zur Kennzeichnung dieses Verhältnisses und 
gewissermaßen als ein Erkennungs- und Abhängigkeitszeichen bezüglich ihrer 
Schloß-, Landes- und Lehnsherren, deren Schildzeichen ganz oder teilweise 
führen durften oder vielleicht auch mußten, ja es sogar oft allein an Stelle 
ihres altväterlichen Schildzeichens setzten. Es werden hierher zu rechnen 
sein die zahlreichen Familien der Mark Brandenburg, die einen roten Raub- 
vogelfuß (Adlerfuß, nicht wie meistens blasoniert zu werden pflegt, Greifen- 
klaue) im Schilde führten, wie die von Kerkow, Gladow, Jeetze, Welstawe, 
Knesebeck, Schulenburg, Groben, Barth. 1 ) 

Der verewigte Freiherr von Ledebur hat in seiner verdienstlichen Ab- 
handlung über Wappengruppen in den Märkischen Forschungen, Band III, 
versucht, diesen Geschlechtern mit gleichem oder ähnlichem Wappenbilde 
eine gemeinsame Abstammung zu vindizieren, die bei verschiedenen Namen 
durch die Gleichheit des heraldischen Emblems zum Ausdruck gebracht sein 
soll. Jedoch hat der Beweis für eine tatsächliche Stammesgemeinschaft jener 
Familien bisher nicht geführt werden können; es ist irrig, wenn noch vor 
kurzem A. von Schlippenbach (Entstehung des deutschen Adels, in den Ar- 
beiten des Uckermärkischen Museums- und Geschichts-Vereins Heft 5) sich 
der Theorie des Freiherrn von Ledebur rückhaltlos als einer richtigen an- 
schließt. Es liegt vielmehr nahe, anzunehmen, daß das gemeinsame Schild- 
zeichen jener Familien der Mark Brandenburg nichts anderes ist, als der 
heraldische Ausdruck ihres gemeinschaftlichen Verhältnisses zur Burg Salz- 
wedel, der Residenz ihrer markgräflichen Lehnsherren und zu diesen selbst, 



*) Vgl. auch Seyler, D. herald. Lehnsrecht, Vierteljahrsschr. f. Wappenkunde I 
1873, S. 1 ff. 

14* 



2J2 Wappengleichheit und Genealogie. 

insofern als in dem roten Adlerbein ein Teil des markgräflichen Wappen- 
tieres, des roten Adlers, zu erblicken ist. Es wird hierdurch zugleich die 
auffallende Tatsache Erklärung finden, daß wir bei einzelnen Familien, wie 
denen von Veitheim, von dem Knesebeck, zwei, ganz verschiedene Wappen 
gleichzeitig in Gebrauch finden. Man hat bisweilen angenommen, daß es 
sich in solchem Falle um verschiedene Familien gleichen Namens handle. 
Die Wappenduplizität dürfte sich vielmehr darauf zurückführen lassen, daß 
ein Mitglied des betreffenden Geschlechtes infolge seines Burgmannen- und 
Ministerialenverhältnisses das lehnsherrliche Wappen ganz oder teilweise an- 
nahm oder vielleicht annehmen mußte, und daß dessen Nachkommen dasselbe 
weiter führten, während die nicht im Burgmannenverhältnis stehenden Ge- 
schlechtsvettern das ursprüngliche Stammwappen beibehielten. 1 ) 

Es ist hierbei nicht außer acht zu lassen, daß in ähnlicher Weise auch 
in späterer, ja selbst noch in neuester Zeit die vom römischen Kaiser, bzw. 
sonstigen Landesherren (Brandenburg, Kurpfalz usw.) geadelten, baronisierten 
oder gegraften Familien in den ihnen verliehenen oder verbesserten Wappen 
häufig die Insignien ihrer Landes- und Lehnsherren ganz oder teilweise er- 
hielten. So erblicken wir in den Wappen zahlreicher preußischer Geschlechter 
bisweilen den ganzen preußischen Adler, bisweilen einzelne Körperteile des- 
selben, den Kopf, die Flügel, oder einen derselben, oder selbst auch nur 
ein Bein. 

Nicht minder sind jedem Heraldiker die zahlreichen Städtewappen be- 
kannt, in denen das Wappenbild ihrer Landes- oder Grundherren ganz oder 
teilweise enthalten ist. Da die Grundherren oft Adlige waren, so lassen 
sich in den Wappen vieler einst abhängiger Städte adlige Wappen nachweisen. 
Oft sogar ist beim Fehlen anderer Nachrichten das Vorkommen eines solchen 
in einem Stadtwappen der einzige Beweis, daß die Stadt dem betreffenden 
Geschlechte einmal gehört hat. 

Noch verdient ein altes Zeugnis angeführt zu werden, wonach es den 
Burgmannen gestattet, wenn nicht zur Pflicht gemacht wurde, die Helme 
ihrer Wappen mit dem Zimier ihrer Burgherren zu zieren. Hierher könnte 
es gehören, wenn das bekannte Adelsgeschlecht Sack, das im Lüneburgischen 
wohnte und hier von den Herzögen von Braunschweig Lehen besaß, im 
H.Jahrhundert, zur Zeit, als u. a. einer des Geschlechts Vogt zu Lüchow 
war, die braunschweigischen Helmsicheln als Zimier führte, eine von der 
ihrer neumärkischen Vettern völlig abweichende Helmzier. Wir können 
hierbei aber auch mit Fug an die zahlreichen Fälle denken, in denen die 
Helme geadelter Personen z. B. mit dem brandenburgischen oder preußischen 
Helmschmuck, dem offenen Fluge, unter ausdrücklicher Kennzeichnung des- 
selben als solchen geziert wurden. Herr und Diener führten denselben 
Helmschmuck. 2 ) 



*) Vgl. dazu auch Hauptmann, Zehn mittelrheinische Wappengruppen, JAW, 
2 ) Ad. M. H[ildebrandt], KGV 25, 6 ff . 



Wappengleichheit und Genealogie. 213 

Auch Ganerbschaften 1 ) scheinen oft Anlaß zur Bildung von Wappen- 
gruppen gegeben zu haben. Die Erforschung des Ursprungs und der Ab- 
stammung der Geschlechter des niederen Adels im Mittelalter wird besonders 
durch den Umstand erschwert, daß viele Familien von einem Ganerbenhause 
einen gemeinschaftlichen Namen, ja auch ein gemeinschaftliches Siegel ge- 
führt haben, ohne unter sich in der mindesten Geschlechtsverwandtschaft 
gestanden zu haben. So gibt es am Rhein eine Reihe von Beispielen dafür, 
daß die Ganerbenhäuser ihr eigenes Hauswappen haben, daß die Hausgenossen 
dieses Hauswappen bald ganz, bald zum Teil als ihr Geschlechtswappen auf- 
nahmen und auf ihre Nachkommen vererbten. Diese Geschlechter behielten 
ein derartiges Wappen selbst dann bei, wenn sich das alte ganerbschaftliche 
Verhältnis gelöst hatte. 2 ) 

Noch mag nicht unerwähnt sein, daß nicht alle sich gleichenden Wappen 
eine Wappengruppe bilden, sondern ein Zusammenhang vorhanden sein muß. 
So bilden z. B. die Manteuffel, die französischen Bethune und die Schweizer 
Sukenriet keine Wappengruppe, obschon sie nicht nur ähnliche, sondern 
sogar das gleiche Wappen führen, nämlich den roten Balken in Silber. Wohl 
aber bilden die Wappen Württemberg, Veringen und Neuenbürg, die alle 
drei Hirschstangen zeigen, eine Gruppe, da die Familien, die sie führten, 
gemeinsamen Ursprungs sind und die Verschiedenheit der Wappen durch 
Veränderung der Tinkturen des gemeinsamen Stammwappens entstanden ist. 3 ) 

Es sind nicht nur die Ministerialen, die unfreien Dienstmannen, die das 
Wappen ihres Herrn führten, auch bei Freien, die von einem andern ein 
Lehn trugen, konnte dieses Abhängigkeitsverhältnis durch Tragen des Wap- 
pens des Herrn zum Ausdrucke gebracht werden. Hieraus hat Hauptmann 
in seinem klassischen Werke über das Wappenrecht (Bonn 1896), dem ich 
im vorstehenden wiederholt gefolgt bin, es gut erklärt, daß zahlreiche Reichs- 
fürsten einen Adler im Wappen führen. 

Wollte man mit Seyler (JAW 1893, S. 144) die symbolische Bedeu- 
tung des Adlers (Großmut, Milde, Freigebigkeit) für den Grund zu der 
häufigen Wahl dieses Wappenbildes halten, so ist nicht einzusehen, weshalb 
dann nicht ebensoviele andere Tiere mit ähnlichen Bedeutungen — Löwe: 
Großmut; Hund: Treue; Stier und Bär: Stärke — gewählt worden sind. 
Vielmehr war offenbar oft das Lehnsverhältnis vom Herrn des Reiches, vom 
Kaiser, die Ursache, aus der die Reichsfürsten, die ja ihr Fürstentum von 
ihm zu Lehn trugen, beim Aufkommen des Wappenwesens so oft mit einem 
Adler uns entgegentreten. Es ist dieses nicht etwa das älteste Wappen des 
betreffenden Fürstenhauses, sondern es ist der kaiserliche Adler, den sie als 



*) D. Hochadlige Qanerbschaft d. Hauses Alten-Limpurg (mit Wappentafel), FBF 
1909. — Wippermann, Ü. Qanerbschaften, 1873. 

2 ) Bodmann, Rheingauische Altertümer, Mainz 1819, S. 369. 

*) Hauptmann, Zehn mittelrheinische Wappengruppen, JAW NF X. Zu der 
Gruppe: Württemberg-Veringen-Nellenburg gehört auch Landau, s. u. a. Alberti unter 
Veringen u. Friedrich Freihr. v. Gaisberg-Schöckingen, D. Königshaus u. d. 
Adel v. Württemberg, S. 4. 



214 Wappengleichheit und Genealogie. 

Lehnsmannen des Reichs auf dem Schilde trugen. 1 ) So führte z. B. einen 
Adler Ottokar I. von Böhmen 1199, Herzog Berthold IV. von Zähringen 
1157, Herzog Heinrich Jasomirgott von Österreich 1170, Herzog Berthold 
von Dälmatien 1184, Herzog Adalbert von Teck 1190, Graf Konrad von 
Heiligenberg 1208, Markgraf Heinrich V. von Baden 1207. Auch in der 
Geschichte der Wettiner kommt, wenn auch nur vorübergehend, ein solcher 
Adler vor. Dedo, der Sohn Konrads des Großen, führte noch kein Wappen 
im Siegel. Erst das Siegel seines Sohnes Dieterich (f 1207) zeigt ein mono- 
grammatisch zusammengesetztes Wappen: den halben Löwen und den halben 
Adler. Graf Dieterich nahm nämlich als Schildschmuck, gleich seinem Bruder 
Konrad, den Löwen der Meißner Hauptlinie an, vereinigte aber, nachdem er 
Pfalzgraf von Sommerschenburg geworden, durch monogrammatische Zu- 
sammenstellung den Löwen mit dem Adler der Pfalzgrafen von Sachsen zu 
einem Wappen. Daß aber der Adler das Familienwappen der ausgestorbenen 
Pfalzgrafen von Sachsen war, ist nach den Untersuchungen von Posse 
(Siegel der Wettiner, 1893, S. 8) nicht zu bezweifeln. 

Die Veränderungen eines Wappens zur Unterscheidung verschiedener 
Glieder oder Linien des gleichen Geschlechtes 2 ) werden unter der Bezeich- 
nung Brisüren zusammengefaßt. Sie stammen aus Frankreich (Archives 
heraldiques 1896. Bouty de Lesdain, Les brisures d'apres les sceaux) und 
sind daselbst mit den Wappen zugleich im 12. Jahrhundert nachzuweisen. 
Die Sitte der Unterscheidung hat sich in allen Ländern eingebürgert, aber 
eine ganz verschiedene Ausbildung erhalten. Mehr oder weniger der Willkür 
des einzelnen anheimgestellt bleiben die Brisüren in Frankreich und in 
Deutschland. Einzig in England haben sie sich zu einem äußerst geregelten 
und leicht verständlichen Systeme ausgereift. In Frankreich ist die Ver- 
änderung im Schilde vorgenommen worden, und zwar durch Hinzufügung 
eigens erfundener Beizeichen, wie des Turnierkragens (Lambel), des Ortes 
(Canton), des Schildrandes (Bordüre), des Fadens (bände oder bäton) usw. 
In der Schweiz scheint die Unterscheidung vorerst durch Farbenwechsel im 
Schilde gemacht worden zu sein, und später, nach Verbreitung der Helm- 
zierden, durch diese, wie überall in deutschen Landen. 8 ) 

Je spärlicher zeitweise die übrigen Quellen zur Familiengeschichte 
fließen, um so wichtiger ist das Wappen oder das dieses enthaltende Siegel. 
Mit Recht bemerkt Posse in dem Vorwort zu seinem klassischen Werke 
über die Siegel des Adels der Wettiner Lande bis zum Jahre 1500 (I. Band, 
Dresden 1903): „Für die Erforschung der Geschlechtergeschichte des Mittel- 

*) E. Gritzner, Heraldik, in A. Meisters Grundriß d. Geschichtswft. I, 1906, 
S. 372. 

2 ) Vgl. Ganz, Paul, Gesch. d. herald. Kunst in d. Schweiz im 12. u. 13. Jht., 1899. 

3 ) v. Löher, Ü. der Helmkleinode Bedeutung, Recht u. Gesch. (Sitzungsber. d. 
Kgl. Bayr. Ak. d. Wft., philos.-philol. Kl., Sitzung v. 7. März 1885). — Fürst zu Hohen- 
lohe-Waldenburg, Ü. d. Gebrauch d. herald. Helmzierden im MA, Stuttgart 1868. — 
Zangemeister, K., Wappen, Helmzierden u. Standarten d. großen Heidelberger 
Minnesänger-Handschr. (Manesse-Codex). Görlitz 1892. — H. Th. v. Kohlhagen, 
Beitr. z. Gesch. u. Gebrauch herald. Helmzierden. HGBAB 1910. 



Wappengleichheit und Genealogie. 215 

alters ist die Sphragistik eine der wesentlichsten Hilfswissenschaften. Oft 
wird hierbei dem mit dieser vertrauten Forscher das Siegel, in Anbetracht 
seiner großen Bedeutung, die es im Rechtsleben des Mittelalters ge- 
habt hat, wertvolleren Aufschluß geben, als der oft recht dürftige Rechts- 
inhalt der Urkunde, z. B. die Schenkung von einigen Schock Groschen u. a." 
Freilich das Wappen allein beweist die Identität verschieden benannter 
Familien noch nicht; das folgt schon daraus, daß, als die Wappen aufkamen, 
Händler, die für Geld Wappen, und zwar oft Wappen mit denselben Figuren 
oder Heroldsbildern, an jedermann verkauften, von Ort zu Ort zogen. 1 ) 
Vielmehr ist auf die Wappengleichheit mehrerer Familien nur dann Wert 
zu legen, wenn sich bei ihnen dieselben Vornamen wiederholen, oder wenn 
die Familien, sei es auch nur in der ersten Zeit ihres Vorkommens, in der- 
selben Gegend wohnen und zusammenstoßende oder gemeinsame Güter be- 
sitzen. So darf man z. B. die alten Dynasten von Frankenstein mit den 
Grafen von Gleichen trotz des gemeinsamen Leoparden nicht zusammen- 
werfen, da beide ganz getrennte Stammgüter besitzen und verschiedene 
Namen tragen. Dagegen sind die Herren von Baumbach in Hessen identisch 
mit den Herren von Farnroda, so genannt von dem gleichnamigen Dorfe 
bei Eisenach, das an die Burggrafen von Kirchberg überging, während die 
Heren von Farnroda nach Wenig-Lupnitz übersiedelten und dort 1607 er- 
loschen. Das Wappen ist ein Halbmond mit aufwärts gekehrten Enden, an 
deren jedem ein Stern glänzt; gemeinsame Taufnamen sind Helmrich, Lud- 
wig, Hermann u.a. Am südlichen Laufe der Werra begegnen uns seit 1320 
die Schrimpf und die Herren von dem Berge oder am Berge (de Monte) 
als reiche hennebergische Vasallen mit gemeinsamen Wappen und Namen, 
wie Hertnid, Heinrich, Hermann, Conrad. Der letzte Schrimpf starb kurz 
vor 1600 und nannte sich Schrimpf von Berg. Derselben Gegend gehören 
die Herren von Allendorf an, so genannt von einem Dorfe nahe bei Sal- 
zungen (Conrad 1289, Heinrich 1304), von wo ein Zweig sich nach der Rhön 
wandte und sowohl in als um Kaltennordheim Güter erwarb. Dieser Zweig 
nannte sich Fasolt, Vasold oder Fasant. Einer von ihnen, Heinrich, wurde 
1313 Burgmann in Tonna bei Gotha, wo sich die Familie lange erhielt, 



J ) Außer d. Zufall, der, insbes. bei weit voneinander entfernten Orten leicht z. 
Wahl e. u. dess. Wappenbildes bei durchaus nicht verwandten Familien führen konnte, 
gab ferner auch d. gleiche natürl. Beschaffenheit Veranlassung, dasselbe Wappenbild 
zu wählen, ohne daß deshalb auch nur d. geringste Grad genealog. Verwandtschaft 
angedeutet werden sollte. In bergreichen Gegenden, wo zahlreiche Städte, Dörfer u. 
Familiennamen nach d. Berg benannt sind, tritt d. Bild desselben in zahllosen Varia- 
tionen u. Farben auf. In d. Schweiz dürften Berge fast in e. Fünftel aller Wappen- 
schilde zu finden sein. Auf d. Wappentafel d. Talschaft Lötschen beim Prior zu Kippel 
enthalten 15 von 40 Schilden je einen Dreiberg, auf d. Tafel v. Zöfingen 41 v. 80. — 
Sehr richtig behauptet schon 1868 A. Frei h. v. Hoiningen-Huene, Notizen in betreff 
d. geographisch-heraldischen Gruppen, AKDV, N. F. XV, S. 55 ff., daß die Entstehung 
solcher heraldisch-geographischen Gruppen mit gemeinsamen Wappenbildern nicht 
immer auf demselben Grunde beruht. Vgl. Andreas de Roever, Kan heraldiek ver- 
wantschap nit maken? Haag 1887. Meine Arbeit, Familiengeschichte u. Heraldik, 
Jb. d. Kgl. Akademie gemeinnütziger Wissenschaften in Erfurt, 1908. 



216 Wappengleichheit und Genealogie. Heraldische Andeutungen unehelicher Geburt. 

während der ältere Stamm an der Rhön schon im 1 6. Jahrhundert erlosch. 
Dem Wappen zufolge waren die auf dem Eichsfelde wohnhaften Geschlechter 
von Lengefeld, Weidensee und Bodungen, Geze und Schierbrand mit den im 
15. Jahrhundert erloschenen Herren von Ammern verwandt, wie auch gleiche 
Besitzungen dies bezeugen. Einige dieses Stammes wandten sich nach 
Mühlhausen i. Th. und nannten sich nach diesem Orte; denn zweifellos ge- 
hört Ernst, der sich in der Urkunde von 1238 dei gratia prefectus in Mule- 
husen und in der Siegelunterschrift de Molehusen nennt, dem Schildzeichen 
nach zu der Ammernschen Familie. 1 ) 

Es kann vorkommen, daß der genealogische Faden des die Geschichte 
einer Familie rückwärts verfolgenden Forschers durch Versagen der Quellen 
(Verbrennen der Kirchenbücher, fehlender Ersatz durch andere schriftliche 
oder monumentale Quellen) abbricht und lediglich das Wappen als Aus- 
gangspunkt zu weiterem Suchen übrig bleibt. Hier ist zu bedenken, daß 
häufig ein und dasselbe Wappen von Familien gleichen oder verschiedenen 
Namens geführt wird, die nicht im geringsten miteinander verwandt sind. 
Immerhin kann das Verfolgen heraldischer Spuren dazu führen, daß man 
wieder auf Quellen stößt, die dieselben Vornamen aufweisen. Dieser Fall 
kann z. B. leicht bei ausgewanderten Familien eintreten. Es ist darum für 
den Genealogen wichtig, festzustellen, welche Familien das gleiche Wappen 
führen. Diesen Nachweis zu liefern ist Aufgabe eines Wappenbilderlexikons. 
Ein erschöpfendes derartiges Lexikon ist nicht vorhanden. Der Verein 
„Herold" in Berlin bereitet ein solches Werk vor und besitzt umfangreiche 
Sammlungen und Vorarbeiten dazu. Das vollständigste bisher erschienene 
Wappenbilderlexikon ist das siebenbändige Werk von Ren esse, Comte 
Theod. de, Dictionnaire des figures heraldiques, Brüssel 1894 — 1902. 
Heraldische An- Die heraldischen Andeutungen unehelicher Abstammung sind für die 
eheHchefoeburt Fammen S escnic hte mit Vorsicht verwertbar. Den unehelichen, legitimierten 
Kindern erteilte man das unveränderte väterliche Wappen nur dann, wenn 
die Familie ausgestorben war. Blühte die Familie selbst weiter, dann ver- 
änderte man das Wappen für den Legitimierten durch ein Beizeichen oder 



i) Posse, D. Siegel d. Adels d. Wettiner Lande, I, 1903, S. 46ff. Vgl. ü. d. Ver- 
wandtschaft u. Verzweigung der v. Rodau, v. Machwitz, v. Mylin, v. Reinolsdorf, 
v. Faßmann u. v. Neiperg: Gradl, VJH XII, 1884, S. 20ff. Dazu C. v. R[aab], Beitr. z. 
Gesch. d. vogtl. Adels, in d. Mtlg. d. Plauener Altertumsver. 1883, S. 28f. — Rud. Frhr. 
v. Reitzenstein in d. Vhlg. d. histor. Ver. d. Oberpfalz XXXIII und Biedermann, 
Geschl.-Regesten der löblichen Ritterschaft im Vogtlande, Kulmbach 1752. Die Röder 
führten d. nämlichen Wappenschild wie die v. Feilitzsch, v. Zedtwitz, v. der Heyde, 
v. Mach witz, v. Jeßnitz (Gößnitz), v. Perglas u. die Zwinnenberge (v. Quingenberg). 
Alle diese Familien gebrauchten e. in d. Farben Rot, Schwarz und Silber dreifach 
quergeteilten Schild, nur daß bei d. Rödern die Reihenfolge d. Farben e. andere war, 
als bei d. Mach witz. Von letzterer Familie stammen auch die Tussel, später Thussel 
v. Taltitz genannt, ab, die jedoch mit der Zeit sich e. anderen Wappens bedienten. 
Aus d. Geschl. v. Mylin gingen wiederum mit gleichem Wappenschilde die v. Wieders- 
berg u. v. Heilsdorf, aus d. Vasman die v. Dobeneck u. v. Falkenstein u. endlich aus 
denen v. Reinoldsdorf die Thossen u. die Weischals (v. Weischlitz) hervor. 



Heraldische Andeutungen unehelicher Geburt. 217 

sonstwie, oder gab ihm ein neues Wappen. Das heraldische Beizeichen für 
Uneheliche war ein Schrägbalken (Bastardfaden) oder nur das mittlere Stück 
desselben, ein sog. „mittlerer Einbruch". Doch werden auch andere Bei- 
zeichen genommen, da die vorgenannten bei ihrer Bedeutung wohl nur un- 
gern geführt wurden. Der nach der linken Seite absteigende Balken wird 
in der Regel für das Beizeichen Nachgeborener vom Blute, der nach der 
rechten Seite absteigende als Beizeichen der Bastards angenommen. Doch 
gibt es zahlreiche Beispiele, daß man hierbei nicht besonders ängstlich war; 
es finden sich Bastardfäden auch schräglinks, und umgekehrt. Ist doch im 
Grunde schräglinks und schrägrechts heraldisch ganz gleich: es ist nur ein 
Schrägbalken das Wesentliche. Den Bastardfaden als Zeichen unechter Ab- 
stammung führten u. a.: Johann v. Broich, ein natürlicher Sohn Herzogs 
Wilhelm I. v. Jülich, siegelte 1361 mit dem Jülicher Löwen, den Schild über- 
deckt mit einem Bastardfaden. Johann Georg, natürlicher Sohn des Herzogs 
Ludwig von Württemberg, führte den ihm vom König Friedrich I. von 
Württemberg 1807 verliehenen Titel eines Grafen von Sontheim und als 
Wappen in Gold die drei württembergischen schwarzen Hirschstangen unter 
einem roten Bastardfaden. Karl Ludwig Ferdinand Ruknik von Mengen, 
natürlicher Sohn des Herzogs Ludwig von Württemberg, wurde 1806 vom 
König Friedrich I. von Württemberg in den Freiherrnstand erhoben und ihm 
als Wappen zwei goldene Hirschstangen in Schwarz (aus dem württem- 
bergischen Wappen), überdeckt durch einen blauen Bastardfaden, gegeben. 
Er erhielt also nicht nur das Beizeichen des Bastardbalkens, sondern es 
wurde auch die Schildfigur verändert (zwei Hirschstangen statt drei) und 
die Tinkturen verwechselt. Statt des Bastardfadens wurden oft andere Bei- 
zeichen der verschiedensten Art dem Wappen zugefügt. Die Dynasten von 
Ochsenstein führten zwei weiße Balken in Rot, die v. Landeck, ein ochsen- 
steinsches Bastardgeschlecht, zwischen den Balken drei goldene Sterne. 
Kaiser Friedrich IN. legitimierte 1455 den Heinrich v. Beinheim und verlieh 
ihm das Wappen seines Vaters Heinrich v. Finkenstein mit dem Buchstaben H 
in der Mitte als Beizeichen. 

Der Turnierkragen in Form eines Balkens mit drei bis sieben abwärts 
stehenden Orten (Lätzen) diente in einzelnen Fällen als Unterscheidungs- 
zeichen der jüngeren Linie eines Geschlechtes. Aber gerade hier zeigt es 
sich, mit wie großer Vorsicht man aus derartigen heraldischen Momenten, 
verschieden je nach Gegend und Zeit, familiengeschichtliche Schlüsse ziehen 
muß. Im Anschluß an die französische und englische Heraldik vermutet 
zwar Tumbült (Westfäl. Siegel I 2, S. 5), daß Ansewin von Gemen seinen Schild 
um einen Turnierkragen deshalb 1313 vermehrte, weil er der jüngste Sohn 
war. Daß aber der Turnierkragen Zweit-, Dritt- usw. Geburt anzeigen solle 
(L. v. Ledebur, Archiv f. deutsche Adelsgeschichte I, 4), läßt sich für Westfalen, 
wie Ilgen in seinen bahnbrechenden Untersuchungen (Westfäl. Siegel IV, S. 32) 
bemerkt, nicht beweisen. Der Schultheiß Heinrich von Soest, bei dem er 
uns am frühesten begegnet, ist der älteste von drei Brüdern. Auch bei Albert 
von Horde, bei Albert Droste ist nicht zu sagen, ob der Turnierkragen zur 



Besitzverhält- 
nisse, 



218 Wappen- und Besitzverhältnisse. 

Geburtsabstufung gedient hat. Sein häufiges Vorkommen als selbständige 
Wappenfigur in Westfalen läßt sich nicht gut mit einer solchen Nebenrolle 
vereinbaren. Hierzu kommt, daß nach Freih. v. Ledebur (Archiv f. deutsche 
Adelsgeschichte I, S. 57 f.) der Turnierkragen da, wo er als Hauptstück auf- 
tritt, stets die Gerichtsbank vorstellen soll. Aber wie läßt sich wiederum 
damit, so fragt mit Recht Ilgen (a. a. O. S. 18), die enge örtliche Begrenzung 
— die einen Turnierkragen in Westfalen führenden Familien waren mit ge- 
ringen Ausnahmen in der Gegend südlich von Münster angesessen — in 
Einklang bringen? Wie ist es ferner zu erklären, fragt Ilgen weiter, daß 
uns z. B. aus Soest keine Richtersiegel mit dem Turnierkragen überliefert 
sind, trotzdem hier das städtische Gericht ausdrücklich die Bezeichnung 
„vor den vier Bänken" trägt? 
Wappen- und Auch auf Besitzverhältnisse geben die Wappen Rückschlüsse an die 

Hand. Der Erwerb neuer Besitzungen wurde die Veranlassung zur Annahme 
eines von den bisherigen Familienwappen abweichenden Zeichens. Simon 
von Gemen, der im Jahre 1259 den Hof Raesfeld von dem Edlen Adam von 
Berge gekauft hat, gilt als der Stammvater der von Raesfeld, die statt des 
Gemenschen Balkens mit den Pfahlstücken einen gegitterten Balken führten. 
Jüngere Linien, die sich von dem Hauptstamm abzweigten und einen neuen 
Burgsitz errichteten, modelten in alter Zeit das ursprüngliche Familienzeichen 
in verschiedener Weise um. Das sehen wir anschaulich an den Siegeln der 
Brüder Johann und Gottschalk von Padberg, die das väterliche Erbteil unter 
sich geteilt haben. Johann, der ältere von beiden, erhält den Stammsitz des 
Geschlechts und wird auch vom Vater das Wappenbild, zwei Fehreihen im 
Schildeshaupt, übernommen haben. Gottschalk hingegen gründet auf dem 
neuen Haus Padberg die Seitenlinie, die sich dann später noch in die Fa- 
milien von Adorf und Scharfenberg verzweigt, und zieht den Fehschmuck 
statt im Schildeshaupt auf einem Rechtbalken über den Schild. Die Rosen, 
mit denen er den Rechtbalken beseitet hat, entstammen wahrscheinlich der 
Wappenfigur der Familie seiner Frau (Ilgen 28*). Mit dem Besitz einer 
ausgestorbenen Familie konnte deren Wappen an den Besitznachfolger ver- 
liehen werden. Ein Beispiel dafür bietet Wäschke, Regesten usw. Nr. 823: 
1476 Sept. 4 bestätigt Fürst Woldemar der Ältere zu Anhalt, daß sein Vater 
Georg I. seinem in 40 jährigem Dienst erprobten Kanzler Hans Buchener 
„den sperber zcu wapen gegeben hat das wapen yn unszer herrschafft von 
den von Salegast verstorben". 

Söhne von Adligen gaben, wenn sie Erbtöchter heirateten, entweder das 
väterliche Wappenbild völlig auf und adoptierten das der Familie ihrer Frau, 
wie uns das Beispiel Friedrichs von Horde lehrt, oder aber sie vereinigten 
beide Siegel, wie wir das bei dem Grafen Engelbert II. von der Mark, bei 
Engelbert von Gemen, der Bernhard, gen. Paschedags, älteste Tochter zur Frau 
hatte, und bei Rabolo von Schele, der 1396 der Gemahl der einzigen Tochter 
Sveders von Schiedehausen wurde, bemerken (Ilgen 28*, 29*). 

Für familiengeschichtliche Forschungen ist der bei Domherren im 13. 
und 14. Jahrhundert bisweilen vorkommende Brauch bemerkenswert, in ihren 



Wappen- und Besitzverhältnisse. 219 

Siegeln das Siegelbild oder die Wappenfigur des Vaters mit dem oder der 
der Mutter zu verbinden. Der Domkellner Werner von Volmestein ist, den 
Lebensumständen nach zu schließen, ein Sohn Heinrichs III. von Volmestein 
und der Sophia von Isenberg, der Tochter des Mörders Erzbischofs Engel- 
bert I. von Köln. Von der Mutter hat er die Rose überkommen, die er mit 
dem Volmesteinschen Schild belegt hat. Ein Seitenstück zu dem Siegel 
Werners von Volmestein ist das des Propstes Bernhard von Schildesche, des 
Sohnes Ottos III. von Ravensberg und der Hedwig zur Lippe von 1325. 
Im runden Siegelfelde sieht man die lippische Rose, bedeckt mit dem ravens- 
bergischen Sparrenschild, worauf die Schüssel mit dem Kopf Johannis des 
Täufers gelegt ist. Dieser heraldische Brauch wurde, wie es scheint, dadurch 
veranlaßt, daß die Domherren zum Gerade, dem Nachlaß der Mutter, bevor- 
rechtet waren und infolgedessen Anlaß fanden, die Abstammung von ihr auch 
äußerlich zu bekunden. Er verschwindet im 15. Jahrhundert mehr und mehr; 
die Siegel der Domherren, in denen nur die Wappenfigur des Vaters wieder- 
gegeben ist, werden von dieser Zeit ab die gebräuchlicheren (Ilgen 30*). 

Auf Frauensiegeln 1 ) kommen im Mittelalter neben den regelmäßigen 
Allianzwappen in zwei Schilden und den sehr häufigen monogrammatisch 
zusammengeschobenen in einem Schilde bisweilen ganz eigentümliche heral- 
dische Kombinationen vor. Derartige heraldische Kombinationen auf mittel- 
alterlichen Siegeln dienen oft zur Aufklärung genealogischer Probleme oder 
zur Unterstützung familiengeschichtlicher Hypothesen. Als Beispiel hierfür 
diene das von Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg in seinen „Sphragistischen 
Aphorismen" (1882, Tafel IV, Nr. 41) veröffentlichte Siegel der Elisabeth von 
Hohenlohe-Brauneck aus dem Jahre 1331. Dasselbe zeigt ein Hifthorn über 
einem Leoparden. Obwohl es urkundlich nicht nachzuweisen gewesen, aus 
welchem Geschlecht Elisabeth, Gemahlin Gebhards von Hohenlohe-Brauneck, 
stammt, so ist doch die Vermutung des Verfassers sehr wahrscheinlich, daß 
sie eine geborene Neifen war und von den drei Hifthörnern ihres ange- 
stammten Wappens ebenso nur eines in diesem Siegel führte, wie von den 
beiden Leoparden ihres angeheirateten Wappens nur einen. 

Wie in diesem Falle, so kommt es auch sonst gelegentlich vor, daß 
eine heraldische Einzelheit Licht über die Geschichte eines Geschlechtes in 
einer Zeit wirft, aus der dasselbe Urkunden nicht aufzuweisen vermag: Ist 
schon der stehende Löwe, der in der älteren Zeit von den Pentzen im 
Schild geführt wurde, eine nicht eben häufig vorkommende heraldische Figur, 
so ist die Pentzische Helmzier durchaus ungewöhnlich. Die gleichen Wappen- 
zeichen, mit den Pentzischen in Schild und Helm genau übereinstimmend, 
finden sich bei dem Bremischen Geschlecht von Marssei, genannt von Keding. 
Nachweislich sind Glieder bremischer Adelsgeschlechter am Ausgange des 
13. und zu Beginn des 14. Jahrhunderts in Mecklenburg eingewandert. 



*) L. v. Ledebur, Ü. d. Frauensiegel d. deutschen MA, Berlin 1859. — - Melly, 
Ü. Siegel u. Siegelweise österr. Damen, in seinen Beiträgen z. Siegelkunde d. MA (I. T. 
Wien 1846). — Ilgen, Sphragistik, in A. Meister's Grundriß d. Geschichtswft. I. 



220 Symbolik der Wappenfiguren. 

Während aus den gegenwärtig bekannten Urkunden der Ursprung des Ge- 
schlechtes von Peutz sich nicht bestimmen läßt, ist es lediglich die Heraldik, 
die uns Bremen als Heimat desselben nachweist. 1 ) 
Symbolik der Die Symbolik der Wappenfiguren bietet Gelegenheit, besondere Vor- 

wap P enfig^ren.j tommn j sse aug ^ Q esc hj c hte einzelner Familien zu erforschen. Über die 
Wahl der Wappenbilder bemerkt Bernd S. 68 seiner allgemeinen Wappen- 
wissenschaft: „Bei welcher Gelegenheit, zu welches Geschehenen, welcher 
Tat Andenken diese Bilder — dienen, — können nur die wissen, welche 
diese Wappen und Wappenbilder wählten oder erteilten, und können andere 
nur durch Mitteilung von demselben erfahren. Es ist daher eine sonderbare 
Zumutung und unbillige Forderung, wenn man von einem Wappenlehrer 
verlangt, daß er jedes vorgelegte Wappen deuten und erklären soll." Diese 
Zumutung wird von Laien beständig gestellt, sie sehen in solcher Deutung 
den einzigen Gegenstand der Heraldik, und Anfänger in der Wissenschaft 
fühlen sich in dieser Hoffnung fast immer getäuscht. Ob die Bilder, die 
man wählte, wirklich den Sinn hatten, den zahlreiche Wappensagen ihnen 
gegeben haben, ist vielfach zweifelhaft. Das reiche Material, das Pusikan 
(Oskar Göschen) in seiner Schrift „Ü. d. Bedeutung der Wappenfiguren" 
(Nürnberg 1877) und in seiner hinterlassenen lehrreichen Arbeit „Entstehung 
u. Bedeutung d. Wappenbilder« (JAW NF Bd. 16, Wien 1906, S. 1 ff.) zu- 
sammengestellt hat 2 ), mag immerhin Veranlassung geben, den Traditionen 
der einzelnen Familien an der Hand von Urkunden und Akten weiter nach- 
zugehen. So können z. B. die häufig vorkommenden Schafscheren nach 
Fürst Karl Friedrich v. Hohenlohe erbliches Schäfereirecht andeuten. Auf Fisch- 
fang deuten die Fischwappen von Schweizer Geschlechtern, deren Stammsitze 
an Seen liegen, oder der Familien Gloucester, aus deren Grafschaft die schön- 
sten Fische kamen, so daß man bei dem Namen Gloucester sogleich an 
Salmen dachte. Zu den wichtigsten Bodenschätzen gehörte das Salz. Salz- 
pfannen führten die Erb-Sälze zu Werl in Westfalen, Brandis, Crispin, Meilin, 
wohl in ähnlicher Bedeutung die Celle, Burgmänner zu Rüden, Salzhaken 
nach Herrn von Mayrfels auch die salzverwandten Saurzapf in Bayern. 

Schon die Heraldiker des 16. und 17. Jahrhunderts haben auch den 
Heroldsbildern eine symbolische Bedeutung untergelegt. So sollten nach 
Rudolphi 3 ) die von Ehningen einen oder zwei goldene Sparren im schwarzen 
Schild geführt haben, „weil sie unter den alten Kaisern der Zimmer-Leute 
Vorgesetzte sollen gewesen seyn". Daß derartige Auslegungen willkürlich 



*) F. v. Meyenn, Urkundliche Gesch. d. Familie v. Pentz, Bd. I, S. 45 ff. 

») Vgl. auch A. M. Mensinga, D. Abzeichen d. Religion in d. Wappen, VJH 7, 
u. d. Artikel ü. „Religiöse Symbolik" in d. Werke v. F. Cadet de Gassicourt u. 
Baron du Rouve de Paul inj, L'Hermetisme dans l'Art [heraldique 1907, Paris bei 
Daragon. Vgl. auch Hnr. Gust. Thierl, Z. Symbolik d. Abzeichen alter Ritterorden 
JAW NF XIII (1903) undDuRouvedePaulin, L'heraldique ecclesiastique, Paris 1911. 
— Dictionnaire de numismatique et de sigillographie religieuses par M. Z.***. Publie 
par l'abbe Migne. Paris 1852. — Paul Gründel, Wappensymbolik. Leipzig 1907. 

3 ) Rudolphi, Heraldica curiosa, 2. Aufl. 1718. Vgl. v. Hoverden, H. Graf, 
Z. Wappen-Symbolik; Ü. d. Bedeutung d. Herold-Stücke. München 1870. OBA 30. 



Symbolik der Wappenfiguren. 221 

sind, liegt auf der Hand. Doch scheint nach neueren Untersuchungen einigen 
Heroldsfiguren wenigstens in einzelnen Fällen eine symbolische Bedeutung 
zuzukommen. Diejenige achtfache Teilung eines Wappenschildes, die in der 
Heraldik „Ständerung" genannt wird, gibt gleichsam den Grundriß einer 
nach dem Jus in Silvis, Achtwort genannt, vorgenommenen Waldteilung. Da 
ist es nun sehr merkwürdig, daß nach L. v. Ledebur (Allgem. Archiv f. d. 
Geschichtskunde d. preuß. Staates I, 1830, S. 158 ff.) alle Geschlechter, soviel 
sich deren bis jetzt mit diesem Wappenbilde haben auffinden lassen, in ihrem 
Amte eine gemeinsame, auf Wald sich beziehende Bedeutung hatten. Zu 
diesen Geschlechtern gehören die Waldboten, die von Waldeck, die von 
Ardey (synonym mit Ardenne und Hard, eine gewöhnliche Bezeichnung für 
Waldgebirge), die Grafen von Bruchhausen, die das Holzgrafenamt über die 
Desemer Mark bekleideten, u. a. Mehrmalige Längs- und Querteilung des 
Schildes ergibt eine Heroldsfigur, die seit den ältesten Zeiten als Schachierung 
bezeichnet wird. Das redende Wappen der v. Dachenhausen, die einen von 
Silber und Schwarz geschachteten Schild mit rotem Schildeshaupt als Wappen 
führen, bewirkte die Entdeckung, daß die Schachierung in einer Reihe von 
Fällen das heraldische Bild von Mauerwerk ist. In allen solchen Fragen der 
Wappensymbolik hat man sich aber vor Verallgemeinerung zu hüten. Nicht 
jede geistreiche Wappendeutung entspricht der historischen Wahrheit. 1 ) 

Bei dem Überhandnehmen des Briefadels begann man nach dem dreißig- 
jährigen Kriege auch in deutschen Landen Figuren zu verleihen, die auf 
Beruf oder Verdienste des in den Adelsstand erhobenen Untertanen anspielten: 
Dem Standhaften wird eine Säule, dem Sieger ein Lorbeerkranz, dem Flei- 
ßigen eine oder mehrere Bienen, dem Bergmann ein Stollen verliehen. In 
neuester Zeit treten die modernen Ergebnisse der Technik hinzu: dem 
Eisenschmelzer wird ein Hochofen, dem Eisenbahner gekreuzte Signalfahnen, 
wo nicht gar eine Lokomotive in das Wappen gegeben. Das Eiserne Kreuz 
findet sich in allen Wappen der für Verdienste im Kriege 1870 — 71 ge- 
adelten preußischen Offiziere. 

Eine Reihe von Wappenzeichen entsprang religiöser Gesinnung. War 
doch die Symbolik der Kirche um 1200 den Geistern geläufig. Engel z. B. 
führen als Namenwappen die von Seraphin, de Angeli, die französischen 
Langelerie, die Livländer Nothelfer, letztere einen als Helfer in der Not her- 
beifliegenden Engel; die ausgestorbenen Kärntner Litzelhofen hatten einen 
Engel mit Anker (hoffen). Die Pascall und Paschal in Frankreich, die Pas- 



1 ) Ü. d. Entstehung d. Wappenwesens haben das Beste veröffentlicht Anthony 
Ritter v. Siegenfeld, Das Landeswappen d. Steiermark, III. Bd. d. Forschungen 
z. Verfassungs- u. Verwaltungsgesch. d. Steiermark, Graz 1900 u. Erich Gritzner in 
Meisters Grundr. d. Geschichtswft. I. Dagegen besteht die angeblich neue Grundlage, 
die Guido List in seiner Schrift „Die Bilderschrift der Ario-Germanen" (als „For- 
schungsergebnisse Nr. 5" im Verlag der Guido von List-Gesellschaft 1910 erschienen) 
der Wappenkunde zu geben versucht hat, aus einer unwissenschaftlichen Aneinander- 
reihung willkürlicher mystischer Deutungen. Selbst wenn man die Möglichkeit einer 
heraldischen Geheimlehre grundsätzlich zugeben will, fehlt den Erfindungen Lists die 
sprachliche u. historische Begründung. 



222 Symbolik der Wappenfiguren. 

call in England, die Nördlinger Ostertag führen das Lamm mit der Sieges- 
fahne: Auferstanden ist der Herr! Tauben sind Zeichen des heiligen Geistes, 
wie die zu Chateilmerveil, das Wappenbild des St. Gral oder sang real, für 
König Titurel redend. Eine Taube in diesem Sinne haben die Geist von 
Wildeck, Siebmacher III, 110. Anders gemeint ist die Wandertaube mit oder 
ohne Ölzweig, die nachweislich von mehreren ausgewanderten Geschlechtern 
in späterer Zeit, doch schon unter Kaiser Karl V., zum sinnbildlichen Helm- 
schmuck genommen worden ist, so von den Grafen Thurn-Valsassina. Das 
Bild uns. lieb. Frau mit dem Jesuskind sieht man im Strahlenglanz auf dem 
Helm der bayrischen Rohr. Ein echt heroldkünstlerisches Bild der Himmels- 
königin führen die westfriesischen Roorda: Die Jungfrau-Mutter, über dem 
Haupt die Sternenkrone, stehend auf dem Halbmond, wie sie der Katholik 
unzähligemal dargestellt sah. 

Beim fünfstrahligen Stern mag man häufig an die Stella maris ge- 
dacht haben. Auch die Rose gehört in einer Reihe von Fällen hierher. 
Sonst ist die Lilie die Blume der heiligen Gottesgebärerin und reinen Magd. 
In diesem Sinne wird wohl das Lilienwappen den Fugger von der Gilgen 
gegeben worden sein; denn unter Kaiser Friedrich III. war die alte Bedeutung 
der Figuren noch nicht ganz vergessen; es passen dazu der Wahlspruch: 
„Gott und Maria" und die Engel als Schildhalter. Die Lilie, teils wappen- 
künstlerisch, teils mit dem Stengel, teils als Stab, war zuweilen Schildbefesti- 
gung, ein andermal die zierliche Besäumung eines kostbaren Stoffes, der 
auf den Schild gelegt oder als Überzug genommen worden; sie kann auch 
wohl erbliches Herrscher-, Richter-, Statthalteramt angedeutet haben, mag 
auch aus einem Roch verzeichnet worden sein, ist häufig aus dem Schilde 
der Lehnsherren gekommen; öfter aber als all das zusammen, liegt bei den 
ältesten deutschen Lilienwappen der Marienkultus zugrunde. Als Mahnung 
zum Besuche und zur Befreiung des heiligen Grabes können Pilgerstäbe 
und -Haschen, dann die englischen Waterbudgets, bei Reisen durch die Wüste 
über den Saumsattel zu legen, auch vielleicht ein oder der andere Stern 
gedeutet werden; das meiste Derartige ist aber unter die Namenwappen 
einzureihen, so die Pilgerstäbe, französisch bourdon, des schachberühmten 
de la Bourdonnaye und der altenglischen Bourdon, sowie der noch heute 
in Sachsen blühenden Römer (Römerfahrt). 
Namenwappen. Das deutsche Wappenwesen ist sehr reich an Namenwappen. Dies gilt 
besonders vom Mittelalter, da es unsern aufgeweckten, aber nicht schrift- 
gelehrten Vorfahren besonders daran gelegen sein mußte, ihren Namen rebus- 
artig in gemeinfaßlicher Weise von Schild und Helm herab auszudrücken. 
Die Steiner Donnersperg führen Schwarz (vom Gewitter): aus blauem zu vier 
gewölkten Haupte (dem schon reinen Himmel) drei goldene Flammen strahlen 
nebeneinander in einen goldenen (erleuchteten) Dreiberg herabfahrend. 

Viele Wappen reden in einer anderen als der neuhochdeutschen Schrift- 
sprache. Die Staufen in Schwaben führen drei Kelche, vom mittelhoch- 
deutschen stouf, Kelch. Die von Olvenstedt im Magdeburgischen führen 
ein Kamel als redendes Wappen, z.B. Bernhard V.O., Ritter im Jahre 1299; 



Namenwappen. Hausmarken. 223 

im Mittelalter nannte man nämlich das Kamel „olbent". 1 ) Das Wappen der 
v. Carow erklärt sich nach Pusikan aus dem französischen carreau (Viereck). 
Die Zanotti von Ravenna führen Fledermäuse; le Zä nott, landschaftlich, es 
ist schon Nacht. Nicht selten reden die Wappen in slawischer Sprache. So 
erklärt sich das Wappen der v. Schwerin, eine Raute, aus dem Wendischen 
czwerin; der Lindenast des Freiherrn Gottfried Wilhelm von Leibnitz aus 
dem wendischen lipa, Linde; der Ziegenhahn der Schlesier Kokorsch aus dem 
polnischen Kokorykac, krähen; der goldengehörnte, schwarze Stier, wütig, in 
Silber der Kärntner Warlreß von volvo rosh, Ochsengestrüpp, wo die Siegel- 
umschrift Waldres oder Wudris den Zusammenhang noch mehr verbirgt, 
zumal die Trümmer jener Burg in einem Landesteile liegen, der seit 600 Jahren 
völlig deutsch ist. Auch die Bubna brachten ihr Trommel-bubna aus der 
böhmischen Heimat. 2 ) 

Nicht unerwähnt mögen schließlich noch die Hausmarken 3 ) sein, da sie Hausmarke:: 
vielfach in deutschen Bürgersiegeln vorkommen und auch sonst z. B. von 



J ) Lexer, Mittelhochdeutsches Handwörterb. II, 151. 

2 ) Da einzelne Familien e. bestimmten Sinnspruch als Wappendevise führen, so 
kann e. solche Devise unter Umständen d. Forscher e. zuverlässigen Anhaltspunkt 
geben. Ü. d. Devisen vgl.: Chassant, Alph. et H. Tausin, Dictionnaire des De- 
vises historiques et heraldiques. 3 vols. Paris 1878 — 1895. — Cris de guerre et De- 
vises, par le comte de C. Paris 1852. — Dielitz, Wahl- u. Denksprüche, Feld- 
geschrei, Losungen usw. Görlitz 1882 f. — Wahl- u. Wappensprüche. E. Beitr. z. 
Sprachpoesie. Berlin 1880. — Radowitz, J. v., D. Devisen u. Motto d. späteren MA. 
Stuttgart u. Tübingen 1850. — Scheffler, Wahl- u. Waffensprüche deutscher Studenten. 
E. Beitr. z. geistigen Eigenart deutschen Studentenlebens, Leipzig 1896. — Krebs, G., 
Mottos u. Devisen d. Kriegerstandes. Wahl-, Wappen- u. Denksprüche. Wien 1896. — 
(Fürst Hohenlohe -Waidenburg, F. K.), 40 Hohenlohesche Mottos u. Devisen. 
Kupferzell 1880; drs., Hohenlohesche Mottos u. Devisen u. Verschiedenes ü. d. Phönix. 
Heilbronn 1882. — Lobe, M., Wahlsprüche, Devisen u. Sinnsprüche deutscher Fürsten- 
geschi, d. 16.— 17. Jht. Leipzig 1883; drs., Wahlsprüche, Devisen u. Sinnsprüche d. 
Kurfürsten u. Herzöge v. Sachsen Ernestinischer Linie, Leipzig 1877. — Mühler, H. v., 
Wahlsprüche d. Hohenzollern. 29 Tfl. u. Text. Breslau 1883. — Leiningen-Weste r- 
burg, Graf Karl Emich zu, Leiningensche Wahl- u. Denksprüche aus 4 Jht. Pfälzisches 
Museum 1884, Nr. 8. 

3 ) Leopold Becker, Ü. d. Salzburger Haus- u. Hofmarken (mit 8 Tfln.), MGSL 
41. Bd., 1901, S. 197ff. — Sammlung v. Hausmarken auf d. Grabsteinen zu St. Rochus 
u. zu St. Johannes zu Nürnberg. AKDV 1863. — Knothe, Die Hausmarken in 
der Oberlausitz. NLM LXX (1894), S. lff. — Conrad, Georg, Ü. Hof marken 
im Kr. Preuß.- Holland (SA, Königsberg 1890). — Conrady, L., Nassauische 
Hausmarken, AVN 33, 34. — Friedlaender, E., Westfälische Hausmarken u. ver- 
wandte Zeichen (SA, Münster 1872). — Friedlaender, Ostfriesische Hausmarken 
im Jb. d. Gsft. f. bildende Kunst u. vaterl. Altert, in Emden. Bd. 1, H. 2, S. lff. 
— Grueber, Hauszeichen, Aus Kärnten 22, S. 169. — Heyne, M., Ü. Basler Gold- 
schmiedezeichen, AKDV 1883, 209 ff. — Homeyer, D. Haus- u. Hofmarken. Mit 
XLIV Tfln. Berlin 1870 [noch immer d. Ausgangspunkt dieser Studien, bahnbrechende 
Arbeit, vgl. auch Hantgemal u. Hausmarke, VJH 2 ff.]. — Janner, Ferd., D. Bau- 
hütten des deutschen Mittelalters. Leipzig 1876. — Drs., Die Bauhütten des Mittel- 
alters. Jahresbericht d. Königl. Lyceums in Regensburg für 1870/71. — Karl Kiefer, 
Haus- u. Siegelmarken aus der Stadt Lindau am Bodensee. Frankfurt a. M. 1908. — 
Frankfurter Hausmarken, FBF 1908. — Klemm, Interessante Steinmetzzeichen an 



924 Hausmarken. 

polnischen Adelsfamilien noch heutigen Tages in den Wappen geführt werden; 
sie werden häufig heraldisiert, d. h. in den Schild gesetzt. Mit den Haus- 
marken verwandt sind die Steinmetzzeichen. Die Meisterzeichen wurden 



der Marienkirche zu Reutlingen, Reutlinger Geschichtsbl. 1896, S. 1 ff. — Klemm, 
WVL 5, 11 — 32. — Klemm, Runen, Steinmetzzeichen und Hausmarken, WVL 8. — 
Klemm, Meister- und Bildhauerzeichen und Namen, WVL 8. — W. Boeheim, 
Über den Wert der Meistermarken, ZHW, Bd. 2. Die beste und zahlreichste Samm- 
lung steirisch- kärntnerischer Klingenmarken findet man in F. Q. v. M. (= Franz Graf 
v. Meran), D. steirische Landeszeughaus in Graz. — Kurze Erklärung d. Zeichen alter 
berühmter Künstler, welcher sie sich bey Verfertigung der Bildnisse berühmter Männer 
bey ihren Arbeiten verdient haben. Wien o. J. (18. Jht.), mit 11 Tfln. — Lisch, Ü. 
d. Hausmarken u. d. Loosen in Mecklenburg, VMG 20. — Losch, Frdr., Runen unter 
den Steinmetzzeichen, WVL 8. — Lüthi, E., D. Steinmetzzeichen als Geschichtsq. 
(Pionier, Organ d. schweizerischen permanenten Schulausstellung in Bern, 27. Jg. 1906, 
Nr. 2/3) [gibt zunächst e. Gesch. d. Steinmetzzeichen überhaupt u. verbreitet sich so- 
dann ü. d. Steinmetzzeichen an zähringischen Burgen]. — Meli, Zu d. Bürger-, Haus-, 
Hof- u. Siegelmarken, MZK 22, 21 ff. — v. Münch hausen, Ü. d. gothischen Stein- 
metz- u. Wappenzeichen, Vaterländisches Arch. f. Hannover-Braunschweigische Gesch., 
Jg. 1833. Lüneburg 1833, 236ff. - Nüesch, A., u. H. Bruppacher, D. alte Zollikon. 
Kulturhistor. Bild e. Züricher Landgemeinde. Zürich 1899 [dieses Buch bildet S. 445 
d. Hausmarken der an d. Holzkorporation beteiligten Bürger d. Gemeinde ab (Holz- 
rodel v. 1844) m. Angabe d. Eigentümer u. Ausführungen ü. d. Institut dieser Zeichen; 
S. 393 — 444 werden zahlreiche Geschl. behandelt]. — Pantz, Anton v., Beitrag zur 
Gesch. d. Innerberger Hauptgewerkschaft. Graz 1904 (aus d. Veröffentlichungen der 
histor. Landeskomm. f. Steiermark. Graz 1903, XIX). — Pfaff, Z. Gesch. d. Stein- 
metzen u. ihrer Zeichen in „Der Sammler", XIX, 1897, Nr. 4. — Ris-Paquot, Dic- 
tionnaire des poingons, symboles etc. des orfevres. Paris 1890. — Rosenberg, Marc, 
D. Aachener Goldschmiede, ihre Arbeiten u. ihre Merkzeichen, AG 15; drs., D. Gold- 
schmiede Merkzeichen. Frankfurt a. M. 1889. — Rziha, Graphik der Steinmetzzeichen, 
KGV 1880; drs., Instruktion f. d. Slg. v. Steinmetzzeichen, Zeitschr. d. Deutschen 
Palästinaver., IV., H. 1 u. 2, S. 93 bis 96; drs., Studien ü. Steinmetzzeichen, MZK. — 
Max Sauerland, Fabrikmarken u. Malersignaturen der Thüringischen Fayencemanu- 
fakturen d. 18. Jhts.,FZGK 1912. — Schneider, F., Ü. d. Steinmetzzeichen u. insbes. 
die d. Mainzer Doms, in d. Organ f. christl. Kunst, hrsg. v. J. van Endert in Köln, 
Nr. 5 ff. — Schneider, F., u. Rud. Redtenbacher, KGV 1877. — Seckendorf, 
Frhr. von, D. herald. Marken in der Porzellanmanufaktur Deutschlands, HMK 1910. — 
Seemann, Arthur, Deutsche Kunstgewerbezeichen. E. Adreßb. deutscher Künstler. 
Leipzig 1843. — Seyler, Gesch. d. Heraldik. 1885, 333 ff. — Stiperger u. Größer, 
MZK 20, 98. — Styger, Wappen u. Hauszeichen auf den Trinkgeschirren zu Arth u. 
Steinen, Mtlg. d. histor. Ver. d. Kantons Schwyz, 4. H., 1885, 73ff. — Walderdorff, 
Graf H. v., Steinmetzzeichen u. Hausmarken, Verhdlg. d. histor. Ver. f. Oberpfalz u. 
Regensburg. — Wernicke, Schlesische Steinmetzzeichen, Ber. 33, 34, 39 d. VMSA. — 
Wippermann, Eduard, Hausmarken u. Hausnamen in d. Schweiz, Ztschr. f. deut- 
sches Recht, 15. Bd., Tübingen 1855, S. 455 ff.— Zahn, W., Tangermünder u. Stendaler 
Wappen u. Hausmarken, DH 22; drs., Altmärkische Wappen u. Hausmarken, DH 23; 
drs., Wappen u. Hausmarken aus Werden in d. Altmark, DH 26. — Hofmarken d. 
Kirchspieles Herzhorn, DH 1909. — Hausmarken in Mecklenburg u. im Fürstent. Ratze- 
burg, VMG 60 (Ber. 2, 26 u. 3, 36). — Slg. v. Hausmarken auf d. Grabsteinen zu St. 
Rochus u. zu St. Johannes zu Nürnberg, AKDV 1863. — G. S., Ü. Steinmetzzeichen, 
Herald. Mtlg., hrsg. v. Ver. z. Kleeblatt, XIX, 1908, S. 26ff. — K.v.Löwis of Menar, 
Haus- u. Hofmarken v. Kunö, DH 1909. — Rußwufm, Eibofolke, Reval 1855, teilt 
Hausmarken d. ostländischen Schweden mit. Aus d. Umgegend Rigas sind Marken an 
Honigbäumen aus d. 14. Jht. mitgeteilt S. 58—61 d. „Libri redituum der Stadt Riga". 



Wappen-Comtoirs. 225 

seit dem 14. Jahrhundert schildartig umzogen und kommen so auch auf 
Siegeln vor. Die Geburt verlieh den Anspruch auf eine gewisse Basis der 
Hausmarke, das Erbrecht aber den auf eine nähere Gestaltung dieser Grund- 
lage. Homeyer hat gezeigt, daß die Hausmarke des Stammvaters zunächst 
durch eine Anzahl von Geschlechtsfolgen unverändert blieb, daß aber bei 
Abweigungen neuer Linien Beistriche hinzugesetzt wurden. 

Zahlreiche Wappen gingen im 18. Jahrhundert dadurch zugrunde, daß 
der Zeitgeschmack auf Petschaften, Siegelringen und in Stammbüchern Alle- 
gorien und Symbole bevorzugte. Dazu kam der in der zweiten Hälfte des 
Jahrhunderts auftauchende Gebrauch der gummierten Briefhüllen, wodurch 
Petschaft und Siegelring mehr und mehr außer Kurs gesetzt wurden. Vor 
allem aber sah der auf dem Boden der französischen Staatsumwälzung von 
1789 erwachsene Liberalismus des 19. Jahrhunderts mit der ihm eigentüm- 
lichen Verkennung des geschichtlich Gewordenen in den Wappen nur Sym- 
bole des als besonderer sozialer Stand zu Grabe getragenen Adels. 1 ) Und 
doch kommen bürgerliche Wappen schon seit dem Mittelalter vor. 

Ein Wappen sich zu wählen, das von einer anderen Familie nicht be- Wappen- 
reits geführt wird und dabei doch durch geschmackvolle Komposition den Comtoirs ' 
Kunstsinn befriedigt, ist nicht ganz einfach. Diesbezüglich kann gar nicht 
nachdrücklich genug vor den sogenannten „Wappen-Comtoirs", die fast in 
allen größeren Städten bestehen, gewarnt werden. 2 ) Hunderte von Fällen 
beweisen, daß diese Geschäftsinhaber zumeist Leute sind, denen jede Kenntnis 
der Heraldik abgeht. Aus diesem Grunde entnehmen sie dem sogenannten 
Oroßen Siebmacher (dem Fürst -Weigelschen Wappenbuch), das gewöhnlich 
als „Europäische Wappensammlung" bezeichnet wird, entweder kurzweg das 
Wappen irgend einer adligen Familie gleichen Namens mit derjenigen, die 
um Ausstellung „ihres Wappens" ersucht hat, oder sie greifen, falls dieser 
Name sich im Siebmacher nicht findet, das einer ähnlich klingenden, oder 
aber auch das einer ganz beliebigen Adelsfamilie heraus. 

Dieses Wappen wird nun in Quartgröße, in bunten Farben, mit Gold 
und Silber (gewöhnlich auf Glacepapier) gemalt, mit der Unterschrift „Wappen 
der Familie N. N." bezeichnet und der Sendung eine fabelhafte, gewöhnlich 



Leipzig 1881 (offizielle Eintragungen). Auch an der Nordküste Kurlands finden sich 
Hofmarken im Gebrauch. Vgl. A. Bielenstein, D. Holzbauten d. Letten. I, St. Pe- 
tersburg 1907, S. 207 — 210. Drs., 64 Zeichen v. Birnenbäumen aus Ansen u. Popen in 
Nord-Kurland, nach e. Verz. v. 10. Sept. 1714. Ferner S. 206 d. Mtlg., daß Fischer auf 
ihren Rudern, Flotthölzern usw. dort Eigentumsmarken zu setzen pflegen. — Eine be- 
sondere Art v. Hauszeichen sind die auf d. Teßlen d. Alpengemeinden. Teßlen sind 
mehr oder weniger lange, viereckige Stäbe; auf ihnen hat jeder Beteiligte der Reihe 
e. Hauszeichen, die d. Besitzrecht an e. Gegenstand angeben u. d. Rangordnung von 
gewissen Pflichten im Gemeindedienst fixieren. Diese Teßlen heißen deshalb auch 
Kehrteßlen od. Listenteßlen. Mehr über diese Teßlen findet man bei Stebler, F. G., 
Das Gorns u. d. Gornser. Zürich, F. Amberger, 1903 (Beil. z. Jb. S. A. C., Bd. 38). 

i) Knötel, Bürgerl. Heraldik, Tarnowitz, Kothe, 1902, S. 22. 

2 ) Das Folgende nach M. Gritzner, Ü. bürgerliche Wappen u. deren Führung, 
_ASW 6, 1906, Nr. 10, dem ich mich nur vollständig anschließen kann. 

Heydenreich, Handbuch der praktischen Genealogie I. 15 



226 Wappen-Comtoirs. 

mit den Kreuzzügen beginnende Geschlechtserzählung hinzugefügt, die selbst- 
redend zu irgend einem Adelsgeschlecht gehört und zumeist wörtlich aus 
einem beliebigen Adelslexikon abgeschrieben ist. 

Es gibt in Nord- und Süddeutschland nachweisbar zahllose, auch bäuer- 
liche Familien, die auf die Annoncen oder die Anpreisungen von Agenten 
oder Reisenden derartiger Wappenbureaus (das „Geschäft" muß also lohnend 
sein) hereingefallen sind und für ihr teures Geld sich im Besitze einer meist 
ganz unheraldisch gefertigten Wappenzeichnung und einer gestohlenen ge- 
nealogischen Beschreibung befinden. Wenn das betreffende Adelsgeschlecht,, 
dessen Wappen hier gemißbraucht wird, durch Zufall davon Kenntnis erhält 
und Strafantrag stellt, so zieht sich der durch ein solches „Wappen-Comtoir" 
oder „Wappen-Bureau" Hereingefallene außer den Kosten, die diese Geschäfts- 
stellen berechnen, noch eine gerichtliche Bestrafung zu. Will irgend eine 
Familie sich ein Wappen zulegen, das mit keinem der vorhandenen Adels- 
wappen kollidieren soll, so empfiehlt sich in allen Fällen, daß die Betreffen- 
den sich mit dem Vorstande oder einem erfahrenen Mitgliede eines der be- 
stehenden heraldischen Vereine 1 ) in Verbindung setzen. Freilich gibt es 
gegen die Nachahmungen bürgerlicher Wappen einen Schutz nicht; es sei 
denn, daß der Besitzer den gesetzlichen Schutz der Eintragung in das Waren- 



x ) Vereine f. Heraldik u. Familienkunde sind: „Herold", Ver. f. Heraldik, Sphra- 
gistik u. Genealogie in Berlin. Nähere Auskunft durch Prof. Hildebrandt in Berlin W., 
Schillstraße 3. — „Adler", K. K. heraldische Gesellschaft in Wien. Schriftführer: Dr. 
Höfflinger, Wien 18/1, Colloredogasse 22. — Zentralstelle f. Deutsche Personen- 
u. Familiengeschichte in Leipzig. Vorsitzender: Rechtsanwalt Dr. Breymann, Thomas- 
ring 6. — „Roland", Ver. f. Stammkunde. Vorsitzender: Studienrat Prof. Dr. Un- 
bescheid in Dresden, Lüttichaustr. 11. — „Roter Löwe", Ver. f. Gesch. u. geschichtl. 
Hilfswissenschaften an der Universität Leipzig. — „Zum Kleeblatt", Ver. z. Pflege 
d. Heraldik für kunstgewerbliche Interessen in Hannover. — „St. Michael", Verein 
Deutscher Edelleute zur Pflege der Geschichte u. Wahrung historisch berechtigter 
Standesinteressen. I. Vorsitzender: Friedrich Freiherr v. Gaisberg-Schöckingen, Schloß 
Schöckingen, Württemberg, O.-A. Leonberg. — Hamburgischer Verein f. Familien- 
gesch., Siegel- u. Wappenkunde. Vorsitzender: Landrichter Dr. Lutteroth. — St. Georg- 
Verein Deutscher Edelleute u. Patrizier. I. Vorsitzender: Friedr. Carl Esbach a. d. H.^ 
Ritterbürtiger Patrizier zu Soest. — Dänische Ver. f. Heraldik u. Familienkunde sind: 
1. Dansk Genealogisk Institut. Kopenhagen, Brandesallee 7. Vorsitzender: Baron C. Zyt- 
phen- Adeler. Direktor: Th. Hauch-Fausbell. 2. Samfundet for Dansk-norsk Genealogi og 
Personalhistorie. — Personhistoriska Samfundet in Stockholm. — Academia Heraldica in 
Madrid. — Genealogische Gsft. d. Ostseeprovinzen (seit 1893). — Dazu d. ausgezeich- 
nete polnische Organ „Miesi^cznik heraldyczny" („Heraldisches Monatsblatt"), hrsg. v. 
Wladystaw Semkowicz in Lemberg. Lemberg 1908 ff. — Genealogisch-heraldiek Genoot- 
schap „de Nederlandsche Leeuw" te 's-Gravenhage. — „De Nederlandsche 
Heraut", genealogisch-heraldische Gesellschaft zu 's-Gravenhage. — Convention inter- 
nationale d'Heraldique (sämtliche Korrespondenzen sind zu richten an d. Vize- Kanzler 
Rene Droz in Basel, 109 Freie Straße). — „Societe heraldique et genealogique 
de France" in Paris. — „Societe heraldique de Suisse", Schweizerische heral- 
dische Gesellschaft zu Neuchätel. — „Reale accademia araldo-genealogica" zu 
Pisa. — „Collegio araldico" in Rom. — „Magyar heraldikaies genealogiai 
Tärsasäg" in Budapest. — „New-England", historische u. genealogische Gesellsch.. 
zu Boston. 



Wappenmaler und Wappenzeichner. Graveure. 227 

Zeichenregister nicht verschmäht, wozu allerdings wohl nur Kaufleute be- 
rechtigt sind. 1 ) 

Es ist zu wünschen, daß recht viele bürgerliche Familien statt des lang- 
weiligen nichtssagenden und sehr leicht zu Verwechslungen führenden „Mono- 
gramms" sich ein hübsches Wappen konstruieren lassen, sintemal noch heute 
der alte Spruch gilt: 

„Ain Wapen ist ein guotes Ding, voll achtem Prunk und Wesen!" 2 ) 
Zum Schluß dieser Erörterungen über Heraldik mögen die Adressen wappenmaler 
einer Anzahl bekannter Wappenmaler und -Zeichner folgen: ""feichner 6 " 

Ad. Cloß, Berlin-Friedenau, Lenbachstr. 11. 

E. Döpler d. j., Prof., Berlin, Dörnbergstr. 2. 

H. Heling, Hofwappenmaler, Berlin N, Wörther Str. 8. 

R. von Haken, Berlin SW, Königgrätzer Str. 67. 

Ad. M. Hildebrandt, Prof., Berlin W, Schillstr. 3. 

Jantzen, Freiburg in Baden. 

Ernst Krahl, K. K. Hof wappenmaler, Wien III, Am Heumarkt 9. 

Max Lehmann, Dresden-A., Falkenstr. 14,111. 

H. Nah de, Hofwappenmaler, Berlin S, Prinzenstr. 21. 

Georg Otto, Berlin, Unter den Linden 40. 

Lor. M. Rheude, München, Augustenstr. 109, III. 

O. Roick, Berlin S, Dresdener Str. 106. 

Chr. Zacharias, Hannover, Gr. Aegidienstr. 7. 

Während noch bis vor etwa dreißig Jahren die Gravierkunst sehr im Graveure, 
argen lag und den Graveuren vielfach die Schuld an der Mißgestaltung der 
Wappen beigemessen werden mußte, hat sich in neuerer Zeit ein bedeuten- 
der Umschwung auf diesem Gebiete vollzogen. Es ist heutzutage leicht, 
tadellose Petschafte in beliebigen Stilen zu erhalten. Es werden hier eine 
Anzahl von Graveuren verzeichnet: 

1. Robert Fritz, Suhl i. Thür. 

2. Gustav Hanneck, Braunschweig. 

3. M. Haseroth jun., Berlin. 

4. H. Held, Hofgraveur, Magdeburg. 



!) Hugo Gerard Ströhl, Schutzmarken u. Fabrikzeichen. Wien 1890. — Speck- 
ler, Heraldik und Schutzmarke. Hamburg 1883. — J. A. Koopmans, Handels- en 
fabrieksmerken in verband met de heraldiek. 's-Gravenhage.lSSS. — De l'heraldisation 
de la marque de propriete et des origines du blason, in: La Revue Heraldique, Histo- 
rique et Nobiliaire, fondee en 1862. Tome XXIII. 4. Serie. Tome VI. — Josef Ritter 
v. Bauer, Das Wappen als gewerbliche Marke, JAW, N. F. 13. — K. E. Graf zu 
Leiningen-Westerburg, Ü. Warenzeichen-Heraldik, DH 36. — Ü. d. Warenzeichen 
orientiert das v. kaiserl. Patentamt herausgeg. „Warenzeichenblatt" (Verlag P. Stankie- 
wicz, Berlin SW.). 

2 ) Im Verlag von Gebr. Vogt, Papiermühle (S.-A.), sind erschienen: Wappen- 
schablonen, fertig geprägt, auf weißem starken Karton, „gut heraldisch ausgeführt". 
50 Pf! pro Stück (fünf verschiedene Muster). Größere Anzahl billiger. Die Größe d. 
Kartons ist 38x30 cm. Dgl. auf gewöhnl. Papier, in Blockform, 100 Stück 1 M., „auf 
besserem Kolorierpapier" 50 Stück M. 1,20. Papiergröße 9x12 cm. Drs. Vrl. bietet 
an: Wappenschablonen von Osk. Roick, Berlin, entworfen, 7 verschiedene Muster, in 
Blockform auf Zeichenpapier, 100 Stück 2 M. (einzeln nicht unter 25 Stück). Papier- 
größe 12x20 cm. Höhe d. Schablonenwappens 8,5 cm. 

15* 



228 



Familiengeschichte und Numismatik. Familienmünzen. 



5. Jauner, Wien. 

6. H. Flügge, Dresden-A., Taschenberg 1 pt. 

7. Armand Lamm, Berlin. 

8. Karl Lubig, Berlin. 

9. Renton Warner, London. 

10. G. Schupp an, Hofgraveur, Berlin. 

11. J. Schwerdtner, Wien. 

12. Reinh. Tips, Berlin. 

13. P. Wedel, Augsburg. 



Familiengeschichte und Numismatik. 1 * 




^|IE Wichtigkeit der Numismatik 2 ) für familiengeschichtliche For- 
schung ist besonders aus dem alten Rom bekannt. Nennt man 
doch (vgl. Schmiede, Nachtrag zu dem Handwörterbuch der ges. 
Münzkunde 1815, S. 54) diejenigen Römermünzen, die während 
der republikanischen Verfassung mit der Aufschrift vornehmer, zu den 
höheren Würden aufgestiegener Familien geprägt wurden, schlechthin „Fa- 
milienmünzen". Drei Beamte waren als Aufseher über das Münzwesen ge- 
setzt, die Triumviri auro argento aere flando feriundo genannt wurden. Ihr 
jähriges Münzrecht benutzten sie, um sich während desselben bei dem Volk 
durch verbesserte Gepräge beliebt zu machen und das ehrenvolle Andenken 



x ) Wiederabdruck aus d. Dresdner Journal 1905. 

a ) Z. Einführung in d. Numismatik zu empfehlen: Halke, Einleitung in d. Studium 
d. Numismatik, 2. Aufl. Berlin, Georg Reimer 1905. Dannenberg, Grundzüge der 
Münzku. Leipzig 1891. Halke, Handwörterb. d. Münzku. Berlin, G. Reimer 1909. — 
Luschin von Ebengreuth, Allgemeine Münzku. u. Geldgesch. München 1904 (bildet e. 
Bd. v. v. Below-Meinecke's Handb. d. mittelalterl. u. neuern Gesch.); drs., D. Münze, 
Leipzig 1906 (bildet das 91. Bändchen d. bei Teubner erscheinenden Reihe: Aus Natur 
u. Geisteswelt). — F. Friedens bürg, D. Münze in d. Kulturgesch. Berlin 1909. — 
Drs. in Meisters Grundriß d. Geschichtswft. I. Bd. 2. Afl. Bibliographie bei A. Giry, 
Manuel de diplomatique 1894, S. 428ff.; ü. d. Literatur v. 1889—1897 A. Blanchet 
in: Congres bibliographique usw., 1900, Bd. 2, S. 1 — 26. — Zeitschriften für Münzku. 
sind: Ztschr. f. Numismatik. Bd. 1— 20] hrsg. v. A. v. Sallet. Berl. 1874—95. Bd. 21 
bis 24 hrsg. v. H. Dannenberg, H. Dressel, J. Menadier. Ebd. 1893ff. — Numis- 
matische Ztschr., hrsg. v. der Numismatischen Gsft. in Wien. Bd. 1 — 35. Wien 1869 ff. 
— Arch. f. Brakteatenku., hrsg. v. R. v. Höfken. Bd. 1—4. Wien 1885 ff. — Mtlg. 
d. Bayerischen Numismatischen Gsft. Jg. 1 — 22. München 1882ff. — Numismatisch- 
Sphragistischer Anzeiger. Ztschr. f. Münz-, Siegel- u. Wappenkunde, hrsg. v. F. Tewes. 
Jg. 1893 ff. (Hannover). — Mtlg. d. Oesterr. Gsft. f. Münz- u. Medaillenku. Hrsg. v. 
V. v. Ron n er. — Berliner Münzbl., Monatsschr. z. Verbreitung d. Münzkunde, hrsg. v. 
A. Weyl u. E. Bahrfeldt (mit Beibl.: Numismatische Korrespondenz). — Blätter für 
Münzfreunde, hrsg. v. Gersdorf, Grote, Erbstein, Buchenau 1 865 ff. — Blätter für 
Münzku., hrsg. v. H. Grote. 1835 ff. — Wiener Numismatische Monatshefte, hrsg. v. 
G. A. Egger. Wien 1865—68. — P. Stroehlin, Revue Suisse de Numismatique. 
Geneve 1891 ff. — Ztschr. f. Münz-, Siegel- u. Wappenku., hrsg. v. B. v. Koehne. 
Berlin 1841 ff. — Ztschr. f. Münz-, Siegel- u. Wappenku. N. F. Berlin 1859ff. — Memoires 
de la Societe d'Archeologie et de Numismatique de St. Petersbourg. Petersb. 1847ff. 



Selbstporträts auf Münzen der Römer und Griechen. Münzfälschungen. 229 



ihrer Familien zu erneuern, indem sie die merkwürdigen Taten der Be- 
rühmtesten ihrer Geschlechter zum Inhalt der Gepräge wählten. Die dadurch 
hervorgerufene Mannigfaltigkeit der Gepräge wurde noch dadurch vermehrt, 
daß die Magistratspersonen, wenn sie erst einmal Ädilen gewesen waren, 
das jus denarios flandi et feriundi für ihre Lebenszeit behielten, vermöge 
dessen sie Geld mit ihrem Stempel fortprägen lassen durften, wenn sie das 
Silber dazu anschaffen konnten. Diesen republikanischen Münzen reiht sich 
eine Serie von Bildnissen senatorischer Statthalter zur Zeit des Augustus an. 
Dieser gab in denjenigen Provinzen, deren Statthalter vom Senat ernannt 
wurden, diesen Statthaltern das Recht, neben ihre Namensinschrift auch ihr 
Bildnis auf die Münzen zu setzen. Dieser Anordnung verdanken wir Deut- 
sche das Bildnis des P. Quinctilius Varus. Ehe dieser im Teutoburger Walde 
fiel, war er Prokonsul der Provinz Afrika. Sein in der Stadt Achulla ge- 
prägtes Bildnis ist in Alfred v. Sallets „Münzen und Medaillen" ver- 
öffentlicht. 1 ) 

Der erste, der das Recht erhielt, sein eigenes Bildnis auf die Münzen Selbstporträts 
zu setzen, war bei den Römern Julius Cäsar; er erhielt dies Recht erst im der Römer 1 
Jahre seines Todes, hat aber in der kurzen, ihm noch gegönnten Lebens- und ° riechen - 
zeit von diesem Rechte aufs reichlichste Gebrauch gemacht. Vor Cäsar 
durften nur die Köpfe berühmter Verstorbener auf römischen Münzen ge- 
prägt werden. Ehe der geistlose, schematische byzantinische Münzstil herein- 
brach, haben wir zahlreiche Porträts römischer Herrscher auf Münzen er- 
halten. Der Mangel einer hinreichenden Anzahl von Kontrollbildern und 
Nachrichten erschwert allerdings das Urteil, inwieweit auf römischen oder 
griechischen Münzen Porträtähnlichkeit vorliegt. 

Aus der Betrachtung des Verhältnisses der Numismatik zur Familien- Münz- 
geschichte scheiden im allgemeinen die Münzfälschungen aus. Wie bei faIschun £ en - 
Siegeln, Urkunden und Altertümern aller Art, so begegnen auch bei den 
Münzen Falsifikate. Ich erinnere beispielsweise an die „Paduaner", Münzen, 
die nach neueren Stempeln innerhalb und außerhalb Italiens mit Kunst und 
Geschmack verfertigt wurden und das Ansehen antiker Münzen nachahmten. 
Auch gibt es insbesondere von Julius Cäsar bis Hadrian viele unechte Me- 
daillen (Krosch, Kennzeichen unechter Münzen, Ein Beitrag zur Münzkunde. 
Aus den rheinischen Provinzialblättern besonders abgedruckt: Cöln am 
Rhein 1838). Wie oft gefälscht wurde, deutet z. B. auch Köhler (Münzbel. I 
1729, S. 234) an, indem er sagt: „Die Kuriosität und Begierde einiger Münz- 
liebhaber ist so groß und unersättlich, daß sie auch dem falschen Ruf von 
einigen Münzen glauben, die doch niemals in der Welt zu gehöriger Zeit 
gewesen und damit Selbsten Anlaß geben, daß die Gewinnsucht und Arglist 
böser Leute sie mit erdichteten und unechten Stücken zu äffen und ihnen 
ein Blendwerk vorzumachen suchet." Auch die Reproduktionen angeblicher 
Münzen müssen genau auf ihre Echtheit hin angesehen werden, ehe sie zu 
familiengeschichtlichen Forschungen verwendet werden können. Es kommt. 



*) Handbücher der Kgl. Museen zu Berlin, Berlin 1898, S. 52. 



230 Münzfälschungen. Numismatische Sammelwerke. 

hier sehr viel auf die Zuverlässigkeit des publizierenden Autors an. Viel- 
leicht gibt es von niemand so viel Medaillen als von Luther. Aber in 
Christian Junkers Buch „Das goldene und silberne Ehrengedächtnis 
Martini Lutheri" (Frankfurt und Leipzig 1706, 8 ) 1 ) finden sich doch auch 
viel Holzstiche zweifelhafter Richtigkeit, wie schon Joubert in seiner Ein- 
leitung zur Medaillen- Wissenschaft (Nürnberg 1738) bemerkt hat. Der Ge- 
sichtspunkt der persönlichen Zuverlässigkeit des Autors sei beispielshalber 
noch im Anschluß an Grotes Münzstudien (VI, 1865, S. lf.) durch Hinweis 
auf Beischlag erläutert. 

Beischlag lieferte in seiner schätzbaren „Münzgeschichte Augsburgs" 
(Stuttgart 1835) eine vollständige Übersicht über die schwäbische Münz- 
kunde im Mittelalter, namentlich des jetzigen bayrischen Schwabens. Er war 
aber vorzugsweise Urkundenforscher; die Kenntnis der Münzen selbst war 
ihm so gut wie ganz fremd, und ihm fehlte die Gelegenheit, sich auch nur 
behufs seines Buches damit bekannt zu machen. Sein kritischer Standpunkt 
wird am besten durch die Entstehungsart einiger seiner Abbildungen cha- 
rakterisiert. In Michels „Öttingischer Bibliothek" findet er eine Öttingische 
Münze von 1499 ^beschrieben; bei Adam Berg findet er eine Fratze ohne 
Umschriften mit der Jahreszahl 1525, deren Typen der Michelschen Be- 
schreibung ähnlich sein könnten. Nach diesem Material läßt er Tafel VIII, 
Figur 3 mit Abbildung der Münze von 1499 zusammenphantasieren! — 
Aus Rottweil bekommt er Siegelabdrücke alter Münzstempel — bloß Averse — 
zugeschickt; daraus setzt er Tafel VIII, Figur 2 eine Münze zusammen, deren 
eine Seite dem 15., die andere dem 17. Jahrhundert angehört. 
Numismatische i m systematischen Zusammenhang sind die Münzen für familiengeschicht« 

' liehe Forschungen zuerst im Lande alten Adels und früher reich entwickelter 
Heraldik, d. i. in Frankreich, verwandt worden. Es kommt hier insbesondere 
in Betracht das Werk von Jacques de Bie, Les familles de la France 
illustrees par les monumens des medailles anciennes et modernes, tirees des 
plus rares et curieux cabinetz du Royaume sur les metaux d'Or, Argent et 
Bronze. Paris 1636. Folio. 245 Seiten. Dies Buch bietet medailles des papes 
franeois, medailles des cardinaux franeois, medailles des princes et princesses 
du Sang, autres Princes & grands Seigneurs, medailles des chanceliers, gardes- 
des-Sceaux, Premiers^Presidens, conseillers d'Estat et autres. Die Abbildungen 
zeigen auffälligerweise keine Wappen. Das Werk darf freilich nur mit 
größter Vorsicht benutzt werden. Denn in ihm werden, wie G. E. v. Hai ler, 
Schweizerisches Münz- und Medaillenkabinett I, 1780, S. 505, bemerkt, „ver- 
schiedene Münzen beschrieben und abgebildet, an deren Dasein man aller- 
dings zweifeln soll, da sie zum Teil sonst niemand gesehen hat, und da 
der Verfasser offenbar falsche anzuführen sich nicht schämt." 



*) Vgl. auch Lesser, Fr. Ch., Besondere Müntzen, welche sowohl auf Gelehrte 
Gesellschaften, nemlich Universitäten, Societäten, Seminaria u. Gymnasia, als auch auf 
gelehrte Leute, nemlich Theologos, Jure-Consultos, Medicos u. Philosophos, sonderlich 
auf den theuren D. Martin Luthern, nach Junckers herausgegebenen güldenen u. silbernen 
Ehren-Gedächtniß desselben gepräget worden. Frankf. u. Lpz. 1739. 



Numismatische Sammelwerke. 231 

Das Beispiel von Jacques de Bie fand bald Nachahmung. So ver- 
wertete Evelyns die Münzen in englischer Sprache. 1 ) Die portugiesischen 
Münzen aber behandelte Sousa im Zusammenhang mit der Geschichte des 
portugiesischen Königshauses und anderer vornehmer Familien. 2 ) Eine 
Histoire de Louis le Grand par les medailles enblemes devises jettons ver- 
öffentlicht Mene tri er in einem wiederholt aufgelegten Buche. 8 ) Die Münzen 
schwedischer Männer und Frauen stellte Berch zusammen 4 ) usf. 

Lange Zeit stand Frankreich an der Spitze der Bestrebungen, Münzen 
zu veröffentlichen und zu erklären. Dies zeigt sich noch in dem großen 
Werke von Duby, das in Paris am Ende des 18. Jahrhunderts erschien, die 
Münzen aller Größen und Gewalthaber in Frankreich darstellen und erläutern 
und damit, wie der umständliche Titel angibt, eine Ergänzung zu den histo- 
rischen Denkmalen Frankreichs bieten wollte. 6 ) 

Veröffentlichungen von Medaillen auf berühmte Privatpersonen aller 
Art, als Kriegshelden, Staatsmänner, Kardinäle, Gelehrte, Künstler, Patrizier 
und auch von Vertretern des weiblichen Geschlechts gibt es jetzt viele. 
Köhler hat in seinen Münzbelustigungen in 22 Teilen und Lochner in seiner 
Sammlung von acht Bänden, sowie auch Joachim, van Loon usw. haben ver- 
schiedene, Haller die schweizerischen, Langermann hamburgische, Spieß 
brandenburgische, der von Cörnlein und Negelein herausgegebene Thesaurus 
numism. die von 1700 bis 1710 zum Vorschein gekommenen, Snelling 
(London 1776fol.) englische, Kundmann schlesische berühmte Männer vor- 
gestellt oder beschrieben. J. C.W. Moehsen, hat in seiner Beschreibung 
einer Berliner Medaillensammlung (Berlin 1773, 4°) mit den Ärzten ein 
gleiches getan. In den Jahren 1761 ff. kam das Museum Mazzuchellianum 
zu Venedig in zwei Foliobänden zum Vorschein, das auf 208 Tafeln eine 
große Anzahl hierhergehöriger Medaillen in Kupferstich lieferte, mit einer 
lateinischen Beschreibung vom Grafen Gaetani, wozu ein Ritter Cosmus 
Meo die italienische Übersetzung beigefügt hat. 6 ) Epochemachend war die 

*) Evelyns, To., Numismata. A Discourse of medals, antient and modern. To- 
gether with some account of heads and effigies, of illustrious and famous Persons, 
in sculps and Taille douce, of whom we have no Medals extant; and of the use to 
be derived from them. To which is added a Digression concerning Physiognomy. 
Lond. 1697 f. 

2 ) Sousa, Historia genealogica da casa real Portugueza, desde a sua origem ate 
o presente, com as familias illustres etc. Lissabon 1745 — 48. gr. 4. 

3 ) Paris 1691 f. 2. vermehrte Afl. Paris 1693f. u. ebd. 1700f. 

4 ) Berch, CR., Celebrium Suecorum virorum feminarumque nummi memoriales 
adiunctis vitis. 2 Fase. Holmiae 1777. 4°. 

5 ) Duby, Traite des monnaies des Barons ou representation et explication de 
toutes les monnaies d'or, d'argent, de billon et de cuivre, qu'ont fait frapper les 
possesseurs de grands fiefs, pairs, eveques, abbes, chapitres, villes et autres Seigneurs 
de France, pour servir de complement aux monuments historiques de la France en 
general et de chaeune de ses provinces en particul. 2 Bände. Paris 1790. 

6 ) Mazzuchellianum Museum, numismata virorum doctrina praestantium quae 
apud Jo. Mar. Comitem Mazzuchellum Brixiae servantur a Pet. Ant. de comitibus 
Caetanis Brixiano Presbytero et Patricio Romano edita et illustrata. T. I. II. Venet. 
1761—1763. 



232 



Numismatische Sammelwerke. 



Veröffentlichung der Medaillensammlung von Hedlinger, erläutert von Chretien 
de Mechel in Basel 1776 1 ), und zwei Jahre darauf wurde von demselben 
Verfasser eine historische und kritische Erläuterung dazu veröffentlicht. 2 ) 

Der große Münzkenner und Sammler Lengnich, weil. Archidiakonus zu 
Danzig, hat im Journal von und für Deutschland im Jahrgang 1791 und im 
folgenden Jahrgang eine deutliche Beschreibung von 900 Medaillen bekannt 
gemacht. 

Die Sammlungen Tentzels 3 ) und des Tresor de numismatique 4 ) sind für 
die familiengeschichtlichen Forschungen in früheren Jahrhunderten nützlich. 
Dagegen enthält der Katalog der Hauschildschen Sammlung von Medaillen 
und Schaustücken auf Privatpersonen — er erschien gedruckt bei Joh. Frdr. 
Hauschild, Beytrag zur neueren Münz- und Medaillengeschichte vom 1 5. Jahr- 
hundert bis jetzo, Dresden 1806, S. 463 ff. — die Legenden nur unvoll- 
ständig und die Wappen gar nicht. Im übrigen darf auf die bekannten 
numismatischen Bibliographien von Lipsius 5 ) und Leitzmann 6 ) verwiesen 
werden. 

Von neueren Sammlungen mögen hervorgehoben werden die Arbeiten 
von Armand 7 ), Beierlein 8 ), Donnebauer 9 ), Erbstein 10 ), Fiala 11 ), Friedländer 12 ), 



1 ) Oeuvre du Chevalier Hedlinger ou Recueil des Medailles de ce celebre artiste, 
gravees en taille douce, accompagnees d'une explication historique, et critique et pre- 
cedees de la vie de l'Auteur. Par Chretien de Mechel ä Basle. 1776 fol. 

2 ) Explication historique et critique des Medailles de l'oeuvre du Chevalier 
Hedlinger, precedees de l'Eloge historique de ce celebre artiste par Chretien de 
Mechel. 1778. 

3 ) Tentzel, Saxonia Numismatica oder Medaillen-Cabinet von Gedächtnismünzen. 
Dresden 1705 ff. 4 Bde. 4°. 

4 ) Tresor de numismatique et de glyptique. Choix de medailles executes en 
Allemagne aux XVI et XVII siecles. Paris 1841, fol. 

6 ) J. Q. Lipsii Bibliotheca numaria sive Catalogus auctorum qui usque ad finem 
seculi XVIII de re monetaria aut numis scripserunt, praefatus est Chr. Gottl. Heyne. 
Leipzig 1801. 

e ) Leitzmann, J. J., Verzeichnis sämmtlicher seit 1800 bis jetzo erschienenen 
numismatischen Werke, als Fortsetzung der Bibliotheca numaria von J. Q. Lipsius. 
Weißensee 1841. Vgl. auch Brückmann, F. E., Bibliotheca numismatica oder Ver- 
zeichnis der meisten Schrifften, so von Müntz- Wesen handeln. Wolfenbüttel 1729. 

7 ) Armand, Les medailleurs italiens des XV e et XVP siecles. Paris 1883—87. 
3 vols. 

8 ) Beierlein, D. bayerischen Münzen d. Hauses Wittelsbach 1180—1550. Mit 
201 Münzabb, auf 9 Tfl. München 1869. Hierzu vgl. Kuli, J. V., Studien z. Gesch. 
d. oberpfälz. Münzen d. Hauses Wittelsbach 1329—1794. Mit 2 Stammtfl. Regensburg 
1890/91. 

•) Donnebauer, Beschreibung (6122) böhmischer Münzen u. Medaillen in numis- 
matisch-geschichtl. Bearbeitung. 

10 ) J. u. A. Erbstein, Die Ritter v. Schultheß-Rechbergsche Münz- u. Medaillen- 
Slg. Dresden 1868—69. 

u ) Fiala in Prag (Selbstverlag), 1888—89. 2 Bde. Lex. VIII, 714 Seiten mir etwa 
1500 Abb. auf 83 lithographischen Tfl. u. genealog. Tabellen. 

12 ) Friedländer, J., Die italienischen Schaumünzen des 15. Jht. Berlin 1880—82. 



Numismatische Sammelwerke. 233 

Gutekunst 1 ), Heiß 2 ), Jaeckel 3 ), Menadier 4 ), Miltner 6 ) und Neumann 6 ), 
Rüppel 7 ) und Weyl 8 ). Insbesondere haben die in deutschen Bundesstaaten 
bestehenden Kommissionen f. Landesgesch. auch d. Slg. u. Bearbeitung nu- 
mismatischen Materials nach anderen Grundsätzen in die Hand genommen. 
So veranlaßte die Württembergische Korn. d. Erscheinen d. Werkes: „Würt- 
temberg. Münz- u. Medaillenku. v. Chr. Binder, neu bearbeitet v. Julius 
Ebner", Stuttgart seit 1904. Ü. d. Medaillen vgl. auch K. D omanig, D. 
deutsche Privatmedaille d. älteren Zeit. Wien 1893. Eine besonders reich- 
haltige Münzsammlung veröffentlichte König Viktor Emanuel III. von Italien. 
Ihm standen hierfür seine Privatsammlung von mehr als 65000 Münzen, 
die königliche Sammlung von Turin, neun italienische und zwölf ausländische 
Münzkabinette zur Verfügung. So schuf er das im Erscheinen begriffene 
Werk: Corpus nummorum Italicorum. Fato compilare da Vittorio Erna- 
nuele III. Primo tentativo di un catalogo generale delle monete medievali e 
moderne coniate in Italia e da italiani in altri paesi. vol. I. Casa Savoia. 
vol. II. Piemonte-Sardegna. Milano, seit 1900. 

Als ein vorzügliches Beispiel, wie Münzen für familiengeschichtliche 
Studien zu verwenden sind, kann das mit Unterstützung der kaiserlichen 
Akademie der Wissenschaften herausgegebene, dem Erzherzog Albrecht Fried- 
rich Rudolph von Österreich gewidmete Werk von Josef Bergmann gelten 
Medaillen auf berühmte und ausgezeichnete Männer des österreichischen 
Kaiserstaats vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. In treuen Abbildungen mit 
biographischen Notizen. (Wien 1858. 681 Seiten in gr. 4°, dazu 25 Münz- 
tafeln.) .,Ich wollte", sagt der Verfasser in der Vorrede, „nicht mehr als 
ein Zeichen geben, daß sich manchem, äußerlich ganz unscheinbarem Me- 
daillchen, wie die auf Lasla v. Edlasberg, von Gendorf, Gewardt, Hirsvogel, 
Schallantzer usw. sind, eine historische Seite abgewinnen lassen, und daß 



x ) Gutekunst, Katalog d. Slg. d. Marchese P. in Mailand u. e. gewählten Slg. 
deutscher u. italienischer Medaillen des 15. u. 16. Jht. Stuttgart 1882. 

2 ) Heiß, Les medailleurs de la renaissance. Paris 1881. 

3 ) Jaeckel, Fr., Reg. zu sämtl. 8 Bdn. v. Lochners Slg. merkwürd. Medaillen 
1737—44. Dresden 1889. 

*) Menadier, Schaumünzen d. Hauses Hohenzollern. Berlin 1901. 
8 ) Miltner und 6 ) Neumann, Beschreibung d. bisher bekannten böhmischen 
Privatmünzen u. Medaillen. Prag 1852. 

7 ) Rüppel, Beschreibung u. Abb. v. Schaumünzen, die zum Angedenken v. Be- 
wohnern Frankfurts gefertigt wurden. Frankfurt a. M. 1855. 

8 ) Weyl, Die Paul Henckelsche Slg. Brandenburg-Preußischer Münzen u. Medaillen. 
Berlin 1876. 

Weitere wichtige Münzkataloge sind verzeichnet bei Halke, Einleitung in das 
Studium der Numismatik, Seite 192. Gute Münzkataloge [E. große Anzahl von Münz- 
katalogen verzeichnet d. Lager-Katalog Nr. 10 von Jos. Grünfeld, Wien I, Boznergasse 7] 
können den Familienforscher recht nützlich werden. Denn sie bringen teilweise Abb. 
ganzer Münzen mit Porträts usw. u. v. d. übrigen, nicht abgebildeten, häufig d. Le- 
gende. So enthält z. B. der XIV. Verkaufskatalog v. Münzen u. Medaillen, hrsg. v. 
Brüder Egger, Wien I, Opernring 7, Porträts des Dichters Paul Heyse, des Feldzeug- 
meisters Arth. Frhr. v. Bolfras, des Hof Schauspielers Lewinsky, des Mineralogen Tscher- 
mak u. anderer Persönlichkeiten. 



234 Legende auf Münzen. 

sie als Bausteine, wenn auch als kleine, für die vaterländische Geschichte 
benutzt werden können." An die Münzabbildungen und Münzbeschreibungen 
hat Bergmann biographische und genealogische Darlegungen geknüpft; die 
zerstreutesten Notizen über manchen verschollenen Namen mußten dabei 
mühsam gesammelt werden, um demselben Halt und Gestalt, kurz wieder 
Leben zu verleihen. Was Bergmann f. Österreich leistete, hat Joh. Christian 
Kundmann schon e. Jht. früher f. Schlesien in ähnlicher Weise mit Glück 
versucht in d. Buche: Silesia in nummis od. berühmte Männer in Müntzen. 
Breslau u. Leipzig 1738 (Neudruck Breslau 191 1). Dieses Werk bietet zahl- 
reiche Biographien, Stammbäume u. Münzabbildungen. 

Zahlreich ist auch das noch vielfach ungedruckte Material, das in den Münz- 
kabinetten zu Breslau, Dresden, Gotha, Karlsruhe, München, Stuttgart und in 
anderen Städten aufbewahrt wird. Ein Führer durch diese Münzsammlungen 
ist Fr. Gnecchi, Guida numismatice universale. 4. Ausgabe, Milano 1903. 
Ü. Bayern ist zu verweisen auf J. V. Kuli, Repertorium z. Münzkunde Bayerns, 
als Slg. zu d. Mtlg. d. bayer. numismatischen Gsft. seit 1894 herausgegeben. 

Wenn wir nun das umfangreiche numismatische Material 1 ), wie es in 
der gedruckten Literatur oder in öffentlichen und privaten Sammlungen vor- 
liegt, nach seiner Verwendbarkeit für familiengeschichtliche Forschung über- 
schlagen, so ergibt sich eine solche Verwendbarkeit in Rücksicht auf Le- 
gende, Porträt und Wappen. 
Legende. Die Legende 2 ) ist im allgemeinen bei Begräbnis- oder Sterbemünzen 

umfangreich, weil sie die Summe eines ganzen Lebens zieht. Die Auf- 
schriften des Reverses pflegen aufzuweisen 1. Geburtsjahr und -tag, oft auch 
den Ort, 2. die Zeit, wann der Verewigte zur Regierung oder zu geistlichen 
Würden oder Staatsämtern gelangt ist, 3. Todesjahr und -tag, auch Ort, 
4. das erreichte Alter und Regierungsjahr, 5. endlich besondere Umstände, 
wie z. B. auf der Sterbemünze des Grafen von Mansfeld J. Georg III 1710: 
Evangelicae stirpis ultimus. Mit solchen Daten ist zuweilen bei Spärlichkeit 
anderweiten Materials schon recht viel für die Familiengeschichte an einer 
lückenreichen Stelle gewonnen. Aber freilich die bloßen Lebens- und Amts- 
jahre mögen vielleicht gestatten, die betreffende Persönlichkeit in den Stamm- 
baum einzurangieren. Viel weiter werden wir gewöhnlich durch solche Le- 
gende nicht geführt, und doch bleibt dem Familienforscher als goldener 
Wahlspruch der Satz von Lipsius in treuem Gedächtnis: „Nee nuda genea- 
logia sit, sed facta et dieta interdum inserat, quod ego probo: nee me ce- 

x ) Gute Literaturübersichten über die numismatische Literatur, auch ü. die d. 
Auslands, enthält d. stattliche Band v. Engel u. Serrure, Traite de numismatique 
moderne et contemporaine. Paris 1897. 

2 ) W. Rentzmann, Numismatisches Legendenlexikon des Mittelalters u. d. Neu- 
zeit, Berlin 1881 (enthält eine alphabetisch-chronologische Tabelle der Münzherren, ein Ver- 
zeichnis der auf Münzen vorkommenden Heiligen, eine Ergänzung der auf Münzen vor- 
kommenden Titelabbreviaturen und ein Verzeichnis der den Münzen aufgeprägten 
Länder- und Städtenamen). — H. Dannenberg, Deutsche Inschriften auf Münzen d. 
MA, AKDV, N. F. 9, S. 236 ff. — Schmid, G. V., Clavis numismatica od. Handbuch z. 
Verständnis d. auf Münzen vorkommenden Sprüche und Abbreviaturen. Dresden 1840. 



Legende auf Münzen. 235 

perint sola stemmata et sine alio fructu familiarum rami". Umfangreichere 
Legenden, die entweder weitere Einzelheiten aus dem Leben der Persönlich- 
keit, zu deren Gedächtnis die Münze geschlagen ist, enthalten, oder Sprüche, 
die den Charakter dieser Persönlichkeit beleuchten, sind daher sehr erwünscht. 
Die Medaille auf Kardinal Schrattembach bei Köhler, Münzbelustigungen 4, 
265, zeigt innerhalb der Umschrift auf 19 Zeilen eine Biographie, wie sie 
unsere Zeitungen beim Tode bedeutender Persönlichkeiten bringen. In dem 
für die Geschichte dänischer Familien sehr wichtigen, mit Porträts, Wappen, 
Grabdenkmälern und Stammbäumen ausgestatteten Werke von Tycho Hofman, 
Portraits historiques des hommes illustres de Dannemark, remarquables par 
leur merite, leurs charges et leur noblesse avec leurs tables genealogiques, 
6 Teile (ohne Orts- und Verlegerangabe, 1746) II, 7 (in der histoire de la 
famille de Rantzau) findet sich eine Medaille von 1567 auf Daniel Rantzo- 
vius, deren Revers auf 23 Zeilen eine ganze Feldzugsbeschreibung enthält. 
Es gibt Tausende von Inschriften in Stein und Erz, nicht alle Inschriften 
sind echt; über die Kriterien ihrer Echtheit ist im Corpus inscriptionum I 
S. XXIX f. und in Boeckhs Encyklopädie und Methodologie der philologischen 
Wissenschaften 1877 S. 188 ff. gehandelt. 1 ) Auch die Inschriften auf Münzen 2 ) 
verraten durch ihre Fehler, daß sie mitsamt den Münzen unecht sind. So 
steht auf den Abbildungen einer Ehrenmedaille (nummus Tymeus [Ti/ueiog]) 
in Luckii Sylloge numismatum elegantiorum (Argentinae 1620) pag. 78 und 
in Mieris Histori der nederlandsche Vorsten Tom. III p. 94, über das von 
Sebastian Schortlin von Burtenbach erreichte Alter fälschlich SEINS ALTERS 
87 IAR. Die richtige Ziffer SEINES ALTERS 82 IAR steht auf einer Me- 
daille, die beschrieben ist in Binders Württembergischer Münz- und Me- 
daillenkunde, Stuttgart 1846, S. 581. Ein sog. Mönchschrifttaler auf Bogislaw X., 
Herzog von Pommern 1474 — 1523, aus dem Jahre 1498 verrät seine Un- 
cchtheit ebenfalls durch die Legende; diese Legende zeigt die Namensform 
BOGESLAVS mit E in der zweiten Silbe an Stelle der allein richtigen Form 
mit I. Das Falsifikat ist zusammen mit noch anderen Fälschungen in Arends 
Münzbuch herausgegeben, und in Grotes Münzstudien I 1857, S. 41 3 ff. ist 
seine Unechtheit nachgewiesen. Dieses durch seine Fälschungen berüchtigte 
„Münzbuch" von Arend gehört zu der Gattung illustrierter Münzbücher für 
Reisende, Bankiers und Geldwechsler, in denen die kursierenden Münzen der 
verschiedenen Staaten mit Hinzufügung ihres Wertes nach inländischem Gelde 
abgezeichnet 'sind. Unter derartigen Münzbüchern ist das in den Nieder- 
landen erschienene, von Parys gezeichnete Buch besonders berühmt. Nach 
Köhlers Münzbelustigungen XIII S. 168 ist das Arendsche Buch (Hamburg 
1636) identisch mit denen von Zitter (Frankfurt 1631) und Wolders (Ham- 
burg 1631). 



x ) Vgl. auch Larfeld im Handb. d. klassischen Altertumswft., hrsg. v. I.Müller. 
2/Afl. 1892. Bd. I, S. 491 ff. 

2 ) Ü. d. Inschriften auf antiken Münzen vgl. Eckhel, Doctrina numorum veterum 
vol I., prolegomena generalia pag. LXXXVII ff. 



235 Porträts auf Münzen. 

Porträts Die Wichtigkeit des Porträts für familiengeschichtliche Forschung ist 

auf Münzen. erst neuerc |j n g S in Lorenz' berühmtem Handbuch der Genealogie und ander- 
wärts (s. u.) hervorgehoben worden. Die Zahl der auf Münzen überlieferten 
Porträts ist sehr groß. Viele Münzen bieten mehr als ein Bildnis dar; drei 
Bilder z. B. findet man auf den Münzen mit den jungen Herzögen Christian II., 
Johann Georg und August, die in Erbsteins Erörterungen auf dem Gebiet 
der sächsischen Münz- und Medaillengeschichte II 1890, S. 97 ff., besprochen 
sind. Sieben Porträts von Kirchenfürsten finden sich wiederholt auf eng- 
lischen Münzen bei Evelyn, Numismata p. 155. Ein Taler Herzog Friedrichs II. 
zu Sachsen-Gotha, in Köhlers Münzbelustigungen VII, 1735, S. 105, erörtert, 
zeigt auf dem Avers das Bildnis des Herzogs, auf dem Revers die Bilder 
der sieben Prinzen. Der Häufigkeit der Porträtdarstellungen auf Münzen 
steht leider die Seltenheit guter und verbürgter Ähnlichkeit der Porträts mit 
der abgebildeten Person gegenüber. Ob ein Porträt auf einer Münze ähn- 
lich sei oder nicht, wird in der numismatischen Literatur verhältnismäßig 
nur selten bemerkt. So heißt es bei Will, Nürnbergische Münzbelustigungen I, 
1764, 35. Stück vom 29. August 1767, über eine Wermuthsche Medaille auf 
den kursächsischen Oberhof prediger D. Bernh. Walter Marperger: „Das Bild 
hat nicht die geringste Ähnlichkeit mit der Person, die abgebildet werden 
soll. Wer Marpergern entweder gekannt, oder den Windterischen Kupfer- 
stich oder auch die schöne Vestnerische Medaille gesehen hat, wird meinem 
Urteil beipflichten." Dasselbe Werk (I Nr. 18, 8. Mai 1765) bringt betreffs 
eines Jettons auf den Münz-Eisenschneider Valentin Maler die Bemerkung: 
„Das Bildniß Valentin Malers auf dem Avers mag ihm sehr ähnlich sein. 
Ich habe ihn im Kupferstich von Matthia v. Sommer, in welchem nicht 
nur die Vorstellung, wie er mit der einen Hand nach dem Fußgestelle der 
Bildsäule greift und mit der andern den doppelten Zirkel hält, sondern auch 
die Gesichtsbildung mit unserem Jetton übereintrift." 1 ) Hnr. Bolzenthal 
(Skizzen zur Kunstgeschichte der modernen Medaillon-Arbeit [1429 — 1840], 
mit 30 Kupfertafeln, Berlin 1840) rühmt Faltz und Crocker wegen seiner 
Porträtähnlichkeit. Raimund Faltz, geboren 1658, war korrekt in der Zeich- 
nung, tüchtig in der Technik und erreichte dabei eine seltene Ähnlichkeit. 
Die meisten seiner Medaillen beziehen sich auf das königl. preußische und 
auf das kurfürstlich-braunschweigische Haus (Bolzenthal, S. 215 f.). Johann 
Crocker, geboren 1670 zu Dresden, wurde 1705 Obergraveur der englischen 
Münze. Ungefähr von dieser Zeit ab bis einige Jahre vor seinem Tode 
(1741) gingen aus seinen Händen viele Medaillen hervor, die größtenteils 
auf das königliche Haus in England sich beziehen und ihren Wert haupt- 
sächlich in dem tüchtig ausgeführten und mit Ähnlichkeit ausgestatteten 
Porträt haben dürften (Bolzenthal, S. 264). 

Für den Familienforscher ist bei einem Porträt auf einer Münze die 
Ähnlichkeit das Wichtigste. Diesbezüglich ist das Urteil von Spon interessant, 



*) Ü. d. „unverkennbare Lebenswahrheit" Pisanos vgl. Halke, Einleitung in das 
Studium der Numismatik, 1889, S. 171. 



Porträts auf Münzen. 237 

das er in einer auf römischen Kaisermünzen aufgebauten Abhandlung „de 
l'utilite des Medailles par l'etude de la physionomie" 1 ) veröffentlicht hat. 
Spon sagt: „il faut demeurer d'accord que rien n'est plus propre ä nous 
representer les portraits fidelles des Princes et des grands hommes de l'an- 
tiquite que les medailles. Car comme elles ont este faites de leur temps 
et par d'excellens graveurs elles nous les depeignent bien plus fidellement 
que les historiens qui d'ailleurs negligent assez souvent les particularitez des 
traits du visage de ceux dont ils ecrivent l'histoire. Elles nous les represen- 
tent mesme plus sürement que les statues et les gravures antiques qui sont 
ordinairement sans nom et qui ne se reconnaitroient pas mesme sans le 
rapport qu'elles ont aux Medailles." Diese Sätze von der größeren ikono- 
logischen Zuverlässigkeit der Medaillen gegenüber der Literatur können für 
die römische Kaiserzeit ganz im allgemeinen eine gewisse Berechtigung be- 
anspruchen. Aber so große Künstler, wie sie sich im kaiserlichen Rom zur 
Prägung von Münzen zusammengefunden, haben den Münzherren der späteren 
Zeiten keineswegs immer zur Verfügung gestanden. Das Verhältnis der 
Münzprägungen zu Holz- und Kupferstich, sowie zur Literatur ist hinsicht- 
lich der Porträtähnlichkeit im Laufe der Jahrhunderte ein verschiedenes ge- 
wesen . 

In den älteren Zeiten der deutschen Münzgeschichte wird die Porträt- 
ähnlichkeit der Prägungen häufig durch einen gewissen typischen, starren, 
der Individualisierung entgegenstehenden Zug der Münzen beeinträchtigt. 
Wir sind keineswegs immer in der Lage, eine genaue ikonologische Kontrolle 
der Münzen vorzunehmen. Eine solche hat Eduard Frhr. von Packin in 
seiner Arbeit über die authentischen Porträts König Rudolfs von Habsburg 
veröffentlicht, die in der Festschrift zur 600 jährigen Gedenkfeier der Be- 
lehnung des Hauses Habsburg mit Österreich (Wien 1882) erschienen ist. 
Die Sitte 2 ) sich medaillenartige Bildnisse anfertigen zu lassen und sie 
mit Freunden ebenso auszutauschen, wie wir heute unsere Photographien 
austauschen, wird um 1510 aus Italien nach Süddeutschland gekommen 
sein. 3 ) Die Kunst selbst hat sich bei uns in ganz selbständiger Weise ent- 



l ) Spon, Recherches curieuses d'antiquite, contenues en plusieurs dissertations 
sur des medailles, Bas-reliefs, statues, mosaiques & inscriptions antiques. Lyon 1683, 
p. 353 ff. 

8 ) Erman, Deutsche Medaillen S. 7ff. Vgl. denselben in Bd. XII d. Zeitschr. f. 
Numismatik v. A. v. Sallet. 

8 ) Vgl. auch Hartmann-Franzenshuld, Deutsche Personen-Medaillen im 16. Jht., 
besonders einiger Wiener Qeschl. (Wien 1874, SA aus d. Archiv f. österr. Gesch.). — 
J. G. Beierlein, Medaillen auf ausgezeichnete u. berühmte Bayern, in Abb. u. mit 
biographisch-histor. Notizen, OBAlOff. — Die Medaillen und Münzen d. Gesamthauses 
Witteisbach, München 1897—1901, 2 Bde. (Prachtwerk, hrsg. v. Konservatorium d. K. 
Münzkabinetts). — C. Laverrenz, D. Medaillen u. Gedächtniszeichen d. deutschen 
Hochschulen Bd. 1. 2. Berlin 1885—87. — Jo. Geo. Hagelgans, Orbis literatus aca- 
demicus Germanico-Europaeus, Frankfurt a. M. 1737. — Musica in nummis. Beschrei- 
bung d. Medailleurarbeiten auf Musiker (Komponisten, Virtuosen, Musikschriftsteller, 
Instrumentenmacher usw.), ferner Sänger u. Sängerinnen v. 15. Jht. bis auf d. heutige 
Zeit, hrs. v. Karl Andorfer u. Richardt Epstein, Wien, Verlag von Gilhofer & 



238 



Porträts auf Münzen. 



wickelt und beruht auf einem anderen Boden als in Italien. Sie beruht auf 
der Bildschnitzerei und ist aus ihr erwachsen; deutlich erkennt man noch, 
wie zunächst das Portrait in Holz oder Stein Selbstzweck ist und wie erst 
allmählich der Abguß in Metall mehr in den Vordergrund tritt. Aber auch 
dann noch bleibt das Modell das Hauptstück; man bemalt und vergoldet es 
gern und bewahrt es sorgfältig in einem zierlichen Holzkästchen auf. Die 
älteren Medaillen sind zum großen Teil einseitig, die Rückseite bleibt ganz 
leer oder trägt nur einige Zeilen Schrift; kleine Wappenbilder oder figürliche 
Darstellungen finden sich nur selten. Erst bei den kleineren Arbeiten des 
Medailleurs von 1526 werden die Reverse zur festen Regel und in bestimmter 
Weise gestaltet; erst damit trennt sich die eigentliche Medaillentechnik von 
der Bildschnitzerei ab. 

Man wird gut tun, bei der Beurteilung des Stiles der deutschen Me- 
daillen und ihrer Porträtähnlichkeit 1 ) stets im Auge zu behalten, inwieweit 
die Arbeit durch das Material des Modells beeinflußt ist. Gerade bei dieser 
Kleinplastik zeigt sich das Material tyrannisch; ein Künstler, der seine Mo- 
delle in Buchsbaum ausführt, wird notwendig anders arbeiten wie der, der 
den weichen Kehlheimer Stein benutzte. Und wenn bei Valentin Maler und 
seinen Nachfolgern die äußerliche Mache immer mehr hervortritt, so hat das 
gewiß nicht zum wenigsten seinen Grund darin, daß sie ihre Modelle in 
Wachs bossierten. 

Daß ein Künstler bald in einem, bald in anderem Material seine Mo- 
delle anfertigte, mag ja auch wohl vorgekommen sein; doch ist zu bemerken, 
daß bei Medailleuren, von denen mehrere Modelle bekannt sind, wie bei 
Hagenauer und Wolff, diese stets das gleiche Material zeigen. 

Holzmodelle haben schon angefertigt Hans Schwarz (151 8 ff.), Friedrich 
Hagenauer (1526 bis 1544), der Nürnberger von 1526 (wenigstens bei seinen 



Ranschburg. — Domanig, K., Porträtmedaillen d. Erzhauses Österreich v. Kaiser 
Friedrich II. bis Kaiser Franz II. (I.). Hrsg. mit Genehmigung d. Oberstkämmereramtes 
Sr. k. u. k. Apost. Majestät. 5 Bogen Text nebst e. großen Stammtafel u. 359 Me- 
daillenabb. auf 50 Lichtdrucktfl. Wien 1896. — Drs., D. deutsche Medaille in kunst- 
u. kulturhistor. Hinsicht nach d. Bestand der Medaillenslg. d. A. H. Kaiserhauses. Wien 
1907. — Ernst Schroeter, Die Münzen u. Medaillen d. Weißenfelser Herzogshauses. 
Weißenfels 1909. — Argelatus, Ph., De monetis Italiae variorum illustrium virorum 
dissertationes. 3 Bde. Mediol. 1750. Mit 111 Tfl. 

x ) Vgl. auch d. große Sammelwerk Heraeus, Bildnisse d. regierenden Fürsten u. 
berühmter Männer v. 14. bis 18. Jht., in e. Reihenfolge v. Schaumünzen. Wien 1828. 
— Widmer, M. J. v., u. Zimmermann. J. A., Domus Wittelsbachensis numismata od. 
Sammlung aller existierenden Münzen und Medaillen der wittelsbacher Stammhäuser. 
München 1784. — Tentzel, W. E., Sächsisches Medaillen- Cabinet von Gedächtniß- 
Münzen u. Schau -Pfennigen, welche d. Durchl. Chur- u. Fürsten zu Sachsen Ernesti- 
nisch- u. Albertinischen- Hauptlinien seit 200 Jahren haben prägen lassen. Frankfurt 
1705. 1714.— Württembergische Münz- u. Medaillenku. v. Chr. Binder, neubearbeitet 
v. Julius Ebner, Stuttgart, Kohlhammer 1904 ff. — Mar kl, M., D. Münzen, Medaillen 
u. Prägungen mit Namen u. Titel Ferdinand I. Prag 1896. — Liebe, G. S., Gotha 
Numaria sistens thesauri Fridericiani numismata antiqua aurea argentea aerea ea ratione 
descripta. Amstel. 1730. 



Wappen auf Münzen. 239 

großen Arbeiten), die unbekannten Augsburger Medailleure der Jahre 1519 
bis 1541 u. a. 

Ein Steinmodell wurde bereits zu der bekannten Medaille vom Jahre 
1514 mit dem Dürermonogramm benutzt. In Stein haben ferner schon ge- 
arbeitet Peter Flötner und wohl die meisten Nürnberger Künstler bis gegen 
1570. Die Steinmodelle wurden von den Wachsmodellen verdrängt, nur in 
Schlesien, Sachsen und Brandenburg hat man sie noch länger benutzt. 

Das älteste Wachsmodell ist (nach Erman, S. 9) das zu der Medaille 
Andreas I. von Valentin Maler vom Jahre 1569. Es ist nicht zu bezweifeln, 
daß Maler, Carl, sowie fast sämtliche Medailleure des 17. Jahrhunderts ihre 
Modelle in Wachs bossiert haben; von einigen, wie Knopf, Pfründt, Braun, 
wird uns dies übrigens ausdrücklich überliefert. 

Wenn schon im allgemeinen die Porträtähnlichkeit auf Münzen nicht 
eben hoch eingeschätzt werden kann, so ist dieses dem Familienforscher so 
fatale Verhältnis, wenn besondere Schwierigkeiten hinzutreten, noch übler. 
Aus Schwierigkeiten, die im Charakter Friedrichs des Großen begründet 
sind, ergibt es sich, daß die zahlreichen Münzen und Medaillen des 
großen Königs in bezug auf Porträtähnlichkeit sehr viel zu wünschen übrig 
lassen. 1 ) 

Ein auf Grund von Medaillen gearbeitetes Porträt -Prachtwerk erschien 
1909 im Verlag von B. Kühlen in M.- Gladbach unter dem Titel: „Album 
pontificale. Die Bildnisse der Päpste nach den Papstmedaillen, mit einer 
kurzen Papstgeschichte von Joseph Kardinal Hergenroether und einer 
Wappenrolle der Päpste, gezeichnet und erläutert von Hugo Gerard Ströhl". 
Dem Werk ist eine von Dr. von Bilgner in Rom verfaßte Geschichte der 
Papstmedaillen beigegeben, wie solche seit Martin V. aus dem Hause der 
Colonna (1418 — 1431) alljährlich zur Ausprägung gelangten. 

Münzen und Medaillen mit Wappendarstellungen gehen nicht so weit Wappen 
im Alter zurück wie Wappensiegel; denn während letztere bereits vom auf Münzen. 
13. Jahrhundert ab prächtige Kunstschöpfungen aufweisen, lag die Münzpräge 
noch ganz im argen, und höchstens einzelne Wappenfiguren, wie Löwen und 
Adler, lassen sich aus den Münzen jener Zeit für heraldische Kunstgeschichte 
verwerten. Erst mit dem Jahrhundert und in den Jahrzehnten der großen 
Erfindungen der Ölmalerei, der Kupferstecherkunst, der Buchdruckerei, kommen 
uns aus Italien die ersten Meisterwerke der modernen Medailleurkunst zu, 
während in Deutschland nicht früher als unter Kaiser Maximilian I. bedeu- 
tendere Schöpfungen dieser Art auftauchen. Freilich nimmt sie hier sofort, 
unterstützt durch den Reichtum der Nürnberger und Augsburger Patrizier 
und die Geschicklichkeit der Goldschmiede des 16. Jahrhunderts, in deren 
Händen die Graveurkunst damals lag, großartige Dimensionen an; und die 
Reihen von Familienmedaillen jener Zeit, fast alle auch wappengeschmückt, 



*) Menadier, HZJ V, 1901, S. 143 ff. Koser u. Seidel, D. äußere Erscheinung 
Friedrichs d. Großen, ebd. I, 1897, S. 87 ff. 



240 Wappen auf Münzen. 

zählen noch heute zu den kostbarsten Denkmälern altdeutschen Kunstfleißes 
auf diesem Gebiete. 1 ) 

Verkürzungen und sonstige Abweichungen von der gewöhnlichen He- 
raldik bieten gerade die Münzen besonders vielfach. Die bekanntesten Bei- 
spiele liefern die brandenburgischen Pfennige, auf denen häufig der mark- 
gräfliche Adler, durch den halben Adler, den Kopf oder den Flug allein ver- 
treten ist. Die schlesischen Brakteaten des 13. Jahrhunderts tragen außer 
dem ganzen Adler auch den wachsenden Adler, einen oder zwei Adlerköpfe, 
den Adlerflug oder gar die Adlerklaue. Auf den Nordhäuser Hohlpfennigen 
des 14. Jahrhunderts treffen wir bald einen ganzen Adler, bald einen halben 
Adler nebst seiner Krone, bald nur zwei Adlerköpfe unter der Krone. Die 
Mühlhäuser Pfennige zeigen bisweilen den ganzen Adler mit dem Mühleisen 
auf der Brust, bisweilen den wachsenden Adler über dem Mühleisen; doch 
begnügte man sich dort auch damit, das Mühleisen mit Adlerflügeln zu ver- 
sehen. 2 ) Auch auf den Goslarer Arenköppen des 15. Jahrhunderts wird der 
Adler lediglich durch den Kopf vertreten. In gleicher Weise zeigen die han- 
noverschen Kreuzpfennige die weifischen Herzöge in den Kreuzwinkeln um 
den Löwenkopf an Stelle des ganzen herzoglichen Wappens, und ebenso die 
Göttinger Pfennige Herzogs Albrecht des Fetten; auch tragen in späterer 
Zeit die Vierlinge der Stadt Braunschweig nur einen wachsenden Löwen. 
Die Laufenburger Münzen bringen den habsburgischen Löwen bald in voller 
Gestalt zur Anschauung, bald als wachsenden Löwen, bald nur als Löwen- 
kopf. Auf den Arnstedter Hohlpfennigen wechseln, abgesehen von den Adler- 
köpfen, der schreitende Löwe, der wachsende Löwe und der Löwenkopf. 
Dasselbe ist der Fall auch bei den landgräflich hessischen Münzen. Ebenso 
zeigen die Schleizer Pfennige der Herren von Lobdeburg bald den ganzen 
Ochsen, bald nur den Ochsenkopf. Wohin wir auch immer blicken, all- 
überall zeigt sich dieselbe Ungebundenheit und Freiheit von dem heral- 
dischen Zwange der neueren Zeit. 3 ) Außer dieser Ungebundenheit der 
Wappen begegnen uns aber auf Münzen auch direkte heraldische Fehler, und 
vor solchen hat sich der Forscher auf dem Gebiete der Familiengeschichte 
besonders zu hüten. Denn da häufig sich einzelne Linien einer Familie nur 
durch kleine Variationen des Wappens unterscheiden, kann eine falsche Prä- 
gung leicht zu starken familiengeschichtlichen Irrtümern führen. 

Im einzelnen bieten zum Studium der Heraldik auf Münzen Rentz- 



x ) Grenser, Die Numismatik auf d. heraldisch-genealogisch-sphragistischen Aus- 
stellung zu Wien 1878. JAW 1881, S. 159. — Friedensburg, F., Adelswappen auf 
schlesischen Bracteaten, Wien 1885; drs., Schlesiens Münzgeschichte im MA, Breslau 
1887—88. Ergänzungsbd. 1904. 

2 ) A. Erb st ein, Numismatischer Beitrag zur Geschichte d. Doppeladlers. AKDV, 
N. F. XI (1864) Sp. 28. Meine Schrift: Aus der Gesch. d. Reichsstadt Mühlhausen, 
1900, S. XVII u. T. V, Nr. 8. 

3 ) J. Menadier, Deutsche Münzen. Gesammelte Aufsätze III, 1895, S. 7 ff. Vgl. 
dazu auch Grote im Numismatischen Anz. 1872, S. 49 u. Seyler, Gesch. d. Heraldik, 
S. 746. 



Wappen auf Münzen. 241 

mann, Numismatisches Wappenlexikon des Mittelalters und der Neuzeit 
.(Berlin 1876) und Kau tzsch, Wappenbüchlein zur Erklärung von einfachen 
und zusammengesetzten Schildern und Kleinoden deutscher Gebietswappen, 
hauptsächlich auch solcher auf Münzen (2. Aufl., Leipzig 1903) nützliches 
Material. Wie sehr Numismatik und Heraldik Hand in Hand gehen, lehrt 
ein Blick in die Literatur. So erschien ein Aufsatz über „Alte und neue 
Heraldik" in Grotes Münzstudien. Eine unserer numismatischen Zeitschriften, 
die von Köhne, führt den Titel „Zeitschrift für Münz-, Siegel- und Wappen- 
kunde". Ebenso nennt sich die in Haag erscheinende „Heraldieke Biblio- 
theek" von Rietstap: „Tijdschrift voor wapen-, geslacht-, zegel- en penning- 
kunde". Prägungen der Edlen Herren v. Querfurt sind von den Brüdern 
Erbstein im Gerbstedter Schatz auf Grund heraldischer Untersuchungen nach- 
gewiesen. 1 ) Die Numismatik ist für die Heraldik auch deshalb ganz beson- 
ders wichtig, weil die Münzen datiert sind, was man von sonstigen heral- 
dischen Darstellungen keineswegs immer sagen kann. Dadurch können 
brauchbare Bausteine zur Spezialgeschichte einzelner Wappen gewonnen 
werden. So wird die Devise der Herren v. Salza „virtute paratur honor" 
zuerst vom Fürstbischof Jakob v. Salza auf Münzen geführt. Eine solche 
Münze ist abgebildet bei Friedensburg u. Seger, Schlesiens Münzen und Me- 
daillen der neueren Zeit, Breslau 1901, S. 43. 

Monographische Veröffentlichungen von Münzen einer einzigen Familie 
sind innerhalb Deutschlands, von den Familien fürstlichen Geblüts abgesehen, 
freilich nur ganz wenige publiziert. So erschien Nürnberg 1787 ein Numo- 
phylacium Welserianum, d. h. ein Verzeichnis aller Münzen und Schaustücke, 
die der Welsern zu Ehren geprägt wurden und auf denen Weiserische Namen 
oder Wappen stehen. 

In der Wiener numismatischen Zeitschrift erschienen u.a. durch Adolf 
Meyer: D. Münzen d. Freiherren Schutzbar, genannt Milchling, Bd. XII.; 
D. Münzen u. Medaillen der Herren v. Rantzau, Bd. XIV, XVI.; von Karl 
von Ernst, D. Schaumünzen der Familie Bachofen v. Echt, Bd. XXX. — 
W(ibel), F., Zur Münzgesch. d. Grafen v. Wertheim u. d. Gesamthauses 
Loewenstein-Wertheim v. d. Verleihung d. Münzrechtes (1363) bis zum Er- 
löschen desselben (1806), nebst geschichtl. Exkursen u. Verzeichnis d. sämt- 
lichen, diesen Geschlechtern u. ihren Besitzungen angehörenden Münzen u. 
Medaillen. Hamburg 1880. 



l ) Julius und Albert Erbstein, Z. mittelalterl. Münzgesch. d. Grafen v. Mans- 
feld u. d. Edlen Herren v. Querfurth. Dresden 1876, S. 19 ff. Z. Genealogie d. Edlen 
-Herren v. Querfurt vgl. Holstein u. v. Arnstedt in MG VI, 1871, S. 33 ff., 459 ff. 



Heydenreich, Handbuch der praktischen Oenealogie I. |5 



242 öffentliche Museen. 




Die Museen als familiengeschichtliche Hilfsmittel. 

öffentliche ~^^^^niE Archive und Bibliotheken, so sind auch Museen 1 ) für den 
Museen, fl^fffifa Familienforscher Fundgruben ersten Ranges, und zwar in der Gegen- 
wart in weit höherem Grade, als dies früher der Fall war. Denn 
seitdem die Museen den Übergang von der Kuriositätenliebhaberei 
zur wissenschaftlichen Systematik und der lehrhaften Grundrichtung durch- 
gemacht haben, sind sie Volksbildungsstätten 2 ) geworden, die auch für die 
Familienforscher eine Fülle der Belehrung darbieten. Auch die Grundsätze 
der Aufstellung in den Museen haben sich in den letzten Jahrzehnten ge- 
klärt. Man hat aufgehört, die Museen nur als Speicher anzusehen, welche die 
Gegenstände so gut wie möglich sichtbar machen. Auch dienen die Museen 
in den großen Städten jetzt nicht allein der Repräsentation. Die Aufstellung 
soll zum Verweilen und Betrachten, nicht zum Durcheilen einladen. Diese 
mehr auf das Studium gerichtete Aufstellung kommt auch demjenigen, welcher 
der Geschichte seines Geschlechtes nachgeht, zustatten. Zahlreiche Kata- 
loge 3 ), die von Jahrzehnt zu Jahrzehnt praktischer und nützlicher eingerichtet 
worden sind, erleichtern die Benutzung. Freilich darf der Familienforscher 
in den Museen, wie dies ja auch von den Bibliotheken und Archiven gilt,, 
nicht erwarten, daß der Stoff nach seinem persönlichen Bedürfnisse geordnet 
sei. Diese Bedürfnisse können sich wohl gelegentlich mit den Grundsätzen 
decken, nach denen die Aufstellung der einzelnen Stücke im Museum erfolgt. 
Aber in der Regel wird der Familienforscher aus der kultur- oder kunst- 
historischen oder chronologischen Aufstellung sich für seine Spezialarbeit 
den Einzelstoff erst zusammensuchen müssen. Für familiengeschichtliche 
Studien besonders ergiebig sind die Altertumsmuseen; aber auch die kunst- 
historischen und volkstümlichen Museen verdienen eingehende Berücksich- 
tigung. 

Eine geschickte Museumsleitung läßt die Museen nicht versteinern. Je 
nach den neuen Aufgaben, die jede neue Generation ihnen stellt, wandeln 
sie sich. Unter den neuen Museumstypen, die auf solche Art entstanden 



x ) Adreßbuch der Museen, Bibliotheken, Sammler u. Antiquare v. R. Forrer u. 
H. Fischer. Straßburg i. E. 1897. 

2 ) Die Museen als Volksbildungsstätten. Ergebnisse d. 12. Konferenz d. Zentral- 
stelle für Arbeiter-Wohlfahrtseinrichtungen. Mit 42 Abb. (= Sehr. d. Zentralstelle für 
Arbeiter-Wohlfahrtseinrichtungen. N. 25). Berlin 1904. — Wagner, E., Ü. Museen u.. 
ü. d. Großh. Staats- Slg. f. Altertums- u. Völkerku. in Karlsruhe (Veröff. d. Karlsruher 
Altertumsver.). Karlsruhe 1906. 

8 ) ü. Kataloge u. die sonstige museographische Literatur findet man am besten 
verzeichnet in d. Museumskunde, Zeitschr. für Verwaltung u. Technik öffentlicher u. 
privater Slg., herausgeg. von Karl Koetschau, Berlin (seit 1905). Für den Westen 
Deutschlands ist auf die „Museographie" der WZ zu verweisen. 



Familienmuseen. 243 

sind, haben die Heimatmuseen 1 ) ein besonderes Anrecht auf die Aufmerk- 
samkeit der Familienforscher. Wie sie die gesamte Geschichte der Heimat 
zur Vorführung bringen, so auch die der in derselben alteingesessenen und 
später in sie eingewanderten Geschlechter. Die wissenschaftliche Bearbeitung 
der Sammlungsgegenstände, die den Museen einen Rang neben den Akade- 
mien verschafft haben, sind vielfach auch dem Familienforscher direkt zugute 
gekommen. 

Diejenigen Museen, die der Aufbewahrung von Werken einzelner Meister 
dienen (Goethe-Museum in Weimar 2 ), Schiller-Museum in Marbach 3 ), Körner- 
Museum in Dresden 4 ), Schubart-Museum in Aalen 5 ), Thorwaldsen-Museum 
in Kopenhagen 6 ), Rauch-Museum in Berlin, Rietschel- und Schilling-Museum 
in Dresden, Ingres-Museum in Montauban u. a.), sind selbstverständlich Aus- 
gangspunkte des gründlichsten Studiums der Meister, deren Werke sie ver- 
wahren, enthalten aber auch über die Familien dieser Meister gelegentlich 
erwünschtes Material. 

Neben den Landes-, Provinzial- und Stadt-Museen stehen die beschei- Familienmuseen, 
denen, aber gerade für den Familienforscher besonders lehrreichen Familien- 
museen. Ich meine da nicht nur die umfangreichen Sammlungen über 
Geschlechter, die auf den Höhen der Geschichte wandeln 7 ), sondern auch 
die bescheidenen Sammlungen bürgerlicher Familien 8 ). Ein einziges Beispiel 
mag diese kleinen Sammlungen charakterisieren. Als Theodor Körners Eltern 
nach dem frühen Tode ihrer beiden Kinder in Berlin lebten, da hatten sie 
in ihrer Wohnung ein abgelegenes Zimmer, in dem die Erinnerungen an 
die früh entschlafenen Lieben, Theodor und Emma, aufbewahrt waren, die 
Bücher, die sie gelesen, die Briefe, die sie geschrieben, die Gebrauchsgegen- 
stände, die sie benutzt hatten, nicht zuletzt die Andenken an das kurze, 
ehrenvolle und tief tragische Kriegerleben des jungen Dichters. Von Zeit 
zu Zeit schlössen die Eltern die Tür zu dem geweihten Gemache auf und 
erneuerten im Anblick jener Zeugen vergangener Tage das Gedächtnis der 
Unvergeßlichen. 



!) Vgl. z. B. Behn über d. Heimatsmus. auf Föhr, Museumskunde 1998. 
2 ) Die Schätze des Goethe-Nationalmus. in Weimar. 60 photographische Auf- 
nahmen in Lichtdruck. Text von Ruland. Leipzig 1887—1888. 
») Das Schiller-Mus. in Marbach. Stuttgart 1906. 

4 ) Mirus, D. Körner-Mus. Weimar 1898. — Peschel, Körner-Bibliographie. 
Leipzig 1890. 

5 ) A. V., Das Schubart-Museum in Aalen, Stuttgarter Neues Tageblatt, 26. Nov. 1907. 

6 ) Einen Katalog des Thorwaldsen-Mus. verfaßte Müller (5 Sektionen, Kopen- 
hagen 1849—51). E. Slg. v. Lithographien (120) sämtl. Werke Thorwaldsens in d. Ord- 
nung, wie sie im Mus. aufgestellt sind, gab Holst im „Musee Thorwaldsen" (Kopen- 
hagen 1852). 

7 ) Kurt Roeder, Das Fugger-Museum in Augsburg, Illustrierte Zeitung 1908, 
Nr. 3370. 

8 ) Das Folgende nach Franz Blanckmeister, Familienku. u. ihre Pflege im 
Bürgerhause, Leipzig, Verl. v.Arwed Strauch. Vgl. auch Accelin, Adrien, Les archives 
domestiques et les livres de famille. Paris 1878. — C. M. [=Oraf Carl Montjoye], 
Einrichtung u. Ordnung v. Familienarchiven. Wien, St. Norbertus-Druckerei 1901. 

16* 



244 Familienmuseen. 

An Gelegenheiten, das Haus mit des Hauses Geschichte bekannt zu 
machen und den Kindern ein Kolleg über die Schicksale der Väter zu lesen, 
fehlt es nicht, sie bieten sich von selbst. 1 ) Wie man das macht, das schil- 
dert Frommel in seiner heitern Weise: „Alles, was sich von Wissenswürdigem 
aus alter und neuer Zeit im Jahre sammelt, kommt zusammen in eine blaue 
Schachtel, die am Silvester umgestürzt wird. Am Familientage, an dem aus 
Ost und West die Kinder und Geschwisterkinder väterlicher« und mütterlicher- 
seits zusammenkommen, wird der Stammbaum ergänzt, ein alter Fund mit- 
geteilt oder in seiner Echtheit nachgewiesen oder als Familiensage in einen 
rosenroten Kasten gelegt. Daneben halte ich auch ein besonderes Fach mit 
Schwarz überzogen, darin sind die Erinnerungen an die Heimgegangenen, 
Leichenreden und Andenken, getrocknete Blätter und letzte Briefe. Bei 
diesem Fache kommen dem Verfasser freilich manchmal Tränen in die Augen, 
aber das Memento mori auf dem Deckel tut allezeit Dienste." Und es 
braucht nicht Familientag zu sein, die Höhepunkte des Lebens laden einen 
Hausvater von selbst dazu ein, auf die Erinnerungen aus der Väter Tagen 
zurückzugreifen. Es ist Hochzeit im Hause, und ein altes Hochzeitskarmen 
aus den Tagen „als der Großvater die Großmutter nahm" wird bei Tafel 
herumgereicht und belustigt die Gäste. Es ist Kindtaufe, und das greise 
Oberhaupt der Familie, der würdige Großvater, bringt die Rede auf die 
lange Geschichte des alten Geschlechts, dem im Neugeborenen ein neues 
Reis entsprossen ist. 

Es ist oft nicht ganz leicht gewesen, Familienreliquien zu sammeln, 
und das ist nur gut; denn was Mühe gekostet hat, das bewahrt man um 
so sorgfältiger auf. Hat man nur Briefschaften und andere Papiere zu- 
sammengebracht, so legt man das am zweckmäßigsten in geeignete Mappen 2 ), 



J ) Eine vortreffliche Grundlage, den Familiensinn innerhalb der Familie zu pflegen, 
sind Familienchroniken, in die handschriftlich die wichtigeren Ereignisse der Familie 
eingetragen werden. Hierfür gibt es eine Anzahl von Vordrucken mit freigelassenem 
Papier, welche die Eintragung erleichtern und übersichtlich machen. Aus dieser Literatur 
seien genannt: Illustrierte Familien-Chronik, Verlag v. Graft, Braunschweig, 2. Afl. — 
Mein Stammbuch. Begründet von Carl Göhler, Leipzig. Unter Mitwirkung der Zentral- 
stelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte, Leipzig, Degener. — Familien- 
Chronik, hrsg. v. Wilpert. 3. Afl. Groß-Rochlitz, Wilpert. — Blanckmeister, Familien- 
chronik. — Leuschner, B., Familien-Genealogie. Ein Buch für Familiengeschichte u. f. d. 
Erziehung der folgenden Generationen. 3. Afl. — Dr. theol. Blanckmeister ist evangelischer 
Pfarrer in Dresden; Mitarbeiter des Buches von Leuschner ist Fürstbischof Kardinal 
Dr. Kopp in Breslau. 

2 ) Der Mentor -Verlag, G. m. b. H., Berlin-Schöneberg, Bahnstr. 29/30, versendet 
ein „Mentor-Familien-Archiv" komplett 20 M. Dieses besteht aus einer Kassette zum 
Aufbewahren der sämtlichen Formulare; „Stammtafelformulare", 10 für Söhne, 10 für 
Töchter, 10 für Ehefrauen; Muster einer Stammtafel; 10 Ahnentafeln zum Ausfüllen; 
Frage- und Konzept-Formulare und zwar 10 Exemplare für männliche und 20 Exem- 
plare für weibliche Familienmitglieder; 15 Mappen zur Aufbewahrung von Dokumenten; 
weiter 10 Stammtafel-Formulare und eine „Anleitung zur Anlage eines Familienarchivs 
mit besonderer Berücksichtigung der Mentor-Familienarchiv-Formulare" (8 Seiten 8°). 
Die einzelnen Abteilungen dieses „Mentor-Familien-Archivs" sind auch, je zu mindestens 
10 Stück, einzeln käuflich. 



Vereinsmuseen. 245 

andere Gegenstände, z. B. Photographien, von denen eine jede auf der Rück- 
seite deutlich Namen und Zeit aufweisen sollte, in passende Kästchen. Für 
größere Bilder empfiehlt es sich, sie im Zimmer aufzuhängen. Verfügt man 
über reicheres Material, so birgt man seine Schätze vielleicht in einer Truhe, 
wie sie jetzt wieder modern geworden sind, oder man läßt sich ganz nach 
eigenem Bedürfnisse einen Schrank aus Eichenholz machen mit der Auf- 
schrift „Familienarchiv", der dem Wohnzimmer oder dem Studierzimmer oder 
gar dem Salon zur Zierde gereicht. Nimmt die Sammlung noch größere 
Ausdehnung an, dann räumt man wohl ein kleines oder großes Zimmer des 
Hauses zum Hausmuseum ein und richtet es nach dem Vorbild unserer 
öffentlichen Sammlungen und Museen ein. Oder ist der Gedanke zu kühn? 
Die Schiösser und Villen der vornehmen Welt sind geräumig genug, und 
als Haus- und Familienmuseum dürfte mancher Raum eine vorzügliche Ver- 
wendung finden. Ich sollte meinen, es müßte ein stolzes Gefühl für einen 
Hausherrn, eine Hausfrau sein, einen Gast in die Familienhalle zu führen, 
und nirgends müssen sich Jubiläen und sonstige Hochfeste der Familie 
weihevoller begehen lassen, als in solch einem Raum, wo man von den 
Geistern der Ahnen umgeben ist. 

Von diesen kleinen Familienmuseen bis zu den großen Fürsten- und veretasmuseen. 
Staatsmuseen ist ein weiter Weg. Zahlreiche Zwischenstufen ergeben sich, 
die je nach der Anlage für den Familienforscher von größerem oder ge- 
ringerem Interesse sind. Von besonderem Wert sind die Sammlungen der 
Altertumsvereine, auch wenn sie nicht so umfangreich sind, daß sie zur 
Gründung eines Museums führen. Diese Vereine umfassen meist nur einen 
kleineren Landesteil (Provinz, Gau) und gehören zu den lokalgeschichtlichen 
Gesellschaften. 1852 schufen sich diese Altertumsvereine ihren Mittelpunkt 
in dem „Gesamtverein der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine", 
dessen Geschäftsleitung seit 1885 zu Berlin ist, und begründeten das „Ger- 
manische Museum" in Nürnberg, sowie das „Römisch-Germanische Zentral- 
museum" in Mainz. Neuerdings traten diesen Vereinen die Anthropologi- 
schen Gesellschaften und die Vereine für Volkskunde tatkräftig zur Seite. 
Besonders reich an Altertums- und Museumsvereinen ist Österreich. Erwähnt 
seien das Johanneum in Graz (seit 1810), das vaterländische Museum zu 
Prag (1816), das Ferdinandeum zu Innsbruck (1823), das Francisceum zu 
Brunn, der kärntnerische Provinzialverein zu Klagenfurt und der steirische 
zu Graz, vor allem aber die durch ihre zahlreichen wertvollen Veröffent- 
lichungen hervorragende „K. K. Zentralkommission zur Erhaltung und Er- 
forschung der Baudenkmäler" in Wien, deren Tätigkeit sich neuerdings auf 
die gesamten Kunst- und Altertumsdenkmäler ausgedehnt hat. In dem an 
Altertümern überreichen Skandinavien ist zu nennen die „Kgl. Gesellschaft 
für Nordische Altertumskunde" in Kopenhagen (seit 1825). Die ältesten 
Altertumsvereine hat England aufzuweisen, wo bereits 1572 die „Society of 
antiquaries" gestiftet wurde. Unter den zahlreichen Vereinen Frankreichs 
ragt die „Societe des antiquaires de France" (seit 1814) hervor. 



246 Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg. Das Hohenzollern museum. 

DasOermanische i m Germanischen Nationalmuseum zu Nürnberg 1 ) interessieren den 
N f„ ri0 Nümb U erg m Fa mi,ienforscher insbesondere die über 25000 Exemplare umfassende Siegel- 
sammlung, die 1902 durch die von Kaiser Wilhelm II. angekaufte und dem 
Museum geschenkte Posse'sche Sammlung deutscher Kaisersiegel einen wert« 
vollen Zuwachs erhielt, ferner die Sammlungen der Münzen und Medaillen 
(etwa 21500 Stück), die zu den glänzendsten Teilen des Museums gehören, 
sowie der Kupferstiche (30000 Stück), die Glasgemälde und Grabdenkmäler. 
Was die Siegelsammlung betrifft, so wird sich der Familienforscher nicht 
sowohl an die erste Abteilung wenden, die in chronologischer Ordnung den 
Entwickelungsgang der formellen Seite der Sphragistik zeigen soll, als viel- 
mehr an die zweite Abteilung. Diese soll mit möglichster Rücksicht auf 
Vollständigkeit die Siegel der einzelnen Familien und ihrer Glieder, der 
Serien der Fürsten, Bischöfe, Äbte und Städte aufweisen. Auf die stattliche 
Reihe der Kaisersiegel folgen die verschiedenen größeren und kleineren 
Reihen der Dynastensiegel, wobei die Familien in alphabetischer Reihenfolge, 
die Siegel innerhalb der Familie teils nach Linien, teils einfach chronologisch 
gelegt sind. Die weltlichen Fürsten schließen sich, wiederum in alphabeti- 
scher Reihenfolge, die Bischöfe und reichsunmittelbaren Äbte, innerhalb jeder 
einzelnen Serie gleichfalls chronologisch geordnet, an; dann der niedere 
Adel, die Patrizier und die Bürgerlichen, einfach alphabetisch geordnet und, 
wo sich von einer Familie Serien finden, diese in chronologischer Reihen- 
folge. Zu der Sammlung der Grabdenkmale gehören auch etwa 100 Ori- 
ginalbronzeepitaphien, die auf Nürnberger Friedhöfen aufgestellt waren, aber 
von ihrer Stelle weichen mußten, um neuen Denkmälern Raum zu gewähren. 
Diese ganze Sammlung soll in ihrer chronologischen Ordnung den Ent- 
wicklungsgang der Grabmonumente zeigen, zugleich aber auch eine „Wal- 
halla" werden, in der sich die ganze Geschichte Deutschlands und seiner 
großen Männer treulich wiederspiegelt. Die Benutzung aller dieser Schätze 
wird durch einen „Wegweiser" durch das ganze Museum und außerdem 
durch Spezialkataloge für mehrere Abteilungen erleichtert. 
Das Hohen- Der Direktor des Hohenzollern-Museums und Dirigent der Kunst- 

ZO, in r Be , r U iin! im Sammlungen in den königlichen Schlössern Prof. Dr. Paul Seidel in Berlin 
hat in dem von ihm redigierten Hohenzollern-Jahrbuch eine stattliche Reihe 
von Schaustücken jenes Museums veröffentlicht, die augenfällig zeigen, eine 
wie reiche Fundgrube familiengeschichtlichen Stoffes, namentlich für das 
Geschlecht der Hohenzollern, daselbst vorhanden ist. Außer allerhand Ge- 
brauchsgegenständen, wie Bechern, Dosen, Gläsern, Petschaften, Pokalen, 



*) Vgl. außer den Jahresberichten des Germanischen Nationalmus. zu Nürnberg 
Hektor, Gesch. d. Germanischen Nationalmus. v. seinem Ursprung bis z. J. 1862 
(Nürnberg 1863); Essenwein, D. Germanische Nationalmus., dessen Bedarf usw. (ebd. 
1884); Leitschuh, Franz Friedrich, D. Germanische Nationalmus. in Nürnberg. 
Illustrationen nach Photographien v. Christoph Müller. Bamberg 1890 (= Bayerische 
Bibl., begründet u. herausgeg. v. Karl v. Reinhard, Pattner 8: Karl Trautmann, 9. Bd.). — 
Hampe, D. Germanische Nationalmus. v. 1852—1902. Festschr. z. Feier seines fünfzig- 
jährigen Bestehens. Leipzig 1902. 



Das Hohenzollernmuseum in Berlin. Das Bayerische Nationalmuseum in München. 247 

Schlüsseln, Waffen usw., die uns die einzelnen Mitglieder des Geschlechts 
menschlich näher bringen und die im Laufe der Zeit sich immer zahlreicher 
eingefunden haben und neuerdings neu aufgestellt worden sind (Seidel, 
Paul, Veränderungen und neue Erwerbungen im Hohenzollern - Museum 
HZJ 1899, 258ff.), kommen zahlreiche Ölgemälde, Kupferstiche, Miniatur- 
bildnisse, Marmorbüsten, Bronzeplaketten, Schaumünzen und Medaillen in 
Betracht. Beispielsweise sei eine vergoldete, mit Diamanten besetzte Tafel 
mit 28 Miniaturbildnissen, darunter denen Friedrichs des Großen und meh- 
rerer seiner Geschwister, erwähnt, abgebildet HZJ 1899, 262. Die Sammlung 
der Miniaturbildnisse im Hohenzollern-Museum, über die Paul Seidel im 
HZJ 1904, 231, handelt, hat in den letzten Jahren bedeutende Vermehrungen 
durch Überweisungen der Königlichen Museen erfahren. Es handelt sich 
dabei um Mitglieder unseres Kaiserhauses und um solche Personen, die sich 
um dasselbe verdient gemacht haben. Auch die eigenhändigen Nieder- 
schriften einzelner Hohenzollern, die Grundrisse und Abbildungen der von 
ihnen benutzten Wohnstätten, Schlösser und Parkanlagen sind dem Familien- 
forscher von Interesse. Besondere Erwähnung verdienen noch die Miniatur- 
malerei zu einer Genealogie, abgebildet mit dem Titel „triomphe genealogique 
de l'Auguste Maison de Nassau" HZJ 1898, S. 189, und die Totenmasken, 
auf die ich als auf beachtenswerte Beiträge zur Porträtkunde besonders auf- 
merksam machen möchte (vgl. die Abbildungen HZJ 1905), sowie die Ver- 
mehrung des porträtkundlichen Materiales durch die Deutung eines Öl- 
gemäldes von Lukas Cranach d. J. (vgl. Seidel, Paul, Die Taufe Christi 
mit den Bildnissen des Markgrafen Johann von Brandenburg-Küstrin, seiner 
Gemahlin und seiner Freunde, HZJ 1907, 275 ff.). Die Sammlungen zur 
Geschichte der Hohenzollern sind so reichhaltig, daß sie wiederholt Ver- 
anlassung gegeben haben, Ausstellungen zu veranstalten, so die der Sammlung 
Friedrichs des Großen in den Repräsentationsräumen des deutschen Hauses 
auf der Pariser Weltausstellung und die von der Königlichen Akademie der 
Künste in Berlin in ihrem Gebäude veranstaltete historische Ausstellung zur 
Feier des königlich preußischen Kronjubiläums im Jahre 1901. 1 ) 

Im Bayerischen Nationalmuseum zu München ist an familiengeschicht- Das Bayerische 
lichem Material zunächst eine große Fülle von Bildnissen zu erwähnen. "ftSKT 
Hier steht das Geschlecht der Witteisbacher naturgemäß obenan; aber auch 
andere Porträts aus allen Ständen schließen sich an. Neben einer langen 
Reihe von Ölgemälden, die uns die Vertreter des Hauses Witteisbach aus 
allen Epochen der Weltgeschichte vorführen, befindet sich „das kostbare 
Denkmal, das Carl Albert der Genealogie der verschiedenen Herrscherhäuser 



J ) Paul Seidel, Französische Kunstwerke des XVIII. Jht. im Besitze Seiner Majestät 
des deutschen Kaisers und Königs von Preußen; Geschichte der Erwerbung u. Verz. 
mit 14 Radierungen u. zahlreichen Zeichnungen v. Professor Peter Halm. Berlin u. 
Leipzig 1900. Ebendort Paul Seidel, Die Kunstsammlungen Friedrichs d. Gr. auf d. 
Pariser Weltausstellung 1900. Beschreibendes Verz. mit 45 Abb. nach Radierungen u. 
Zeichnungen v. Peter Halm. — Paul Seidel, Zwei Hohenzollern-Ausstellungen, 
HZJ 1901, 211 ff. 



248 Das „Grüne Gewölbe" in Dresden. Familiengesch. Materialien in Museen. 

in Bayern ließ. Wir haben hier in architektonischer Umrahmung 63 Intaglios 
in blauen Bergkristall geschnitten, welche die Brustbilder der Regenten Bayerns 
von Theodo I. bis auf Carl Albert darstellen". Es ist bekannt, daß die 
Künstler bei Darstellungen von Vorkommnissen der Geschichte des Reiches 
Gottes die Physiognomien gelegentlich ganz bestimmten Personen entnahmen; 
solche Kunsterzeugnisse bieten dem Familienforscher hocherwünschte Beiträge 
zur Porträtkunde. Ein im Bayerischen Nationalmuseum aufbewahrtes Bei- 
spiel hierfür ist ein Abguß des Abendmahles von A. Kraft (1501) mit Porträt- 
figuren von Nürnberger Patriziern. Erwähnenswert sind ferner die Medaillen 
von Silber, Bronze, Perlmutter, Gips und ganz ausgezeichnete Ölminiaturen 
von fürstlichen und anderen auf dem Gebiete des Geistes oder des politi- 
schen Lebens hervorragenden Persönlichkeiten, dazu als Gebilde der Bossier- 
kunst in Wachs die sehr schönen, im Jahre 1593 im Geschmacke der 
Jamnitzer gearbeiteten Brustbilder der Nürnberger Patrizier und Ratsherren 
Hieronymus Paumgartner, Andreas Imhoff, Bartholomaeus Pömer, Julius 
Geuder von Heroltzberg, Hans Welser, Joachim Nützel, Christof Fürer von 
Hamendorf und Paulus Harsdorffer. Die Fenster sind von Familienwappen 
geschmückt; besonders schön sind die Wappen des bayerischen Herzogs 
Ernst, Bischofs von Freysing, Hildesheim, Lüttich, Münster und Erzbischofs 
und Kurfürsten von Köln, vom Jahre 1589, ferner das des Octavian Schrenkh 
von Nozing 1585, des Bartholomäus Vischer von Regensburg, des Hans 
Ludwig Trainer von Regensburg usw. 
Das „Grüne Zu den Museen gehört auch das „Grüne Gewölbe", d. i. die Königliche 

°Dresden " Schatzkammer in Dresden, eine seit nun bald zweihundert Jahren Weltruf 
genießende und im vollsten Sinne des Wortes unschätzbare Sammlung von 
Juwelen, Geschirren aus Gold, Silber und edlen Steinen, Prunkstücken aller 
Art, kostbaren Waffen, Emaillen, Mosaiken, Elfenbeinarbeiten, Holzschnitze- 
reien und Bronzen. 

Eine lange Reihe von Gegenständen ist hier vereinigt, die von den ein- 
zelnen Mitgliedern des fürstlichen Hauses Sachsen Albertinischer Linie gebraucht 
oder als Geschenke und Andenken aufbewahrt worden sind. Ich erwähne 
beispielsweise eine Folge der besten Porträtsmedaillen der sächsischen Fürsten 
Albertinischer Linie von Herzog Albrecht dem Beherzten an und eine Reihe 
schönster Medaillen italienischer und anderer, besonders deutscher Meister 
des 16. und 17. Jahrhunderts. Bei einer Sammlung wie dem Grünen Ge- 
wölbe kommt nicht nur ein reiches Material zur Geschichte des Fürsten- 
hauses zusammen, dem die Sammlung gehört, sondern auch zahlreiche Stücke, 
die das Verhältnis des Fürstenhauses zu seinen Untertanen erläutern. So 
finden sich im sogenannten Silber- oder Buffetzimmer unter anderem auch 
zwei silberne Ehrenschilde, deren einer dem 1871 aus Frankreich siegreich 
heimkehrenden Kronprinz Albert von den Landständen des Meißner Kreises, 
deren anderer ihm von den Landständen des Bautzner Kreises gewidmet wurde. 
Familien- Im folgenden stelle ich in alphabetischer Reihenfolge von Museen noch 

Materialien in eine Anzahl der von diesen verwahrten familiengeschichtlichen Materialien 
Museen, zusammen. 



Familiengesch. Matrin. in Museen: Antwerpen, Bautzen, Berlin, Breslau, Budapest. 249 

Antwerpen. Das Museum Plantin-Moretus besitzt eine vom Konser- 
vator Max Rooses katalogisierte Sammlung von Porträts nach Rubens, eine 
Sammlung von allen Regenten und Prinzen von Brabant, e. recueil de por- 
traits: ducs de Brabant, forestiers et comtes de Flandre, Lusitaniae regum, 
comtes de Hollande, veterum medicorum, des peintres de l'ecole flamande 
en phototypie, publ. p. Jos. Maes, sowie e. Slg. v. inscriptions funeraires 
et monumentales de la province d'Anvers, dazu e. Anzahl alter, gedruckter 
Porträtsammlungen, hierüber zahlreiche genealogische Arbeiten, darunter 
Martin, Les Genealogies des forestiers et comtes de Flandre. — Ch. de 
l'Epinoy, Recherches des antiquit. et noblesse de Flandre. 

Bautzen. Stiebermuseum: Hypothekenbuch (von 1424 — 1504); Lei- 
chenpredigten, Hochzeitsgedichte; Stammbücher; Gersdorff'sche Familien- 
Nachrichten, Quedlinburg 1818 (am Schluß Nachträge mit Tinte zu S. 68, 
Nr. 149, und zu S. 88); Dr. Probst's Testament, 17. Oktober 1792; 8. März 
1793. 

Berlin. Über das Hohenzollernmuseum vgl. oben Seite 246. Das 
Kaiser -Friedrich -Museum enthält in seinen Bildnissen einen reichen 
familiengeschichtlichen Stoff. Mit Bezug auf die dargestellten Personen (nicht 
der Künstler) seien hervorgehoben 3 Augsburger, 4 kölnische, 12 sächsische 
und 9 würzburgische Bildnisse aus d. 16. Jht, 23 Amsterdamer aus d. 16. 
u. 17. Jht., 9 Haarlemer, 6 Antwerpener aus d. 16. u. 17. Jht, 10 floren- 
tinische aus d. 15. Jht., 11 florentinische, 18 venezianische aus d. 16. Jht. 
Dazu zahlreiche Miniaturen, z. B. 3 sächsische u. 3 Wiener, u. Plastiken, 
z. B. 28 florentinische u. 23 bolognesische. Zu den Sammlungen des in 
diesem Museum verwahrten Kgl. Münzkabinetts zählen außer den Münzen, 
die nur für genealogische Fragen der Fürsten und Dynastengeschlechter, und 
andererseits der Stempelschneider, Münzmeister und sonstigen Beamten in 
Frage kommen, die jettons und Rechenpfennige, die zunächst auch Münz- 
und Finanzbeamte bekunden, aber darüber hinaus das Andenken zahlreicher 
anderer Beamtenreihen (Bürgermeister, Universitätsdekane) und einzelner 
Privatpersonen festhalten, die Ratsmedaillen verschiedener Städte (z. B. Ham- 
burg, Emden, Nürnberg, Augsburg), die zahlreichen Privatmedaillen seit Be- 
ginn des 1 6. Jahrhunderts und eine geringere Anzahl von Siegelstempeln und 
Siegelsteinen vom Beginn des 14. Jahrhunderts an. — Clemen, Paul Martin, 
D. Kaiser- Friedrich -Museum zu Berlin (in Gemeinschaft mit Adolf Gold- 
schmidt, Ludwig Justi und Paul Schubring. Leipzig 1904 (zugleich 
als Heft 2 der Zeitschrift für bildende Kunst, NF XVI, 1905). 

Breslau. Das Schlesische Museum f. Kunstgewerbe u. Alter- 
tümer besitzt e. sehr bedeutende Slg. v. Siegeln, Siegelabdrücken u. Pet- 
schaften, sowie eine heraldisch-sphragistische Bibl. Ziemlich vollständig ver- 
treten sind darunter d. Siegel d. schlesischen Adels. 

Budapest. Ungarisches Nationalmuseum. Deponiert sind die Ar- 
chive der Familien Bekassy, Grafen Berenyi, Grafen Bethlen, Bossänyi, Bükk, 
Dancs, Graf Daniel Esterhäzy, Grafen Forgäch, Hamvay, Ibranyi, Barone 
Jeszenäk, Källay, Kisfalady, Mariässy, Motesiczky, Graf Karl Pongräcz, Grafen 



250 Familiengeschichtl. Materialien in Museen: Celle, Detmold, Dresden. 

Rhedey, Soos, Szily, Torma, Just von Neczpäl, Görgei, Beniczky, Dobos, 
Barone Hellenbach, Kapy, Kende von Kölcse und Meski. ASL NF XXIII. 
Ü. d. Urkundenslg. vgl. MIÖO IX, 461 ff. 

Celle. Vaterländisches Museum. Hier eine Sammlung von Wappen- 
fenstern, gestiftet von 167 Hannoverschen Adelsfamilien, dann weitergeführt 
für adlige u. bürgerliche Geschlechter. Vgl. DH 1909, Nr. 6. Diese Samm- 
lung wird fortdauernd vermehrt. Vgl. hierzu auch Stephan Kekule von Stra- 
donitz, Die Wappenku. in den Museen als Hilfsmittel kunstgeschichtlicher 
Forschung, Museumsku., Bd. IV. 

Detmold. Für d. Mus. hat Prof. Dr. Weerth e. Slg. v. Siegelstempeln 
zusammengebracht, die fast ausschließlich solche v. Mitgliedern d. regieren- 
den Hauses u. v. Behörden sind. Wappen v. Adels- u. Bürgergeschi, kom- 
men im Mus. vereinzelt — auf gemalten Fenstern, an Möbeln, Füllungen, 
Kaminen usw. — vor. Prof. Dr. Weerth hat privatim seit Jahren e. Slg. von 
Notizen z. Genealogie vorwiegend lippischer Geschl. angelegt, in d. bis jetzt 
etwa 700 Familien vertreten sind. Diese Slg. besteht aus Kirchenbuchaus. 
zügen u. archivalischen Notizen. Wo es möglich war, hat Prof. Dr. Weerth 
auch Stammbäume zusammengestellt, die bisher nicht veröffentlicht sind. 

Dresden. Über d. Grüne Gewölbe im Königlichen Schloß vgl. oben 
Seite 248. — Das Museum des Königlich Sächsischen Altertums- 
vereins und die damit verbundenen Sammlungen des Vereins für säch- 
sische Volkskunde im Palais des Königlichen Großen Gartens enthalten 
e. Anzahl v. Grabdenkmälern aller Arten, darunter auch Totenschilde, sowie 
Wappen, teils als Tonbildnereien, teils auf Altarflügeln, Glas, Stickereien, 
Ofenkacheln u. Hausgerät, Siegel, Münzen, Medaillen. Einen Führer durch 
dieses Museum schrieb Otto Wanckel, neubearbeitet von A. v. Eye. Dresden 
1895. — D. Stadtmuseum im neuen Rathaus bietet eine reiche Slg. von 
Photographien, Büsten u. Bildnissen v. Personen, die sich um Dresden Ver- 
dienste erworben haben, ferner e. ganze Reihe in Holz geschnitzter u. be- 
malter Totenschilde v. d. Begräbnisstätten sächsischer Adliger aus d. Sophien- 
kirche: v. Carlowitz, Hoe v. Hoenegg, Pflug, Trotha, Vitzthum v. Apolda, 
Vitzthum v. Eckstädt usw. Hierzu kommen Grabdenkmäler, wie d. Familien 
Martinsen u. Benad vom alten Eliasfriedhof, des Dresdner Chronisten Anton 
Weck aus d. Petrikirche zu Bautzen u. d. Grafen Günter v. Bünau (f 1 562). 
— D. Kunstgewerbemuseum besitzt e. reichhaltige Siegelabgußslg. sowie 
einzelne Gegenstände wie Glasfenster, Porzellane, Fayencen, Stickereien, Holz- 
schnitzereien mit Wappen. — Körnermuseum u. -Stiftung s.o. S. 243. — 
Der Katalog der Kgl. Gemäldegalerie zu Dresden von Karl Woermann 
(Dresden, wiederholt aufgelegt) nennt u. a/ folgende Bildnisse: Maler Bernard 
van Orley (gemalt von Albr. Dürer), Chr. Fürchteg. Geliert, Chr. Hnr. Voigt, 
C. G. Hommeyer, Jean Jacques Mesmer, C. W. Ferd. v. Funck, J. G. Boehme, 
E. Platner (sämtl. v. Anton Graff), Karl Foerster u. Frau Louise Förster (v. Karl 
Vogel v. Vogelstein), Franz u. Anna Poppe, Joh. Fr. Dinglinger u. Joh. Melchior 
Dillinger (sämtl. v. Sophie Fried. Dinglinger) u. d. Selbstbildnisse v. Rem- 
brandt, Anton Graff, Traug. Leber. Pochmann u. d. Sophie Friederike Dinglinger. 



Familiengeschl. Matrl. in Museen : Frankfurt, s'Gravenhage, Halberstadt, Hermannstadt. 251 

Frankfurt a. M. Das Städtische Historische Mus. besitzt reiches heral- 
disches Material z. Frankfurter Familiengesch. u. eine große SIg. v. Porträts 
Frankfurter Persönlichkeiten. 

s'Gravenhage (Haag). Ü. d. Schätze des Gemeindemus. orientiert gut 
A. J. Servaas van Rooyen, Catalogus der Geschied- en Oudheidkundige Voor- 
werpen van het Gemeente-Museum van 's-Gravenhage (Selbstverlag d. Mu- 
seums 1908). Den Familienforscher interessieren besonders d. Abteilungen: 
„Huis van Oranje- Nassau" u. „Beroemde mannen en bijzondere personen". 
Wertvoll ist auch die von Raoul Tissot angelegte u. dem Mus. geschenkte 
Schöffensiegelsammlg. (Namen der Schöffen mit Zeitangabe, S. 14ff. des Ka- 
talogs). 

Halberstadt. Architektur-Museum in dem Kreuzgang 1 ) d. Liebfrauen- 
kirche: bes. Grabsteine u. Bruchstücke d. vor einigen Jahren abgebrannten, 
aus der zweiten Hälfte des 16. Jhts. stammenden Fachwerkbaues. Namen, 
Wappen u. Hausmarken hieraus stellte Petiscus, ASW VIII 1908, S. 146 ff., 
zusammen. 

rlertnannstadt in Siebenbürgen. D. Baron Brukenthalische Mus. 
besitzt A) e. Handschriftensammlung, die viel familiengeschichtliches 
Material enthält, z. B. 1. Das Brukenthalsche Hausarchiv, 18. u. 19. Jht., 
einzelne Stücke auch aus früherer Zeit; viele Briefe. — 2. Die Freiherr L. 
v. Rosenfeld'sche Slg.; sehr reich, viel Genealogisches. — 3. J. K. Schullers 
SIg.; darin viele Briefe an u. von deutschen Gelehrten, 19. Jht. — 4. Baron 
Oeringers Slg.; enth. auch viele Briefe, 18. Jht. — 5. Joh. Filtschs Slg. ; enth. 
viele Briefe, bes. d. Korrespondenz des Göttinger Dozenten Hißmann, eines 
Freundes Dohms; 18. Jht. — 6. Steph. Ludw. Roths Slg.; darin mancherlei 
Mitteilungen u. Briefe betr. die Einwanderung von Württembergern nach 
Siebenbürgen, Mitte des 19. Jhts. — 7. Mehrere Sammlungen betr. d. Her- 
mannstädter Freimaurerloge, 18. Jht. — 8. Akten u. Verzeichnisse ü. d. Ein- 
wanderung österr. Protestanten nach Siebenb. (Transmigranten, Exulanten), 
18. Jht. — 9. Stammbücher v. Studenten, die deutsche Hochschulen im 17., 
18., 19. Jht. besuchten. — 10. Hausbücher, 18., 19. Jht. — 11. Hochzeits- 
karmina u. Todesanzeigen, 17., 18., 19. Jht. — 12. J.A.Zimmermanns u. F. 
J. Zimmermanns reiche Handschriftenslg. ; darin viel familiengeschichtl. Ma- 
terial, auch eine Slg. v. Stammbäumen siebenbürgisch- sächsischer Familien. 
(J. A. Z. war zuletzt Präsident des Wiener ev. Oberkirchenrates, sein Sohn 
F. J. Zimmermann war Archivar der sächs. Nation u. der Stadt Hermann- 
stadt.) — 13. Zunftbücher u. Zunfturkunden, 16., 17., 18., 19. Jht. — 14. 
Kirchenbücher u. a. m. — B) eine Münzsammlung, darin u. a. auch viele 
Denkmünzen. — C) eine größere Bibliothek; in den älteren Büchern 
finden sich viele familiengeschichtl. Notizen auf d. Deckblättern u. Vorsteh- 
blättern; sie betr. natürlich vornehmlich Siebenbürger, aber auch Ungarn, 
-Österreicher, Deutsche (im politischen Sinne verstanden) und andere Aus- 

l ) Wie in Halberstadt, so haben sich auch in anderen Städten wie Augsburg, 
Freiberg i. Sa., Leipzig, Nürnberg, die Kreuzgänge der Gotteshäuser als geeignete 
-Sammelräume erwiesen. 



252 Familiengesch. Matrin. in Museen: Klosterneuburg, Köln, Leipzig, Lemberg. 

länder; selbstverständlich finden sich auch viele Ex libris- Zeichen in den 
Büchern ; der Gründer der Bibliothek u. des ganzen Mus., Gouverneur S. v. 
Brukenthal, vermehrte seine Bücherbestände insbes. im Wege der Wiener 
Antiquariate; später kamen durch Schenkung die dortige alte, ins 15. Jht. 
zurückreichende Ratsbibl. u. viele private Bücherslgn. hinzu. — D) e. Ge- 
mäldeslg., 1290 Bilder umfassend. — E) e. Altertumsslg., d. u. a. auch 
Grabdenkmäler enthält. 

Klosterneuburg. Das Mus. besitzt e. Siegeisig, v. zirka 500 St. in 
6 Hauptgruppen: 1. Regenten, 2. Klerus, 3. Adel u. Bürger, 4. Städte u. 
Mächte, 5. Universitäten, 6. Ämter, Zünfte, Gesellschaften. Vgl. d. Katalog: 
Die Schatzkammer u. d. Kunstslg. im Chorherrnstifte Klosterneuburg. Wien 

1889. 

Köln. Städtisches Museum Wallraf-Richartz. Von den Bildnissen 
seien beispielsweise genannt die von Heinrich Cornelius Agrippa v. Nettes- 
heim, geboren zu Köln 1486, von Wallraf, d. Begründer d. Slg. (* 1748, 
f 1824), von Aloys Senefelder (1771 — 1834), von Regierungs-Präsident Hnr. 
v. Wittgenstein (* 20. April 1797, f 29. März 1869), von Kommerzienrat 
Joh. Hnr. Richartz, dem Stifter d. Museumsgebäudes (f 17. Nov. 1797). E. 
Verz. d. Gemälde erschien Köln 1906. 

Leipzig. Das Museum der bildenden Künste auf dem Augustus- 
platz enthält Porträtbüsten z. B. von dem Bildhauer Ernst Julius Hähnel 
über Dr. Karl Lampe, Dr. Herrn. Theobald Petschke u. a. u. Porträts z. B. v. 
d. Porträtmaler Anton Graff ü. Joh. Hnr. Küstner, Hans Gotth. v. Globig, 
Frau Katharina Kanne (Käthchen Schönkopf). In der „Gedächtnishalle von 
Wohltätern Leipzigs" sind u. a. aufgestellt Ölgemälde d. Bürgermeisters Dr. 
Otto Koch u. d. Oberbürgermeisters Geh.-Rat Dr. Otto Georgi u. Justizrat 
Dr. Bruno Tröndlin. Nähere Angaben in d. v. Theod. Schreiber geschriebenen 
„Verzeichnis der Kunstwerke im Museum der bildenden Künste zu Leipzig", 
Leipzig 1903. Das Museum im alten Rathaus enthält e. wertvolle Por- 
trätslg., sowohl Gemälde, als auch Kupferstiche; zahlreich sind Werke Ant. 
Grafts vertreten. Als Glasgemälde ist d. Bildnis v. Hieron. Lotter 1556 in 
ganzer Figur zu erwähnen. Bes. stattlich ist d. Reihe v. Gemälden, welche 
Leipziger Stadtrichter darstellen. Außerdem gibt es eine Anzahl von Me- 
daillen z. B. auf Cornelius Stockmann, Dichter in Leipzig 1 802, auf Christiane 
Mariana v. Ziegler, Dichterin 1733 u. auf d. Leipziger Professoren Georg v. 
Breitenbach (Jurist, Mitte des 16. Jht.) u. Joh. B. Carpzow (Theolog, 1639 
bis 1699). 

Lemberg. Ossolineum. Das Ossolifiskische National-Institut in Lem- 
berg besitzt 4798 Bände Handschriften, in denen ein sehr reichhaltiges fa- 
miliengeschichtliches Material enthalten ist, das wohl einige hundert Bände 
umfassen dürfte; dasselbe bezieht sich vorwiegend auf polnische Geschlechter. 
Der dortige Direktor Prof. Dr. W. Ketrzynski besitzt zirka 50 Genealogien 
westpreußischer Familien, deren Verfasser der Kulmer Landrichter Lorenz 
von Dzialowski, gest. um 1763, gewesen ist, außerdem reichliches archivali- 
sches Material aus der Zeit des deutschen Ordens und der polnischen Herr- 



Familiengesch. Matrin. in Museen: London. 253 

schaft aus den Archiven der Provinzen Ost- und Westpreußen, das nur teil- 
weise in des genannten von Keirzynski polnischen Werke „Über die polnische 
Bevölkerung im Ordenslande Preußen" (Lemberg 1882, S. XXIII u. 639) ver- 
wertet worden ist. 

London. Britisches Museum. Die Manuskriptenslg. d. Britischen 
Mus. umfaßt mehr als 40000 Handschr. u. etwa 55000 Urk., wobei unter 
d. einzelnen Handschriftennummern sich wieder größere u. kleinere Urkunden- 
sammlungen verbergen, u. ist neben der vatikanischen wohl die bedeutendste, 
die es gibt. Das Material ist teils englischer, teils fremder Abstammung. 
Das erstere besteht zum großen Teil aus amtlichen Korrespondenzen u. Akten, 
die man nach deutscher Auffassung eher in e. Zentralarchiv als in d. Hand- 
schriftenslg. e. Mus. od. e. Bibl. vermuten würde. Bes. bilden einen Haupt- 
bestandteil dieses Stoffes die Archive vornehmer englischer Familien, die mit 
Vorliebe ihre handschriftl., meist aus der öffentl. Tätigkeit ihrer einzelnen 
Mitglieder hervorgegangenen Sammlungen dem Britischen Mus. überlassen 
haben. Hierzu gehören z. B. die sogenannten Mitchell-Papers, d. h. die di- 
plomatische u. private Korrespondenz des englischen Gesandten am preußi- 
schen Hofe, Sir Andrew Mitchell, 58 Bde., die Newcastle Papers in 548 Bdn. 
u. 3483 Urk., d. h. die Korrespondenz des Thomas Pelham Holles, Herzogs 
von Newcastle, der 1724 — 54 Staatssekretär von England u. dann Lordschatz- 
meister war, u. die Hardwicke-Papers in 930 Bdn., die mit den beiden oben 
genannten Sammlungen ein für die allgemeine politische Geschichte der Neu- 
zeit und die Beziehungen Englands zu allen Staaten wichtiges Material dar- 
bieten. Überraschender wirkt auf d. Benutzer die Reichhaltigkeit der in 
England nicht heimstättischen Handschr. Ü. die hauptsächlichsten geschlos- 
senen Sign., die d. Mus. nach u. nach erwarb u. als Sondereinheiten behan- 
delt hat, registrieren Einzelkataloge u. e. Übersicht in Warschauers Schrift, 
„Mitteilungen aus der Handschriftensammlung des Britischen Museums zu 
London, vornehmlich zur polnischen Geschichte" (=Heft 13 der Mittlgn. der 
Preuß. Archivverw., Leipzig, Hirzel), der auch die vorstehenden Notizen ent- 
nommen sind. Der große Sachkatalog (Class-Catalogue) besteht aus 110 statt- 
lichen Bänden in Großfolio. Die ersten Bde. desselben sind der Geschichte ge- 
widmet. Hervorgehoben sei Band X, ü. d. einzelnen Staatspapiere fremder Staaten 
(State-Papers, Foreign, Single). D. Material f. Deutschland ist bes. reich- 
haltig betreffs der Reformationsgesch. Bd. XV bis XXVIII verzeichnen Briefe 
in Staatsangelegenheiten einzeln nach den Verfassern. Bd. XXIX führt For- 
melb., Sign. v. Privatbriefen u. Albums auf. Von familiengeschichtl. Interesse 
ist insbes. die nach Hunderten zählende Menge deutscher Studentenalbums, 
die das Britische Mus. besitzt. Bes. Nürnberg ist gut vertreten. Die folgen- 
den Bände des Katalogs verzeichnen die Privatbriefe nach dem Alphabet. 
Bd. LI, der Biographie gewidmet, bietet in den deutschen Teilen viel über 
bayerische und Nürnberger Familien. Unter den Taufregistern befindet sich 
eines der St. Theodoricuskirche zu Basel 1490 — 1737, unter den Testamenten 
das des Jean Jacques Rousseau. Band LH — LVII über Tagebücher und Ge- 
nealogie (Notes and Genealogies) weisen hinsichtlich Deutschlands bes. großen 



254 Familieng. Matrln.in Museen: Lüneburg, München, Münster, Nordhausen, Nürnberg. 

Reichtum ü. Nürnberg auf. Bd. LVIII ü. Geographie enthält Nummern ü. 
deutsche Spezialgeschichte, so Add. 21220 e. Mainzer Stadtbuch: Fremde 
Urtels Buch 1398 — 1430 (über dieses Zeitschr. der Savigny-Stiftung für Rechts- 
gesch. Germ. Abt. Bd. 24, S. 3907). Band. LXIII— LXV verzeichnet manches 
f. deutsche Verhältnisse Interessante, so Add. 15684 e. Nürnberger Schön- 
bartbuch 1449—1539. Band LXVI— LXVIII handeln über die Wappen (Arms). 
Der letzte führt in d. Abteilung für Deutschland mehrere alte deutsche Wappen- 
bücher, bes. aus d. 16. Jht., auf. 0. die Bestände z. polnischen Heraldik 
orientiert Warschauer S. 15. Ü. d. Siegeisig, d. Britischen Museums ist e. 
besonderer Katalog erschienen: Catalogue of Seals of the Department of 
Manuscripts in the Br. M. by W. de Gray Birch. 6. Bd. 1900). Was einem 
Gesuch um Benutzung des Britischen Mus. beizufügen ist, findet man in 
Warschauers genannter Schrift S. 2. — Vgl. auch R. Priebsch, Deutsche 
Handschriften in England. 2 Bde. Erlangen 1896. 1901. 

Lüneburg. Porträtsammlung (meist Kupferstiche) des Museumsvereins. 
Stammbäume mit Wappen. Wappenbücher. Heraldische Skulpturen von Epi- 
taphien u. Grabsteinen. Gemalte Fensterwappen. 

München. Das Bayerische Nationalmuseum besitzt eine Urkunden- 
slg. (Katalog v. M. J. Neudegger AZ NF. XII 1905), handschriftliche Münchener 
Zunftbücher, einzelne genealogische handschriftliche Werke, wie bes. d. Augs- 
burger Geschlechterbuch, Wappenbücher, Stammbäume bayerischer Geschlechter, 
außerdem zahlreiche gedruckte genealogische Werke, bes. v. bayerischen Fa- 
milien. 

Münster. Landesmuseum. Die Gemäldeslg. enthält e. Reihe v. Bild- 
nissen, z. B. des Goldschmieds Dietrich Kostede 1570 v. Ludger tom Ring 
dem Jüngeren, des Bürgermeisters v. Lennep Engelbert Therlaen v. Bartholo- 
maeus Bruyn d. Ä., des Fürstbischofs Clemens August 1756 v. F. H. Pletten- 
berg u. des Bischofs Peter v. Hatzfeld 1795 v. Joh. Chr. Rincklake. F. Koch, 
Verz. d. Gemäldeslg. d. Westfälischen Kunstvereins im Landesmus. zu Münster 
Münster o. J. 

Nordbausen. Städtisches Museum. Reiche Siegel- u. Stempeisig. 
Der „codex Fabriciorum" enthält 380 Autographe v. Briefen aus d. Jahren 
1547—1577, darunter 266 Briefe der Gebrüder Fabricius. D. große Münzslg. 
enthält auch e. stattliche Anzahl v. Denkmünzen, Bronzegrabplatten aus der 
abgebrochenen Martinikirche. Porträts der Bürgermeister u. Pastoren. Sal- 
vaguardien (Schutzbriefe) aus d. Zeit d. Schmalkaldischen u. dreißigjährigen 
Krieges. Festschr. z. 25 jähr. Jubelfeier d. Städtischen Mus. in Nordhausen. 
I. Urkundl. Gesch. des Städtischen Mus. v. Hermann Heineck. II. Führer 
durch d. Städtische Mus. von Paul Rausch. Nordhausen, C. Haacke, 1901. 

Nürnberg. Germanisches Nationalmuseum. Archiv. Gegen 
12 000 Pergament-, rund 2000 Papierurkunden, Regesten und Personenregister 
vorhanden; mindestens 1100 Aktenfaszikel, aus denen zum großen Teil die 
Personennamen ausgezogen sind, Archive mehrerer Nürnberger Patrizier- 
geschlechter, Teile mehrerer Stadtarchive (Culmbach, Schweinfurt, Winds- 
heim u. a), Archivalien aus dem 15., 16. u. 17. Jht. enthaltend, ein Teil des 



Familiengesch. Matrin. in Museen: Nürnberg. 255 

Wolkenstein-Archives, 14500 Autographen. Ober die Siegelsammlung vgl. 
oben S. 246. 

Bibliothek. I. Handschriftlicher Nachlaß des Heraldikers 
Friedrich Heyer von Rosenfeld. 1. Auszüge betitelt: „Die in den Reichs- 
Akten des Edel-Archives im k. k. Ministerium des Innern zu Wien enthaltenen 
Palatinats-Diplome, ausgezogen durch Friedrich Heyer von Rosenfeld, k. k. 
Hauptmann, Wien im August 1877." 1 Band in 4° mit einzelnen Wappen- 
zeichnungen und der Signatur HR 105, I. 2. dgl., betitelt: „Verzeichniß 
der von den verschiedenen Kaisern ertheilten Palatinats-Diplomen a. d. Ori- 
ginal-Concepten im k. k. Adels-Archiv gezogen von Frdr. Heyer v. Rosenfeld 
in Wien 1886." 1 Band in 4° und der Signatur HR 105, II. 3. dgl.: Kaiser- 
liche Reichs-Adelserhebungen aus dem Adels-Archive zu Wien. 7 Bände in 
4° und der Signatur HR 105. 

I. Namen mit Anfangsbuchstaben A — B 1868 



III. 

IV. 

V. 

VI. 



C— D 1869 
E — F 1869 
G 1870/71 

H— Ho 1873 
Ho— J 1875—77. 



K — T fehlen, weil diese Teile von Heyer nicht mehr ausgearbeitet worden 
sind. In einem weiteren Quartband sind die Familiennamen U — Z vereinigt 
(1877 — 82). Dazu 4 umfängliche Pakete mit noch ungesichteten Notizen 
u. Wappenskizzen. 

II. Unter den für die familiengeschichtliche Forschung in Betracht kom- 
menden Handschriften seien erwähnt: Das sog. große Totengeläute, vgl. 
Register. Weiter zahlreiche Geschlechter- u. Wappenbücher u. ähnliche 
Kollektaneen, sowie eine ansehnliche Sammlung (nicht nur Nürnbergischer) 
Stammbücher. 

II. Ein wichtiger Bestandteil der Bibliothek ist die durch Vermächtnis 
ihr zugefallene, besonders aufgestellte Heyer von Rosenfeldsche Sammlung 
von Werken auf dem Gebiete der Heraldik und Genealogie, die durch die 
Zinsen eines dem Museum testamentarisch übermachten Kapitals ständig 
vergrößert wird. Außerdem stehen im Lesezimmer der Bibliothek 1 Exem- 
plar des großen Siebmacher, so ziemlich alle familiengeschichtlichen bzw. 
heraldischen Zeitschriften, nicht wenige Nachschlagewerke (für die Nürn- 
berger usw. Personen- und Familiengeschichte, Adels- und Gelehrtenlexika, 
Epitaphiensammlungen usw.) und eine seltene Folge von Arbeiten auf dem 
Gebiete der deutschen Ortsgeschichte zu allgemeiner Benutzung bereit. End- 
lich sei auf ein in der Bibliothek aufgestelltes Wappenrepertorium, nach 
Figuren und nach Familiennamen geordnet, hingewiesen. 

Kupferstichkabinett. Von den Abteilungen des Kupferstichkabinetts 
kommen in Betracht: Die reichhaltige, alphabetisch geordnete Porträtsamm- 
lung, dann die Sammlungen von Stammtafeln und Wappendarstellungen, für 
die ebenfalls die alphabetische Anordnung maßgebend ist. Hier und da kann 



256 Familiengcschichtl. Matrin. in Museen: Prag, Stockholm, Stuttgart. 

auch eine Nachforschung in der Abteilung „Biographien, Geschlechts- und 
Regententafeln" Aussicht auf Erfolg haben. Über die Epitaphien vgl. oben 
S. 246. 

Prag. Böhmisches Museum. Für die ältere Geschichte und Ge- 
nealogie des böhmischen Adels ist von außerordentlicher Bedeutung die von 
Franz Palacky angelegte historisch-genealogische Sammlung. Sie besteht in 
einem alphabetisch geordneten Zettelkataloge und enthält Zitate aus allen 
möglichen, von Palacky bei seinen historischen Studien benutzten Quellen. 
Ferner befindet sich im Böhmischen Museum die Wratislawsche Sammlung 
(14960 Stück), so benannt nach ihrem Begründer, dem K. K. Hofrate Rudolf 
Grafen Wratislaw von Mitrowic (f 1860). Jede böhmische Familie (im 
ganzen 4087 Familien) hat in dieser Sammlung ihren eigenen Faszikel und 
in den letzteren sind die verschiedensten, auf Wappen, Genealogie und Ge- 
schichte der einzelnen Geschlechter bezugnehmenden Notizen, Broschüren, 
Karten und Zeitungsausschnitte hinterlegt. Die Stammbäume erweisen sich 
größtenteils als Kopien von jenen aus der Wunschwitzschen Sammlung, doch 
sind dieselben zumeist bis auf die jüngsten, gegenwärtig noch lebenden 
Generationen ergänzt und daher recht brauchbarer Behelfe. Das Archiv des 
Museums des Königreichs Böhmen besitzt ferner unter seinen 1997 Original- 
Pergamenturkunden aus den Jahren 1160 — 1902 viele, die sich auf den Adel 
beziehen, mit anhängenden Siegeln, darunter 98 Adelsdiplome aus den Jahren 
1463 — 1902. Die 26291 Original-Papierurkunden des böhmischen Adels aus 
dem 15. — 19. Jahrhundert beziehen sich auf 2513 Familien. Die Dr. Joseph 
Hlävkasche Autographen- und Siegelsammlung zählt 8789 Stück, die Wappen- 
sammlung des böhmischen Adels 3771 Stück, die allgemeine Siegelsammlung 
beinahe 60000 Stück. Ferner sind zu nennen die 269 Register des Kammer- 
gerichtes aus d. J. 1471 — 1783, deren genaue Beschreibung Archivdirektor 
Schulz in Nummer 24 des Historischen Archivs der böhmischen Kaiser Franz 
Josephs-Akademie veröffentlicht hat, und 136 Register des Burggrafen-Gerichtes 
aus d. J. 1497 — 1783, beschrieben in Nummer 27 desselben Archivs. 

Stockholm. Statens Historiska Museum (kungl. vitterhets hi- 
storie och antikvitets Akademien). Genealogisches: Handschriftliche 
Sammlungen der Forscher C. R. Berch, G. W. af Tibell, K. A. af Schmidt 
und andere. — Sphragistisches: 1. Eine große Sammlung von Hand- 
stempeln zum Siegeln schwed. adeliger Familien. 2. Abbildungen (Zeich- 
nungen) schwedischer mittelalterlicher Siegel, a) Eine Sammlung aus dem 
18. Jahrhundert, b) Zeichnungen unter Urkundenkopien aus dem 17. u. 
18. Jahrhundert. 3. Abdrucke. Sammlungen der Herren B. Risberg, 
C. Stolpe und andere. Heraldisches: 1. Schwedisches Wappenbuch für 
das Mittelalter. Zeichnungen aus dem 19. Jahrhundert. 2. Eine große 
Sammlung von Abbildungen (Photographien, Zeichnungen usw.), kirchlicher 
Denkmäler (auch Grabdenkmäler) in Schweden, nach Landschaften und Kir- 
chen geordnet. 

Stuttgart. Die Staatssammlung vaterländischer Altertümer besitzt eine 
große, noch nicht ganz geordnete Sammlung von Siegelabdrucken, Siegeln 



Familiengesch. Matrin. in Museen: Wien, Wiener Neustadt, Worms. 257 

und Siegelstöcken württembergischer Zugehörigkeit, ferner eine Anzahl alter 
künstlerisch ausgeführter Stammbäume und etliche Stammbücher mit Wappen, 
auch zahlreiche Bildnisse. 

Wien. Eine Abteilung der Münz- und Antikensammlung des kunst- 
historischen Hofmuseums bildet die sphragistische Sammlung des A. H. 
Kaiserhauses. Eine Übersicht über dieselbe gibt Julius v. Schlosser 
MJÖG XII 1891, Seite 297ff. Die familiengeschichtlich wichtigste Abteilung 
dieser Sammlung ist die Dietzsche Sammlung, zumeist Lack- und Papiersiegel, 
Abdrücke aus Originaltyparen usw., eingeklebt in Rahmenbänden, 21 327 Stück; 
sie ist alphabetisch geordnet; zur Orientierung dient ein genauer handschrift- 
licher Katalog mit drei Nachträgen. Besonders reich ist diese Abteilung 
an Wappensiegeln deutscher Adelsgeschlechter. Einen besonderen Wert haben 
die großenteils vollständigen Siegelserien regierender Fürsten oder ehemals 
souveräner Geschlechter. In Beziehung auf das reichliche genealogisch- 
heraldische Material der Dietzschen Sammlung verwandt ist die Siegelsamm- 
lung Kaiser Ferdinands I. Sie ist nach den damaligen Provinzen des Kaiser- 
tums geordnet und enthält fast ausschließlich die Wappensiegel der ein- 
heimischen Adelsgeschlechter mit Angabe des Stammlandes. Ein alphabetischer 
und ein Ladenkatalog fördern die Benutzung der Sammlung. Außerdem 
besitzt das Hofmuseum noch die Sammlung von Gipsabgüssen von Siegeln 
des Wiener Stadtarchivs (österreichische Städte, Wiener Geschlechter usw., 
ca. 600 Stück) aus Formen, die der verstorbene Kustos Dr. Hartmann von 
Franzenshuld seinerzeit für die historische Ausstellung der Stadt Wien im 
Jahre 1873 hat anfertigen lassen. Über die Kollektion genealogischer Kopien 
von deutschen Kaiser- und Königssiegeln erschien 1851 der gedruckte Katalog 
von Roemer-Büchner, die Siegel der deutschen Kaiser, Könige und Gegen- 
könige zu Frankfurt a. M. Aus der Neumannschen Münzsammlung rühren 
die Bronzeabgüsse böhmischer Königssiegel von Przemysl Ottokar bis 
Wladislaw II. her. — Das Wiener Jüdische Museum hat 1913 sein neues 
Lokal, II Malzgasse 16, bezogen. Wir tragen bei dieser Gelegenheit zu oben 
Seite 197 nach: Die Inschriften des alten Judenfriedhofes in Wien. Im Auf- 
trag der histor. Kommission der israelitischen Kultusgemeinde in Wien be- 
arbeitet von Dr. Brnh. Wachstein. Mit 202 Textabbildungen, 15 Tfln. u. 
e. Friedhofsplan. 1. TL 1540(?)— 1670. Wien u. Leipzig 1912. In der Ein- 
leitung dieses Werkes werden allgemeine Gesichtspunkte, wie Phraseologie, 
Chronologie, Sprache und Stil der Inschriften, erörtert. 

Wiener Neustadt. Neuklostermuseum. Eine Anzahl Wappenbriefe. 
Einige Wappensteine. 450 Porträts; über 150 derselben stellen Personen 
dar, die mit der Stadtgeschichte in direktem Zusammenhange stehen. 

Worms. Das Paulusmuseum und die verschiedenen Kirchen der 
Stadt Worms enthalten zahlreiche Grabdenkmäler, und wenn auch im An- 
fang des vorigen Jahrhunderts sehr viele und zwar großenteils gerade die 
ältesten vernichtet worden sind, so reichen doch noch immer manche bis 
ins 13. Jahrhundert zurück. Einige Stammbücher und mit Wappen ge- 

Heydenreich, Handbuch der praktischen Genealogie. I. 17 



258 Familiengesch. Matrin. in Museen: Zürich. Wichtigkeit des Porträts für Staat usw. 

schmückte Gegenstände im Paulusmuseum bieten verhältnismäßig nur wenig 
familiengeschichtliches Material. 

Zürich. Das Schweizer Landesmuseum enthält eine Fülle von Wappen, 
die für die Geschichte von Schweizer Familien wichtig sind. Über diesen 
Stoff vgl. das „Schweizer Archiv für Heraldik". Die größte Masse dieser 
Wappen ist auf Glasscheiben angebracht (Wappenscheiben), doch findet sich 
heraldischer Schmuck auch hier auf Glasgemälden, Ofenkacheln, Trinkschalen, 
Teppichen, Gerät- und Möbelstücken aller Art, insbesondere Schränken, 
Truhen, Chorstühlen. Außerdem verwahrt das Museum Totenschilde, 
Grabplatten, Grabsteine und größere Epitaphe, Wappentafeln, Medaillen 
und Bildnisse. Nähere Nachweise, besonders über die Wappenscheiben und 
Glasgemälde, enthält der „Führer durch das Schweizerische Landesmuseum 
in Zürich", hrsg. v. d. Direktion. Zürich, Verlag des Schweizerischen Landes- 
museums 1910. 

Das Porträt. 1 ) 

Wichtigkeit des Das Porträt ist hinsichtlich des Publikums zweifach wichtig: für das 

stwtu!^ Familie. Staatsleben und für das Familienleben. Der Staat bedarf der Porträtstatuen 
und Gemälde nicht nur des Ruhmes, sondern auch der Selbsterhaltung 
wegen; denn er braucht seine Geistesheroen, seine Staatsmänner und Feld- 
herren als geistige Stützen und die Erinnerung an dieselben. Es handelt 
sich sowohl darum, die Toten zu ehren, als auch die Lebenden zu erinnern, 
daß das staatliche Gebäude, in dem sie wohnen, die Frucht der Bemühungen 
jener Männer sei, deren Leben Jahrhunderte zurückreicht und auch Jahrhunderte 
nachwirkt. Alle gebildeten Nationen haben daher, solange sie ein Bewußt- 
sein ihrer Größe, und Würde sich erhalten haben, das Andenken solcher 
Männer nach ihrem Tode durch Porträtstatuen zu ehren gesucht. 

Noch viel bedeutsamer aber ist die Stellung der Familie zum Porträt. 
Es hat in ihr einen noch größeren Rückhalt; denn jede echte Kunst muß 
auf wirklichen, nicht erkünstelten Bedürfnissen aufgebaut sein und in diesen 
mächtige Wurzel schlagen können. Das Porträt als solches ist der Familie 



*) Waetzoldt, Wlh., 'Die Kunst des Porträts. Leipzig 1908. — Janitschek, 
Geschichte der deutschen Malerei. Berlin 1890. — Kemmerich, Die frühmittelalterliche 
Porträtplastik in Deutschland bis z. Ende d. 13. Jht.; drs., D.Anfänge d. deutschen 
Porträtmalerei. Leipzig 1906; drs., Die Porträts deutscher Kaiser u. Könige bis auf 
Rudolf v. Habsburg, NA 33. — Eitelberger, Kunsthistorische Schriften III. — Leh- 
mann, Alfr., D. Bildnis bei d. altdeutschen Meistern bis auf Dürer, 1900. — Wolt- 
mann, Holbein und seine Zeit. Leipzig 1874. — Leischnig, D. Bildnis im 78. u. 19. Jht. 
Wien 1906; drs., D. Bildnis-Miniatur in Österreich 1750—1850. Wien 1907. — 
O. v. Bezold, Beitr. z. Gesch. d. Bildnisses, MGN 1909 f. — Burckhardt, D. 
Porträt in d. Malerei, in d. Beitr. z. Kunstgesch. in Italien, Basel 1898. — Schaeffer, 
Die Frau in der venetian. Malerei. München 1900; drs., Das Florentiner Bildnis. 
München 1903. — Woermann, D. italienische Bildnismalerei d. Renaissance. Eß- 
lingen 1905. — Collies, J., The art of portrait painting. London 1905. — Dayos, 
Arm., L'image de femme. Paris 1900. — Williamson, History of portrait miniatures. 
London 1904, 2 Bde. 



Anfänge bildnisartiger Schöpfungen in der deutschen Malerei. 259 

ein Bedürfnis; es ist nicht geschaffen, in dieser der menschlichen Eitelkeit 
zu frönen, sowenig wie im öffentlichen Leben der Wohldienerei. In der 
Familie hat das Porträt neben seinem absoluten Kunstwerte noch eine be- 
sondere edlere Mission zu erfüllen. Es hält die Pietät in der Familie und 
die fortlaufende Erinnerung an die Familie aufrecht. Der bürgerlichen und 
der adligen Familie, den Hohen wie den Niedrigen müssen diese Erinne- 
rungen heilig sein. Die alten deutschen und holländischen Bilder z. B., die 
wir kennen, mit den Zügen voll Treue, voll Ehrbarkeit und Kraft, zeigen 
uns deutlich, daß in den vergangenen Jahrhunderten diese moralischen 
Mächte in der Gesellschaft lebendig gewesen sind, und wir sehen, daß diese 
guten Eigenschaften des Lebens auf die Kunst, auf die Künstler förderlich 
eingewirkt haben und daß diese Bilder in erster Linie nicht der bloßen 
Eitelkeit, der müßigen Schaulust der Salons gedient haben. 

Die Anfänge bildnisartiger Schöpfungen auf dem Gebiete der deutschen Anfänge widnis- 
Malerei sind in den Handschriften zu finden. Bereits die ältesten der uns Schöpfungen in 
bekannten Buchillustrationen enthalten figürliche Darstellungen. Anfangs der deutschen 
in roher und kindlicher Auffassung, später in seltsamen Verschnörkelungen, 
sind sie nichts anderes als ein häufig wiederkehrendes, ein ornamentales 
Schema, das Symbol einer menschlichen Gestalt, und selbst da, wo in den 
besseren Arbeiten aus charakteristischen Attributen oder einem beigeschrie- 
benen Namen ersichtlich ist, daß mit diesem Symbol eine ganz bestimmte 
Persönlichkeit gemeint ist (Dedikationsbild, Autoren- und Schreiberporträt), 
kann von einem menschlich-individuellen Zug noch nicht gesprochen werden. 
So hat sich, um nur eines der zahlreichen Beispiele aus früherer Zeit zu 
nennen, in einer Handschrift des 8. Jahrhunderts (St. Gallen, Stiftsbibl. Hand- 
schrift 736) der Schreiber derselben, Wandelgarius, abkonterfeit, aber die 
Linien, die seine Physiognomie bezeichnen sollen, unterscheiden sich schlechter- 
dings nicht von denen der anderen Köpfe dieser Ha